Sammelthread "Loveparade"-Katastrophe von Duisburg

Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass Leute die in Panik sind, die unter Platzangst leiden, die physisch/psychisch erschöpft sind, wo Drogen wirken etc. einfach so still stehen bleiben?
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die WAZ-Gruppe schreibt, dass Dokumente darlegen, dass seit Jahren die Besucherzahlen der Loveparade zu medienzwecken verdreifacht wurden und man eigentlich nur mit 485.000 Besuchern gerechnet hat. Dem Bericht zufolge wussten alle Instanzen davon.

Was ändert das auf diesen Vorfall bezogen? :think:
 
Was ändert das auf diesen Vorfall bezogen? :think:

Damit wäre jedenfalls der Vorwurf vom Tisch, dass der Veranstalter fahrlässig, mit Absicht oder wie auch immer ein so kleines Veranstaltungsgelände gewählt hat.

Nur ich kann das irgendwie nicht so glauben. Ich war in Essen und Dortmund auf der Loveparade, dass die Zahlen so extrem getürkt gewesen sind... würde mich schon schwer wundern!
Aber ausgeschlossen ist es natürlich nicht, hab dies heute in unserer regionalen Zeitung auch gelesen..
 
Aus den News schrieb:
Die Polizei hatte mit mehreren Tausend Trauergästen gerechnet, jedoch hatten weit weniger Menschen den Weg ins Stadion gefunden.

Da sieht man echt mal wieder, dass die Medien ein Thema größer machen als es ist. Die Menschen sind wohl nicht so stark in der Thematik, wie die Medien einen glauben lassen wollen. Bei der Demo gegen den OB waren ja auch nur sehr wenige. Aber wurde auch schon so verkauft, als wenn die Duisburger ihn nicht mehr wollen.

Dabei kenne ich kaum einen hier in Duisburg, der denkt, dass der OB gehen soll. Er hat bis jetzt gute Arbeit geleistet hier in Duisburg, nicht umsonst wurde er wieder gewählt.
 
Wie ich finde, sehr guter Artikel in der FAZ von heute:
Jeder Laie schreibt und sendet, dass jeder Laie das unausweichliche Unglück hätte erkennen können, und die Laien, die als Journalisten arbeiten, fragten schnell, warum das niemand von den Verantwortlichen erkannt hat. Weitgehend ungestellt blieb die Frage, warum, wenn die Mängel so unübersehbar waren, all die Journalisten sie vorher übersehen hatten. Und ob man zu den vielen, die ihrer Verantwortung nicht gerecht wurden, nicht auch die Medien zählen muss.
und
Aber der Anspruch von Medien, angetrieben durch die Taktgeber von „Spiegel Online”, dass keine vierundzwanzig Stunden nach einem solchen Ereignis keine Fragen offen bleiben dürfen, spiegelte nicht nur das Quengeln einer unter Aufmerksamkeits-Defizit-Störung leidenden Branche wider, sondern auch die ganze Anmaßung der Rolle als Ankläger, die viele Medien nun eingenommen hatten ? und sich irgendwann mit der Forderung nach Rücktritten zufriedengaben.

https://www.faz.net/s/RubCCB4950745...34E4E43B7C974~ATpl~Epalmversion~Scontent.html
 
der zweite Teil ist ja ganz gut, aber den ersten finde ich alles andere als gut.

Es haben nämlich zahlreiche Laien im Vorfeld erkannt, was da geschehen wird. Nicht Journalisten, nein, stinknormale Webnutzer. Und auch Raver, die aus Sicherheitsgründen zu Hause geblieben sind.
Es gab an zahlreichen Stellen, darunter auch die Loveparade-eigene Homepage, Kommentare von unabhängigen Beobachtern, die herbe Zwischenfälle und teilweise auch Tote vorrausgesehen haben.

