Lernen über Probleme zu reden ?

Blitz-Illu

Dauermüde
13 Oktober 2006
364
49
Hallo ihr lieben,

mir geht im Moment immer wieder die Frage durch den Kopf, ob es für jemanden, der seine Probleme sonst immer in sich hinein gefressen hat oder sie auch verdrängt hat möglich ist, zu lernen über seine Probleme zu reden!?

Bei mir war es immer so, dass ich es schon von klein auf nicht anders kenne als dass man offen über seine Sorgen und Probleme mit nahestehenden Leuten reden kann.

Aber es gibt ja auch Leute, denen wurde sowas nie "beigebracht" :(

Was denkt ihr darüber ?
Kann man als Erwachsener noch lernen,
sich "zu öffnen" und offen über Probleme zu reden ?

Kennt ihr vielleicht auch Möglichkeiten, sowas zu lernen,
oder kennt ihr sogar vielleicht Leute die es gelernt haben ?
Und wenn ihr jemanden kennt, der es auch er kernen musste,
wie hat er/sie es hinbekommen - hat sich sein Leben dadurch verändert?

Ich bin sehr gespannt auf eure Antworten :D

Lieben Gruß,
Illu
 
Zuletzt bearbeitet:
Guter Einstieg wäre da sicher das Internet. Da äußern sich Menschen ja viel lieber , egal wie privat das Thema und wie öffentlich die Zuhörerschaft ist.

Empfiehl demjenigen doch ein Forum.
 
Ein guter Freund von mir hat früher alles in sich rein gefressen,bis wir alel auf ihn eingeredet haben.Und er hat es mit hilfe von Hypnose geschafft über seine Probleme zu reden.
 
@ Delphi:

Ja das stimmt wohl, liegt wahrscheinlich auch daran,
dass man dort mehr oder weniger anonym bleibt oder?

Das könnte vielleicht wirklich schon mal ein guter Anfang sein, aber es wäre ja dann auch blöd, wenn dann nur "blöde" Sprüche als Antwort kämen, da sollte es dann schon ein gut ausgesuchtes Forum sein - denn sonst würde sowas alles vielleicht nur noch schlimmer machen.

Ich denke auch dass es vielen Leuten leichter fällt die Gedanken aufzuschreiben, das merke ich ja auch bei mir selber - obwohl ich keine Probleme damit habe offen zu reden - aber wenn ich mit jemandem rede, habe ich manchmal das Gefühl, ich vergesse wichtige Sachen die ich ins Gespräch einbringen wollte oder mir fehlen manchmal die richtigen Worte.

Wenn ich aber meine Gedanken niederschreiben kann, fallen mir immer mehr Sachen ein die ich noch "sagen" wollte und ich muss nicht groß darüber nachdenken, sondern es kommt einfach alles von selbst.

@ Biest:

Wow, Hypnose ?
Wie war das denn genau, kannst du da mehr drüber erzählen ?
Hört sich ja sehr interessant an.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was genau gemacht wurde weis ih net,ich weis nur von ihm das man sich in einem Dämmerzustand befindet,und sobald man daraus erwacht das bedürfnis hat sich darüber auszutauschen.
Ich war früher auch jemand der nie sagte was er fühlt und habe heute manchmal noch Schwierigkeiten und drücke es in meinen gedichten aus,Ich finde das ist schon mal ein Anfang wenn man seine Gefühle und alles was einen beschäftigt nieder schreibt (so wie du es schon gesagt hast)
Und man kann dann ja mal versuchen sich mit jemand darüber zu unterhalten dem man wirklich vertraut auch wenns schwer fällt (so hab ich es getan)
Und mittlwerweile kann ich über vieles reden weil ich gelernt habe damit umzugehen


Ich kanns zwar noch nicht perfekt aber ich bin froh das ich mich überhaupt überwunden hab
 
Was denkt ihr darüber ?
Kann man als Erwachsener noch lernen,
sich "zu öffnen" und offen über Probleme zu reden ?

Gegenfrage. Was soll das einem bringen? Bist du der Meinung, dass man unglücklich wird wenn man nicht über Probleme redet? Sorry aber meines erachtens macht es meist die Leute glücklicher über zu Probleme, die das Problem garnicht haben. Weil sie ja Meinen, sie wüssten was für einen selbst am besten ist... Und das es ja ach so wichtig ist.
 
