Soziales Union will schärfere Sanktionen für Arbeitsunwillige

Ist das ein Nachteil?

Jemand wie meiner einer hat ordentliche gehaltliche Vorstellungen, und schlage damit bei nem potentiellen Arbeitgeber auf.
Ne Stunde später kommt einer, der zwar nicht ganz up2date ist, aber er will nur die Hälfte.

gruss kelle!
Ja, so wäre es richtig. Aber beispielsweise in unserer Branche. Ein Hartz IV-Empfänger hat vielleicht schon etliche Praktika hinter sich und ist damit weit mehr up-to-date als Du, der seit Jahren in einer Firma mehr oder weniger immer wieder das Gleiche gemacht hat. Trotzdem wirst Du wahrscheinlich aufgrund der Berufserfahrung erstmal vorgezogen, warum auch immer.

Vermute ich jedenfalls. Vielleicht irre ich mich auch (hoffentlich!).

perlini schrieb:
[...] Wenn's dann zu Vorstellungsgespräche - zB. als Bayer ind HH - kommt, kommen noch mal weitere Kosten hinzu.
[...]
Die werden aber auch extra erstattet. Die fallen nicht in die 260 Euro mit rein. Ginge ja auch gar nicht - jeder weiß wohl, wie "günstig" das Bahnfahren oder Autofahren ist...

Gruß,
Photon
 
Ne Menge Geld?! Fotos, Bewerbungsmappen, Kopier/Druck-Kosten, Porto usw. - so 'ne Bewerbung geht schon ins Geld. Wenn's dann zu Vorstellungsgespräche - zB. als Bayer ind HH - kommt, kommen noch mal weitere Kosten hinzu.

Wie schon Photon geschrieben hat ...
Fahrtkosten etc. werden zusätzlich erstattet.
Und 260 Euro sind meiner Rechnung nach ausreichend für mindestens 150 Bewerbungen.
Dabei gehe ich davon aus, dass 60% der Bewerbungsmappen von den Arbeitgebern wieder zurückgesendet werden.

Und was heißt hier froh sein!? Der Staat sollte nicht nur seine Arbeitslosen verwalten und gängeln, sondern auch dabei unterstützen, 'nen neuen Job zu finden. Ist ja schließlich auch in seinem Interesse.

Was sind die 260 Euro Beihilfe ? Ist das keine Unterstützung ?
 
Wie schon Photon geschrieben hat ...
Fahrtkosten etc. werden zusätzlich erstattet.
Und 260 Euro sind meiner Rechnung nach ausreichend für mindestens 150 Bewerbungen.
Dabei gehe ich davon aus, dass 60% der Bewerbungsmappen von den Arbeitgebern wieder zurückgesendet werden.
Hahaha
260€ für 150 Bewerbungen? Schonmal das Porto alleine berechnet? sind keine 51cent pro Brief
dann ca- 8-10€ für 4 Bewerbungsfots, wenns gut kommt. sollen ja auch keine Automatenbilder sein.
Kopien auch gut 5-10cent pro bild.
Also mit 260€ kommt man wenns gut kommt, auf höchstens 75-100 Bewerbungen, wenn man dazu berechnet, das man nur 4-12 bewerbungen gleichzeitig wegschickt um das Geld für die Photos zu sparen
 
[...] Also mit 260€ kommt man wenns gut kommt, auf höchstens 75-100 Bewerbungen, wenn man dazu berechnet, das man nur 4-12 bewerbungen gleichzeitig wegschickt um das Geld für die Photos zu sparen
Also der Staat rechnet ja sogar (zurecht) noch viel pessimistischer. Um die 260 Euro zu bekommen, muss man ein forumlar ausfüllen, in dem man aufführen muss, wo man sich wann als was beworben hat. Es werden maximal 52 Bewerbungen pro Jahr anerkannt und mit 5 Euro pro Bewerbung gerechnet.

Wenn man bedenkt, dass man eine Bewerbung im A4-Format versenden muss mit Mappe etc. kommen die tatsächlichen Kosten schon recht nah an 5 Euro / Bewerbung heran. 52 Bewerbungen pro Jahr entspricht etwa 1 Bewerbung pro Woche. Und das reicht eigentlich auch aus, denn so bewirbt sich nicht jeder irgendwo (Quantität statt Qualität), sondern sucht sich vielleicht auch ganz genau raus, wo es eine echte Chance auf Erfolg geben könnte.

