Wahlen Landtagswahl in Hessen 2008/09 - Diskussionen und Schlüsse

Was wählt ihr bei der Landtagswahl in Hessen am 18.01.2009?

  • CDU

    Stimmen: 6 14,6%
  • SPD

    Stimmen: 4 9,8%
  • Bündnis90/Die Grünen

    Stimmen: 4 9,8%
  • FDP

    Stimmen: 7 17,1%
  • Die Linke

    Stimmen: 3 7,3%
  • REP

    Stimmen: 2 4,9%
  • Sonstige [i](Violett, Grau, Piratenpartei, Frauenpartei, Freie Wähler...)[/i]

    Stimmen: 2 4,9%
  • Trotz Sarahs Bemühungen...ich weiß es nicht!!!

    Stimmen: 1 2,4%
  • Das geht mir sowas von am ... vorbei!

    Stimmen: 0 0,0%
  • Wohne nicht in Hessen

    Stimmen: 12 29,3%

  • Umfrageteilnehmer
    41
  • Umfrage geschlossen .
Das passiert ständig, dauernd und überall... :)
Hmm spätestens seit Dezember nicht mehr, und da nehme ich noch Billiglohnsektor Arbeitsplätze wie vollbezahlte Arbeitsplätze an. Trotz des Bankenfonds und des ersten Konjunkturpakets spricht man jetzt schon von ca 700.000 mehr Arbeitslosen für dieses Jahr. Klar der Großteil wird Kurz/Leih- und Billiglohnarbeiter sein. Aber es werden wieder Arbeitsplätze dabei sein die bis dato "vollbezahlt" werden und nach der Krise mit "geringeren Konditionen" besetzt werden. Aber so lange es keinen selber trifft, sieht man dies natürlich. Die Zahlen zur Armut in Deutschland, die Zahlen zu Jobs die mit Geld vom Arbeitsamt aufgestockt werden, sprechen allerdings Bände.
 
Die Zahlen zur Armut in Deutschland, die Zahlen zu Jobs die mit Geld vom Arbeitsamt aufgestockt werden, sprechen allerdings Bände.
Die Entwicklung der Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze spricht ebenfalls Bände, sie steigt seit Jahren stetig an. Wer schafft denn Deiner Meinung nach diese Arbeitsplätze?

Marty
 
Die Entwicklung der Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze spricht ebenfalls Bände, sie steigt seit Jahren stetig an. Wer schafft denn Deiner Meinung nach diese Arbeitsplätze?

Marty
Ich habe nie gesagt dass es gar keine Stellenzuwächse dadurch gibt. Sondern dass dies, meiner Meinung nach, unabhängig davon ist welche "pro-Unternehm."-Politik gefahren wird und durch welche "Vergünstigen" vor allem Großunternehmer gefördert werden. Denn der Zuwachs von sozialvers. Stellen nimmt eher in der Dienstleistungsgesellschaft zu, wohl eher ein Platz für "Nicht-Großunternehmen".
Dann haben wir noch die totalen Zahlen. Ende/Anfang 2005/2006 hatten wir knapp 5Mio. Arbeitslose. Zur Zeit ca. 3.1Mio, macht 1.9 Mio mehr Arbeitsplätze. Laut der Bundesagentur für Arbeit sind in dem Zeitraum aber "nur" 1.277 Mio sozialvers. Stellen dazugekommen. Klar super 1.277Mio stellen, aber 600.000 Stellen im nicht sozialver. Bereich...

Mir ging es auch eher darum, dass der Zuwachs von Arbeitsstellen unabhängig bzw. kaum abhängig von irgendwelcher "pro-Untern."-Politik.
 
Denn der Zuwachs von sozialvers. Stellen nimmt eher in der Dienstleistungsgesellschaft zu, wohl eher ein Platz für "Nicht-Großunternehmen".
Heute morgen im Express eine Statistik dazu:
Maschinenbau: 945 TSD Jobs (+4,8%)
Autoindustrie: 780 TSD (+1,9%)
Metallerzeugnisse: 500 TSD (+3%)

Das sind alleine 80 TSD Jobs nur in der produzierenden Industrie. Woher hast Du die Zahlen für die Dienstleistungsbranche? Und was lässt Dich darauf schliessen, dass eine gute Politik für Unternehmen nur für Grossunternehmen Vorzüge bietet? Senkungen von Gewerbesteuern gelten doch für alle.

Dann haben wir noch die totalen Zahlen. Ende/Anfang 2005/2006 hatten wir knapp 5Mio. Arbeitslose. Zur Zeit ca. 3.1Mio, macht 1.9 Mio mehr Arbeitsplätze. Laut der Bundesagentur für Arbeit sind in dem Zeitraum aber "nur" 1.277 Mio sozialvers. Stellen dazugekommen. Klar super 1.277Mio stellen, aber 600.000 Stellen im nicht sozialver. Bereich...
Also, Du bezeichnest eine arbeitsmarktfreundliche Politik als schlecht, weil sie nur 25% der Arbeitslosen in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gebracht hat und tatsächlich auch 12% in Mini-Jobs?

