Sammelthread Streiks im öffentlichen Dienst

Nein, aber Du wolltest wissen, wo die 3 Mrd. herkommen sollen. Hier steht die Antwort. Geplant haben kann der Staat ja nicht mit dem Geld.

Naja, aber die Gewerkschaften scheinen nicht an die Option zu denken, dass sinkende Staatsschulden, die ja bei 0 € Neuverschuldung resultieren, zu sinkenden Steuern und Abgaben führen, und somit einen Reallohnzuwachs für ALLE Arbeitnehmer Deutschlands zur Folge haben.

Abgesehen davon: Du sagst, dass die Mehreinnahmen nicht wirklich geplant sind/waren.
Demzufolge kann man damit keine Ausgaben finanzieren, die planbar über zig Jahre zu erhöhten Ausgaben führen.

Ich hoffe, Dein Arbeitgeber weiß zu würdigen, das Du nie in deinem Leben eine Gehaltserhöhung fordern wirst.

Du kannst ja mal den gewerkschaftlich bedingten Vertrag/Warnstreik/Verhandlung suchen, die zu 5% mehr bei mir persönlich seit Anfang Dezember geführt haben.

Aber Du kannst Dir den Tvöd ja mal anschauen und sehen, dass Deine Kollegen bei den Städten und Gemeinden vermutlich 30% weniger bekommen, als Du durch die Verhandlungen Deiner Gewerkschaft garantiert hast.

Da brauch ich gar nicht hinschauen.
Bekannter von mir, doppelt so alt wie ich, bekommt als Beamter netto um die 500 € mehr. Und das mit Uniabschluss im Gegensatz zu mir.
Will also gar nicht wissen, was ein Facharbeiter in meinem Alter da verdient.

ABER:

Der öffentliche Dienst, bzw. die Felder die die Dienstleistungen abdecken, haben eine relativ höhere Jobsicherheit, als die freie Wirtschaft.

Handyproduktion kann man ins Ausland auslagern.
Müllabfuhr nicht. Krankenhäuser nicht. Kindergärten nicht. Schulen nicht.
Sicherlich gibt es da durch Veräußerungen, konjunkturelle Einflüsse, Modernisierungen, Aufhebung von Monoploen etc. Personalanpassungen, die zu persönlichen Schicksalen führt, aber es wird nie eine komplette Branche wegbrechen.

Ist ein Aspekt, den man nicht unter den Tisch kehren kann.
Mein Bekannter hatte damals das Angebot, für deutlich mehr Geld vom Beamten- in das Angestelltenverhältnis zu wechseln.
Hat er nicht gemacht, wegen der Unkündbarkeit.

Also flaches Tarifgruppenvergleichen ist in meinen Augen nicht wirklich zielführend.

Auch wenn Du jede Beteiligung der Gewerkschaft an deinen Rechten als Arbeitnehmer vehement abstreiten wirst und das alles als persönlichen Erfolg verbuchst.

Ich bestreite nicht, dass es Sachen in meinem Tarifvertrag gibt, die auf Bemühungen der Gewerkschaften dort drin stehen.
Ich bezweifle nur, ob Gewerkschaften langfristig Erfolg haben, wenn sie Ihre Forderungen im 21. Jahrhundert mit Mitteln des neunzehnten Jahrhunderts durchsetzen wollen.

gruss kelle!
 
es ist ja nicht so, dass wir hier von mehreinnahmen reden. es ist viel eher so, dass diese gelder längst auf die haushalte verteilt und eingeplant sind.

Natürlich reden wir hier von Mehreinnahmen, die auch noch nicht verplant sind. Woher soll der Staat denn auch wissen, was er in den nächsten Monaten an Steuern einnimmt, also lässt er schätzen. Und wenn diese Schätzsumme um den Betrag XY überschritten wird, sind das ungeplante Mehreinnahmen.
 
@(Bier)Kelle

Wenn man deiner Argumentation folgt und Lohnerhöhungen am Gewinn eines Unternehmens messen soll, dann würde es überall nur noch Lohnkürzungen geben. Da ein Unternehmen dann einfach keinen Gewinn mehr verbuchen würde.

Oder nehmen wir ein anderes Beispiel, Angestellte einer Stiftung/verein/gGmbH/... sprich Unternehmen die nicht auf Gewinn aus sind, dort sollen die Mitarbeiter dann am besten für umsonst arbeiten?


Besonders wenn man im öffentlichen Dienst die Gehälter daran ausrichten will, ob ein Haushalt ausgeglichen ist oder nicht, dann müsste man für jede Verwaltung eigene Verträge aushandeln. Denn was bringt es mir wenn der Staat ein plus einfährt und das Land ein Minus. Spielen wir das ganze noch extremer durch und splitten das ganze noch weiter runter, dann würden Mitarbeiter des Einwohnermeldeamtes eine Kürzung bekommen und Mitarbeiter der Finanzverwaltung eine Steigerung?


