Warum kennt kein Mensch in Deutschland die Bibel oder die Gebrueder Grimm?

Warum wollen Deutsche nicht lesen? Willst Du mal lesen und verstehen?
Nun, ich lese und verstehe. Ich verstehe, was da steht und nicht was da stehen könnte. Ich nehme die Bibel (zumindest die wenigen Teile, die ich gelesen habe) beim Wort - wie von Dir/Euch gewünscht. Und interpretiere mir sie nicht so zurecht, bis es in mein Weltbild passt. Wenn man das tut, dann ist euer Gott ebenso Rachegott, wie auch Gott der Liebe. Genau genommen ist euer Gott nach altem Vorbild (also vor allem Altes Testament) in einer "Person" all das, wozu die Polytheistischen Religionen einen ganzen Haufen Götter bemühten. Dazu will Gott keinen Namen, sondern einfach die Bezeichnung seiner "Funktion" tragen, also "Gott". Da ist der Punkt, da ich mal interpretiere: Abraham war es einfach leid, sich einen Arsch voll Namen und Geschichten einprägen zu müssen und erfand den Monotheismus :D

Gott straft nie auch nicht Sodom, siehe Genesis 19. Einfach mal lesen, aber da sind wir beim Problem.
Dann habe aber nicht nur ich die Bibel falsch verstanden, sondern mindestens noch eine weitere Person, die in Wikipedia geschrieben hat:
Wikipedia schrieb:
[...] Gott selbst sucht Abraham auf, um ihm mitzuteilen, dass er vorhabe, die Städte Sodom (wo sich Abrahams Neffe Lot aufhält) und Gomorrha zu zerstören, wenn denn das sündige Verhalten ihrer Bewohner tatsächlich so schlimm sei, wie ihm zu Ohren gekommen war. [...] Die Engel wollen ihn und seine Familie trotzdem vor dem Untergang retten und schicken sie aus der Stadt. Lot und seine Töchter können sich in Sicherheit bringen und werden im Folgenden von Gott beschützt. Sodom und Gomorrha werden dagegen von Gott vernichtet, indem er Schwefel und Feuer auf sie herabregnen lässt. Als Lots Frau – entgegen einem von den Engeln ausgesprochenen Verbot – auf die Stadt zurücksieht, erstarrt sie zu einer Salzsäule.
[...]
Im Koran wird Sodom nur indirekt als „Volk des Lot“ erwähnt. Auf das Ereignis wird vor allem im Kontext der Abwendung von Gott, Missachten seiner Regeln und seiner Gesandten Bezug genommen; aber auch im Kontext von missachteter Gastfreundschaft.
Gut, also in der Bibel, Tanach, Talmud und im Koran werden diese beiden Städte erwähnt, die von Gott vernichtet wurden, weil sie nicht nach seiner Pfeife tanzten. Wo zum Geier siehst Du da auch nur einen Funken Interpretationsspielraum?

Frage: Lebt ein Christ, der auf der Autobahn rechts, glücklich oder depressiv? Atheisten sagen depressiv, weil die Bibel soll Schuldgefühle machen.
Ich schätze, er lebt auf der rechten Spur ebenso glücklich und zufrieden, wie der Nichtchrist auf der linken Spur.

Das ist ja der Punkt, den viele in unserer "tollen" westlichen Welt nicht verstehen. Die Medien vermitteln uns biespielsweise ein Bild, da islamische Länder für Rückschrittlichkeit, Unterdrückung (besonders Unterdrückung der Frauen) und Barbarei stehen. Genau der gleiche Unfug, den die Kirche bei der Christianisierung Mitteleuropas mit den Heiden veranstaltet hat!. Unterhält man sich mit Muslimen oder hört nur eine halbe Stunde mal Peter Scholl Latour zu, dann sieht man schnell, dass die Wahrheit eine ganz andere ist. Muslimische Frauen empfinden Mitleid mit nichtmuslimischen Frauen. Zu Recht oder zu Unrecht spielt dabei keine Rolle. Aber die Welt ist mit nichten so, wie sie unsere Medien zeichnen.

Nun wird auch ein Christ möglicherweise mitleidig auf den Nichtchristen schauen, weil er ja meint, dass er nach seinem Tode in das Paradies kommt, während die Seele des Nichtchristen verloren ist. Der Nichtchrist schaut mitleidig auf den Christen, weil sich der Christ zu Lebzeiten selbst die rechte Spur der Autobahn verordnet, während er links viel schneller und schöner fahren könnte. Von mir aus können sich alle so lange mitleidig anglotzen, bis sie grün und lila werden, ist mir völlig wurscht. Viel schlimmer finde ich allerdings die Tatsache, dass es wegen weltanschaulichen Dingen immer wieder zu Krieg, Mord und Totschlag kommt. Und wenn ich richtig informiert bin, dann liegt da der christliche Glaube mit seiner Geschichte in puncto Brutalität und Opferzahlen ungeschlagen auf dem ersten Platz. Was im Namen der Bibel gemordet, gefoltert, gelogen und betrogen wurde und wird, ist nicht mehr fassbar. Jede Ideologie mit ähnlichen Opferzahlen in ihrer Geschichte hätte man längst resolut bekämpft.

Und wenn man sich überlegt, dass das Judentum, Christentum und der Islam mit all ihren Unterarten alle von ein und derselben (nur eben jeweils unterschiedlich interpretierten) Geschichte abstammen, man sich aber trotzdem stets die Köpfe wegen eben jener unterschiedlichen Interpretationsweisen einschlug, dann findet ein Heide wie ich es ebenso belustigend, wie traurig. Aber ein Heide sagt eben, dass das wohl eine Art natürlicher Selektion zu sein scheint, ein kritischer Punkt in der Entwicklung von Intelligenz und der Menschheit. Wenn eben alte Dogmen auf Paradimgen prallen und massiv nachwirken, während der Verstand schon völlig neue Bahnen sucht. Übrigens schön dargestellt im Film "Contact" mit Jodie Foster. Nur leider wird das eben noch eine Weile so gehen, wie eben noch heute Salz über die Schulter geworfen wird, wenn man Salz verschüttete, man nicht unter Leitern hindurch geht und dergleichen mehr (Aberglaube).

Mich selbst interessiert an so einem Punkt brennend, ob wohl in anderen Sonnensystemen, so dort ebenfalls intelligentes Leben ausgebildet sein sollte, die gleichen Probleme in der Evolution auftraten oder auftreten. Schade, dass ich es nie erfahren werde :(
 
Gut, also in der Bibel, Tanach, Talmud und im Koran werden diese beiden Städte erwähnt, die von Gott vernichtet wurden, weil sie nicht nach seiner Pfeife tanzten. Wo zum Geier siehst Du da auch nur einen Funken Interpretationsspielraum?

Ich sehe da keinen Interpretationsspielraum, ich denke, dass Gott in seiner Gerechtigkeit die angekündigte Strafe durchführt. Wenn ein Vater mehrerer Kinder eine Strafe androht und diese "im Bedarfsfall" nicht durchführt, was lernen dann die Kinder? Eben, man muss nicht auf den Vater hören. Gott hat sich nicht verändert, nur die Art seines Eingreifens hat sich verändert.


Unterhält man sich mit Muslimen oder hört nur eine halbe Stunde mal Peter Scholl Latour zu, dann sieht man schnell, dass die Wahrheit eine ganz andere ist. Muslimische Frauen empfinden Mitleid mit nichtmuslimischen Frauen. Zu Recht oder zu Unrecht spielt dabei keine Rolle. Aber die Welt ist mit nichten so, wie sie unsere Medien zeichnen.

Interessant, hast du das schon öfter gehört? Ich habe bisher nur in Interviews gelesen, da sah das aber immer umgekehrt aus.

