Stirbt die deutsche Sprache aus?

Die Hose ist dann "wide" oder "stretched" or "extra long" oder was auch immer.
Nun stelle man sich einen Rentner vor, der kein Wort Englisch versteht und sich in so einen Gewirr zurechtfinden muss. Entsetzlich!

Auch wenn man eine Sprache überhaupt nicht spricht ist etwas wie Klamotten kaufen kein Problem. Wo Deine Klamotten hängen siehst du, was Du wissen musst ist die Größe in der lokal üblichen Normung, der Rest findet sich durch anprobieren.
Wenn die Zahlen z.B. auf Arabisch sind ist es nützlich sich die Zahlen von 0-9 auf einen Zettel zu notieren damit es keine bösen Überraschungen beim Preis gibt.

Naja ... wäre es so schlimm wenn alle Schweizerdeutsch sprechen würden ... oder wenigstens ganz Deutschland bayrisch? Roooaawwr wohl nicht :D
Bei Schweizerdeutsch muss man aber auch wirklich ranschreiben das es deutsch sein soll. Bayern hat wenigstens das Selbstvertrauen es gar nicht erst deutsch zu nennen :)
 
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Der Hinweis darauf, daß Sprache sich allgemein wandelt, daß die deutsche Sprache stets fremden Einflüssen ausgesetzt war und ist, ist genauso richtig wie nutzlos. Denn er trifft auf alle anderen Sprachen auch zu - sogar auf das Englische.

Das angesprochene Latein galt immer als Sprache der Gebildeten. Der Englisch-Wahn ist in meinen Augen teilweise eher Ausdruck von Einfallslosigkeit, Oberflächlichkeit und Dummheit. Aber was will man erwarten, wenn geschätzte 80% der Deutschen nicht einmal mehr in der Lage sind, eine Befehlsform fehlerfrei zu bilden? "Gebe hier Deine Daten ein" - oh, Mann! Man mag darüber streiten können, ob das unter Sprachwandel oder Verblödung fällt. Ich bin leider Schwarzseher.

Rationalität, Globalisierung, Emotionalität... wie wäre es mit Empirie?! Wenn ich mir die Evolution im allgemeinen und die Entwicklung der Menschheit im besonderen anschaue, ist mein Eindruck, daß uns die Vielfalt dahin gebracht hat, wo wir sind, nicht die Eintönigkeit.

Globalisierung... Wenn das ein Argument sein soll, dürfen wir schon einmal anfangen, Chinesisch zu lernen. ;) Ich mache das übrigens gerade. ;)

Facebook ist für mich ein reiner Eigenname. Da mache ich mir nun überhaupt keine Sorgen.

Englisch hat im technischen Bereich einen besonderen Stellenwert, weil die Neuerungen alle aus dem englischsprachigen Bereich kommen. Da mache ich mir weniger Gedanken um die Sprache als um unseren Stand der Forschung. Ich muß nicht auf Zwang alles eindeutschen.

Es könnte zum Teil natürlich auch an den Fehlstellen unserer jüngeren Geschichte liegen, daß vielen von uns das Eigene so wenig wert scheint, das Fremde aber übersteigert wird und als schick gilt.

Daß man nichts gegen die Entwicklungen tun kann, ist mit Sicherheit falsch. Wir sind schließlich nicht nur Betroffene, sondern auch Prägende. Wir diskutieren hier das Thema - das ist doch schon ein Beitrag, der - im kleinsten Rahmen - einen gewissen Einfluß entfalten kann. Ich bin zwar Pessimist, aber daß man - gerade in einer immer mehr zusammenwachsenden Welt - allen Entwicklungen völlig hilflos ausgeliefert wäre, glaube selbst ich nicht. Womöglich will ich das auch nur nicht glauben.
 
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Man mag darüber streiten können, ob das unter Sprachwandel oder Verblödung fällt. Ich bin leider Schwarzseher.


Muss wohl Sprachwandel sein - Verblödung nämlich hätte auch Luther Gryphius, Gryphius Goethe, Goethe uns vorwerfen können. Wo will man das "richtige" Deutsch festmachen? Wieso sollte das französisierte Deutsch der Aufklärung und Klassik besser sein als das anglisierte Deutsch unserer Tage? Da besteht überhaupt kein qualitativer Unterschied.
 
