Es gibt nur ein bestimmtes Kontigent an Stipendien und das wird ausgeschöpft... Du meinst wohl, wenn sich fünfmal soviel bewerben würden, dann würden auch fünfmal soviel gefördert?!

Die meisten Institutionen legen vorher nur Richtgrößen fest. Wenn sie natürlich mehr Mittel bekämen, könnten sie auch mehr fördern.
Prinzipiell kann man aber sagen, dass gerade bei kleinen Stipendienprogrammen sich zu wenige Bewerben. Es gibt unzählige Bücherstipendien etc. die einfach nicht vergeben werden.
 
Ehrlich gesagt verstehe ich den Sinn der Stipendien nicht so ganz. Wer kann mir erklären, was die Regierung damit konkret bezwecken möchte (Ernst gemeinte Frage)? In der Presse hört man immer nur heraus, dass man Stipendien braucht, "weil es halt so isch".

Wenn jetzt von mir aus 8% der Studenten 300 Euro im Monat auf die Hand bekommen, ist das natürlich schön für diese 8%.

Aber es wird auch nicht dazu führen, dass "Begabte" jetzt anfangen zu studieren, die es sonst nicht getan hätten. Es wird nicht das Problem lindern, dass ein Studium oft vom Geldbeutel der Eltern abhängt.

Und es wird auch nicht zur Verbesserung der Situation an den Hochschulen beitragen. Und was nützt es dem Top-Studenten, wenn er 300€ im Monat versaufen kann, aber in der Hochschule trotzdem 500 Leute im 300-Plätze-Hörsaal sitzen?

Aber ich finde es übrigens sehr lobenswert, dass sich die Regierung Gedanken um die Bildung macht, auch wenn Stipendien m.E. der falsche Ansatz ist. Stipendien sollten alleine Sache der Wirtschaft sein. Aus diesem Gebiet sollte sich der Staat heraushalten.
 
Schon schlimm, wenn es Stipendien für Leistung gibt und nicht nach den Geldbeutel der Eltern geschaut wird... Diejenigen, die hier dann wieder die Gelackmeierten wären, sind doch nicht die Reichen, sondern die breite Schicht, die etwas zuviel hat um vom Staat gepäppelt zu werden, aber trotz allem sich das Studium der Kinder hart ersparen muss...
Die obersten 8% sind aber die letzten, die das brauchen. Die haben ihren gutbezahlen Job schon zur Halbzeit in der Tasche. (Und stammen meist - aus diversen Gründen - ohnehin aus reichen Familien)

Finde ich auch gut so... Warum sollte man es fördern, dass jemand Philosophie studiert? Davon hat die Gesellschaft später mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts davon... Man sollte schon etwas studieren, was wirtschaftlich sinnvoll ist...
Was ist denn wirtschaftlich sinnvoll? BWL/VWL? Damit wir immer mehr Dinge erfinden, wie wir eine Krise erschaffen können? Damit wir unsere Welt noch schneller kaputt machen?
"Wirschaftlich sinnvoll" wäre es z.B. Grundlagenforschung zu betreiben, das wird nicht gemacht, weils unwirtschaftlich ist.
Gute Hygienekräfte im Krankenhaus leisten pro verdientem Euro mehr für die Wirtschaft als jeder Topmanager.

Und warum sollte "wirtschaftlich sinnvoll" überhaupt das Maß sein? Es gibt so viele andere Möglichkeiten. Und ich meine damit nicht nur "Bruttosozialglück" statt "Bruttoinlandsprodukt"
Wenn es den homo oeconomicus wirklich geben würde, wären wir wahrscheinlich schon alle längst tot.

Philosophen sind wichtiger als Ökonomen. Jeder Philosoph kann Ökonom werden, aber kaum ein Ökonom Philosoph.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Die obersten 8% sind aber die letzten, die das brauchen. Die haben ihren gutbezahlen Job schon zur Halbzeit in der Tasche. (Und stammen meist - aus diversen Gründen - ohnehin aus reichen Familien)


