Ich halte mich an die Definition von Wikipedia:
Die Begriffe Radikalismus und Extremismus bezeichnen heute bestimmte politische Einstellungen, die fundamentale Veränderungen an der Gesellschaftsordnung anstreben und dabei die Grenzen des demokratischen Rechtsstaates ausschöpfen, in Frage stellen oder überschreiten.

Passt also. Und alle Zitate unterstreichen das. Ich lag also mit meiner Vermutung richtig. Für Dich wäre eine Partei erst dann extremistisch, wenn sie zum Mord an Ausländern aufruft.

Marty
 
Ich halte mich an die Definition von Wikipedia:

Passt also. Und alle Zitate unterstreichen das. Ich lag also mit meiner Vermutung richtig.

Wenn du dich an die Definition hälst, dann haben wir ja nur extremitische Parteien. Ausschöpfen tun die doch alle die Verfassung. Was man ja auch an der steigenden Anzahl der Einmischungen des Verfassungsgerichtes sieht.
 
Rechtsruck in Sachsen: Die NPD hat ihr Ergebnis bei den Kommunalwahlen im Vergleich zu 2004 vervierfacht.
SpOn

"Rechtsruck" ist wohl etwas zu polemisch, aber schon ein erschreckendes Wahlergebnis. In manchen (ländlichen) Gegenden scheint es schon stark gefestigte Strukturen zu geben.
 
"Rechtsruck" ist wohl etwas zu polemisch, aber schon ein erschreckendes Wahlergebnis. In manchen (ländlichen) Gegenden scheint es schon stark gefestigte Strukturen zu geben.
Naja, also "polemisch" in puncto "Rechtsruck" ist schon ganz schön verharmlost. Ich denke, es ist maßlos übertrieben:
SpiegelOnline schrieb:
[...] Von den 1370 Wahlberechtigten in Reinhardtsdorf-Schöna nahmen 749 an der Wahl teil, 728 davon gaben den Angaben zufolge gültige Stimmen ab [...]
Da wohnen ja allein in meiner Straße mehr Menschen.

Es gibt von jeder Partei in irgendeiner Stadt, einem Dorf oder Ort eine Hochburg. Dass sie gerade in ländlichen Gegenden punkten können, ist doch auch kein Wunder.

Schade, dass der Spiegel langsam schon anfängt wie die üble Springer-Presse. Von der habe ich noch immer die Schnauze gestrichen voll, wegen der inszenierten Hassgefechte FAKT/Express versus BILD. Wird immer schlimmer...

Gruß,
Photon
 
Es gibt von jeder Partei in irgendeiner Stadt, einem Dorf oder Ort eine Hochburg. Dass sie gerade in ländlichen Gegenden punkten können, ist doch auch kein Wunder.

das liegt vor allem daran, dass der ausländeranteil in ländlichen gegenden so extrem hoch ist. ;)

Schade, dass der Spiegel langsam schon anfängt wie die üble Springer-Presse. Von der habe ich noch immer die Schnauze gestrichen voll, wegen der inszenierten Hassgefechte FAKT/Express versus BILD. Wird immer schlimmer...

Gruß,
Photon

was hast du denn gegen die springer-presse? :think: das ist qualitäts-journalismus auf höchstem niveau. :LOL:

Spiegel-Online schrieb:
Besser schnitten lediglich die Freien Wähler mit 26,8 Prozent ab. Schlechter weg kam hingegen selbst die CDU (21,7 Prozent). Linke (15,6 Prozent), FDP (4,2 Prozent), SPD (3,7 Prozent) und Grüne (2,8 Prozent) liegen zusammen nur 1,1 Prozentpunkte besser als die NPD.


aber allein die stimmverteilung in dem netten örtchen zeigt ja, wie anfällig diese leute für jede art von polemik sind.

wenn rund 20% der wahlberechtigten auf adolf voigt, stasigysi und oskar- dummschwätzer-lafontaine reinfallen. ;)

wikipedia schrieb:
Reinhardtsdorf ist ein bereits 1368 erwähntes Waldhufendorf, mit ehemals vorwiegend landwirtschaftlicher Prägung. Heute liegt der wirtschaftliche Schwerpunkt auf dem Fremdenverkehr.

wer macht nicht gerne urlaub, in einer gegend, in der zucht und ordnung herrscht. :LOL:
 
das liegt vor allem daran, dass der ausländeranteil in ländlichen gegenden so extrem hoch ist. ;)
:) Naja, man hat ja schonmal herausgefunden, dass ausgerechnet dort die NPD punkten kann, wo es kaum oder keine Ausländer gibt. Das legt natürlich die Vermutung der Xenophobie nahe. Halte ich aber für falsch.

