Sammelthread Terroranschläge von Paris

Man wird also andere Wege finden müssen, die wirkungsvoller sind. Und wenn man nicht alle Werte der westlichen Gemeinschaft retten kann, dann muss man sich zugunsten der verbleibenden Werte eben überlegen, welche man ausdünnen oder abschaffen kann, weil man es muss.
Woher nimmst du die Gewissheit, dass die Aufgabe von Werten so viel wirkungsvoller sein soll?
Weder die Amerikaner, noch die Russen haben eine wirkungsvolle Antwort auf den Terror und sind den vermeintlich hinderlichen Werten deutlich weniger treu als wir.
Aber erstens ist das (wie Du schon selbst sagst) bei vielen Franzosen der Vororte von Paris längst zu spät und zweitens ist das das genaue Gegenteil dessen, was unseren Kapitalismus ausmacht. Denn es gibt nunmal keine Gewinner ohne Verlierer. Will man das erreichen, reden wir von Sozialismus und Kommunismus.
Warum müssen es immer die Extreme sein?
Es geht nicht um totale Gleichheit. Es darf aber auch nicht um grenzenlosen Reichtum gehen.
 
Aber ein Staat, der das (Un)"Recht" erhält, aufgrund von Vermutungen und Verdächtigungen zu töten, der wird sich dieses Recht auch nehmen - wann und wo er will.

Und wo liest du heraus, dass Photon das wünscht? Er wünscht die Todesstrafe (finde ich auch lächerlich bei Selbstmordattentätern) aber ich habe nicht gelesen, dass er ein ordentliches Gerichtsverfahren und staatliche Organe aussetzen möchte? Der Staat soll natürlich nicht machen und tun können was er will (das könnte er theoretisch jetzt schon, wenn er wirklich will, Grundgesetzänderungen, etc., Wege gibt es viele), er soll aber seine Bürger beschützen können. Schon heute schränkt er dafür die Freiheiten ein. Die Frage ist doch nicht, ob der Staat dies tut, sondern wie weit könnten wir das ertragen für mehr Sicherheit.

Vielleicht wird das nicht mit Massenmorden anfangen, aber möglich sind sie allemal, weil legitimiert. Ich will niemandem etwas unterstellen, aber allein die Möglichkeit, von Rechtsstaatlichen Methoden abzuweichen, kann schnell zu einem Punkt führen, wo es eben kein zurück mehr gibt.

Er fordert doch keine Abkehr von der Methodik. Er fordert eine Modifizierung der Ausstattung von Kompetenzen des Rechtsstaates. Einige von den Forderungen finde ich affig, andere sollte man aber zumindest drüber diskutieren können ohne das gleich George Orwell gespielt wird.
 
wie soll das denn angestellt werden Deiner Meinung nach?
Woraus besteht der Nährboden denn?
Woher kennst Du überhaupt die Motivation der Täter oder glaubst sie zu kennen?

Und selbst wenn es möglich wäre, denkst Du wirklich das würde was ändern Kelle?

Da sich bestimmte Muster, gerade bei Attentätern in Europa immer wiederholen, gibt es da zumindest Anzeichen: Gerade in Frankreich sind das Perspektivlosigkeit, mangelnde Bildung, Armut und daraus resultiert das Ausgeschlossensein aus der Gesellschaft. Dort wird man teilw. so geboren, weil man eben im Falschen Viertel entstammt.

Und wo liest du heraus, dass Photon das wünscht? Er wünscht die Todesstrafe (finde ich auch lächerlich bei Selbstmordattentätern) aber ich habe nicht gelesen, dass er ein ordentliches Gerichtsverfahren und staatliche Organe aussetzen möchte?
dann lies bitte nochmal seine Beiträge. Auf diese Aussage habe ich mich bezogen:
...gezielte Tötungen und Hinrichtungen bei Sondereinsätzen mit kleinen Spezialeinheiten. Nach und nach die Terrororganisationen unterminieren und aushöhlen. Anders wird es meiner Meinung nach nicht gehen.
genau DAS tun die Amis, wenn auch (noch) nicht im eigenen Land: Ausschalten des Rechtsstaats. Tatsächliche, aber auch mutmaßliche Terroristen mit Drohnenangriffen und Sondereinheiten eliminieren, und wenn zufällig ein Unbeteiligter im Weg steht - Kollateralschaden.

Der Staat soll natürlich nicht machen und tun können was er will (das könnte er theoretisch jetzt schon, wenn er wirklich will, Grundgesetzänderungen, etc., Wege gibt es viele), er soll aber seine Bürger beschützen können. Schon heute schränkt er dafür die Freiheiten ein. Die Frage ist doch nicht, ob der Staat dies tut, sondern wie weit könnten wir das ertragen für mehr Sicherheit.
Ich für meinen teil finde es schon als zu weit gehend, wenn der Staat von jedermann wissen will, wann er wo mit wem telefoniert hat. Und ich verspreche mir auch keine Abschreckende Wirkung von der Todesstrafe, wenn Terroristen sich ohnehin mit Sprengstoffgürteln in die Luft jagen wollen oder in Kamikaze-Manier auf offener Straße mit Kalaschnikovs herumballern. Die wollen sterben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Da sich bestimmte Muster, gerade bei Attentätern in Europa immer wiederholen, gibt es da zumindest Anzeichen: Gerade in Frankreich sind das Perspektivlosigkeit, mangelnde Bildung, Armut und daraus resultiert das Ausgeschlossensein aus der Gesellschaft. Dort wird man teilw. so geboren, weil man eben im Falschen Viertel entstammt.
Oh, der arme Vergewaltiger hatte bestimmt eine schlechte Kindheit... Diese Erklärung mag ich genau so gerne... NICHT.
 
Oh, der arme Vergewaltiger hatte bestimmt eine schlechte Kindheit... Diese Erklärung mag ich genau so gerne... NICHT.

Keine Angst - im Gegensatz zu anderen bin ich nicht der Meinung, dass die Herkunft und die Lebensumstände irgend etwas entschuldigen.

Aber das war ja auch nicht die Frage! Sondern, WAS man dagegen tun kann. Und das Ignorieren von Missständen, die real existieren, gehört eben nicht dazu.
 
dann lies bitte nochmal seine Beiträge. Auf diese Aussage habe ich mich bezogen:

genau DAS tun die Amis, wenn auch (noch) nicht im eigenen Land: Ausschalten des Rechtsstaats. Tatsächliche, aber auch mutmaßliche Terroristen mit Drohnenangriffen und Sondereinheiten eliminieren, und wenn zufällig ein Unbeteiligter im Weg steht - Kollateralschaden.

Und weil der Ami dies komisch tut ist das nun auch die Aussage dazu, wie gezielte Tötungen hier gemeint sind. Ich bin bekennender Gegner von Mord und Todesstrafe aber ich erkenne ach in dem von dir aufgezeigten Zitat keine Unvereinbarkeit mit einem Rechtsstaat. Wenn ein Terrorist in Abwesenheit durch ein Gericht verurteilt wird und die Möglichkeit zur Tötung als Strafmaß vorgesehen ist, dann kann dies durchaus ein rechtsstaatlicher Prozess sein.

