Wissen, das man im Leben bestimmt nie braucht.

„Der dümmste Bauer erntet / hat die größten Kartoffeln“
Bedeutung: Eine Person hat einen hohen Gewinn erzielt, obwohl er für seinen Erfolg zu wenig selber geistig angestrengt hat. Obwohl er eigentlich keine Ahnung hat erzielte er den größten Gewinn.

Herkunft: Das kennt wohl jeder: Es gibt Leute, denen fällt einfach alles zu. Diese Leute haben keine Ahnung, keine Bildung und kein Allgemeinwissen. Trotzdem gelingt ihnen alles. Die Karriereleiter steigt die Person hoch, ohne daß sie es verdient hat. Dabei ist es egal, ob fremde Personen ihnen dabei geholfen haben … Ob sie durch äußere glückliche Umstände einen riesigen Gewinn machen. (Natürliche Wetterbedingungen, zufällige Wertsteigerungen von Anschaffungen, zufällige Entscheidungen, eine Erbschaft oder einfach die Geburt in der „richtigen“ Familie [Beruf: Sohn / Tochter]. Eine Erfolgsgeschichte, die andere Leute nur höchstens durch harte Arbeit erreichen können).
Oft genug ist dieser Erfolg einfach nur durch Betrug erreicht worden. Ob man seine Doktorarbeit einfach kopiert oder gekauft hat. Ob man seinen Erfolg auf der „Besetzungscouch“ erreicht hat … Ob man seine sportlichen Erfolge nur durch Doping erreicht hat. Oder ob man als Bauer sein Schlachtvieh mit Chemie und mit unnötigen Antibiotika vollpumpt – so das hochgezüchtete Vieh dank der Chemie schneller wächst und der Bauer gegenüber seinen ehrlichen Berufsgenossen einen Gewinn macht. … und so dafür sorgt, daß durch das Impfen von gesunden Schlachtvieh die Bakterien und die Vieren ihre Wirksamkeit verlieren – resistent werden! Daß Menschen mit dem Fleisch dieses Viehs unnötig Antibiotika zu sich nimmt!

Einer der Gründe, einen Aberglauben, der im frühen Mittelalter aufgetaucht ist. Hier verkauft eine Person, seine „Seele“ an den Teufel für die Karriere bzw. seinen Erfolg. Der berühmte Pakt mit Satan. Ein einfaches bequemes Leben für die Seele.

Man muß nur in der heutigen Zeit einmal die „VIPs“ im Fernsehen anschauen, wie sie sich blamieren, wenn sie in einem Quiz nicht einmal das einfachste Schulwissen beherrschen. Wenn sie nicht wissen, welche Stadt vor Berlin in Deutschland die Bundeshauptstadt war. Wie viele Bundesländer Deutschland hat. Was der „Kalte Krieg war. Wo sich Griechenland befindet. Wer der erste Bundeskanzler war. Wer Napoleon war. Wer dreimal krähte, als Jesus verraten wurde. Wie lange der 30jährige Krieg war. Die Hauptstadt von Australien … Viele kennen nicht einmal die Regeln oder gar den Namen der Sendung. Das wichtigste ist das öffentliche Auftreten. Hauptsache ist es, bekannt zu bleiben. Auch negative Werbung ist Werbung – das Wichtigste, im Bewußtsein der Bevölkerung zu bleiben. Der Name muß das Produkt bleiben, den man verkauft. Beinahe jeder Arbeiter, der mit 1100 Euro Gehalt nach Hause geht kann diese Fragen beantworten – gut verdienende „VIPs“ und Prominente aber eben nicht. „Der dümmste Bauer erntet / hat die größten Kartoffeln“
 
„Reif für die Insel“
Bedeutung: Man ist erschöpft, abgeschlafft, ausgepumpt. Man ist Urlaubsreif, hat Sehnsucht nach Entspannung und Ruhe.

Herkunft: Im Jahre 1982 veröffentlichte der österreichische Liedermacher „Peter Cornelius“ den Song „Reif für die Insel“. Diese Redensart wurde vom Publikum übernommen. Seit dem Song steht „Reif für die Insel“ dafür, daß man nach dem Streß und der Arbeit Urlaubsreif ist.