Gegenfrage. Was soll das einem bringen? Bist du der Meinung, dass man unglücklich wird wenn man nicht über Probleme redet? Sorry aber meines erachtens macht es meist die Leute glücklicher über zu Probleme, die das Problem garnicht haben. Weil sie ja Meinen, sie wüssten was für einen selbst am besten ist... Und das es ja ach so wichtig ist.

Ähm ? :ugly:

Ich meine nicht, dass es umbedingt glücklicher macht über Probleme zu reden - aber ich denke schon, dass es ein erleichterndes Gefühl ist, zumindest für mich und ich finde in manchen Fällen muss man Probleme ansprechen können und drüber reden, da sich sonst entweder nie was an dem Problem ändert oder es evtl. sogar schlimmer werden kann.

Es gibt halt Probleme die gelöst werden müssen, aber wenn man diese nur verdrängt macht es einen auf lange Sicht gesehen nur noch unglücklicher.

In diesem Fall geht es um meinen Freund, er kann nicht über Probleme reden - egal welche Art von Problemen und das finde ich schon relativ belastend, denn er hat dann oft schlechte Laune und ich weiss nicht was los ist und/oder wie ich ihm helfen kann.

Er sagt auch nicht wenn ihn was stört und dann ändert sich ja auch nichts, weil es keiner weiss...
 
Ich meine nicht, dass es umbedingt glücklicher macht über Probleme zu reden - aber ich denke schon, dass es ein erleichterndes Gefühl ist, zumindest für mich und ich finde in manchen Fällen muss man Probleme ansprechen können und drüber reden, da sich sonst entweder nie was an dem Problem ändert oder es evtl. sogar schlimmer werden kann.

Siehst du. Es bringt dir ein erleichtertes Gefühl. Kann ja sein, dass es andere zusätzlich belastet, wenn diese Person andere mit seinen Problemen voll labert. Besonders weil man innerlich weiß, dass man andere nur damit belastet, aber das Problem dennoch weiter besteht.

Es gibt halt Probleme die gelöst werden müssen, aber wenn man diese nur verdrängt macht es einen auf lange Sicht gesehen nur noch unglücklicher.

Und wenn ich mit dir über meine Probleme reden würde, dann könntest du die alle lösen? Bin ich selbst nur zu unfähig meine Probleme zu lösen?

In diesem Fall geht es um meinen Freund, er kann nicht über Probleme reden - egal welche Art von Problemen und das finde ich schon relativ belastend, denn er hat dann oft schlechte Laune und ich weiss nicht was los ist und/oder wie ich ihm helfen kann.

Siehst du, da werden wir doch konkreter *gg* Es geht um ein konkretes Beispiel und ist nicht generell wie der Thread andeutet. Wenn er seine Laune an dir auslässt ist er charakterschwach. Denke daran würde reden nichts ändern. Achte mal in deinem Umfeld darauf. Es gibt ebenso viele Menschen, die über Ihre Probleme reden und zickig sind, wie Leute, die nicht drüber reden. Es ist eine innere Lebenseinstellung sich nicht von jedem scheiß unterkriegen zu lassen.

Er sagt auch nicht wenn ihn was stört und dann ändert sich ja auch nichts, weil es keiner weiss...

Nicht zu sagen was einen stört (in einer Beziehung) und nicht über Probleme reden zu können sind ja zweierlei schuhe. Vielleicht schüchterst du ihn ja ein ;)
 
Siehst du. Es bringt dir ein erleichtertes Gefühl. Kann ja sein, dass es andere zusätzlich belastet, wenn diese Person andere mit seinen Problemen voll labert. Besonders weil man innerlich weiß, dass man andere nur damit belastet, aber das Problem dennoch weiter besteht.

Okay, das kann gut sein - ich weiss es nicht, denn wie gesagt, bei uns in der Famillie konnte immer offen über alles geredet werden und ich finde es eigentlich auch gut so.

Aber ich denke es gibt eben auch einige Probleme, die man einfach ansprechen muss um diese zu beheben.


Und wenn ich mit dir über meine Probleme reden würde, dann könntest du die alle lösen? Bin ich selbst nur zu unfähig meine Probleme zu lösen?