Sorry aber dieser Argumentation kann ich leider absolut nicht folgen, gerade im öffentlichen Dienst nicht, das man hier auf +/- achten soll.
 
Natürlich reden wir hier von Mehreinnahmen, die auch noch nicht verplant sind. Woher soll der Staat denn auch wissen, was er in den nächsten Monaten an Steuern einnimmt, also lässt er schätzen. Und wenn diese Schätzsumme um den Betrag XY überschritten wird, sind das ungeplante Mehreinnahmen.

ja und? was willst du mir damit sagen? wie viele länder haben den trotz der "mehreinnahmen" in deutschland einen ausgeglichenen haushalt? es sind genau 5! 8O mehreinnahmen heißt ja nicht, dass alle kosten gedeckt sind und ein betrag XY übrig bleibt. im gegenteil.

MOZ schrieb:
:Berlin (dpa) Trotz Milliarden-Mehreinnahmen für die öffentlichen Haushalte ist der Schuldenberg Deutschlands weiter gewachsen. Im vergangenen Jahr verbuchten die Länder nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa Gesamtschulden von rund 490 Milliarden Euro, zehn Milliarden mehr als 2006...

allein das land berlin hat schulden von 60 milliarden euro, die berliner verkehrsbetriebe haben verbindlichkeiten in höhe von 720 mio. euro! das ist die realität. und es gibt noch 10 andere bundesländer, denen es ähnlich geht. ;)
 
@(Bier)Kelle

Wenn man deiner Argumentation folgt und Lohnerhöhungen am Gewinn eines Unternehmens messen soll, dann würde es überall nur noch Lohnkürzungen geben. Da ein Unternehmen dann einfach keinen Gewinn mehr verbuchen würde.

das ist doch unfug! nach deiner these geht es also den unternehmen in erster linie darum, die arbeitnehmer auszubeuten und nicht etwa gewinne zu machen? das meinst du nicht ernst, oder? wenn ein unternehmen keine, bzw. zu wenig gewinne macht, dann schließt man den betrieb, oder der produktionsstandort wird ins ausland verlegt. so einfach ist das. aktuelles bsp. nokia.

ich würde aber sogar noch weiter gehen und die arbeitnehmer direkt an den gewinnen beteiligen. so könnte man z.b. anstatt einer pauschalen lohnerhöhung eine prämie am ende eines erfolgreichen geschäftsjahres auszahlen, die sich direkt am gewinn orientiert.

bei aktiengesellschaften könnte man als prämie auch aktien ausgeben. laufen die geschäfte gut, spiegelt sich das im aktienkurs wieder.
 
das ist doch unfug! nach deiner these geht es also den unternehmen in erster linie darum, die arbeitnehmer auszubeuten und nicht etwa gewinne zu machen? das meinst du nicht ernst, oder?

Du hast schon gelesen das ich lediglich zu den Äußerungen eines anderen Users Stellung genommen habe? Meine Meinung zu diesem Thema kannst du an anderer Stelle in diesem Thread lesen.

Wenn ein Unternehmen offiziell keinen Gewinn machen will, dann macht ein Unternehmen offiziell keinen Gewinn, dann wird der vermeintliche Gewinn halt investiert oder sonstwie verbucht, nur damit man keinen Gewinn macht. Dann macht halt eben Tochterfirma x vom Unternehmen Gewinn, aber nicht das Unternehmen wo alle angestellt sind. Wege gibt es genug um Gewinn zu machen, ohne schwarze Zahlen auf dem Papier stehen zu haben.
 
Du hast schon gelesen das ich lediglich zu den Äußerungen eines anderen Users Stellung genommen habe?

das ist mir nicht entgangen. entschuldige, dass ich mich trotzdem dazu äussere. :D

Wenn ein Unternehmen offiziell keinen Gewinn machen will, dann macht ein Unternehmen offiziell keinen Gewinn, dann wird der vermeintliche Gewinn halt investiert oder sonstwie verbucht, nur damit man keinen Gewinn macht.

und welchem zweck soll das dienen? der belegschaft keine lohnerhöhungen zu gewähren? :LOL:

Wege gibt es genug um Gewinn zu machen, ohne schwarze Zahlen auf dem Papier stehen zu haben.

dazu hätte ich gerne mal ein paar beispiele.
 
und gestern begann die 2. seitrekwelle :ugly: morgen erwischt es dann auch mich, ein vorteil hat es: komme nicht in die schule :ugly:

mal schauen ob es ein neues angebot gibt, hieß es nicht das sie keins machen werden?
 