In ländlichen Gegenden ist man ja vom Rest der Welt nicht abgeschnitten. Man kennt die Zustände in Großstädten ganz genau. Und man will alles, nur das nicht. Und in Dörfern gibt es noch etwas anderes. Dort kennt jeder jeden, manchmal ist auch jeder mit jedem verwandt. Wenn der örtliche Fleischer Mitglied der NPD ist, dann vergleicht man den mit den Horrormeldungen aus der (Springer-?) Presse. Und das trifft auf den aber so gar nicht zu. Der ist immer freundlich und Sohnemann bekommt beim Kauf von 1 kg Hackfleisch immer auch ein Würstchen geschenkt. Und letztlich ist Dein Cousin auch mit des Fleischers Tochter verlobt. Der Mann ist stets freundlich und korrekt, dann kann die NPD auch nicht so schlimm sein, wie die Medien sagen.

Und dazu kommt halt auch, was gestern im Fernsehen zu sehen war. In dem Ort wohnen eine Hand voll Menschen. Die Grünen/SPD/Union/FDP kümmern sich einen Scheiß um die Gegend, die haben genug damit zu tun, in Berlin, Hamburg und München zu punkten. Wenn dort eine Randpartei etwas Arbeit leistet, wird die anerkannt und vor allem belohnt. Deswegen sitzen in den Dörfern hauptsächlich die Randparteien und kümmern sich um die Belange dieser Leute.

Wie schon gesagt: Dass die NPD und DieLinke so stark geworden sind, ist alleinige Schuld der etablierten Parteien. Nichts anders. Die brauchen gar nicht so schockiert zu tun, die können sich an die eigene Nase fassen.

[...] wer macht nicht gerne urlaub, in einer gegend, in der zucht und ordnung herrscht. :LOL:
:LOL: Naja, wenn sich die "Zucht und Ordnung" auch positiv auf die Sicherheit auswirkt, mache ich meinen nächsten Urlaub dort. Ich möchte im Urlaub auch nicht unbedingt überfallen, beraubt, zusammengefaltet werden. Allerdings hätte ich Bedenken, wenn ich meine Freundschaft aus London einladen würde, denn der ist mit einer Negerin verheiratet und hat 2 Kinder. Denn auch wenn die NPD selbst offiziell nichts gegen "Rassenschande" hat, weiß man ja nie, wie die Wähler drauf sind ;) Weiß also nicht, ob die Wahl dort so glücklich war, wenn sie wirklich vom Fremdenverkehr leben...

Gruß,
Photon
 
:) Naja, man hat ja schonmal herausgefunden, dass ausgerechnet dort die NPD punkten kann, wo es kaum oder keine Ausländer gibt. Das legt natürlich die Vermutung der Xenophobie nahe. Halte ich aber für falsch.
...

ich denke, dass an der xenophobie durchaus was dran ist. wenn ich mich beispielsweise mit dem nachbarn meines bruders unterhalte, er hat ein grundstück in MOL, der nachbar wohnt schon sein ganzes leben dort, kann ich ganz deutlich die beschreibungen einer xenophobie heraushören. alleine nur der gedanke daran, einen urlaub im ausland zu verbringen, wird rigeros abgeblockt. "watt solln wa denn da?" der war noch nie im ausland. 8O nur ab und an in polen zum tanken.;) und auch der dönerstand am supermarkt, der vor ca. 5 jahren dort eröffnet hat, hatte lange zeit keine gäste. mittlerweile hat man sich aber mit der einschlägigen imbisskneipenklientel eine basis geschaffen. ;)

das beispiel mit dem fleischer ist gut. ich könnte mir vorstellen, dass es genau so läuft, wie du es beschrieben hast. denn für solche kuhbläken interessieren sich unsere großen volksparteien einen scheißdreck. und dann wundert man sich, dass dieses gesindel in den landtag einzieht und schreit zeter und mordio. das ist ganz arm. :yes:


:LOL: Naja, wenn sich die "Zucht und Ordnung" auch positiv auf die Sicherheit auswirkt, mache ich meinen nächsten Urlaub dort. Ich möchte im Urlaub auch nicht unbedingt überfallen, beraubt, zusammengefaltet werden.

wer will das schon. aber mit deiner frisur, solltest die in diesen landkreisen eher keine probleme bekommen. ;) ich war schon viel im ausland und hatte diesbezüglich noch keinerlei probleme. (*drei-mal-auf-holz-poch :)) man muss halt bloß das kleine 1x1 des tourismus befolgen.

