Sammelthread R.A.F. - Aufarbeitung, Schuld und Sühne

Die Vergleiche hincken sehr stark, ich weiss. Aber was ist mit Befehlshabern der Deutschen Soldaten in Afganistan oder etwas früher im Kosovo? Dürfen sie Befehle geben zum Mord? Dürfen Soldaten töten im Namen ihres Landes?
Soldaten morden nicht und niemand gibt ihnen den Befehl dazu. Was Mord ist, definiert §211 Stgb. Lies es und Du weisst, warum RAF-Terroristen Mörder waren, Soldaten aber nicht.

Geniessen "Soldaten" Sonderrechte? (Bitte Jetzt nicht mit Zivilverfahren kommen)
Nein.

- Die RAF sah sich als "Armee des Volkes" --> "Soldaten des Volkes"
Sie sah sich vielleicht als Armee einer kommunistischen Führung.

Aber auch die Taten der RAF sind UNSERE Geschichte und haben unser Land, unser System und die Menschen mit geprägt! Also müssen wir sie akzeptieren und aufarbeiten! Dies passiert nicht indem man Menschen wegsperrt und indem man Menschen isoliert , dies führt zu dem Gegenteil!
Das bedeutet, wir hätten die Nazischergen viel früher rauslassen dürfen, KZ-Befehshaber z.B.

Und JA ich gönne ihr die Freiheit und ich wünsche ihr alles Gute ...

Sie soll endlich anfangen, diese Chance zu nutzen. Bisher hat sie dazu nichts erkennen lassen. Wenn Sie ihre Taten bereut, was spricht denn dagegen, endlich mal (und nicht in einer Talkshow) aufzuklären, was damals wirklich passiert ist? Wer hat letzendlich entschieden, Hans-Martin Schleyer umzubringen, obwohl der eigentliche Zweck der Entführung schon gar nicht mehr zu erreichen war. Wer von der Gruppe war für eine Hinrichtung, wer dagegen? Wer hat ihn letztendlich hingerichtet? Wer gehörte noch zu der Gruppe? Wer aus der DDR war der Kontaktmann und Geldgeber?

Damit sollte sie anfangen, dann kann man ihr auch glauben, dass sie eine 2. Chance verdient. Bisher nutzt sie nur die rechtlichen Mittel eines Staates, den sie selber vernichten wollte. In dem Staat, den sie gewollt hat, hätte es für ihre politischen Gegner diese Möglichkeiten nicht gegeben.

Marty
 
Man sollte nur nicht die damalige Rechtsprechung heute neben sich niederlegen, als wäre das Urteil der Richter damals wertlos gewesen.

Bestandteil des damaligen Urteils war auch eine Urteilsüberprüfung nach 24 Jahren, was jetzt passiert ist.

Man hätte das damalige Urteil respektieren sollen - mehr nicht.

Hat man, man hat sich 100%ig an das Urteil gehalten.

Und die RAF-Leute Menschlichkeit zugestehen? Never. Massenmörder und Terroristen haben den Titel "Mensch" verwirkt. Das sind Bestien.

~sorry das muß nicht sein~DragonLilly

Würdest Du etwa neben Mohnhaupt wohnen wollen? Ist ja ein "Mensch".

Warum nicht?
Da kann man sicher interessante Gespräche führen.

gruss kelle!
 
So wie ich das verstanden habe, wurde das vom OLG Stuttgart erst im März letzten Jahres entschieden (Mindestverbüßungsdauer von 24 Jahren).


Am 11. November 1982 wurde Brigitte Mohnhaupt verhaftet. Sie wurde wegen der RAF-Aktionen des Jahres 1977 und wegen des Attentats auf Frederick Kroesen zu fünfmal lebenslanger Freiheitsstrafe plus 15 Jahren verurteilt. Die Mindesthaftstrafe betrug wegen der „besonderen Schwere der Schuld“ 24 Jahre. [2]

Sagt Wikipedia, ich würd das auch so verstehen, dass schon damals angedacht war nach 24 Jahren weiter zu sehen.
 
Sagt Wikipedia, ich würd das auch so verstehen, dass schon damals angedacht war nach 24 Jahren weiter zu sehen.

Richtig, und ich würde Mindeststrafe und dann weitersehen aber so verstehen, dass die nette Dame erstmal was liefern muss, bevor man ihr entgegenkommt. Und eine Entschuldigung bei den Angehörigen wäre mal der Anfang gewesen.

