Regie: Jan-Christoph Glaser, Carsten Ludwig
Darsteller: Fabian Hinrichs, Christoph Bach
Laufzeit: 118min
FSK: ab 16 Jahren
Genre: Action, Drama (Deutschland)
Filmstart: 19. November 2009
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Mai 2008 – letzter Spieltag der 3. Bundesliga. Eintracht Braunschweig steht kurz vor dem Abstieg. Die zweite Halbzeit läuft und es steht immer noch 0:0.
Als Mischa (Aurel Manthei) zur Trauerfeier des alten Yildiz, Besitzer und Namensgeber der Stammkneipe der 66/67-Clique, kommt, ist nichts so, wie es war. Von der alten Einheit der sechs Freunde ist nicht mehr viel zu spüren. Während Florian (Fabian Hinrichs) im Hof alles zertrümmert, was ihm in die Finger kommt, hat sich Otto (Christoph Bach) auf der Toilette verschanzt. Er erinnert sich zurück an die Zeit, als die Leidenschaft für ihren Club Eintracht Braunschweig und der Zusammenhalt der Clique noch alles war. In der letzten Zeit sind die Probleme des Einzelnen jedoch mehr und mehr zur Zerreisprobe für die seit Jahren währende Freundschaft geworden. Das gemeinsame Branding auf ihren Körpern, 66/67 natürlich, das Jahr als Eintracht Braunschweig Deutscher Meister wurde, beginnt zu verblassen.
Ein paar Monate früher: Anführer der Gruppe ist Florian. Sein Ingenieurs Studium hat er mit ‚sehr gut’ abgeschlossen und steht nun vor der Entscheidung, die Dependance des Unternehmens seines Vaters (Bernhard Schütz) in China zu übernehmen. Dass er den Abschluss längst in der Tasche hat, verschweigt er – seinem Vater, seinen Freunden und auch seiner Geliebten Özlem (Melika Foroutan). Als sie bei einem ihrer Besuche in Braunschweig die fertige Diplomarbeit samt Zertifikat entdeckt, setzt Florian sie vor die Tür.
Er weiß einfach noch nicht, wohin sein Leben gehen soll und zögert eine Entscheidung hinaus … nicht nur seine berufliche Laufbahn betreffend sondern auch gegenüber Özlem. Überfordert von den Ansprüchen der Außenwelt, flüchtet er sich mit blinder Gewalt und Drogen zunehmend in eine andere Realität. Otto ist Florians Beziehung mit Özlem ohnehin ein Dorn im Auge. Mehr als alle anderen hängt er an dem Versprechen, immer füreinander einzustehen, das sich die Jungs vor Jahren mit ihrem 66/67-Branding gegeben haben. Er verlangt von allen uneingeschränkte Loyalität. Außer der Clique und der Gewissheit, dass nach Hartz IV Hartz V, usw. kommt, hat der homosexuelle Otto jedenfalls nicht viel im Leben. Längst hat er sich damit abgefunden, gescheitert zu sein. Für ihn erfordert dieses Bekenntnis sogar mehr Courage, als sich Ziele zu stecken und zu verwirklichen.
Dass ihn das Auseinanderdriften der Gruppe am härtesten trifft, versteckt er hinter einer Maske der Arroganz und einer latenten Aggressivität.
Diese bekommt auch Christian (Christian Ahlers) zu spüren, als er Otto beim Treffen zur „Lagebesprechung“ in der Gaststätte Yildiz zur Rede stellt, weil ihn ein Bekannter auf einer dieser HIV-Ansteckungspartys gesehen haben will. Um sich aus der Affäre zu ziehen, nimmt Otto dies zum Anlass, Christian seine gescheitere Beziehung mit Mareille (Victoria Deutschmann) vorzuhalten. Christian hatte sein Leben eigentlich perfekt durchgeplant – Arbeitsantritt beim Wachdienst im vergangenen Jahr, Verlobung mit seiner Freundin Mareille in diesem Jahr, nächstes Jahr Hochzeit und parallel dazu die Eignungsprüfung für die Polizeischule – bis zur Rente ist alles klar. Doch der Plan scheitert, als Mareille, überfordert vom Heiratsantrag in der Halbzeitpause im vollen Stadion, seinen Antrag ablehnt. Henning (Maxim Mehmet), für den die 66/67-Clique Zuflucht aus seinem tristen Polizistenalltag bedeutet, versucht Mareille noch einmal zur Vernunft zu bewegen.