Was ist denn wirtschaftlich sinnvoll? BWL/VWL? Damit wir immer mehr Dinge erfinden, wie wir eine Krise erschaffen können? Damit wir unsere Welt noch schneller kaputt machen?
"Wirschaftlich sinnvoll" wäre es z.B. Grundlagenforschung zu betreiben, das wird nicht gemacht, weils unwirtschaftlich ist.
Gute Hygienekräfte im Krankenhaus leisten pro verdientem Euro mehr für die Wirtschaft als jeder Topmanager.
Was ist für dich "Grundlagenforschung"? Topmanager leisten definitiv mehr für die Wirtschaft. Wenn die Hygienekräfte besser/wichtiger wären, dann wäre es doch am Besten, dass sich jeder Topmanager zur "Fachreinigungskraft" umschulen lässt.
Und warum sollte "wirtschaftlich sinnvoll" überhaupt das Maß sein? Es gibt so viele andere Möglichkeiten. Und ich meine damit nicht nur "Bruttosozialglück" statt "Bruttoinlandsprodukt"
Wenn es den homo oeconomicus wirklich geben würde, wären wir wahrscheinlich schon alle längst tot.

Philosophen sind wichtiger als Ökonomen. Jeder Philosoph kann Ökonom werden, aber kaum ein Ökonom Philosoph.

Weil der Staat (in)direkt davon profitiert, wenn "wirtschaftlich sinnvoll" ausgebildet wird.

Zu deiner Philosophen-Aussage. Dann sag ich: Jeder Topmanager kann Hygienekraft werden, aber kaum eine Hygeniekraft kann Topmanager werden.
 
Gute Hygienekräfte im Krankenhaus leisten pro verdientem Euro mehr für die Wirtschaft als jeder Topmanager.
Man kann den Nutzen der einen Arbeit schlecht in die der Anderen umrechnen, gebraucht werden sicherlich Beide, nur die Bezahlung richtet sich halt nicht nach Nutzen oder Gummipunkten sondern nach Angebot und Nachfrage.


Philosophen sind wichtiger als Ökonomen. Jeder Philosoph kann Ökonom werden, aber kaum ein Ökonom Philosoph.

Niemand ist wichtiger als ein Anderer, es sei denn man folgt einem Paradigma- sowie es die meisten Menschen automatisch machen.

Das jeder Philosoph Ökonom werden könnte halte ich auch für ein Gerücht.

Philosophisch kann sich ja jeder in seiner Freizeit beschäftigen... ;)

Aber ich habe noch nie gehört, dass in den nächsten Jahren ein Mangel an Geistwissenschaftlern zu erwarten ist... Der Staat sollte doch mit den Mitteln, die zur Verfügung stehen, Menschen zu motivieren das richtige für die Gesellschaft studieren...
Da gebe ich Dir recht, man sollte mit Staatsgeldern wirklich Menschen motivieren in Berufe zu gehen die wirtschaftlich gesehen Mangelware sind.
Aber nicht weil Philosophen oder Geisteswissenschaftler für die Gesellschaft weniger nützlich sind, sondern nur deshalb weil die Wirtschaft Ihre Fachkräfte braucht damit unser Reichtum erhalten bleibt. Denn nur weil wir reich sind können wir uns alles was über die Grundversorgung hinaus geht überhaupt leisten. Und Philosophen und Geisteswissenschaftler gewährleisten nun mal keine Grundversorgung, sondern den Luxus zu denken.
 
Zuletzt bearbeitet:
- Erhöhung des Schonvermögens für Hartz4-Empfänger
Mehr Netto vom Brutto? Hm...
- Kindergelderhöhung auf 184 €uro
Hier wurden im Gegenzug dann mal die Kindergartenbeiträge erhöht.
- Erhöhung des Kinderfreibetrags um 1000 Euro
Das Zückerchen für die Besserverdienenden, ich habe mich gefreut. Aber was haben die mittleren Einkommen davon?
- Zusätzlich 12 Milliarden für Schulen, Hochschulen, Forschung
- 750 Millionen Euro für die Verbesserung der Qualität der Lehre an Hochschulen
- 300 Millionen Euro neues Stipendienprogramm
Ich halte das für sinnvoll. In Bildung investieren ist fast immer richtig. Und das Schwarz-Gelb da eben anders vorgeht als Rot-Grün, ist so schlimm nicht, Hauptsache, es tut sich was. Schön wäre allerdings, wenn man neben Unis und Studierenden die "normalen" Auszubildenden in Betrieben auch unterstützen würde.
- Entlastungen für landwirschaftliche Betriebe
Der Mercedes war in Gefahr? Reichen die Subventionen schon nicht mehr?
- Absetzbarkeit von Krankenkassenbeiträgen
Da hat Schwarz-Gelb ungefähr gar nichts mit zu tun. Die sorgen eher dafür, dass das eigesparte Geld wieder in die Gesundheitslobby fliesst. Und unser junger Gesundheitsminister müsste jetzt eigentlich zurücktreten. Er hat sein persönlich gesetztes Ziel nicht erreicht und scheitert an einer Lobby, die ihn ins Amt gehoben hat.
- Die GKK für die nächsten 3,4 Jahre überlebensfähig gemacht
Ersetze Jahre durch Monate. Am 1. Januar kommen die ersten Zusatzbeiträge, Pharmaindustrie und Kassenlobby haben jetzt einen Freifahrtschein.

