Der Vater meiner Kinder

Original: Le père de mes enfants | The Father of My Children
Regie: Mia Hansen-Love
Darsteller: Louis-Do de Lencquesaing, Alice de Lencquesaing
Laufzeit: 112min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama (Frankreich)
Verleih: Farbfilm Verleih
Filmstart: 20. Mai 2010
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Grégoire Canvel führt ein scheinbar vollkommenes Leben: Er hat eine Ehefrau, die ihn liebt, drei wundervolle Töchter und einen Job, der ihn ausfüllt. Er ist Filmproduzent mit Leidenschaft und Ambition – ein Getriebener, enthusiastisch und immer auf der Suche nach neuen Stoffen und unentdeckten Talenten. Mehr als kommerzielle Erfolge interessieren ihn die künstlerischen Visionen seiner Regisseure und Autoren. Seine Kollegen schätzen sein Charisma, seine Warmherzigkeit und seine hohen Ansprüche als Filmemacher. Doch Anerkennung und Respekt können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Grégoire auf den Abgrund zusteuert. Zu leicht verliert er in der Begeisterung für seine Filme die Kontrolle über das Budget und geht zu viele geschäftliche Risiken ein. Über die Jahre ist die Schuldenlast immer größer geworden und droht seine Produktionsfirma Moon Films langsam, aber sicher in den Bankrott zu treiben. Auch sein aktuelles Projekt „Saturn“ bereitet Probleme. Das Budget ist längst ausgeschöpft und der Dreh in Schweden steht unter keinem guten Stern. Das Team, das unter den Launen des schwierigen, wenn auch genialen Regisseurs Stig Larson zu leiden hat, droht mit Streik und will nicht länger auf sein Geld warten. Hinzu kommt, dass sich ein Mitglied der Crew das Leben genommen hat. Die Stimmung am Set kippt, die Situation droht zu eskalieren. Wie so oft, ignoriert Grégoire den Ernst der Lage und vertraut darauf, dass sich schon eine Lösung finden werde. Auch die Idylle zuhause bekommt Risse. Grégoires Frau Sylvia fühlt sich vernachlässigt und will nicht länger akzeptieren, dass seine Arbeit zunehmend auf Kosten des Familienlebens geht. Selbst an den Wochenenden, die die Familie meist in ihrem Haus auf dem Lande verbringt, klingelt ständig das Handy. Vor allem die älteste Tochter Clémence fühlt sich von ihrem Vater im Stich gelassen und zieht sich immer mehr zurück. Als Grégoire aufgrund der Schwierigkeiten in Schweden erwägt, den lange geplanten und von Sylvia ersehnten Familienurlaub in Italien abzusagen, macht sie ihm schwere Vorwürfe. Dieses Mal gewinnt die Familie und Grégoire fährt mit nach Ravenna. Doch auch hier findet er keine Ruhe. Die Probleme in Schweden überschatten das Familienglück und holen ihn ein. Zurück in Paris wird das ganze Ausmaß der Katastrophe deutlich: Das Budget von „Saturn“ ist dramatisch überschritten und der Verleih weigert sich, noch mehr Geld zu investieren. Die Bank droht damit, das Konto einzufrieren, und das Finanzamt, dem Grégoire ebenfalls eine hohe Summe schuldet, gewährt keinen Aufschub mehr. Grégoire kann die Augen vor dem Ernst der Lage nicht länger verschließen und findet keine Kraft mehr, sich dagegen aufzubäumen. Seine Leidenschaft und seine Energie, die ihm bislang die Kraft gaben, sich durch schwierige Situationen zu retten, erlöschen zusehends. Zu groß ist der Druck, der auf ihm lastet. Zum ersten Mal fühlt sich Grégoire als Versager, sieht sein Lebenswerk zerstört. Eine lähmende Müdigkeit nimmt von ihm Besitz und seine Verzweiflung wächst. Auch Sylvia, die versucht, ihm Mut zuzusprechen, kann ihm nicht mehr helfen. Grégoire sieht nur noch einen Ausweg: Er nimmt sich das Leben. Mit einem Schlag ändert sich für die Familie alles: Konfrontiert mit Trauer, Verzweiflung, Wut und Machtlosigkeit stellt sich Sylvia nach dem ersten ungläubigen Innehalten der Situation. Sie versucht, die marode Firma zu retten, kämpft sich durch das Chaos im Büro und setzt alles daran, die noch laufenden Projekte zu Ende zu führen. Gleichzeitig möchte sie, dass sich ihre Töchter der Realität stellen und erwachsen werden. Das gilt vor allem für Clémence. Zunächst noch von ihrer Trauer gefangen, beginnt sie, sich mit der Arbeit und dem Leben ihres Vaters auseinander zu setzen. Sie entdeckt ihre Liebe zum Film und zu dem jungen Drehbuchautor Arthur Malkavian, dessen Werk Grégoire verfilmen wollte. Zudem erfährt sie, dass Grégoire einen unehelichen Sohn hat, der aus einer Beziehung vor seiner Ehe mit Sylvia stammt. Ihre erste Empörung weicht allmählich dem Verständnis für sein Verhalten und sie lernt, ihren Vater neu zu sehen und seine Schwächen zu akzeptieren. Clémence gewinnt zunehmend an Stärke, wird erwachsen und macht sich auf den Weg, das Erbe ihres Vaters fortzusetzen. Und auch Sylvia, die zum ersten Mal in ihrem Leben hinter die Fassade ihres gemeinsamen Lebens mit Grégoire blickt, findet die Kraft für einen Neuanfang.

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