Ich durfte heute auch zwei Mal 20 Minuten laufen, weil in Bielefeld keine einzige Straßenbahn fuhr. Ich dachte der Betrieb sei nur eingeschränkt...

Und heute Mittag dann noch ne dicke Demo vor dem Rathaus, mit großen Schildern gegen die 40-Stunden-Woche. Als ob es so schlimm wäre 40 Stunden zu arbeiten. :-?

Hoffentlich läuft morgen wieder alles normal.
 
Wie lange arbeitest Du denn so pro Woche?
Ich bin Student und habe somit keine wirklichen Arbeitszeiten.

Und hättest Du was dagegen, einfach mal 1,5 Stunden mehr pro Woche zu arbeiten, ohne was dafür zu bekommen? Ist doch nicht schlimm, oder?
Es gibt noch einen kleinen Unterschied.

Wenn meine Arbeitswoche ohnehin schon aus 45 Stunden Arbeit bestehen würde, dann würde ich mich auch dagegen auflehnen.

Allerdings sind 38,5 Stunden unter dem europäischen Durchschnitt und irgendwie muss man ja auch an die deutsche Wirtschaft im internationalen Vergleich denken.
 
Wenn meine Arbeitswoche ohnehin schon aus 45 Stunden Arbeit bestehen würde, dann würde ich mich auch dagegen auflehnen.
Warum gerade 45? Wenn Du doch 45 Stunden arbeitest, dann machen 90 Minuten mehr doch nichts aus, oder? Ist doch nur zum Besten Deines Arbeitgebers. Und weil der sich ja gerade im öffentlichen Dienst in den letzten Jahren so toll um seine Mitarbeiter gekümmert hat (Stellenabbau, Streichung Urlaubsgeld, Kürzung Weihnachtsgeld, Kürzung der Zulagen, Beförderungsstau), ist das doch kein Problem, für diesen tollen Arbeitgeber noch etwas länger zu arbeiten.

Allerdings sind 38,5 Stunden unter dem europäischen Durchschnitt und irgendwie muss man ja auch an die deutsche Wirtschaft im internationalen Vergleich denken.
OK, dann wäre das aus Deiner Sicht auch in Ordnung, Arbeitszeiten und Entlohnung direkt an internationale Durchschnittswerte anzupassen? Wir leben ja in einer globalisierten Welt. Also Arbeitszeit auf 45 Stunden bei 6-Tage-Woche und das für knapp 1.000 Euro im Monat. Warum allerdings der deutsche öffentliche Dienst internationale Konkurrenz fürchten muss, weiß ich nicht wirklich.

Marty
 
I... Als ob es so schlimm wäre 40 Stunden zu arbeiten. :-?
...

Hierzu ist zu sagen, dass die Beamten, mit denen die öffentlichen Angestellten ja größtenteils Seite an Seite arbeiten, bereits seit 3 Jahren die 41-Stunden-Woche haben, während sich die Angestellten noch auf ihren 38,5 Stunden ausruhen. Wieso beklagen sich die öffentlichen Angestellten, wenn ihnen nun 40 Stunden Wochenarbeit abverlangt werden? Ihre verbeamtenten Kollegen müssen trotzdem noch länger arbeiten.
 
Dazu gibt es zu sagen das die Menschen in China in Vorzeigebetrieben 60 Stunden die Woche arbeiten (in "normalen" Betrieben deutlich länger). Ist das das Ziel?

Ich denke nicht die Angestellten sollten solange Arbeiten wie die Beamten sonder die Beamten so lang wie die Angestellten. So wird ein Schuh draus.

Cya Nightfire
 
Wenn ich bedenke wieviele unbezahlte Überstunden ich hier an der Uni mache... und das ist auch normal hier und wird zum Teil erwartet. Ob da nun formal auf meinem Arbeitsvertrag 38,5 oder 41 stehen ist letztenendes egal. Es wird gearbeitet bis die Arbeit getan ist und das ist in der Regel sowieso wesentlich mehr als 40 stunden in der Woche. So tragisch ist das nicht, das ist nun mal so bei einer derartigen Arbeit.

Da hab ich persönlich von ein paar Euros mehr auf'm Konto am Monatsende mehr als wenn da jemand auf meinen Arbeitsvertrag weniger Stunden draufschreibt. Davon merk ich nämlich genau gar nix.
 
