Abgesehen davon, würde ich bei dem Beispiel erstmal den Betriebsrat erschießen, der erst zwei Kündigungen zugestimmt hat, und dann auch noch postwendend der Einstellung zweier Leiharbeiter.
Soweit ich weiß, ist durch AüG eine Zustimmung des BR vorgeschrieben.
Ein Betriebsrat kann zu einer Kündigung Stellung nehmen. Er kann zustimmen, muss aber nicht. Der Arbeitgeber kann trotzdem jederzeit eine Kündigung aussprechen, auch ohne das der Betriebsrat zugestimmt hat.

Bei der Einstellung von Leiharbeitnehmern hat der Betriebsrat auch ein Mitspracherecht, völlig richtig. In der Regel werden die Mitarbeiter auch dann gekündigt, wenn gerade nichts zu tun ist, und die Leiharbeiter dann ein paar Monate später angefordert, wenn wieder was zu tun ist. Oder glaubst Du, der Betriebsrat bei BMW hätte freudestrahlend dem Austausch von 30% der gewerblichen Belegschaft durch Leiharbeiter zugestimmt?

Welchen Prozentsatz meines Gehaltes gebe ich für Siemens Artikel aus?
Den geringsten.
Ich weiß ja nicht, wo es überall Dinge aus dem Siemens-Konzern gibt. Aber soweit ich weiß, bezahle ich mit jedem Bahnticket Siemens-Produkte mit? So dürfte das auch bei Autos sein und anderen technischen Artikeln.

Die gröbsten Teuerungen der letzten Jahre waren nun mal Energie und Rohstoffe allgemein, und das auf spekulativer Basis...
Dann müssten wir gerade in den letzten 3 Monaten eine radikale Deflation gehabt haben, wo alleine die Energiepreise deutlich sinken. Die Inflationsrate besteht ja nun mal aus einem Warenkorb, den müsste man dafür durchleuchten.

Es gibt da zwei Punkte:
- Der Arbeitgeber muss erstmal Geld in die Hand nehmen, bevor er jemanden einstellen kann.
Nein, das ist als pauschale Aussage falsch. Zumindest sind viele dieser Kosten so niedrig, dass man darüber nicht diskutieren muss.
- Die 2 Mio Neulingen müssen erstmal an die Produktivität des Durchschnitts herangeführt werden
Das dauert in der Massenproduktion nur sehr kurz, wenn man entsprechend ausgebildete Kräfte einstellt.

Weiterhin führen solch massive Einstellungen wie zuletzt gesehen zur Senkung von Sozialabgaben, ich sag bloß Arbeitslosenversicherung.
Irre. Diese Senkung war doch fast so hoch, dass sie die Erhöhungen bei Rente und Krankenversicherung zu einem Drittel aufgefangen hat.

Aber dafür können die Arbeitgeber ja auch nichts.

Marty
 
mal n andres nettes thema...

wusstet ihr das wenn ihr vom JC oder vom AA ne weiterbildung oder nen billiglohnjob bekommt und ihr dann aber (warum auch immer) kein geld mehr vom amt bekommt ihr den job/weiterbildung verliert?
also kurz gesagt: kein harz4/alg2=kein billigjob/weiterbildung vom amt.

plötzlich ist keiner von denen mehr zuständig für euch.die stehn dann nichtmehr in der pflicht euch angebote zu schicken und ihr müsst auch keine annehmen.

fand ich echt toll als ich vor 2 wochen deswegen rausgeflogen bin bei nem job vom JC.meine mutter hatte letzen monat n normalen job bekommen und sich beim AA abgemeldet.tja kurz danach war ich meinen job los weil kein anspruch mehr in der BG besteht.echt geile regelung.
 
Ganz normal. Wenn dir das Hartz4 auf Grund von nem Rchenfehler (oder was auch immer) gesperrt wird, ist der 1-Euro-Job weg. Du bist dann auch nicht mehr krankenversichert, selbst wenn du Widerspruch einlegst. (und dann erst mal ewig warten musst und in der Zeit rein gar nichts bekommst).
Und wenn dann dem Widerspruch stattgegeben ist, z.B. nach 2 Monaten, dann rennst du mit etwas Pech erst mal GEZ, Krankenversicherung (den ersten Monat nicht nachgezahlt wurde) und Müllgebühren oder Miete nach (die ja an das Amt abgetreten worden sind, oft auf deren ich nenns mal eindrückliche Bitte hin).