Nun wird auch ein Christ möglicherweise mitleidig auf den Nichtchristen schauen, weil er ja meint, dass er nach seinem Tode in das Paradies kommt, während die Seele des Nichtchristen verloren ist. Der Nichtchrist schaut mitleidig auf den Christen, weil sich der Christ zu Lebzeiten selbst die rechte Spur der Autobahn verordnet, während er links viel schneller und schöner fahren könnte. Von mir aus können sich alle so lange mitleidig anglotzen, bis sie grün und lila werden, ist mir völlig wurscht.

Das inde ich gut formuliert. Das würde unsere Welt zumindest friedlicher machen.

Viel schlimmer finde ich allerdings die Tatsache, dass es wegen weltanschaulichen Dingen immer wieder zu Krieg, Mord und Totschlag kommt. Und wenn ich richtig informiert bin, dann liegt da der christliche Glaube mit seiner Geschichte in puncto Brutalität und Opferzahlen ungeschlagen auf dem ersten Platz. Was im Namen der Bibel gemordet, gefoltert, gelogen und betrogen wurde und wird, ist nicht mehr fassbar. Jede Ideologie mit ähnlichen Opferzahlen in ihrer Geschichte hätte man längst resolut bekämpft.

Hier gehe ich davon aus, dass du falsch informiert bist. Zwar wurden in der Geschichte tatsächlich viele schlimme Dinge "im Namen der Bibel getan", aber das ist genau so zu sehen, wie Stalin im Namen von Marx und Engels Millionen umbringen lies oder sagt, oder H****r auf sein Herkunftsland bezieht. Ich will damit sagen, dass hier nicht Christen agierten, sondern allenfalls Menschen, die sich als Christen bezeichneten, in Wirklichkeit aber niemals Christen waren. Ich habe aber neulich in einem Buch gelesen, dass seit dem Beginn des Chistentums mehrere Millionen Christen als Märtyrer gestorben sind - in der Regel also völlig ohne sich zu wehren! Und das Christentum wird auch heute noch in vielen Ländern der Welt massiv unterdrückt und Christen werden verfolgt.
 
Ich sehe da keinen Interpretationsspielraum, ich denke, dass Gott in seiner Gerechtigkeit die angekündigte Strafe durchführt. [...] Gott hat sich nicht verändert, nur die Art seines Eingreifens hat sich verändert.
Na aber die Art hat er so drastisch verändert, dass man ihn schon gut und gerne für tot erklären könnte. Zumal als die wissenschaftliche Aufklärung einsetzte und heute eine "reinigende Flut" nach Vorbild von Noahs Zeiten doch dank Frühwarnsystemen für Tsunamis und beste Logistik bei Vulkanausbrüchen wie in Sodom/Gomorrha kaum noch einen Nutzen hätten. Mal davon abgesehen, dass jeweils 2 Tiere einer Art auf keinem Schiff der Welt Platz fänden und es danach ohnehin zu Inzucht kommen muss - ebenfalls nach biblischem Vorbild des Adams und der Eva. Was mich zu der Frage führt, weswegen Gott in Sodom/Gomorrha unter anderem Inzucht bestraft? Na egal, mal weiter...

Interessant, hast du das schon öfter gehört? Ich habe bisher nur in Interviews gelesen, da sah das aber immer umgekehrt aus.
Na sowas hört man auch nicht in den Medien. Das wäre ja politisch völlig unkorrekt. Politisch korrekt ist, dass der Islam = Barbarei ist und befreit/aufgeklärt werden muss und alle in ihm geknechteten Menschen das auch wollen. Sie warten nur noch auf die Kreuzritter wie einst die Heiden, damit sie Gottes Gnade empfangen - wahlweise auch amerikanische Panzer.

Wenn man sich aber mal mit Muslimen unterhält, die hier in Deutschland leben, wird das Bild ein anderes. Von nicht einem einzigen habe ich dieses Bild gezeichnet bekommen, das mir die Medien vermitteln wollen. Meine Ex ist mit einem Muslimen zusammen, wobei ich noch immer staune, wie sie es aushält. Die poppen zwar wie wild durch die Gegend, aber das darf niemand wissen, schon gar nicht seine Familie. Was mich dann doch wieder an Katholiken erinnert hat :D Wie auch immer - ich kenne nur eine Hand voll Muslime, aber unter denen ist keiner oder keine, die es nicht auch aus Überzeugung wären. Einige kommen aus "befreiten Ländern", also Afghanistan oder Irak, allerdings schon lange vor ihrer "Befreiung". Die haben da noch immer Familie und keiner von denen ist ein Fan der USA oder Israels. Was dann doch wieder deckungsgleich mit den Aussagen Peter Scholl-Latours ist.

Auch wenn natürlich eben jene Aussagen einiger weniger Muslime sicherlich nicht repräsentativ sind, so haben sie für mich zumindest eine paar klare Aussagen, die allgemeingültig zu sein scheinen: Medien lügen. Medien sind parteiisch. Medien sind professionelle Demagogen. Wenn man sieht, unter welchem Deckmantel die USA dort Massenmord begeht, dann würde ich es ohne großartig meine Phantasie bemühen zu müssen, als moderne Kreuzzüge bezeichnen. Es ist de facto nichts anderes.

Das inde ich gut formuliert. Das würde unsere Welt zumindest friedlicher machen.
Das denke ich auch.

Hier gehe ich davon aus, dass du falsch informiert bist. Zwar wurden in der Geschichte tatsächlich viele schlimme Dinge "im Namen der Bibel getan", aber das ist genau so zu sehen, wie Stalin im Namen von Marx und Engels Millionen umbringen lies [...]
Ja, im Grunde ist es der gleiche Automatismus. Und nun überlege mal, wer der schlimmste Feind zu Zeiten des Kalten Krieges war. Das gab es unzählige Filme über den Russen, wie er barbarisch durch Afghanistan reitet, foltert und mordet wie einst im Mai. Einer dieser Filme (Red Scorpion mit Dolph Lundgren) ist mir da noch in Erinnerung. Schade, dass dieser Film offensichtlich die Drehbuchvorlage für den Krieg war, da der Ami dort eingeritten ist und seinerseits Afghanistan "befreien" wollte. Diesmal aber nicht der "ungläubige Russe", sondern mit "In God we trust"...

Ich will damit sagen, dass hier nicht Christen agierten, sondern allenfalls Menschen, die sich als Christen bezeichneten, in Wirklichkeit aber niemals Christen waren.
Und damit hast Du natürlich völlig recht. Aber ebenso wie in einer politischen Vereinigung kann man auch in einer religösen Vereinigung nunmal nicht die Spreu vom Weizen trennen, schon gar nicht als Außenstehender. Mit gefangen - mit gehangen. Ein Pfarrer missbraucht seine Position um Kinder zu ficken. Damit rückt die gesamte Katholische Kirche in ein schlechtes Licht, besonders wenn es häufiger vorkommt (und das tut es leider). Da hilft ein Ausschluss aus der Kirche nur bedingt, aber nicht mal das passiert immer.

Wer sich heute zur NPD bekennt, muss sich Fragen zur NSDAP gefallen lassen und sich dafür auch ein Stück weit verantworten. Ebenso wer sich zur PDS/Die Linke bekennt, muss sich Analogien zur DDR gefallen lassen, auch wenn die DDR nie wirklich sozialistisch nach Marx'schem Vorbild war. Ebenso muss sich ein Christ ein Stück weit mitverantwortlich fühlen für die Kreuzzüge und sämtlichen Schandtaten, die im Namen der Kirche (also der weltlichen Institution Gottes auf Erden) geschehen sind. Auch wenn die Kirche viel Gutes bewirkte, aber dennoch macht das nichts ungeschehen.

Ich habe mich oft gefragt, wie vielfältig wohl die Religionenlandschaft der Erde wäre, wenn jeder stets an das hätte glauben können, woran er glauben wollte oder es ihm anerzogen wurde. Es dürfte unzählige Religion und Glaubensrichtungen geben, weil der Mensch auch glauben will. Aber Kreuzzüge, Kolonisation und dergleichen mehr haben viele alte Kulturen einfach ausgelöscht und ersetzt. Das ist ein Genozid nach klassischem Vorbild.

