Dance for all

DVD / Blu-ray / iTunes / Trailer :: Website :: IMDB (5,3)
Regie: Elena Bromund, Viviane Blumenschein
Darsteller: Philip Boyd, Mbulelo Jonas
Laufzeit: 92min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Musik, Dokumentation (Deutschland)
Filmstart: 11. September 2008
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
„Es dauert 12 Jahre, um ein Tänzer zu werden. Ich habe diesen Level bereits erreicht. Wir sind alle Profis und können es überall auf der Welt schaffen.“ Nqaba, 19. Das sind die Worte des Profitänzers Nqaba. Das DANCE FOR ALL-Programm wurde für ihn zur Perspektive neben seinem Alltag in den Townships von Kapstadt. Er wird als kleiner Junge bei Philip Boyd und Phyllis Spira aufgenommen und als Tänzer ausgebildet. Im Laufe des Tanzdokumentarfilms DANCE FOR ALL bekommt Nqaba die Möglichkeit im Rahmen eines Trainingsprogramms in San Francisco zu tanzen – als er wiederkommt, ist ihm seine Heimat und DANCE FOR ALL auf einmal zu eng. Er will hinaus in die Welt, seine Verpflichtungen als Lehrer bei Dance for All befriedigen ihn nicht mehr. Heute werden bei DANCE FOR ALL (DFA) über 1000 Kinder und Jugendliche in täglichen Tanzstunden in Ballett, afrikanischem Tanz, Contemporary, Musical und spanischem Tanz unterrichtet. DFA richtet sich an Kinder aus den historisch unterprivilegierten Gemeinden Gugulethu, Nyanga, Khayelitsha, Samora, Athlone und Barrydale und Montagu. Über den Tanzunterricht hinaus will DFA die persönliche Entwicklung der Kinder durch die Förderung von Kreativität Selbstdisziplin und Selbstbewusstsein stärken. Der Dokumentarfilm DANCE FOR ALL zeigt den Unterrichtsalltag an der DFA-Tanzschule, porträtiert den Gründer von DFA und ehemaligen „principal dancer“ des Cape Town City Ballet Philip Boyd und seine Lebensgefährtin und Prima Ballerina Phyllis Spira und folgt den jungen schwarzen Nachwuchstalenten auf einem kleinen Abschnitt ihres Lebensweges – heraus aus der Perspektivlosigkeit des Lebens in den südafrikanischen Townships mit dem Ziel, Tänzer zu werden. Der Unterricht bei Phyllis Spira, die ihr ganzes Leben mit der Disziplin gelebt hat, die ein Profitänzer mitbringen muss, vermittelt die Grundwerte, die DFA den Kindern mitgeben möchte: Disziplin, Engagement und Entschlossenheit. Phyllis Spira im Unterricht mit den „Großen“: „Xola, du darfst nicht weitertanzen, wenn Du nicht auf mich hörst. Entweder du bist völlig taub oder absolut doof!“ In der Zeitung steht: „Theo is back“. Theo kommt nach fünf Jahren Ausbildung und Tanzkarriere aus London zurück in die Townships. Er selbst sieht sich nicht als Vorbild, wird aber von den jüngeren Tänzern als »role model« angesehen. Theo ist der erste Junge, der durch Dance for all eine erfolgreiche internationale Tanzkarriere starten und den Townships den Rücken kehren konnte. Für ihn hat sich dort auch 11 Jahre nach Ende der Apartheid nicht viel verändert. Er erzählt von den Anfängen von DFA, wie er und seine Freunde vor der Tür der Tanzschule Fußball spielten und sich nach und nach mit Philip Boyd anfreundeten, wie Philip ihnen eine Perspektive aufzeigte und wie er heute zurück kommt, im Grunde seines Herzens ein Kind der Townships, um dem Nachwuchs sein Wissen weiterzugeben. Zandile, ein großes, graziles Mädchen, ist erst mit 12 Jahren zu DANCE FOR ALL gekommen. Innerhalb kurzer Zeit hat sie sehr großes Talent entfaltet und träumt, wie so viele, davon, schnell berühmt zu werden. Ihr Vorbild ist ihre Lehrerin Phyllis Spira. Zandile sehnt sich danach, ihrem Zuhause zu entfliehen, im Zwiegespräch mit ihrer Mutter macht sie keinen Hehl daraus, dass sie sofort gehen würde, wenn sie die Gelegenheit bekäme. Beim großen Auftritt der Youth Campany im Artscape Theatre in Capetown kann sie ihre Trauer nicht unterdrücken, dass ihr Vater es wieder nicht schafft zu kommen. DANCE FOR ALL ist vor allem aber auch ein Tanzfilm, Höhepunkte bilden die Auftritte der Kinder und Jugendlichen. Immer wieder fliegen die jungen Talente voller Begeisterung und Konzentration durch die Übungsräume, zeigen die Profitänzer beeindruckende Choreographien und ihr erstklassigen Können. Der Unterschied zwischen der angeborenen Tanzbegabung der Afrikaner und den Bewegungsabläufen des Balletts wird thematisiert. Einmal sieht man die beiden Youth Company Mitglieder Nqaba und Mbulelo rappen: „Ich tanze Ballett, aber ich bin ein Gangster“. Am Ende steht der Auftritt der neu gegründeten Youth Company am Artscape Theatre Capetown. Auf der Bühne zeigen die Tänzer ihr Können, sind sie perfekt – hinter der Bühne sieht man Nervosität, Anspannung und bei Zandile die heftigen Probleme zu Hause, die im krassen Gegensatz zum glamourösen Tanz stehen. Wenn man die konzentrierten Gesichter der Kinder und Jugendlichen sieht, wenn sie tanzen, ihren Stolz in ihrer anmutigen Haltung, versteht man, dass Tanz immer mehr ist, als nur eine Möglichkeit, aus den Townships zu kommen. Tanz ist Lebenshaltung, Disziplin und formt nicht nur den Körper, sondern auch den Geist. Und Tanz ist vor allem eins – harte Arbeit.

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