Lyrics:
Wenn i so überleg, worum's im Leben geht
dann sicher net um des wofür i leb'
i arbeit's ganze Jahr lang, schön brav für's Finanzamt
i frag mi ob des ewig so weitergeht

I bin reif, reif, reif, reif für die Insel
i bin reif, reif, reif überreif
und i frag mi warum i no' da bin
für's aussteig'n bin i scheinbar zu feig
und i wunder mi warum i no' da bin
für's aussteig'n bin i scheinbar zu feig

Wenn i einmal ins Postkastl schau
wird mir im Magen flau
mein Leben kost' mi mehr, als i verdien
mei' ganze Energie geht auf
für Sachen, die i gar net brauch'
für Sachen ohne die i sicher glücklicher bin

I bin reif, reif, reif, reif für die Insel
i bin reif, reif, reif überreif
und i wunder mi warum i no' da bin
für's aussteig'n bin i scheinbar zu feig
und i frag mi warum i no' da bin
zum aussteig'n bin i scheinbar zu feig

I bin reif, reif, reif, reif für die Insel
i bin reif, reif, reif überreif
und i wunder mi warum i no' da bin
für's aussteig'n bin i scheinbar zu feig
und i frag mi warum i no' da bin
zum aussteig'n bin i scheinbar zu feig

I bin reif für die Insel
i bin reif für die Insel
i bin reif für die Insel
i bin überreif
i bin reif für die Insel
i bin reif für die Insel
i bin reif für die Insel
i bin überreif
i bin reif für die Insel
i bin reif für die Insel
i bin reif für die Insel
i bin überreif
 
„Lehrjahre sind keine Herrenjahre“
Bedeutung: Diese Formulierung steht dafür, daß Lehrlinge während der Ausbildung - beim Erlernen des Berufes - eben auch erst einmal häufig niedere Arbeiten erledigen und sehr hart arbeiten müssen. Erst nach der Lehre kann der Auszubildende selber Geselle – und dann Meister werden. Wie einem früher immer wieder von den Eltern während der Lehre gesagt wurde: „Aushalten! Durchhalten! Maul halten!“

Herkunft: Diese Redewendung kommt aus Wilhelm Körtes Sprichwörterlexikon von Wilhelm Körte (1847). Im deutschen Sprichwörter Lexikon (1867-1880) von Wander kommen noch andere Varianten vor, die damals gebräuchlich waren: „Dienstjahre sind keine Herrenjahre“, „Lehrjahre sind keine Meisterjahre“, „Lehrjahre sind keine Frauenjahre“; „Lehrjahre sind Marterjahre“, „Lehrjahre sind Pferdejahre“ und „Lehrjahre sind Scherjahre“. Diese sind heute mehr oder weniger vergessen.
 
„So Lange Du Deine Füße unter meinem Tisch stellst ….“
Bedeutung: Diese von dem Nachwuchs seit Generationen „heiß geliebte“ Floskel ist der „Joker“ der Eltern. Immer, wenn die Kinder bessere Argumente haben, als die Eltern – dann kommt dieser Spruch.

Ein ähnlicher Spruch, wie die „Hausordnung“:
§1: Eltern haben immer Recht
§2: Sollten Vater und Mutter einmal nicht Recht haben tritt automatisch Paragraph 1 in Kraft.


Herkunft: „Solange Du die Füße unter meinen Tisch stellst, hast Du zu tun, was ich Dir sage!“ Diese Floskel wird immer benutzt, wenn Eltern etwas von ihren Kindern wollen, daß die „Ableger“ etwas nicht befolgen wollen. Meist etwas absolut Sinnloses, was die Eltern aber unbedingt so haben wollen. Wahrscheinlich ist der Spruch genau so alt, wie die Sprache – noch bedeutend älter, als die erwähnten Tische! Denn es gibt im Ungarischen eine ähnliche Floskel: "Solange Du mein Brot ißt, hast Du zu tun was ich Dir sage."
 
„Was Hänschen nicht lernt lernt Hans nimmer mehr“
Bedeutung: In jungen Jahren lernt es sich besser, als im Alter. So lernen Kinder fremde Sprachen am besten im Kindergarten. Da geht es noch „spielerisch“. Sie sprechen die Sprache nach dem Gefühl. In der Schule wird es schon ein wenig schwerer. Grammatik und das stupide erlernen der Vokabeln – erschweren das richtige Gefühl für die Sprache. Eine Person im „besten Alter“ hat andere Hinderisse – erste Gesundheitsprobleme, finanzielle Probleme, Überstunden, das Pendeln, die Familie, … Ein alter Mensch hingegen wird Probleme haben, überhaupt noch eine Sprache zu erlernen.