Die Bewertung der Leistung der Koalition ist nur als mangelhaft zu bewerten. Nichts von den grossspurigen Zielen ist auch nur ansatzweise angegangen und umgesetzt worden. Das sich FDP und CSU politisch so weit voneinander entfernt haben, kann ich fast nicht glauben.

Marty
 
Hier wurden im Gegenzug dann mal die Kindergartenbeiträge erhöht.
Durch die Regierung!?
Er hat sein persönlich gesetztes Ziel nicht erreicht und scheitert an einer Lobby, die ihn ins Amt gehoben hat.
In wie fern hat sie ihn ins Amt gehoben?
Die Bewertung der Leistung der Koalition ist nur als mangelhaft zu bewerten.
Yep, die BERWERTUNG der Leistung ist mangelhaft. Denn es fehlt die CDU.
Neben dem Chaos und dem Dilettantismus gibt es noch etwas bemerkenswertes an dieser Regierung: Alles, was diese Regierung zustande bringt - und das ist wahrlich kaum was gutes - wird dem kleinen Koalitionspartner angehängt. Diese Fähnchen-im-Wind-Dreher-Partei soll also angeblich die Richtung vorgeben, also der Chef sein. Und was ist mit der CDU? Ok, die CDU hat(te) kein Wahlprogramm und inhaltlich hat(te) diese Partei nix zu bieten und damit bietet sie auch keine Angriffsfläche. Es ist aber schon erstaunlich, daß sie als der große Koalitionspartner so ungeschoren davon kommt.
 
Ok, die CDU hat(te) kein Wahlprogramm und inhaltlich hat(te) diese Partei nix zu bieten und damit bietet sie auch keine Angriffsfläche. Es ist aber schon erstaunlich, daß sie als der große Koalitionspartner so ungeschoren davon kommt.

Mit dieser Strategie wurde ja auch schon die SPD zusammengeschrumpft, warum sollte sich da was ändern. Der Wähler wählt Merkel ja trotzdem, solange sie bei der WM kräftig mitjubelt und ab und zu mal ihr Sendung-mit-der-Maus-Lächeln zeigt :mrgreen:

Edit: Hab gestern zufällig einen Loriot-Verschnitt gefunden, der wie die Faust aufs Auge passt: Youtube :LOL:
 
Durch die Regierung!?
Natürlich, oder denkst Du, in den Städten und Gemeinden wird nicht regiert. Und bei mir ist die genauso Schwarz-Gelb wie beim Bund.
In wie fern hat sie ihn ins Amt gehoben?
Durch Wahlempfehlungen, Spenden, Lobbyarbeit. So wie immer eigentlich.

Neben dem Chaos und dem Dilettantismus gibt es noch etwas bemerkenswertes an dieser Regierung: Alles, was diese Regierung zustande bringt - und das ist wahrlich kaum was gutes - wird dem kleinen Koalitionspartner angehängt.
Dieser kleine Partner ist ja auch für jedes Fettnäpfchen zu haben. Kollege Niebel, den es ja in seinem Amt gar nicht geben sollte. Der überaus erfolgreiche Brüderle, der Gesundheitsminister in Top-Form.

Es ist aber schon erstaunlich, daß sie als der große Koalitionspartner so ungeschoren davon kommt.
Naja, da konzentriert man sich halt auf das Alpha-Tier.