Das Schöne an Deinem Beispiel ist, daß die Französisierung irgendwann aus der Mode kam, ohne in nahtlosem Übergang von einer anderen Sprache ersetzt zu werden. Das nährt die Hoffnung, daß es sich mit dem Englischen irgendwann genauso verhält. ;)

Erschwerend wirkt, daß man die Entwicklung einer jeder Nationalsprache nur schwerlich losgelöst von gesellschaftlichen und politischen Zuständen/Entwicklungen betrachten kann - und wir so ganz schnell vom Hundertsten ins Tausendste kommen.
 
Also dieser Post hier wäre eigentlich das einzig zwingende Argument für mich, grundsätzlich gegen äußere Einflüsse zu sein. Er hält einer gewissen Realitätsprüfung aber nicht stand:

Nun das Grundproblem ist ja auch, dass viele ältere Menschen sich aufgrund dieser neuartigen Begriffe überhaupt nicht mehr zurecht finden.

Zum einen würde ich das nicht in der Gesamtheit behaupten, bzw. könnte mir vorstellen, dass sich auch viele "jüngere" nicht mehr zurechtfinden. Was aber neben den Begriffen wohl auch daran liegt, dass die Bedeutungen häufig vielschichtiger geworden sind.

Zunächst geht dieser Rentner bei "H&M" einkaufen und sieht die vielen "Sale"-Angebote im Schaufenster. Dann gehts in die "Kids"-Abteilung in die "Teenager"-Abteilung und dann gehts in die "Men" oder "Women"-Abteilung. Die Hose ist dann "wide" oder "stretched" or "extra long" oder was auch immer.[...]

Mal ehrlich, welcher Rentner geht denn bei H&M einkaufen? In dieser Preisklasse dürfte man ihn wohl eher bei C&A antreffen. Und siehe da, dort gibt es große Schilder "WSV", deutsche Abteilungsnamen (ausgenommen Teenagerkleidung, aber die braucht unser Rentner in der Regel ja auch nicht) und deutsche Größenangaben. Dort wo die internationalen Größen vorherrschen, gibt es Umrechnungstabellen. Und selbst wenn die tatsächlich fehlen sollten, die Größen S-XXL gibt es doch nun seit über 20 Jahren, oder etwa nicht?

Alles in allem sehe ich kein Problem. Die deutsche Sprache wird sicherlich nicht aussterben, dafür ist sie viel zu interessant.

Und eine weitere Verbreitung (vll. auch Erzwingung) der englischen Sprache in der Bevölkerung ist sicher sinnvoll, z.B. um sich mit MigrantInnen unterhalten zu können, oder dann, wenn man selbst im Ausland weilt.
 
Auch das Anglisieren wird irgendwann aus der Mode kommen. Ich kann mir vorstellen, das in 50-100 Jahren asiatische Einflüsse deutlich auf dem Vormarsch sind - entweder Chinesisch oder indisch - oder eine Mischung von beidem. Einzig Spanisch wird sich wohl etwas länger halten. Weder Französisch noch Deutsch werden sich auf Dauer als Massensprache halten - selbst wenn jetzt auch die Politik sich mit drollig-hilflosen versuchen überbietet, die deutsche Sprache zu "schützen".

"Lebendige" Sprachen unterliegen ebenso eine Evolution wie Lebewesen. Natürlich lässt sich trefflich darüber streiten, ob manche Sprachentwicklungen erstrebenswert sind - aber in meinen Augen betrifft das in erster Linie Sprachkonstrukte, die sowohl Deutsch als auch Englisch vergewaltigen.
 
omg... Nun haben wir auch hier unsere Migrationsdebatte. :mrgreen: Ich erlaube mir, so "rechtsradikal" zu sein und zu erwarten, daß Einwanderer (Oder meintest Du mit Migranten etwas Anderes?) unsere Sprache erlernen.

Aber Du hast Recht, Fremdsprachenkenntnisse sind immer wünschenswert und erweitern auch den eigenen geistigen Horizont. Aber damit meinst Du ja sicher nicht, daß wir am besten gleich unsere Muttersprache vollständig durch eine andere ersetzen sollten, oder? Ich befürchte, Du vermengst da zwei Punkte, die man eher auseinanderhalten sollte.
 
