Die Elbe von oben

DVD / Blu-ray / Trailer :: IMDB (7,0)
Regie: oben Von Markus Fischötter
Darsteller: ?????
Laufzeit: 89min
FSK: ???
Genre: Dokumentation (Deutschland)
Filmstart: 28. März 2013
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Die Kamera gleitet über den Elbvorort Hamburg Blankenese. Immer näher zoomt sie an den Aussichtsturm auf dem Süllberg heran. Nach und nach kommt ein Mann ins Bild. Es ist Thomas Kunadt, Shipspotter, einer der Protagonisten des Films. Vom Turm aus fotografiert er Schiffe auf der Elbe. Die Kamera umkreist ihn, Kunadt scheint zum Greifen nah. Dabei sind diese Bilder aus gut 200 Meter Höhe aufgenommen. Die beeindruckenden Annäherungen an Protagonisten, Landschaften, Dörfer und Städte aufgenommen mit der Helikopter Kamera stehen im Zentrum der zweiteiligen Dokumentation. Sie zeigen die Elbe auf dem Weg zum Meer - vom Dreiländereck bei Schnackenburg bis zur Mündung in Cuxhaven. Ein Fluss mit Gegensätzen. Fast 40 Jahre lang war die Elbe auf einhundert Kilometern, zwischen Schnackenburg und Lauenburg, innerdeutsche Grenze. In der Abgeschiedenheit der Sperrzone konnte sie ihre Ursprünglichkeit weitgehend bewahren. Hier fahren nur wenige Schiffe, Auwälder und Feuchtwiesen prägen die Ufer. 1997 erklärte die UNESCO die Flusslandschaft zum Biosphärenreservat. Die Luftbilder zeigen einen Fluss der sich idyllisch durch die Landschaft windet. Natur und Tiere prägen das Bild der Elbe, bis sie kurz vor Hamburg Deutschlands wichtigste Wasserstraße ans Meer wird. Von der Hansestadt bis Cuxhaven ist die Elbe eine der meist befahrenen Flüsse der Welt. Seine Fahrrinne ist auf etwa 15 Meter Tiefe ausgebaggert, damit können auch die größten Containerschiffe den Hamburger Hafen anlaufen. Der Einfluss der Gezeiten wird immer mächtiger, mehr und mehr öffnet sich der Mündungstrichter des Stromes. Bei Cuxhaven ist die Elbe 15 Kilometer breit, bis sie hinter Neuwerk im Meer verschwindet. Einen Sommer lang reisten Autor Marcus Fischötter und Kameramann Michael Dreyer entlang der Elbe durch Norddeutschland. Sie filmten Biber und Seeadler, bedrohte Tiere, die schon fast ausgestorben waren und nun wieder an dem Fluss heimisch sind. Und sie trafen Menschen, deren Leben eng mit dem Strom verbunden ist. Echte Elb-Originale, wie der Fischer, der wegen der Elbvertiefung um seine Existenz fürchtet und die Obstbäuerin, die stolz ist den fruchtbaren Marschboden kultivieren zu dürfen. Die Schiffsführerin im Hamburger Hafen behauptet sich in einer Männerdomäne und der Künstler hinterm Deich schnitzt knollennasige Figuren aus Holz. „Die Elbe von oben“ erzählt auch Geschichten vom Wandel und Veränderung. Vor fast 40 Jahren musste Elisabeth Schwartau ihre Heimat Altenwerder verlassen. Das Fischerdorf wurde abgerissen und musste dem neuen Containerterminal im Hamburger Hafen weichen. Nur die Kirche steht noch. Karsten Hinrichsen war Aktivist im erbitterten Protest gegen das Atomkraftwerk in seiner Heimat Brokdorf. Es ist das einzige von vier Kernkraftwerken zwischen Schnackenburg und Cuxhaven, das noch heute am Netz ist. Rüterberg bei Dömitz war 1967 von DDR-Grenztruppen komplett abgeriegelt. Durch seine Lage, auf einer Landzunge in der Elbe, grenzte das Dorf zu drei Seiten an das Gebiet des „Klassenfeindes“. Der ehemalige Bürgermeister Meinhard Schmechel erinnert sich an 22 Jahre Isolation. Mit dem Fall der Grenze wird aus „einem der schmutzigsten Flüsse der Welt“, so Ulrich Wiegel vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Naturschutz „einer der fischartenreichsten Ströme Europas.“

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