Wirtschaft Steht eine neue Welt-Wirtschafts-Krise bevor?

Ich hab nach dem Zusammenbruch des Neuen Marktes 2001 - 2002 einen Grossteil meiner übrig gebliebenen Fondanteile und Aktien verkauft und dafür Gold gekauft.

Bringt zwar keine jährliche Dividende aber ist auf jedenfall krisensicher und [die letzten Jahre] extrem im Wert gestiegen.
 
Nun ja, was soll ich sagen, es ist leider gekommen, wie prophezeiht, wobei meiner Meinung nach das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist.

Der weltweite Börsencrash Ende Januar (mit Ausnahme beim DOW JONES) ist Zeichen genug. Zwar haben sich die Aktienmärkte dann langsam wieder nach oben gekämpft, allerdings ohne langfristige charttechnische Unterstützung. Es waren immer nur kleine Rallies, die jäh endeten. Heute war wieder ein schwarzer Tag. Viel schlimmer ist aber Folgendes:

Dem Monoliner AMBAC drohen ernste Probleme in Folge mangelnder Liquidität und Erschwernisse der Liquiditätsbeschaffung. Der Euro, Ölpreis und die Rohstoffe sind auf Rekordhochs. Allein Palladium ist in diesem Jahr um über 50% gestiegen!. Die Zinsschere zwischen den USA und dem Rest der Welt wächst, die Inflation steigt, das Verbrauchervertrauen und das Geschäftsklima sind im freien Fall in den USA (in Deutschland ist der Ifo-Index ja überraschend 2x in Folge leicht gestiegen).

Von den Banken droht weiterer enormer Abschreibungsbedarf, der hohe EURO und YEN werden die Exportwirtschaft von 2 der 3 wichtigsten Industrieblöcke erheblich schwächen, gleichzeitig dürfte der enorme Ölpreis für spürbar sinkende Nachfrage führen und die anheizende Inflation in Folge von Abermilliarden frisch gedruckter USD in Folge der massiven Leitzinssenkungen wird der KOnjunktur ihr übriges abverlangen.

Hoffnung bereitet allerdings die 2. Jahreshälfte, denn wir sind gerade in einem Wahljahr in den USA und eine alte Börsenweisheit sagt ja "Wahljahre sind Börsenjahre".... Ob das letztlich stimmt, abwarten, im Moment kann man am meisten damit verdienen in dem man kurzfristig an den Rallies mit Puts oder Calls teilhat, da winken hohe Gewinne, wenn man die Entwicklung richtig abschätzt.

Gold, Silber und Palladium werden wohl weiter anziehen und sollten als gute Depotabsicherung dienen. Die Entwicklung des Ölpreises steht in den Sternen, dort ist tendenziell alles möglich...

Wie schaut euer Portfolio aus?
 
Der Rest des von Dir geschriebenen spiegelt die aktuelle Situation ja sehr gut wieder, aber das hier wundert mich:
Der weltweite Börsencrash Ende Januar (mit Ausnahme beim DOW JONES) ist Zeichen genug.
Welcher Crash? Du bezeichnst eine 20% Korrektur nach einem Anstieg von fast 100% in drei Jahren als Crash? Ich würde sagen, dass war eine notwendige Korrektur, mehr nicht.

Wenn ich mir einen 5-Jahreschart des DAX anschaue, dann wirkt dieser Crash mehr wie eine kleine Delle.

Marty
 
Ich bin fest davon überzeugt, dass der Karren noch tiefer in den Dreck gezogen wird. Die Amis inflationieren ihren Dollar wie noch nie zuvor in der Geschichte.

Täglich wird der Markt mit Mrd geflutet. Und das in einem Ausmaß, dass es zu einer Hyperinflation wie 1929 kommen muss!

Viele sind der Meinung, sowas könne heutzutage nicht mehr passieren. Aber da liegen sie falsch. Es wird kommen.....

....retten können sich nur die, die es vorher erkennen und mit ihrem Vermögen in Gold und Silber flüchten!
 
Rohöl dürfte besser sein mittlerweile... Wer will noch mein Gold und Silber in ein paar Jahren?