Hierzu ist zu sagen, dass die Beamten, mit denen die öffentlichen Angestellten ja größtenteils Seite an Seite arbeiten, bereits seit 3 Jahren die 41-Stunden-Woche haben, während sich die Angestellten noch auf ihren 38,5 Stunden ausruhen.
Das ist ein schlechtes Argument. Die Beamten werden wohl kaum freiwillig der Verlängerung ihrer Arbeitszeit und der Kürzung ihrer Bezüge zugestimmt haben. Sie hatten als Beamte schlicht und einfach keine Möglichkeit des Protests. Die Angestellten haben das nun und ich finde es völlig in Ordnung, das sie ihre gesetzlichem Möglichkeiten nutzen.

Marty
 
...in der Theorie mag das Alles richtig sein, aber frag mal einen Polizisten, wieviele Überstunden er zwecks "Freizeitausgleich" vor sich her schiebt....;)

40 Std/Woche sind sicher ok, - aber dann sollte über den Personalbestand auch gewährleistet sein, dass die tariflich vereinbarte Arbeitszeit auch eingehalten wird.

Ein Freund von mir ist bei unserem städtischen Versorger im Servicebereich tätig. In den letzten Jahren wurde in diesen Bereichen ziemlich abgespeckt, bzw. "outgesourct". Das Ende vom Lied: Er hat aus 2007 mittlerweile weit über 400 "Freizeitvergütungsstd." auf seinem Arbeitszeitkonto - zusätzlich zu seinem noch vorhandenen Resturlaub von ca. 3 Wochen aus 2007.... Nebenbei sei angemerkt, dass sein Arbeitgeber in 2007 das beste Ergebnis seit Unternehmensgründung vorgelegt hat... :mrgreen:

Bei seinen Kollegen aus der Abteilung sieht es im Prinzip nicht anders aus, - das zeigt doch ganz deutlich auf, dass hier zu Lasten der noch verbliebenen Arbeitnehmer eine "Gewinnoptimierung" stattfindet, die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitisch eher als kontraproduktiv zu bezeichnen ist.
Eine sinnvolle Forderung der Gewerkschaften wäre aus meiner Sicht die Verlängerung der Arbeitszeit auf 40Std./Woche in Verbindung mit einem strikten Verbot von Mehrarbeit, bzw. mit einem Zuschlag für Mehrarbeit von mindestens 200%. ;)
 
...in der Theorie mag das Alles richtig sein, aber frag mal einen Polizisten, wieviele Überstunden er zwecks "Freizeitausgleich" vor sich her schiebt....;)
Gerade gemacht: aktuell ca. 500 Stunden aus den letzten 12 Monaten. Bedeutet im Schnitt 10 Überstunden pro Woche.

40 Std/Woche sind sicher ok, - aber dann sollte über den Personalbestand auch gewährleistet sein, dass die tariflich vereinbarte Arbeitszeit auch eingehalten wird.
Das würde jeder Polizist sofort unterschreiben, bei den Angestellten, die kommen und gehen können, wann sie wollen, ist das evtl. anders.

Eine sinnvolle Forderung der Gewerkschaften wäre aus meiner Sicht die Verlängerung der Arbeitszeit auf 40Std./Woche in Verbindung mit einem strikten Verbot von Mehrarbeit, bzw. mit einem Zuschlag für Mehrarbeit von mindestens 200%. ;)
Wenn das dann auf Beamte übertragen würde, wäre das eine Forderung, die ich sogar unterstützen würde. Bei vollem Lohnausgleich versteht sich.

Marty
 
Das war bloß ein fiktives Beispiel, mehr nicht.

OK, dann wäre das aus Deiner Sicht auch in Ordnung, Arbeitszeiten und Entlohnung direkt an internationale Durchschnittswerte anzupassen? Wir leben ja in einer globalisierten Welt.
Warum interpretierst du mit solchen Übertreibungen irgendwelche Sachen da rein? Das ist doch unnötig.

Nur muss man schon ein bisschen auf den internationalen Vergleich gucken, um mit den wirtschaftlich starken Ländern Westeuropas mithalten zu können.

Ein völlig normaler Vorgang...

Ich denke nicht die Angestellten sollten solange Arbeiten wie die Beamten sonder die Beamten so lang wie die Angestellten. So wird ein Schuh draus.
Klar, denn das kann der Staat dann auch mal so eben bezahlen. Wie sollte das deiner Meinung nach finanziert werden?

Die Angestellten haben das nun und ich finde es völlig in Ordnung, das sie ihre gesetzlichem Möglichkeiten nutzen.
Prinzipiell ist das ja auch legitim und völlig in Ordnung. Nur darf das nicht zu sehr in Mode kommen.

Wenn irgendwem was nicht passt stellt er Forderungen, die für die Gegenseite erstmal nicht zu erfüllen sind. Dann folgt ein Streik und das halbe öffentliche Leben liegt lahm.

Wo soll das hinführen?