Gruß,
Photon
 
Ne Menge Geld?! Fotos, Bewerbungsmappen, Kopier/Druck-Kosten, Porto usw. - so 'ne Bewerbung geht schon ins Geld.
Sehe ich genauso.
Wenn's dann zu Vorstellungsgespräche - zB. als Bayer ind HH - kommt, kommen noch mal weitere Kosten hinzu.
Das sollte der zahlen, der Dich einlädt. Also der potentielle Arbeitgeber. Deshalb überlegt der sich auch 10 mal, ob er einen Bayer nach Hamburg holt für ein Gespräch, lieber schreibt der eine Absage... aber bewerben muss man sich trotzdem.

Und regelmässig gibt es Ärger um diese Erstattung der Kosten.

Und 260 Euro sind meiner Rechnung nach ausreichend für mindestens 150 Bewerbungen.
Das Arbeitsamt erstattet aber nur Geld für 52 Bewerbungen (wie schon geschrieben). Und wenn man dabei keine 260 Euro Kosten hatte, hat man Pech gehabt.

52 Bewerbungen pro Jahr entspricht etwa 1 Bewerbung pro Woche. Und das reicht eigentlich auch aus, denn so bewirbt sich nicht jeder irgendwo (Quantität statt Qualität)
Das sieht das Amt aber deutlich anders. Und auch die öffentliche Meinung würde einen Arbeitslosen, der nur eine Bewerbung pro Woche verschickt, als notorischen Faulpelz bezeichnen.

Wenn ich morgen arbeitslos würde, dann stehen alleine in den Online-Stellenbörsen ungefähr 400 Stellen, auf die ich mich sofort bewerben könnte. Und das wird bei vielen so sein. Ein Langzeitarbeitsloser hat es da natürlich schwieriger, weil nicht ganz so viele Stellen neu kommen. Aber eine Bewerbung pro Woche wäre deutlich zu wenig.

Marty
 
dann ca- 8-10€ für 4 Bewerbungsfots, wenns gut kommt. sollen ja auch keine Automatenbilder sein

Wer sich so abrippen lässt braucht nicht heulen ... :ugly:
Man sollte ja als Arbeitssuchender die knappe Kohle nicht mit vollen Händen zum Fenster raus werfen.

4 Bewerbungsphotos auf Negativ kosten einmalig um die 25 Euro (Photo Porst usw.).
Jeder Abzug davon kostet Dich dann keine 50 Cent für 4 Bilder ....

Und was die 52 Bewerbungen betrifft ...
Das Material für 100 Bewerbungen lässt sich locker "kaufmännisch" auf 52 Bewerbungen verteilen.
D.h. 100 Bewerbungen mit Mappen die der Staat bezahlt OHNE das der Arbeitssuchende irgendwelche Kosten hat.

Ich weiss wirklich nicht was ihr alle habt.
 
Das Material für 100 Bewerbungen lässt sich locker "kaufmännisch" auf 52 Bewerbungen verteilen.
D.h. 100 Bewerbungen mit Mappen die der Staat bezahlt OHNE das der Arbeitssuchende irgendwelche Kosten hat.
Ich bin von den offiziellen Angaben ausgegangen, ich selbst mache viel mit E-Mail-Bewerbungen. Wenn ich deiner Argumentation folge, sollte ich dann trotzdem das Geld beim Arbeitsamt abholen?
Aber du bist dann sicher wieder der erste der schreit das Mittel fremd eingesetzt werden.
Naja wieder einmal mit zweierlei Mass messen, kennen wir ja schon zu genuege.
 
Wenn ich deiner Argumentation folge, sollte ich dann trotzdem das Geld beim Arbeitsamt abholen?
Aber du bist dann sicher wieder der erste der schreit das Mittel fremd eingesetzt werden.
Naja wieder einmal mit zweierlei Mass messen, kennen wir ja schon zu genuege.

Och hör doch auf ... ! :ugly:

Wenn ein Arbeitssuchender mit 52 [durch das Arbeitsamt bezahlten !] Bewerbungen nicht zufrieden ist und er gern mehr Bewerbungen schreiben möchte, kann er die Bewerbungskosten sicherlich in den 52 Bewerbungen "unterbringen".

