Ist die GEZ-Abgabe gerechtfertigt?


  • Umfrageteilnehmer
    128
Deckmantel ist gut, hast Du ne Ahnung wie viele öffentlich rechtliche es gibt? :wall:

Grundversorgung und Gebühren OK, drei Hauptprogramme + 1x Sport + 1x Kinder und gut. Macht 3€ im Monat und jeder ist zufrieden. Wer mehr sehen will = Pay oder privat.
 
Meiner Meinung nach reicht ein öffentlicher TV-Sender, ein dazugehöriger Radiosender und eine Internetpräsenz.
Und auf diesem einen Sender sollen die dann auch dem Bildungs- und Informationsauftrag nachkommen und nicht irgendwelche Telenovelas (GZSZ, Lindenstraße und der ganze Mist lief schon auf ARD/ZDF bevor die Privaten überhaupt die Idee dazu hatten^^), Volksmusiksendungen oder Quotenbringer wie "Wetten dass...?". Das geht auch werbefinanziert oder per PayTV.
Wenn die also einen Sender machen, wo gute Nachrichten und gute Wissenssendungen laufen und am Wochenende noch das ein oder andere Format für Kinder (obwohl Sendungen die eigentlich früher gut waren bspw. Sendung mit der Maus oder Löwenzahn auch lange nicht mehr so gut sind, wie sie vor gut 15-20 Jahren mal waren) und gut ist. Dann reicht auch ein symbolischer Euro pro Monat als Beitrag (Unternehmen können auch gerne 2 oder 3 Euros belastet werden), da würden genügend Millionen zusammen kommen um den Kasten zu finanzieren.
Das momentane System und auch das vorherige der GEZ ist einfach nur kapitalistische Abzocke und jedes PayTV-Angebot ist besser, weil man sich da wenigstens noch freiwillig entscheiden kann, kauf ich oder kauf ich. Und btw wenn ich mich nicht irre sind die meisten PayTV-Pakete auch noch billiger wie die GEZ.
 
Gerecht kann die GEZ-Abgabe nicht sein, weil ja - ähnlich wie das System davor - alle zahlen müssen. Will man hier wieder alle "Einzelfälle" berücksichtigen, bedarf es mehr Bürokratie und mehr Kontrollpersonal, weil nicht jeder Bürger ehrlich ist.
Eine Abzocke kann es auch nicht sein, weil man recht viel dafür geboten bekommt.

Diese ganze Aufregung kann ich nur bedingt nachvollziehen. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass alle, die sich nun hysterisch aufregen, bisher weder Glotze, noch Volksempfänger, noch Computer, noch Autoradio usw. hatten. Kurz: Nicht zahlungspflichtig waren.

Wobei sich das in den letzten Tagen ein wenig verstehen kann. Wenn ich mir die Quoten anschaue und welche Sendungen da erfolgreich sind, kann ich mir so langsam vorstellen, dass eine große Anzahl an Fernsehzuschauern mit den privaten grundversorgt sind und kein ÖR benötigen.

Bei GEZ und ÖR halte ich vieles für diskussionswürdig (Höhe der Gagen, Sportrechte, Verwaltungsaparat, fehlender Mut bei Eigenproduktionen usw.). Ich sehe nur keinen Grund, es insgesamt in Frage zu stellen bzw. das Leistungsangebot auf ein Bruchteil zu reduzieren.

Bitte alle mit abstimmen
Soll ich nun - wie im Titel dieser Diskussion - abstimmen, ob die GEZ gerecht ist oder - wie bei der Frage der Umfrage, ob sie gerechtfertigt ist?!
 
Diese ganze Aufregung kann ich nur bedingt nachvollziehen. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass alle, die sich nun hysterisch aufregen, bisher weder Glotze, noch Volksempfänger, noch Computer, noch Autoradio usw. hatten. Kurz: Nicht zahlungspflichtig waren.
Das Problem ist ja, sie zwingen die gesamte Bevölkerung zur Zahlung dieses verhältnismäßig hohen Beitrages, gehen aber so verschwenderisch mit den eingenommenen Mitteln um wie es sonst nur Politiker hätten hinbekommen können.

Wenn ich mal in das Menü von meinem Sat-Receiver gehe und (nur als Beispiel) 20 verschiedene regionale WDR Sender sehe und im allgemeinen - wie viele ÖR Sender es gibt, dann passt das nicht zum Gedanken der Grundversorgung.


Wenn im Gesetz eine Grundversorgung verankert ist; dann ist das so und da braucht man nicht drüber zu diskutieren, aber die übertreiben is gewaltig mit ihrer "Grundversorgung".
 