Mal ehrlich, welcher Rentner geht denn bei H&M einkaufen? In dieser Preisklasse dürfte man ihn wohl eher bei C&A antreffen.
Es soll auch Rentner geben, die mehr Geld haben. Was ist das denn für eine Argumentation? :roll:
Als hätte nur H&M die deutsche Sprache vergessen.

Ich hab hier bisher noch kein einziges schlüssiges Argument gelesen, was sowas begründen würde. Kann man nicht erwarten, daß man in deutschen Läden auch deutsche Bezeichnungen findet? In England schreiben die auch nichts Deutsches an die Hosen.
 
Es soll auch Rentner geben, die mehr Geld haben. Was ist das denn für eine Argumentation? :roll:
Als hätte nur H&M die deutsche Sprache vergessen.

Gemeint war doch sicherlich das H&M nicht grad auf Rentner abzielt und sie auch nicht dort einkaufen. Von der Preisklasse wird es aber ähnlich wie C&A sein, aber die Rentner mit Geld trifft man halt auch nicht unbedingt dort.

Ich hab hier bisher noch kein einziges schlüssiges Argument gelesen, was sowas begründen würde. Kann man nicht erwarten, daß man in deutschen Läden auch deutsche Bezeichnungen findet?
Das schlüssige Argument ist das Ladenbesitzer die Sprache benutzen können die sie wollen und sie werden die nehmen von der sie meinen das sie ihre Kundschaft anspricht.
 
Dann geht der gehobene Rentner halt woanders hin, wo alles verenglischt wird. Macht doch jetzt keinen Unterschied. Könnte ja durchaus auch sein, daß Rentner mal was für die Enkel kaufen.

Das mag vielleicht ein Argument sein, aber für mich ist das nicht schlüssig, denn die Käufer spricht ganz sicher auch die deutsche Sprache an. ;)
 
Es ging mir in meinem Beispiel auch weniger darum, dass ich "Recht" habe oder dass mein Beispiel stimmt, vielmehr darum, mit euch hier darüber zu diskutieren.
 
Birnchen, Gegenfrage: Was ist denn daran so schlimm, dass Wörter "verenglished" werden? Die Jugend regt sich ja auch nicht auf, wenn ältere Damen und Herren noch "Trottoir" sagen (meine Oma - möge sie in Frieden ruhen - pflegte es, dieses Wort zu benutzen)...

Wenn besagter Rentner wirklich Interesse hat, dann wird er auch nachfragen, was dies nun bedeutet...man wird es ihm erklären und er wird es sich merken und keine Probleme damit haben. Es ist ja nicht so, dass man dadurch, dass man "Sale" oder "back2school" oder "xcite" Menschen ausschließt...wer interessiert ist, bildet sich weiter. Ich kenne ältere Menschen, die wissen genau, was Internet, iPhone und Flatrate bedeutet...vor solchen Menschen ziehe ich den Hut. Wer sich selbst natürlich griesgrämig in die alte "Früher war alles besser..."-Schiene leitet, der wird es natürlich nicht so einfach haben.
 
Du erwartest im Ernst, daß ich als Kunde im Laden erstmal nachfragen muß, was da auf der Hose draufsteht oder was da in der Seife drin ist, weil einfach "in" ist, das englisch draufzuschreiben? Schon mal was von "der Kunde ist König" gehört? Es soll ältere Menschen geben, die kein Englisch können und die sich nicht die Blöße geben wollen, jedes mal nachzufragen.

Mir persönlich macht das nicht so viel aus, da ich englisch kann, aber selbst die Jugend heutzutage hat teilweise keine Ahnung was "raspberry" eigentlich heißt. Trotzdem finde ich, daß man nicht auf jeden Zug aufspringen muß.
 
Auf Trends aufzuspringen und vor allem auch zu glauben, das tun zu müssen, ist meiner Ansicht nach auch eine Frage der eigenen Identität - und damit haben wir Deutsche - wiederum nur meiner Meinung nach - so unsere Probleme. Es ist kein Zufall - und kann auch keiner sein, daß andere Sprach- bzw. Kulturkreise mehr innere Widerstandskraft gegen solche "Unterwanderung" haben, ohne deshalb gleich fremdenfeindlich oder rückständig zu erscheinen.
 