Die Negative der Photos zum Beispiel sind einmalige Kosten und schlagen pro Abzug nicht in der Höhe zu Buche, wie sie es bei Einzelbildern machen würden.
Kopien sind da ähnlich ...
Ob ich pro Bewerbungsmappe 10 Kopien oder 20 brauche, interessiert das Arbeitsamt einen Dreck.
Das bedeutet nicht, dass man das Arbeitsamt bescheissen soll sondern die Kosten kreativ aufteilt.

Mir sind solche Leute auf jeden Fall lieber, die 200 und mehr Bewerbungen schicken und sich die kosten für 52 Bewerbungen erstatten lassen als Sozialschmarotzer die die Kohle für 52 miserable Bewerbungen bekommen und sich davon einen Lenz machen.
 
Recht hast Du, allerdings
Das bedeutet nicht, dass man das Arbeitsamt bescheissen soll sondern die Kosten kreativ aufteilt.
ist nicht in Ordnung. Ich mache meine Steuererklärung schliesslich auch nicht "kreativ", sondern würde das Finanamt bescheissen, wenn ich falsche Angaben mache.

Mir sind solche Leute auf jeden Fall lieber, die 200 und mehr Bewerbungen schicken und sich die kosten für 52 Bewerbungen erstatten lassen als Sozialschmarotzer die die Kohle für 52 miserable Bewerbungen bekommen und sich davon einen Lenz machen.
Da sind wir uns einig.

Marty
 
OK - dann verzichte ich auf das Wort "kreativ" ... :mrgreen:

Die "Initialkosten" wie Negative der Bewerbungsphotos, Gebühren für Beglaubigungen von Zeugnissen, wiederverwendbare Bewerbungsmappen etc. kriegt man aber in den genannten Beihilfen locker unter und hält damit die "Folgekosten" ab der 53. Bewerbung niedrig.

Und was die "kreative" Steuererklärung angeht ... sowas mache ich seit Jahren.
"Kreativ" bedeutet, dass man alle nicht belegbaren Ausgaben schätzen kann und diese pauschal angesetzt werden.
Das ist u.a. bei dienstl. Telefonkosten von zu Hause aus der Fall.
 
naja mit den Fahrtkosten, Bewerbungskosten usw., das man sich damit + der Befreiung von Kita+ Gez finanziell fast schon in die Nähe eines Facharbeiters katapultiert (bei nem 5 Personenhaushalt und Frau nicht berufstätig) wird ja nun so langsam bekannt.

Man könnte es auch andersherum ausdrücken: ob dieser Familienvater sich nun für 80h/Woche, 2000€/brutto den Arsch aufreisst, oder Fernsehn schaut und Bier säuft, macht praktisch keinen Unterschied.

Es tun sich ja weitere Möglichkeiten im Bereich Verein - Ehrenamt - Aufwandsentschädigung auf.

Die Idee mit den 7 Hartz4-Empfängern mit jeder Menge Zeit und den 7 Vereinsgründungen ist ja auch kaum bekannt/genutzt...

Tomsen
 
weiß auch net welche idee du da meinst?!


und wenn man das so vergleicht wie du mit nem mann der 80h/woche und für 2000euro/brutto arbeiten geht (5 Personenhaushalt) nichts beantragt wie GEZbefreiung oder Befreiung/zuzahlung von kitakosten, ja dann ist er selbst schuld und ja dann kann man das gleich stellen mit nem biertrinkenden sofasitzer (5 personenhaushalt+die finanziellen unterstützungen).

aber normal kann kein arbeiter weniger oder gleich viel haben wie ein hartzIVler, denn auch ihm stehen dann unterstützungen zu. ;)

also so wie manche denken ists nämlich net. was stimmt und das ist und wird immer trauriger, das die löhne immer niedriger werden und man dann obwohl man hart und viel arbeitet vieleicht sogar auf zahlungsbefreiungen oder zustehende finanzielle hilfe zurückgreifen muss. aber es ist meineserachtens falsch die schuld bei arbeitslosen (arbeitswilligen) zu sehen, denn die bekommen das minimum zum leben. es sind die löhne die zu niedrig sind und das leben was immer teurer wird.
 
weiß auch net welche idee du da meinst?!


und wenn man das so vergleicht wie du mit nem mann der 80h/woche und für 2000euro/brutto arbeiten geht (5 Personenhaushalt) nichts beantragt wie GEZbefreiung oder Befreiung/zuzahlung von kitakosten, ja dann ist er selbst schuld und ja dann kann man das gleich stellen mit nem biertrinkenden sofasitzer (5 personenhaushalt+die finanziellen unterstützungen).

aber normal kann kein arbeiter weniger oder gleich viel haben wie ein hartzIVler, denn auch ihm stehen dann unterstützungen zu. ;)

GEZbefreiung geht zB nur mit ALG2/Hartz4 oder wenn man blind ist. Kita wird ab 11000€/jahr fällig.