Ich hoffe nicht :biggrin:

Mit Sicherheit kann man nicht alle Probleme lösen nur weil man darüber redet, aber mich bringt es häufig einen Schritt weiter, da ich oft wertvolle Tipps bekomme auf die ich evtl. gar nicht selber gekommen wäre.


Siehst du, da werden wir doch konkreter *gg* Es geht um ein konkretes Beispiel und ist nicht generell wie der Thread andeutet. Wenn er seine Laune an dir auslässt ist er charakterschwach. Denke daran würde reden nichts ändern. Achte mal in deinem Umfeld darauf. Es gibt ebenso viele Menschen, die über Ihre Probleme reden und zickig sind, wie Leute, die nicht drüber reden. Es ist eine innere Lebenseinstellung sich nicht von jedem scheiß unterkriegen zu lassen.

Ja, ich wollte erst nicht so ins Detail gehen - denn es interessiert mich ja auch eigentlich generell ob offenes reden zu erlernen ist.

Ich denke manchmal das reden in sofern vielleicht was ändern könnte, als dass ich dann in manchen Situationen besser verstehen könnte warum es ihm nicht so gut geht und mich dann auch dementsprechen rücksichtsvoller verhalten könnte anstatt evtl. auch noch weiter ins Fettnäpfchen zu treten weil ich nicht weiss was los ist.

Das mit der Charahterschwäche könnte allerdings gut passen, denn ich habe oft schon das Gefühl gehabt, dass er eher ein kleines Selbstwertgefühl hat - warum auch immer, ich sehe jedenfalls keinen Grund dafür, denn er ist ein liebenswerter und toller Mensch ;)

Nicht zu sagen was einen stört (in einer Beziehung) und nicht über Probleme reden zu können sind ja zweierlei schuhe. Vielleicht schüchterst du ihn ja ein ;)

Na das will ich doch mal nicht hoffen :ugly:
Aber ich finde es schon wichtig, in einer Beziehung offen reden zu können.
 
Das mit der Charahterschwäche könnte allerdings gut passen, denn ich habe oft schon das Gefühl gehabt, dass er eher ein kleines Selbstwertgefühl hat - warum auch immer, ich sehe jedenfalls keinen Grund dafür, denn er ist ein liebenswerter und toller Mensch ;)

Ich weiß ja nun nicht wie Alt die Person ist. Aber meiner Erfahrung nach steigert sich das Selbstwertgefühl sehr Stark im Berufsleben. Neben den positiven Nebeneffekt selbständig mit Situationen umgehen zu können wird man dadurch teils auch offener.

Aber ich finde es schon wichtig, in einer Beziehung offen reden zu können.

Was hat er denn drauf geantwortet, als du ihm gesagt hast, dass es dich stört, dass er nicht über Probleme reden kann? Würde er denn gerne über seine Probleme reden können?
 
Aber ich denke es gibt eben auch einige Probleme, die man einfach ansprechen muss um diese zu beheben.
So eine Einstellung hatte meine Mutter auch und hat jedem damit genervt, indem sie unbedingt alle Leute im Haushalt ausfragen wollte nach deren "Seelenleben" und das gleich 6x täglich. Ich bin davor immer weggelaufen - wenn ich Probleme bereden will, dann suche ich mir meinen Gesprächspartner und den Gesprächszeitpunkt selbst aus oder ich kläre meinen Kram selbst/mit mir selbst.
 
mir geht im Moment immer wieder die Frage durch den Kopf, ob es für jemanden, der seine Probleme sonst immer in sich hinein gefressen hat oder sie auch verdrängt hat möglich ist, zu lernen über seine Probleme zu reden!?

Möglich ist alles. Nur derjenige muss es auch wirklich wollen. Dazu kommt noch, dass Vertrauen herrschen muss.

Ich hab es gelernt über meine Probleme zu reden bzw. wie ich damit umgehe und wie ich damit fertig werde. Ich kenne aber auch Menschen, die reden nicht oder selten. Bei denen hab ich gemerkt, es kommt auf die Stimmung an, auf das Vertrauen, auf die Situation. Das geht nicht einfach mal so. Im Grunde kannst du als "Außenstehender" die Situation eh nicht ändern. Du kannst nur aufzeigen, dass es manchmal besser ist, sich Dinge einfach von der Seele zu reden oder auch zu schreiben. Auch wenn sich an dem Problem an sich in dem Moment nix ändert.