Übrigens könnte es ja auch sein, dass die Differenz zwischen 1,277 Mio und 1,9 Mio. gar keinen Job bekommen haben, sondern einfach aus der Statistik rausgenommen wurden. Wäre das Ergebnis dann für Dich noch schlimmer?

Marty
 
Du meinst also auch das "pro-Unternehmerische"-Politik uns Arbeitsplätze bringt? Bleibt nur die Frage, wann dies sein soll?
Ich meine vor allem deine These, daß es "keine all zu größeren Arbeitsplatzabbauten in Deutschland geben [wird], wenn es mal wieder 'sozialgerechtere Entscheidungen' geben wird". Also wenn das mal keine heiße Luft ist. Wie sollen "sozialgerechtere Entscheidungen" (was auch immer damit gemeint ist), größere Arbeitsplatzabbauten verhindern!?
 
Heute morgen im Express eine Statistik dazu:
Maschinenbau: 945 TSD Jobs (+4,8%)
Autoindustrie: 780 TSD (+1,9%)
Metallerzeugnisse: 500 TSD (+3%)

Das sind alleine 80 TSD Jobs nur in der produzierenden Industrie. Woher hast Du die Zahlen für die Dienstleistungsbranche?
da habe ich meine Daten her:
https://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000000/html/start/monat/aktuell.pdf
auch hier nochmal der Hinweis auf "eher" nicht "ausschließlich" nur damit nicht nachher wieder das große Herumnölen anfängt.

Und was lässt Dich darauf schliessen, dass eine gute Politik für Unternehmen nur für Grossunternehmen Vorzüge bietet? Senkungen von Gewerbesteuern gelten doch für alle.

Also, Du bezeichnest eine arbeitsmarktfreundliche Politik als schlecht, weil sie nur 25% der Arbeitslosen in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gebracht hat und tatsächlich auch 12% in Mini-Jobs?
Ich spreche nicht nur von den 3 letzten Jahren, diese "arbeitsmarktfreundliche Politik" wird schon Jahrzehnte gefahren und hat bis vor 3 Jahren eher weniger gebracht, ausser den extremen Anstieg in den Mini-Jobs, deswegen meine Aussagen dass "pro-untern."-Politik unabhängig von Arbeitsplatzbeschaffung ist, sondern allerhöchstens nur ein indirekter Pluspunkt.

Übrigens könnte es ja auch sein, dass die Differenz zwischen 1,277 Mio und 1,9 Mio. gar keinen Job bekommen haben, sondern einfach aus der Statistik rausgenommen wurden. Wäre das Ergebnis dann für Dich noch schlimmer?

Marty
Je nachdem welche Gründe fürs "rausstreichen" zu Grunde liegen...
 
Sehr interessant, danke. Lese ich mal abends durch.

Ich spreche nicht nur von den 3 letzten Jahren, diese "arbeitsmarktfreundliche Politik" wird schon Jahrzehnte gefahren und hat bis vor 3 Jahren eher weniger gebracht
Ich zitiere mal von https://www.bpb.de/wissen/KIWXFK,0,0,Entwicklung_der_Erwerbst%E4tigkeit.html

Die Zahl der Erwerbstätigen hat von 1970 bis heute deutlich zugenommen.
Ich finde das für ein Land, in dem durch technologische Entwicklung gerade im produzierenden Gewerbe immer mehr maschinell erledigt wird, doch beachtlich.

Leider haben wir keinen direkten Vergleich mit einem ähnlichen Staat, der arbeitnehmerfreundlichere Gesetze hat als Deutschland. Kennst Du einen, bei dem das so ist und der sich besser entwickelt hat? Bei gleichen Voraussetzungen?

Falls nicht, sind Deine Aussagen ja nur fiktiv und nur schlecht überprüfbar.

Marty
 
Sehr interessant, danke. Lese ich mal abends durch.
Gerne wieder.:)

Ok die Aussage ist über einen Zeitraum von nun fast 40 Jahren! Und dazu noch die Wende drin, klar ging es vorher bergauf und auch danach etwas bergauf. Aber dafür das so einige "fragwürdige" Vergünstigungen an UN's sowohl in starker ausgeprägten Jahren wie auch in schwachen Jahren verteilt wurden. Glaube ich nicht so stark einen Zusammenhang zwischen "pro-UN"-Politik und Arbeitsplatzbeschaffung.

Leider haben wir keinen direkten Vergleich mit einem ähnlichen Staat, der arbeitnehmerfreundlichere Gesetze hat als Deutschland. Kennst Du einen, bei dem das so ist und der sich besser entwickelt hat? Bei gleichen Voraussetzungen?
Nie im Detail, da ja auch Sachen anders bezeichnet werden oder über andere Sachen wieder aufgehoben werden etc. etc.

Falls nicht, sind Deine Aussagen ja nur fiktiv und nur schlecht überprüfbar.