Obiges Beispiel ist übrigens bis auf eine Sache (da so nicht existent) genau so gerade mir passiert.
Übrigens: Mein Sachbearbeiter hat nach seiner Aussage denen in der Widerspruchsabteilung gesagt, das soll sofort bearbeitet werden. Ich hatte mehrmals nachgefragt. Dann, vor 2 Wochen Dienstag krieg ich nen Anruf von der WSA: "Sie haben ja vollkommen Recht!", als ob das was besonderes wäre.
Wie gesagt, Dienstag. Den Freitag zuvor habe ich einfach mal nen Neuantrag geholt. Was für ein Zufall...
 
In der Regel werden die Mitarbeiter auch dann gekündigt, wenn gerade nichts zu tun ist, und die Leiharbeiter dann ein paar Monate später angefordert, wenn wieder was zu tun ist.

Das perverse dabei ist, die Jobs der Stammbelegschaft werden dadurch zusätzlich gesichert.
Ich habe es bisher mehrfach miterlebt, dass bei z.B. rapiden Auftragsrückgang die Verträge der Leihbelegschaft gekündigt wurden bzw. ausliefen, weil es deutlich schneller und einfacher geht, wie mit dem BR um nen Sozialplan zu verhandeln oder ähnliches...

Ich weiß ja nicht, wo es überall Dinge aus dem Siemens-Konzern gibt.

Ich hab bisher niemanden kennengelernt, der das wirklich wissen wollte... :ugly:

Dann müssten wir gerade in den letzten 3 Monaten eine radikale Deflation gehabt haben, wo alleine die Energiepreise deutlich sinken.

Radikal definiere ich zwar anders, aber gemäß https://www.destatis.de/jetspeed/po...aftAktuell/Basisdaten/Content100/vpi001a.psml sind die Preise bezogen auf den Sommer rückläufig.

Nein, das ist als pauschale Aussage falsch. Zumindest sind viele dieser Kosten so niedrig, dass man darüber nicht diskutieren muss.

Auf das Eis gehe ich nicht mit ;-)

Betrachtet man den Arbeitnehmer allein, mögen sich die Kosten im Rahmen halten. Wobei, wenn ich dran denke, was es bei uns für ein Weg ist, bis ne Stellenausschreibung draußen ist, da sind die ersten Tausender versenkt, aber das ist ein anderes Thema...

Ich denke da eher an gesetzlich festgelegte Quoten oder Quoten die sich aus Erfahrungen ergeben.
Bei den gesetzlichen denke ich da z.B an
Betriebsrat
Behindertenquote
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
...
Beim Thema Erfahrung kenne ich halt aus meinem Umfeld 200 Anwender - ein Admin; 5 Anwender - eine Lizenz.
Ähnliches dürfte auch für andere Stabsstellen a la Personalabteilung u.ä. gelten.

Irre. Diese Senkung war doch fast so hoch, dass sie die Erhöhungen bei Rente und Krankenversicherung zu einem Drittel aufgefangen hat.

Rentenerhöhung - hab ich was verpasst?

Nächste freche Frage:
Was kann Peter Löscher dafür, dass die Leute älter werden und damit länger Rente haben wollen?

Fakt ist doch erstmal, dass Einstellungen auf breiter Front dazu führen, dass der Staat mehr Steuern und Sozialabgaben einnimmt, weniger Ausgaben auf anderer Seite hat, und diese, bei ausgeglichenen Haushalten wie z.B. bei der AA, in Form von sinkenden Beitragssätzen an die Arbeitgeber und -nehmer weitergibt.

Reallohnsteigerung(spotential)

gruss kelle!
 
Das perverse dabei ist, die Jobs der Stammbelegschaft werden dadurch zusätzlich gesichert.
"der verbleibenden Stammbelegschaft"! Dieses ist ja vorher reichlich abgebaut worden und durch Leiharbeiter ersetzt worden.

Ich hab bisher niemanden kennengelernt, der das wirklich wissen wollte.
Ich vermute, selbst bei Siemens kennt niemand die ganze Produktpalette.