Und ein Christ sieht sich notgedrungen immer mehr und mehr wissenschaftlich aufgeklärten Menschen gegenüber, die eben nicht mehr blind daran glauben, dass Gott erst die Erde schuf, mit einem "Es werde Licht" die Sonne an den Himmel und den Tag/Nacht-Wechsel zauberte (Geozentrisches Weltbild) und vielem vielem anderen mehr. Das es nur einige wenige waren, die den Glauben der Menschen ausnutzten, um sie blind in den Tod zu führen, spielt doch dabei kaum eine Rolle. Schließlich scheint ja die Bibel nicht eindeutig genug pazifistisch zu sein, dass da Interpretationen für die Rechtfertigung von Kreuz- und Tempelrittern problemlos möglich waren... Sogar noch während des Zweiten Weltkriegs wurde auf beiden Seiten der Front zum gleichen pazifistischen, aus reiner Liebe bestehenden Gott für den eigenen Sieg gebetet. Eigentlich wäre das ein idealer Augenblick für Gott gewesen (einer von vielen), das Experiment "Mensch" als gescheitert zu betrachten. Oder wie Mark Twain es ausdrückte "Enttäuscht vom Affen schuf Gott den Menschen. Danach verzichtete er auf weitere Experimente."

Ich habe aber neulich in einem Buch gelesen, dass seit dem Beginn des Chistentums mehrere Millionen Christen als Märtyrer gestorben sind - in der Regel also völlig ohne sich zu wehren! Und das Christentum wird auch heute noch in vielen Ländern der Welt massiv unterdrückt und Christen werden verfolgt.
Natürlich gibt es auch wahre Pazifisten unter den Christen, keine Frage. Diese finden sich aber auch im Islam, Judentum, Heidentum, Hinduismus, ... , auch unter Atheisten. Und sicher nicht in geringerer Zahl. Das sagt gar nichts über die Religion aus oder ihre Geschichte. Das sagt nur aus, dass es neben richtigen Arschlöchern auch andere gibt - wie überall sonst auch.

Dass Christen verfolgt werden, ist selbstverständlich auch eine Sauerei. Es ist eine Sauerei, dass überhaupt Menschen wegen ihrer Religion verfolgt werden. Daran sieht man aber, dass das Mittelalter doch noch nicht so lange her sein kann. Ehrlich gesagt unterhalte ich mich viel zu gern mit Menschen anderer Religionen - teils aus Interesse etwas zu lernen, teils um eventuelle Missverständnisse aus dem Weg zu räumen oder eben um zu schauen, wieviel von diversen Vorurteilen nun wahr ist. Und heute konstantiere ich:

Menschen sind - egal welcher Kultur oder Religion sie entspringen - immer gleich. Christen sind beispielsweise leider keine besseren Menschen als Atheisten oder Andersgläubige. Die Kirche (samt ihrer Vorgänger und Ableger) hat es in 2000 Jahren nicht geschafft, die Menschen auch nur ein Stück weit zu verbessern. Die Geschichten und Anekdoten der Bibel haben heute noch ihre Gültigkeit und nichts an Aktualität eingebüßt. Ebenso hat es keine andere Religion geschafft. Ich finde es schade, aber zeigt mir, dass es der Menschheit ganz ohne Religion nicht schlechter ergangen wäre. Wenn man bedenkt, dass die Kirche 1000 Jahre lang jeden wissenschaftlichen Fortschritt behindert oder verfälscht hat, wäre es der Menschheit unter Umständen sogar ohne besser gegangen, wer weiß.

Und wenn ich mir nochmal das Thema anschaue, dann stellt sich mir die Frage ganz anders: Warum kennt kein Mensch die Edda, den Tanach/Talmud, Koran, Bibel oder andere religöse Schriften?
 
"Warum kennt kein Mensch die Edda, den Tanach/Talmud, Koran, Bibel oder andere religöse Schriften? "

Genau. Oder warum kennt Keiner Max und Moritz, die 7 Jahre der Ehe sind das oder Diogenes.
Wie wäre es mit einem Witz für Atheisten. Nicht Atheisten werden nicht lachen können, ich warne also.


Stellt Euch vor ein Religonslehrer kommt in den Himmel, er dachte immer, den gibt es gar nicht, aber nun Wolken alles ist so wie beschrieben und er sieht Gott und rennt auf ihn zu und fragt:
Eine Stelle in der Bibel ist mir nicht klar, warum hat der Pfarrer in LK 10,31 nicht geholfen? Ich habe in der Schule immer gelehrt, die Pfarrer seien die Guten, kannst Du mir das erklären, weil sonst in der Bibel habe ich alles verstanden, dass Ehebruch und Mord nicht gut sind und ich war da immer brav und bin deswegen auch hier."
 
...Wenn man sich aber mal mit Muslimen unterhält, die hier in Deutschland leben, wird das Bild ein anderes. Von nicht einem einzigen habe ich dieses Bild gezeichnet bekommen, das mir die Medien vermitteln wollen. ...

Zunächst einmal finde ich deinen sehr langen Beitrag echt lesenswert und er enthält viele gute Gedanken! Ich kann nicht auf alles eingehen daher habe ich mich auf einige Punkte beschränkt, damit das ganze nicht zu lang wird.

Also, ich habe in einem muslimischen Haushalt Nachhilfe gegeben, da konnte die Frau fast kein Deutsch, obwohl sie schon über 6 Jahre in Deutschland waren. Eine Unterhaltung war nicht möglich! Die Frau lebte quasi nur in ihrer Wohnung.

...Ebenso muss sich ein Christ ein Stück weit mitverantwortlich fühlen für die Kreuzzüge und sämtlichen Schandtaten, die im Namen der Kirche (also der weltlichen Institution Gottes auf Erden) geschehen sind. ...

Mitverantwortlich? Nein, das fühle ich mich nicht! Ich bedauere, was damals geschah. Wer auch nur die wichtigsten Teile der Bibel kennt weiß, dass man sie bewußt verfälschen muss, um Kreuzzüge im NAmen Gottes zu ermöglichen. In Wahrheit waren es Kreuzzüge im Namen des Papstes und weltlicher Fürsten. (Glück gehabt, bin evangelisch!) Und Gott hat keine weltliche Institution auf Erden. Die Gemeinde sind alle, die an ihn glauben, egal, in welcher Kirche sie (nicht) Mitglied sind!

... Aber Kreuzzüge, Kolonisation und dergleichen mehr haben viele alte Kulturen einfach ausgelöscht und ersetzt. Das ist ein Genozid nach klassischem Vorbild.

Ich dachte Genozid = Auslöschen(Ermordung) einer Rasse, eines Volkes,... und nicht Auslöschung einer Religion?!?

...Dass es nur einige wenige waren, die den Glauben der Menschen ausnutzten, um sie blind in den Tod zu führen, spielt doch dabei kaum eine Rolle. Schließlich scheint ja die Bibel nicht eindeutig genug pazifistisch zu sein, dass da Interpretationen für die Rechtfertigung von Kreuz- und Tempelrittern problemlos möglich waren...

Die meisten konnten die Bibel damals nicht lesen, weil sie nicht lesen konnten und es die Bibel nicht in ihren Muttersprachen gab! Selbst Priester waren oft des Lesens nicht mächtig! Daher nichts mit vieldeutige Auslegung sondern einfach von oben her manipuliert und falsch wiedergegeben.

Menschen sind - egal welcher Kultur oder Religion sie entspringen - immer gleich. Christen sind beispielsweise leider keine besseren Menschen als Atheisten oder Andersgläubige. Die Kirche (samt ihrer Vorgänger und Ableger) hat es in 2000 Jahren nicht geschafft, die Menschen auch nur ein Stück weit zu verbessern.

