Trauer und Unverständnis...

Hotwave

Multitalent
ID: 132230
L
24 April 2006
3.210
301
Hier ist die Meldung, die viele aus meinem Umfeld erschüttert. Ich habe die beiden Mädchen nicht gekannt, aber viele von meinen Freunden und Bekannten, die die Mädchen bzw. die Familie kannten sind zutiefst erschüttert und das zu sehen macht mich dementsprechend auch nicht gerade glücklich :(
Ich frage mich wirklich, wie es dazu kommen konnte...nach eigenen Angaben wurde die Fahrerin durch die Sonne geblendet...:roll: Wenn man durch die Sonne geblendet wird fährt man einfach nicht weiter, Punkt! Außerdem wird man bestimmt nicht hunderte Meter lang durch die Sonne geblendet, die Familie sieht man aus einigen hundert Metern Entfernung, wenn man dann geblendet wird hält man erst recht an! Dieser Unfall war so unnötig...bisher sind (mir) noch keine genauen Ergebnisse der Nachstellung bekannt, nur das, was in der Zeitung stand "eine Verkettung unglücklicher Umstände" o.Ä.
Diese 61-Jährige hat mindestens 2 Menschen in den Tod gerissen, vielleicht (hoffentlich nicht!) sogar 3 und hätte somit den Vater seiner ganzen Familie beraubt.
Dieser Unfall hat wirklich tiefes Entsetzen ausgelöst, am Pius-Gymnasium konnten 20 Schüler die Zentrale Prüfung nicht mitschreiben, viele die ich kenne sind sehr betroffen...Obwohl ich keines der Opfer gekannt habe, so spüre ich doch etwas Trauer und vor allem Unverständnis, wie das überhaupt passieren konnte...
 
Bedingt dadurch, das keine Bremsspuren direkt vor dem Unfallort waren, muss die Fahrerin die Familie übersehen haben.
Der Ausdruck "Verkettung unglücklicher Umstände" trifft es wohl am ehesten. :(
Klar, die Geschwindigkeit sollte den Sichtverhältnissen angepasst sein, ob sie es war ist mir aber nicht bekannt und bezieht sich ins rein spekulative.
Die Sonne ist grade in den Abendstunden richtig fies, hier im Kreis kracht es auch regelmäßig. Letzte Woche hatte es noch meinen Nachbarn erwischt, der wurde mit seinem Pkw von einem am Stoppschild wartenden Pkw übersehen, der dann losgefahren ist. Bums. Die Sonne sollte man nicht überschätzen.
Bleibt der Bericht der Polizei abzuwarten.
Polizeipresse schrieb:
Coesfeld (ots) - Am gestrigen Abend wurde zur gleichen Uhrzeit die Unfallsituation an der Unfallstelle nachgestellt. Hierdurch sollten Erkenntnisse für den Einfluss der Sonne/ Sonnenblendung bezogen auf das Unfallgeschehen gewonnen werden. Die vorläufige Auswertung ergab, dass das Zusammenspiel von Blendung durch die tief stehende Sonne in Verbindung mit dem Schattenwurf einer Baumgruppe zu einer deutlichen
Sichteinschränkung geführt hat. Die abschließende Auswertung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Zum aktuellen Gesundheitszustand wird mitgeteilt, dass der Vater nach derzeitigen Erkenntnissen nicht mehr in Lebensgefahr schwebt, der Gesundheitszustand der Tochter derzeit stabil aber weiter lebensbedrohend ist.
Ein tragischer Unfall.
 
Hm das hätt meine Oma sein können (nicht falsch verstehen).
Ich meine, mache Leute sind mit 60 nicht mehr fit zum Fahren und mancha faharen mit 80 besser als ein 30-Jähriger. Bei vielen älteren fehlt die schnelle Reaktionszeit, teilweise auch Sehvermögen und wenn das die Betroffenen net einsehen und trotzdem fahren kann soetwas natürlich schnell passieren, obwohl es nicht sollte.

Zu meinem ersten Satz muss ich noch sagen, ich bin froh, dass meine Oma nicht mehr Auto fährt, sie hat ja auch jemanden, der das für sie erledigt, sie wäre aber definitiv nicht mehr in der Lage dazu.

Naja ansonsten, was oll man dazu noch sagen?
Dem Vater wurden min. 50% der Familie genommen, was gibt es da schlimmeres?
 
Bitte jetzt nicht falsch verstehn, aber ich finde ab einem Gewissen Alter sollte man sowieso den Lappen abgeben.

