Stirbt die deutsche Sprache aus?

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Gelöschtes Mitglied 2069

Neulich diskutierte ich mit meinen Großeltern über die Veränderung der deutschen Sprache, die sich im Laufe der Zeit so eingeschlichen hat.

Solche Begriffe wie "Teenager", "Kids", "Questionlinks", "gegoogled", "checken", "chillen",...
kommen in den letzten Jahren rein gefühlt sehr häufig in unserer Sprache vor, dabei sind diese Begriffe einfach so importiert worden (importiert ist auch so ein reingeholtes Wort aus der englischen Sprache).

Ist die deutsche Sprache denn so schwierig, oder wieso ersetzen immer mehr Begriffe die deutsche Sprache?

Hier mal mein Ersatzvorschlag:
Teenager = Jugendlicher
Kids = Kinder
Questionlink = Frageverknüpfung
gegoogled = gesucht
checken = überprüfen
chillen = abhängen
importiert = ins Land eingeführt.
Lose-Remote = Lose-Fernbedienung
 
Naja Sprachen entwickeln sich halt. Bin zwar auch noch recht jung mit meinen 20 Jahren, aber mich stört es nicht wirklich. Die Leute von 50 Jahren haben bestimmt auch nicht immer Geldbörse statt Portemonnaie gesagt, von daher waren schon immer ausländische Wörter in unserem Sprachgebrauch. ;)

(Als ich den Titel gelesen hatte, dachte ich zuerst es würde um Rechtschreibung gehen..)
 
Eine einheitliche deutsche Sprache gab es nie.
Die deutsche Sprache ist zum Großteil aus fremden Sprachen entstanden.

Einflüsse anderer Sprachen auf die deutsche Sprache

Durch ihre zentrale Lage in Europa wurde die deutsche Sprache über die Jahrhunderte durch andere Sprachen beeinflusst. Im Mittelalter und der Zeit davor war es vor allem die lateinische Sprache, aus der sich die deutsche Sprache bediente. So sind viele alltägliche Wörter, vor allem aus Architektur, Religion und Kriegswesen (z. B. dominieren, Fenster, Karren, Keller, Kloster) aus dem Lateinischen entlehnt. Auch die griechische Sprache hat das Deutsche in Religion, Wissenschaft und Philosophie stark beeinflusst (z. B. Demokratie, Krypta, Philosophie, Physik). Teilweise verschwanden durch die Entlehnungen die zuvor gebräuchlichen Begriffe vollständig: Arzt, Mediziner und das umgangssprachlich verwendete Doktor verdrängten als Bezeichnung für den Heilkundigen beispielsweise schon frühzeitig die Begriffe Laachi (Lachi) und Bader.
Später war es dann vor allem die französische Sprache, die großen Einfluss auf das Deutsche ausübte. Da nach dem Dreißigjährigen Krieg an vielen Höfen Französisch gesprochen wurde und selbst preußische Könige diese Sprache besser beherrschten als Deutsch, das nach Voltaire nur zur Kommunikation mit Soldaten und Pferden gebraucht wurde, kamen vor allem Wörter aus dem vornehmen Bereich in die deutsche Sprache (etwa Boulevard, Konfitüre, Trottoir).
Auch aus den slawischen Sprachen (beispielsweise Grenze, Gurke, Pistole), dem Jiddischen und dem Rotwelsch (beispielsweise meschugge, Kaff, Schickse, Schlamassel, Zoff) kamen einige Wörter ins Deutsche, jedoch war der Einfluss dieser Sprachen im Vergleich zu den vorgenannten wesentlich geringer.
In Handel (Magazin, Tarif, Tara), Botanik (Orange, Kaffee, Ingwer), Medizin (Elixier, Balsam), Mathematik (Algebra, Algorithmus, Ziffer), Chemie (alkalisch, Alkohol) und Astronomie (Almanach, Zenit, Rigel) lassen sich auch einige Einflüsse aus dem Arabischen ausmachen, die verstärkt im Mittelalter beispielsweise durch die Kreuzzüge nach Europa und somit auch nach Deutschland kamen. Aber auch in alltäglichen Begriffen wie Koffer, Benzin oder Limonade lassen sich arabische Einflüsse bzw. Ursprünge nachweisen.
Ab Mitte des 20. Jahrhunderts nahm in Deutschland das Englische zunehmend Einfluss auf die deutsche Sprache (siehe Anglizismen). Diese Entwicklung wird von manchen skeptisch betrachtet, insbesondere dann, wenn es genügend deutsche Synonyme gibt. Kritiker merken auch an, es handle sich oftmals (beispielsweise bei Handy) um Scheinanglizismen.
Eine Sprachpolitik, wie sie unter anderem in Frankreich und Island betrieben wird, um eine Anreicherung der Sprache mit Anglizismen zu unterbinden, findet in Deutschland seit Mitte des 20. Jahrhunderts nicht mehr statt.
Im Zuge des weltweiten Handels und des Imports von exotischen Früchten und Tieren sind aber auch Wörter aus ganz exotischen Sprachen mittlerweile gewöhnlicher Bestandteil des Alltages. Zu den Tupí-Wörtern, die bis ins Deutsche gelangt sind, zählen Piranha („Zahn-Fisch“), Tapir, Kaschu (auch Cashew, „Nierenbaum“), Maracuja („Pflanze, die Früchte gibt“), Maniok („Haus der Göttin Mani“) und Carioca („Bewohner des Hauses von Cari“ = Einwohner von Rio de Janeiro nach dem Dorf Carioca, an dessen Stelle Rio erbaut wurde). Ebenso Ananas („gutriechende Frucht“) und Jaguar („Dschungelhund“).
von daher sehe ich dieser Entwicklung gelassen entgegen.

