Original: Wadjda
Regie: Haifaa Al-Mansour
Darsteller: Waad Mohammed, Reem Abdullah
Laufzeit: 97min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Drama (Deutschland)
Filmstart: 05. September 2013
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Die zehnjährige Wadjda (Waad Mohammed) lebt mit ihrer Mutter (Reem Abdullah) und ihrem Vater (Sultan Al Assaf ) in einem Vorort von Riad. Der Vater kümmert sich liebevoll um seine Tochter, verbringt aber aufgrund seiner Arbeit wenig Zeit im Kreise der Familie und hält sich zudem häufig bei seinen Eltern auf. Diese Tatsache bereitet seiner Frau Kopfzerbrechen. Sie vermutet, dass die Schwiegereltern für ihren Sohn eine zweite Frau suchen, da sie ihm noch keinen Sohn geschenkt hat. Sie tut alles in ihrer Macht stehende, um ihrem Mann zu gefallen. Sie schminkt und kleidet sich sorgfältig, hält die Wohnung tadellos sauber und sorgt stets für gutes Essen. So verwundert es kaum, dass ihr gerade wenig Zeit für ihre Tochter bleibt.
Wadjda hat derweilen mit anderen Problemen zu kämpfen. Sie möchte auf eigenen Füßen stehen und gleichberechtigt mit ihrem gleichaltrigen Freund Abdullah (Abdullrahman Al Gohani) spielen. Dazu braucht sie ein Fahrrad, damit sie mit ihm um die Wette fahren kann. Ein eigentlich einfacher, nachvollziehbarer Wunsch – doch nicht im konservativen, strenggläubigen Saudi-Arabien.
Hier ist es Mädchen und Frauen per Gesetz untersagt, sich mittels Fahrrad, Motorrad oder Auto selbstständig fortzubewegen. Nur im Taxi oder mit einem männlichen Fahrer können Besorgungen erledigt oder Besuche getätigt werden. Auf Wadjdas Frage, warum Mädchen nicht Fahrrad fahren dürfen, antwortet die Mutter: „Weil sie dann keine Kinder bekommen können.“. Eine Erklärung mit der Wadjda sich nicht zufrieden geben kann. Denn sie hat in einem Spielwarengeschäft ein wunderschönes grünes Fahrrad entdeckt, das sie haben muss. Nach mehrmaligem Zögern betritt sie neugierig den Laden und fragt den Besitzer nach dem Preis. Eine Unsumme für sie – doch sie wird das Geld auftreiben. Irgendwie. Kurz entschlossen bittet sie den Händler, das Fahrrad für sie zurückzustellen. Und obwohl der Mann felsenfest davon überzeugt ist, dass das Mädchen das Geld niemals auftreiben wird, stimmt er schließlich zu.
Er hat jedoch nicht mit Wadjdas Entschlossenheit gerechnet. Sie ist nicht wie andere Mädchen. In der konservativen saudischen Gesellschaft, wo Uniformität den Alltag bestimmt, fällt Wadjda aus dem Rahmen. Beim Computerspielen schlägt sie sich wacker, statt weißer Söckchen und hübscher Sandalen trägt sie coole Turnschuhe und im Walkman hört sie westliche Popmusik.
Auf dem Schulhof setzt die findige Wadjda ihr Ansinnen kurz entschlossen in die Tat um. Gegen entsprechendes Entgelt erledigt sie kleine Botendienste, transportiert etwa verbotene Liebesbotschaften – und kassiert dabei doppelt ab –, flechtet bunte Freundschaftsbänder und erstellt heißbegehrte Mix-Tapes.
Doch die illegalen Geschäfte fliegen auf und Wadjda droht ein Schulverweis. Die strenge Schuldirektorin Frau Hussa (Ahd) ist außer sich. Aber schlimmer noch: Die Hoffnung auf das Geld ist dahin, der Traum vom schicken Fahrrad scheint geplatzt. Aber die Zehnjährige denkt nicht daran aufzugeben. Ein neuer Plan muss her. Die Ankündigung eines Koranrezitationswettbewerbs eröffnet Wadjda neue Perspektiven. Er könnte ihr aus der Bredouille helfen, da es 1000 Rial zu gewinnen gibt. Mit Eifer und Erfindungsgeist macht sie sich daran, fromm zu werden. Und Frau Hussa staunt über den plötzlichen Ehrgeiz ihrer ehemaligen Problemschülerin.
Gleichzeitig übt Wadjda schon fleißig mit Abdullahs Fahrrad. Eine kleine List hat sie eingesetzt, um ihm das Rad immer wieder für kurze Zeit abzuluchsen. Er darf, um den politischen Wahlkampf seines Onkels zu unterstützen, an ihrem Haus Lichterketten aufhängen – und das obwohl die Mutter dies untersagt hatte. So rückt der Tag des Wettbewerbes immer näher. Wadjda hat nur noch ihre Suren im Kopf, während die Mutter alles daran setzt, die Gunst ihres Mannes nicht zu verlieren.
Helfen könnte da ein rotes Kleid, das ihr in einem Einkaufszentrum sofort ins Auge sticht. Zwei Frauen, die eigentlich keine Chance haben, aber dennoch entschlossen sind, sie zu nutzen...