Marty
 
So wie es derzeit läuft denke ich, dass die FDP doch noch einen beträchtlichen Teil ihrer Steuersenkungspläne anfang 2013 durchsetzen kann... Das wäre dann noch vor der Bundestagswahl und würde ein paar Millionen zufriedene Wähler bingen... :D

Mal angenommen die Wirtschaft steigt dieses Jahr um 3 Prozent... Das wären ungefähr 20 Mrd. Mehreinnahmen zu der Prognose, die 2009 erstellt wurde... Das ist dann schon mehr als das halbe Volumen der im Wahlkampf propagierten Steuersenkungen... Rechnet man mit einen Selbfinanzierungseffekt von 50 Prozent ist die Finanzierung schon geritzt... ;)

Realistisch gesehen wird wohl nur eine kleinere Steuersenkung kommen... Und gleichzeitig der Haushalt saniert... Und 2013 wird man rückwirkend sagen: Unter Schwarz-Gelb wurden in Zeiten einer großen Krise Steuern gesenkt und gleichzeitig gespart und damit den Haushalt saniert... 8)
 
Es ist keine Krise mehr ;)

Aber wie um Himmels willen kommst du auf 3%???
Wenn ich mich richtig erinnere, gabs das das letzte Mal in den 80ern.

Und wenn man sparen will, indem man den Hartz-4 Empfängern eine 25qm Wohnung für den Single vorschreibt (die es natürlich nicht gibt), dann kann ich darauf verzichten.
 
Das ist dann schon mehr als das halbe Volumen der im Wahlkampf propagierten Steuersenkungen... Rechnet man mit einen Selbfinanzierungseffekt von 50 Prozent ist die Finanzierung schon geritzt... ;)

Anderer Plan:
Mehreinnahmen werden "gespart", um Schulden abzubauen.

Ich versteh nicht, wieso man das Steuersystem nicht auch ohne Steuersenkungen vereinfachen kann und dann, wenn es unseren Staatsfinanzen mal besser gehen sollte, kann man doch immer noch Steuern senken.
 
[...]
Aber wie um Himmels willen kommst du auf 3%???[...]

Es wurde bereits vor ein paar Monaten mit 1,5 Prozent gerechnet... Der IFO-Geschäftklimaindex ist so stark gestiegen wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr, obwohl ein Rückgang prognostiziert wurde... Die Auftragsbücher der Industrie sind auf Monate gefüllt, alleine für das zweite Quartal wird mit einem Wachstum von einem Prozent gerechnet...

Ok, 3 Prozent ist hoch gegriffen... Ich halte aber ein Wachstum von 2,5 Prozent auf jeden Fall für realistisch... Die deutschen Banken zeigen sich äußerst stabil... In der SZ gab es heute einen großen Artikel mit der Überschrift "Boom, Baby Boom" und dem Fazit, dass die deutsche Wirtschaft vor Kraft kaum mehr laufen kann... Würde es in der Geschwindigkeit weitergehen, käme es zu einem Wachstum, das man Deutschland nie mehr zugetraut hätte...

Ich finde es aber komisch, dass jetzt keiner sagt: Die Politik hat alles richtig gemacht... Rückwirkend wird die Finanz- und Wirtschaftskrise als eine der billigeren Krisen in der Geschichte zurückbleiben... Ohne staatliche Eingriffe wie Rettungsfonds/Konjunkturprogramme/Garantien für Griechenland/Kurzarbeitregelungen sähe es in Deutschland jetzt wohl anders aus... Die Situation so wie sie jetzt ist kann als der große Erfolg der Politik angesehen werden (vor allem auch der großen Koalition)... Man denke mal daran, wie es jetzt aussähe, wenn die Linken etwas zu entscheiden hätten...

[...]
Und wenn man sparen will, indem man den Hartz-4 Empfängern eine 25qm Wohnung für den Single vorschreibt (die es natürlich nicht gibt), dann kann ich darauf verzichten.
Ich wär froh, wenn ich eine 20 m² Wohnung hätte...
 
Zuletzt bearbeitet:
[...]
Ich finde es aber komisch, dass jetzt keiner sagt: Die Politik hat alles richtig gemacht... Rückwirkend wird die Finanz- und Wirtschaftskrise als eine der billigeren Krisen in der Geschichte zurückbleiben... Ohne staatliche Eingriffe wie Rettungsfonds/Konjunkturprogramme/Garantien für Griechenland/Kurzarbeitregelungen sähe es in Deutschland jetzt wohl anders aus... [...]

Du sprichst hier von Vermutungen und zukünftigen Taten, die evtl. erfolgen werden. Und darauf erwartest Du ein Lob für schwarz/gelb? :think:

Die von Dir genannten Maßnahmen erfolgten übrigens größtenteils noch unter der großen Koalition...