Marty

jo besonders dann, wenn alle die ihr Geld über den Crash mit Gold Silber retteten, verkaufen wollen :mrgreen:

weil man in Rohöl aber meist nur auf dem Papier investieren kann würd ich eher ín nen Stück Ackerland, verpachtbar und mit Wertsteigerungspotential investieren
 
weil man in Rohöl aber meist nur auf dem Papier investieren kann würd ich eher ín nen Stück Ackerland, verpachtbar und mit Wertsteigerungspotential investieren
Bei den Barrelpreisen für Rohöl kannst Du Dir bald von Deinem Vermögen zwei Fässer in die Garage stellen, für mehr reicht es dann bei uns nicht mehr :)

Und irgendwann kommt MadMax und wir werden erschossen, damit man unseren Tank leersaugen kann...

Marty
 
Was? Die Weltwirtschaftskrise kommt? Kommen dann auch wieder die Kommunisten und später die Faschisten?
Ich glaube wir (in der EU) haben aus der Geschichte ganz gut gelernt. Die Leitzinsen orientieren sich weiterhin an der Geldmenge und nicht an den Krisen an den Finanzmärkten, dass zumindest eine Inflation in der EU ausgeschlossen ist.
Ob die Amerikaner aus der Geschichte gelernt haben, halte ich für fragwürdig, jedoch ist die USA nicht gleich die Weltwirtschaft, auch wenn sie ein großer Teil von dieser ist. In den letzten Jahren haben sich asiatische Staaten wie China, Indien, Japan und Russland sehr stark entwickelt. Ebenso südamerikanische Staaten. Zwar wird die Weltwirtschaft noch sehr von den USA beeinflusst, welche auch das größte BIP der Welt haben, jedoch nimmt diese Abhängigkeit langsam aber sicher ab.
Wir als exportstarkes Land sind sicherlich mehr von den USA abhängig, als beispielsweise die Schweiz, deshalb spüren wir von den Krisen in den USA deutlich mehr, als andere Länder, ich glaube aber nicht, dass es wegen der Krisen in den USA zu einer Weltwirtschaftskrise kommen wird, wie wir sie am Anfang des 20. Jahrhunderts hatten.
 
Bei den Barrelpreisen für Rohöl kannst Du Dir bald von Deinem Vermögen zwei Fässer in die Garage stellen, für mehr reicht es dann bei uns nicht mehr :)

Und irgendwann kommt MadMax und wir werden erschossen, damit man unseren Tank leersaugen kann...

Marty

jo das mit dem Rohöl iss schon ne krasse Sache, muss mal noch mal intensiver darüber nachdenken ob sich da noch nen Geschäft mit machen läßt ;)



übriegens ich habe garkein Auto, ich leih mir zwar oft eins aber selbst das mach ich dann nichtmehr, zumindest dann wenn das Barrel 200-300 $ kostet, dann mach ich es wie 80 % der Weltbevölkerung und verbring mein Leben in nen Radius von 40 Km um meinen Heimatort *g*
 
Wir als exportstarkes Land sind sicherlich mehr von den USA abhängig, als beispielsweise die Schweiz, deshalb spüren wir von den Krisen in den USA deutlich mehr, als andere Länder, ich glaube aber nicht, dass es wegen der Krisen in den USA zu einer Weltwirtschaftskrise kommen wird, wie wir sie am Anfang des 20. Jahrhunderts hatten.

Ein Beispiel von meinem Arbeitgeber: Er kauft Rohstoffe in der EU und bezahlt mit Euros. Er verkauft Fertigprodukte nach Asien und Amerika und bekommt US-Dollar. Wegen des starken Dollarverfalls ist er mittlerweile in der Verlustzone angekommen. Es gibt keine Chance, einfach mal so die Preise zu erhöhen, die Konkurrenz aus den Dollarländern hat ja dieses Problem nicht und kann weiter billig anbieten.

Aktuell wird die deutsche Automobilindustrie in den USA auf den Weg den Bach runter geschickt. Wo ein schicker Porsche vor ein paar Jahren noch 100.000 Dollar kostete, kostet er jetzt 150.000 Dollar, nur damit Porsche denselben Eurowert raushat. Und die Kunden kaufen dann doch lieber wieder eine Corvette, die ist ja preisstabil geblieben.

