Original: Die drei Räuber
Regie: Udo Beissel, Hayo Freitag
Laufzeit: 75min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Familie, Animation (Deutschland)
Die kleine Tiffany (Elena Kreil) steht am Grab ihrer Eltern und verabschiedet sich von ihnen. Noch heute soll sie in ein Kinderhaus abgeschoben werden, das von einer bösen Tante (Katharina Thalbach) geleitet wird. Die Kutsche, die sie dort hinbringen wird, wartet schon auf sie. Traurig, aber im Herzen tapfer, besteigt sie – mit ihrer Puppe Pimpernella – die Kutsche. Der Kutscher (Erwin Leder) schnalzt mit seiner Peitsche auf den Rücken der Pferde und schon jagen sie davon, in die finstere Nacht hinein.
Tief im dunklen Wald machen sich drei grimmig dreinschauende Räuber (Joachim Król, Bela B. Felsenheimer, Charly Hübner) mit weiten schwarzen Mänteln und großen schwarzen Hüten auf den Weg, um ihrem Räuberhandwerk nachzugehen. Der erste Räuber hat eine Donnerbüchse, der zweite einen Blasebalg und der dritte ein riesiges, rotes Beil. Und immer wenn eine Kutsche des Weges kommt, bläst der mit dem Blasebalg den Pferden Pfeffer in die Nüstern. Da muss die Kutsche anhalten. Dann zertrümmert der mit dem Beil die Wagenräder. Und schließlich bedroht der mit der Donnerbüchse die Reisenden und raubt sie aus.
Ganz genau so geschieht es auch mit der Kutsche, in der Tiffany sitzt. Doch die Überraschung bei den Räubern ist groß, als sie statt Truhen mit Gold, Perlen und Edelsteinen nur die kleine Tiffany vorfinden. Enttäuscht wollen die drei Räuber schon von Dannen ziehen, da werden sie von der furchtlosen Tiffany zurückgelockt. Blitzschnell hat Tiffany nämlich ihre Chance gewittert, dem Kinderhaus zu entkommen: Sie gaukelt den Räubern übermütig vor, dass sie eigentlich die Tochter eines steinreichen Maharadschas ist. Und der würde natürlich sehr viel Gold als Lösegeld für seine Tochter zahlen, um sie wieder zurück zu bekommen. Die Räuber müssten sie dazu nur ein bisschen entführen. Den drei Räubern leuchtet Tiffanys Vorschlag irgendwie ein und so nehmen sie das kleine Mädchen - samt Puppe - kurzerhand mit in ihre Räuberhöhle. Und da es schon spät in der Nacht ist, wollen die drei Räuber ihren seltsamen Beutezug erst einmal in ihrem großen Räuberbett überschlafen. Doch wohin mit Tiffany? Soll sie etwa auf dem Boden schlafen? Nein, natürlich nicht! Das ginge gegen ihre Räuberehre. Und so kommt es, dass sie Tiffany ihr weiches Bett zum Schlafen überlassen und sich selbst vor dem Bett zur Ruhe legen.
Am nächsten Morgen ist die Aufregung im Kinderhaus groß. Der Kutscher hat der bösen Tante von der Entführung erzählt. Und die ist fuchsteufelswild. Erbost ruft sie beim Gendarmen (Hayo Freitag) an und macht ihm mit Nachdruck klar, dass sie Tiffany unbedingt haben will - und zwar schnell. Währendessen erkundet Tiffany neugierig die Räuberhöhle. Was es da alles zu sehen gibt! Ihre besondere Aufmerksamkeit erweckt ein Fernrohr mit dem sie neugierig in der Gegend umherschaut. Und – da – plötzlich hat sie das Kinderhaus im Visier. Und was sie da sehen muss, ist schrecklich. Tiffany sieht total verschüchterte und ausgemergelte Kinder, die – zur Zwangsarbeit verdonnert – mit abstrusen Maschinen aus Zuckerrüben Sirup herauspressen. Ganz nach dem Motto der Kinderhaus-Tante: „Ohne Rübe – keine Liebe!“
Tiffany ist geschockt - und sehr froh, dass sie nicht dort ist, sondern hier, in der sicheren Räuberhöhle.
Als schließlich auch die Räuber wach sind, schreibt Tiffany mit ihnen einen Brief an den Maharadscha, um von ihm das Lösegeld zu bekommen: „Haben deine Tochter geraubt! Keine Polizei!“ Doch damit nicht genug. Um ihre Geschichte noch glaubwürdiger zu machen, phantasiert Tiffany den drei Räubern von einem wunderschönen Zuhause vor, samt reichem Maharadscha-Vater und drei Brüdern. Die Räuber glauben Tiffany jedes Wort – und gehen wieder räubern.
