Ist die GEZ-Abgabe gerechtfertigt?


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    128
Ob des Sparzwangs der Kommunen werden diese Angebote immer mehr ausgedünnt, so das man eben nicht ins Theater oder gar Oper gehen kann, wenn man will.
Nach wie vor sind die Sitzplätze in staatlichen Theatern subventioniert. Wenn sie das Angebot ausdünnen, ist das natürlich schade, wird aber vermutlich daran liegen, dass die besseren Aufführungen womöglich von privaten gezeigt werden, weswegen dann die Besucher ausbleiben. Und wenn dem so sein sollte, dann sehe ich aber auch keinen Grund, weswegen man das dann im Fernsehen zeigen muss, wo man noch nicht mal ansatzweise die gleiche Atmosphäre hat wie vor Ort.

tv.berlin hat doch Insolvenz angemeldet, oder? Weil dieses meines Erachtens zur Grundversorgung gehörende Angebot privat nicht zu finanzieren ist.
Weiß ich nicht. Kann gut sein, weil da auch stets nur Mist lief und nachts die entschärften Pornos. Falls die insolvent sind, dann zu recht. Aber es gibt ja noch andere (auf die ich persönlich allerdings auch gut verzichten kann).

Zum einen ist "Grundversorgung" ein recht schwammiger Begriff, zum anderen ist er auch teils überholt. Es geh aus meiner Sicht neben der Grundversorgung auch um die bei aller berechtigten Kritik noch immer vorhandene (kulturelle) Vielfalt, die der ÖR bietet und die von den Privaten nicht abgedeckt wird oder nicht abgedeckt werden kann.
Kulturelle Vielfalt. Bitte erkläre mir das mal. Ich weiß nicht, was außerhalb der von mir genannten Themensender noch in das öffentlich-rechtliche Fernsehen gehören würde.

Religion ist noch immer ein wichtiger Teil einer Kultur. Aber dafür gibt es den privaten Bibel.TV-Sender. Inzwischen ist wohl auch leider Shopping ein Teil der Kultur geworden. Das wird ja nun überreichlich von privaten abgedeckt. Musik ist auch ein wesentlicher Bestandteil der Kultur, aber die entsprechenden Sender kommen dann auch fast ausschließlich von privaten - sowohl Radio, als auch TV.

Öffentlich-Rechtliche Sender sind eben doch nur Grundversorgung. Und da denke ich, sind 8 schon mehr als genug.

Mag ich nicht beurteilen wollen, ob es die "qualitativ besten" sind, aber gerade dein Beispiel BBC (ist doch auch sowas wie ÖR, oder?)
Das, was wir sehen und die Dokus werden von BBC wordwide produziert. Und die sind eine kommerzielle Tochter von BBC.

macht deutlich, worin ich besonders berechtigte Kritik am ÖR sehe: Die machen zu wenig aus dem zur Verfügung stehenden Geld. [...] Scheiß auf die Quote, das Geld ist doch eh da.
Über die Quote rechtfertigen sie aber ihre Existenz. Quote heißt ja nix anderes, als "wie viele Leute haben die Sendungen geschaut". Wenn sich jetzt so viele schon über GEZ aufregen, was würde wohl erst passieren, wenn die Quote stets unter 1% rutscht?

Ich persönlich bin beispielsweise schwer genervt von Fernsehwerbung. Ein Grund, weswegen ich keinen Fernseher mehr habe. Radiomoderatoren gehören in 9 von 10 Fällen für mich fristlos entlassen. Nur dämliches Gequatsche 24/7 - privat wie öffentlich-rechtlich. Der andere Grund ist, dass mich eine Sendung auf öffentlich-rechtlichen Kanälen nur in einem von vielleicht 500 oder 1000 Fällen interessiert. Informationen, Nachrichten und alles, was mich interessiert bekomme ich aus dem Internet, und gute Dokus später auch auf BluRay zu kaufen.

Wenn sich aus meiner Sicht der öffentlich-rechtliche Rundfunk verändern sollte, dann eben mit Themenkanälen. Ob nun Musik, Religion und andere Kulturbestandteile mit dazu gehören sollten und einen eigenen Kanal im ÖR benötigen, lässt sich gern diskutieren. Aber so, wie er derzeit angeboten wird, ist er zu teuer für viel zu wenig Leistung.
 
Ich glaube, dass man durch gezieltes Einsparen soviel Potential zum Senken der Gebühr schaffen könnte, ohne das Programm gross ausdünnen zu müssen. Sparen kann man am programmfernen Wasserkopf, an den 17 (in Worten Siebzehn) Sinfonieorchestern, die von den ÖR bezahlt werden, an den vielen teuren Senderechten....

