Alles koscher!

DVD / Blu-ray / Trailer :: Website :: IMDB (6,4)
Original: The Infidel
Regie: Josh Appignanesi
Darsteller: Igal Naor, Stewart Scudamore
Laufzeit: 105min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Komödie (Großbritannien)
Verleih: Senator Film Verleih
Filmstart: 30. Juni 2011
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Im Fernsehen laufen wieder einmal die altbekannten Bilder: Fanatische Moslems halten mit drohenden Gebärden die Welt in Atem. Genervt schaltet Mahmud Nasir auf ein anderes Programm und freut sich, dort einen Popsong aus seiner Jugend zu sehen. Ja, so kann der Arbeitstag von Mahmud Nasir, dem glücklichen Familienvater zweier Kinder und Mann einer schönen Frau, beginnen. Allerdings ahnt der überzeugte, aber liberale Moslem noch nicht, was ihn erwartet... Mit seinem Sohn Rashid fährt Mahmud in die Wohnung seiner kürzlich verstorbenen Mutter. Rashid möchte seine Freundin Uzma heiraten. Es gibt da nur ein Problem: Ihr Stiefvater ist der fanatische Prediger Arshad Al-Masri, der der Hochzeit nur unter der Bedingung zustimmt, dass Uzma in eine strenggläubige Familie einheiratet. Al-Masri will sich persönlich davon überzeugen, dass Familie Nasir getreu den Gesetzen der muslimischen Gemeinde lebt. So bittet Rashid den Vater inständig, für den Besuch sein Fußballtrikot gegen eine traditionellere Bekleidung auszutauschen und sich Al-Masri gegenüber wie ein frommer Moslem zu verhalten, was Mahmud seinem verliebten Sohn schweren Herzens verspricht. Beim Aufräumen in der Wohnung seiner Mutter findet Mahmud in ihren Dokumenten eine Urkunde, die ihn verblüfft: Er wurde als kleines Kind adoptiert! Doch es kommt noch dicker für ihn. Auf der örtlichen Behörde offenbart die Sachbearbeiterin Mrs. Keyes, dass Mahmud nicht als Moslem, sondern als Jude geboren wurde: Sein Geburtsname lautet Solly Shimshillewitz. Völlig kopflos und verwirrt hört Mahmud auf der Straße im östlichen London den Ruf der Muslime zum Gebet in die Moschee. Mahmud, der mit seinen Nerven am Ende ist, schläft während des Gebets ein und wacht erst am nächsten Morgen wieder auf. Hoffnungsvoll wendet er sich mit seinem Problem an den Imam. Aber der vermutet hinter Mahmuds Druckserei, dass er sich als schwul outen will. Entnervt geht Mahmud nach Hause, wo die nächste schwierige Aufgabe auf ihn wartet: Er muss seiner Frau Saamiya erklären, wo er die Nacht verbracht hat. Gerne würde er sich ihr anvertrauen, wagt es aber nicht – bisher kommt er mit der neuen Situation ja noch nicht einmal selbst zurecht. Als Mahmud zu weiteren Aufräumarbeiten erneut zum Haus seiner Mutter fährt, kollidiert er mit dem Taxifahrer Lenny, der seinen Wagen genau vor der Haustür geparkt hat. Im Laufe des heftigen und beleidigenden Wortgefechts rutscht Mahmud heraus, dass er Jude wie Lenny sei und Solly Shimshillewitz heiße. Lenny glaubt ihm zunächst kein Wort, erinnert sich aber an einen ehemaligen Anwohner der Straße namens Izzy Shimshillewitz. Dieser, so findet Mahmud heraus, lebt nun in einem jüdischen Altersheim. Er nimmt all seinen Mut zusammen, um seinen vermeintlichen Vater zu besuchen, doch der Zutritt zu dessen Zimmer wird ihm von einem Rabbi verwehrt. Mahmud müsse erst beweisen, dass er sich mit dem Judentum auskenne, bevor er dem schwer kranken Izzy unter die Augen treten könne. Der einzige Mensch, der ihm nun helfen kann, ist Lenny. Dieser ist bereit, dem Verzweifelten zu helfen, und so beginnt Mahmud ein Doppelleben: Zu Hause gibt er seinem Sohn zuliebe den strenggläubigen Moslem, bei Lenny lernt er jüdische Bräuche. Auf dem Weg zu einer Bar Mitzwa, zu der er Lenny begleiten möchte, besucht er mit Rashid eine Pro-Palästina-Demonstration, auf der Al-Masri sprechen soll. In seinem Anzug sieht Mahmud wie alle anderen muslimischen Demonstranten aus – bis er seine islamische Gebetskappe absetzt und darunter eine Kippa zum Vorschein kommt. Aus lauter Panik über die ungewollte Aufmerksamkeit zündet Mahmud die Kippa demonstrativ an und wirft sie auf den Boden. Ihm entgeht, dass er dabei von Al-Masris Gefolgsleuten gefilmt wird. Die Bar Mitzwa ist nicht weniger nervenaufreibend, denn Lenny fordert ihn öffentlich dazu auf, vor versammelter Festgemeinde eine klassische Bar-Mitzwa-Geschichte zu erzählen – eine Aufgabe, die Mahmud dank seines Talents zum Bluffen sogar mit einigem Erfolg meistert. Vielleicht ist es ja doch gar nicht so schlecht, ein muslimischer Jude zu sein? Zu Hause unterstellt ihm Saamiya, dass er eine Affäre habe. Mahmud weiß sich nur mit einer Notlüge zu behelfen und erzählt ihr, dass er aus Angst vor dem Treffen mit Arshad Al-Masri Extrastunden in der Moschee genommen habe. Mahmud hat nun so viel Zeit mit Lenny verbracht, dass er einen neuen Versuch wagt, Izzy Shimshillewitz zu besuchen. Der Rabbi stellt jedoch schnell klar, dass sein Wissen noch nicht ausreiche, um seinen sterbenden Vater zu sehen. Es kommt zum Streit mit Lenny, und Mahmud entscheidet, sein Geheimnis nun mit seiner Familie zu teilen. Wild entschlossen betritt Mahmud sein Haus und stellt mit Schrecken fest, dass er gar nicht mehr an den Gast zum Tee gedacht hat: Arshad Al-Masri. Schnell betreibt Mahmud höfliche Konversation, und für Rashid und Uzma scheint alles gut zu laufen – bis es an der Tür klingelt. Unvermittelt sieht Mahmud sich zwei Polizisten und einem wütenden Mob gegenüber… Das Video, das ihn beim Verbrennen der Kippa zeigt, hat es natürlich dank Al-Masris Handlangern längst ins Internet geschafft. Mahmud ist am Ende seiner Kräfte angelangt, und er schreit die Wahrheit hinaus: „Ich bin Jude!“. Damit erübrigt sich zwar seine Verhaftung wegen Volksverhetzung, aber der Hochzeitstraum seines Sohnes ist geplatzt, und seine Frau ist tief enttäuscht von ihm. Mahmud, der plötzlich vor dem Nichts steht, muss handeln, wenn er sein altes Leben zurückhaben und seinem Sohn doch noch zur Hochzeit verhelfen will…

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