Ich bin auch Gegner davon und würde dagegen sein. Aber ich sehe da noch keinen Bruch der Rechtsstaatlichkeit, wenn es Gesetze diesbezüglich gibt.


Ich für meinen teil finde es schon als zu weit gehend, wenn der Staat von jedermann wissen will, wann er wo mit wem telefoniert hat. Und ich verspreche mir auch keine Abschreckende Wirkung von der Todesstrafe, wenn Terroristen sich ohnehin mit Sprengstoffgürteln in die Luft jagen wollen oder in Kamikaze-Manier auf offener Straße mit Kalaschnikovs herumballern. Die wollen sterben.

Und mir ist das zum Beispiel egal. Von mir aus können überall Inder Öffentlichkeit Kameras hängen und von mir aus können die auch mein Telefon abhören. Wenn die nichts besseres zu tun haben, was juckt es mich. Ich persönlich habe nichts zu verbergen und es wäre mir tatsächlich egal... Bei der Todesstrafe bin ich ganz bei dir. Selbst wenn sie sich nicht in die Luft jagen würden, wüsste ich nicht, wieso der Mord des einen einen Mord durch einen anderen legitimiert.
 
Gesellschaftlich den Nährboden für solche Terroristen entziehen und bis dahin nicht zu oft über die Straße laufen, sonst wird man eher vom Auto umgefahren als vom Taliban erschossen.
Nun sind aber Unfälle auch eine ganz andere Sache als gezielte Mordanschläge. Es geht hier nicht um Angst oder Panik, es geht um Lösungen. Wobei Autounfälle ganz einfach zu vermeiden wären: Man verbietet einfach Autos. Das klappt aber bei Terroristen nicht ganz so einfach. Erstens ist es bereits verboten, durch die Gegend zu terrorisieren und zweitens sieht man ja niemandem an, was er vor hat. Beide Sachen brauchen also andere Lösungen.

Also lebst du lieber mit staatlicher Willkür (darauf läuft dein Vorschlag hinaus), als mit terroristischer Willkür?
Es läuft nicht zwingend auf staatliche Willkür hinaus. Es hängt davon ab, welche Vorschläge wir umsetzen. Nach einem ordentlichen Gerichtsverfahren jemanden als vogelfrey zu erklären als Alternative zur Todesstrafe wäre trotzdem noch immer "rechtsstaatlich".

Aber wie auch immer. Dass die Vorschläge allesamt nicht ideal sind, weiß ich auch. Aber welche anderen Möglichkeiten gibt es noch?

Eine Idee hätte ich noch. Das kompromisslose Anwenden des Ghandi-Prinzips aller Bürger. Bekommt man eine Waffe vor das Gesicht gehalten, nicht weglaufen, sondern ruhig und sachlich sagen: "Du kannst mich töten, aber das wird nichts ändern. Nach mir wird ein anderer kommen. Und nach ihm wieder ein anderer. Du kannst uns alle töten, aber Du wirst nicht unsere Meinung, unseren Willen und unsere Lebensart ändern. Damit bist kein Märtyrer und kein Held, nur ein Mörder an Unschuldigen." Ich bin mir sicher, dass wenn alle Menschen so reagieren würden, gäbe es schon bald keinen Terrorismus mehr. Weil er sein Ziel verfehlen würde. Es gäbe keine Angst, keine Panik, keinen Hass, kein Gar Nix. Damit ist er wirkungslos. Aber ich bin mir sicher, dass wir vorher noch 2x Kommunismus versucht haben, bevor alle Menschen so reagieren würden. Und ich selbst glaube auch nicht, selbst so reagieren zu können.

Also welche wirksame Methode mag es sonst noch geben, Terrorismus zu bekämpfen?

Woher nimmst du die Gewissheit, dass die Aufgabe von Werten so viel wirkungsvoller sein soll? Weder die Amerikaner, noch die Russen haben eine wirkungsvolle Antwort auf den Terror und sind den vermeintlich hinderlichen Werten deutlich weniger treu als wir.
Erstens wissen wir ja nicht, wie wohl die Zustände in diesen Ländern wäre, wenn sie unsere Justiz dort hätten. Zweitens habe ich keine Gewissheit, dass das das Problem löst. Es ist nur ein Vorschlag (wo kein anderer einen hat) und resultiert aus den genannten Übelegungen.

Ich meine, man muss sich doch selbst einmal fragen, was passieren muss, um die eigene Haltung grundlegend zu ändern. Ich frage mal bewusst extrem-provokativ: Welche Maßnahme würde Dich dazu bringen, ein überzeugter Nazi zu werden? Hilft da (jahrelanges) Gefängnis? Hilft da, Dich zu bedrohen oder Deine Familie zu bombardieren? Hilft da "Aufklärung" (oder eben Gehirnwäsche)? Nein? Na so ähnlich geht es aber Fundamentalisten auch. Sie sind völlig davon überzeugt, das Richtige zu tun und ganz im Sinne Allahs und der "Guten Sache" zu kämpfen (also zu morden). Menschen, die in unserer Gesellschaft groß geworden sind. Nicht nur in Pariser Vororten, sondern auch in Deutschland wirbt der IS mehr oder weniger erfolgreich Jugendliche an. (Wenn ich mal überlege, welche Panik gemacht wurde, weil die NPD die vergleichsweise harmlosen "Schulhof-CDs" verteilt hatte. Wenn man diesen Maßstab mal anlegt bei den Hasspredigern und Anwerbern des IS, dann müssten die eigentlich ganz oben auf jeder Fahndungsliste stehen. Aber irgendwie ist diese islamistische Volksverhetzung nicht ganz so schlimm oder die Leute sind einfach "unfassbar"?!)

Wie auch immer. Meiner Ansicht nach muss man Terrorismus von 2 Seiten bekämpfen. Erstens muss man zusehen, lebende Terroristen so schnell wie möglich unschädlich zu machen. Wie das gemacht wird, wäre zu diskutieren, meiner Ansicht nach stehen einer Exekution kaum oder keine Alternativen gegenüber, aber ich lasse mich auch gern überraschen.

Und zweitens muss verhindert werden, dass sich Menschen überhaupt für diesen Weg entscheiden. Ich meine, ich war ja auch mal 15, 16, ... 25. Und sicherlich war ich da wesentlich beeinflussbarer als heute. Ich habe mit dem finstersten Lumpenpack herum gehangen, mit Leuten an einer Bar gesessen, die zusammen mehr als 100 Jahre Knast in Waage geschmissen haben. Trotzdem bin ich heute kein Gangster, kein Terrorist, kein Schläger oder sonstwas. Nicht mal Steuerbetrüger. Man hat eben immer und zu jeder Zeit die Wahl. Warum entscheidet sich also jemand für den einen Weg und ein anderer für den anderen?