Wenn im Gesetz eine Grundversorgung verankert ist; dann ist das so und da braucht man nicht drüber zu diskutieren, aber die übertreiben is gewaltig mit ihrer "Grundversorgung".
Mag ja alles stimmen, aber das war doch beim alten GEZ-Modell fast genauso. Warum jetzt auf einmal die (künstliche) Aufregung?

Was dabei auch übersehen wird sind die vielen Haushalte, die von dem neuen System profitieren. Also diejenigen, die jetzt (theoretisch) weniger bezahlen, weil sie nicht mehr für jedes einzelne Gerät blechen müssen.
 
Meine Meinung zu dem Thema:
Schafft die GEZ-Pflichz ab, verschlüsselt sämtliche öffentlichen Fernseh- und Radiosender und deren Internetseiten. Wer GEZ zahlt darf gucken und hören, der Rest nicht. Das wäre gerecht...
 
Meine Meinung zu dem Thema:
Schafft die GEZ-Pflichz ab, verschlüsselt sämtliche öffentlichen Fernseh- und Radiosender und deren Internetseiten. Wer GEZ zahlt darf gucken und hören, der Rest nicht. Das wäre gerecht...
Dann wäre es aber kein "öffentlich-rechtliches" Fernsehen mehr.

Ich kann leider auch nicht mit abstimmen. GEZ finde ich gerecht, aber nicht 17,98 Euro. 5 bis maximal 10 Euro wären gerecht. Dafür müsste es geben:

- 1 Nachrichtenkanal
- 1 Bildungskanal
- 1 Sportkanal
- 1 Unterhaltungskanal
- 1 Spielfilmkanal
- 1 Politikkanal mit Sitzungen des Bundestages und so weiter
- 1 Kinderkanal
- 1 Auslandskanal

zu jedem TV-Sender ein passender Radio-Sender. Insgesamt also 8 öffentlich-rechtliche landesweite TV-Sender statt 13 und keine regionalen mehr. Und wenn doch gewünscht, dann bitte privat. Dann könnte ich mich auch wieder mit der GEZ anfreunden und vor allem würde ich dann auch mal wieder einen anderen ÖR-Sender sehen als nur Phoenix.
 
Insgesamt also 8 öffentlich-rechtliche landesweite TV-Sender statt 13 und keine regionalen mehr.
Was ist mit der Kultur - Popmusik, Oper, Theater, Musiksendungen usw.!? Was ist mit Angebot für ältere Menschen, die auf Grund des demographischen Wandels einen immer größeren Bevölkerungsanteil ausmachen? Und gerade das Regionalfernsehen betrachte ich auch als Grundversorgung, weil es von den privaten nicht (mehr) angeboten wird.
 
Was ist mit der Kultur - Popmusik, Oper, Theater, Musiksendungen usw.!?

Das kann man alles in speziellen Sendungen der drei Hauptprogramme auf unterschiedliche Wochentage verteilt unterbringen (wenn man jetzt mal das theoretische Beispiel aus meinem Beitrag von oben annimmt)

Übrigens: Es muss doch morgens auf ARD und ZDF nicht der selbe Inhalt gezeigt werden, das zeigt ja was da noch für enorme Kapazitäten frei sind.

Wer den ganzen Tag Musiksendungen sehen will oder auf besondere kulturelle Unterhaltung steht, der darf sich das dann bitteschön mit den gesparten Zwangsgebühren bei den privaten oder im PayTV ansehen. So etwas darf man nicht der Allgemeinheit zwangsauferlegen.
 
Das kann man alles in speziellen Sendungen der drei Hauptprogramme auf unterschiedliche Wochentage verteilt unterbringen (wenn man jetzt mal das theoretische Beispiel aus meinem Beitrag von oben annimmt)
Ich beziehe mich aber auf den Beitrag von Photon.

Übrigens: Es muss doch morgens auf ARD und ZDF nicht der selbe Inhalt gezeigt werden, das zeigt ja was da noch für enorme Kapazitäten frei sind.
Ob es nicht günstiger ist, für ein paar Stunden das selbe Programm zu senden?