Herkunft: In der Jugend lernt man leichter, als im Alter – diese Weisheit wurde bereits in der Antike herausgefunden. Der Reformator Martin Luther formulierte dann den Vorgänger der heutigen Redewendung: „Was Hänsel nicht lernet, das lernet Hans auch nicht". Hier meinte er seine Studenten. Er war auch der Meinung, daß die Studenten später nicht mehr die Zeit finden würden, etwaszu erlernen.
 
„Schwamm drüber“
Bedeutung: Eine Sache ist abgeschlossen, es ist nicht weiter der Rede wert. Etwas ist abgehakt – wird vergessen. Man fängt neu an.

Herkunft: Ursprünglich kommt dieser Ausdruck aus den mittelalterlichen Wirtshäusern: Die Anzahl der Getränke, die der Gast ohne zu bezahlen getrunken hatte wurde an eine Tafel mit der Kreide öffentlich einsichtbar aufgeschrieben. (Waren die Schulden zu hoch kam man so sehr schnell in den Verruf, nicht zahlungsfähig – also „bankrott“ - und ein Trinker zu sein. Der Ruf war ruiniert.) Wurde die Zeche bezahlt wurde mit dem Schwamm die Zeche an der Tafel abgewischt – man ging über die Tafel mit dem „Schwamm drüber“.

Siehe auch:
„in der Kreide stehen“
https://www.klamm.de/forum/f5/wisse...stimmt-nie-braucht-481123-15.html#post8152255
 
„Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“
Bedeutung: Die Formulierung meint, daß man keine voreiligen Schlüsse ziehen soll. Ein einziger positiver Vorfall bedeutet keineswegs, daß ein Umschwung erreicht ist. Daß eine endgültige Besserung der Lage eingetreten ist.

Herkunft: Ursprung des Sprichwortes ist eine Fabel des griechischen Dichters Äsop: Nachdem ein Mann eine einzelne Schwalbe sieht verkauft er seinen Mantel. Er geht davon aus, daß der Winter zu Ende ist – und der Sommer nun komm. Nun muß er frieren, denn es bleibt noch länger kalt. Auch die zu früh zurückgekehrte Schwalbe erfriert.
 
"Wie Phönix aus der Asche"
Bedeutung: „Wie Phönix aus der Asche“ oder auch: „Wie ein Phönix aus der Asche“ steht für einen Neuanfang nach einem niederschmetternden Ende. Diese Formulierung kommt aus der mythologischen Geschichte des „Phönix“. Dieser Vogel findet sich in der Mythologie mehrerer Völker.

Herkunft: Der „Phönix“ stammt ursprünglich aus der ägyptischen Götter- und Tierwelt. Hier war es der „Benu“ („der Wiedergeborene“ / „der neugeborene Sohn“) Die Sache mit der Selbstverbrennung nach dem Lebenszyklus wurde jedoch erst später hinzu gefügt. Das stammt von den Griechen, die unter „Alexander dem Großen“ (356v. Chr. – 323 v. Chr.) in Ägypten als "Besatzungstruppen" dienten (Gründung der Stadt „Alexandria“). Nach dem Tod von Alexander dem Großen stellten die Griechen mit "Phillip III", "Alexander IV" die neuen (griechischen) Pharaonen - und schließlich unter Ptolemaios I. die Ptolemäische Dynastie. Die bekannteste Figur dieser letzten pharaonischen „Ptolemäischen Dynastie“ war die Pharaonin „Kleopatra VII“ („Cäsar“ & „Antonius“). Danach fiel das Reich unter Augustus an Rom.

Der ägyptische Gott „Benu“ wird mit dem Sonnengott und mit Osiris verbunden. Meist steht der Reiher für „Benu“. Er ist mit der ägyptischen Vorstellung von Tod und Wiederuferstehung stark verwoben: Die Sonne geht im Osten auf, geht imWesten (dem Reich der Toten) unter. Sie wandert unter der Erde im Reich der Toten, bis sie im Osten wieder aufersteht. Das Selbe gilt für „Benu“, den Reiher, der am Abend stirbt und bei Sonnenaufgang in der Morgenröte wieder aufersteht.