Wenn du so einen Freund hast, brauchst du viel Ruhe, Geduld, Verständnis und Einfühlungsvermögen.
 
So eine Einstellung hatte meine Mutter auch und hat jedem damit genervt, indem sie unbedingt alle Leute im Haushalt ausfragen wollte nach deren "Seelenleben" und das gleich 6x täglich. Ich bin davor immer weggelaufen - wenn ich Probleme bereden will, dann suche ich mir meinen Gesprächspartner und den Gesprächszeitpunkt selbst aus oder ich kläre meinen Kram selbst/mit mir selbst.

Klar, Zwang ist verkehrt. Aber du redest drüber - wenn du magst. Ich denke, Jeder ist unterschiedlich in Bezug darauf, wieviel Gesprächsbedarf er hinsichtlich Problemen hat. Aber ich habe das - die Threaderstellerin darf mich gerne korrigieren, wenn ich falsch liege - eher so verstanden, dass es darum geht, die Hemmschwelle runterzusetzen, um den jeweiligen Gesprächsbedarf ausleben zu können.

Und um auf die Anfangsfrage zurückzukommen: Ich habe auch nicht gelernt, offen mit so etwas umzugehen, sondern alles mit mir selbst regeln zu müssen - auch wenn ich gar nicht will. Meine Erfahrung dabei ist, dass man es durchaus lernen kann. Man muss ""nur"" herausfinden, was einen hindert. Wenn dein Freund beispielsweise ein geringes Selbstwertgefühl hat, denkt er vielleicht, er dürfe dich mit seinen Problemen nicht belasten. Mag ja sein, dass er das bei Dingen, die nur ihn angehen, auch gar nicht braucht (s.o.). Wenn er aber auch über Probleme/Konflikte in der Beziehung (und seien sie noch gering) nicht reden "kann", wäre es durchaus sinnvoll, dem näher auf den Grund zu gehen. Und ihn eventuell vorsichtig daran zu erinnern, dass es irgendwo auch 'ne Pflicht dir gegenüber ist, zu reden, wenn es dich mit angeht und du etwas ändern kannst.
 
Also ich bin selbst einer der Sorte der eher alles in sich hineinfrisst als über Probleme zu reden... Gleichzeitig will ich aber eigentlich über die Sachen reden, ich kann nur nicht den Anfang machen... Und ich habs bis jetzt auch noch nicht geschafft es zu überwinden.. Außer bei einigen wenigen Menschen mit denen ich einfach über alles reden kann..

Was ich aber oft mache ist in irgend einer Hinsicht hinweise hinterlassen das es mir nicht gut geht und ich über irgendwas reden will, und hoffe dann das irgendjemand die Hinweise bemerkt und mich drauf anspricht, mich also sozusagen zum drüber reden zwingt.. Wobei das eigentlich eine ziemlich schwierige Sache ist, man muss mich schon sehr gut kennen um zu erkennen wann ich jetzt drauf angesprochen werden will und wann nicht.. Und vor allem auch von wem und von wem nicht..
Aber vllt. äußert sich das bei deinem Freund ja ähnlich, könnte ich mir zumindest, so wie sich das hier liest, vorstellen.. achte mal drauf! Wenn dus hin bekommst im richtigen Moment die richtige Frage zu stellen bekommt er mehr Selbstvertrauen mit dir über Probleme zu reden da er merkt das du ihn wirklich verstehst!
 
Oh je okay, ich denke ich sollte jetzt evtl. doch mal etwas tiefer ins Detail gehen :biggrin:


Ich weiß ja nun nicht wie Alt die Person ist. Aber meiner Erfahrung nach steigert sich das Selbstwertgefühl sehr Stark im Berufsleben. Neben den positiven Nebeneffekt selbständig mit Situationen umgehen zu können wird man dadurch teils auch offener.

Also er ist 26 und das mit dem Berufsleben ist auch eher so ein Problem.
Er ist jetzt fast fertig mit studieren, muss "nur noch" seine Diplomarbeit schreiben. Aber es ist leider eher so, dass er diesen Beruf gar nicht wirklich ausüben will, sondern dass es mehr oder weniger nur so gekommen ist, weil sein Vater es toll fände wenn sein Sohn in seine Fusstapfen tritt.