Wer den ganzen Tag Musiksendungen sehen will oder auf besondere kulturelle Unterhaltung steht, der darf sich das dann bitteschön mit den gesparten Zwangsgebühren bei den privaten oder im PayTV ansehen.
Wenn du mir einen Sender nennen kannst, der das kulturelle Angebot vor allem von ARTE und 3SAT, aber auch vereinzelt von den ARD-Sendern und ZDF anbietet, wäre das vielleicht eine Option.
So etwas darf man nicht der Allgemeinheit zwangsauferlegen.
Sport darf man deine Erachtens nach der Allgemeinheit "zwangsauferlegen", Kultur aber nicht? :mrgreen:
 
Was ist mit der Kultur - Popmusik, Oper, Theater, Musiksendungen usw.!?
Wer in die Oper gehen will, soll in die Oper gehen. Wer ins Theater will, ins Theater. Musikantenstadl und dergleichen kann ja gern auch auf dem Unterhaltungskanal laufen. Jeder Kanal muss sich eben dann um ein ausgewogenes Prgoramm kümmern, sodass für jeden etwas dabei ist. Und die meisten Musiksendungen können auch vom Radio bedient werden.

Und gerade das Regionalfernsehen betrachte ich auch als Grundversorgung, weil es von den privaten nicht (mehr) angeboten wird.
Mich persönlich interessiert Regionalfernsehen nicht die Bohne. Allerdings kenne ich auch aus meinem Freundeskreis einige, die das schauen. Meist freuen sie sich, wenn sie ihr Haus mal im Hintergrund sehen - "Ich war im Fernsehen" :D Aber qualitativ erinnert mich Regionalfernsehen eher an Amateurfunk.

Abgesehen davon wird regionales Fernsehen durchaus von den Privaten angeboten. TV.Berlin zum Beispiel und Offener Kanal. In Hamburg gibt es Hamburg 1, auch privat. Scheint in anderen Bundesländern genauso zu sein.

Ich sehe das ÖR als Grundversorgung, die empfangbar über Satellit, Terrestrisch und Kabel sein muss - analog und digital, Low und High Definition. Was darüber hinaus geht, sollte von privaten oder PayTV abgedeckt werden. Ich denke, darin stimmen wir überein. Aber für mich stellt eine Grundversorgung weit weniger dar, die auch weitaus billiger sein muss. 18 Euro pro Monat für eine Grundversorgung ist schlicht viel zu viel. Im Gegensatz dazu bekommt man bereits ab 25 Euro schon "Wunschfernsehen" und für 15 Euro die neuesten Filme. Die qualitativ besten Dokus und Reportagen laufen auf PayTV-Sendern und später bei den Privaten (BBC, National Geographic, History - dann irgendwann mal auf N24 und n-tv).
 
Wer in die Oper gehen will, soll in die Oper gehen. Wer ins Theater will, ins Theater.
Ob des Sparzwangs der Kommunen werden diese Angebote immer mehr ausgedünnt, so das man eben nicht ins Theater oder gar Oper gehen kann, wenn man will.

Abgesehen davon wird regionales Fernsehen durchaus von den Privaten angeboten. TV.Berlin zum Beispiel und Offener Kanal. In Hamburg gibt es Hamburg 1, auch privat.
tv.berlin hat doch Insolvenz angemeldet, oder? Weil dieses meines Erachtens zur Grundversorgung gehörende Angebot privat nicht zu finanzieren ist.

Aber für mich stellt eine Grundversorgung weit weniger dar, die auch weitaus billiger sein muss.
Zum einen ist "Grundversorgung" ein recht schwammiger Begriff, zum anderen ist er auch teils überholt. Es geh aus meiner Sicht neben der Grundversorgung auch um die bei aller berechtigten Kritik noch immer vorhandene (kulturelle) Vielfalt, die der ÖR bietet und die von den Privaten nicht abgedeckt wird oder nicht abgedeckt werden kann.

Die qualitativ besten Dokus und Reportagen laufen auf PayTV-Sendern und später bei den Privaten (BBC, National Geographic, History - dann irgendwann mal auf N24 und n-tv).
Mag ich nicht beurteilen wollen, ob es die "qualitativ besten" sind, aber gerade dein Beispiel BBC (ist doch auch sowas wie ÖR, oder?) macht deutlich, worin ich besonders berechtigte Kritik am ÖR sehe: Die machen zu wenig aus dem zur Verfügung stehenden Geld. Es fehlt einfach der Mut, etwas neues abseits der ausgetretenen Wege zu wagen. Statt jeden Tag Talkshows, Tatort/Polizeiruf und skandinavische Krimis zu zeigen, mal durchaus gute Eigenproduktionen bringen statt sie in der Nacht auf den Dritten zu "versenden" (jüngstes Beispiel "Tatortreiniger"), neue Konzepte zu wagen, oder anspruchsvolle amerikanische Serien(Mad Man, The Empire, Sopranos usw.) ausstrahlen. Scheiß auf die Quote, das Geld ist doch eh da.