Es muss ja keiner für einen Konzern arbeiten. Jeder hat die Möglichkeit, sein eigener Chef zu sein, man muss sich nur aufraffen und das, was man kann, gut verkaufen. Es muss keiner der "Sklave" eines anderen sein, wenn er oder sie nicht möchte.
Du warst noch nie selbstständig, oder? ;)

Also meine Erfahrung aus der Selbstständigkeit ist, dass man früher oder später doppelt so viel Arbeit für das gleiche (oder weniger) Geld verdient, wie als Angestellter. Einziger Vorteil: Du entscheidest selbst, wann Du was wie arbeiten möchtest. Aber diese Euphorie hält nicht lange. Auch das mit dem "ich such' mir meine Kunden aus" ist nur Theorie. Ich für meinen Teil habe als Selbstständiger Aufträge von Leuten angenommen, die ich privat nie gegrüßt hätte und bei denen ich nie einen Arbeitsvertrag unterschrieben hätte. Ich habe es aber gemacht, weil es zeitlich begrenzt war und ich das Geld brauchte. Außerdem ist man als Selbstständiger vor allem Sklave der Formulare und Ämter in Deutschland. Die wollen immer irgendwas - Geld, Einsicht in die Bücher, je nach Gewerbe auch Hygiene oder sonstwer. Meist wollen sie Geld und nicht zu knapp.

Ganz ehrlich: Teuer erkaufte Freiheit, die man eigentlich gar nicht hat. Frei ist man erst, wenn man ein paar Millionen auf dem Konto, ein eingerichtetes Haus und ein genügend großes Grundstück besitzt. Wenn man keine Arbeit mehr verrichten muss und sich ohne Sorge um seine Existenz seinen Lieblingsbeschäftigungen widmen kann.
 
Du warst noch nie selbstständig, oder? ;)

Doch, ich bin nun ein Jahr in der Selbstständigkeit. ;)

Also meine Erfahrung aus der Selbstständigkeit ist, dass man früher oder später doppelt so viel Arbeit für das gleiche (oder weniger) Geld verdient, wie als Angestellter. Einziger Vorteil: Du entscheidest selbst, wann Du was wie arbeiten möchtest. Aber diese Euphorie hält nicht lange. Auch das mit dem "ich such' mir meine Kunden aus" ist nur Theorie.

Gut, da wird jeder seine eigenen Erfahrungen machen. Ich hingegen finde meinen Job vollkommen geil. Ich möchte nie wieder etwas anderes machen, als das, was ich jetzt beruflich mache. Ich teile mir meine Arbeit so ein, wie ich Lust habe und wenn ich keine Lust habe, dann gebe ich mich meiner Freizeit hin. Hat bisher super geklappt. Hat sogar so toll bisher geklappt, dass ab dem 1.2. eine Vollzeitkraft eingestellt wird!

Und die Euphorie ist immer noch an jedem einzelnen Tag vorhanden. Ich sag es mal so: Was kann es Geileres geben, als von zu Hause aus zu arbeiten? Ich kann mir die Strümpfe wechseln, wenn mir danach ist, kann in meinen Schlafklamotten hier sitzen und die Kundengespräche führen und kann machen, was ich möchte. Was kann es denn Tolleres geben, als so zu arbeiten? Also ich finde es schön, was aber nicht jeder toll finden muss.

Ist aber auch nur meine Erfahrung, die ich gesammelt habe. Und ehrlich gesagt, freue ich mich jeden Tag über meinen Job und meine anstehenden Arbeiten, die auf mich warten.

Ich für meinen Teil habe als Selbstständiger Aufträge von Leuten angenommen, die ich privat nie gegrüßt hätte und bei denen ich nie einen Arbeitsvertrag unterschrieben hätte. Ich habe es aber gemacht, weil es zeitlich begrenzt war und ich das Geld brauchte.

Ich lehne Aufträge ab, die ich nicht mit meiner Einstellung vereinbaren kann. Es hat mich schon ein Shopbetreiber angeschrieben, der Klamotten verkauft, die der rechten Szene angehören. Da habe ich den Auftrag abgelehnt. Waren auch einige Hunderte Euro, aber nein, da lehne ich ab. Ich habe vielleicht aber auch das Glück, dass mir mein Job sehr viel Freude bereitet und ich jeden Tag auch für meine eigenen Projekte noch was lernen kann.