Doch die will sich ganz von Christian trennen und hinterlässt ihm zum Abschied nur eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter. Christian ist am Boden zerstört und will seinem Leben ein Ende bereiten. Der einzige, der zu ihm durchzudringen scheint, ist Florian. Mit Hasstiraden gegen Mareille und der Überzeugung, dass die Gruppe ohne ihn nur halb so stark ist, kann Florian ihn zurück gewinnen.
Gemeinsam fährt die Clique los, um den Hannover-Fans zu zeigen, was es heißt sich auf Braunschweiger Terrain zu wagen. Doch die Hannoveraner lassen sich nicht blicken und so werden an einer Autoraststätte arglose Fußballfans zur wahllosen Zielscheibe der aufgestauten Wut und Aggression. Bis zur Erschöpfung prügelt Florian auf einen der Männer ein. Diesmal ist er zu weit gegangen …
Zurück in Braunschweig, macht sich Florian gleich auf den Weg nach Berlin, um Özlem am Theater abzufangen. Er möchte ihr seine Liebe gestehen, kann aber nicht über seinen Schatten springen und gibt vor, zufällig dort vorbeigekommen zu sein. Özlem hat Florians Unentschiedenheit satt und macht ihm unmissverständlich und selbstbewusst klar, dass seine selbsternannte Führungsposition nichts weiter als eine Ausrede ist, um sich aus der Verantwortung für das eigene Leben zu stehlen. Er spürt, dass sie Recht hat, ist aber nicht in der Lage,ihr seine Liebe zu gestehen…
Florian fährt nach Braunschweig zurück, wo nun auch sein Vater endlich eine Entscheidung bezüglich der Übernahme der China-Dependance einfordert. Florian sagt schließlich zu, frustriert von der letzten Begegnung mit Özlem. Sein Vater merkt aber, dass Florian nicht wirklich überzeugt ist.
Kurze Zeit später meldet sich Henning bei den Freunden: Mareille wird bereits seit 36 Stunden vermisst, auch von Christian war seit dem Vorfall an der Raststätte nichts mehr zu hören. Florian fährt zu der Laube von Christians Großvater, in der Hoffnung ihn dort zu finden. Als er dort eintrifft, liegt Mareille bewusstlos und voller Blut am Boden …
Christian hat komplett die Kontrolle verloren. Florian wird klar, dass er mit seinen Anstachelungsversuchen gegen Mareille, um Christian für die Gruppe zurück zu gewinnen, zu weit gegangen ist. Erst jetzt wird er sich seiner Macht bewusst.
Wieder auf der Trauerfeier: Die Trauergäste verabschieden sich allmählich. Auch Özlem will gehen. Florian versucht sie aufzuhalten, sich bei ihr zu entschuldigen und ihr endlich seine Gefühle einzugestehen – doch es ist zu spät. Otto und Florian begegnen sich ein letztes Mal hinter dem Yildiz. Beide wissen, dass ihre gemeinsame Zeit abgelaufen ist. Noch einmal unternehmen sie einen Drogentrip, der sie über die Dächer Istanbuls führt. Während Florian noch ein wenig verweilt, geht Otto – und jeder für sich in seine ungewisse Zukunft.
Am Ende ziehen die Eintracht-Fans am Yildiz vorbei – Die Löwen haben den Erhalt in der 3. Liga geschafft.