Da sehe ich auch wieder die Sache mit dem offen reden, denn ich denke er hätte mit seinem Vater darüber reden sollen anstatt es einfach zu machen - aber leider ist es bei ihm eher so, dass er nur sehr selten etwas anspricht und stattdessen lieber alles "schluckt".


Was hat er denn drauf geantwortet, als du ihm gesagt hast, dass es dich stört, dass er nicht über Probleme reden kann? Würde er denn gerne über seine Probleme reden können?

Das ist eine ganz komische Sache, einerseits will er mehr mit mir reden, denn er weiß ja auch, dass er mir vertrauen kann (sind auch schon über 4 Jahre zusammen), aber andererseits redet er nicht gerne - das aber auch nur aus dem Grund, weil es ihm dann schlecht geht, denn dann kommen ja die Probleme auch hoch und man denkt mehr daran als wenn man sie einfach verdrängt.


So eine Einstellung hatte meine Mutter auch und hat jedem damit genervt, indem sie unbedingt alle Leute im Haushalt ausfragen wollte nach deren "Seelenleben" und das gleich 6x täglich. Ich bin davor immer weggelaufen - wenn ich Probleme bereden will, dann suche ich mir meinen Gesprächspartner und den Gesprächszeitpunkt selbst aus oder ich kläre meinen Kram selbst/mit mir selbst.

Wie gesagt, das Problem ist ja nicht nur, dass er nicht reden will - sondern dass er seine Probleme auch nicht versucht zu lösen - er versucht sie einfach zu verdrängen anstatt darüber nachzudenken wie man etwas ändern könnte damit diese Probleme nicht so bleiben.


Möglich ist alles. Nur derjenige muss es auch wirklich wollen. Dazu kommt noch, dass Vertrauen herrschen muss.

Ich hab es gelernt über meine Probleme zu reden bzw. wie ich damit umgehe und wie ich damit fertig werde. [...]

Wie kann man sowas lernen ?
Er soll ja nicht jetzt jede Kleinigkeit mit mir oder anderen bereden müssen, aber es ist wichtig, dass er lernt, dass man Probleme auch nicht einfach verdrängen kann, sondern manchmal auch auf gut Deutsch sein Maul aufmachen muss. :roll:


[...]Aber ich habe das - die Threaderstellerin darf mich gerne korrigieren, wenn ich falsch liege - eher so verstanden, dass es darum geht, die Hemmschwelle runterzusetzen, um den jeweiligen Gesprächsbedarf ausleben zu können.

Ja so ungefähr meinte ich das, ich weiß er bringt es alleine leider nicht auf die Reihe zu versuchen seine Probleme zu lösen, aber reden will er auch nicht drüber, weil die dann wieder hochkommen - lieber versucht er alles zu verdrängen, was meistens leider nicht so gut klappt und letztendlich eher alles nur noch schlimmer macht.


[...]Wenn er aber auch über Probleme/Konflikte in der Beziehung (und seien sie noch gering) nicht reden "kann", wäre es durchaus sinnvoll, dem näher auf den Grund zu gehen. Und ihn eventuell vorsichtig daran zu erinnern, dass es irgendwo auch 'ne Pflicht dir gegenüber ist, zu reden, wenn es dich mit angeht und du etwas ändern kannst.

Würde ich sehr gerne tun, denke dass ist ein guter Ratschlag,
aber wie setzt man das am besten um?


[...]
Wenn dus hin bekommst im richtigen Moment die richtige Frage zu stellen bekommt er mehr Selbstvertrauen mit dir über Probleme zu reden da er merkt das du ihn wirklich verstehst!

Hört sich gut an, aber denke es liegt vielleicht wirklich nicht nur am reden sondern wahrscheinleich allgemein an seiner Art mit Problemen umzugehen.