Es kommt aber auch auf den Job an, den man ausübt und ob der auch einem Spaß macht oder nicht. Wenn ich keine Lust habe 14 Stunden zu arbeiten, dann mache ich es einfach nicht. Es gibt Tage, da stehe ich auf und möchte nicht arbeiten, dann treffe ich mich mit meiner Freundin, gehen bummeln oder ich zocke mal an meiner Wii oder oder oder. Man muss es sich ordentlich einteilen, den Spaß nicht verlieren und dabei die Wirtschaftlichkeit nicht aus den Augen verlieren, dann sollte alles klappen. So jedenfalls meine Erfahrung bisher.

Außerdem ist man als Selbstständiger vor allem Sklave der Formulare und Ämter in Deutschland. Die wollen immer irgendwas - Geld, Einsicht in die Bücher, je nach Gewerbe auch Hygiene oder sonstwer. Meist wollen sie Geld und nicht zu knapp.

Ach na ja, sicher nerven mich auch einige Fragebögen vom Finanzamt. Aber was solls? Ich habe einen guten Bekannten, der ist Bilanzbuchhalter und kümmert sich um fast alles, was in diesem Bereich anfällt. Er erstellt die Eröffnungsbilanz, da ich ja nun seit Kurzem eine UG habe, macht und tut und wird natürlich von mir auch dafür bezahlt. Man kann sich schon sehr viele Dinge vom Hals halten, wenn man es möchte.

Ganz ehrlich: Teuer erkaufte Freiheit, die man eigentlich gar nicht hat. Frei ist man erst, wenn man ein paar Millionen auf dem Konto, ein eingerichtetes Haus und ein genügend großes Grundstück besitzt. Wenn man keine Arbeit mehr verrichten muss und sich ohne Sorge um seine Existenz seinen Lieblingsbeschäftigungen widmen kann.

Freiheit definiert jeder anders, daher kann ich hier auch nicht sagen, dass du Unrecht hast.

Wenn ich mein altes Leben mit meinem jetzigen Leben vergleiche, dann fühle ich mich frei. Ich bin finanziell unabhängig, ich kann meine Arbeitszeit frei einteilen, nehme mir die Wochenenden für meine Freundin Zeit, die wir zusammen gestalten und ich kann mir viel mehr leisten, als es noch vor gut 2 Jahren der Fall war.

Was will ich denn mehr? Sicherlich werden wir als nächstes zusammenziehen und ein Haus kaufen, aber ob das nun dieses Jahr ist oder 2014 ist ja egal. Man sollte da nichts übers Knie brechen. Für mich ist das, was ich jetzt lebe, pure Freiheit.
 
[...]
Wenn ich mein altes Leben mit meinem jetzigen Leben vergleiche, dann fühle ich mich frei. Ich bin finanziell unabhängig, ich kann meine Arbeitszeit frei einteilen, nehme mir die Wochenenden für meine Freundin Zeit, die wir zusammen gestalten und ich kann mir viel mehr leisten, als es noch vor gut 2 Jahren der Fall war. [...]
Also wenn es Dir so gut geht, dann bleibt mir natürlich nicht viel mehr übrig, als mich für Dich ehrlich zu freuen und Dich zu beglückwünschen :)

Ich kenne nicht mehr viele Selbstständige, denen es gut geht. Ich habe es sein lassen und bin jetzt wieder Angestellter. Ob ich das ewig bleiben werde, weiß ich nicht. Im Augenblick genieße ich das regelmäßige Einkommen, mit dem ich rechnen kann. Außerdem habe ich meine Bücher selbst gemacht (oder machen müssen), das war dann mein Wochenende. Jetzt bin ich ganz zufrieden, dass ich am Freitag nach Hause fahre und die Welt für 2 Tage vergessen kann.

Aber wer weiß, vielleicht packt mich nochmal die Abenteuerlust. Du bist jedenfalls der erste seit ungefähr 5 Jahren, von dem ich höre, dass es gut läuft. Und das gibt mir ein wenig Hoffnung :)
 
Danke für deine netten Worte. :)

Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich am Wochenende hauptsächlich nicht arbeiten werde. Daran habe ich mich auch gehalten. Das Wochenende ist für meine Freundin reserviert, auch wenn wir uns in der Woche vielleicht noch an einem Tag sehen und etwas unternehmen. Unterhalb der Woche wird alles spontan ausgemacht, je nachdem, was gerade bei mir los ist.

Wenn sie am Wochenende bei mir ist, dann ist der Rechner auch zu 99% tabu. Ich beantworte da meistens nicht mal irgendwelche Kundenanfragen. Man muss sich einfach Pausen schaffen.
 