Allerdings hätte ich Bedenken, wenn ich meine Freundschaft aus London einladen würde, denn der ist mit einer Negerin verheiratet und hat 2 Kinder. Denn auch wenn die NPD selbst offiziell nichts gegen "Rassenschande" hat, weiß man ja nie, wie die Wähler drauf sind ;) Weiß also nicht, ob die Wahl dort so glücklich war, wenn sie wirklich vom Fremdenverkehr leben...

Gruß,
Photon

und genau das ist ja das problem. die gemeinden selbst werden sich damit keinen großen gefallen tun, wenn die antifa-hirnies mal auf nen steinwurf vorbeikommen. und wie schnell man in den medien zu einem braunen dorf gemacht wird, hast du ja selbst gesehen. wenn man dann vom "fremdenverkehr" lebt, aber diese "fremden" garnicht leiden kann, herrscht wohl doch nur noch zucht statt ordnung. ;)

ps: ich wollte gar nicht so viel schreiben. irgendwie färbt das wohl ab. :LOL:
 
[...] wenn ich mich beispielsweise mit dem nachbarn meines bruders unterhalte, er hat ein grundstück in MOL, der nachbar wohnt schon sein ganzes leben dort, kann ich ganz deutlich die beschreibungen einer xenophobie heraushören. alleine nur der gedanke daran, einen urlaub im ausland zu verbringen, wird rigeros abgeblockt. "watt solln wa denn da?" der war noch nie im ausland. 8O nur ab und an in polen zum tanken.;) und auch der dönerstand am supermarkt, der vor ca. 5 jahren dort eröffnet hat, hatte lange zeit keine gäste. mittlerweile hat man sich aber mit der einschlägigen imbisskneipenklientel eine basis geschaffen. ;)
Naja, das ist eigentlich die Ausrede derer, die kein Geld für einen Auslandsurlaub haben ;) Sehe ich nicht unbedingt als Anzeichen einer Xenophobie.

Ich musste mal vor ein paar Jahren herzhaft lachen. Lief im Fernsehen: Da waren 4 Leute im Jugendknast, allesamt Körperverletzungsdelikte gegen Ausländer. Die sollten nun "resozialisiert" werden und wurden auf Staatskosten 14 Tage an die türkische Riviera geschickt. Man wollte ihnen wohl zeigen, wie nett doch Türken sein können. Die haben die 4 interviewt und was werden die wohl sagen? [sinngemäß:] "14 Tage Urlaub in der Sonne am Strand und das noch umsonst nehmen wir natürlich gerne mit. Weiß aber auch nicht, was der Mist soll, die Türken dort sind ganz anders, als die hier. Die wollen unsere Türken ja auch nicht mehr zurück haben..." Und auf die Frage, ob sie sich vorstellen könnten, ihre Ansichten zu "Ausländern" damit vielleicht zu ändern: "Nein, warum auch? Die gehören hier nicht her, aber wir besuchen sie gern in ihrem Land..." Kurz: Erfolg = Null. Weil das nämlich der grundsätzliche Denkfehler der Medien, der Politik und vieler "Psychoanalytiker" ist: Der Gedanke hinter diesen Angriffen ist nämlich keineswegs der klassische Rassismus. Den gibt es auch fast gar nicht mehr. Stattdessen gibt es das neue Märchen, Ausländer würden die Arbeitsplätze wegnehmen oder wie Parasiten in Deutschland leben; Kurz: Egal, was sie tun: Sie stören.

Aber weil der Grund darin einzig und allein bei völlig verfehlter Politik der etablierten Parteien in der Vergangenheit und Gegenwart zu suchen ist, wird das auch nicht so gesagt. Stattdessen ist es einfacher, alle zu "Neonazis" oder "Rassisten" zu stempeln, das fetzt. Die Etablierten können von ihrem Versagen ablenken, die Medien können ihren Hasstiraden gegen ein neues Feindbild frönen und das Volk wird damit auch bestens unterhalten. Alles bestens, bis auf die Tatsache, dass damit das Problem auch nicht gelöst, sondern immer schlimmer wird...