Unter den Griechen wird aus „Benu“ der Vogel „Phönix“. Herodot schreibt zu diesem Vogel:

„Noch einen heiligen Vogel gibt es, der heißt Phoinix. Ich habe ihn nur abgebildet gesehen, denn er kommt selten nach Ägypten, in Heliopolis sagt man, nur alle fünfhundert Jahre. Er soll nur dann kommen, wenn sein Vater gestorben ist. Wenn das Bild richtig ist, sieht er folgendermaßen aus. Sein Gefieder ist teils golden, teils ganz rot. In Bau und Größe gleicht er am meisten dem Adler. Von seinem Tun erzählt man folgendes, was mir aber nicht glaubhaft scheint. Er komme aus Arabien hergeflogen und bringe die Leiche seines Vaters, in Myrrhen gehüllt, in den Tempel des Helios, wo er sie begrabe. Er trage den Leichnam folgendermaßen. Zunächst forme er ein Ei aus Myrrhen, so groß er es tragen könne, und versuche es aufzuheben. Wenn er es erprobt, höhle er das Ei aus und lege die Leiche des Vaters hinein. Die Stelle, wo er das Ei ausgehöhlt und den Vater hineingelegt, klebe er dann wieder mit Myrrhen zu, und das Ei sei nun ebenso schwer wie vorher. Und nun trage er es nach Ägypten in den Tempel des Helios. So erzählt man von diesem Vogel.“

Hier wird in der griechischen Mythologie die Geschichte zwischen Ägypten und Griechenland – dem Auferstehen von den ganzen Imperien und den Niedergängen der ganzen Reiche verarbeitet: Aus der Asche des Osiris ersteht der Phönix neu. Nach dem Erlöschen der Flammen bleibt das Ei zurück, aus dem nach kurzer Zeit ein neuer Phönix schlüpft. …

Die ganzen ersten Zivilisationen, dem „Zweistrom-Reich“, Ägypten, Griechenland, Rom …

In der Spätantike wird der Phantasie-Vogel „Phönix“ zum Symbol der Unsterblichkeit. Ein ewiges Regenerieren bei dem Ende des Lebenszyklus. Bei den Christen gilt er als das Sinnbild für die Auferstehung. In etlichen Stadtwappen wird er noch heute als Wappentier geführt.
 
„Wer anderen eine Grube gräbt …“
Bedeutung: „Wer anderen eine Grube gräbt fällt selbst hinein“ bedeutet nichts anderes, als daß man sich selber sehr oft schadet, wenn man andere Leute hereinlegen – und damit schaden will.

Herkunft: Die Weisheit „Wer anderen eine Grube gräbt fällt selbst hinein“ stammt wieder einmal aus der Bibel:
„… Aber wer eine Grube macht, der wird selbst hineinfallen; und wer den Zaun zerreißt, den wird eine Schlange stechen. …“
(Prediger 10,8 )
„…Hüllt sich der Haß in Täuschung, so wird seine Bosheit doch offenbar in der Gemeinde. Wer eine Grube gräbt, der wird hineinfallen; und wer einen Stein wälzt, auf den wird er zurückkommen. …“
(Sprüche 26,27 )
„… Ihr Weg soll finster und schlüpfrig werden, und der Engel des Herren verfolge sie. Denn ohne Grund haben sie mir ihr Netz gestellt, ohne Grund mir eine Grube gegraben. Unversehens soll ihn Unheil überfallen; / sein Netz, das er gestellt hat, fange ihn selber, zum eigenen Unheil stürze er hinein.
(Psalm 35; 6,7,8 )

In der „Verballhornung“ wird aus „Wer anderen eine Grube gräbt fällt selbst hinein“ zu „Wer anderen eine Grube gräbt ist selbst ein Bauarbeiter.“

Siehe auch:
„Verballhornung“
https://www.klamm.de/forum/f5/wisse...stimmt-nie-braucht-481123-18.html#post8159312
 
„Eine Axt an der Wand erspart den Handwerker“
Bedeutung: Wer sich selber zu helfen weiß braucht keine teuren fremden Hilfen, die man nicht kennt. Leute die eventuell selber nicht gut in ihrem Beruf sind und unnötige Ersatzteile in Rechnung stellt, zu viele Stunden berechnet …! Man braucht nicht auf einen fernen Termin zu warten, bis eine Reparatur erfolgt. Selber etwas machen zu können spart die Kosten für Handwerker und die Fachleute.
(Aber nur, wenn man wirklich selber handwerklich etwas kann – wer nur pfuscht bezahlt sein „Lehrgeld“, da er mehr kaputt gemacht hat, als zu reparieren! Der Handwerker muß noch mehr wieder „richten“, als wenn man direkt einen Fachmann um Hilfe gebeten hätte.)