Außerdem kannst auch mal hier gucken:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_deutscher_Wörter_in_anderen_Sprachen

;)

wie tasi99 schon richtig sagte, entwickeln sich Sprachen halt. Wir werdens nicht aufhalten können. Auch wenn ich irgendwie schon nachvollziehen kann, was du meinst. Aber im Prinzip ist das wurscht, was wir sagen, solange es einfach jeder versteht.



edit: Import ist übrigens nicht direkt ausm Englischen. Die habens auch nur von den Römern ;-)
 
Was ist mit
  • Laptop
  • Computer
  • Internet
  • Browser
  • Cookie
  • Slot
  • Thread
  • Post
  • ...
:roll::roll::roll:

Bei aller Liebe zur Deutschen Sprache, aber Konstrukte wie "Klapprechner", "Lose-Fernbedienung", "Frageverknüpfung" oder "Inter(Zwischen-)netz", da bekomme ich eher Pusteln am Hintern als den Eindruck, dass verantwortlich mit unserer Sprache umgegangen wird.
 
Also Lose-Fernbedienung finde ich klasse! Und Thema zu Thread sagen ist dir wohl auch schon zu blöd oder antworten zu posten?
 
Lose-Fernbedienung ist semantisch auch total falsch übersetzt :p

das müsste Lose-Sendung heißen. Schon komisch, wie Luke überhaupt auf "Remote" kommt... 8O
 
Ja, tut sie, aber leider wohl nicht mehr in den nächsten 100 Jahren.

Im Zuge der Globalisierung sterben alle Sprachen bis auf eine aus und das ist auch gut so. Irgendwann wird jeder Mensch ein und dieselbe Sprache sprechen und Kommunikation endlich nicht mehr daran scheitern, dass sich irgendwelche Menschen daran aufgeilen, dass "ihr" Land eine besonders tolle Sprache spricht.
 
Klar verändert sich die Sprache im Laufe der Zeit mit der Entwicklung. Jedoch in anderen Sprachen wie beispielsweise in der spanischen Sprache gibt es so einen schnellen Zerfall nicht, wie es in der deutschen Sprache der Fall ist. Warum? Die Spanier lieben ihre Sprache und haben deshalb auch nicht so viel "eingespanischte" Begriffe in ihren Wortschatz. Die Sprache ist ja auch immer eine Zugehörigkeit und man verbindet etwas mit dieser Sprache.
 