[...] wer will das schon. aber mit deiner frisur, solltest die in diesen landkreisen eher keine probleme bekommen. ;) ich war schon viel im ausland und hatte diesbezüglich noch keinerlei probleme. (*drei-mal-auf-holz-poch :)) man muss halt bloß das kleine 1x1 des tourismus befolgen.
Ach, im Ausland interessiert sich doch kein Schwanz dafür, wie man herum läuft. In den USA hätte ich ein Bild von Adolf auf dem T-Shirt haben können, hätte niemanden gejuckt. Und bei meinem ersten London-Besuch hat meine Freundschaft noch in Stratford gelebt (das ist sowas wie das New-Yorker Harlem, vage vergleichbar mit Neukölln). Da sind wir abends 23 Uhr mit dem Bus gefahren, nur noch Neger im Bus. In 14 Tagen wurde ich nicht ein einziges Mal komisch angeguckt, was ich als Weißer wohl um die Zeit noch in Stratford zu suchen hätte. Ganz ehrlich: In Neukölln fahre ich um diese Zeit allein nicht mehr mit dem Bus. Nur noch zu dritt mit 2 anderen kräftigen Kerls oder mit Rotti. Nur mal so als Vergleich...

und genau das ist ja das problem. die gemeinden selbst werden sich damit keinen großen gefallen tun, wenn die antifa-hirnies mal auf nen steinwurf vorbeikommen. und wie schnell man in den medien zu einem braunen dorf gemacht wird, hast du ja selbst gesehen. [...]
Das ist ja das nächste Problem. Warten wir mal ab, was da noch passiert...

ps: ich wollte gar nicht so viel schreiben. irgendwie färbt das wohl ab. :LOL:
Macht nüscht, lese gern von Dir!

Gruß,
Photon
 
In ländlichen Gegenden ist man ja vom Rest der Welt nicht abgeschnitten. Man kennt die Zustände in Großstädten ganz genau.
Also Photon, ich bitte dich, daß glaubst du doch selbst nicht!? Die meinen die Zustände in Großstädten ganz genau zu kennen. Da dieses Bild hauptsächlich durch die Medien entsteht, ist klar, daß es verzerrt ist.
Und in Dörfern gibt es noch etwas anderes. Dort kennt jeder jeden, manchmal ist auch jeder mit jedem verwandt.
Und alles Fremde wird erstmal argwöhnisch beäugt. Und fremd sind z.B. auch "Wessis", die sich in dem Dorf niederlassen oder einfach die "Städter", die im grünen leben wollen.
Und dazu kommt halt auch, was gestern im Fernsehen zu sehen war. In dem Ort wohnen eine Hand voll Menschen. Die Grünen/SPD/Union/FDP kümmern sich einen Scheiß um die Gegend, die haben genug damit zu tun, in Berlin, Hamburg und München zu punkten. Wenn dort eine Randpartei etwas Arbeit leistet, wird die anerkannt und vor allem belohnt. Deswegen sitzen in den Dörfern hauptsächlich die Randparteien und kümmern sich um die Belange dieser Leute.
Sehe ich nicht ganz so. Auch bei den etablierten Partei gibt es viele, die an der Basis sehr viel machen. Nur haben die es deutlich schwerer, da sie ja dafür verantwortlich gemacht werden, was "die da oben" machen. Anderseits muß man aber auch klar sagen, daß es Strategie der NPD ist, in den mehr oder weniger vernachläßigten Gebieten aktiv zu sein. Ob nun hauptsächlich für die Bürger oder zum Stimmenfang, darüber ließe sich streiten.

Wie schon gesagt: Dass die NPD und DieLinke so stark geworden sind, ist alleinige Schuld der etablierten Parteien. Nichts anders. Die brauchen gar nicht so schockiert zu tun, die können sich an die eigene Nase fassen.
Alleinige ist Blödsinn, aber gehörig dazu beigetragen haben sie natürlich schon. An die eigene Nase fassen sollten sie sich aber auf jeden Fall - und das sofort.
 