Man könnte die Ausgaben vermutlich um 30-50% senken, wenn man da mal sparen würde. Dann muss man auch nicht an Kultur, Kinder-, Rentner-, Bildungs-, Behinderten- und Lokalprogrammen sparen.

Marty
 
Ich finde manche Einsparvorschläge echt spannend.

Das Beispiel keine Regionalsender bzw. ein Sender für politische Themen mal ganz aktuell:
Wo bitte schön hätte denn das Streitgespräch zwischen den Spitzenkandidaten MacAllister und Weil hier in Niedersachsen laufen sollen?

Oder Verkehrsnachrichten im Radio.
Interessiert es den Bayern auf den Weg nach Österreich, dass im Elbtunnel Stau ist?

Wir leben nun mal in einem recht großen Land, da kommt man in meinen Augen nicht um eine regionale Aufteilung drumherum, um Informationen ausreichend ausführlich regional bezogen senden kann.

Sicherlich hat Photon recht, dass es in den Stadtstaaten private Alternativen hat, nur hier auf dem Land siehts mau aus.

Oder die große Anzahl der WDR bzw. bei uns der NDR Sender.
Plakativ nen nettes Argument, nur unterm Strich wird auf allen dann das gleiche gesendet, bis auf abends die halbe oder ganze Stunde regionale Infos
Das enorme Einsparpotential beläuft sich bestimmt auf knapp über 0 €.

Dann die inhaltliche Betrachtung.
Pro Woche laufen gefühlte 12 Tatort Sendungen, verteilt auf die Dritten.
Die dritten senden Reportagen, wovon Teile für Programme der ARD genutzt werden.
Der SWR produziert eine Sendung namens EIsenbahnromantik, was auch in den anderen Dritten hoch und runter läuft.
Da ist es ja in Summe nun auch nicht so, dass jede Landesanstalt ein Vollprogramm produziert und finanziert.

Dann schaue ich mir mal die Fernsehlandschaft generell an.
Wir haben die öffentlich rechtlichen, die privaten und einen Bezahlsender, selbst wenn der es trotz attraktiver Angebote im Sportbereich nie aus den roten Zahlen rauskommt.
Glaubt tatsächlich jemand daran, dass diese Verteilung erhalten bleiben würde, wenn wir die ÖR auf ein Minimum reduzieren?
Mein Bauchgefühl sagt mir, dass bei der Auswahl Guck ich oder nicht bei den ÖR die Anzahl der Bezahlsender zunehmen wird.#Gut, wer kein TV guckt oder nur selten, dem wird das egal sein, manch anderen aäre das nicht egal.

Und noch etwas zum Thema Grundversorgung.
Der Haken ist doch, dass man Grundversorgung eben nicht allgemeingültig und "gerecht" definieren kann.
Sowohl inhaltlich als auch mengenmäßig.

gruss kelle!
 
GEZ gerecht oder Staatliche Abzocke ?

@Kelle: Sagt dir die "ARD PopNacht" etwas? Da hast du auch im Regionalprogramm bundesweite Verkehrsmeldungen - und zwar jede Nacht. ;)
 
Hmja, nur wenn ich mich so an meine Nachtfahrten erinnere, waren da die bundesweiten Meldungen in sehr kurzer Zeit erledigt, wärend ich tagsüber in den regionalen Verkehrsnachrichten dann schonmal höre "Staus und Behinderungen ab fünf Kilometern..." weil sonst die Meldungen nicht zu bewältigen wären. ;)

gruss kelle!
 
Hmja, nur wenn ich mich so an meine Nachtfahrten erinnere, waren da die bundesweiten Meldungen in sehr kurzer Zeit erledigt, wärend ich tagsüber in den regionalen Verkehrsnachrichten dann schonmal höre "Staus und Behinderungen ab fünf Kilometern..." weil sonst die Meldungen nicht zu bewältigen wären. ;)

gruss kelle!
Mensch Kelle, kauf' Dir ein Navi ;)

Ich hatte ich mich auch mal auf den Verkehrsfunk verlassen. Meine letzte grausame Erinnerung war, dass irgendeine Drecksmusik im Radio lief (vermutlich Sido oder Bushido), während ich im Stau stand. Als wäre das nicht schlimm genug, klärte mich dann der Radiomoderator darüber auf, dass das ein Stau ist, den ich bitte weiträumig umfahren solle. Da stand ich aber shcon fest verkeilt zwischen anderen Autos. Ist mir hingegen mit dem Navi erst ein Mal passiert.