Das, was dort in den USA gerade passiert, ist nichts anderes als Schuldentilgung über Währungsabwertung. Man druckt Geld (heute generiert man ein paar Bytefolgen). Und das ist für alle schlecht, nicht nur für die USA.

Irgendwann kann man dem nur noch begegnen, indem die EU auch anfängt, Euros in Umlauf zu bringen.

Marty
 
Ja, wenn die USA dein Absatzmarkt sind, bzw. die Währung dort der Dollar, dann ist es sicherlich schlecht.
Aber um einmal im Automobilbereich zu bleiben, die deutschen Automobilhersteller haben im Moment die Möglichkeit durch den günstigen Wechselkurs dort drüben so günstig wie noch nie zu investieren und Autos zu produzieren, deren Rohstoffe sie dann auch in USD kaufen und deren fertige Autos sie ausschließlich in die USA verkaufen. Ähnlich Investieren zur Zeit ja auch China und die Saudis, die seit Jahren auf Bergen von Dollarnoten sitzen und diese jetzt nutzen um in den USA zu investieren. (z.B. durch Kauf von Bankanteilen)

Zum Thema Porsche: Ich habe erst kürzlich in einem Bericht gelesen, dass es den Porschekunden in den USA völlig egal ist, ob das ding nun 50% mehr oder weniger kostet. Wenn man bedenkt, dass Porsche den höchsten Gewinn pro Auto vor allen anderen Autoherstellern hat, dann stimmt das Preis- Leistungsverhältnis eh nicht mehr ganz. Man zahlt eben für den Namen, nicht für das Produkt, und wer für den Namen zahlt, dem ist es auch schon schnuppe, wie der EUR bzw. USD gerade steht :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Zum Thema Porsche: Ich habe erst kürzlich in einem Bericht gelesen, dass es den Porschekunden in den USA völlig egal ist, ob das ding nun 50% mehr oder weniger kostet. Wenn man bedenkt, dass Porsche den höchsten Gewinn pro Auto vor allen anderen Autoherstellern hat, dann stimmt das Preis- Leistungsverhältnis eh nicht mehr ganz. Man zahlt eben für den Namen, nicht für das Produkt, und wer für den Namen zahlt, dem ist es auch schon schnuppe, wie der EUR bzw. USD gerade steht :)


und was sagt der Betriebswirt in Dir ? Geht bei steigendem Preis die Nachfrage zurück oder nicht ?

das manche Preise elastischer sind als andere ist schon klar, aber völlig egal iss der Preis dann ganz sicher doch nicht
 
Hast du mal in einer Vette oder einem TransAm gesessen? Dann weist du, WIE elastisch der Preis eines 911ers in den USA sein kann... :ugly:
 
Nicht unbedingt.
Der Betriebswirt in mir denkt dabei an Snobeffekt und Premiumstrategie.

Zu 100% schützt das natürlich nicht vor einem Rückgang der Verkaufszahlen, aber ich glaube für Porsche ist dieser Rückgang in den USA nicht Existenzgefährdend. ;)


aber in den Porschepreisen war doch vor der währungsbedingten Preiserhöhung locker schon Snobeffekt und Premium mit eingepreist :mrgreen:

"Wird der Preis jedoch weiter erhöht, so kippt das Nachfrageverhalten wieder, weil der Konsument eventuell nicht bereit ist, den hohen Preis zu bezahlen"

naja ich glaub die Porschemenschen werden schon wissen wieviel sie für die Dinger rausschlagen können
 
Zitat:

Stuttgart (aktiencheck.de AG) - Die Porsche Cars North America Inc., die Nordamerika-Tochter des deutschen Sportwagenherstellers Porsche Automobil Holding SE (ISIN DE0006937733 (News/Aktienkurs)/ WKN 693773), hat am Montag die US-Absatzzahlen für den Monat Februar 2008 veröffentlicht.

