Die feinen Unterschiede

DVD / Blu-ray / Trailer :: IMDB (6,4)
Regie: Sylvie Michel-Casey
Darsteller: Wolfram Koch, Bettina Stucky
Laufzeit: 80min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama (Deutschland)
Filmstart: 07. März 2013
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Sebastian ist auf seinem Gebiet der In-Vitro-Fertilisation ein sehr gefragter Spezialist. Der erfolgreiche Arzt leitet eine Klinik, ist bei seinen Patientinnen und seinen Mitarbeiterinnen sehr beliebt und sieht sich selbst als weltoffen, liberal und tolerant. Ein richtiger Gut-Mensch sozusagen, der auf die Erde kam um die Welt zu retten. Mit der Erziehung seines siebzehnjährigen Sohnes hätte er am liebsten wenig zu tun, lieber wäre er für ihn der beste Freund. Was auch ganz gut funktioniert bis seine Ex-Frau Siggi beschließt für mehrere Monate ins Ausland zu gehen und ihm den gemeinsamen Sprössling Arthur zu überlassen. Zwischen Highsociety, Klinik und junger attraktiver Freundin versucht der Endvierziger sein Leben zu meistern, denn ungern lässt er seine Maske fallen, ungern lässt er sich dabei ertappen, dass irgendetwas in seiner Welt nicht funktioniert. Als charmanten Dandy sieht er sich selbst und wird so auch von den anderen gesehen. Nur sein Sohn findet ihn viel zu konservativ und spießig. Als Spezialist in Sachen künstlicher Befruchtung ist Sebastian auch gern gesehener Talkshow-Gast. So wird er zu einer Diskussion bei einem lokalen Sender eingeladen, um über seine Tätigkeit und die Wunder, die er als Arzt vollbringt, zu sprechen. Am Abend der Aufzeichnung macht er von der Klinik einen Umweg über sein Haus, um nach dem Rechten zu sehen. In seiner Villa am Berliner Stadtrand trifft er auf Arthur, dessen Freundin Julia und Vera. Vera ist die hübsche und intelligente Tochter seiner bulgarischen Putzfrau, die vor kurzem nach Deutschland kam um zu studieren. Bis es so weit ist, hilft sie ihrer Mutter aus. Von ihrer Mutter Jana, die auch in seiner Klinik putzt, soll Sebastian Vera ausrichten,in der Stadtvilla auf sie zu warten. Im Gegensatz zu Sebastian hält sie wenig von antiautoritärer Erziehung und weiß gerne über jeden Schritt ihrer Tochter Bescheid. Sebastian unterhält sich blendend mit Vera, bis die Zeit beginnt zu drängen und er sich für die Show fertig machen muss. Als er zurückkommt ist Vera verschwunden, stattdessen steht ihre aufgebrachte Mutter in seinem Wohnzimmer. Sein pubertierender Sohn erklärt ihm grinsend, dass er vorhabe gemeinsam mit den Mädchen auszugehen und Vera schon mit Julia vorgegangen sei. Obwohl Sebastian selbst nicht von der Entwicklung der Situation begeistert ist, versucht er Jana zu beruhigen und empfiehlt ihr, sich selbst einem schönen Abend zu machen und ihrer Tochter mehr Freiheiten zu lassen, vor allem weil sie schon volljährig sei. Während sich die Jugend amüsiert, läuft Sebastians Fernsehauftritt nicht so wie er es sich dachte, denn ein Star-Philosoph stiehlt im die Show. Nach der anstrengenden Diskussion zieht Sebastian es vor, nicht mehr nach Hause zu fahren, sondern die Nacht bei seiner attraktiven Freundin zu verbringen. Als Sebastian am nächsten Tag die Klinik betritt und sich auf einen ereignisreichen Arbeitstag freut, erreicht ihn eine Hiobsbotschaft: Jana ist völlig verstört, denn ihre Tochter ist nicht von dem nächtlichen Ausflug mit seinem Sohn zurückgekehrt. Obwohl Sebastian Arthur nicht erreichen kann, ist er davon überzeugt, dass alles in bester Ordnung ist. Er vermutet, dass sich die Jugendlichen in seinem Haus in einem komatösen Schlaf befinden. Nachdem er vergeblich versucht hat, Jana zu beruhigen, schickt er sie nach Hause. Sebastian versucht seine Ruhe wieder zu finden und widmet sich seinen Patientinnen, doch ein Anruf von Jana reißt ihn erneut aus der ärztlichen Routine. Ohne sein Wissen hat sie sich Zugang zu seiner Villa verschafft, um nach dem Rechten zu sehen und ihre Tochter zu finden. Erbost über die Frechheit der Putzfrau, lässt Sebastian alles stehen und liegen und macht sich auf den Weg nach Hause. Durch Sebastians nachlässige Haltung gegenüber der Jugend einerseits und seine sich immer deutlicher zeigende soziale und kulturelle Arroganz Jana gegenüber,spitzt sich die „gemeinsame“Suche nach den Kindern zur einer handfesten Krisensituation zu. Der bisher eher freundliche Umgang zwischen Arzt und Putzfrau entwickelt sich zu einem Machtkampf, der dem zwischen Vater und Mutter, Mann und Frau verdächtig ähnelt, noch zusätzlich aufgeladen durch die Differenzen in ihrer kulturellen und sozialen Herkunft. Nicht nur Sebastian gelangt in diesem Kampf an seine Grenzen, sondern auch Jana, die genauso voller Vorurteile gegen Sebastian steckt wie umgekehrt, und ihm im tiefsten Innern ihres Herzen misstraut und verachtet. Die Suche nach den Kindern findet ein jähes Ende, denn ein Telefonat mit den Eltern von Arthurs Freundin klärt die Situation auf. Der Junge hatte kurzerhand beschlossen, nicht zum spießigen Vater zurückzukehren, sondern lieber in das leerstehende Haus seiner Mutter auszuweichen. Doch von Vera fehlt weiterhin jede Spur. Sebastian reißt die Geduld mit der Situation, seiner klagenden Haushälterin und seinem verantwortungslosem Sohn. Während Jana am liebsten die Polizei rufen würde, beginnt Sebastian ein hartes Verhör mit den Jugendlichen. Langsam scheinen sich die Umstände um Veras Verschwinden zu lichten und die Zusammenhänge erscheinen klarer.

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