Obs jetzt durch Sonnenblendung gewesen ist, oder nicht spielt da für mich einfach keine Rolle. Zumindest sollte man vielleicht ab ca. 50 Jahren nen Sehtest machen. Kann sein, dass es sowas schon gibt - aber einfach auf Grund der Tatsache, dass die Bremsspuren direkt am Unfallort waren gibt mir das zu denken.
 
Bitte jetzt nicht falsch verstehn, aber ich finde ab einem Gewissen Alter sollte man sowieso den Lappen abgeben.
Es kommt einfach drauf an wie fit man noch ist. Mit 60 Jahren können wohl fast alle Leute noch sicher Autofahren, 20 Jahre später aber vielleicht nicht mehr.

Entsprechende Tests auf Seh- und Reaktionsfähigkeit sollten da wirklich eingeführt werden.

Ob dieser sehr tragische Unfall dadurch hätte vermieden werden können ist im Nachhinein natürlich schwer zu beurteilen, aus Sicht eines Laien schon gar nicht.
 
Wenn man durch die Sonne geblendet wird fährt man einfach nicht weiter, Punkt! Außerdem wird man bestimmt nicht hunderte Meter lang durch die Sonne geblendet....

Du bist noch nie Auto gefahren oder? merkt man.

Natürlich man bleibt stehen, und wartet so lange bis die sonne untergegangen ist :ugly:
Und auf der autobahn legt man klarerweise auch ne volbremsung hin wenn einen plötzlich die sonne blendet...
mal ehrlich, man bleibt ned stehen nur weil einen mal die sonne blendet :roll:


Und doch, besonders bei euch im Flachland wird man des öfteren mehrere Hundert Meter durch die sonne geblendet.
 
Ich denke auch, man sollte hier mit einer zu schnellen Schlussfolgerung vorsichtig sein. Bei uns ist letztens eine 23jährige mit ihrem Auto durch die geschlossenen Schranken, auf die Gleise gefahren und wurde vom Zug erwischt (ihr ist zum Glück nichts schlimmeres passiert) und auch hier war der Grund die zu tief stehende Sonne. Man kann halt nicht immer anhalten, weil die Sonne blendet, wie mein Vorredner schon geschrieben hat, aber man könnte das Tempo anpassen. Wobei ich mich frage, ob das in diesem Fall viel gebracht hätte, da sie die Familie ja voll erwischt hat.
Ich denke man sollte jetzt nicht die Diskussion wieder aufwärmen, bis wann man Auto fahren darf. Vielleicht sollte man auch einfach Sonnenbrillen zu Pflicht machen, wobei dagegen auch wieder einige Gründe sprechen.
Man sollte der alten Frau jetzt keinen Vorwurf machen, sie leidet wahrscheinlich auch so schon so genug und sie konnte die Familie auf Grund der fehlenden Bremsspur wohl wirklich nicht sehen. Es war ein tragischer Unfall, der das Leben der Familie, deren Freunde und Verwandten und der alten Frau zerstörrt hat, in so einer Situation helfen Schuldzusprechungen nichts...
 
Auf ner Landstarße fährt man in der Regel 100 km/h, das entspricht ungefähr 27m pro Sekunde. Da brauchste nur 5 sec geblendet sein, um schon weit über 120m weiter vorne zu sein.
Ich mein klar wirste erstmal langsam machen, wenn du geblendet bist, aber zu stark würd ich auch nicht bremsen, man bedenke den Verkehr, der hinter dir ist, woher weiste, ob der auch bremst?

Ist ein tragischer Unfall, aber was bringt das, wenn man jetzt die ganze Schuld auf die Frau ablässt. Die fühlt sich jetzt bestimmt auch nicht gerade gut dabei, nachdem sie den Unfall hatte.
 
Ich mein klar wirste erstmal langsam machen, wenn du geblendet bist, aber zu stark würd ich auch nicht bremsen, man bedenke den Verkehr, der hinter dir ist, woher weiste, ob der auch bremst?

man bedenke dass der hintermann höchstwahrscheinlich auch durch die sonne geblendet ist, es wäre fatal zu bremsen. deswegen fahr ich besonders in solchen situationen gleich weiter.
 
Da wäre dann aber der Sicherheitsabstand gefragt. Fährt er dir auf hat auch er Schuld.
 
Da wäre dann aber der Sicherheitsabstand gefragt. Fährt er dir auf hat auch er Schuld.
Der Hintermann hat sowieso Schuld, wenn der Vordermann nicht gerade ohne erkenntlichen Grund auf freier Strecke voll auf die Bremse latscht.