So, ich glaube jetzt habe ich alles geschrieben,
was mir beim lesen so durch den Kopf gegangen ist :D

Lieben Gruß,
Illu
 
Wie kann man sowas lernen ?
Er soll ja nicht jetzt jede Kleinigkeit mit mir oder anderen bereden müssen, aber es ist wichtig, dass er lernt, dass man Probleme auch nicht einfach verdrängen kann, sondern manchmal auch auf gut Deutsch sein Maul aufmachen muss. :roll:


Nun mein Schlüsselerlebnis war damals meine Tochter. Die ganzen Probleme mit der Trennung von Ihrem Vater. Damals wurde ich von einem guten Freund "gezwungen" (kurz vor meinem psychischen Zusammenbruch) zu einem Psychiater zu gehen, um die Vergangenheit aufzuarbeiten, mein Verhältnis zum Kindesvater und zu meinem Kind. Ansonsten hätte alles in einer Katastrophe enden können, wenn ich nicht den Kopf frei gekriegt hätte. Von der Psychiaterin wurde ich an einen Therapeuten verwiesen. Und bei ihm hab ich zuerst gebockt, die ersten Therapiestunden nix gesagt, nur gesessen und übers Wetter gesprochen, dann irgendwann brach alles raus.
Ich muss auch dazu sagen, ich hatte mit meinem Therapeuten riesen Glück. Ich kenne Fälle, da ist das auch völlig in die Hose gegangen :-?

Durch ihn hab ich gelernt zu reden, mich selbst zu erkennen, zu verstehen, warum ich welche Entscheidungen getroffen habe und ich weiß jetzt, wann ich wo mit was raus muss. ;)

Aber der Wille muss da sein bzw. die Erkenntnis, das etwas geändert werden muss, weil man sonst ggf. alles verlieren kann. So war es bei mir.
 
Also er ist 26 und das mit dem Berufsleben ist auch eher so ein Problem.
Er ist jetzt fast fertig mit studieren, muss "nur noch" seine Diplomarbeit schreiben. Aber es ist leider eher so, dass er diesen Beruf gar nicht wirklich ausüben will, sondern dass es mehr oder weniger nur so gekommen ist, weil sein Vater es toll fände wenn sein Sohn in seine Fusstapfen tritt.

Und was will er wirklich machen? Die meisten die ich kenne, die den Beruf des Vaters machen, wissen einfach nicht was sie wollen. Und da liegt auch der Hund begraben. Wie will man ein Problem lösen, wenn man das Ziel nicht kennt. Und wie sollen einem andere helfen, wenn man selber nicht weiß was man will. Naja ich nun geraten, weiß ja nicht ob er alternativen wüsste.
 
@ Jenny

Puuh, ja also bei ihm kommt im Moment auch soviel aufeinmal zusammen,
dass ich Angst habe bald bricht das alles über ihm zusammen,
wenn er nicht langsam anfängt seine Probleme aufzuarbeiten.

Aber ein Therapeut - Nee, dazu wäre er zu stolz
oder wie auch immer ich das nennen soll :(


@ Wannabe

Ich denke er weiss auch nicht genau was er machen will/kann, denn er meinte mal zu mir, dass für alles andere was ihn interessieren würde auch wieder studiert werden muss und dass hindert ihn weil es wieder ein paar Jahre dauern würde. Ich fände das allerdings nur halb so wild - denn Hauptsache ist doch, er hat einen Beruf der ihm Freude macht.

Allerdings weiss er ganz genau was er nicht will und das ist das was er jetzt macht.

Das ist aber jetzt auch nur ein Beispiel von vielen solcher "Situationen".
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber ein Therapeut - Nee, dazu wäre er zu stolz
oder wie auch immer ich das nennen soll :(

Jedenfalls kannst du nix weiter tun. Nur stark sein. Ihm zeigen, dass du immer egal was passiert für ihn da bist, dass du ihm den Rücken stärkst, egal was für eine Entscheidung er trifft.
Aber nicht drängen, nicht maulen, nicht ständig mit dem Thema anfangen. ;) Das mögen Männer überhaupt nicht.
 
[...]nicht ständig mit dem Thema anfangen. ;) Das mögen Männer überhaupt nicht.

Wird nicht einfach, aber ich versuchs :biggrin:

Ich denke aber er weiss genau, dass ich immer für ihn da bin und hinter ihm stehe egal was passiert.

Erstens habe ich es ihm immer wieder gesagt und zweitens gab es auch schon viele Situation in denen es sich bewiesen hat ;)

Ich hoffe nur, dass er es irgendwie schaffen wird seinen Problemen bald an den Kragen zu gehen :yes: