Hartz IV Empfänger verhungert

SchlimmerFinger

Da guckste
ID: 109631
L
26 April 2006
397
88
Ein 20 Jahre alter Mann ist in Speyer vor den Augen seiner Mutter verhungert. Der Hartz IV Empfänger habe offensichtlich seit Monaten keine ausreichende Nahrung zu sich genommen, teilte die Polizei gestern mit. Seine Mutter mußte in ein Krankenhaus gebracht werden. Auch bei ihr wurden schwere Mangelerscheinungen festgestellt. Sie hätten nicht genug Geld gehabt, um Lebensmittel zu kaufen.

(Quelle: dpa)
 
jup seh ich auch so,
bin zur Zeit leider selber Hartz4 empfänger,
und ich komm mit meinem Geld aus wenn ich nicht grad
das teuerste vom teuersten nehme!

Und rauchen tu ich auch nicht mehr! ;)
Da hat das Geld sogar schon nicht mehr gerreicht wo ich
gearbeitet hab!

Ist zwar traurig das Leute an Hunger in unserem Land sterben,
aber notfalls würd ich klauen / betteln gehen!
 
Er hätte definitiv nicht sterben müssen. Aufhören zu Rauchen wäre nur eine Möglichkeit gewesen. Es gibt etliche Suppenküchen, zu denen man gehen kann..
 
Er scheint also wegen Rauchbedarf verhungert zu sein ?
Wäre mal ganz nett wenn man sich die Infos [...] zur gemüte zieht...
Ob er nun geraucht hat oder nicht, es ist durch den Artikel jedenfalls klar geworden, dass es es versäumt hat Hilfe zu beantragen und mehrere Termine nicht wahrgenommen hat.

Der Staat kann ja nicht zu jedem einzelnen hingehen und fragen ob alles in Ordnung ist. Jeder Bürger ist auch irgendwo für sich selber verantwortlich und muss sehen, dass er durchkommt. Und wer sich dann einfach bei den staatlichen Einrichtungen nicht mehr meldet, dem ist nicht zu helfen.

Von den Medien wird das natürlich wieder so hingestellt als hätten die Behörden versagt und der Bürgermeister muss die Sache ausbaden. :-?
 
Ob er nun geraucht hat oder nicht, es ist durch den Artikel jedenfalls klar geworden, dass es es versäumt hat Hilfe zu beantragen und mehrere Termine nicht wahrgenommen hat.
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Von den Medien wird das natürlich wieder so hingestellt als hätten die Behörden versagt und der Bürgermeister muss die Sache ausbaden. :-?

Zum Rauchen -> ist genauso wie mit den Medien = Hier springen alle drauf an weil weiter oben gepostet wurde ala Rauchen :roll: .

Fakt ist das es in dem Artikel klar steht was Sache ist. Und wenn ich mich nicht täusche und dieser Mann nicht verlängert bekommen hat (weil nicht beantragt) ist dieser Mann auch kein Hart4 Empfänger mehr gewesen.... (wer was nicht bezieht, kann auch nicht als Bezieher desselben bezeichnet werden).
Er war berechtig dazu, aber Typisch Medien...
 
nicht typisch medien,

typisch menschen, wuerde ich hier den thread betiteln,

da ist ein mensch gestorben, ein anderer liegt mit entzugserscheinungen im krankenhaus, aber das scheint ja hier nicht das thema zu sein.

ich bin mir absolut bewusst, dass es einige der schreiber gerne anders geschrieben haetten, sie aber nicht im stande waren ihre wirkliche meinung einzutippen, aus welchem grund auch immer.

als schuldigen, wuerde ich definitiv den staat betrachten, die leute wollten sich einfach nicht mehr der antraegeflut und dem formularausfuellen, sowie dem imho, menschenunwuerdigem akt fuer eine verlaengerung der leistungen unterziehen.

da liegt der hund begraben, nicht jeder mensch ist gleich hat die psychische starke und das durchhaltevermoegen, das notwendig ist um dieses verfahren, mit seinen doch so unsinnigen vorschriften unbeschadet durchzustehen.

und nun mochte ich mal die, die noch aus der tasche ihrer eltern leben bitten, sich etwas zurueckzuhalten.

euch fehlt einfach die erfahrung um so etwas beurteilen zu koennen.

die ganze sache ist einfach nur traurig, aber noch trauriger ist, dass sich die mit den vollen baeuchen hier, keine gedanken machen sondern nur ihren geistigen duennschiss hier loslassen.

peter
 
als schuldigen, wuerde ich definitiv den staat betrachten, die leute wollten sich einfach nicht mehr der antraegeflut und dem formularausfuellen, sowie dem imho, menschenunwuerdigem akt fuer eine verlaengerung der leistungen unterziehen.
peter

Sehe ich anders, ein wenig Initiative muss man schon mitbringen, wenn man vom Staat (sprich auf Kosten der Allgemeinheit) Unterstützung haben möchte. Ich möchte nicht, dass das Geld jedem ohne Prüfung quasi hinterhergeschmissen wird. Es ist schließlich in gewisser Weise auch meines.
 
sprichst du aus erfahrung/

deiner nickpage nach, bist du ja schon fast erwachsen :)

hast du es schon mal beantragt?

hast du schon mal mit jemand gesprochen, der harzVI bekommt?


peter
 
Wie oben schon mal geschrieben, gibt es sicher viele, die mit dem Antragswirrwar nicht klarkommen. Dazu kommen dann noch die Schikanen der ARGE's. Daß hier mancher sagt, er will nicht mehr, ist wohl für jeden verständlich. Viele haben sich es nicht ausgesucht, daß sie arbeitslos geworden sind. Das kann jeden treffen, auch den Schreiberlingen hier. Wer nicht selber betroffen ist, kann sich wohl auch kein Urteil erlauben.
 
Ich kenne mehrere Leute, die Arbeitslosengeld II beziehen, bisher hat sich keiner über "menschenunwürdige Verfahren" o.ä. beschwert. Wie gesagt, wer Hilfe beanspruchen will/muss, muss auch in Kauf nehmen, dass er seine Bedürftigkeit den Behörden gegenüber nachweist. Das ist doch ein völlig normaler Vorgang und keine staatliche Schikane.
 
in deutschland muß niemand verhungern, wenn er sich ein bischen anstrengt. die haben doch vorher schon hartz4 bekommen also wissen sie offensichtlich auch wie man einen antrag ausfüllt. und selbst wenn nicht, dann geht man da hin und fragt nach und einem wird geholfen.

wer sich auf staatskosten ernähren will, muß auch was dafür tun.

außerdem konnte doch die behörde nicht davon ausgehen, daß er verhungern würde. wenn er sich nicht meldet könnte das ja auch heißen, er hat nen job gefunden. jetzt irgendwen anders verantwortlich machen halte ich für absolut falsch.

jeder ist für sich selbst verantwortlich. wir leben ja nicht mehr in ddr-verhältnissen, wo der staat jeden versorgt hat.
 
Die Frage, ob die bei Gründung der GfA betonte psychosoziale Betreuung in der Praxis stattfinde und wie sie in diesem Fall ausgesehen habe beantwortete Grohe etwas ratlos mit der Gegenfrage, wie man psychosoziale Betreuung denn definieren soll.

Hilfe.

Auch wenn ihr das nicht wollt, es gibt immer noch Menschen, die nicht für sich selbst verantwortlich sein können. Aber daran wird ja anscheinend schon gearbeitet.
 
ich hab langsam den eindruck,

dass hier viele nicht lesen koennen, darum ziehe ich mich hier zurueck.

peter
 
@PeterLV: Den Eindruck habe ich auch. Es ist erschütternd wie die meisten kalt über den hungertod eines Menschen hinweggehen, nach dem Motto "selber Schuld".

Eine Gesellschaft, in der es auch reichlich Überfluss gibt darf nicht zulassen, das einzelnen Mitgliedern diese Gesellschaft so etwas passiren kann. Es bringt nicht jeder so leicht fertig als Bittsteller und Bettler aufzutreten um sich ihm vll zustehende Leistungen zu verschaffen. Und vielfach werden solche Mneschen so behandelt und andere empfinden das vll auch nur so. Wir leben leider in einer Gesellschsft wo es den meisten wichtiger ist selbst einen dicken Mercedes vor der tür zu haben und ein übergrosses Haus, als einen Gedanken daran zu verschwenden, ob ein anderer genug zu essen hat um zu überleben.