Und Journalisten zur Rechenschaft zu ziehen? Ich weiß ja nicht :roll: Wie ich bereits geschrieben habe, halte ich nicht sehr viel bis gar nichts von der kompletten Bandbreite unserer Journaille - aber ihnen grundlos Sachen in die Schuhe zu schieben, weil man mit dem "Ihr seid Schuld." - "Nein Ihr seid Schuld" - "Stimmt gar nicht, ihr wart das!!" (Polizei/Veranstalter/Duisburg) nicht weiter kommt, und bisschen von sich ablenken muss, ist.. nunja.. arm.
 
Es haben nämlich zahlreiche Laien im Vorfeld erkannt, was da geschehen wird. Nicht Journalisten, nein, stinknormale Webnutzer. Und auch Raver, die aus Sicherheitsgründen zu Hause geblieben sind.
Es gab an zahlreichen Stellen, darunter auch die Loveparade-eigene Homepage, Kommentare von unabhängigen Beobachtern, die herbe Zwischenfälle und teilweise auch Tote vorrausgesehen haben.

Dazu finde ich Wulff's Aussage sehr gut:

Wulff schrieb:
"In Zukunft muss sichergestellt sein, dass Kinder und Jugendliche bedenkenlos zu Großveranstaltungen fahren können." Wulff fügte hinzu: "Dazu gehört, dass die Verantwortlichen insbesondere das Internet als Frühwarnsystem nutzen. In Internetforen wurde schon früh vor einer Katastrophe mit Toten gewarnt."

Auf solche Warnungen sollte man großen Wert legen. Egal ob sie von Politikern, Promis, Journalisten, Anwälten, Laien, etc. kommen.
 
Dazu finde ich Wulff's Aussage sehr gut:



Auf solche Warnungen sollte man großen Wert legen. Egal ob sie von Politikern, Promis, Journalisten, Anwälten, Laien, etc. kommen.
Ja, hören wir auf die ganzen Spinner, Verschwörungstheoretiker und sonstigen Irren iIrren im Netz.

Ich sach mal: Typisch Wulff, ähnlich wie bei der WM, zeigt er bisher, daß er mit diesem Posten überfordert ist.
 
Naja, in diesem Fall wäre es sicherlich sinnvoll gewesen.

Im Nachhinein hat das einiges von "Ich hab's ja gleich gesagt...".

Das problem ist, das auch viel Unqualifiziertes verbreitet wird. Nur weil es dann, hier auf besonders tragische Art und Weise, eintritt, bedeutet es nicht automatisch, dass es sich um fundierte Kritik gehandelt hat...
 
Im Nachhinein hat das einiges von "Ich hab's ja gleich gesagt...".

Schon. Aber es kommt auch auf die 'Masse' an. In dem Fall waren es nicht gerade wenig, die die Sicherheit in Frage gestellt haben. Natürlich kann man nicht wegen jedem Kommentar Veranstaltungen absagen, aber die Verantwortlichen / Veranstalter stehen meiner Meinung nach in der Pflicht, die Warnungen ernsthaft zur Kenntnis zu nehmen. Diese müssten dann korrekt 'ausgewertet' werden.

Aber was will man von einem Veranstalter erwarten, der sich selbst besch... indem er seine Statistiken pusht, nur um gut da zu stehen.

Und selbst bei rund einem Drittel der offiziellen Besucherzahlen kam es schon zu so einer Katastrophe. Was wäre wohl passiert, wenn es tatsächlich 1,4 Mio. Besucher gewesen wären? Ich will es mir erst gar nicht vorstellen...
 
Das hat doch mit Selbstmord nichts zu tun. Die Veranstalter müssen auf die Kritik eingehen. Man kann nicht erwarten, dass sich jeder Besucher vorher über Sicherheitsbedenken informiert.

Kann man nicht? Weil? Sorry, wenn ich mir ein Auto kaufe, dann erkundige ich mich doch auch über die Sicherheitsmerkmale. Hat ja nicht jedes die gleichen.
 