Aber wie auch immer. Letztlich kann von mir aus auch der Regionalfunk bleiben, ist mir eigentlich egal. Ich empfinde persönlich nur 18 Euro unverschämt teuer für die gebotene Leistung. Bis 10 Euro würde ich ohne zu meckern mit tragen, auch wenn ich nur in einem von 500 Fällen auf das Angebot der ÖR zurück greife derzeit.
 
Danke für Eure bisherigen Beiträge und Teilnahmen an der Abstimmung.

Das Ergebnis spricht zwar bereits eine eindeutige Sprache, auch das die Klamm-Ritter der Demokratie alle für ja gestimmt haben, verwundert mich nicht im geringsten, ich bitte trotzdem weiter fleißig an der Umfrage teilzunehmen. Ein paar mehr Stimmen dürften doch zusammen kommen, um ein repräsentatives Ergebnis zu bekommen. Und vergesst nicht, es geht hier nicht darum seine politische Gesinnung preiszugeben, sondern nur um die Frage, wie die Bevölkerung der bRD zur GEZ eingestellt ist.
 
Es ist nicht abwertend gemeint, oder fühlst Du Dich diskriminiert, als Demokrat bezeichnet zu werden?
Ich möchte niemanden mit dieser Bezeichnung beleidigen o.ä.

Für mich ist es kein Zufall, das Bürger die für Demokratie sind, auch gerne diesen Staat in Form von GEZ-Gebühren unterstützen. Man kann nur für oder gegen eine Sache sein. Alles andere bringt nur immer wieder Probleme mit sich.

Alle Leser dieses Thread bitte mit abstimmen
 
Warte mal, von wem kommt nochmal das TMC Signal? :mrgreen:

gruss kelle!
Von den ÖR-Sendern und den privaten ;)

[...] Man kann nur für oder gegen eine Sache sein. Alles andere bringt nur immer wieder Probleme mit sich.
Abschaffung bringt keine Probleme mit sich?

Ich glaube, das Unkomplizierteste wäre tatsächlich eine Senkung der Gebühr. Ich denke, damit könnten sich die meisten anfreunden und die ÖR bleiben handlungsfähig.
 
Meiner Meinung nach reicht ein öffentlicher TV-Sender, ein dazugehöriger Radiosender und eine Internetpräsenz.
Das Problem an der Sache ist aber, dass es vom Bundesverfassungsgericht ein Urteil gibt, dass Grundversorgung nicht Minimalversorgung bedeutet.

Grundsätzlich halte ich die GEZ für gerechtfertig, allerdings fehlt mir derzeit eine Definition, was Grundversorgung genau ist. Wie schon geschrieben sind es mir derzeit viel zu viele Sender. 22 Fernsehsender und über 60 Radiosender gehören meiner Meinung nach nicht mehr zu einer Grundversorgung.
Und solange diese Definition (und damit eine klare Beschreibung des Auftrages) fehlt, wird es immer Diskussionen geben.

Und zum Thema Regionalsender: Was spricht dagegen, zu bestimmten Zeiten abhängig von der Region das Ganze ins Netz einzuspeisen und ansonsten ein Gemeinschaftsprogramm zu senden?

anddie
 
wenn es ein Urteil gibt, das der Staat dazu verpflichtet ist, warum erfolgt dann die Finanzierung nicht aus dem Staatsetat, sondern über eine Sondersteuer die als Rundfunkabgabe getarnt wird?
 
wenn es ein Urteil gibt, das der Staat dazu verpflichtet ist, warum erfolgt dann die Finanzierung nicht aus dem Staatsetat, sondern über eine Sondersteuer die als Rundfunkabgabe getarnt wird?
Weil diese Abgabe zweckgebunden ist und eine Steuererhöhung für die Rundfunkgebühr auf etwa genauso viel Beifall trifft, wie die GEZ-Gebühr. Da die GEZ-Gebühr aber auch jeder entrichten muss, kann man sie auch gern als Steuer betrachten. Das macht am Monatsende absolut keinen Unterschied. Ist doch nur eine Wortspielerei.
 
wenn es ein Urteil gibt, das der Staat dazu verpflichtet ist, warum erfolgt dann die Finanzierung nicht aus dem Staatsetat, sondern über eine Sondersteuer die als Rundfunkabgabe getarnt wird?
Weil der Staat nicht für die FInanzierung des Rundfunks zuständig sein soll. Sonst könnte ein böser Staat dem Rundfunk ganz schnell die Gelder entziehen, das kann er heute nicht.

Marty