Warum müssen es immer die Extreme sein? Es geht nicht um totale Gleichheit.
Weil es selbst bei kleinen Dingen schon Anlass für Neid und Missgunst beim Menschen gibt. Wieso bekommt Dein Kollege einen neuen Stuhl im Büro und Du musst noch immer auf dem alten Schemel sitzen? Sauerei!

Ok, das wird Dich nicht dazu bringen, im Büro amok zu laufen. Aber wie willst Du es anstellen, dass alle Menschen einen Sinn und eine Perspektive in ihrem Leben haben? Dazu brauchen wir Vollbeschäftigung. Es müsste für jeden Arbeitslosen mindestens ein Arbeitsplatz zur Verfügung stehen, von dessen Entgelt er besser leben kann als von Hartz IV. Allein daran scheitern wir doch schon. Das gleiche gilt für Ausbildungsplätze. Dann darf es in der Bildung keinen Unterschied zwischen arm und reich geben. Und so weiter und so fort.

Wie auch immer, wird zu detailliert. Fakt ist, dass der Kapitalismus davon lebt, dass es Gewinner und Verlierer gibt. Dabei sagt die Mathematik schon voraus, dass es mehr Verlierer als Gewinner geben muss. Wobei allerdings der Glaube und die Hoffnung, selbst irgendwann zu den Gewinnern zu gehören, die meisten Leute bis an ihre Grenzen gehen lässt, auch wenn sie niemals die Tretmühle verlassen werden. Wenn man aber schon nicht mehr in der Tretmühle mit laufen kann, also arbeitslos auf der Couch sitzt, dann merkt man ganz schnell, dass sämtliche Träume und Wünsche wie Seifenblasen zerplatzen. Und dann wird man anfällig für den sprichwörtlichen Strohhalm, den zu greifen man unbedingt bereit ist. Einige flüchten sich dann eben in die Religion und fühlen sich dort aufgefangen. Wenn es schon im "Diesseits" nix mehr zu holen gibt, dann eben im Jenseits - Allahu Akbar. Du findest Sozialismus/Kommunismus zu extrem? Ok, dann sag Du mir mal, wie es im Kapitalismus funktionieren könnte. Nur erstmal theoretisch.
 
Ich bin bekennender Gegner von Mord und Todesstrafe aber ich erkenne ach in dem von dir aufgezeigten Zitat keine Unvereinbarkeit mit einem Rechtsstaat. Wenn ein Terrorist in Abwesenheit durch ein Gericht verurteilt wird und die Möglichkeit zur Tötung als Strafmaß vorgesehen ist, dann kann dies durchaus ein rechtsstaatlicher Prozess sein.
https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_103.html

Ich meine, man muss sich doch selbst einmal fragen, was passieren muss, um die eigene Haltung grundlegend zu ändern. Ich frage mal bewusst extrem-provokativ: Welche Maßnahme würde Dich dazu bringen, ein überzeugter Nazi zu werden? Hilft da (jahrelanges) Gefängnis? Hilft da, Dich zu bedrohen oder Deine Familie zu bombardieren? Hilft da "Aufklärung" (oder eben Gehirnwäsche)? Nein? Na so ähnlich geht es aber Fundamentalisten auch.
Es ist ja genau andersrum. All diese Dinge könnten mich dazu bringen ein überzeugter Nazi zu werden, aber nichts davon würde mich wieder zu einem friedlichen Menschen machen.
Sie sind völlig davon überzeugt, das Richtige zu tun und ganz im Sinne Allahs und der "Guten Sache" zu kämpfen (also zu morden).
Ich denke es geht mehr um Hass, als um eine andere Definition von "richtig und falsch".

Meiner Ansicht nach muss man Terrorismus von 2 Seiten bekämpfen.
Richtig. Und seit Jahren intensivieren wir nur einen davon. Reflexartig wird immer zu den gleichen Mitteln aus der ersten Schublade gegriffen.
Ok, dann sag Du mir mal, wie es im Kapitalismus funktionieren könnte. Nur erstmal theoretisch.
Wirklich nur ganz grob und ganz kurz: Umfassende und ständige Revision, Zieldefinition, verbindliche Spielregeln, faire internationale Aufsicht und Sanktionierung, Limitierung, Ausgleichs- und Absicherungsmechanismen, Transparenz. Also ganz grundsätzlich: Das Tier muss an die Leine.
 
Es ist ja genau andersrum. All diese Dinge könnten mich dazu bringen ein überzeugter Nazi zu werden, aber nichts davon würde mich wieder zu einem friedlichen Menschen machen. [...] Und seit Jahren intensivieren wir nur einen davon. Reflexartig wird immer zu den gleichen Mitteln aus der ersten Schublade gegriffen [Gewalt, Militär, Krieg].
Wenn das so ist, dann bedeutet es, dass nur das Ghandi-Prinzip helfen könnte, die Menschen zu "besänftigen". Wenn sie einfach sehen, dass wir keine Angst vor ihnen haben und so viel Liebe in uns tragen, ihnen ihre Taten zu vergeben.

Nun bin ich aber der Ansicht, dass das gut bei Machthabern funktioniert, wie etwa einer Kolonialregierung. Denn Ghandis "zivilier Ungehorsam" zielte darauf ab, dass der Aggressor es nicht auf immer und ewig machen konnte, weil sonst diese Art der Unterdrückung auf der ganzen Welt sichtbar wird und früher oder später den Aggressor isolieren würde. Im Falle einer Terrororganisation ist es nun aber so, dass sie bereits so isoliert ist, wie sie nur sein kann. Ich glaube kaum, dass noch irgendein Land, Staat oder auch nur mehr als eine handvoll Menschen weltweit den IS als "Freiheitsbewegung" oder "Unabhängigkeitskämpfer" wahr nimmt. Still halten wird hier vielleicht auch einen gewissen Erfolg haben, aber letztlich nicht so viel, wie es nötig wäre.

Ich denke es geht mehr um Hass, als um eine andere Definition von "richtig und falsch".
Mag ja sein. Aber keiner will ein "böser Mensch" sein. Deswegen suchen Kriegstreiber immer nach einer Rechtfertigung, die ihr Tun zu legitimieren und sich selbst als "die Guten" darzustellen. Siehe auch und gerade USA und Israel. Und so ist auch der Jihad eben der letzte Kampf des Guten (gläubige, anständige Muslime des Ostens) gegen das Böse (Ungläubige, unmoralische Menschen des Westens). Das ist ja das perfide an jedem Krieg: Beide Seiten kämpfen verbissen, weil beide glauben, "die Guten" zu sein, die gegen "das Böse" kämpfen.