Radikal definiere ich zwar anders, aber gemäß https://www.destatis.de/jetspeed/po...aftAktuell/Basisdaten/Content100/vpi001a.psml sind die Preise bezogen auf den Sommer rückläufig.
Ich nehme mir lieber einen Vergleich zum Vorjahr. Da sieht das anders aus. Einen Dezember mit einem Juli zu vergleichen, ist nicht unbedingt sinnvoll.

Betrachtet man den Arbeitnehmer allein, mögen sich die Kosten im Rahmen halten. Wobei, wenn ich dran denke, was es bei uns für ein Weg ist, bis ne Stellenausschreibung draußen ist, da sind die ersten Tausender versenkt, aber das ist ein anderes Thema...
Dann müssten wir erst mal definieren, um welche Jobs es geht. Einen Diplom-Informatiker zu finden, seinen Arbeitsplatz einzurichten, ihn anzulernen, dürfte einiges kosten.

Ich meine hier aber zum Beispiele neue Mitarbeiter in der Produktion, um eine neue Schicht einzuführen oder ähnliches. Also typische Jobs, wo auch Leiharbeiter zum Einsatz kommen.

Rentenerhöhung - hab ich was verpasst?
Ist die Erhöhung der Beiträge auf 19,9% schon wieder solange her?

Nächste freche Frage:
Was kann Peter Löscher dafür, dass die Leute älter werden und damit länger Rente haben wollen?
Nichts. Du hattest aber die Aussage getroffen, das Neueinstellungen zur Senkung der Sozialabgaben beitragen.

Fakt ist doch erstmal, dass Einstellungen auf breiter Front dazu führen, dass der Staat mehr Steuern und Sozialabgaben einnimmt, weniger Ausgaben auf anderer Seite hat
Der Staat hat z.B. mehr Einnahmen bei der RV, aber dadurch (später) deutlich höhere Kosten, er muss ja auch mal Rente zahlen. Die Auswirkkungen zeigen sich nur bei der Arbeistlosenversicherung direkt. Die Einsparungen beim ALG II z.B. würden sich nicht direkt finden, weil die Leistungen ja aus Steuern bezahlt werden, und gesparte Kosten auf der einen Seite in (freiwilligen) Mehrausgaben woanders führen. Spart der Staat beim ALG II ausnahmsweise mal was ein, wird sich sicher was anderes finden, wo man das wieder ausgibt. Steuern werden deshalb aber nicht gesenkt.

Reallohnsteigerung(spotential)
Sehr schön, das Potential wäre da, es wird aber nicht genutzt. Zumindest nicht, um wirklich eine Reallohnsteigerung zu bringen.

Marty
 
[...]
Nichts. Du hattest aber die Aussage getroffen, das Neueinstellungen zur Senkung der Sozialabgaben beitragen.

[...]
Solche Argumentationen finde ich immer recht billig... Wer kann denn schon seriös sagen, welche Entwicklungen es gegeben hätte, wenn man anders gehandelt hätte? Dies als Argument zu benutzen ist genauso zulässig als die nicht zu entkräftende Behauptung aufzustellen ohne diese Maßnahmen wären die Sozialabgaben jetzt um 3 Prozent höher! :yawn:
 
Solche Argumentationen finde ich immer recht billig...
Erkläre mir das bitte. Kelle behauptet, dass Neueinstellungen die Sozialabgaben senken. Ich antworte, dass die Sozialabgaben nicht gesenkt wurden, sondern gestiegen sind, Kelle fragt, was denn sein Arbeitgeber damit zu tun hat, ich antworte das von Dir zitierte und das soll nun "recht billig" sein? Kapier ich nicht.

Fakt ist, die Sozialabgaben sind nicht gesenkt worden. Die Krankenversicherungskosten sind drastisch gestiegen. Und das wäre auf jeden Fall so gekommen, völlig unabhängig von der Entwicklung der Beschäftigtenzahlen.

Marty
 
Zuletzt bearbeitet:
Erklär mich das bitte. Kelle behauptet, dass Neueinstellungen die Sozialabgaben senken. [...]
Andere Entwicklungen führten eben zum stärkeren Anstieg der Sozialabgaben und konnten durch die Neueinstellungen nicht kompensiert werden, troztdem wirkten sie mildernd auf den Anstieg... Ist das gleiche, wenn man anfängt zu sparen und trotzdem mehr Schulden macht... Ohne Sparmaßnahmen wäre eben die Steigerung der Verschuldung noch größer!
 
