Sammelthread Rücktritt von Horst Köhler & Wahl von Christian Wulf zum Bundespräsident

Gauck steht für Kriegseinsätze. Wer als Friedenspartei glaubwürdig sein möchte, kann einen solchen Kandidaten also nicht wählen.[...]

Und warum erzählst du uns dann, dass die Linke ihn die ganze Zeit schon gewählt haben sollte?

Gauck + die Linke passt nicht zusammen und trotzdem versuchst du es die ganze Zeit so zu drehen, warum?
 
"Gauckentinien gegen Wulfistan" geht also in die Verlängerung... :mrgreen:

Wenn Gauck es tatsächlich wird, wage ich die These, das Merkel hinschmeißt.

Vielleicht kann sie zurücktreten, ohne den Wortlaut vom Blatt abzulesen wie Köhler... :evil:
 
"Gauckentinien gegen Wulfistan" geht also in die Verlängerung... :mrgreen:

Wenn Gauck es tatsächlich wird, wage ich die These, das Merkel hinschmeißt.

Vielleicht kann sie zurücktreten, ohne den Wortlaut vom Blatt abzulesen wie Köhler... :evil:

Wird zumindest spannend. Die Linke hat ihre Stimmen freigegeben und ihre Kandidatin zurückgezogen.
 
Wird zumindest spannend. Die Linke hat ihre Stimmen freigegeben und ihre Kandidatin zurückgezogen.

War zu erwarten. Ich meine sogar gehört zu haben, dass der Vorsitz der Linksfraktion "sich vorstellen könnte zu empfehlen, im 3. Wahlgang für Gauck zu stimmen" - aber dass war nur eine kurze Radiomeldung, eine Bestätigung dafür hab ich keine gefunden.

Spannender wird vielmehr zu sehen, ob die Regierung es schafft, ihre Wahlmänner* einzunorden... bei dem Sauhaufen würde ich nicht darauf wetten!


*) absichtlich nicht "gegendert", da hier die Funktion im Vordergrund steht, nicht das Geschlecht
 
Das ist populismus. Wer die Positionen der Linken kennt, der weiß, das diese Punkte sehr stark für Herrn Gauk sprechen.
Ja, Die Linke ist ein Sammelbecken für Bürgerrechtler. Und denken wir nur an den heroischen Kampf für Bürgerechte in Russland, China, Kuba, Venezuela usw. Sie tritt ja auch für die Freiheit jedes Menschen ein. Ähm, ja. Und die CDU nicht?

Übrigens, gerade ein Interview einer SPD-Dame gehört. Erst begrüßt sie diejenigen Wahlmänner/-frauen der Regierungung, die ihrem eigenen Gewissen gefollgt sind und frei entschieden haben. Wenig später wirft sie der Linkspartei vor, sie handle unverantwortlichen, wenn sie im 3. Wahlgang nicht für Gauck stimmen würden. Was für eine Farce. Und das alles wegen der Wahl eines neuen Gruß- und Winkonkels. :roll:
 
In der PK wurde ausdrücklich gesagt, dass keiner der Kandidaten für die Linken wählbar sein und dementsprechend die "Empfehlung" auf Enthaltung liegt.

Damit wäre Wulff klar durch.
 
In der PK wurde ausdrücklich gesagt, dass keiner der Kandidaten für die Linken wählbar sein und dementsprechend die "Empfehlung" auf Enthaltung liegt.

Die Frage ist ja, ob es neben der PK-Version noch eine andere gibt.

Fakt ist:

Wählen die Linken Gauck, werden sie sich selber "untreu", aber sie nähern sich der SPD und einer möglichen Rot-Rot-Grünen Zusammenarbeit an.

Wählen sie ihn nicht, stehen sie zu ihrem Wort (respektive zum Wort des Fraktionsvorsitzenden), vertiefen aber den Graben zu Rot-Grün.

:arrow: Klassische Zwickmühle, und die Bestätigung, das die Nominierung von Gauck ein echter Coup von Gabriel war: Es bringt die Koalition ins wanken, und stellt die Linken vor ideologische Probleme...

Sieger der Bundesversammlung nach Punkten: Der dicke Sigmar!
 
Nu isses ja doch Wulff geworden, hat sich die Linke spontan doch mal entschieden wohl… nunja.
 
Rot/Grün hat sich quasi selbst das Bein gestellt.

Nehmen wir mal ganz objektiv an, dass Schwarz/Gelb sich selten dämlich angestellt hat heute, dann wäre es mit ein wenig aufeinander zugehen durchaus möglich gewesen, dass rrg einen Kandidaten erwählen hätte können, der zumindest neutral zur Position der Linken stehen könnte. Also kein Befürworter von BW in Afghanistan oder H4 ist, dann hätte sg heute selten blöd aus der Wäsche geguckt.

Etwas merkwürdig ist nun, dass rg der Linken die Schuld in die Schuhe schiebt, was erwarten die denn? Die wählen doch nicht irgendwen, den sie vorgesetzt bekommen. Da müsste man sie in den Prozess mit einbinden.

Kurzfazit:
sg macht sich selbst das Leben schwer.
rg muckt kurz auf, verpasst aber ihre Chance sich mit der Linken zusammen zu tun.
Ein langer Tag mit mäßigem Ende, Wulff ist durch und nun wird weiter gezetert.
 
@cybo: Was erwartest du denn? Glaubst du wi5rklich, das Rot-Grün gehofft/erwartet hat, dass Gauck gewählt wird?

Es ist schade, dass man ihn als Kandidat vorgeschoben hat, aber in erster Linie ging es meines Erachtens um den Effekt seiner Kandidatur. Gabriel hat ihn Merkel ja als Konsenslösung vorgeschlagen - sie hat den Vorschlag nicht angenommen, sondern Wulf "weggelobt".

