Wahlen Landtagswahl in Hessen 2008/09 - Diskussionen und Schlüsse

Was wählt ihr bei der Landtagswahl in Hessen am 18.01.2009?

  • CDU

    Stimmen: 6 14,6%
  • SPD

    Stimmen: 4 9,8%
  • Bündnis90/Die Grünen

    Stimmen: 4 9,8%
  • FDP

    Stimmen: 7 17,1%
  • Die Linke

    Stimmen: 3 7,3%
  • REP

    Stimmen: 2 4,9%
  • Sonstige [i](Violett, Grau, Piratenpartei, Frauenpartei, Freie Wähler...)[/i]

    Stimmen: 2 4,9%
  • Trotz Sarahs Bemühungen...ich weiß es nicht!!!

    Stimmen: 1 2,4%
  • Das geht mir sowas von am ... vorbei!

    Stimmen: 0 0,0%
  • Wohne nicht in Hessen

    Stimmen: 12 29,3%

  • Umfrageteilnehmer
    41
  • Umfrage geschlossen .
Wer aktuell 5.000 Euro im Monat verdient, der zahlt 25% Lohnsteuer darauf, ziemlich genau. Ich finde das nicht sonderlich viel. Viel wird das erst durch die zusätzlichen Sozialabgaben. Man sollte also bei diesen Brutto-Netto Vergleichen auch auf die Beitragsbemessungsgrenze aufpassen. Da sind die Sozialabgaben gekappt.

Und das ein Single mit 2.600 Euro netto (bei 5K brutto) zu den Besserverdienern gehört, das sehe ich noch nicht. Ich würde da mal bei 10k Euro die Grenze setzen.

Die derzeitige geplante Regelung, ab 250k Euro Jahreseinkommen 45% statt 42% zu zahlen, finde ich eigentlich in Ordnung. Ich würde die Grenze niedriger setzen, aber so ist das auch OK.

Marty
 
Kurzum, ich sage nur: Mehr als 60.000 Euro braucht man als Single nicht zum gut leben.

Absoluter Schwachsinn.

Sorry, ist aber so.

Zum einen unterscheidest Du nicht, ob jemand z.B. 35 Stunden die Woche oder 40 Stunden die Woche für das Geld arbeitet. Ich weiß, unterscheidet die aktuelle Gesetzeslage auch nicht, trotzdem nicht uninteressant.

Als ich vor kurzem in Ffm war, habe ich mir vorher Gedanken darüber gemacht, wie die Gehaltsforderung auszusehen hat. Allein der Unterschied im Mietspiegel zwang mich zu 8.000 € mehr Brutto als bis dato.

Soll heißen, in Ffm oder München, naja, kann man mit leben. Hier im Eichsfeld gibts gar nicht genug Striplokale um das viele Geld loszuwerden.

Leistungsträger hat nix mit Kampfbegriff zu tun...

Ich bin der Meinung, es geht weder ohne Putzfrau noch ohne Chef, weder ohne Pförtner noch ohne Kaufmann, weder ohne Kantinenfrau noch ohne Diplominformatiker. Zumindest in unserer Firma.

Nur wer trägt denn die Leistung, dass neue Produkte und Systeme entstehen?

Dem Kaufmann ist es egal, ob er Stellwerke verkauft oder Generatoren.
Der Kantinenfrau ist es egal, ob wir Signalanlagen oder Straßenampeln entwickeln.
Der Putzfrau ist es egal, ob die Klos von Diplom Ingenieuren oder besoffenen Kneipengästen versaut werden.
Dem Pförtner ist es egal, ob er am Siemens oder am VW Werkstor sitzt.
Der Chef hat egal in welcher Firma eh keinen Überblick :mrgreen:
Tja, und dem Hilfsarbeiter am Band ist es egal, ob er ne Leiterplatte für ein SIMIS C System bestückt, ober für ein LZB System oder für ein ETCS.

Und wo kommen die ganzen Begriffe her, mit denen Du wahrscheinlich nix anfangen kannst?

Genau, aus einer großen schwarzen Box, wo RD oder FE draufsteht.
Wo drinnen erfahrene Monteure und Fertigungsspezialisten sitzen, wo Hard- und Softwareentwickler sitzen, wo Testspezialisten sitzen ...