Andere Entwicklungen führten eben zum stärkeren Anstieg der Sozialabgaben und konnten durch die Neueinstellungen nicht kompensiert werden
Dann musst Du mir noch erklären, wie Neueinstellungen zur Senkung von Rentenversicherungsbeiträgen und Krankenversicherungsbeiträgen führen. Ich verstehe das vermutlich einfach nicht.

Marty
 
Erkläre mir das bitte. Kelle behauptet, dass Neueinstellungen die Sozialabgaben senken.
Der Arbeitslosenversicherungsbeitrag kann beispielsweise gesenkt werden, wenn Menschen nicht mehr auf Unterstützung vom Staat angewiesen sind (oder weniger)...
Ich antworte, dass die Sozialabgaben nicht gesenkt wurden, sondern gestiegen sind,
Ich sage: Sie wären eben noch mehr gestigen...
Kelle fragt, was denn sein Arbeitgeber damit zu tun hat, ich antworte das von Dir zitierte und das soll nun "recht billig" sein?
Ja, denn die Sozialabgaben stiegen aus anderen Gründen... Höhere Abschlüsse der Ärzte, längere Lebenserwartung, drastisch steigende Arzneimittelpreise... All diese Entwicklungen konnten durch Neueinstellungen nicht komplett kompensiert werden, trotzdem ist es "billig" dann so zu tun, als würden Neueinstellungen die Sozialabgaben nicht senken... Das ist absurd! Es erfordert eben ein bisschen geistige Anstrengung anzuerkennen, dass X dazu beitragen kann Y zu senken auch wenn Y insgesamt gestiegen ist, da Y von vielen Faktoren abhängig ist!

Fakt ist, die Sozialabgaben sind nicht gesenkt worden.
Was vertrittst du hier für eine Position? Dass eine höhere Beschäftigungsrate keinen Einfluss auf die Sozialabgaben hat?
Die Krankenversicherungskosten sind drastisch gestiegen. Und das wäre auf jeden Fall so gekommen, völlig unabhängig von der Entwicklung der Beschäftigtenzahlen.
Ja, und? Hat eben andere Ursachen...
Dann musst Du mir noch erklären, wie Neueinstellungen zur Senkung von Rentenversicherungsbeiträgen und Krankenversicherungsbeiträgen führen. Ich verstehe das vermutlich einfach nicht.
Bei der Krankenversicherung: Menschen, die arbeiten, sind gesünder... Zeigen etliche Studien... Wenn mehr Menschen arbeiten, zahlen auch mehr ein... Mehr Geld => Geringere Beiträge... Was soll den sonst zur Senkung beitragen?
 
Der Arbeitslosenversicherungsbeitrag kann beispielsweise gesenkt werden, wenn Menschen nicht mehr auf Unterstützung vom Staat angewiesen sind (oder weniger)...
Schön, dass Du das, was ich in Post 486 in diesem Thread bereits geschrieben habe, wiederholst.

Ich sage: Sie wären eben noch mehr gestigen.
Ach so, dass ist die Nutella Argumentation. Nutella ist im Preis von 1 Euro auf mittlerweile manchmal 2 Euro gestiegen. Das hat man damit begründet, dass die Rohstoffe teurer geworden sind. Und eigentlich hat man ja den Preis sogar gesenkt, denn sonst wäre Nutella noch teurer.

Ja, denn die Sozialabgaben stiegen aus anderen Gründen... Höhere Abschlüsse der Ärzte, längere Lebenserwartung, drastisch steigende Arzneimittelpreise...
Die Beiträge stiegen, weil der Gesetzgeber das festgelegt hat, so wie er auch die Beiträge zur ALV festlegt.

All diese Entwicklungen konnten durch Neueinstellungen nicht komplett kompensiert werden, trotzdem ist es "billig" dann so zu tun, als würden Neueinstellungen die Sozialabgaben nicht senken.
Sie tun es faktisch nicht. So wie Entlassungen sie nicht erhöhen. Die Rentenversicherung ist dafür das beste Beispiel. Die Beiträge sind ein rein politisches Mittel, die Beitragshöhe hat nichts, aber auch gar nichts, mit den tatsächlichen Kosten der Renten zu tun.

Das ist absurd! Es erfordert eben ein bisschen geistige Anstrengung anzuerkennen, dass X dazu beitragen kann Y zu senken auch wenn Y insgesamt gestiegen ist, da Y von vielen Faktoren abhängig ist!
Wenn der Faktor X aber gar nicht Teil der Berechnung von Y ist, sondern Y nur von politischem Kalkül festgesetzt wird?

Was vertrittst du hier für eine Position? Dass eine höhere Beschäftigungsrate keinen Einfluss auf die Sozialabgaben hat?
Keinen direkten. Du kannst das weniger an den Sätzen der ALV sehen, als vielmehr an den Beitragssätzen zur RV. Dort wurden die Beitragssätze gesenkt, als wir die höchste Arbeitslosigkeit hatten. Und das lag weder an mehr Beschäftigung noch an weniger Kosten.

Es hat, wie alle diese Sätze, nur politischen Charakter.

Bei der Krankenversicherung: Menschen, die arbeiten, sind gesünder... Zeigen etliche Studien...
Dann müssten die Beiträge ja deutlich gesunken sein in den letzten Jahren, sind sie aber nicht. An den Kosten kann es nicht gelegen haben, da hat sich kaum was verändert.

Wenn mehr Menschen arbeiten, zahlen auch mehr ein... Mehr Geld => Geringere Beiträge...
Was hat die Erwerbstätigkeit mit dem Beitragszahlen zu tun? Meinst Du, Arbeitslose sind kostenlos versichert?

Marty
 
Schön, dass Du das, was ich in Post 486 in diesem Thread bereits geschrieben habe, wiederholst.
Sorry, kommt vom vielen Lernen.. Hab ich gar nicht bemerkt...
Ach so, dass ist die Nutella Argumentation.
Kannst du die widerlegen? (Ich kenn sie gar nicht, aber vorneweg alle vorzuverurteilen, liegt mir nicht!)
Was hat die Erwerbstätigkeit mit dem Beitragszahlen zu tun? Meinst Du, Arbeitslose sind kostenlos versichert?

Marty

Aber im größeren volkswirtschaftlichen Zusammenhang gedacht ist es nunmal so... Wenn der Staat mehr Geld zur Verfügung hat, hat er mehr Möglichkeiten ein System zu ändern bzw. zu unterstützen und beispielweise die Steuerzuschüsse zu erhöhen (siehe Gesundheitsfonds)...
Die These, dass es unerheblich sei ob die Beiträge vom einzelnen direkt oder vom Staat bezahlt würden ist merkwürdig...Wenn man deine These weiterspinnt, müsste es ja für die Beitragssätze im Endeffekt egal sein, ob die Arbeitslosenquote bei 10, 20 oder 100 Prozent liegt, denn in Falle von Arbeitslosigkeit würden ja die Beiträge vom Staat bezahlt... Wo sich der aber dann das Geld holt ist eine andere Frage... Es ist eben alles mit allem verbunden und deshalb konnte man mit der Ökosteuer auch die Rentenbeiträge ein bisschen stabil halten... Jetzt zu behaupten die Ökosteuer hätte überhaupt keinen milderen Einfluss auf den Ansteig der Rentenbeiträge gehabt ist falsch, denn wenn man das Geld wieder abzieht steigen die Beiträge sofort!
 
Kannst du die widerlegen? (Ich kenn sie gar nicht, aber vorneweg alle vorzuverurteilen, liegt mir nicht!)
Nein, kann ich nicht. Ich mag nur diese Form der Argumentation nicht. Das werfe ich Dir ja gar nicht vor, Du argumentierst ja mit Zusammenhängen, die es in der Theorie geben sollte aber in der Praxis leider nicht gibt.

Und eine Argumentation "Die Preissteigerung wäre noch höher ausgefallen, wenn wir nicht die Preise gesenkt hätten" stösst mir immer sauer auf. So argumentieren zur Zeit wieder unsere Stadtwerke.

Aber im größeren volkswirtschaftlichen Zusammenhang gedacht ist es nunmal so... Wenn der Staat mehr Geld zur Verfügung hat, hat er mehr Möglichkeiten ein System zu ändern bzw. zu unterstützen und beispielweise die Steuerzuschüsse zu erhöhen (siehe Gesundheitsfonds)...
Da stimme ich Dir ja zu. Aber leider funktionieren unsere Sozialsysteme nicht mehr danach, dafür hat die Politik gesorgt. Dafür können auch Arbeitgeber nichts. Aber man sollte dann eben wissen, dass solche Argumente nicht zählen, weil sie bei uns nun mal nicht zutreffen.