Wirklich nur ganz grob und ganz kurz: Umfassende und ständige Revision, Zieldefinition, verbindliche Spielregeln, faire internationale Aufsicht und Sanktionierung, Limitierung, Ausgleichs- und Absicherungsmechanismen, Transparenz. Also ganz grundsätzlich: Das Tier muss an die Leine.
Ok, das ist eine Spur zu abstrakt. Dazu kann ich mir kaum was vorstellen und wenn ich es tue, wäre es vermutlich auch falsch. Also damit allein kann ich nichts anfangen.

Aber ich konstatiere, dass Du der Ansicht bist, man könnte den Kapitalismus gerecht, fair und sozial (gleiche Chancen für alle, niemand wird vergessen) gestalten. Und wenn ich richtig rate, dann durch massive Überwachung (Revision, Aufsicht, Transparenz) und Beschneidung der unternehmerischen Freiheit (Limitierung, Ausgleichs- und Absicherungsmechanismen). Und das meinst Du ernst?
 
Wenn das so ist, dann bedeutet es, dass nur das Ghandi-Prinzip helfen könnte, die Menschen zu "besänftigen". Wenn sie einfach sehen, dass wir keine Angst vor ihnen haben und so viel Liebe in uns tragen, ihnen ihre Taten zu vergeben.
Der zweite Weg, den du angesprochen hast, bezog sich ja darauf zu verhindern, dass sich Menschen überhaupt für diese Taten entscheiden, nicht ihnen im Nachhinein zu vergeben. Wir reden schnell über Kontrolle, Überwachung, Sicherheit, Vergeltung, aber kaum darüber wie wir insbesondere jungen Menschen in Deutschland eine bessere Perspektive bieten können als der Hassprediger von nebenan.
Und ich glaube niemand kann so recht nachvollziehen was genau mit diesen Menschen passiert, wie sie zu Terroristen werden. Ich meine damit nicht verständnis zu entwickeln, sondern den Prozess zu verstehen(!), um ihn an geeigneter Stelle wirksam zu unterbrechen. Und die Debatte darüber kommt imo zu kurz.
Mag ja sein. Aber keiner will ein "böser Mensch" sein. Deswegen suchen Kriegstreiber immer nach einer Rechtfertigung, die ihr Tun zu legitimieren und sich selbst als "die Guten" darzustellen. Siehe auch und gerade USA und Israel. Und so ist auch der Jihad eben der letzte Kampf des Guten (gläubige, anständige Muslime des Ostens) gegen das Böse (Ungläubige, unmoralische Menschen des Westens). Das ist ja das perfide an jedem Krieg: Beide Seiten kämpfen verbissen, weil beide glauben, "die Guten" zu sein, die gegen "das Böse" kämpfen.
Ich denke wirklich wichtig ist erstmal "das Böse". Wir denken alle mehr oder weniger von uns "gut" zu sein, aber aktiv wird man doch erst durch den Hass, oder? Macht und Gier kann man bei solchen Tätern ja weitesgehend ausschließen.

Ok, das ist eine Spur zu abstrakt. Dazu kann ich mir kaum was vorstellen und wenn ich es tue, wäre es vermutlich auch falsch. Also damit allein kann ich nichts anfangen.
Das Bild lässt sich im Detail leider nicht gut zeichnen, ohne völlig den Rahmen zu sprengen.
Wenn du überlegst was wir allein hier zwischen 2009 und heute über das Finanzsystem erarbeitet haben, Vor- und Nachteile, Verbesserungsvorschläge etc, kriegst du vielleicht eine Vorstellung von der Dimension, die ich meine.
Und wenn du überlegst was sich in der Zeit verändert hat, kriegst du eine Vorstellung wieviel Arbeit noch vor uns liegt. ;)

Aber ich konstatiere, dass Du der Ansicht bist, man könnte den Kapitalismus gerecht, fair und sozial (gleiche Chancen für alle, niemand wird vergessen) gestalten. Und wenn ich richtig rate, dann durch massive Überwachung (Revision, Aufsicht, Transparenz) und Beschneidung der unternehmerischen Freiheit (Limitierung, Ausgleichs- und Absicherungsmechanismen). Und das meinst Du ernst?
Überwachung und Beschneidung... sind merkwürdige Begriffe für Grundsätze die wir zum Teil schon haben.
 
Der zweite Weg, den du angesprochen hast, bezog sich ja darauf zu verhindern, dass sich Menschen überhaupt für diese Taten entscheiden, nicht ihnen im Nachhinein zu vergeben. [...] Und die Debatte darüber kommt imo zu kurz.
Ja, kommt sie in der Tat. Erstmal will keiner Schwäche zeigen und so lange der Schmerz und Schock im Volk tief sitzt, trägt es auch jede noch so dämliche Entscheidung der Politik mit. Wenigstens scheint es eine gute Seite zu haben: Man nähert sich jetzt wieder etwas Putin an und hat eingesehen, dass er wohl nicht so ganz falsch lag mit seiner Entscheidung, (erstmal) Assad zu unterstützen, statt die ganze Region ins Chaos zu stürzen. Ein kleiner Lichtblick.

Was eine "Unterbrechung des Weges" zum Terroristen angeht - da gebe ich Dir durchaus recht. Das wird man verstehen und analysieren müssen. Nur das wird ohne Geheimdienste und verdeckte Ermittler nicht gehen. Die Frage ist, wie schnell und ob man ein geeignetes Gegenmittel findet. Jemand, der scheiße in der Schule war, keine Ausbildung hat, folglich keine Arbeit findet und mehrfach kriminell war, ist nunmal ein Verlierer. Der Weg zum Jihad ist da viel kürzer als zu einem geordneten Leben (Bisheriges Leben ablehnen, Schulabschluss nachholen, Ausbildung machen, Job finden trotz krimineller Vergangenheit, Fleiß und Ehrgeiz entwickeln, ...). Dazu muss man ein bestimmter Charakter sein, das kann nicht jeder.

Wir denken alle mehr oder weniger von uns "gut" zu sein, aber aktiv wird man doch erst durch den Hass, oder?
Na sagen wir mal, dass Hass in den allermeisten Fällen zu einem blinden Aktionismus führt. Das mag zwar so aussehen, als ob nur Hass in der Lage wäre, Ärsche zu bewegen, aber in Wahrheit kommt nie etwas anderes dabei raus als Gewalt. Ist immer so.

Wenn du überlegst was wir allein hier zwischen 2009 und heute über das Finanzsystem erarbeitet haben, Vor- und Nachteile, Verbesserungsvorschläge etc, kriegst du vielleicht eine Vorstellung von der Dimension, die ich meine.
Also Banken werden nach wie vor nicht reguliert und überwacht. Den Hochfrequenzhandel an der Börse gibt es noch immer. Warentermingeschäfte mit Rohstoffen (einschließlich Nahrungsmitteln!) gibt es nach wie vor und blüht. Waffenlieferungen in den Nahen Osten wurden erst kürzlich den Herrn Gabriel abgenickt. An den neuralgisch wichtigen Punkten wurde nichts getan.