Wir kaufen Dinge die wir nicht brauchen, um Leuten zu gefallen die wir nicht mögen. Da fällt mir was witziges zu ein:

Das originale Zitat kommt glaub ich aus dem Film Fight Club (Wenn es dort auch zitiert wurde, dann bitte sagen wo es herkommt, das interessiert mich. :) ), in dem Buch "Cashkurs" von Dirk Müller (Das Buch ist übrigens nett geschrieben) lese ich dieses Zitat mit dem verweis auf Richard David Precht, von dem das Zitat "angeblich" kommt. Der Schinken macht schon so eine große Runde, das Zitierer glauben, dass das Zitat von einem Zitierer kommt. :D

Das Zitat beschreibt aber dennoch genial den Kredit. Und verflucht nochmal, auch die Barclays Bank will mir eine Kreditkarte aufschwatzen. (Heute in der Post gewesen 16,01% Sollzinssatz / Effektiver Jahreszins 17,24%) Is dat nen Schnäppchen? ;)

@Spandauer3 Coole Sache, ich wünschdir noch lange erfolgreiche Geschäftsjahre. Liest sich schön.
 
Ich habe noch eine interessante Reportage gefunden. Sie zeigt umstrittene Wiedereingliederungsmaßnahmen und den geschäftlichen Nutzen mancher Unternehmer bzgl. Langzeitarbeitslosen. Sie zeigt die negative Seite, unter anderem Programme die ausschließlich sekundären Nutzen haben. Es wird ein niederländische Modell dem Gegenüber gestellt mit einem positiven Beispiel.

Es handelt sich um eine öffentlich Rechtliche Reportage die trotzdem wertend ausgerichtet ist. Ein Gegner wird sich darin suhlen und ein Befürworter wird hoffentlich dem sinnvolle Fördermaßnahmen gegenüber stellen. ;)

https://www.youtube.com/watch?v=LajvCT_IRH0&list=HL1359030666

Wer Lust hat, 45 Minuten, Diskussionsstoff inklusive.
 
Ich habe noch eine interessante Reportage gefunden. Sie zeigt umstrittene Wiedereingliederungsmaßnahmen und den geschäftlichen Nutzen mancher Unternehmer bzgl. Langzeitarbeitslosen.
Gut, das die BA ca. 900 Mio, die für Wiedereingliederungsmaßnahmen vorgesehen waren, letztes Jahr einbehalten hat. :mrgreen:
 
Hartz IV: Vermittler verloste unbezahlte Praktikanten an Firmen

Folgende News wurde am 24.01.2013 um 23:26:00 Uhr veröffentlicht:
Hartz IV: Vermittler verloste unbezahlte Praktikanten an Firmen
Shortnews

Ohne Bezahlung mussten in Deutschland Langzeitarbeitslose als Fensterputzer, Lagerarbeiter, LKW-Reiniger oder Fußboden-Schrubber arbeiten. Sie waren von dem Bildungsträger DG Mittelrhein bei einer Tombola als Praktikanten an die Firmen verlost worden. Für die Tombola-Lose mussten die Firmen kein Geld bezahlen, weil der Arbeitsvermittler das soziale Engagement der Firmen, die bereit waren, die älteren Arbeitslosen als Praktikanten bei sich zu beschäftigen, belohnen wollte. Der DGB bezeichnet diese Form der Arbeitsvermittlung als Sklavenmarkt. Das Jobcenter Landkreis Mayen-Koblenz freut sich dagegen über jeden Arbeitslosen, der die Möglichkeit bekommt, auf diese Weise ein Praktikum zu absolvieren.
 
Praktikum, um einen Beruf kennen zu lernen und so (in jungen Jahren) eine Ausbildung oder ähnliches danach bei rum kommt, okay. Gerne auch unbezahlt.
Aber als Arbeitsloser in fortgeschrittenem Alter? Was soll das bringen? Die sollen kein beschis***** Praktikum machen, die sollen in eine Arbeit kommen, mit der sie ihren Lebensunterhalt finanzieren können ohne noch aufs Amt rennen zu müssen. Und um in dem Fall den Betrieb und das Arbeitsumfeld kennen zu lernen, gibts doch extra die üblichen 6 Monate (bezahlte) Probezeit.

Da sieht man doch, dass die diversen Jobcenter nicht wirklich bemüht sind, Arbeitslosen zu helfen und diese in Arbeit zu vermitteln (und nicht in unbezahlte Praktika wo sicher ist, dass die weiter auf "Hartz" hängen bleiben).
 
Wer Lust hat, 45 Minuten, Diskussionsstoff inklusive.