Wenn diese schwarze Box mal pennt, dann kann die ganze Firma gefährdet sein, weil sie nicht mehr konkurrenzfähig sind.
Pennt ein Mitarbeiter in der Fertigung, ist ein Element defekt, was ausgetauscht wird und gut ist.

Oder bei uns in der Eisenbahntechnik ist es ganz extrem.
Macht ein Entwickler einen Fehler, der nicht entdeckt wird, kann es Dutzende Menschenleben kosten.
Baut einer in der Fertigung etwas falsch zusammen, was auf der Baustelle landet, wird die Anlage nicht ein Signal auf grün stellen, so lange bis der Fehler behoben ist.

Manchmal frage ich mich echt, ob die Linken außer BWL auch mal was anderes von der Industrie kennen.

Btw. meine Fragen sind immer noch unbeantwortet.

gruss kelle!
 
Du hast uns jetzt also erklären wollen, warum ein Diplom-Physiker z.B., der in der Entwicklung tätig ist, ganz viel Geld bekommen muss und der Diplom-Kaufmann, der das nachher verkauft, eigentlich gar nichts bekommen darf.

PS: Was haben denn persönliche Lebensentscheidungen mit dem Einkommen und gerechten Steuersatz zu tun? In einem anderen Thread definierst Du den Lebensort als rein private Entscheidung, die man selber trifft. Wenn man in München wohnt, dann darf man nicht über die Lebenshaltungskosten jammern.

Marty
 
Du hast uns jetzt also erklären wollen, warum ein Diplom-Physiker z.B., der in der Entwicklung tätig ist, ganz viel Geld bekommen muss und der Diplom-Kaufmann, der das nachher verkauft, eigentlich gar nichts bekommen darf.

Ich bin zwar Informatiker, aber ganz so binär seh ich das nicht.
Ich sagte, dass alle dafür wichtig sind, dass die Firma Umsatz macht, und somit die Grundlage hat, den Angestellten Lohn zu zahlen.

Nur ist jetzt die Treue des Chefentwicklers zur Firma wichtiger als die Treue der Putzfrau.
Und dafür zahlt die Firma halt mehr.

Was haben denn persönliche Lebensentscheidungen mit dem Einkommen und gerechten Steuersatz zu tun?

Definiere gerechten Steuersatz ;-)
Ich sollte mich mal hier vorstellen für nen Job für 1.400 € brutto, habe mich aber für einen entschieden, wo ich 1.500 € netto hatte und deutlich mehr Steuern und Sozialabgaben gezahlt habe.

Ganz freiwillig und ohne zu meckern.

Wenn man in München wohnt, dann darf man nicht über die Lebenshaltungskosten jammern.

Versuche ich ja gar nicht.
Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass die Aussage, "Mit Summe X kann man in Deutschland gut leben." gerade auf Grund der unterschiedlichsten Lebenshaltungskosten daneben ist.

Ich spinne die Sache in Ffm gerade mal weiter.
Ich errechne meine Gehaltsvorstellung, stelle fest, dass da ein Spitzensteuersatz greift.
Ein möglicher Weg wäre, die Gehaltsforderung um ich sag mal 1.800 € im Jahr zu erhöhen, damit ich beim ursprünglich gewünschten Stundennetto lande.
Die Firma legt das Gehalt auf die Preise um, und wer zahlt es zum Schluss?
Kunden die durch die Spitzensteuer nen gesunkenen Steuersatz haben.
Mehr netto haben, mehr netto zahlen...
Sehr sinnvoll.

Okay, kann anders laufen, aber warum nicht so.
Und dann stellt sich die Sinnfrage.

gruss kelle!
 
Ich spinne die Sache in Ffm gerade mal weiter.
Ich errechne meine Gehaltsvorstellung, stelle fest, dass da ein Spitzensteuersatz greift.
Ein möglicher Weg wäre, die Gehaltsforderung um ich sag mal 1.800 € im Jahr zu erhöhen, damit ich beim ursprünglich gewünschten Stundennetto lande.
Die Firma legt das Gehalt auf die Preise um, und wer zahlt es zum Schluss?
Kunden die durch die Spitzensteuer nen gesunkenen Steuersatz haben.
Mehr netto haben, mehr netto zahlen...
Sehr sinnvoll.

zum Glück haben sie Dich als Informatiker eingestellt und nicht als BWLer :ugly:
 
Das Einkommen hat in den meisten Fällen nichts mit der persönlichen Leistung zu tun, sondern mit Glück, persönlichen Lebensumständen, Glück, sozialen Rahmenbedingungen oder Glück.