Es wurden ein paar Steuer-CDs gekauft. Abgaben und Steuern auf Strom und Benzin haben sich erhöht. Renten haben eine Nullrunde nach der anderen gefahren (ja, jetzt werden sie mal wieder erhöht - vermutlich wird dann irgendwas anderes teurer dafür). Insgesamt sehe ich keinen echten Fortschritt.

Und wenn du überlegst was sich in der Zeit verändert hat, kriegst du eine Vorstellung wieviel Arbeit noch vor uns liegt. ;)
Du wirst keinen wie auch immer gearteten Kapitalismus sozial gerecht gestalten können, weil es komplett gegen die Ideologie und damit die Wurzeln des Kapitalismus geht. Der lebt nämlich davon, dass jeder hofft, irgendwann reich zu werden und sich damit die absolute Freiheit und Macht "erkaufen" zu können. Der eine will sein Geld dekadent verprassen wie etwa die Geissens, andere arbeiten bis zum Tod weiter, wie etwa Steve Jobs. Aber der Antrieb, bis an seine Grenzen zu gehen (und darüber hinaus) wird genährt durch den Willen der persönlichen Bereicherung. Und das klappt rein mathematisch nur dann, wenn man anderen das Geld aus der Tasche zieht. Erst wenn x Leute weniger haben, kann ich mehr haben.

Wenn Du jetzt "künstlich" (also staatlich) sagst: "Jetzt hast Du genug, jetzt gib etwas von Deinem Geld ab und nähre damit die Armen!" wirst Du erleben, wie schnell die Leute das Land verlassen. Es sei denn, Du legst die Messlatte, wann jemand satt zu sein hat, so weit oben an, dass es schon unanständig und pervers ist, nichts von seinem Geld abzugeben, wie etwa bei Bill Gates. Aber dann musst Du auch nichts regulieren, die gründen der Publicity wegen von ganz allein eine Stiftung und lassen sich dafür feiern. Aber selbst wenn man 50% ihres Reichtums konfiszieren würde, wären sie noch immer reicher als der liebe Gott...

Überwachung und Beschneidung... sind merkwürdige Begriffe für Grundsätze die wir zum Teil schon haben.
Dank der Globalisierung ist es aber so. Denn wenn es sich leichter und schneller woanders Geld verdienen lässt, (oder an Geld zu kommen ist), geht man dort hin. Das kann man beobachten bei deutschen Konzernen ebenso wie bei den Balkanflüchtlingen. Jeder sucht für sich den Weg, der am schnellsten und meisten eine Verbesserung der aktuellen Situation verspricht.

Wenn irgendwas in Deutschland nicht mehr möglich ist, dann wird das Geschäft woanders gemacht. Wenn man hier nicht mehr genug Profit macht, wird der Standort verlagert. Der Globalisierung sei dank. Zu hoffen, dass der alte Grundsatz "Eigentum verpflichtet" auch heute noch gilt und die Konzerne von sich heraus sozial gerecht arbeiten wollen, können wir, glaube ich, getrost vergessen.
 
Wenn Du jetzt "künstlich" (also staatlich) sagst: "Jetzt hast Du genug, jetzt gib etwas von Deinem Geld ab und nähre damit die Armen!"
Wir brauchen kein statisches Limit und müssen auch nichts konfiszieren. Aber wir können z.b. sagen "so du hast deine erste Villa, aber ab hier wird es mit steigendem Reichtum überproportional schwieriger noch reicher zu werden. Für deine zweite Villa musst du nicht wie damals nur noch halb so hart arbeiten, auch nicht doppelt, sondern dreimal so hart arbeiten. Und damit sich in deiner Sippe nicht über Generationen hinweg alles ansammelt, darfst du nur maximal zwei Villen weitergeben. Das ist wirklich nicht übel, allerdings sollen deine nutzlosen Nachkommen sich auch ein wenig anstrengen müssen für die dritte und vierte Villa". Die erste Million muss eigentlich die leichteste sein, nicht die schwierigste. Das geht auch nicht gegen die Natur des Kapitalismus.

Dank der Globalisierung ist es aber so. Denn wenn es sich leichter und schneller woanders Geld verdienen lässt, (oder an Geld zu kommen ist), geht man dort hin. Das kann man beobachten bei deutschen Konzernen ebenso wie bei den Balkanflüchtlingen.
Du kannst es beobachten, weil es die Regeln zulassen. Genau die gilt es ja zu ändern. Dann müssen die Grundsätze auch global werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Deshalb: Keine Reisefreiheit mehr für Asylbewerber und auch anerkannte Flüchtlinge sollten in Lagern bleiben bis sie nach Hause zurückkehren können...

Die Bahnhofswinkerei (auch genannt Willkommenskultur) hat sich jetzt die ersten blutigen Finger abgeholt... Bin gespannt, ob man weiterhin 100tausende unkontrolliert reinlässt... Vielleicht bekommt Deutschland jetzt mal von den EU-Partnern einen verdienten Einlauf verpasst, damit die asoziale Politik (unseren Partnern gegenüber) beendet wird...

So ein Unsinn habe ich selten gelesen...

Die meisten dieser Attentäter leben schon längst unter uns, die kommen nicht neu rein, auch wenn jetzt wieder irgendein Hass geschürt wird. Der IS verfügt massenhaft über eine Art Schläfer und die werden bei Bedarf einfach aktiviert. Da hat die IS gute Arbeit geleistet...jedenfalls für ihre Sache. Und wir dummen Europäer glauben, dass das alles neu ist, bzw. die Leute mit samt Waffenarsenal einfach einreisen. Wie dumm wir doch sind.

Meiner Meinung nach sollte man die gesamten als potentielle Attentäter registrierten und unter Beobachtung stehen Leute abschieben, auch wenn der eine oder andere dabei ist, der vielleicht nichts tun wird, oder falsch beurteilt wurde. So schützen wir tausende von Menschen und der Preis dafür ist evtl. ein paar Wenige die es fälschlicherweise trifft. Für mich völlig akzeptabel.

Ich war vor 3 Wochen mit meiner Frau für ein Wochende in Paris. Eine herrliche Stadt, voller Leben, interesanter Leute, Künstler usw. usw. Da war ich auch an den Orten die letzte Woche die Anschlagsziele waren. Bataclan, Platz der Repuplik... Wäre ich letztes Wochende dort gewesen, hätten meine Kids evtl. keine Eltern mehr gehabt. Also...alle Verdächtigen raus und man ist schon einen Schritt weiter. Dazu muss man dann natürlich auch das Problem an der Wurzel bekämpfen und das ist dort wo der Mist seine Zentrale hat.
 
Ich war vor 3 Wochen mit meiner Frau für ein Wochende in Paris. Eine herrliche Stadt, voller Leben, interesanter Leute, Künstler usw. usw. Da war ich auch an den Orten die letzte Woche die Anschlagsziele waren. Bataclan, Platz der Repuplik... Wäre ich letztes Wochende dort gewesen, hätten meine Kids evtl. keine Eltern mehr gehabt.
Ja, na wenn Du mit Deiner Frau das nächste Mal in das malerische Afghanistan reist, dann schau ab und zu mal nach, ob da nicht ein Ami vorzeitig den Urlaub beendet. Oder das historische Bagdad - bzw. was davon noch übrig ist.

