Taliesyn
Lunatic
- 22 April 2008
- 1.372
- 98
@mighty-mohab:
Berechtigt dich deine Erfahrung, über das Verhalten anderer zu richten? Gesetzt den Fall, du hast die Erfahrung gemacht, A sei schlecht. Ein anderer hat die gegenteilige Erfahrung, A ist gut, gemacht - wer soll da richten?
Genau darum geht es: eine gesellschaftliche Norm kann nicht (in dieser Zeit noch weniger als in früheren) jahrelang, jahrzehntelang unreflektiert aufrecht erhalten werden. Verhalten, Menschen, Gesellschaft, Umwelt, alles ist im Wandel, nur die "Normen" bleiben bestehen. Mit der Folge, dass die Veränderung als "Abartigkeit" gesehen wird. Gesellschaftliche Normen müssen, sofern man welche haben möchte, in einem ständigen, ununterbrochenen Diskurs stehen, konstant hinterfragt werden, einem dauerhaften Wandel unterliegen. Nur, wenn unsere Ethik sich unserer Entwicklung anpasst, kann diese Entwicklung gelingen.
Der Vergleich mit dem Tumor hinkt massiv ^^ Man kann Biologisches nicht mit Ethischem/Soziologischem vergleichen...
Nein, nicht von der Gleichheit vor dem Gesetz (bzw. nur ganz am Rande). Vielmehr von der Gleichheit aller Menschen im Bezug darauf, Mensch zu sein, einen eigenen Charakter zu haben, eigene Meinungen, eigene Ansichten, eigene Erfahrungen. Wir gleichen uns darin, dass wir individuell sind, wir gleichen uns darin, vielfältig zu sein. Eine Ethik ist also immer eine Auflösung dieser Gleichheit, indem einige vorschreiben, was für alle gelten soll.
Denn Ethik ist nicht der kleinste gemeinsame Nenner, sondern ein - momentan unreflektiertes - Gerüst, das seit zweitausend Jahren und mehr mit nur geringem Wandel die Individuen zu einer kaum lebensfähigen Masse zusammenzwängt.
Es geht nicht um Erkenntnisse. Es geht um Freiheit! Es ist nicht das Ziel, herauszufinden, wie eine individualistische, gesellschaftslose Welt sein würde, sondern es gilt, diese Welt zu erschaffen, um darin zu leben oder unterzugehen.
--
Ich glaube, langsam sind wir auf einer Ebene angekommen, die mit dem Thema wenig zu tun hat...eigenen Thread aufmachen?
Berechtigt dich deine Erfahrung, über das Verhalten anderer zu richten? Gesetzt den Fall, du hast die Erfahrung gemacht, A sei schlecht. Ein anderer hat die gegenteilige Erfahrung, A ist gut, gemacht - wer soll da richten?
Genau darum geht es: eine gesellschaftliche Norm kann nicht (in dieser Zeit noch weniger als in früheren) jahrelang, jahrzehntelang unreflektiert aufrecht erhalten werden. Verhalten, Menschen, Gesellschaft, Umwelt, alles ist im Wandel, nur die "Normen" bleiben bestehen. Mit der Folge, dass die Veränderung als "Abartigkeit" gesehen wird. Gesellschaftliche Normen müssen, sofern man welche haben möchte, in einem ständigen, ununterbrochenen Diskurs stehen, konstant hinterfragt werden, einem dauerhaften Wandel unterliegen. Nur, wenn unsere Ethik sich unserer Entwicklung anpasst, kann diese Entwicklung gelingen.
Der Vergleich mit dem Tumor hinkt massiv ^^ Man kann Biologisches nicht mit Ethischem/Soziologischem vergleichen...
Nein, nicht von der Gleichheit vor dem Gesetz (bzw. nur ganz am Rande). Vielmehr von der Gleichheit aller Menschen im Bezug darauf, Mensch zu sein, einen eigenen Charakter zu haben, eigene Meinungen, eigene Ansichten, eigene Erfahrungen. Wir gleichen uns darin, dass wir individuell sind, wir gleichen uns darin, vielfältig zu sein. Eine Ethik ist also immer eine Auflösung dieser Gleichheit, indem einige vorschreiben, was für alle gelten soll.
Denn Ethik ist nicht der kleinste gemeinsame Nenner, sondern ein - momentan unreflektiertes - Gerüst, das seit zweitausend Jahren und mehr mit nur geringem Wandel die Individuen zu einer kaum lebensfähigen Masse zusammenzwängt.
Es geht nicht um Erkenntnisse. Es geht um Freiheit! Es ist nicht das Ziel, herauszufinden, wie eine individualistische, gesellschaftslose Welt sein würde, sondern es gilt, diese Welt zu erschaffen, um darin zu leben oder unterzugehen.
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Ich glaube, langsam sind wir auf einer Ebene angekommen, die mit dem Thema wenig zu tun hat...eigenen Thread aufmachen?