Sorry ... aber soviel Blödsinn hab ich lange nicht gelesen.

Demnach haben also "schlechtbezahlte" Putzfrauen weniger Glück bzw. schlechtere soziale Rahmenbedingungen als "gutbezahlte" Putzfrauen???

Baust Du Dein Leben auf Glück oder soziale Rahmenbedingungen auf?
Wenn dem so ist - Respekt!

Ich mache das anders.
Es reicht eine fundierte Ausbildung, weitsichtige Orientierung und der Wille zur Weiterentwicklung und Weiterbildung.
Mein Einkommen hängt sowohl von meiner Leistung ab als auch von der Knappheit der menschlichen Ressource.
In der Fachsprache nennt sich sowas "spezialisieren".
Und genau genommen sind Spezialisten für die Form der Softwareentwicklung, mit der ich meine Brötchen verdiene, in Deutschland extremste Mangelware.
Als "Freelancer" würde mein Tagessatz nicht geringer als 1200 Euro ausfallen.

Wie Du solche pauschalen Aussagen zu Gehalt und Leistung treffen kannst ist mir echt schleierhaft.
Entweder ist es Frustration oder mangelnde Erfahrung.
 
cmdr, ich hätte da auch mal eine Frage. Wenn ich ab 60000€ zu gut verdiene und meine steuerlichen Abgaben ins unermässliche steigen sollen, wieso sollte ich mir dann die Arbeit machen und mich weiterbilden? Ich sollte dann doch mit einem mittleren Gehalt nach deiner Forderung fast ebenso gut leben können? Deine Ideale die du hier vertrittst führen zu Stillstand in der Entwicklung. Da der Mensch keinen inneren Antrieb mehr entwickelt nach oben zu kommen, kommt der Staat auch nicht weiter. Das ist das Hauptproblem der sozialistischen Systeme und mit ein Grund dafür warum es diesen Systemen immer so schlecht geht.
 
Du sollst dich weiterbilden, weil du dich weiterbilden willst. Bildung ist ein Wert an sich und keine Geldanlage.
Und wenn du halt einen Anreiz brauchst: Selbst wenn du 50% von allem, was über die Lebenshaltungskosten (+ ein üppiges x) hinausgeht, abgibst, hast du immer noch 50% davon übrig.

Das ist wohl die Grund-Frage, die allem vorangestellt ist: Kann man die Menschheit verbessern - oder ist sie unverbesserlich.
Ja, ich glaube, dass die Menschen über einige Generationen andere Werte finden können, als sie heute verbreitet sind. Nein, ich glaube nicht, dass die Menschen Individualismus und Raffgier in den Genen haben.
Und wenn wir in diesen Grundannahmen unterschiedliche Ausgangspositionen haben, dann können wir das alles noch lange diskutieren ;)

Nebenbei: Dass der profitgetriebene "Fortschritt" seit einiger Zeit stellenweise zu schnell läuft, das sieht man ja an der keuchenden Erde. Lange geht das in diesem Tempo nicht mehr gut.
Wäre es wirklich so schlimm, wenn wir heute noch auf dem technischen Stand von 1980 wären und dafür alle Menschen auf diesem Weg mitgenommen hätten?

Aber eigentlich habe ich jetzt keine Lust auch noch die "Nur Kapitalismus bringt Fortschritt"-Diskussion hier im Hessen-Thread anzufangen. Das hab ich alles auch schon mal irgendwann irgendwo hier geschrieben...
 
Also noch einmal zu meiner Frage: Wenn es nicht in der Natur des Menschens liegt sich und seiner Familie die bestmöglichen Bedingungen bereitstellen zu wollen... Dann nenn bitte schön Beispiel wann in der Geschichte (und ich rede nicht von den letzten 3 Generationen) das anders war... Wenn du das nicht kannst, dann verstehe ich nicht, wie du dann trotzdem in diese Richtung argumentieren kannst... Dann sage ich einfach: Die Natur eines Löwen ist nicht andere arme Tiere zu fressen... Das ist nur der Zeitgeist der letzten drei Generationen... :mrgreen:
 
Ja, ich glaube, dass die Menschen über einige Generationen andere Werte finden können, als sie heute verbreitet sind. Nein, ich glaube nicht, dass die Menschen Individualismus und Raffgier in den Genen haben.