Eigentlich will ich gar nicht stänkern. Dieser scheiß Terrorismus geht mir auch schon seit Jahren auf den Sack. Aber wir sollten bei aller Bestürzung nicht vergessen, dass solche Bilder wie in Paris (nur etwa 100x schlimmer) vorher aus dem Irak, aus Afghanistan, Libyen, ... zu uns drangen. Nur waren die Terroristen zu dieser Zeit vor allem die Amerikaner und ihre "Allianz der Anständigen" (oder wie hieß der Haufen Arschkriecher, die gemeinsam mit der übermächtigen amerikanischen Armee gegen de facto wehrlose Staaten vorging?). Haben uns diese Bilder auch so schockiert?

Ich kann mich daran erinnern, wie geächtete Waffen im Libanon eingesetzt wurden von Israel. Splittergranaten. Die sind in ihrer Wirkung vergleichbar mit Nagelbomben, nur schlimmer. Ich kann mich daran erinnern, wie die Amerikaner ein deutlich gekennzeichnetes und auf allen GPS-Systemen markiertes Krankenhaus der Ärzte ohne Grenzen bombardiert haben. Dort sind Menschen bei lebendigem Leibe auf der Intensivstation verbrannt. Giftgaseinsätze, die Assad in die Schuhe geschoben wurden, obgleich mehrfach bewiesen wurde, dass er es gar nicht gewesen sein konnte und Obama trotz besseren Wissens ganz frech die Welt belogen hat. Und sooooo vieles mehr.

Was wir gerade erleben ist, dass der Krieg, der schon vor Jahren und Jahrzehnten von unseren "Freunden" und "Brüdern" angezettelt wurde (denen wir bedingungslose Solidarität zugesichert haben), nun zu uns getragen wird. Gewalt sät nunmal wieder Gewalt, weswegen es wohl auch "Gewaltspirale" heißt. Dass es Frankreich trifft, praktisch der "Wurmfortsatz des großen Bruders", ist nun wirklich kein Wunder. England wäre dann als nächstes dran, schätze ich.

Ich habe mich auch an dieser verlogenen Gedenkminute nicht beteiligt. Nicht, weil ich die Anschläge befürworten würde, sondern weil wenn ich wegen jedem Kriegsopfer eine Schweigeminute einlegen würde, ich vermutlich ein paar Jahre die Schnauze halten müsste. Um so viele Gebete zu sprechen, wie Amerika und seine Vasallen Opfer auf dem Gewissen haben, reicht auch schon kein Menschenleben mehr aus.

Was wir jetzt nur tun können, ist Anschläge so gut wie möglich zu verhindern. Auch wenn es unmöglich ist, immer alle zu verhindern. Und mit irgendwelchen Mitteln versuchen, die Lage im Nahen Osten zu stabilisieren. Vor allem endlich mal auf Putin hören, denn der scheint mehr im Wirsing zu haben als Obama und seine Crew. Vielleicht sollten wir auch einen kleinen Schritt von der USA weg treten, die uns sicherlich nicht gut tut. Manchmal muss man seinen Freundeskreis halt neu sortieren, wenn sich da jemand in eine Richtung entwickelt, die man selbst nicht mehr mit tragen will.

Dazu muss man dann natürlich auch das Problem an der Wurzel bekämpfen und das ist dort wo der Mist seine Zentrale hat.
Ja, aber so leicht lässt sich die USA nicht besetzen und in die Knie zwingen. Auf einen Regime-Change dort werden wir wohl vorläufig vergeblich warten.
 
Ja, na wenn Du mit Deiner Frau das nächste Mal in das malerische Afghanistan reist, dann schau ab und zu mal nach, ob da nicht ein Ami vorzeitig den Urlaub beendet. Oder das historische Bagdad - bzw. was davon noch übrig ist.

Eigentlich will ich gar nicht stänkern. Dieser scheiß Terrorismus geht mir auch schon seit Jahren auf den Sack. Aber wir sollten bei aller Bestürzung nicht vergessen, dass solche Bilder wie in Paris (nur etwa 100x schlimmer) vorher aus dem Irak, aus Afghanistan, Libyen, ... zu uns drangen. Nur waren die Terroristen zu dieser Zeit vor allem die Amerikaner und ihre "Allianz der Anständigen" (oder wie hieß der Haufen Arschkriecher, die gemeinsam mit der übermächtigen amerikanischen Armee gegen de facto wehrlose Staaten vorging?). Haben uns diese Bilder auch so schockiert?

Ich kann mich daran erinnern, wie geächtete Waffen im Libanon eingesetzt wurden von Israel. Splittergranaten. Die sind in ihrer Wirkung vergleichbar mit Nagelbomben, nur schlimmer. Ich kann mich daran erinnern, wie die Amerikaner ein deutlich gekennzeichnetes und auf allen GPS-Systemen markiertes Krankenhaus der Ärzte ohne Grenzen bombardiert haben. Dort sind Menschen bei lebendigem Leibe auf der Intensivstation verbrannt. Giftgaseinsätze, die Assad in die Schuhe geschoben wurden, obgleich mehrfach bewiesen wurde, dass er es gar nicht gewesen sein konnte und Obama trotz besseren Wissens ganz frech die Welt belogen hat. Und sooooo vieles mehr.

Was wir gerade erleben ist, dass der Krieg, der schon vor Jahren und Jahrzehnten von unseren "Freunden" und "Brüdern" angezettelt wurde (denen wir bedingungslose Solidarität zugesichert haben), nun zu uns getragen wird. Gewalt sät nunmal wieder Gewalt, weswegen es wohl auch "Gewaltspirale" heißt. Dass es Frankreich trifft, praktisch der "Wurmfortsatz des großen Bruders", ist nun wirklich kein Wunder. England wäre dann als nächstes dran, schätze ich.

Ich habe mich auch an dieser verlogenen Gedenkminute nicht beteiligt. Nicht, weil ich die Anschläge befürworten würde, sondern weil wenn ich wegen jedem Kriegsopfer eine Schweigeminute einlegen würde, ich vermutlich ein paar Jahre die Schnauze halten müsste. Um so viele Gebete zu sprechen, wie Amerika und seine Vasallen Opfer auf dem Gewissen haben, reicht auch schon kein Menschenleben mehr aus.

Was wir jetzt nur tun können, ist Anschläge so gut wie möglich zu verhindern. Auch wenn es unmöglich ist, immer alle zu verhindern. Und mit irgendwelchen Mitteln versuchen, die Lage im Nahen Osten zu stabilisieren. Vor allem endlich mal auf Putin hören, denn der scheint mehr im Wirsing zu haben als Obama und seine Crew. Vielleicht sollten wir auch einen kleinen Schritt von der USA weg treten, die uns sicherlich nicht gut tut. Manchmal muss man seinen Freundeskreis halt neu sortieren, wenn sich da jemand in eine Richtung entwickelt, die man selbst nicht mehr mit tragen will.