Natürlich gibts z.B Wohngeld.

Das verringert sich jedoch um ca 0,40€/1€ zusätzlicher Verdienst.
Findest Du z.B, nen Job, in dem Du 300€/Monat mehr verdienst als ALG1, bekommst Du ca 120€ weniger Wohngeld, hast also noch 180€+.
Dazu fallen meist Fahrtkosten an, nehmen wir mal 50€/Monat an, da Du keine Steuern zahlst, kannst die auch nicht absetzen, gehen also voll zu deinen Lasten, hast also noch 130€+.
Kommst Du durch die Arbeitsaufnahme über die 11000€-Grenze, schlagen nochmal 27€ für die Kita zu Buche, sind wir bei 103€+.

Natürlich hast Du recht, es ist mehr.

Ich bin dann aber mit z.B. 50-80h/Woche Arbeit ausgelastet, da bleibt kaum Zeit zum Nachdenken, Kostensenken usw.

Jemand, der weiss, ich muss nicht unbedingt 60h/Woche arbeiten, ich muss einfach nur 100€/Monat holen, ist doch da schon klar im Vorteil.
Und der holt die 100€ locker...
Da gibt zB Aufwandentschädigungen für Vereinsarbeit, Ehrenämter.
Schlicht und einfach das Auto verkaufen/verschrotten und Roller/Fahrrad fahren, bringt z.B. schonmal mehr als 100€/Monat.

Sich die Zeit nehmen wirklich auch noch nen 5€-Schein/Monat bei Versicherungen, Banken, Ämtern, Strom, Telekommunikationsfirmen usw. rauszuholen, das kann der 60h/Woche-Arbeiter fast nicht leisten.

So und dieses Arbeiten oder Nichtarbeiten ist egal, es kommt immer das gleiche raus, ist nicht unbedingt motivierend.
Steckst Du 80-90% deiner Kraft in die Arbeit, kannst Du fast davon ausgehn, dass dein payout niedriger ist, als wenn Du nicht arbeitest, weil Du unter die Räder der Bürokratie, des Schriftverkehrs usw geräts, ein mangelhaftes Kostenmanagement hast und nicht mehr richtig durchblickst was los ist.

Das Familienväter auf den zusätzlichen Euro 70-90% auf verschiedenen Wegen wieder abgeben ist der Politik seit Jahren bekannt und wurde schon vor Jahren von Wirtschaftforschungsinstituten bemängelt, es wird jedoch nicht thematisiert.
Da traut sich keiner richtig ran, noch nichtmal die PDS. Ob das nun an mangelden Ideen liegt, oder ob man schlafende Hunde nicht wecken will, kann ich Dir nicht sagen.

Ach ja die Idee, die Du ansprachst. Finden sich 7 Familienväter, die genau wissen, Vollzeitjobs sind zwar laut Regierung was ganz tolles und jeder sollte einen haben usw., Geld kommt dadurch aber kaum bis nicht in die Kasse, können die zB einen Verein gründen (Kosten 35€) und dort ihr Engagement einbringen und je nach Erfolg auch Auszahlungen organisieren, die nicht unbedingt immer Bargeld sein müssen.
Wenn mans drauf anlegt, müssen das nicht nur Lebensmittel sein, die für ein Vereinsfest gekauft wurden, bei dem dann doch 200 Leute weniger kamen als geplant, Car-Sharing des Vereinsautos oä würden auch interessante Auszahlungsmodelle bieten, die nichtmal Hartz4-relevant sind.

Freunde der Gartenarbeit eV
Liebhaber der Küche eV
Heinzelmännchen eV

und und und

So in etwa wurde mal der Kommunismus definiert...

schönen Gruss

Tomsen
 
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