Ich meinte eher den israelischen Kommandanten, der aus dem Bunker den Abschussbefehl gibt. Und der hat etwa genauso schlaue Raketen, wie die Terroristen, nur eben eine Nummer größer. Aber im Endeffekt ist das Resultat etwa gleich.[...] Dann solltest Du den Terroristen weniger Dummheit unterstellen und Dich selbst auf einen aktuellen Stand der Dinge bringen.
Ja, eine 24-stündige Waffenruhe. Ich denke, dass würde sogar Olmert ganz ohne die Hamas schaffen. Ich rede aber nicht von einer 24-stündigen Waffenruhe, sondern von dauerhaftem Frieden. Das ist eine ganz andere Liga.[...] Das sie es kann hat sie vor Weihnachten bewiesen und eine 24-stündige Waffenruhe in die Wege geleitet um Hilfslieferungen nach Gaza zu bekommen.
Wirklich merkwürdig, dass ausgerechnet in diesen 24-Stunden KEINE EINZIGE Gruppe Raketen geschossen hat.
Wie Du siehst haben sie die Macht den Beschuss zu unterbinden genau so wie sie die Macht haben, ihn mit aller Härte zu forcieren.
Für eine Waffenruhe muss man nicht mal großartig auf die Leute einwirken. Notfalls sagt man: "Nutzt den Tag, um euer Arsenal neu aufzustocken", wenn man keinen Frieden will. Aber ein Frieden würden bedeuten, dass sämtliche Missetaten von BEIDEN Seiten verziehen und als mahnendes Beispiel unvergessen bleiben. Aber genau davon sind beide Seiten Lichtjahre entfernt. Israel sieht offensichtlich ebenso wenig wie die Pro-Israel-Front hier im Forum ein, dass sie ebenso viel Scheiße am laufenden Band produzieren, wie die Terroristen aus Palästina. Dass es immer weniger Leute auf der Welt sind, die Israel wirklich in der Opferrolle begreifen und immer mehr, die Israel als Täter verstehen. Das ist eine Wendung, die bekommt man auch nicht mehr mit der "Antisemitismus-Keule" hingebogen. Und vor diesem Hintergrund ist es aus meiner Sicht langsam höchste Zeit und unerlässlich, dass Israel den ersten Schritt in Richtung Frieden macht - oder sogar die ersten Schritte - und daran unnachgiebig festhält. Vielleicht war ein einfacher Zimmermann vor 2008 Jahren schlauer, der empfahl, auch mal die zweite Wange hinzuhalten, auch wenn es weh tut. Und vielleicht war ein schüchterner kleiner Anwalt aus Indien auch noch um Längen schlauer, wie die heutigen Machthaber Israels. Denn die beiden (und viele andere auch) haben verstanden, dass ein Frieden ein Prozess ist, der erst erkämpft und dann fortwährend verteidigt werden muss. Aber dass ein Kampf so oder so ausgetragen werden. Sun Tzu hat nicht in jeder Lebenslage recht!
Man will doch gar nicht jeden einzelnen Raketenwerfer schnappen, oder etwa doch? Man will die Köpfe und Drahtzieher haben und sie vor ein ordentliches Kriegsgericht stellen. Was Standgericht und zerstörte Wohnbezirke wohl ausschließt. Wen interessieren die kleinen Missetäter, die mit ihren Raketen ganze Gemüsebeete umgraben? Viel entscheidender sind die Leute, die dafür sorgen, dass der Hass niemals endet...[...] Wie bekommt man nach jedem Raketeneinschlag auf israelischem Gebiet die von Dir angesprochenen Kommandounternehmen nach Gaza, die dort dann die Terroristen samt ihrer Raketenwerfer plattmachen?
Versuchen sie doch mit einem Höchtmaß an Dilletantismus seit Jahren mit den Hilfslieferungen und der Kontrolle über die Ressourcen. Mal kommen welche und wenn man nicht artig ist auf der anderen Seite des Zauns, kommen keine. Good Cop und Bad Cop in einer "Person" gewissermaßen. Oder wie es Bismarck einst empfahl: "Zuckerbrot und Peitsche". Das mag zwar beim eigenen Volk oder bei der Erziehung von Welpen ganz gut funktionieren, aber doch nicht beim Feind. Vor allem dann nicht, wenn die Feindschaft auf so vielen Ursachen beruht: Religöse Gründe, inzwischen auch historische und aktuelle. Im Grunde wüßte ich selbst schon nicht mehr, mit welchen Argumenten ich in die Region gehen würde, wenn ich die Friedensmission machen müsste. Vielleicht fängt man da an, dass sie eigentlich Brüder sind, die sich gegenseitig den Arsch zerfetzen...[...] Vielleicht sollten sich die Israelis das Vertrauen erkaufen?
Gruß,
Photon
Ob das nicht zum Bumerang wird, wie 1959 in 