Also Photon, ich bitte dich, daß glaubst du doch selbst nicht!? Die meinen die Zustände in Großstädten ganz genau zu kennen. Da dieses Bild hauptsächlich durch die Medien entsteht, ist klar, daß es verzerrt ist.
Ja, verzerrt ist es natürlich auch, keine Frage. Aber in puncto Kriminalität kann kein Dorf mit einer (Groß-)Stadt mithalten. Und nicht nur in absoluten Zahlen, sondern auch prozentual. Dass nun die Medien jede kleine Rangelei in Großstädten zum Politikum aufblasen, kommt noch erschwerend hinzu. Aber in städtischen Bezirken mit hohem Ausländeranteil ist nun mal auch die Kriminalitätsrate überdurchschnittlich hoch. Natürlich auch in Bezirken mit niedrigem sozialen Stand. Dass diese Bezirke meist ein- und dieselben sind, geht oft unter. Aber letztlich hat man eben keine Lust darauf, dass das friedliche Landleben gestört wird. Man will eben das Risiko nicht eingehen. Du hast natürlich völlig recht mit:

Und alles Fremde wird erstmal argwöhnisch beäugt. Und fremd sind z.B. auch "Wessis", die sich in dem Dorf niederlassen oder einfach die "Städter", die im grünen leben wollen.
Aber ich weiß nicht, ob das der Grund ist, weshalb dort unten die NPD verhältnismäßig stark abgeschnitten hat. Dann müsste die NPD/DieLinke in fast jedem Dorf so gut abschneiden. Wird wohl damit zusammen hängen, dass sich die anderen Parteien nicht um diese Gegenden kümmern, weil es dort nicht viel Stimmen zu holen gibt.

Eigentlich sollte gerade Merkel wissen, wie schnell sowas nach hinten los gehen kann. Die Revolution der DDR ging auch von den Sachsen aus, die in puncto Luxusartikeln etc massiv benachteiligt wurden. Wie oft sind Sachsen bei uns gewesen und haben den LKW voll geladen und alles nach Sachsen gekarrt, weil alles staatlich nach Berlin geschafft wurde. Die Sachsen hatten viel Geld und konnten damit nichts anfangen, weil es nichts zu kaufen gab.

Vielleicht noch ein Punkt, der mir gerade einfällt: Habe vor ein paar Monaten mit einer Freundschaft in Dresden telefoniert, zu der Zeit, als die Grenze zu Polen im Zuge der EU geöffnet wurde. Es gab dort unten regelrechte Straßenfeste. Nun habe ich mich gefragt, warum? Erst wählen viele NPD, dann feiern sie, weil Deutschland näher an Polen rückt? Unlogisch. Oder doch nicht: Nun können sie Zigaretten in Polen kaufen wie irre und tanken. Inzwischen nehmen die Diebstähle extrem zu. Habe dazu keine Zahlen, kann mir aber auch nicht vorstellen, dass man jetzt nur mehr darauf achtet und es nur subjektiv mehr wird, objektiv aber nicht. Inzwischen feiert keiner mehr, jetzt wird NPD gewählt :LOL: Die etablierten Parteien haben keinerlei Aufklärungsarbeit geleistet, wie auch schon nicht mit dem Euro oder der EU an und für sich. Stattdessen wird Geld bei der Polizei gespart. Das trifft natürlich extrem grenznahe Gegenden und Großstädte. Dazu kommt als Krönung, dass noch immer nicht die Integration angegangen wird, bzw. ein radikales Vorgehen gegen Kriminalität. Kurz: Alles, was man falsch machen konnte, hat man falsch gemacht.

Sehe ich nicht ganz so. Auch bei den etablierten Partei gibt es viele, die an der Basis sehr viel machen. Nur haben die es deutlich schwerer, da sie ja dafür verantwortlich gemacht werden, was "die da oben" machen. Anderseits muß man aber auch klar sagen, daß es Strategie der NPD ist, in den mehr oder weniger vernachläßigten Gebieten aktiv zu sein. Ob nun hauptsächlich für die Bürger oder zum Stimmenfang, darüber ließe sich streiten.
Auch das ist nicht falsch. Natürlich kann es passieren, dass sich ein CDU'ler dafür rechtfertigen muss, warum "seine" Angie mal wieder Bush in den Arsch gekrochen ist. Kann mir aber im Gegenzug nicht vorstellen, dass ein NPD'ler nicht zur Rede gestellt wird, wenn mal ein paar Deppen einen Ausländer zusammen gefaltet haben. Oder warum einer aus dem Kader wegen etlicher Delikte vorbestraft ist. Das ist ja auch überreichlich durch die Medien gegangen. Schließlich hat man ja nichts ausgelassen, um bei der NPD irgendwas auszubuddeln.