Ich kann dir in einem einzigen konkreten Fall widersprechen. Ich selbst bin - weil ich Christ bin - in vielen Bereichen meines Lebens sicher ein besserer Mensch als ich wäre, wenn ich kein Christ wäre. Das Problem an der Sache ist, dass du schwer verschiedene Menschen miteinander vergleichen kannst. Ich kenne auch einige Lebensberichte von Menschen, die zum Glauben gekommen sind und dadurch ihr Leben überhaupt erst in den Griff bekommen haben, z.B. Befreiung von Drogen,... Deren Leben wurde also auch durch das Christ-werden besser.
 
Zunächst einmal finde ich deinen sehr langen Beitrag echt lesenswert und er enthält viele gute Gedanken! Ich kann nicht auf alles eingehen daher habe ich mich auf einige Punkte beschränkt, damit das ganze nicht zu lang wird.
Du, tob' Dich ruhig aus, ich lese ebenso gern wie ich schreibe ;)

Also, ich habe in einem muslimischen Haushalt Nachhilfe gegeben, da konnte die Frau fast kein Deutsch, obwohl sie schon über 6 Jahre in Deutschland waren. Eine Unterhaltung war nicht möglich! Die Frau lebte quasi nur in ihrer Wohnung.
Ok, dass in diesem Fall keine Kommunitkation möglich ist, ist ja klar. Aber es gibt (neben deutschen Muslimen) auch Ausländer, die hier auch leben wollen und somit die Sprache gelernt haben. Und mit jenen kann man auch reden. Wenn sie etwas älter (und gebildeter) sind, dann beginnen sie auch nicht jeden Satz mit "Deine Mudda" und sind auch interessiert daran, sich mitzuteilen.

Mit einer hatte ich gesprochen, die war auch so halb vermummt bis auf das Gesicht. Und naja, aus deren Mund kam auch, dass ihr die nichtmuslimischen Frauen leid täten. Ein Leben ohne Allah könnte und wollte sie sich nicht vorstellen. Nun gut - sie hat ihren Frieden offensichtlich gefunden, kann man nichts gegen sagen. Weißt Du, ich kann jederzeit damit leben, jemandem aufgrund meiner "falschen" Religion leid zu tun. Ich kann nicht damit leben, wenn mir etwas aufgenötigt werden soll. Trotzdem rechtfertige ich mich gern, weswegen ich so oder anders denke. Ich denke, das sollte jeder Mensch können: Seine Überzeugung begründen. Leider hat man eben nicht immer so gedacht...

Mitverantwortlich? Nein, das fühle ich mich nicht!
Siehst Du, das tun die allerwenigsten. Aber sie werden mitverantwortlich gemacht. Ich selbst würde mich auch nicht schuldig fühlen, keine Frage. Wenn sich nicht mal der Papst persönlich verantwortlich fühlt (und der ist ja nunmal der Boss und direkter Erbe jener Kirche, die dafür alleinverantwortlich ist), dann kann man es vom einzelnen Gläubigen schon gar nicht erwarten. Dennoch sind das all die Gründe, weswegen ich die Kirche strikt ablehne. Ich lehne nicht den Glauben oder die Religion ab, wohl aber auf ganzer Linie die Kirche.

Aber die Kirche ist es, wo ein Großteil der Gläubigen hin rennt. Natürlich kann man auch ganz ohne Kirche glauben. Wenn es euren Gott gibt, dann benötigt er sicher keinen Pfarrer, Priester, Pastor oder sonstwas um sich mitzuteilen - ganz sicher aber keine Institution, die in seinem Namen Geld eintreibt. Im Grunde brauchte euer Gott nicht einmal eine Bibel, Koran, Tanach, ..., wenn er sich "die Zeit nehmen würde" und mit jedem Menschen mal ein "Wörtchen" reden würde. Tut er aber leider nicht. Er greift selbst nicht ein, er duldet in seinem Namen jede Schandtat und ist auch sonst völlig untätig. Er ist ein Voyeur (ja, geklaut aus "Devil's Advocate" :D). Eigentlich verhält er sich genau so wie jemand, den es gar nicht gibt...

Ich dachte Genozid = Auslöschen(Ermordung) einer Rasse, eines Volkes,... und nicht Auslöschung einer Religion?!?
Nee nee, also ein Genozid ist schlicht "Völkermord" aus unterschiedlichen Motiven. Dieser kann religös, rassistisch, politisch oder sonstwie begründet sein. Ziel dabei ist es, die feindliche Menschengruppe auszurotten. Ob nun, weil sie die "falsche" Hautfarbe, falsche Herkunft, falsche Religion oder schlicht die falsche Ansicht haben. Wenn die CDU jedes SPD-Mitglied verfolgen und töten würde, wäre das ebenso ein Genozid.

Naja, nichts anderes hat die Kirche gemacht. Im großen Stil sogar. Das haben auch die Römer mit den Christen gemacht. Und das haben die Ägypter schon praktiziert. Und die Mongolen, Osmanen, Rumänen, Maya, Babylonier, ..., auch. Denn qualvolle Massenschlachtungen und perfide Hinrichtungsmethoden sind keine Erfindung der Kirche, sie war halt nur ein Fan davon.

Die meisten konnten die Bibel damals nicht lesen, weil sie nicht lesen konnten und es die Bibel nicht in ihren Muttersprachen gab! Selbst Priester waren oft des Lesens nicht mächtig! Daher nichts mit vieldeutige Auslegung sondern einfach von oben her manipuliert und falsch wiedergegeben.
Nun, dann hätte Gott - der ja angeblich das Meer teilen und Städte in Schutt und Asche legen kann - vielleicht mal einschreiten sollen, wenn in seinem Namen genau das Gegenteil von dem getan wird, was er eigentlich personifiziert, denkst Du nicht auch?

Den Menschen einen freien Willen zu geben ist ja lieb und nett, aber den hat auch jedes Tier und jede Bazille. Darauf kann sich also ein Christ nicht viel einbilden. Es geht also nur um die "Rechnungsstellung" am Ende des Lebens: "Du kommst ins Töpfchen und Du ins Kröpfchen". Wovon ich als Nichtchrist ja nicht mal betroffen bin. Nehme ich die Edda beim Wort, dann komme ich nur zu Odin, wenn ich im Kampf sterbe - und das als Pazifist! So wörtlich darf ich also die Edda gar nicht nehmen und eigentlich denke ich auch, dass man die Bibel nunmal nicht wörtlich nehmen darf.

Nunja, das Neuheidentum nimmt die Edda auch eher als das was sie ist: Eine antike Überlieferung. Nur komisch: Die meisten Empfehlungen der Edda (vornehmlich also die Götterlieder, wie Havamal) haben in ihrer Bedeutung und Geltung nichts verloren. Ähnlich wie die Erzählungen der Bibel. Die Edda berichtet, wie man sich an der Tafel benehmen soll, beim Gelage, in der Fremde, ... und niemand hält sich dran. Womit sie das gleiche Los erfährt wie die Bibel mit ihren Geschichten und ihren 10 Geboten ;) Und eigentlich ist es kein Wunder: Ein Atheist hat "nur" seine Gesetzbücher und wer hält sich schon immer an jedes Gesetz und jede Ordnung? Schon deshalb bin ich der Überzeugung, dass die Welt mit dem Experiement "Mensch" nicht anders wäre ohne Religion...

Ich kann dir in einem einzigen konkreten Fall widersprechen. Ich selbst bin - weil ich Christ bin - in vielen Bereichen meines Lebens sicher ein besserer Mensch als ich wäre, wenn ich kein Christ wäre.
Tatsächlich? Du brauchst die Drohung der ewigen Verdammnis und Höllenqual, um nicht fremd zu gehen? Nicht zu stehlen, zu morden, zu lügen und falsch Zeugnis wider Deines Nächsten abzulegen? Du brauchst ein Paradies in Aussicht, um Deinem Nächsten auch mal zu helfen und Deine Eltern zu ehren?