Ja, aber so leicht lässt sich die USA nicht besetzen und in die Knie zwingen. Auf einen Regime-Change dort werden wir wohl vorläufig vergeblich warten.

Da kann ich dir nur voll und ganz zustimmen. Ich mag die USA auch nicht unbedingt. Ein riesiger Käfig voller Narren, Waffen und selbsverherrlichenden Politikern (In Deutschland und Europa sind wir aber auch dabei dies so zu kopieren). Immer da aktiv wo es was zu holen gibt. Ob Öl oder sonst was...
Problem an der Sache ist, dass der IS nicht direkt auf so etwas abzielt, sondern auf die Werte die in unserer, zumindest europäischen, Gesellschaft wichtig sind. Freiheit, freie Meinungsäusserung (wenn auch manchmal eingeschränkt) usw. Wie man ja an der letzten Ausgabe der "IS-Zeitung" sieht, richtet sich das Ganze eigentlich gegen die "Crusaders". Also gegen die christliche Welt. Wobei ich das Christentum bzw. die Kirche an sich ja auch eher mit unzähligen Verbrechen und Kriegen aus der Vergangenheit in Verbindung bringe und mit der Kirche selbst wenig am Hut habe. Wegen Glauben und Kirche sind weit mehr Menschen gestorben als bei Anschlägen durch Terroristen.

Ich hab mir nun zwei mal den Vatikan, Petersplatz, Dom... angeschaut. Lächerlich, wenn man davon ausgeht, dass die Kirche Enthaltsamkeit, Bescheidenheit u.ä. vorbetet.
 
[...] Problem an der Sache ist, dass der IS nicht direkt auf so etwas abzielt, sondern auf die Werte die in unserer, zumindest europäischen, Gesellschaft wichtig sind.
Ja und nein. Eigentich ist ein Mensch ein egoistisches, kriegerisches Arschloch, wenn nicht eine gewisse Erziehung dem entgegen wirkt. Die kann vom Elternhaus stattfinden, der Schule, aber auch der Gesellschaft. Religionen versuchen seit je her, den Menschen zu "verbessern". Drohen mit Hölle, Fegefeuer und anderem Firlefanz. Hat nicht geholfen, also predigen sie Liebe und Mitleid und dergleichen. Sind damit etwa genauso erfolgreich wie mit dem Fegefeuer-Konzept. Und im Grunde macht der Islam nichts anderes. Legt halt nur noch mehr Regeln auf, als das Christentum, ansonsten versuchen aber auch hier alle Gläubigen nur, ihrem Gott bestmöglich zu gefallen und zu Willen zu sein.

Eigentlich könnte die Welt bis dahin so schön sein. Die einen sind keine Arschlöcher weil sie Angst davor haben, was wohl nach dem Tod mit ihnen passiert, die anderen von sich heraus nicht, weil sie dem Grundsatz folgen: "Was ich nicht will, das man mir tut, füg ich auch keinem anderen zu". Alles super.

Was aber, wenn einer sich sagt: "Ich bin so stark, ich hau alle platt. Mir kann keiner was. Und ich will, dass alle meinem Ideal folgen. Ich habe recht, weil ich der stärkste bin. Alle sollen mir folgen oder sterben!" So oder so ähnlich könnte man US-amerikanische Weltpolitik zusammenfassen. Und das bekommen vor allem diejenigen zu spüren, die über aktuell wichtige Rohstoffe verfügen, aber nicht so linientreu sind, wie gewünscht.

Das mit dem "sie sind gegen unsere Werte" - ich weiß nicht. Also ich muss sagen, dass ich einige "unserer Werte" auch nur sehr zähneknrischend in Kauf nehme, weil ich nunmal hier lebe und sie mitnehmen muss. Aber ich kann schon verstehen, warum der eine oder andere an diesem oder jenen Anstoß nimmt. Ich denke da beispielsweise an das, was uns hier als "Satire" verkauft wird und nicht selten im Grunde nichts weiter als öffentliche Beleidigung und Bloßstellung ist. Vieles, was ich schon unter dem Deckmantel der "Satire" gesehen habe, würde normalerweise schon locker für eine Zivilklage reichen. Das Gleiche gilt manchmal auch für "Kunst" und andere Scheiße.

"Freie Meinungsäußerung in Wort, Bild und Schrift" - klar. So lange die publizierte Meinung die "richtige" ist. Sonst heißt sie "Volksverhetzung". Erinnert mich an Termini wie "Freiheitskämpfer" versus "Terrorist". Und noch so vieles mehr. Die westliche Welt ist, wenn Du mich fragst, ein verlogener Scheißhaufen.

Nun glaube ich andererseits auch nicht daran, dass es im Nahen Osten wirklich redlicher zugeht. Die Menschen da sind auch keine anderen als hier. Vielleicht sind sie gläubiger und einige dank der Tatsache, dass sie seit Jahrzehnten nach "westlicher Pfeife" tanzen sollen (und müssen) auch radikaler/fundamentalistischer. Aber ich denke, dass sich diesen Umstand so ziemlich alle Regierungen "des Westens" ganz allein zuzurechnen haben. Ansonsten bin ich mir ziemlich sicher, dass die Leute dort keine Anstalten machen würden, uns zu bekehren oder missionieren zu wollen. Sie würden ihr Leben führen und wir unseres, jeder auf den anderen mitleidig schauend, wie traurig jeweils der andere sein Dasein fristen müsste. Aber wenn einer anfängt, den anderen "befreien" und/oder "erlösen" zu wollen und ihm die "Freiheit" (nach jeweils aktuell gültiger Definition) bringen will, dann kann ich schon sehr gut verstehen, wenn die Leute darauf etwas ungehalten reagieren.

Und die Mittel, derer sie sich bedienen, sind im Grunde Mittel eines Krieges in ihrem jeweiligen Maßstab. Der eine setzt halt ein hoch moderenes Heer mit GPS-gesteuerten Raketen ein und trifft dabei ein Krankenhaus der "Ärzte ohne Grenzen". Der andere schnallt sich einen selbst gebastelten Bombengürtel um und nimmt den Bus in die Innenstadt. Jeder halt mit seinen Mitteln. Was wir uns nur halt mal bewusst machen müssen ist, dass wir uns im Krieg befinden. Und zwar schon seit Jahren und Jahrzehnten. Nur dass die Frontlinie eben nicht mehr ein paar tausend Kilometer weit weg ist, sondern langsam zu uns kommt und eigentlich überall ist.

