Du warst noch nie selbstständig, oder?Es muss ja keiner für einen Konzern arbeiten. Jeder hat die Möglichkeit, sein eigener Chef zu sein, man muss sich nur aufraffen und das, was man kann, gut verkaufen. Es muss keiner der "Sklave" eines anderen sein, wenn er oder sie nicht möchte.
Also meine Erfahrung aus der Selbstständigkeit ist, dass man früher oder später doppelt so viel Arbeit für das gleiche (oder weniger) Geld verdient, wie als Angestellter. Einziger Vorteil: Du entscheidest selbst, wann Du was wie arbeiten möchtest. Aber diese Euphorie hält nicht lange. Auch das mit dem "ich such' mir meine Kunden aus" ist nur Theorie. Ich für meinen Teil habe als Selbstständiger Aufträge von Leuten angenommen, die ich privat nie gegrüßt hätte und bei denen ich nie einen Arbeitsvertrag unterschrieben hätte. Ich habe es aber gemacht, weil es zeitlich begrenzt war und ich das Geld brauchte. Außerdem ist man als Selbstständiger vor allem Sklave der Formulare und Ämter in Deutschland. Die wollen immer irgendwas - Geld, Einsicht in die Bücher, je nach Gewerbe auch Hygiene oder sonstwer. Meist wollen sie Geld und nicht zu knapp.
Ganz ehrlich: Teuer erkaufte Freiheit, die man eigentlich gar nicht hat. Frei ist man erst, wenn man ein paar Millionen auf dem Konto, ein eingerichtetes Haus und ein genügend großes Grundstück besitzt. Wenn man keine Arbeit mehr verrichten muss und sich ohne Sorge um seine Existenz seinen Lieblingsbeschäftigungen widmen kann.