Die These, dass es unerheblich sei ob die Beiträge vom einzelnen direkt oder vom Staat bezahlt würden ist merkwürdig.
Für die Höhe der Krankenversicherungsbeiträge ist es doch völlig egal, wer sie zahlt, oder ist mein Gedanke da falsch?

Wenn man deine These weiterspinnt, müsste es ja für die Beitragssätze im Endeffekt egal sein, ob die Arbeitslosenquote bei 10, 20 oder 100 Prozent liegt, denn in Falle von Arbeitslosigkeit würden ja die Beiträge vom Staat bezahlt... Wo sich der aber dann das Geld holt ist eine andere Frage...
Korrekt, er müsste dafür dann enorm die Steuern erhöhen oder die Zahlungen kürzen. Aber der Beitragssatz würde sich doch nicht ändern.

Es ist eben alles mit allem verbunden und deshalb konnte man mit der Ökosteuer auch die Rentenbeiträge ein bisschen stabil halten.
Das hört sich toll an in den Ohren der Steuerzahler. Wir erhöhen da eine Steuer um da was stabil zu halten. Ich halte das für völlig falsch.

Eine Rentenversicherung muss durch die Beitragszahler finanziert werden, nicht durch eine andere Steuer. Das funktioniert schon seit Jahren nicht mehr, der Steuerzuschuss wird immer höher. Und da zahlen dann Leute auf Umwegen in die Rentenkasse, die nie was aus dieser Kasse sehen, Beamte und Selbstständige z.B. Das macht doch keinen Sinn.

Marty
 
Ich habe das Gefühl, dass wir sowieso in den Positionen nahe beieinander liegen...
Nein, kann ich nicht. Ich mag nur diese Form der Argumentation nicht.
Und ich bin eben zunächst extrem skeptisch gegenüber Pauschalisierungen, die immer das negative hervorheben bzw. vermuten... Wenn ich eines nicht leiden kann, dann ist es Stimmungsmache wie "der kleine Mann wird nur verarscht", "die Politiker zocken uns nur ab" oder "die da oben machen was sie wollen"... Das du das behauptest, sage ich ja gar nicht... Das soll nur meine grundsätzliche Antihaltung gegen abschließende, resignierende Aussagen darlegen...
Das werfe ich Dir ja gar nicht vor, Du argumentierst ja mit Zusammenhängen, die es in der Theorie geben sollte aber in der Praxis leider nicht gibt.
Wie schon gesagt ich kenn den konkreten Fall nicht... Aber ich halte es für denkbar, dass zumindestens ein Teil von der Aussage stimmt...
Und eine Argumentation "Die Preissteigerung wäre noch höher ausgefallen, wenn wir nicht die Preise gesenkt hätten" stösst mir immer sauer auf. So argumentieren zur Zeit wieder unsere Stadtwerke.
Dann muss man eben kündigen... Firmen schauen schon eher auf ihr eigenes Wohl, aber das regelt ja Angebot und Nachfrage... (Zum Strom: Zu Hause machen wir jetzt den dritten Stromanbieter-Wechsel und der jüngste spart wieder 300 Euro im Jahr...)...
Nochmal: Man muss den Aussagen von der geringeren Preissteigerung nicht glauben, man darf sich doch aber auch nicht anmaßen, dass man das gleich als Betrug/Abzocke/Missinformation abstempelt...

Für die Höhe der Krankenversicherungsbeiträge ist es doch völlig egal, wer sie zahlt, oder ist mein Gedanke da falsch?
Ja, aber das habe ich ja schon öfter versucht zu erklären... Anscheinend willst du mir trotzdem nicht glauben... :ugly:

Korrekt, er müsste dafür dann enorm die Steuern erhöhen oder die Zahlungen kürzen. Aber der Beitragssatz würde sich doch nicht ändern.[...]
Das hört sich toll an in den Ohren der Steuerzahler. Wir erhöhen da eine Steuer um da was stabil zu halten. Ich halte das für völlig falsch.

Eben doch, weil Zuzahlungen in das System nicht mehr möglich wären und es dann kollabiert...