Du erwartest im Ernst, daß ich als Kunde im Laden erstmal nachfragen muß, was da auf der Hose draufsteht oder was da in der Seife drin ist, weil einfach "in" ist, das englisch draufzuschreiben? Schon mal was von "der Kunde ist König" gehört? Es soll ältere Menschen geben, die kein Englisch können und die sich nicht die Blöße geben wollen, jedes mal nachzufragen.

Solange der Kunde auf eine Nachfrage noch eine Antwort bekommt - IST er noch König - Unabhängig von der Sprache, die Auf dem Produkt Verwendung findet
 
omg... Nun haben wir auch hier unsere Migrationsdebatte. :mrgreen: Ich erlaube mir, so "rechtsradikal" zu sein und zu erwarten, daß Einwanderer (Oder meintest Du mit Migranten etwas Anderes?) unsere Sprache erlernen.

Diese meinte ich unter anderem, aber auch Touristen. Dass die Migranten Deutsch lernen sollen, vertrete ich ebenso gern wie Du. Dass sie hingegen Deutsch sprechen müssen, wenn sie ankommen nicht.

Aber Du hast Recht, Fremdsprachenkenntnisse sind immer wünschenswert und erweitern auch den eigenen geistigen Horizont. Aber damit meinst Du ja sicher nicht, daß wir am besten gleich unsere Muttersprache vollständig durch eine andere ersetzen sollten, oder? Ich befürchte, Du vermengst da zwei Punkte, die man eher auseinanderhalten sollte.

Ich glaube auch nicht, das wir unsere Muttersprache durch einige englische, französische oder meinetwegen auch chinesische Einflüsse gleich ersetzen werden. Wie gesagt, dafür ist sie viel zu interessant.

Mir machen Fremdwörter generell keine Angst. Ich habe notfalls einen Mund zum Fragen, bzw. einige Finger zum googlen. Und statt "Unterwanderung" der Sprache würde ich lieber Erweiterung sagen.

[...]Ich hab hier bisher noch kein einziges schlüssiges Argument gelesen, was sowas begründen würde. Kann man nicht erwarten, daß man in deutschen Läden auch deutsche Bezeichnungen findet? In England schreiben die auch nichts Deutsches an die Hosen.

Aber "Kindergarten" an manche Häuser...

Es gibt jede Menge Läden in denen man erwarten darf und kann, daß deutsche Bezeichnungen verwendet werden, warum muß H&M das auch tun?
Ich glaube jedenfalls nicht an den Durchschnitts-Rentner, der dort gern einkaufen würde, wenns doch nur deutsche Schilder gäbe.
 
Aber "Kindergarten" an manche Häuser...
Machen die aber nicht wegen der Globalisierung, sondern weil das bei denen nun mal so heißt, und das auch nicht erst seit gestern.

Es gibt jede Menge Läden in denen man erwarten darf und kann, daß deutsche Bezeichnungen verwendet werden, warum muß H&M das auch tun?
Ich glaube jedenfalls nicht an den Durchschnitts-Rentner, der dort gern einkaufen würde, wenns doch nur deutsche Schilder gäbe.
Muß es nicht, aber im Gegenzug muß ich das auch nicht gutheißen. H&M ist aber auch nicht der einzige Laden, der das macht.
 
Ebenso habe ich meine T-Shirts solange ich denken kann, immer in den Größen S - XL gekauft. Dass man die Dinger auch Unterhemd nennen kann, weiß ich übrigens erst seit der Bundeswehr.
 
Wobei ich aber zugeben muß, daß ich gaaanz früher gedacht habe, daß das L bei den T-Shirts für "Lang" steht. Und ich habe auch keine Ahnung, was ein/e Raspberry ist? Mit Flipchart kann ich auf Anhieb auch nichts anfangen...

Die Gleichsetzung von T-Shirt und Unterhemd wäre mir ebenfalls neu. Ersteres hat Ärmel, letzteres nicht.

Aber ich glaube, es wird recht schnell langweilig und fruchtlos, wenn wir uns hauptsächlich nur noch mit einzelnen Wörtern und Firmen beballern.