Dann dürfte es doch egal sein, ob ich Vorschriften habe oder nicht, wenn ich eh damit rechnen muss, dass sich nur ein Bruchteil dran hält, weil die meisten keine Ahnung von diesen Vorschriften haben?

Also ich würde keinerlei Veranstaltung machen, wenn ich im Gegenzug die Verantwortung für die Erwachsenen tragen muss. Bei Kindergeburtstagen verstehe ich ja, dass ein Erwachsener die Verantwortung trägt, aber dass hier in Deutschland auch Erwachsene bevormundet werden müssen.
 
Dann dürfte es doch egal sein, ob ich Vorschriften habe oder nicht, wenn ich eh damit rechnen muss, dass sich nur ein Bruchteil dran hält, weil die meisten keine Ahnung von diesen Vorschriften haben?

???
Die Sicherheitsvorschriften gelten für das Gelände, die Notausgänge, den Zugang, die Logistik und so weiter.
Und die wurden umgangen. Normalerweise kann man auf Veranstaltungen gehen und davon ausgehen, dass es sicher ist, eben weil die Vorschriften eingehalten werden. Und nur ein Bruchteil der Besucher, vielleicht auch gar keiner, wusste, dass sie umgangen werden (wird natürlich auch ungern publik gemacht)

Also ich würde keinerlei Veranstaltung machen, wenn ich im Gegenzug die Verantwortung für die Erwachsenen tragen muss. Bei Kindergeburtstagen verstehe ich ja, dass ein Erwachsener die Verantwortung trägt, aber dass hier in Deutschland auch Erwachsene bevormundet werden müssen.

Dann mach keine. Ist nämlich dein Recht, auf die Veranstaltung zu verzichten, wenn dir die Vorschriften nicht passen. Aber die Vorschriften zu umgehen - unvertretbar.
 
Dann dürfte es doch egal sein, ob ich Vorschriften habe oder nicht, wenn ich eh damit rechnen muss, dass sich nur ein Bruchteil dran hält, weil die meisten keine Ahnung von diesen Vorschriften haben?

Eigentlich genügt es auch, wenn der Veranstalter sich ausreichend informiert. Denn er informiert sich gleichzeitig auch für seine Besucher. Und das macht auch Sinn. Denn er kennt die ganzen Pläne. Ein Besucher nicht.

Um dein Beispiel mit dem Auto aufzugreifen:
Ein Auto muss vor der Zulassung auch erst von 'Profis' geprüft werden (Qualitätsprüfung im Werk, TÜV). Erst wenn diese Tests bestanden sind, darf ich damit in den Straßenverkehr.

Jetzt stell dir mal vor, dass müsste jeder selbst machen. Das würde auch im Chaos enden.

Man braucht nun mal diese 'Profis' um sich darauf verlassen zu können. Das setzt aber auch voraus, dass es sich dabei auch tatsächlich um erfahrene Personen handelt und nicht um Laien, die einfach nur ihr Image pushen wollen.
 
Man braucht nun mal diese 'Profis' um sich darauf verlassen zu können. Das setzt aber auch voraus, dass es sich dabei auch tatsächlich um erfahrene Personen handelt und nicht um Laien, die einfach nur ihr Image pushen wollen.

Und warum soll man dann irgendwelchen Quark aus dem Internet glauben, wo jeder, der seiner Meinung nach Fachmann ist, selbigen loswerden kann?

gruss kelle!
 
Und warum soll man dann irgendwelchen Quark aus dem Internet glauben, wo jeder, der seiner Meinung nach Fachmann ist, selbigen loswerden kann?

man soll wahre Fachmänner drauf ansetzen.


Und dass bei der Loveparade mehr Bedenken von Laien geäußert wurden als bei jeder anderen Großveranstaltung ist auch ein klares Indiz. Natürlich kann man sich nicht darauf verlassen, aber wenn da so viele Stimmen kommen (relativ zu anderen Veranstaltungen!) kann amn den Denkansatz ruhig übernehmen.