Ich brauche es nicht. Ich tue es auch so, obgleich es nur selten anerkannt, geschweige denn gedankt wird. Aber das ist mir egal, ich fühle mich dabei gut, deshalb tue ich es. Und wer mir Unrecht tut, den strafe ich selbst. Ich will nach meinem Tod in kein Paradies und auch nicht warten, bis ein Gott meinen Feind richtet. Ich krieche vor keinem Gott in Demut, denn man hat mir Beine zum Laufen gegeben. Wenn es tatsächlich euren Gott gibt, er die Menschen schuf und er sich an devotem Gekrieche ergözen würde, dann hätte er den Menschen zum Wurm gemacht und nicht zur Krönung seiner Schöpfung (mal in Deiner Sprache gesprochen).

Was ich im Leben erreicht habe, erreichte ich stets aus eigener Kraft oder durch die Hilfe von Familie und/oder Freunden. Kein Gott hat jemals interveniert, weder in guten, noch in schlechten Zeiten. Also mache ich es mir einfach: Mir ist es völlig egal, ob es einen Gott oder mehrere Götter gibt, denn sie sind tatenlos, für mich also ebenso nutz- wie belanglos. Ich brauche mich mit ihrer Existenz nicht weiter zu beschäftigen, weil sie keinen spür- und lenkbaren Einfluss auf mein Leben haben. Ich brauche also nicht zu ihnen beten oder ihnen danken - ebenso wenig erwarte ich es umgekehrt. Vielleicht leben wir mit ihnen in Symbiose, vielleicht ist es nur ein Hirngespinst aus Angst vor dem Tod. Aber das spielt für mich keine Rolle, da ich so oder so nichts beeinflussen kann. Also sehe ich zu, mir mein Leben auf dieser Kugel so angenehm wie nur möglich zu gestalten und das reicht mir vollends.

Wer sein Leben durch den Glauben in den Griff bekommt, hat das Richtige getan. Da spielt es ebenfalls keine Rolle, ob es nun Gott wirklich gibt oder nicht, weil eine positive Wirkung erzielt wurde. In dem Fall wäre es auch egal, ob derjenige nun an einen Gott, die eigene Stärke oder an die Macht eines Kaffeeflecks glaubt. Manchmal braucht der Mensch nur einen Anstoß und/oder einen Antrieb, um eine schwere Zeit zu überstehen. In dem Sinne kann ein Glaube nichts Schlechtes sein. Nur sehen wir auf der Kehrseite der Medaille eben leider auch, wie Leute in solchen Situationen in ein Abhängigkeitsverhältnis getrieben und gezielt gefügig gemacht wurden. Von der Kirche oder einer Sekte. Wobei ich selbst nicht zwischen Kirche und Sekte unterscheide - beide verkaufen das gleiche Produkt. Wenn Du mich fragst, dann ist es selektive Wahrnehmung, wenn man den Gottglauben ausschließlich als gut, nützlich und damit wichtig betrachtet. Das Missbrauchspotenzial ist derart hoch, dass man es fast mit einem Medikament, einer Droge vergleichen kann. In Maßen hat es eine heilsame Wirkung - in Massen jedoch zerstört sie Dich. Was mich zu der Vermutung führt, dass Drogensüchtige besonders empfänglich sein könnten für die Ersatzdroge "Religion"...
 
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!!!

:roll:die gebrüder grimm kenne ich sehr gut, bzw. die märchen,bin damit groß geworden.warscheinlich kennen solche märchen nur die ossis, ist mir schon manchmal aufgefallen...gibt sicher auch ausnahmen.

also wer die märchen nicht kennt......:LOL:
 
Aber die Kirche ist es, wo ein Großteil der Gläubigen hin rennt. Natürlich kann man auch ganz ohne Kirche glauben. Wenn es euren Gott gibt, dann benötigt er sicher keinen Pfarrer, Priester, Pastor oder sonstwas um sich mitzuteilen - ganz sicher aber keine Institution, die in seinem Namen Geld eintreibt. Im Grunde brauchte euer Gott nicht einmal eine Bibel, Koran, Tanach, ..., wenn er sich "die Zeit nehmen würde" und mit jedem Menschen mal ein "Wörtchen" reden würde. Tut er aber leider nicht. Er greift selbst nicht ein, er duldet in seinem Namen jede Schandtat und ist auch sonst völlig untätig. Er ist ein Voyeur (ja, geklaut aus "Devil's Advocate" :D). Eigentlich verhält er sich genau so wie jemand, den es gar nicht gibt...

Es rennen immer weniger hin, das belgen die aktuellen Statistiken. Und man kann zwar tatsächlich auch für sich glauben, es ist aber besser, wenn man in einer Gemeinschaft verbunden ist. Das wird in der Bibel so empfohlen. Ob diese Gemeinschaft unbedingt eine der Kirchen sein muss ist eine andere Frage;)
Und natürlich braucht Gott die Bibel nicht, aber wir Menschen! Denn wenn Gott zu den Menschen spräche, wie er es im AT noch vielfach tat, dann hätten wir immer ein Problem: Wer kann es nachprüfen, ob das wirklich von Gott kommt? Die Bibel hingegen ist als unparteiisch und kann von jedem gerne zur Überprüfung (z.B. auch meiner Ausführungen) herangezogen werden. Und dann zeigt sich, dass man zwar über Details streiten kann, dass aber das Buch als Ganzes in seinem Aufbau eine Linie hat.
Warum Gott heute nicht mehr eingreift? Ich warte darauf, dass er es endlich tut, aber das wird - laut Bibel - das letzte Mal sein, dann wird die Welt einige sehr düstere Jahre durchleben und dann "beendet er das Experiment Mensch" wie es irgendwo hier jemand geschrieben hatte.

Den Menschen einen freien Willen zu geben ist ja lieb und nett, aber den hat auch jedes Tier und jede Bazille. Darauf kann sich also ein Christ nicht viel einbilden. Es geht also nur um die "Rechnungsstellung" am Ende des Lebens: "Du kommst ins Töpfchen und Du ins Kröpfchen". Wovon ich als Nichtchrist ja nicht mal betroffen bin.

Stimmt, das war nett! Aber ich denke nicht, dass Tiere einen freien Willen haben wie die Menschen. Sie können zwar handeln, klar, aber ihr Handeln ist alleine von Instinkt, Erfahrung, Überlebenswillen,... geprägt. Willentliche Entscheidungen, Gut und Böse unterscheiden, Kunst zu erschaffen,... dazu sind Tiere nicht in der Lage. Und ob du als Nichtchrist davon nicht betroffen bist? Ich denke, dass es dich ebenfalls treffen wird...

Tatsächlich? Du brauchst die Drohung der ewigen Verdammnis und Höllenqual, um nicht fremd zu gehen? Nicht zu stehlen, zu morden, zu lügen und falsch Zeugnis wider Deines Nächsten abzulegen? Du brauchst ein Paradies in Aussicht, um Deinem Nächsten auch mal zu helfen und Deine Eltern zu ehren?

Nein, ich tue das nicht aus Angst vor der Hölle sondern aus Liebe und Dankbarkeit meinem Schöpfer gegenüber. Und ich dachte auch eher an die unscheinbaren kleinen Dinge wie Steuern hinterziehen, erfundenen Ausreden zu gebrauchen, mich vor lästigen Pflichten zu drücken... Halt das, was "jeder macht" weil es auch keiner sieht, der eine mehr und der andere weniger. Und ich bemühe mich zumindest, dass ich es weniger mache. Vielleicht wäre manchmal etwas mehr Furcht vor Gott angebracht, aber das ist im Moment überhaupt nicht "in". Trotzdem, wenn ich daran denke, dass ich in Ewigkeit nicht mit Gott zusammen sein dürfte 8O


... Und wer mir Unrecht tut, den strafe ich selbst. Ich will nach meinem Tod in kein Paradies und auch nicht warten, bis ein Gott meinen Feind richtet. Ich krieche vor keinem Gott in Demut, denn man hat mir Beine zum Laufen gegeben. Wenn es tatsächlich euren Gott gibt, er die Menschen schuf und er sich an devotem Gekrieche ergözen würde, dann hätte er den Menschen zum Wurm gemacht und nicht zur Krönung seiner Schöpfung (mal in Deiner Sprache gesprochen).