Und Thema zu Thread sagen ist dir wohl auch schon zu blöd oder antworten zu posten?
Macht es jemand? Es steht sogar über der Eingabemaske hier im Forum:

Auf Thema Antworten

Aber trotzdem "postet" jeder im "thread", oder "added" einen bei "Facebook" (Btw: wie würde man "Facebook" logisch übersetzen, denn man "Google" zu "Suchen" macht? "Gesichtsbuch"? oder "Daten verraten"? :p)

@Oseidon: Vergleiche mal die Anzahl der Spanisch sprechenden Menschen mit denen der deutschsprachigen. Wenn ich mich nicht irre, dann ist Spanisch die Sprache, die nach Chinesisch am häufigsten gesprochen wird (noch vor Hindu und Englisch). Je größer die Masse, desto träger ist sie. Und nichts desto trotz nisten sich auch dort englische Wörter in den Sprachgebrauch ein.
 
Macht es jemand? Es steht sogar über der Eingabemaske hier im Forum:



Aber trotzdem "postet" jeder im "thread", oder "added" einen bei "Facebook" (Btw: wie würde man "Facebook" logisch übersetzen, denn man "Google" zu "Suchen" macht? "Gesichtsbuch"? oder "Daten verraten"? :p)

Natürlich macht es kaum jemand ich wahrscheinlich auch nicht ;) Aber zumindest gibt es für manche Sachen sinnvolle Übersetzungen. Zugegeben Gesichtsbuch sag ich auch manchmal aber nur weil es so lustig klingt ;)
Wenn sich Leute gedanken machen würden wie man was am besten übersetzen kann würden auch garnicht so komische Konstrukte herauskommen. Statt Gesichtsbuch könnte man auch einfach Freundeskreis oder Freunde Treffpunkt oder was weiß ich sagen.
 
Was machen wir eigentlich, wenn Lukas solche Themen im Markt seiner Heimseite im Zwischennetz nicht lesen will? Glaubt ihr, er löscht alle Kekse der Lose-Fernbedienung, drückt auf "wiederladen", gleitet auf "Suche" und entfernt alle hinzugefügten Benutzer auf seinem Zugang bei Gesichtsbuch?

@jayjay5: Und DAS würde Dir besser gefallen? :p
 
Nun das Grundproblem ist ja auch, dass viele ältere Menschen sich aufgrund dieser neuartigen Begriffe überhaupt nicht mehr zurecht finden.

Sowas wie "Winterschlussverkauf" kann man ja noch verstehen aber ich stelle mir mal einen 80-Jährigen Renter vor, der kein Englisch spricht und nun Klamotten kaufen soll.

Zunächst geht dieser Rentner bei "H&M" einkaufen und sieht die vielen "Sale"-Angebote im Schaufenster. Dann gehts in die "Kids"-Abteilung in die "Teenager"-Abteilung und dann gehts in die "Men" oder "Women"-Abteilung.

Die Hose ist dann "wide" oder "stretched" or "extra long" oder was auch immer.

Nun stelle man sich einen Rentner vor, der kein Wort Englisch versteht und sich in so einen Gewirr zurechtfinden muss. Entsetzlich!
 
Da die Sprache von Menschen (weiter-)entwickelt wird, sehe ich auch nicht die Gefahr, dass sie sich zugehend in eine Richtung entwickelt, wo niemand mehr etwas versteht ;)

Was ist denn mit Begriffen wie Portemonnaie, Trottoir, etc... Das wurde früher verwendet und heute kennen es sicherlich nur wenige Kids/Teenager/etc...
 
Emotionalität ist ja auch was anderes aber Emotionalität folgt immer irgendwann der Rationalität und die sagt nunmal 1 Sprache ist besser als 10.000.



deine These ist unrealistisch. Der Mensch hat soviele Sprachen, weil er regional und zeitlich getrennt ist. Es wird niemals nur eine Einheitssprache geben. Never.
Selbst am Beispiel des Deutschen, das so viele Dialekte hat. Alle diese Dialekte haben verschiedene Einflüsse von Außen. Dabei sind wir regional relativ "eng".
 
Wieso sollte man Facebook überhaupt übersetzen wollen? Das ist nun mal eine amerikanische Seite und somit ein Markenname. Internet ist auch ein amerikanischer Markenbegriff, wenn man so will. Da kann man halt nichts dagegen machen und ich fände das auch weniger sinnvoll.

Aber gerade das Beispiel von Oseidon mit dem einkaufenden Rentner finde ich sehr treffend für die "Verenglischung" unserer Sprache. Wozu soll sowas gut sein? Wieso kann die Hose nicht weiterhin "weit" oder "eng" sein?