Marty
Die these führen ich mit den oben genannten Daten, dass selbst bei starker Vergünstigung es Jahre auch in Folge gibt, ohne signifikante Veränderungen, z.B.Zeitraum 2000-2006 1970-1975 oder auch 1980-1985 wie in Deinem Link schön ersichtlich ist.
 
Für mich als Schüler heißt das wohl wieder Studiengebühren, wenn ich in rund 5 Jahren an die Uni gehe
Ganz davon abgesehen, ob Studiengebühren sinnvoll sind oder nicht, hat auch Koch angekündigt, dass er sie "auf absehbare Zeit" nicht wieder einführen wird:
sciencegarden.de schrieb:
Ich halte die Abschaffung der Studiengebühren nach wie vor nicht nur für falsch, sondern auch für ökonomisch unvernünftig und sozial ungerecht. Allerdings akzeptiere ich die Entscheidung der Landtagsmehrheit und füge hinzu, dass auch im Falle von Neuwahlen und einer Landesregierung unter Führung der CDU ein neuer Anlauf zur Wiedereinführung auf absehbare Zeit nicht vorstellbar ist.
Quelle: https://www.sciencegarden.de/content/2008-10/kein-anlauf-zur-wiedereinfuehrung-der-studiengebuehren-in-hessen

Die einzige Frage, die sich mir stellt ist ja, warum Frau Ypslanti erst jetzt von allen Parteiämtern zurücktritt?

Hat sie durch ihr Festhalten irgend etwas erreicht? Nein! Hat sie ihrem Nachfolger damit einen Bärendienst erwiesen? Definitiv ja!
Ich glaube, so ganz verkehrt war dieses Verhalten aus Sicht der SPD gar nicht. Wäre TSG schon vor der Wahl für alles verantwortlich gewesen (also auch Partei- und Fraktionsführung), hätte ihm dieses - ja nicht sonderlich überraschende - Wahlergebnis deutlich mehr geschadet. So kann Y nochmal den großen Sündenbock spielen, und die SPD kann den Wählern erzählen, dass ja jetzt in der Nach-Y-Aera alles besser wird...
 
Die these führen ich mit den oben genannten Daten, dass selbst bei starker Vergünstigung es Jahre auch in Folge gibt, ohne signifikante Veränderungen, z.B.Zeitraum 2000-2006 1970-1975 oder auch 1980-1985 wie in Deinem Link schön ersichtlich ist.
Ich finde es, anders herum gesagt, beeindruckend, dass die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs selbst in den stärksten Rezessionsjahren fast konstant geblieben ist. Und gerade in den Jahren davor ist vieles gemacht worden, aber nicht unbedingt unternehmerfreundliche Politik. Gerade, wenn man sich die Steuerbelastung von Unternehmen einmal anschaut.

Im Endeffekt lässt sich aber weder beweisen, ob es nun an einer unternehmerfreundlichen Politik gelegen hat, dass es so viele Jobs gab, oder ob das völlig egal war. Solange wir keinen Vergleich mit einem Staat finden, bei dem die Gesetzgebung anders verlaufen ist und welcher sich trotzdem (oder gerade deswegen) besser entwickelt hat.

Die Staaten, die eine extrem arbeitnehmerfreundliche Politik hatten, sind allesamt pleite, sie waren sozialistisch regiert.

Marty
 
Ich glaube, so ganz verkehrt war dieses Verhalten aus Sicht der SPD gar nicht. Wäre TSG schon vor der Wahl für alles verantwortlich gewesen (also auch Partei- und Fraktionsführung), hätte ihm dieses - ja nicht sonderlich überraschende - Wahlergebnis deutlich mehr geschadet. So kann Y nochmal den großen Sündenbock spielen, und die SPD kann den Wählern erzählen, dass ja jetzt in der Nach-Y-Aera alles besser wird...

Schäfer-Gümbel war in einer idealen Lage - er konnte nur gewinnen, bzw. nicht verlieren. Er hatte ja quasi keine Möglichkeit, in den 8 Wochen ein eigenes Profil zu entwickeln, und niemand kann ihm den knappen Wahlkampf vorwerfen. Im Zweifelsfall hat gerade der Listenplatz 2 für Yps ihm sogar noch geschadet denn genutzt. Denn der Makel der Marionette wird ihm noch eine Weile anhaften.
Und die "Schuldfrage" zum Abschneiden ist ja deutlich beantwortet: Je nach Gusto entweder Frau Ypsilanti mit ihrem Wortbruch, oder die 4 "Abweichler" mit ihrem "Verrat aus Gewissensgründen".

Immerhin können viele Ortsgruppen der hessischen SPD jetzt ihre eigene "Dolchstoß-Legende" verbreiten... :roll:
 
Aber ich denke, wenn TSG schon "alleine verantwortlich" gewesen wäre (also alle Ämter bereits vor der Wahl bei ihm vereint gewesen wären), wäre mehr von der Niederlage bei ihm persönlich hängen geblieben, als so, wenn man der bösen Y, die ja jetzt zum Glück weg ist, die Niederlage als Abschiedsgeschenk an die Pobacke kleben kann...