Lass dich dabei halt nicht von der Polizei erwischen ;)
Und wenn du kein Paradies nach deinem Tod willst, dann ist ja für dich auch alles in Ordnung. Dazu hat der Mensch ja auch den freien Willen!
Aber in der Bibel ergözt Gott sich nirgendwo an "Gekrieche", er liebt die Menschen die ehrlich sind, ihre Zweifel äußern aber dennoch an ihrem Glauben und ihrer Liebe zu ihm festhalten. Oder glaubst du, dass Abraham mit etwas über 60 Jahren nicht doch leise Zweifel kamen von wegen Nachkommen??? Oder David, als Saul in verfolgte? Oder Paulus, als er Schiffbruch erlitt?

@ sylvi70: Ich bin Wessi und kenne etliche Märchen!
 
[...] Und natürlich braucht Gott die Bibel nicht, aber wir Menschen! Denn wenn Gott zu den Menschen spräche, wie er es im AT noch vielfach tat, dann hätten wir immer ein Problem: Wer kann es nachprüfen, ob das wirklich von Gott kommt?
Im AT hat niemand etwas nachgeprüft. Damals nicht und heute kann man es erstrecht nicht nachprüfen. Heute wird für die Geschichten der Bibel blinder Glaube gefordert, der könnte ebenso für aktuelle Ereignisse gefordert werden.

Davon abgesehen: Wenn Dir ein Engel oder Gott persönlich begegnen würde und zu Dir spräche: Wäre es wirklich von Belang, ob es jemand glaubt? Wäre mir an dieser Stelle völlig egal. Und wenn Gott zu jedem spräche, dann bedarf es ohnehin keiner Beweise mehr, weil jeder das gleiche Erlebnis hätte.

Stimmt, das war nett! Aber ich denke nicht, dass Tiere einen freien Willen haben wie die Menschen. Sie können zwar handeln, klar, aber ihr Handeln ist alleine von Instinkt, Erfahrung, Überlebenswillen,... geprägt.
Also sicherlich haben Tiere kein Ich-Bewusstsein. Sie sehen ihr Spiegelbild und wissen nicht, dass sie es selbst sind. Das ist im Übrigen auch der Quantensprung in der Evolution gewesen, der uns zu Menschen machte und uns über die Stufe von Affen erhob.

Aber Tiere haben durchaus einen freien Willen. Sogar viel freier als wir, denn sie haben keine Gesetze, Anwälte und Bürokraten. Wer schonmal das eine oder andere Haustier hatte, der weiß auch, dass ein Tier durchaus sogar dickköpfig sein kann. Tiere wissen zwar nicht, dass sie einstmals sterben müssen, kennen aber den Verlustschmerz ebenso wie wir Menschen. Je höher entwickelt ein Tier ist, desto intensiver sind auch dessen Empfindungen.

Wenn Du jetzt vielleicht meinst, dass die meisten Handlungsweisen nur antrainiert oder -gelernt sind, dann schlage ich vor, mal ein Experiment zu machen: Sperr einen Menschen in Deinen Keller ein und lass ihn einen Tag hungern und dursten. Am nächsten Tag gibst Du ihm etwas zu trinken und läutest vorher eine Glocke... Du weißt worauf ich hinaus will? Genau: Wie beim Tier auch funktioniert beim Menschen der Pavlowsche Reflex sehr gut. Du meinst Haustiere befinden sich in einem Abhängigkeitsverhältnis und sind deshalb dem Herrchen/Frauchen zugetan? Na dann achte mal bei der nächsten Geiselnahme, die etwas länger dauert, auf die Geiseln. Nach einer bestimmten Zeit setzt immer das Helsinki-Syndrom ein.

Weil Tiere nicht in der Lage sind, aufgrund minderer Intelligenz Kunst oder Musik zu erschaffen, sind sie nicht minderwertiger als Menschen. Und Begriffe wie "Gut" und "Böse" müssen sie nicht auseinander halten können, weil es unter Tieren kein "Gut" und kein "Böse" gibt. Ein Tier versucht stets nur, zu überleben, sich zu vermehren und seine Nachkommen zu schützen. Hinterhältigkeit, Betrug und dergleichen mehr kennt ein Tier nicht. Diese Dinge kamen erst auf die Erde mit dem Menschen, der wahrscheinlich schlimmsten Pest der Kugel. Ein Tier hat gar kein Interesse daran, Dir zu schaden oder Dir zu nutzen. Es will einfach nur leben - mehr nicht. Und wenn Du Deinem Hund oder Deiner Katze zwei Fressnäpfe hinstellst, die jeweils mit dem gleichen Futter gleich voll gefüllt sind, dann ist es sehr wohl eine Entscheidung, aus welchem es frisst und ob es überhaupt frisst. Jedes Tier ist freier als ein Mensch.

Und ob du als Nichtchrist davon nicht betroffen bist? Ich denke, dass es dich ebenfalls treffen wird...
Aus Deiner Sicht ist das natürlich die einzig richtige Antwort. Ein Buddhist würde jetzt sagen, dass Du im Unrecht bist und ständig wiedergeboren wirst. Als Heide sage ich, dass ich aus der Natur kam und wieder in sie zurück gehen werde, wenn ich meine Zeit als "Durchlauferhitzer" hinter mir gelassen habe. Ich werde wieder zu dem Staub, aus dem einst alles entstand. Zumal ich für meinen Teil auch keinerlei wert auf ewiges Leben mit wem auch immer lege.

Lass dich dabei halt nicht von der Polizei erwischen ;)
*gg* Nein, ich pass auf :D

[...]Aber in der Bibel ergözt Gott sich nirgendwo an "Gekrieche", er liebt die Menschen die ehrlich sind, ihre Zweifel äußern aber dennoch an ihrem Glauben und ihrer Liebe zu ihm festhalten. Oder glaubst du, dass Abraham mit etwas über 60 Jahren nicht doch leise Zweifel kamen von wegen Nachkommen??? Oder David, als Saul in verfolgte? Oder Paulus, als er Schiffbruch erlitt?
Du musst wissen, dass ich nicht bibelfest bin. Vielleicht mal ein kurzer Abriss was es mit Abraham, David und Paulus auf sich hatte?
 
!!!

Es rennen immer weniger hin, das belgen die aktuellen Statistiken. Und man kann zwar tatsächlich auch für sich glauben, es ist aber besser, wenn man in einer Gemeinschaft verbunden ist. Das wird in der Bibel so empfohlen. Ob diese Gemeinschaft unbedingt eine der Kirchen sein muss ist eine andere Frage;)
Und natürlich braucht Gott die Bibel nicht, aber wir Menschen! Denn wenn Gott zu den Menschen spräche, wie er es im AT noch vielfach tat, dann hätten wir immer ein Problem: Wer kann es nachprüfen, ob das wirklich von Gott kommt? Die Bibel hingegen ist als unparteiisch und kann von jedem gerne zur Überprüfung (z.B. auch meiner Ausführungen) herangezogen werden. Und dann zeigt sich, dass man zwar über Details streiten kann, dass aber das Buch als Ganzes in seinem Aufbau eine Linie hat.
Warum Gott heute nicht mehr eingreift? Ich warte darauf, dass er es endlich tut, aber das wird - laut Bibel - das letzte Mal sein, dann wird die Welt einige sehr düstere Jahre durchleben und dann "beendet er das Experiment Mensch" wie es irgendwo hier jemand geschrieben hatte.