So konnte Gauck Rot-Grün aber noch mehr Nutzen - siehe meinen Post von vorhin. Egal, wie Logisch und nachvollziehbar die Argumentation der Linken ist, Gauck nicht zu wählen - man kann immer die Stasi-Karte ziehen. Und die Linke kann nichts dagegen tun.
 
@cybo: Was erwartest du denn? Glaubst du wi5rklich, das Rot-Grün gehofft/erwartet hat, dass Gauck gewählt wird?
[...]

Das weiß ich leider nicht. Zumindest in NRW wäre rrg für Frau Kraft eine deutliche Rückenstärkung für ihr Vorhaben.

Natürlich (auf den oberen Beitrag mit der Zwickmühle bezogen) saßen die Linken in einer, ABER das wusste rg auch schon bei ihrem Vorschlag. Ich behaupte ja nur, dass wenn sie ernsthaftes Interesse gehabt hätten, sich bestimmt ein Kandidat gefunden hätte, den rrg durchwinken hätte können. (So viel Konjunktiv)

Das wäre Politik gewesen, die uns hilft. So haben wir die üblichen Parteispielchen. Zumal mir keiner wirklich weiß machen will, dass niemand wusste, was im dritten Wahlgang passieren wird ;). Also knapp neun Stunden Polit-kasperle-theater, nur um Merkel zu zeigen, dass sie nicht alles machen kann, was sie will.
 
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Natürlich (auf den oberen Beitrag mit der Zwickmühle bezogen) saßen die Linken in einer, ABER das wusste rg auch schon bei ihrem Vorschlag. Ich behaupte ja nur, dass wenn sie ernsthaftes Interesse gehabt hätten, sich bestimmt ein Kandidat gefunden hätte, den rrg durchwinken hätte können. (So viel Konjunktiv)

Das wäre Politik gewesen, die uns hilft. So haben wir die üblichen Parteispielchen. Zumal mir keiner wirklich weiß machen will, dass niemand wusste, was im dritten Wahlgang passieren wird ;). Also knapp neun Stunden Polit-kasperle-theater, nur um Merkel zu zeigen, dass sie nicht alles machen kann, was sie will.

Das Problem wäre dann doch aber ein ganz anderes gewesen. Hätte man einen anderen RRG Kandidaten gefunden, dann hätte es ganz sicher nicht so viele abweichler bei Schwarz-Gelb gegeben. Das hatte man ja für diese Wahl schon nicht für möglich gehalten.

Bei der ARD hatte heute vorm letzten Wahlgang irgend jemand der Journalisten gesagt, dass es, wenn Wullf jetzt im dritten Wahlgang gewählt würde, für CDU und FDP schwerer wird RRG in den Ländern zu verdammen, da Wulff nur mit (passiver) Hilfe der Linken gewählt wurde.

Im übrigen finde ich es absolut traurig, dass die Linke sich im letzten Wahlgang enthalten hat. Ich finde Enthaltungen bei solch wichtigen Entscheidungen (ja, ich halte den Bundespräsidenten für wichtig) nicht gut, schließlich jammern die Parteien bei jeder Wahl auch wieder über jeden Nichtwähler. Ich denke, da sollte man als Partei mit gutem Beispiel voran gehen. Und ihre, durchaus berechtigte, Meinung haben sie ja in den beiden ersten Wahlgängen schon kundgetan.
 
Ich glaube, das Sigmar Gabriel nicht auf Rot-Rot-Grün setzt, sondern darauf, dass sich Schwarz-gelb so weit zerfleischt, das die FDP in der Bedeutungslosigkeit verschwindet und Merkel soviel an Rückhalt verliert, das entweder eine Große Koalition fällig wird, oder gar eine Rot-Grüne Regierung möglich wird.

Er sucht händeringend nach Abgrenzung zur Linken. Programmatisch ist das kaum möglich - was soll die SPD denn innovatives Bringen, wenn die Linke in allen Sozialen Fragen die Radikal-Lösungen besetzt hat? Die Linke macht Krawall-Politik, dem gegenüber die SPD nicht viele programmatische Stiche machen kann.

Bleiben nur 2 Schwache Punkte der Linken: 1. Mangelnde Abgrenzung zur eigenen SED-Vergangenheit, und 2. Ein paar Extremisten in den eigenen Reihen (aus dem Westen), die das eine oder andere Problem mit der Demokratie haben.

Auf den 2 Punkten wird die SPD biss zur nächsten Bundestagswahl herumreiten bis zum erbrechen! Die Bundespräsidentenwahl hat das deutlich gemacht: Gabriel wird Rot-Rot-Grün nur gut heißen, wenn die Linke kompromissfähig - nein - fähig zur Niederlage wird. Da die SPD bei einer möglichen Rot-Rot-Grünen Koalition der Seniorpartner sein wird, wird sie erwarten, das die Linke auch in der Lage ist, ohne Kompromiss von einem Standpunkt abrücken kann. Die Grünen haben das durch J. Fischer zwangsweise gelernt. Gauck war ein Testballon, die Linke ist nicht drauf eingegangen.
 
Bei der ARD hatte heute vorm letzten Wahlgang irgend jemand der Journalisten gesagt, dass es, wenn Wullf jetzt im dritten Wahlgang gewählt würde, für CDU und FDP schwerer wird RRG in den Ländern zu verdammen, da Wulff nur mit (passiver) Hilfe der Linken gewählt wurde.
Im letzten Wahlgang hatten sie doch (endlich) ihre absolute Mehrheit. Sicherlich, wer weiß wie es ausgegangen wäre, wenn die Linke nicht angekündigt hätte sich zu enthalten. Aber Wulff ist ohne die Hilfe der Linken gewählt worden.