Original: Son of a Lion
Regie: Benjamin Gilmour
Darsteller: Anousha Vasif Shinwari, Baktiyar Ahmed Afridi
Laufzeit: 90min
FSK: ???
Genre: Drama (Australien)
Filmstart: 01. Januar 2007
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
In Darra Adam Khel, einem Provinznest im nordwestlichen Grenzgebiet von Pakistan, lebt ein elfjähriger Paschtunenjunge namens Niaz (Niaz Khan Shinwari), dessen verwitweter Vater (Sher Alam Miskeen Ustad) als Waffenbauer sein Geld verdient. In dem Dorf ist er nicht der Einzige: Fast die gesamte Bevölkerung des Örtchens lebt von diesem Broterwerb. In Manufakturen stellen Familien alle möglichen Arten von Pistolen und Gewehren her. Probeschüsse von Käufern gehören hier zum alltäglichen Hintergrundgeräusch. Der kleine Niaz soll eines Tages das Geschäft seines Vaters übernehmen, so wie dieser es bereits von seinen Vorvätern übernommen hat. Doch der aufgeweckte Junge hat andere Pläne. Durch die Bekanntschaft mit einem Schriftsteller kommt er mit einem Gut in Berührung, das ihm bis dahin unbekannt war: Bildung. Zusätzlich angeregt durch Briefe seiner Cousine Anousha (Anousha Vasif Shinwari), will Niaz es dieser gleichtun und in Peschawar zur Schule gehen. Für den Vater, einen einfachen Mann ohne jede Bildung, kommt dieser Bruch mit der Familientradition nicht in Frage. Auch von seiner nicht minder konservativen Großmutter (Fazal Bibi) kann Niaz keine Hilfe erwarten. In seiner Not bittet er seinen vergleichsweise progressiven Onkel (Baktiyar Ahmed Afridi) um Unterstützung. Aber auch dieser kann den fundamentalistischen Vater nicht überzeugen. Schließlich läuft der Junge davon. Das preisgekrönte Dokudrama "Der Sohn des Waffenmachers" gehört zu den außergewöhnlichen Filmen, die sich mit dem Leben in der muslimischen Welt nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 beschäftigen. Regisseur Benjamin Gilmour, der Pakistan zunächst durch seinen Beruf als Rettungssanitäter kennengelernt hatte, drehte ausschließlich mit Laiendarstellern an Originalschauplätzen im Grenzgebiet von Pakistan und Afghanistan. Mit der Produktion ging man nicht nur ein künstlerisches Risiko ein: Die Region, eine Hochburg der Paschtunen, ist für Ausländer sehr gefährlich. Und das Provinznest Darra Adam Khel lebt tatsächlich von der Waffenfertigung.