Herkunft: Die Lebensweisheit stammt aus dem Drama „Wilhelm Tell“ von „Friedrich Schiller“. (erste Szene des dritten Aufzuges):
Wilhelm Tell zimmert am Tor seines Hauses. Hier meint er zu seiner Frau: „Jetzt, mein ich, hält das Tor auf Jahr und Tag. Die Axt im Haus erspart den Zimmermann.“

Eine andere, verwandte Redewendung: „Ein Koch, der sich nicht zu helfen weiß ist Scheiß!“
 
„Allzeit bereit“
Bedeutung: "Allzeit bereit" ist das Motto der Pfadfinder.

Herkunft: Dieser Spruch ist das Motto der Pfadfinder. „Be Prepared“ suchte sich Robert Stephenson Smyth Baden-Powell für seine Gründung der Pfadfinder aus. Er war Veteran aus Indien, Südafrika Westafrika, Malta, Balkan, dem zweiten Burenkrieg und war Generalinspekteur der Kavalerie.

Ab 1907 kümmerte er sich kurz vor seiner Pensionierung (1910) um seine „Boys-Brigade“, die er zu den „Boy-Scouts“, den „Pfadfindern“ umbildete.

Das Bundeslied der Pfadfinder [VCP (Verband Christlicher Pfadfinder), der CPD (Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands) und anderer christlicher Pfadfinderbünde] trägt den Titel "Allzeit bereit“. Der Text stammt von Hermann Mettel (1879 - 1956), die Melodie von Jakob Heinrich Lützel (1823 bis 1899). Es gibt „Stämme“, in denen nach dem Abschiedslied "Allzeit bereit!" gerufen wird.

Das Bundeslied der Pfadfinder:
Allzeit bereit, den kurzen Spruch als Losung ich erkor.
Ihn schreib ich in mein Lebensbuch, ihn halt ich stets mir vor.
Das gibt dem Leben Zweck und Ziel, gibt Mut und Heiterkeit.
Zu heil'gem Ernst, zu frohem Spiel: Allzeit bereit!

Allzeit bereit, dem zu entfliehn, was mir das Herz befleckt.
Nichts Schlechtes soll mich abwärts ziehn, hoch ist mein Ziel gesteckt.
Gott zum lebend'gen Eigentum sei Leib und Seel' geweiht,
zu seines Namens Ehr und Ruhm: Allzeit bereit!

Allzeit bereit, wahr sei der Mund, unwandelbar die Treu.
Rein sei das Herz, fest sei der Bund, der Wandel ohne Scheu.
Oh hilf mir, Gott, du starker Hort, dass ich kann jederzeit
erfüllen treu das Losungswort: Allzeit Allzeit bereit!
 
„Wer den Pfennig nicht ehrt …“
Bedeutung: „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert“ bedeutet nichts anderes als daß auch die kleinen Dinge etwas wert sind. Selbst, wenn man die „wertlosen“ Pfennige (Centstücke) eine längere Zeit lang bei Seite legt ergibt das eine größere Summe. Wer das Kleine im Leben nicht zu schätzen weiß wird auch größere Dinge irgendwann nicht mehr zu schätzen wissen.

Herkunft: Bereits der Reformator Martin Luther meinte: „Wer den Pfennig nicht achtet, der wird keines Guldens Herr“. Aus dem Gulden wurde ein Taler, eine Mark (Rentenmark, Reichsmark, Deutsche Mark und schließlich der Euro. Aus dem Pfennig der Cent.