Stimmt, das war nett! Aber ich denke nicht, dass Tiere einen freien Willen haben wie die Menschen. Sie können zwar handeln, klar, aber ihr Handeln ist alleine von Instinkt, Erfahrung, Überlebenswillen,... geprägt. Willentliche Entscheidungen, Gut und Böse unterscheiden, Kunst zu erschaffen,... dazu sind Tiere nicht in der Lage. Und ob du als Nichtchrist davon nicht betroffen bist? Ich denke, dass es dich ebenfalls treffen wird...



Nein, ich tue das nicht aus Angst vor der Hölle sondern aus Liebe und Dankbarkeit meinem Schöpfer gegenüber. Und ich dachte auch eher an die unscheinbaren kleinen Dinge wie Steuern hinterziehen, erfundenen Ausreden zu gebrauchen, mich vor lästigen Pflichten zu drücken... Halt das, was "jeder macht" weil es auch keiner sieht, der eine mehr und der andere weniger. Und ich bemühe mich zumindest, dass ich es weniger mache. Vielleicht wäre manchmal etwas mehr Furcht vor Gott angebracht, aber das ist im Moment überhaupt nicht "in". Trotzdem, wenn ich daran denke, dass ich in Ewigkeit nicht mit Gott zusammen sein dürfte 8O




Lass dich dabei halt nicht von der Polizei erwischen ;)
Und wenn du kein Paradies nach deinem Tod willst, dann ist ja für dich auch alles in Ordnung. Dazu hat der Mensch ja auch den freien Willen!
Aber in der Bibel ergözt Gott sich nirgendwo an "Gekrieche", er liebt die Menschen die ehrlich sind, ihre Zweifel äußern aber dennoch an ihrem Glauben und ihrer Liebe zu ihm festhalten. Oder glaubst du, dass Abraham mit etwas über 60 Jahren nicht doch leise Zweifel kamen von wegen Nachkommen??? Oder David, als Saul in verfolgte? Oder Paulus, als er Schiffbruch erlitt?

@ sylvi70: Ich bin Wessi und kenne etliche Märchen!

:roll:ich schrieb ja auch....es gibt ausnahmen!!!:roll:
 
"Wikipedia geschrieben hat:

Zitat:
Zitat von Wikipedia
[...] Gott selbst sucht Abraham auf, um ihm mitzuteilen, dass er vorhabe, "

Natürlich ist das falsch, was Wiki schreibt. Es wäre unlogisch, wenn die Deutschen die Bibel nicht kennen und auch nicht Grimm, aber Lexikon- und Wikiautoren. Dann hätte ich einen Konflikt und die sind ungesund für Galle und Niere.
Warum sagen hier im Thread so viele ich kenne Märchen und sie kennen gar keine Märchen. Was ist mit den 3 Frauenblumen oder Froschkönig oder Schneewittchen? Um Deutsch, weil es schwarz rot gold ist?
 
Warum sagen hier im Thread so viele ich kenne Märchen und sie kennen gar keine Märchen. Was ist mit den 3 Frauenblumen oder Froschkönig oder Schneewittchen? Um Deutsch, weil es schwarz rot gold ist?

Kennen bedeutet nicht unbedingt verstehen, vor allem nicht jede mögliche Deutung!

Im AT hat niemand etwas nachgeprüft. Damals nicht und heute kann man es erstrecht nicht nachprüfen. Heute wird für die Geschichten der Bibel blinder Glaube gefordert, der könnte ebenso für aktuelle Ereignisse gefordert werden.

Immer mehr Ereignisse werden durch die Archäologie bestätigt. Also nicht nur "blinder Glaube".


Ein Tier versucht stets nur, zu überleben, sich zu vermehren und seine Nachkommen zu schützen. Hinterhältigkeit, Betrug und dergleichen mehr kennt ein Tier nicht. .... Ein Tier hat gar kein Interesse daran, Dir zu schaden oder Dir zu nutzen. Es will einfach nur leben - mehr nicht. Und wenn Du Deinem Hund oder Deiner Katze zwei Fressnäpfe hinstellst, die jeweils mit dem gleichen Futter gleich voll gefüllt sind, dann ist es sehr wohl eine Entscheidung, aus welchem es frisst und ob es überhaupt frisst.

Das was du hier beschrieben hast ist das Gegenteil von "freiem Willen". Ohne Wertung: Freier Wille beinhaltet auch, dass ich mir und anderen schaden kann aber ebenfalls, dass ich ihnen gutes tun kann. In dem "Fressnapf-Sinn" hast du natürlich recht, aber das hat doch nur in sehr geringem Umfang mit "freiem Willen" zu tun.

...Ich werde wieder zu dem Staub, aus dem einst alles entstand...

Zumindest dein Körper!

Du musst wissen, dass ich nicht bibelfest bin. Vielleicht mal ein kurzer Abriss was es mit Abraham, David und Paulus auf sich hatte?

In aller Kürze:
-Abraham war 99 Jahre alt, als Gott ihm versprach, dass er einen eigenen Nachkommen haben werde! Und es steht auch im Text, dass Abraham sich mit seiner Kinderlosigkeit abgefunden hatte! Das ist ein deutliches Zeichen davon, dass er sehr wohl an der Erfüllung weifelte. (1. Mo. 17 und 18)

David war zum König gesalbt worden noch während Saul, der vorherige König lebte. David diente weiterhin unter Saul und das VOlk liebte ihn mehr als Saul. Dieser versuchte mehrfach, David umzubringen oder umbringen zu lassen. David musste fliehen und hatte sogar Sauls Leben in der Hand. In den Psalmen (Ps. 23: "Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal fürchte ich kein Unglück...") bringt David seinem Zorn, seiner Angst, seiner Verzweiflug immer wieder zum Ausdruck. (1. Samuel 15 ff und Psalmen)

Paulus war der Erweckungsreisende schlechthin. Auf seinen Reisen wurde er oft eingesperrt, geschlagen,... durch die jeweiligen Herrschenden. Er wurde eingesperrt, geschlagen, gesteinigt (er hats überlebt), verspottet, vertrieben. Auf dem Weg nach Rom als Gefangener erlitt er Schiffbruch vor Malta und wurde kurz darauf von einer Schlange gebissen. Ich an seiner Stelle hätte da dann doch das eine oder andere Mal an meiner Berufung gezweifelt.

Reicht das soweit einmal aus?
 
Zuletzt bearbeitet:
Das was du hier beschrieben hast ist das Gegenteil von "freiem Willen". Ohne Wertung: Freier Wille beinhaltet auch, dass ich mir und anderen schaden kann aber ebenfalls, dass ich ihnen gutes tun kann. In dem "Fressnapf-Sinn" hast du natürlich recht, aber das hat doch nur in sehr geringem Umfang mit "freiem Willen" zu tun.

Wenn die Entscheidung frei getroffen wurde, war der Wille "frei" - das Ausmaß spielt dabei keine Rolle. Aber man sollte immer die Neurowissenschaften im Hinterkopf haben, wenn man darüber diskutiert.

Zumindest dein Körper!

Mehr ist er ja auch nicht.
 
Welche Ereignisse wären das denn die bestätigt wurden?

Begriff "Ereigniss" ist von mir ungeschickt gewählt, aber nun ja...

Also, man hat das "Haus Davids" auf einer Tontafell nachgewiesen, die von der Altersdatierung in die Zeit Davids fällt. Es wurden zig Könige, die in der Bibel erwähnt werden, gefunden mit passenden Orten und Regierungszeiten. Beschriebene Landschaften konnten lokalisiert werden, ebenso Städte, Flüsse, Seen. Wobei die Erkenntnisse aus der Zeit bis zur Landnahme zumindest dünn sind, das ist wahr.