Marty
 
Richtig, und ich würde Mindeststrafe und dann weitersehen aber so verstehen, dass die nette Dame erstmal was liefern muss, bevor man ihr entgegenkommt. Und eine Entschuldigung bei den Angehörigen wäre mal der Anfang gewesen.
Juristisch spielt das aber alles keine Rolle. Da geht's einzig und allein darum, ob der Straftäter (noch) eine Gefahr für die Gesellschaft darstellt.
 
Richtig, und ich würde Mindeststrafe und dann weitersehen aber so verstehen, dass die nette Dame erstmal was liefern muss, bevor man ihr entgegenkommt. Und eine Entschuldigung bei den Angehörigen wäre mal der Anfang gewesen.

Marty

Hierzu fand ich den Artikel der taz sehr interessant. https://www.taz.de/pt/2007/01/25/a0165.1/textdruck

Also ich selber bin auch eher unschlüssig bei dem Thema, erstens weil ich zu der Zeit wo das alles passiert ist nicht gelebt habe und zweitens weil ich zwar auch denke Rache sollte kein Motiv sein jemanden eingesperrt zu halten, aber in einzelfällen wie Kindesschändung fällt es mir auch schwer zu sagen, dass es ja recht sei wenn er irgendwann resozialisiert wieder raus kommt.
 
Richtig, und ich würde Mindeststrafe und dann weitersehen aber so verstehen, dass die nette Dame erstmal was liefern muss, bevor man ihr entgegenkommt. Und eine Entschuldigung bei den Angehörigen wäre mal der Anfang gewesen.

Hmmm, kann man so sehen,
ABER
für wie glaubhaft würde denn so eine Entschuldigung "Ups, tut mir leid Deinen Vater/Bruder/Mann/Sohn erschossen zu haben." gehalten?

Ich wette ne Kiste Bier, dass die Leute, die gegen eine Entlassung auf Bewährung oder eine Begnadigung sind, dieses als Heuchelei hinstellen würden, damit die Täter Ihrem Ziel, Begnadigung oder Bewährung näher kämen.

gruss kelle!
 
Naja mal schaun ob sie sich in dieser Welt zurechtfinden wird^^
find ich gut, dass sei entlassen wird, denn es saß kein rechtsradikaler attentäter, kein ex-nazi und kein kinderschänder so lang wie sie, Prost...
 
Deine Behauptung ist unwahr: Längste Haftzeit in Deutschland: 47 Jahre Artikel ist vom 22.10.2006. Der Typ sitzt in der baden-württembergischen Vollzugsanstalt Bruchsal.

Aber Heinrich Pommerenke ist weder Nazi, noch rechtsradikaler Attentäter und Kinderschänder ist er auch nicht.

Dann such mal nach Rudolf Heß.
Du willst doch jetzt nicht wirklich den Mitorganisator des größten Massenmordes der Menschheit mit einer kleinen Bombenlegerin vergleichen!?
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber Heinrich Pommerenke ist weder Nazi, noch rechtsradikaler Attentäter und Kinderschänder ist er auch nicht.
In dem Artikel steht etwas von Therapie, also ist es inzwischen weniger Haft, sondern eher Sicherheitsverwahrung, auch wenn es damals wohl noch nicht so genannt wurde.

Du willst doch jetzt nicht wirklich den Mitorganisator des größten Massenmordes der Menschheit mit einer kleinen Bombenlegerin vergleichen!?
Auch wenn Mohnhaupt nicht gerade eine kleine Bombenlegerin war, finde ich den Vergleich auch nicht gut. Kriegsverbrecher sind nicht mit Terroristen zu vergleichen.
 
Du willst doch jetzt nicht wirklich den Mitorganisator des größten Massenmordes der Menschheit mit einer kleinen Bombenlegerin vergleichen!?

Ich glaub MArty wollte damit nur verdeutlichen das es sehr wohl Menschen gab die länger im Knast waren. Weil du das ja bestritten hattest.

Wobei ich finde, dass er ein schlechtes Beispiel gewählt hat. Weil gescheitert ist die Freilassung weniger an unserer Rechtssprechung als an dem widerstand von außen
 
Wobei ich finde, dass er ein schlechtes Beispiel gewählt hat. Weil gescheitert ist die Freilassung weniger an unserer Rechtssprechung als an dem widerstand von außen

Der "Wiederstand von außen" war der alliierte Kontrollrat - Heß wurde nicht von einem (Bundes-)Deutschen Gericht verurteilt... das macht es zu einem schlechten beispiel. Die Zitadelle Spandau war exterritoriales Gebiet, rein sachlich saß Heß also noch nicht mal auf Deutschem Boden im Knast...