Der Brautschuh:
Daß ein Cent (ein Pfennig) auch einen Wert hat sieht man daran, daß es früher den Brauch gab, daß ein Mädchen über etliche Jahre von frühester Jugend an alle Pfennige sammelte. Die ganzen Pfennige kamen mit der „Aussteuer“ (Leinen, Kleider, Tücher, Geschirr …) in die Aussteuer-Truhe der zukünftigen Braut. Von diesen Pfennigen wurden dann später die Brautschuhe gekauft.
Das Sammeln der Pfennige – und das damit verbundene Erwerben der wertvollen Brautschuhe symbolisierte die Sparsamkeit der Braut. Die selbst gekauften Brautschuhe sollten dafür sorgen, daß die Braut nicht dem Bräutigam davon lief. Zudem sollten diese von den Pfennigen gekauften Brautschuhe eine lange glückliche Ehe garantieren und auch dafür sorgen, daß in der Ehe niemals das Geld ausging.
Dabei darf man nicht vergessen, daß für das „Glück“ in der Ehe es aber wichtig war, daß die Braut nicht einfach Geldnoten oder Münzen einfach in Pfennige z.B. auf der Bank oder bei Freunden wechselte. Die Pfennige mußten wirklich ehrlich gefunden, gesammelt oder erworben sein.
Man sollte dabei auch nicht vergessen: Bis 1958 konnte ein Ehemann das Dienstverhältnis seiner Frau entscheiden – das heißt, es lag bei ihm, ob sie arbeiten durfte und wenn er seine Meinung ändern sollte, konnte er auch jederzeit das Arbeitsverhältnis seiner Frau kündigen. Auch das änderte sich mit dem Gleichberechtigungsgesetz von 1958. Aber: Noch bis 1977 durfte eine Frau in Westdeutschland nur dann berufstätig sein, wenn das „mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar“ war. Aufgaben im Haushalt und in der Kindererziehung waren also klar der Frau zugeordnet. Bis 1977 durfte der Ehemann einfach das Beschäftigungsverhältnis der Gattin kündigen!
Auch der Führerschein, das eigene Konto waren nicht selbstverständlich. Erst seit 1962 dürfen Frauen ein eigenes Bankkonto eröffnen. Den Führerschein durften Frauen bis 1958 nur mit Erlaubnis der Erziehungsberechtigten oder mit Erlaubnis des Ehemannes erwerben!
 
Nach dem Brauch mit dem „Pfennig-Brautschuh“ einmal einige traditionelle Bräuche für die Hochzeit:

„Verlobung, Verlobungsfeier und der Verlobungsring“
Die Verlobung:
Vor der Hochzeit kommt natürlich erst einmal die "Frage aller Fragen". Man macht seiner Auserwählten erst einmal einen vernünftigen Heirats-Antrag. Sobald die Angebetete (heute auch der Angebetete) zusagt ist man verlobt. Die Verlobung ist das Ehe-Versprechen.

Die Verlobungsfeier:
Früher war die Verlobung wichtiger als er heute ist, weil vor Zeugen die Vereinbarungen zur Ehe, der Mitgift, den Feierlichkeiten und der finanziellen Lage vertraglich festgehalten wurden. Noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts durfte sich ein Paar erst nach der Verlobung gemeinsam in der Öffentlichkeit zeigen. Romantische Begegnungen jeder Art waren ohne dieses offizielle Eheversprechen ein absolutes Tabu.

Der Verlobungsring:
Der Brauch des Verlobungsrings geht allerdings bis ins alte Rom zurück. Mit ihm versprach der Römer, seine auserwählte Frau zu heiraten und zu versorgen. Der Ring vor der Ehe ist hier bis zum Mittelalter die Empfangsbestätigung der Mitgift. Papst Stephan I. (ca. 250 n. Chr.) – ein Verfechter der Unauflöslichkeit der Ehe – übernimmt und modernisiert die Tradition der Verlobung und des Verlobungsrings. Der Verlobungsring sollte vom zukünftigen Ehemann der zukünftigen Ehefrau zur Bestärkung ihres gegenseitigen Versprechens der Treue geschenkt werden.
Hier wird die Treue aber recht einseitig gesehen. Während der Mann sich weiter „die Hörner abstößt“ muß die Frau zu Hause unbedingt treu sein. Aus dieser Zeit stammt noch, daß selbst heute noch ein Mann mit vielen Frauen ein „toller Hecht“ ist – während eine untreue Frau nur eine „Schlampe“ oder eine „Hure“ ist, die in früheren Zeiten (Mittelalter) sogar hingerichtet wurde. Eigentlich ist der Verlobungsring in den letzten Jahrhunderten aber nur eine Sache der Adeligen, der Reichen und der Gutverdienenden.