Und an all jene, die meinen, sie würden die ganzen "arbeitsscheuen" und "absahnenden Faullenzer" mit durchfüttern sei gesagt, dass vor kurzem Studien in den Medien veröffentlicht wurden, nach denen der Staat mehr geld an Leuten spart, die ihnen zustehende Leistungen aus Scham oder warum auch immer nicht in Anspruch nehmen, als er für Leute ausgibt, die eigentlich keinen Anspruch auf solche Leistungen hätten oder arbeiten könnten wenn sie wollten. Davon ausgehend fordere ich die betreffenden Personen auf, etwas Geld für Bedürftige locker zu machen, da sich ihre Befürchtung ja dadurch ins Gegenteil wandelt und sie statt zu viel eher zu wenig abgeben.

Habe jetzt gerade keine Quelle dafür, aber viele erinnern sich vll noch daran.

mfG
ueberschaII
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin sehr schockiert darüber, dass jemand einfach so verhungern kann und es keiner mitbekommt.

Aber es wird schwer, einen Schuldigen dafür festzunageln.

In dem Artikel steht, dass der Mann seit September 2006 keinen seiner Termine mehr wahrgenommen hat und Anfang 2007 kein Folgeantrag auf ALG II einging.

Nun drehe ich die Frage mal um:
Hätte das jemandem auffallen müssen?
Nein.
Auffallen können, ja.
Aber müssen?

Ein Sachbearbeiter betreut so viele Fälle und da sind so viele Menschen, die bei so einer Behörde gemeldet sind, wie soll ein Sachbearbeiter da im Kopf haben, wer bei ihm gemeldet ist und wer sich nicht mehr gemeldet hat?

Klar, die nicht wahrgenommenen Termine, die fallen auf, aber die fallen auch nur auf dem Papier auf und das ist geduldig.

Der Schlusssatz des Artikels bringt es mMn. auf den Punkt:
Niemand achtet mehr auf seinen Nachbarn - und genau das sollte man tun. Gerade in der heutigen Zeit sollte man ein herzliches Miteinander pflegen - in einer Hausgemeinschaft sich gegenseitig ein wenig unterstützen, gerade wenn man weiß, dass Menschen mit Defiziten im Haus leben.
 
[...]jeder ist für sich selbst verantwortlich. wir leben ja nicht mehr in ddr-verhältnissen, wo der staat jeden versorgt hat.

Ich weiß ja nicht, wo du aufgewachsen bist, aber ich bin "in DDR-Verhältnissen aufgewachsen" und habe nie jemanden gesehen, der an Unterernährung litt oder dem es so richtig schlecht ging.
Wir Kinder sind nicht aufeinander losgegangen, weil die eine Familie mehr Geld hatte als die andere, oder weil der eine im Wohnblock wohnte und der andere im eigenen Haus. Das hat damals einfach nicht interessiert. Da waren die Menschen füreinander da, egal aus welcher "Gesellschaftsschicht" sie kamen.
Die Eltern hatten einen Job, wo sie teilweise seit ihrer Lehre drin waren und sie mussten sich um uns Kinder keine Gedanken machen, weil wir immer in einer KiTa unterkamen.

Heutzutage sind die Menschen mehr auf den Staat angewiesen als sonstwann. Der Staat hat's teilweise selbst verbockt, was hier momentan los ist - also muss er auch mehr für seine eigenen Leute da sein.
Aber nein - stattdessen werden in den Lokalzeitungen News in türkisch abgedruckt - solche Entscheidungen sind ja auch viel wichtiger als Hilferufe von Leuten die nicht wissen, wie es weitergeht.
Die sollen in den Ämtern anfangen und lieber noch ein paar Leute reinsetzen, die für Fragen da sind und sich auch die Zeit nehmen diese zu beantworten.

:ugly: Das Haus, das Verrückte macht...
Mit den blauen Schein in Etage X, mit dem grünen in Etage W ... muss das alles sein? Mit jeden Tag, den man so im Amt verbringt geht einem vielleicht sogar ein spitzen Job durch die Lappen...

Mit tut es wirklich leid, dass jemand sterben musste, der jünger ist als ich. Wenn's ein Verkehrsunfall gewesen währe währe das ein anderes Thema, aber Hungertot in Deutschland ... Für jeden Hungertoten - sei es ein Baby, ein junger Mensch, der mitten im Leben steht oder ein alter Mensch - für jeden Toten müsste die Politiker bei ihren Versammlungen den ganzen Tag nichts zu essen bekommen. Denn das, was die da essen zahlen schließlich wir - jeder einzelne Steuerzahler von uns.