Ein besonders schönes Beispiel ist für mich der Teich Bethesda in Jerusalm, beschrieben im Johannesevangelium. An der angegebenen Stelle befand sich "nur" eine Zisterne, die folglich "Zisterne Bethesda" genannt wurde. Die Folgerung war, dass das Evangelium ungenau war, weil es eben den Teich nicht gab. Erst vor wenigen Jahren hat man bei Ausgrabungen für einen Kanal den eigentlichen Teilch gefunden, er grenzt praktisch an die Zisterne, die ursprünglich wohl das Zulaufbecken für den eigentlichen Teich war. Und der Teich ist - wie im Evangelium beschrieben - ein Teich für Waschungen und Reinigung.
Ehrlich: Mich beeindruckt die Genauigkeit der Bibel bei solchen Nebensächlichkeiten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also, man hat das "Haus Davids" auf einer Tontafell nachgewiesen, die von der Altersdatierung in die Zeit Davids fällt. Es wurden zig Könige, die in der Bibel erwähnt werden, gefunden mit passenden Orten und Regierungszeiten. Beschriebene Landschaften konnten lokalisiert werden, ebenso Städte, Flüsse, Seen. Wobei die Erkenntnisse aus der Zeit bis zur Landnahme zumindest dünn sind, das ist wahr.

Das Problem dabei ist: es ist eine Sache, wenn es einen historischen König David gab, eine andere, ob die biblischen Erzählungen um ihn alle wahr sind. Die Archäologie kann beweisen, dass es bestimmte Personen zu einer bestimmten Zeit gegeben hat, aber nie, dass eine von ihnen mit Gott gesprochen oder ein Wunder gewirkt hat.
 
Kennen bedeutet nicht unbedingt verstehen, vor allem nicht jede mögliche Deutung!
Das ist das Problem von Anbeginn des Threads an ;)

Immer mehr Ereignisse werden durch die Archäologie bestätigt. Also nicht nur "blinder Glaube".
Wie schon gesagt: Dass etwas geschehen ist, kann nicht bewiesen werden und somit ist es tatsächlich blinder Glaube. Würde ich Dir heute erzählen, dass soeben Gott mit mir sprach, dann kann ich meine Existenz beweisen und Du kannst mich sogar befragen. Aber ob es wirklich so war, das wirst Du wohl kaum erfahren - es sei denn, Du glaubst es mir blind ;)

Das was du hier beschrieben hast ist das Gegenteil von "freiem Willen". Ohne Wertung: Freier Wille beinhaltet auch, dass ich mir und anderen schaden kann aber ebenfalls, dass ich ihnen gutes tun kann.[...]
Das ist eine Frage Deiner persönlichen Intention. Ein Tier hat nur eben kein Interesse, Dir zu nutzen oder zu schaden, also lebt es mit Dir oder ohne Dich weiter, ohne von Dir besondere Notiz zu nehmen.

Oder anders: Hast Du vielleicht einen Hund oder eine Katze und hast Du zu diesem Tier eine enge Bindung? Wenn ja, dann wirst Du es kennen: Wenn es Dir schlecht geht und Du unglücklich bist, dann merkt es so ein Tier auch. Mein Hund kam dann immer an und hat sich neben mich gelegt, Kopf auf meinen Schoß und hat mich angeguckt. Hat er nur getan, wenn es ihm oder mir nicht gut ging. Sonst kam er immer mit Spielzeug angelaufen. Wenn Du mich fragst, war das eine vorsätzliche Handlung und freier Wille. Und der Spruch

Franz von Assisi schrieb:
Das mir der Hund das Liebste sei, sagst Mensch Du, sei Sünde.
Der Hund bleibt mir im Sturme treu, ein Mensch nicht mal im Winde

hat sich in meinem Leben einfach zu oft bewahrheitet. Tatsache ist, dass mir noch nie ein "böses" Tier begegnet ist. Ebenso kein "gutes". Obwohl man immer mal wieder hört, dass Schiffbrüchige von Delphinen gerettet wurden, neige ich eher dazu anzunehmen, dass die Delphine schlicht nur spielen wollten.

Zumindest dein Körper!
Ja weißt Du, das ist ja der Dreh- und Angelpunkt jeder Religion: Die Seele. Schönes Wort, aber ohne jede eindeutige Definition. Wenn man als "Seele" bezeichnet, was man fühlt, denkt und welche grundsätzliche Einstellung man zu anderem Leben hat, dann stirbt die Seele leider tatsächlich mit dem Körper. Denn die Persönlichkeit ist in der sterblichen Hülle "abgespeichert". So wie eine Festplatte, die, wenn sie defekt ist, weggeworfen oder zerstört wird. Und mit ihr alle darauf enthaltenen Daten. So auch das Gehirn.

Wenn die Definition einer Seele der ominöse "Lebensfunke" ist, dann kann ich damit schon besser umgehen. Allerdings hat der (sollte er existieren), keinerlei Einfluss auf meine Persönlichkeit. Er kann keine Daten speichern, also auch keine Persönlichkeit und keine Erinnerungen. Sollte es so sein, dass dieser Funke existiert und nach meinem Tode "in den Himmel kommt" (wahlweise sich auch als Energieform wieder einem Strom anschließt oder sonstwas), dann ist mir das relativ egal, denn ich werde davon keinerlei Kenntnis erlangen. Folglich interessiert es mich auch nicht.

Alle darüber hinaus gehenden Definitionen von "Seele" sind nette Themen für Philosophen. Oder eben das "Starprodukt im Portfolio" einer Religion. Denn "Seele" kann man nicht anfassen, nicht riechen, schmecken, hören oder sehen, ja nicht mal im Ansatz nachweisen. Trotzdem verkauft sich die Eintrittskarte für die Seele ins Paradies zauberhaft. Was mich wieder an das Lied "Jesus he knows me" von Genesis erinnert.

Oder an ein tatsächlich einstmals im Internet verkauftes Produkt: Der "Tachyonengleichrichter". Kein Witz! Damit sollten unheilbare Krankheiten geheilt werden können. Nur kurz dazu: Tachyonen sind theoretische "Spiegelteilchen". Würde man versuchen, etwas mit einer Ruhemasse größer Null auf Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen, nähme mit steigender Geschwindigkeit die benötigte Energie zur weiteren Beschleunigung immer mehr zu. Bei Lichtgeschwindigkeit ist der Energiebedarf unendlich hoch. Die spezielle Relativitätstheorie bietet nun theoretisch die Möglichkeit von Tachyonen. Das wären dann Teilchen mit negativer Ruhemasse, die sich theoretisch unendlich schnell bewegen und zum "Abbremsen" Energie benötigen würden. Deren Energiebedarf wäre dann unendlich, wenn man sie ruhen lassen wollen würde. Kurz: Sie werden von der Mathematik zwar als Möglichkeit angeboten, wurden aber bisher nie nachgewiesen oder beobachtet. Und trotz dieser Tatsache verkaufte eine Firma ein Gerät, um diese Teilchen "gleichzurichten", da "ungerichtete" Tachyonen schuld seien an diversen Erkrankungen. Tja, wer krank ist und wen die Ärzte aufgegeben haben, der wird gläubig und/oder kauft sauteure "Tachyonengleichrichter" nebst purer Vaseline getarnt als "Wundersalbe".

Mit der Seele ist es dasselbe. Theoretisch könnte eine Seele existieren. Was sie ist und welche Auswirkung sie hat, ist nicht feststellbar, also reine Spekulation. Und auf eine vage Interpretation hin wird ein Geschäft darum eröffnet. Und Geld kassiert, Macht aufgebaut. Zu welchem Zweck nun die Macht ge- oder missbraucht wird, liegt in der Intention eines oder weniger Menschen. Keine gute Sache.

In aller Kürze:
-Abraham [...]
-David [...]
-Paulus [...]

Reicht das soweit einmal aus?
Ja, war interessant :) Danke Dir dafür!
 
"Theoretisch könnte eine Seele existieren"

Genau das sagt die Bibel. Der Atheist weiss weder was eine Seele ist, noch hat er Interesse an ihr.