Dann erklär mir mal die antike Olympiade...

Oder den Goldrausch im 19 Jahrhundert...

Oder Cäsar...

gruss kelle!
 
Nein, ich glaube nicht, dass die Menschen Individualismus und Raffgier in den Genen haben.

Individualismus und Raffgier gleichzusetzen find ich generell schonmal sehr schlecht. Raffgier ist negativ, dass andere nicht. Der Indivdualismus ist doch das, was eine gute Gesellschaft ausmacht. Was passiert, wenn wir diesen verlieren hat man schon oft in der Geschichte gesehen. Zuletzt H****r hat versucht alle Menschen gleich zu machen, mit der Folge ein leicht zu manipulierendes Volk zu haben. Aber Massenmanipulation durch fehlendes Ich-bewusstsein gab es schon immer und hatte auf Dauer nie gute folgen. Von daher sollte man den Individualismus und die Eigenbestimmung loben und nicht so schlecht reden wie du es tust. Individualismus ungleich Egoismus.
 
Du sollst dich weiterbilden, weil du dich weiterbilden willst. Bildung ist ein Wert an sich und keine Geldanlage.

Bildung ist humanes Kapital.
Allerdings kann man mit Bildung nicht bezahlen - es sei denn wir gehen zurück zum Tauschhandel.

Nein, ich glaube nicht, dass die Menschen Individualismus und Raffgier in den Genen haben.

Raffgier ist etwas übertrieben ausgedrückt.
Jedoch fing das schon bei den Menschen vor Ur-Generationen an, die von der Hand-in-den-Mund-Taktik zur Vorratshaltung wechselten.
Nichts anderes machen wir heute auf höherem Niveau.

Ohne Individualismus gäbe es keine "Spezialisten" in der menschlichen Entwicklung.
Oder waren Leute wie Galileo, Keppler, Luther und Co. nur dem Zeitgeist erlegen?

Wäre es wirklich so schlimm, wenn wir heute noch auf dem technischen Stand von 1980 wären und dafür alle Menschen auf diesem Weg mitgenommen hätten?

Dazu zitiere ich eine Textstelle aus einem Grönemeyer-Song ...
"Stillstand ist der Tod"

Genau nach diesem Motto lebe ich [und sicherlich ein grosser Teil der Menschheit auch].

Hast Du es gern wenn Dir jemand Dein Leben vorschreibt?
 
Etwas ganz anderes was mir noch einfiel...

Sicherlich kann man über Steuersätze sprechen.
Nur ist damit ja nicht alles abgedeckt.

Ganz einfaches Ding, der Sportverein vom Dorfe.
Müsste mein Nachbar, selbstständig im Baunebengewerbe, höhere Steuern zahlen oder könnte er Spenden nicht geltend machen, würde ein bis drei Jugendfußballmannschaften nackt auf dem Platz stehen, weil das Geld für Trikotsponsoring fehlt.
Die Familien würden zwar evtl. weniger Steuern zahlen, nur müssten sie dann selbst die Trikots zahlen.

Oder ich war zehn Jahre in der Jugendarbeit ehrenamtlich aktiv.
Vor zwei Jahren hatten wir ein Jugendtreffen, wo ich locker und lässig zwei Mannmonate investiert habe und ein technisches Equipment für 0 € besorgen konnte.
Einsparungen für den Verband locker 10.000 €.
Warum sollte ich mich, falls ich nen Spitzensteuersatz zahle, noch ehrenamtlich aktiv werden.

In einem Staat zu leben, auch sozial zu leben, heißt nun mal etwas mehr, als ein Steuersatz von xy,z % zu haben.

gruss kelle!
 
[N] Linke nennen Rot-Grün in Hessen Grenzen für Zusammenarbeit

Folgende News wurde am 11.10.2008 um 14:26:42 Uhr veröffentlicht:
Linke nennen Rot-Grün in Hessen Grenzen für Zusammenarbeit
DPA-News

Friedberg (dpa) - Die hessischen Linken haben einer rot-grünen Koalition Bedingungen für deren Tolerierung genannt. Auch bei kritischer Haushaltslage wollen die Linken einem Landeshaushalt mit Personalabbau und Sozialkürzungen die Zustimmung verweigern. Ein Nein werde es auch für einen Haushalt geben, der Mittel für den Flughafenausbau in Frankfurt und Kassel vorsehe, sagte Landeschefin Ulrike Eifler bei einem außerordentlichen Parteitag. SPD und Grüne hatten in dieser Woche Koalitionsverhandlungen aufgenommen.
 