Demnach ging der Absatz um rund 13 Prozent auf 1.715 Einheiten zurück. Im Vorjahreszeitraum hatte sich der Absatz auf 1.967 Einheiten belaufen. Als Grund für die anhaltende Absatzschwäche nannte Porsche die schwächelnde US-Wirtschaft.

Scheint sich also doch auszuwirken...

Marty
 
es war mir unmöglich, jetzt den ganzen thread zu lesen, aber vielleicht hole ich das ja noch nach... (je nachdem, wie interessant die disukussion ist).

ich denke, das dieses theoretische szenario hyperinflation nicht völlig von der hand zu weisen ist. aber wie oben schon gesagt wurde, besteht eine gute chance, dass es, zumindest kurzfristig, nicht eintritt. ich glaube, die nächste leitwährung wird der euro, allerdings eher für eine kurze periode. die weltwirtschaft ändert sich rasant und falls wir tatsächlich auf die hyperinflation zusteuern, dann nur, weil es einen zunehmenden konkurrenzkampf um die währungshoheit geben wird. kann gut sein, dass in 20, 30 jahren alles in yuan abgerechnet wird. inzwischen wird die usa und der dollar zusammengebrochen sein aber einfach deshalb, weil die hoch entwickelten nationen die entwicklungsländer von morgen sind. wenn die welt reicher wird (und das wird sie, und ich hoffe das sehr), ist es klar, dass, gerade weil es so schnell geht, die jetzt reichen ärmer werden. (möglicherweise ist das jetzt wieder sozialismus.)

warum ich hoffe, dass die welt reicher wird? ich halte es für angemessen, dass jeder mensch auf dieser welt zugang zu wasser hat, dass jeder mensch satt wird. das große umweltpolitische problem ist, dass dies nicht mit den derzeitigen methoden des verbrauchs möglich ist, sich also der wirkungsgrad von allen dingen vermehren muss. deshalb: gentechnik, solarenergie, co2-bilanz usw. - darin liegt auch die einzige chance: den entwicklungsvorsprung (also die forschungsinfrastruktur der "neuen welt") dahingehend zu nutzen und auf diese weise der verarmung entgehen. ((in diesem sinne stelle ich grade fest, dass ich die rote regierung für ihren weitblick doch erheblich geschätzt habe...))

wie bekomme ich jetzt die kurve zurück zum thema? relativ einfach! hyperinflation ist ein theoretisches thema. da hyperinflation destruktiv ist, wird sie keinen bestand haben, sollte sie tatsächlich eintreten. der mensch mit all seinem wissen wird - so hoffe ich - in der lage sein, konstruktiv zu sein.

wenn ich ganz kurzfristig gucke, würde ich davon ausgehen dass natürlich gold und silber weiter steigen, schon weil die sammler-nachfrage ausgebrochen ist. aber auch europäische aktien werden steigen (und prozentual betrachtet mehr, als rohstoffe), weil bereits jetzt eine währungsverschiebung hin zum euro begonnen hat. bislang trägt die weltwirtschaft das us-defizit noch mit (siehe verluste chinas, siehe deutsche unternehmen, die kursverluste abschreiben), aber der trend wird nachlassen. nicht zu missachten ist, dass auch die usa eine große binnenwirtschaft hat und dass sowohl europa, als auch asien interesse an einer funktionierenden amerikanischen wirtschaft hat. vielleicht wird die wirtschaft ein wenig schrumpfen, vielleicht wird auch die ami-touristenbranche in kurzer zeit hochkonjunktur erleben... (kleiner tipp am rande). - auch auf diesem weg bekommt man kohle ins land! schon deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass die amis zügig aus der schrumpfung kommen. freilich wird die inflation nach diesem kurzen (viell. 6 monate) szenario noch immer auf höchstständen sein, aber inzwischen wird der euro die weltweite inflation recht gut aufgefangen haben. (wenn ich nicht europäer wäre, würde ich anfangen euro zu kaufen...)

die wirtschaft wird weiterleben: es lebe die wirtschaft!

p.s.: für alle, die sich gelangweilt haben: es tut mir leid!

:roll: viele grüße
-vom kaizer.