Die Tradition, einen Heiratsantrag mit einem goldenen Verlobungsring zu stellen, ist auf eine Marketing-Kampagne des weiterhin größten Diamantenproduzenten „De Beers“ zurückzuführen. Ab 1947 wurde der Diamantring von dieser Firma als Verlobungsgeschenk massiv beworben. Es wurde zum Trend, seiner Verlobten einen Ring anzustecken. Verantwortlich ist die französische Werbetexterin „Frances Gerety“. Sie verfaßte den Slogan, den heute noch jeder kennt: "Ein Diamant ist für immer". Durch sie wurde der Diamant zu einem Symbol für die Unzerbrechlichkeit der Liebe.

20 Jahre später trugen in den USA 80 Prozent der verlobten Frauen einen goldenen Ring mit einem Diamanten. Die erste Übergabe eines Verlobungsringes mit Diamant geht allerdings auf das Jahr 1477 zurück, als sich Erzherzog Maximilian I. von Habsburg mit Maria von Burgund verlobte. Traditionell ist auch die Symbolik des Verlobungsrings in Form eines Kreises, der kein Ende besitzt und einen Ausdruck von Ewigkeit darstellen soll.

Der Lieblingsstein für den Verlobungsring ist nach wie vor der Diamant, der mit seinen Eigenschaften Reinheit, Seltenheit und Festigkeit die Werte der echten und wahren Liebe in sich vereint.
 
Zuletzt bearbeitet:
„Der Polterabend“
Am Abend vor der Hochzeit treffen sich die Freunde und die Verwandten der Braut, um Geschirr zu zerschlagen. Der Grund dafür ist, daß nach altem Glauben „Scherben Glück bringen“. Zudem vertreibt der Lärm – ähnlich, wie zu Silvester – die bösen Geister. Allerdings darf bei dieser alten Sitte kein Glas zerbrochen werden. Denn Glas symbolisiert das Glück – und eben dieses Glück zerbricht mit dem Glas. Nach dem zerschlagen des Geschirrs werden die Scherben mit einem geschmückten Besen vom Brautpaar zusammengekehrt.
Die Trauzeugen verschönern den Abend mit einem kleinen Programm, mit Spielen oder mit kleineren Streichen.
In Norddeutschland gibt es auch die alte Polterabend-Tradition, daß die Brautschuhe festgenagelt werden. Damit soll der Bräutigam nicht mehr fortlaufen können. In einigen Regionen überreichen um Mitternacht Freundinnen der Braut Schleier und Myrtenkranz und dem Bräutigam einen Anstecker aus Myrte für das Revers.
 
„Junggesellenabschied“ und „Bridal Shower“
Was in der Schweiz als Polterabend bekannt ist (... und sich auch in Deutschland schon sehr verbreitet ist) - das ist in Deutschland und Österreich der Junggesellenabschied. Dabei feiern Braut und Bräutigam noch einmal als Ledige ausgelassen mit ihren Freunden.

Die „Bridal Shower“ ist in Deutschland noch nicht so sehr verbreitet. Dieser trendige Hochzeitsbrauch hat seine Ursprünge in den Niederlanden und den USA, wo es keinen Polterabend gibt. Nach alter Tradition wurde eine Frau bei der für sie organisierten Brautparty mit allerlei Hausrat überschüttet, heute ist es eher ein ausgelassener Frauenabend vor der Hochzeit.

Auch wenn die Ehe keineswegs das Ende ausschweifender Partys bedeutet, gehört doch ein symbolischer Abschied der „wilden Zeit“ definitiv zu den Hochzeitsfeierlichkeiten dazu.
Schon im antiken Griechenland wurde das Ende des Junggesellen-Daseins gefeiert.
Traditionell geht es darum, Braut und Bräutigam getrennt voneinander auf die Ehezeremonie vorzubereiten. Dazu werden Glückwünsche ausgesprochen, Kleidung und Frisur hergerichtet.
Heute läuten viele Brautpaare bzw. viel mehr deren Trauzeugen mit dem Junggesellenabschied die Hochzeitsfeierlichkeiten ein. Getrennt voreinander verbringen die Mädels und Jungs einen ausgelassenen Tag miteinander.