[N] Hessen-Linke diktiert Ypsilanti ihre Bedingungen

Folgende News wurde am 11.10.2008 um 17:26:01 Uhr veröffentlicht:
Hessen-Linke diktiert Ypsilanti ihre Bedingungen
DPA-News

Friedberg (dpa)*- Hessens Linke haben ein Tolerierungspapier für die Zusammenarbeit mit einer rot-grünen Minderheitsregierung mit großer Mehrheit verabschiedet. Für das Papier stimmten bei einem außerordentlichen Parteitag am Samstag in Friedberg 121 Delegierte bei 3 Neinstimmen und 11 Enthaltungen. Das Papier listet die Bedingungen für eine Zusammenarbeit mit SPD*und Grünen auf. Die beiden Parteien hatten zum Beginn ihrer Koalitionsverhandlungen den Text als gute Grundlage für eine Zusammenarbeit bezeichnet. Darin erklärt sich die Linke unter anderem bereit, die SPD-Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsidentin zu wählen. Einen Freibrief bekommt Ypsilanti jedoch nicht. Auch bei einer kritischen Haushaltslage wollen die hessischen Linken einem rot-grünen Landeshaushalt mit Personal- und Sozialabbau die Zustimmung verweigern, hatte es am Rande des Parteitags geheißen. Ein «Nein» werde es auch für einen Haushalt geben, der Mittel für den Flughafenausbau in Frankfurt und Kassel vorsehe. Das sagte die Linke-Landesvorsitzende Ulrike Eifler. Der Linken-Fraktionschef im Landtag, Willi van Ooyen, räumte zwar Haushaltsprobleme ein;*die Menschen müssten aber bei einem Politikwechsel spüren, dass für sie etwas herauskomme. Grundsätzlich müsse die von der früheren rot-grünen Bundesregierung eingeleitete Umverteilung von unten nach oben umgekehrt werden, sagten Eifler und van Ooyen. Zur Finanzierung politischer Vorhaben sagte Eifler: «Politikwechsel braucht Geld und wer kein Geld hat, muss es sich leihen». Geld etwa für bessere Schulen ließe sich zudem «mit der Besteuerung von Millionären» gewinnen. Die Ablehnung von Personal- und Sozialabbau und Verschlechterungen der Umwelt, wie sie mit dem Ausbau des Frankfurter Flughafens verbunden wären, nannte sie nicht verhandelbar. Van Ooyen kündigte an, seine Fraktion werde sich jede Haushaltsposition eines rot-grünen Entwurfs ansehen und gegebenenfalls Änderungsanträge vorlegen. SPD und Grüne hatten in dieser Woche Koalitionsverhandlungen aufgenommen, um eine rot-grüne Minderheitsregierung zu bilden. Für die Wahl von*SPD-Chefin Andrea Ypsilanti zur Nachfolgerin von CDU-Ministerpräsident Roland Koch und die Verabschiedung eines Landeshaushalts brauchen die beiden Fraktionen die sechs Stimmen der Linken-Fraktion. Entscheidend für die Linke sei trotz aller Bedenken gegen SPD*und Grüne, «dass Koch in die Wüste geschickt wird», sagte Eifler. SPD*und Grüne müssten jedoch noch ihre politische Zuverlässigkeit unter Beweis stellen. An die Adresse Ypsilantis sagte sie: «Wir werden ihr ganz genau auf die Finger sehen». Der SPD-Politiker Klaus von Dohnanyi forderte die Führung seiner Partei auf, die Bildung einer auf die Linkspartei angewiesenen rot-grünen Regierung in Hessen zu verhindern. «Angesichts der schweren Finanzkrise muss die SPD-Führung dem Spuk in Hessen ein Ende bereiten», sagte der ehemalige Erste Bürgermeister in Hamburg der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Das designierte neue Führungsduo Frank-Walter Steinmeier und Franz Müntefering solle der hessischen SPD-Chefin Andrea Ypsilanti klarmachen, dass jetzt nicht die Zeit für politische Experimente sei, wie sie die Hessen-SPD plant. Es sei unverantwortlich, die Zukunft eines der wirtschaftsstärksten Bundesländer «parteipolitischen Machtspielchen zu opfern».