Wenn die Sonne wirklich extrem blendet fährt man eben langsamer und kneift die Augen zusammen. Trotzdem sollte man aber noch in der Lage sein irgendwelche Hindernisse zu erkennen.
 
Trotzdem sollte man aber noch in der Lage sein irgendwelche Hindernisse zu erkennen.
Das meine ich auch, hatte selbst mal als Beifahrer die Situation, dass die Sonne direkt hinter einer Kuppe ganz tief stand, wenn man dann aber die Augen zusammenkneift sieht man zwar nicht grad' 'n Vogel auf der Straße, Radfahrer o.Ä. aber schon.
 
Da wäre dann aber der Sicherheitsabstand gefragt. Fährt er dir auf hat auch er Schuld.
Hm. Er hat Schuld, aber ich habt trotzdem ein verbeultes Auto und den damit verbundenen Ärger [wenn auch er die Kosten bezahlen muss].

Tragische Sache, das :|
Aber Schuldzuweisungen bringen wenig - zumal Gegenlicht wirklich teuflisch ist, da man net immer nur in eine Himmelsrichtung fahren kann,nur um nicht geblendet zu werden..
 
noch selbst zu sterben?

Nö, ich sterbe lieber als mein Leben lang damit leben zu müssen, dass meine Kinder und mein Mann tot sind. Aber sowas ist ja Ansichtssache.

@DelphiKing: Stimmt, ärgerlich ist es immer, aber ich bremse lieber und nehm in Kauf dass mir jemand hinten drauf fährt, als dass ich wo drauf oder in ne Menschenmenge reinfahre, wenn ich geblendet bin.
 
Also ich habs jetzt schon Paar mal selber erlebt, das einen die Sonne so richtig blendet. Ich geh dann einfach vom gas, fahr so schnell, das ich mein ich kann noch bremsen so weit ich sehen kann. Wenn man die augen zusammenkneift, Sonnenblende runter tut, dann sieht man schon was. Wenn man dann statt gewohnte 100 auf der Landstraße 80 fährt. Macht das schon viel aus, auch wenns sich wenig anhört. Aber sowas ist auch manchmal ansichtssache.
 
Das war ein super tragischer Unfall.

Meiner Meinung nach waren die Ursachen dafür ein Zusammenspiel von dummen Zufällen und nicht unbedingt umsichtigem Verhalten.

Doch man wird keinen eindeutig Schuldigen finden können.

Mir tun alle Beteiligten leid.
 
Schuldzuweisungen sind hier fehl am Platz ... genau so wie es fehl am Platz ist wegen der Sonne.

Von meinem alten Arbeitsplatz nach Hause stand die Sonne immer schön direkt am Horizont auf den ich zu fahren musste. Dies hies ... mehr oder weniger 15 min lang einen Blindflug machen zu müssen ... durch die Viecher an der Schweibe und sonstigen Sachen wars da nicht immer einfach irgendwas zu erkennen auch wen du des Auto jeden Tag gewaschen hättest. Ne Sonnenbrille hast du zudem vllt auch nicht immer gleich dabei und wennu auch noch älter bist wirds zudem auch mit der Reaktion immer schwerer ...

Eine tragische verkettung von unglücklichen Umständen ... mehr ist das hier nicht und trotzdem bleibt nicht mehr als den Angehörigen und Bekannten ganz viel Kraft zu wünschen

mfg
 
Meiner Meinung nach waren die Ursachen dafür ein Zusammenspiel von dummen Zufällen und nicht unbedingt umsichtigem Verhalten.
Ja, richtig. Auch von der Familie war es vielleicht nicht ganz glücklich, mit den Kindern direkt an einer Straße Fahrrad zu fahren. Wobei natürlich niemand von uns die Straße kennt und somit auch niemand weiß, ob es überhaupt anders möglich war...

Manchmal wundert man sich schon, warum ganze Familien mit kleinen Kindern an Straßen, wo auch wirklich schnell gefahren wird, lang fahren, obwohl durch das Hinterland ein Radweg führt.
 
Ja, richtig. Auch von der Familie war es vielleicht nicht ganz glücklich, mit den Kindern direkt an einer Straße Fahrrad zu fahren. Wobei natürlich niemand von uns die Straße kennt und somit auch niemand weiß, ob es überhaupt anders möglich war...
Genau auf diesem Stück gab' es 200 oder 250 m lang keinen Radweg...