Diese Reportage zeigt bei weitem nicht was für schindluder mit diesen Maßnahmen getrieben wird.

Unser Sohn besucht nun die 9. dieser Masnahmen, bringen tut es garnix ( zumindenst ihm nicht )

Erschreckend aber ist die Aussage des Arbeitsvermittlers ( Gedächnisspro. )

"Wir wissen selber das diese Masnahmen nichts bringen, aber hauptsache sie sind aus der Statistik raus"

Höchst zweifelhaft finde ich es auch womit diese Masnahmen "begründet" werden.

Bei unserem Sohn wurde "festgestellt" das er eine Berufliche Qualifikation "benötigt" !

Datum dieser "feststellung" war 2 Tage nach erfolgreichem Abschluss seiner Lehre !
 
Da sieht man doch, dass die diversen Jobcenter nicht wirklich bemüht sind, Arbeitslosen zu helfen und diese in Arbeit zu vermitteln (und nicht in unbezahlte Praktika wo sicher ist, dass die weiter auf "Hartz" hängen bleiben).

Wenn die Menschen die bei den Jobcentern arbeiten jeden Arbeitslosen vermitteln wären diese Menschen selbst bald Arbeitslos.

Wer bitte sägt schon bewusst an einem Ast auf dem er selber sitzt ? ;)
 
Arbeitsagentur-Chef verteidigt Kontrolle kranker Hartz-VI-Empfänger

Folgende News wurde am 09.04.2013 um 20:41:23 Uhr veröffentlicht:
Arbeitsagentur-Chef verteidigt Kontrolle kranker Hartz-VI-Empfänger
Top-Themen

Cottbus (dpa) - Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, hat schärfere Kontrollen krankgemeldeter Hartz-IV-Empfänger verteidigt. Wo es hier Auffälligkeiten gebe, müsse es möglich sein, eine Krankschreibung oder ein Attest durch einen neutralen Arzt überprüfen zu lassen, sagte er der «Lausitzer Rundschau». Die Kontrollen gelten für Hartz-IV-Empfänger, die häufig Jobcenter-Termine oder Vorstellungsgespräche wegen einer Erkrankung platzen lassen. Überführten Blaumachern soll das Arbeitslosengeld gekürzt werden.
 
Genau das wird es bei weiteren Restriktionen seitens des Staates den Beziehern von ALGII gegenüber werden: "Hartz 6". Neben der Überschrift ist der zweite Fehler in diesem sehr kurzen Artikel: "Arbeitslosengeld" - das ist etwas Anderes als ALGII bzw. "Hartz IV"...

Zum Inhalt: Da wird wieder mehr Wind drum gemacht, als an Substanz drinsteckt. Die Menschen, die das System "ausnutzen" (da kann man meiner Meinung nach in den allermeisten Fällen nicht davon sprechen), sind ein verschwindend geringer Anteil. Und Arbeitnehmer, die sehr oft krankheitsbedingt fehlen, müssen sich zumindest ihrer Krankenkasse gegenüber rechtfertigen. Dem Arbeitgeber natürlich, zumindest inoffiziell, auch. Falls das Fehlen am Arbeitsplatz - Krankenschein hin oder her - zum wochenlangen Prozedere wird, kann auch eine Kündigung erfolgen.
 
Verstehe einerseits nicht, warum man die Hartzies nicht einfach in Ruhe lässt und nur bei denen tätig wird, die wirklich eine Arbeit suchen. Dann würde auch der Ruf der "Agentur für Arbeit" vielleicht wieder besser werden - denn inzwischen weiß wohl jeder Arbeitgeber, dass die meisten sich bewerben müssen, völlig egal, ob ausreichend qualifiziert oder nicht. Entsprechend motiviert sind die meisten wohl auch.

Andererseits verstehe ich nicht, was daran so schlimm ist, ein Mal in 6 Monaten beim Amt zu erscheinen. Da bricht sich doch wohl niemand einen Zacken aus der Krone. Da ist ja der Weg zum Arzt noch beschwerlicher. Und wenn man kein Interesse an einem Job hat, dann wird es wohl tausend andere Wege geben, einen beschissenen Job nicht annehmen zu müssen.

Also irgendwie kommt mir das schon fast wie ein Wettrüsten zwischen Hartzies und übereifrigen Politikern vor: Gelbe Scheine versus Generalverdacht... Armes Deutschland. Dabei könnten wir uns problemlos jeden einzelnen Hartzi leisten und die Jobangebote der Agentur für Arbeit werden vielleicht auch irgendwann wieder mal besser...