Dabei sollte man eines beachten: Peinliche Spiele, fiese Aufgaben oder Aktivitäten, die nur den Gästen gefallen – das wird das Brautpaar schwer verzeihen. Für das Brautpaar bleibt der „schönste Abend“ einfach in schlechter Erinnerung. Daran sind schon etliche Freundschaften zerbrochen. Natürlich kann man einen „leichten Spaß“ mit dem Brautpaar machen. Aber da es der schönste Abend sein sollte muß der Spaß auch so sein, daß wirklich alle darüber lachen können. Da ist schon ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt. Dabei liegt es auch an den Freunden, daß die Braut und der Bräutigam nicht zu viel trinken. Der Alkohol darf gerne die Stimmung auflockern – aber ein verkatertes Brautpaar vor dem Standesamt oder dem Altar ist nicht wirklich schön. Ganz zu schweigen, von einer Nacht in der Ausnüchterungszelle oder dem Start einer Ehe ohne Führerschein.
Am folgenden Tag der Hochzeit sollte ein guter Einstieg folgen. Man beginnt z.B. mit gemeinsamen Frühstück.
 
„Die Brautentführung“
Die Brautentführung stammt ursprünglich aus dem süddeutschen und dem österreichischen Bereich. Wahrscheinlich stammt dieses Brauchtum aus dem Mittelalter. Hier gab es den Brauch der „ersten Nacht“. Der Adel hatte das „Recht“ darauf, die erste Nacht mit der jungfräulichen Braut von Untergebenen zu verbringen. (Zu gut Deutsch: DerAdelige vergewaltigte die Braut in der Hochzeitsnacht, bevor der Bräutigam das erste Mal mit seiner Frau schlafen durfte!)

Nach einer zweiten Theorie kommt das Brauchtum daher, daß der Bräutigam IMMER gut auf seine Angetraute aufpassen sollte. In der dritten Theorie symbolisiert die Brautentführung die Trennung vom Elternhaus durch den Bräutigam.

Der Sinn der Brautentführung ist: „Je eher der Bräutigam seine entführte Braut findet – desto mehr liebt er sie.

In diesem Brauch wird am Hochzeitstag in einem beliebigen unbeobachteten Moment die Braut entführt. Entweder paßt der Bräutigam kurz nicht auf – oder er wird von Helfern abgelenkt. Die „Entführer“ gehen mit der Braut in eine Gaststätte, einem Restaurant oder in eine Bar. Hier zechen sie fröhlich mit der Braut weiter, bis der frisch gebackene Ehemann sie wiederfindet. Als nächstes wird der Bräutigam über die Entführung informiert. Mit Hilfe von kleinen Tipps und Hinweisen muß der Bräutigam nun herausfinden, wo seine entführte Braut sich befindet und muß sie auslösen. Hier gibt es zwei Versionen: die leichtere Version ist, daß die Gesellschaft in nur einem Lokal auf den Bräutigam wartet. Etwas schwerer wird es, wenn die Entführer mit der Braut von einem Lokal zum anderen weiterziehen.

Das Auslösen der Braut: Das bedeutet meist, daß der Bräutigam die Zeche der Entführer bezahlen muß, die die Entführer hinterlassen haben. Es kann auch geschehen, daß der Bräutigam Aufgaben erfüllen muß, um seine Braut wieder zu bekommen. Nach dem Auslösen trinkt er eine letzte Runde mit der Gesellschaft – und man kehrt zur Hochzeitsfeier zurück.

Dabei sollte es am wichtigsten Tag der frischen Ehe mehr als wichtig sein, wie das Hochzeitspaar zu diesem Brauch steht. Man sollte nie vergessen, daß dieser Tag der schönste im folgenden Leben des Paares sein sollte. Man sollte somit vorher Regeln festlegen, damit aus dem Spaß kein Ernst wird. Es ist gar nicht mehr lustig, wenn der geplante Ablauf der Hochzeitsfeier nicht beachtet wird. Wenn der Fotograf kein Brautpaar mehr zu fotografieren findet. Wenn die Hochzeitsreden wegen der „Entführung“ ausfallen. Wenn die Späße von den Freunden übertrieben werden, wenn die Braut nur vor der Hochzeitsnacht „abgefüllt wird. Zuviel Alkohol verdirbt jeder Hochzeitsfeier! Zudem sollte die Brautentführung zeitlich begrenzt werden. Dem Bräutigam sollte auch eine Person zur Seite gestellt werden, die ihm hilfreich bei der Suche unterstützt.
Das Ehepaar wird es seinen Freunden niemals vergessen, den Hochzeitsabend verdorben zu haben. An solchen Dingen sind schon sehr oft „gute Freundschaften“ zerbrochen. Im Zweifelsfall – wenn sich das Brautpaar nicht mit der Brautentführung richtig anfreunden kann - sollte man lieber auf dieses Brauchtum verzichten.