Eine Rentenversicherung muss durch die Beitragszahler finanziert werden, nicht durch eine andere Steuer. Das funktioniert schon seit Jahren nicht mehr, der Steuerzuschuss wird immer höher. Und da zahlen dann Leute auf Umwegen in die Rentenkasse, die nie was aus dieser Kasse sehen, Beamte und Selbstständige z.B. Das macht doch keinen Sinn.
Dem stimme ich zu 100 Prozent zu! Über kurz oder lang muss man über die Rente mit 75 reden, es wird zu winzigen Rentenanpassungen kommen, die Alterarmut wird ebenso wie die Kosten explodieren... Tja, aber was soll man machen...? Abschaffen? Das macht alles noch viel schlimmer...
 
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung reicht den Schweinfurter Behörden offenbar nicht aus!

In einem aktuellem Artikel des Schweinfurter Tagblattes stand ein sehr interessanter Artikel zum Thema Hartz IV.Anscheinden reicht den Behörden in manchen Fällen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht mehr aus.In einem Fall verlangte die ALG II Behörde eine „Bettlägerigkeitsbescheinigung“.Der Betroffene sollte zu einem Termin in die Behörde hatte aber eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung,das reichte der ALG II Behörde nicht aus.Der Farktionsvorsitzender der Linken im Schweinfurter Stadtrat machte darauf aufmerksam das das Recht den Begriff ,,Bettlägerigkeitsbescheinigung” gar nicht kennt.Weiterhin meinte er das sich die Stadt Schweinfurt Rechtswidrig verhält

Sollte der Betroffene keine Bescheingung abgeben so drohen im 10% Kürzungen seines Regelsatzes.

Es stellt sich die Frage ob das Zulässig ist was die Stadt Schweinfurt da treibt und wieviele Leistungen deswegen schon gekürzt wurden.Frank Firsching (Fraktionsvorsitzdenderder Linken im Stadtrat) verlangte nun eine genaue Aufstellungen wie lange und in wie vielen Fällen schon deswegen Leistungen gekürzt wurden.

Ich persönlich finde das eine Frechheit!Die Stadt Schweinfurt unter Vorsitz von Gudrun Grieser macht es denen die es sowieso schon schwer haben noch schwerer!

Meine Quellen: Schweinfurter Tagblatt vom 22.6.2009 bzw.: https://kommunisten.eu/index.php?op...bettlaegerigkeit-an&catid=42:inland&Itemid=90
 
Der Betroffene sollte zu einem Termin in die Behörde hatte aber eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung,das reichte der ALG II Behörde nicht aus.
Warum sollte jemand, der "nur nicht arbeiten" kann, denn nicht zu einem Gespräch bei der ARGE erscheinen? Immerhin könnte auch ein Arbeitgeber verlangen, dass jemand, der Arbeitsunfähig ist, trotzdem in der Firma erscheint. Es sei denn, er ist dazu auch nicht in der Lage.

Welche Krankheit hatte denn der Mann?

Also: Wenn jemand sich die Hand gebrochen hat, dann ist er arbeitsunfähig, aber doch nicht unfähig, einen Termin beim Amt wahrzunehmen.

Sollte der Betroffene keine Bescheingung abgeben so drohen im 10% Kürzungen seines Regelsatzes.
Finde ich zwar persönlich übertrieben, aber anscheinend hilft nur das Druckmittel Geld, um manche Menschen zu bewegen.

Marty
 
Warum sollte jemand, der "nur nicht arbeiten" kann, denn nicht zu einem Gespräch bei der ARGE erscheinen? Immerhin könnte auch ein Arbeitgeber verlangen, dass jemand, der Arbeitsunfähig ist, trotzdem in der Firma erscheint. Es sei denn, er ist dazu auch nicht in der Lage.
Und was hätte das jetzt bitte für einen Sinn das er da erscheint? Er kann als Kranker Mensch ja wohl schlecht jemanden von seiner Arbeitsmoral überzeugen. Das sind doch reine Schikanen. Außerdem macht Arbeitslosigkeit Krank, das ist Wissenschaftlich erwiesen...
 
Zuletzt bearbeitet:
Und was hätte das jetzt bitte für einen Sinn das er da erscheint? Das sind doch reine Schikanen.

Das ist doch Quatsch, ne Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bekomme ich schon wenn ich nicht voll einsatzfähig bin, auch für weniger als ne gebrochene Hand.

Und das ne AU in manchen Fällen nicht mehr ausreicht liegt wohl daran das begründete Zweifel an der Motivation der Empfänger bestehen.