Gruß,
Photon
 
Übrigens hab ich grad in der Süddeutschen gelesen, dass die NPD im Landesdurchschnitt 5,1 Prozent gemacht hat. Das ist zwar fast viermal soviel wie bei der letzen Kommunalwahl (2002) aber nur ein wenig mehr als halb soviel wie bei er Landtagswahl (2006). Das Krasse sind halt die Einzelergebnisse in einigen Gemeinden und die wirklich schlechte Wahlbeteiligung.
 
Naja, das ist eigentlich die Ausrede derer, die kein Geld für einen Auslandsurlaub haben ;) Sehe ich nicht unbedingt als Anzeichen einer Xenophobie.

naja, am geld liegts bei ihm eher nicht würde ich sagen. obwohl ich da auch einige beispiele kenne. aber ich glaube die angst vor dem fremden ist in vielen köpfen vorhanden.

Ich musste mal vor ein paar Jahren herzhaft lachen. Lief im Fernsehen: Da waren 4 Leute im Jugendknast, allesamt Körperverletzungsdelikte gegen Ausländer...

diese problematik ist nicht unbekannt. denn es existiert schon ein großer unterschied zwischen manchem türken der in deutschland lebt und dem der in der türkei lebt. denn viele der eingewanderten landsleute haben den wandel, der in ihrer heimat stattgefunden hat, gar nicht miterlebt und halten noch heute an "traditionellen erziehungsmethoden" fest. dass sich da natürlich unterschiede herauskristallisieren ist eigentlich logisch.

also alles in allem eine sehr durchdachte art der resozialisierung, die man sich da ausgedacht hat. aber es ist ja bekannt, dass in deutschland eher die folgen, als die ursachen bekämpft werden. mich hat man damals bspw. gezwungen an einer weiterbildungsmaßnahme im kundendienstbereich teilzunehmen, hat sich aber strickt geweigert, mir den fehlenden führerschein mit zu finanzieren,der aber der grund meiner arbeitslosigkeit war. ;)


Aber weil der Grund darin einzig und allein bei völlig verfehlter Politik der etablierten Parteien in der Vergangenheit und Gegenwart zu suchen ist, wird das auch nicht so gesagt. Stattdessen ist es einfacher, alle zu "Neonazis" oder "Rassisten" zu stempeln, das fetzt. Die Etablierten können von ihrem Versagen ablenken, die Medien können ihren Hasstiraden gegen ein neues Feindbild frönen und das Volk wird damit auch bestens unterhalten. Alles bestens, bis auf die Tatsache, dass damit das Problem auch nicht gelöst, sondern immer schlimmer wird...

es ist generell so wie so immer einfacher, die schuld bei den anderen zu suchen. da nehmen sich politiker ebenso wenig, wie die nazis. ;)

Ach, im Ausland interessiert sich doch kein Schwanz dafür, wie man herum läuft. In den USA hätte ich ein Bild von Adolf auf dem T-Shirt haben können, hätte niemanden gejuckt.

ich meinte etwas anderes. nähmlich, dass man nicht, vollgehängt mit fotoaparat, camcorder und fetter brieftasche nachts durch die gegend schlendert. das gilt für fast jeden ort der welt.

Und bei meinem ersten London-Besuch hat meine Freundschaft noch in Stratford gelebt (das ist sowas wie das New-Yorker Harlem, vage vergleichbar mit Neukölln). Da sind wir abends 23 Uhr mit dem Bus gefahren, nur noch Neger im Bus. In 14 Tagen wurde ich nicht ein einziges Mal komisch angeguckt, was ich als Weißer wohl um die Zeit noch in Stratford zu suchen hätte.

ja, das ist schon bemerkenswert. ich durfte ähnliche erfahrungen in kenia und gambia machen. und das, obwohl diese menschen wirklich allen grund hätten uns weiße zu hassen.

Ganz ehrlich: In Neukölln fahre ich um diese Zeit allein nicht mehr mit dem Bus. Nur noch zu dritt mit 2 anderen kräftigen Kerls oder mit Rotti. Nur mal so als Vergleich...

dafür wird jeder berliner verständnis haben. ;)

Das ist ja das nächste Problem. Warten wir mal ab, was da noch passiert...

ich bin schon sehr gespannt. ich denke, es ist nicht das letzte mal, dass wir von diesem örtchen hören.

Macht nüscht, lese gern von Dir!