Ich hab mir nun zwei mal den Vatikan, Petersplatz, Dom... angeschaut. Lächerlich, wenn man davon ausgeht, dass die Kirche Enthaltsamkeit, Bescheidenheit u.ä. vorbetet.
Naja, das ist aber in jeder Religion so. Die Moscheen sind auch allesamt prunkvoll, genauso die Tempel, Pagoden und Synagogen. Man will eben seinem Gott was Gutes tun, auch wenn mir nicht ganz klar ist, was ein allmächtiges Wesen mit dem ganzen Gold und Prunk anfangen soll. Aber sei es drum, ich misch mich da nicht ein :)
 
Ja und nein. Eigentich ist ein Mensch ein egoistisches, kriegerisches Arschloch, wenn nicht eine gewisse Erziehung dem entgegen wirkt. Die kann vom Elternhaus stattfinden, der Schule, aber auch der Gesellschaft. Religionen versuchen seit je her, den Menschen zu "verbessern". Drohen mit Hölle, Fegefeuer und anderem Firlefanz. Hat nicht geholfen, also predigen sie Liebe und Mitleid und dergleichen. Sind damit etwa genauso erfolgreich wie mit dem Fegefeuer-Konzept. Und im Grunde macht der Islam nichts anderes. Legt halt nur noch mehr Regeln auf, als das Christentum, ansonsten versuchen aber auch hier alle Gläubigen nur, ihrem Gott bestmöglich zu gefallen und zu Willen zu sein.

Eigentlich könnte die Welt bis dahin so schön sein. Die einen sind keine Arschlöcher weil sie Angst davor haben, was wohl nach dem Tod mit ihnen passiert, die anderen von sich heraus nicht, weil sie dem Grundsatz folgen: "Was ich nicht will, das man mir tut, füg ich auch keinem anderen zu". Alles super.

Völig richtig.

...dass ich einige "unserer Werte" auch nur sehr zähneknrischend in Kauf nehme, weil ich nunmal hier lebe und sie mitnehmen muss.

Nein, du musst die nicht mitnehmen, weil du hier ja nicht leben musst. Die Welt ist ein Dorf.

Ich denke da beispielsweise an das, was uns hier als "Satire" verkauft wird und nicht selten im Grunde nichts weiter als öffentliche Beleidigung und Bloßstellung ist.

dito

Die westliche Welt ist, wenn Du mich fragst, ein verlogener Scheißhaufen.

dito

Die Menschen da sind auch keine anderen als hier.

Nein, die sind völlig anders. Mag es aus der Erziehung, aus dem Glauben, aus den Genen oder sonst wo her kommen. Ich war auch in diesen Ländern, beruflich. Die ticken komplett anders.

Was wir uns nur halt mal bewusst machen müssen ist, dass wir uns im Krieg befinden. Und zwar schon seit Jahren und Jahrzehnten.

Das ist auch richtig. Ich sage schon lange, dass wir uns im "dritten Weltkrieg" befinden. Bisher ist der jedoch weitestgehend auf wirtschaftlicher Basis abgelaufen. Nun kommt die Gewalt immer näher zu uns, bzw. geht auch die Gewalt von der westlichen Welt in den nahen Osten.

Naja, das ist aber in jeder Religion so. Die Moscheen sind auch allesamt prunkvoll, genauso die Tempel, Pagoden und Synagogen. Man will eben seinem Gott was Gutes tun, auch wenn mir nicht ganz klar ist, was ein allmächtiges Wesen mit dem ganzen Gold und Prunk anfangen soll. Aber sei es drum, ich misch mich da nicht ein :)

Ich weiss. Und meine Götter, bzw. das was ich vegöttere sind meine Frau, meine 5 Töchter und mein Junge. Da geht auch mein ganzes Geld rein...in der Hoffnung dass die Welt noch viele hundert/tausend Jahre erhalten bleibt und alle Nachkommen und deren Nachkommen und deren Nachkommen usw.... was Vernünftiges daraus machen.
 
Angreifer von Paris lebte in Asylbewerberunterkunft in NRW

Folgende News wurde am 10.01.2016 um 13:42:58 Uhr veröffentlicht:
Angreifer von Paris lebte in Asylbewerberunterkunft in NRW
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Düsseldorf/Recklinghausen(dpa) - Der nach einem Angriff auf Polizisten in Paris erschossene Mann hat zuvor nach Behördenangaben in einer Asylbewerberunterkunft in Nordrhein-Westfalen gewohnt.
Er habe in einer Wohnung auf dem Gelände einer Unterkunft in Recklinghausen gelebt, teilte das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt in Düsseldorf mit. Der Bürgermeister der Stadt, Christoph Tesche (CDU), zeigte sich am Sonntag bestürzt und kündigte volle Zusammenarbeit mit den Behörden an.
«Sollten wir zu der Aufklärung des Sachverhalts durch das Landeskriminalamt (LKA) etwas beitragen können, werden wir das selbstverständlich unverzüglich tun», erklärte er laut Mitteilung. Mit Bestürzung habe er zur Kenntnis genommen, dass der Mann zeitweise in einer Recklinghäuser Asylunterkunft gelebt habe.
Am späten Samstagabend hatten Einsatzkräfte der Polizei die Wohnung unter Leitung des LKA durchsucht. Vorausgegangen seien konkrete Hinweise französischer Sicherheitsbehörden. Der Mitteilung zufolge ergaben sich nach bisherigen Erkenntnissen keine Hinweise auf weitere mögliche Anschläge. Weitere Einzelheiten nannte das LKA zunächst nicht. Am Nachmittag um 15 Uhr wollte der Behörde zur Sachlage noch einmal Auskunft erteilen.
Der Mann war am ersten Jahrestag des Anschlags auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo», in Paris auf zwei Polizisten zugelaufen, hatte «Allah ist groß» gerufen und ein Schlachterbeil gezogen. Die Beamten erschossen ihn. Ermittler fanden bei ihm ein Bekenntnis zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und in seinem Handy eine deutsche*Sim-Karte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordversuchs und Terrorismus.
Wie die «Welt am Sonntag» unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise schreibt, war der Mann in der Bundesrepublik unter vier Aliasnamen registriert, Asyl habe er unter dem Namen Walid Salihi beantragt. In einer Flüchtlingsunterkunft in Recklinghausen habe er im September 2015 das Zeichen des IS an die Wand gemalt. Die in Deutschland angegebenen Staatsangehörigkeiten waren der*Zeitung zufolge mal syrisch, mal marokkanisch, mal georgisch. Der Mann sei dort zudem mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten.
Nach Informationen des Nachrichtenportals «Spiegel Online» posierte der Mann in seiner nordrhein-westfälischen Flüchtlingsunterkunft mit einer IS-Fahne. Die Landesbehörden stuften ihn demnach als Verdachtsfall ein, doch im Dezember 2015 verschwand er spurlos aus Recklinghausen.
 
Die Terroristen haben leichtes Spiel mit unserem hoffnungslos überforderten Bürokratie-Apparat.

Daran kann man jetzt auch nichts mehr ändern, denn es weiß ja keiner; wie viele Menschen ohne oder mit gefälschten Papieren eingereist sind.