Tiffany macht es sich inzwischen in der Räuberhöhle gemütlich und findet beim Herumstöbern doch tatsächlich einen großen Schlüssel - und die dazugehörige Schatzkammer! Und was das für eine Schatzkammer ist! Ali Baba würde vor Neid erblassen. Überall Truhen voller Gold, Perlen, Geschmeide, Ringe, Uhren, Edelsteine und anderen Kostbarkeiten. Tiffany ist wie geblendet. Und als die Räuber wieder zurück sind, fragt Tiffany sie ganz unschuldig: „Was macht ihr denn damit?“ Darauf wissen die Räuber keine rechte Antwort. Sie hatten noch nie überlegt, was sie mit all dem Reichtum machen könnten. Und auch mit ihrer neuen Räuberbeute – einem riesigen, schwarzen Klavier – wissen sie erst nichts Rechtes anzufangen. Bis einer der Räuber anfängt darauf herumzuklimpern. Und plötzlich machen alle fröhlich ausgelassene Räuber-Hausmusik.
Alles andere als fröhlich geht es im Kinderhaus zu. Die Kinder werden dort von der bösen Tante getriezt und bedroht. Den ganzen Tag müssen sie hart arbeiten und bekommen lediglich eine grünlichgelbe, ekelhaft schmeckende Pampe zu essen. Aber was geschieht eigentlich mit dem leckeren Zuckersirup? Des Rätsels Lösung finden wir hoch oben im streng abgeschirmten Turm des Kinderhauses. Dort nämlich lässt sich die böse Tante den Zuckersirup hochpumpen. Und wenn er oben ankommt, ist aus ihm – dank märchenhafter Maschinenkraft – das leckerste Zuckerbäckerwerk geworden, das man sich nur wünschen kann. Zum Beispiel eine Erdbeersahnetorte, wie sie die böse Tante gierig und hohnlachend verschlingt.
Doch es regt sich auch zaghafter Protest. Gregory (Konstantin Seidenstücker) und Nikolas (Maximilian Roca Jungfer), zwei kleine Kinderhaus-Jungen, haben die Nase gestrichen voll und wollen sich die schlechte Behandlung nicht mehr länger bieten lassen. Und tatsächlich: Bei einer günstigen Gelegenheit fliehen sie aus dem Kinderhaus – hinein in den dunklen Wald.
Dort haben die drei Räuber inzwischen Tiffanys Fahndungsplakat, das der Gendarm überall aufgehängt hat, entdeckt. Den Räubern wird plötzlich sonnenklar, dass Tiffany sie an der Nase herumgeführt hat und überhaupt nicht die Tochter eines Maharadschas ist, sondern ein entflohenes Waisenkind. Sie stellen Tiffany daraufhin zur Rede. Und auch als Tiffany alles zugibt und ihnen sagt, dass sie nur auch mal ein Räuber sein wollte, sind die Räuber nicht sehr erbaut über ihr Geständnis und wollen sich von ihr nicht länger zum Narren halten lassen. Doch Tiffany kommt ihnen zuvor - und haut einfach ab.
Es dauert nicht lange, da trifft sie auf Gregory und Nikolas. Spät nachts sitzen die drei dann ums Lagerfeuer und beratschlagen was sie jetzt tun sollen. Sie kommen zum Schluss, dass das Kinderhaus schließlich doch noch besser ist als gar kein Zuhause. Niedergeschlagen machen sich die Drei auf den Weg zur Festung der bösen Tante…
Doch wer jetzt dachte, dass Tiffany klein beigeben würde – der hat sich getäuscht! Denn kaum ist Tiffany im Kinderhaus angekommen, da stürmt sie - mir nichts, dir nichts - ins Turmzimmer der Tante, die wieder dabei ist, köstliche Zuckerleckereien in sich hineinzustopfen. Zum Glück wird Tiffany nicht von ihr bemerkt. Als die böse Tante dann wieder in den Hof geht, um dort den armen Gregory und den verschüchterten Nikolas vor allen anderen Kindern zu züchtigen, platzt Tiffany der Kragen. Vom Balkon aus bewirft sie frech die böse Tante mit Sahnetorten.
Jetzt überschlagen sich die Ereignisse. Die Kinder, die auf das Tortenbombardement erst verdutzt, dann verzückt reagieren, stürmen nun selbst den Turm hinauf. Eine furiose Tortenschlacht nimmt ihren Lauf…
Und plötzlich stehen da – Mitten im Getümmel - die drei Räuber. Sie sind gekommen, um Tiffany ihre Puppe Pimpernella zu bringen, die sie bei ihnen zurückgelassen hat. Und gar nicht schrecklich grimmig, sondern schrecklich liebenswürdig fragen die drei Räuber Tiffany, ob sie nicht doch lieber wieder mit ihnen in die Räuberhöhle zurückkommen will. „Ja!“ freut sich Tiffany.
Den Rest der Geschichte – und ob die böse Tante die fröhliche Kinderrevolte überhaupt überlebt - müsst ihr euch schon selbst im Kino anschauen. Nur soviel sei noch verraten: Die drei Räuber wissen plötzlich ganz genau, was sie mit dem großen Reichtum aus ihrer Schatzkammer anfangen wollen…