Gruß,
Photon

danke, das freut mich. :) dito. ;)
 
[...] ja, das ist schon bemerkenswert. ich durfte ähnliche erfahrungen in kenia und gambia machen. und das, obwohl diese menschen wirklich allen grund hätten uns weiße zu hassen.
Naja, die haben keinen Grund, Deutsche zu hassen. Und in Simbabwe und Südafrika erstrecht nicht. Da haben sie die Grundherren verjagt, haben ihren Koloniestatus aufgegeben. Seither geht das Land vor die Hunde. Eigentlich war ja fast ganz Afrika deutsche Kolonie. Schon ein schönes Gefühl, mitten in Südafrika über die Kaiserin-Augusta-Allee zu laufen und einen Neger namens Otto zu treffen :) Erst mit dem Versailler Vertrag wurden die deutschen Kolonien unter den Siegern aufgeteilt und zu Grunde gerichtet.

Also mich würde es nicht wundern, wenn so mancher gern wieder deutsche Kolonie sein möchte. Aber gut, ist natürlich nur eine Vermutung und den einstigen Glanz des deutschen Kaiserreiches wird die Bundesrepublik auch nie mehr erlangen. Aber es wundert mich nicht, dass man in Afrika nicht angegiftet wird.

Viel verwunderlicher ist es für mich in England oder den USA. Die haben gegen uns im Krieg gekämpft, viele Mütter haben ihre Söhne dabei verloren. Und England hat ja noch viel mehr abbekommen, als die USA. Wobei, die USA haben doch noch nie einen Krieg erlebt, der von außen in ihr Land gebracht wurde. Noch nie ein völlig zerstörtes Land wieder aufbauen müssen. Die schicken doch nur ihre Armen zum Sterben an die Front. Die Engländer haben da schon wesentlich mehr abbekommen und nicht nur Coventry oder London. Von daher würde ich aus dieser Ecke Anfeindungen am ehesten erwarten. Mal abgesehen von der jeweiligen Presse des Landes (also auch Polen, Russerei oder Frankreich) haben die Leute mich nirgends blöd angeschaut, weil ich Deutscher bin. Eher im Gegenteil.

Ehrlich gesagt wurde ich ob meiner "gewagten Frisur" eigentlich nur von Türken in meiner eigenen Hauptstadt angepöbelt. Dafür hier aber um so häufiger. Komisch... oder doch nicht?

Gruß,
Photon
 
Interessantes Bild der Deutschen Kolonialgeschichte - schön verklärt... :ugly:

Der Begriff "Herero-Aufstand" sagt dir was?


Und "fast ganz Afrika war deutsche Kolonie"? :LOL:
https://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Kolonisation_Afrikas.png

Ich glaube, Frankreich und England waren da ETWAS aktiver - und ich bezweifele, das sich die Afrikaner wünschen, wieder von Europäischen "Herren" ausgebeutet zu werden.

Allerdings wird das jetzt ziemlich Off-Topic
 
[...] Der Begriff "Herero-Aufstand" sagt dir was?
Nee, musste ich nachschlagen :oops:

[...] Ich glaube, Frankreich und England waren da ETWAS aktiver - und ich bezweifele, das sich die Afrikaner wünschen, wieder von Europäischen "Herren" ausgebeutet zu werden.
Gut, weiß ich nicht. Kann auch sein, dass sie sich lieber gegenseitig abschlachten und verhungern, statt ausgebeutet zu werden. Fakt ist doch aber, dass sie seitdem sie ihre Grundherren vertrieben und enteignet haben, nichts mehr auf die Reihe bekommen. Beinahe alle Länder Afrikas gehen in Armut, Hunger und vor allem Korruption unter.

Natürlich hatte die Kolonialherrschaft nicht nur gute Seiten. Vor allem herrschte dort unten ausgeprägter Rassismus. Die Folge war natürlich die Apartheid, die sich ja bis in die späten 1960er Jahre in die USA hielt. Kann gut verstehen, dass sich die Afrikaner dagegen gewehrt haben, aber ich bezweifle auch, dass es ihnen nun besser geht als vorher.

Aber ja, wir kommen natürlich wirklich weit vom Thema ab. Das hat mit der NPD nun wirklich nichts mehr zu tun. Und nein perlini, die NPD hat keinen Punkt "Kolonialpolitik" im Parteiprogramm. Zumindest nicht in der offiziellen Version ;)

Gruß,
Photon