Feuchtgebiete....

Saralx

dis iratis natus
ID: 282225
L
22 April 2007
2.032
288
So, zu dem Buch muss ich jetzt mal einen Thread aufmachen.

Die Diskussion in den Medien wundert mich wenig, Medienhype und Marketing eben;)

Heute aber hatte ich an der Uni (bei wunderschönem Sonnenschein auf der Wiese...) eine Diskussion mit meinen Kommilitonen, die dann fast schon in Richtung Streitgespräch driftete.....Also liebe Klammerer, was denkt ihr darüber??

Meiner Meinung nach ist es ein Debutroman, der sich eben expliziter Sprache bedient. Da ist nichts drin, was ich nicht schon selbst erlebt, im P*rno gesehen oder mit Freundinnen drüber geredet hätte.

Allerdings kommt es mir so vor, als hätten seit Erscheinen des Buches die Mehrheit der Deutschen keinen S*x, gucken keine Pornos (und haben auch noch nieee einen gesehen) und sprechen auch nicht über S*x oder Intimität.

Ist denn Deutschland an der Oberfläche wirklich so prüde? Spricht man da nicht drüber? Oder ist es den meisten einfach zu deutlich und direkt?
 
Ich werde dieses Buch wegen der darin benutzten Sprache nicht lesen... Die will doch nur Aufmerksamkeit. :yawn:

Und das hat nichts mit Verklemmtheit zu tun; ich schätze bloß vulgäre Sprache nicht und mich interessiert das Thema nicht sonderlich...
 
In "Feuchtgebiete" steckt weit mehr als das, was man zur Zeit so hört und liest. Besonders weil es eben in so einer extremen Sprache geschrieben wurde, muss man zwischen den berühmten Zeilen lesen.
 
Das denke ich auch, das Ende des Buches ist wirklich erstaunlich gut.

Und zum Theam vulgäre Sprache: Habe ich was verpasst oder sagt heute jeder nur noch "Liebe machen", "Pillermann" und "Mumu"???

Die Sprache ist nicht vulgär, einfach nur direkt und ich würde sagen intimer. So spreche ich vielleicht nicht mit Bekannten auf offener Straße, aber mit meinen Freundinnen beim Mädelsabend zuhause sicherlich.
 
Das denke ich auch, das Ende des Buches ist wirklich erstaunlich gut.

Und zum Theam vulgäre Sprache: Habe ich was verpasst oder sagt heute jeder nur noch "Liebe machen", "Pillermann" und "Mumu"???

Natürlich fallen im realen Leben auch deftige Ausdrücke, ich finde nur, daß das nicht in ein Buch gehört. Ist meine persönliche Meinung
 
Ist meine persönliche Meinung

Sollte jeder haben dürfen:D

Was mich aber noch interessiert:Warum nicht in einem Buch?
Weil es eine fiktive Welt ist die für jeden zugänglich sein soll, oder einfach weil du's nicht lesen magst, oder warum?
Es tut doch nichts anderes als die Gesellschaft (und deren Sprache) zu repräsentieren, oder?
 
Ich habe das Buch nicht gelesen und werde es auch nicht lesen. Ein Buch, dass nur wegen seiner darin benutzten Sprache Aufmerksamkeit erlangt, kann vom Inhalt her nicht viel bieten. Ich habe in einige Kommentaren zu dem Buch gelesen, dass es tatsächlich eine Handlung haben soll, aber diese Handlung nicht wirklich das Buch "trägt".
Meiner Ansicht nach wollte die Autorin provozieren, genauso wie Lady Bitch Ray, Sido und noch anderen Konsorten. Mittlerweile bekommt man halt Aufmerksamkeit in Deutschland und wird als revolutionär gefeiert, wenn man öffentlich F**** o.Ä. sagt. Irgendwelche geistreichen Interpetation werden in die Sätze reingepackt (Ausbruch aus der gesellschaftlichen Norm usw.),aber im Endeefekt sind es für mich nur leere Worthülsen. Sie können mich nicht schocken und interessieren mich auch nicht, also werd ich mich so ein Buch auch nicht kaufen.
Ich habe kein Problem mir Sexualität in Büchern und auch keine mit Brutalität, aber nur wenn es die Handlung ergänzt und nicht die ganze Handlung ausmacht.
 
Öhmmm, dann les' es doch bitte mal...dann kannst du dir vllt. besser eine Meinung bilden. Ist ja auch nicht zu lang und man kommt in ein paar Stündchen durch.

Wenn ich mich bei Meinungen über ein Buch auf Amazon-Bewertungen verlassen würde, dann würde ich wohl nur noch Diana Gabbaldon und Harry Potter lesen....
 
Ich habe nichts von Amazon geschrieben, sondern von Kommentaren und die findet man im Internet und zeitweise auch im Fernsehen zu hauf.

Ich brauch es nicht lesen, weil mich der Inhalt nicht interessiert. Aber ich habe durchaus Berichte über das Buch gelesen, dass Interview mit Charlotte Roche bei Johannes B. Kerner gesehen und im Internet geschaut. Ein Buch, dass solch eine Aufmerksamkeit erlangt, geht ja an keinem Bücherfreund vorbei. Aber ich kann schlecht jedes Buch lesen, bloß weil mich mein erster Eindruck täuschen könnte, dann würd ich ja die für mich wirklich interessaten Bücher garnicht mehr lesen können.
Es ist halt Geschmackssache, aber ich hab noch von keinem Buch gehört, was mehr mit Sprache, als mit Inhalt schokiert. Und da es mir völlig schnuppe ist, wie oft jemand F**** in seinem Buch schreibt oder was man mit Körperflüssigkeiten anstellen könnte, lese ich dann halt lieber andere Bücher.
Wie gesagt, für mich wirkt das wie Effekthascherei, wie es eben auch z.B. die im ersten Posting von mir genannten Kandidaten machen.

Ich sag ja nicht, dass es schlimm ist, dieses Buch zu lesen, lese ja selber Sachen, die sich andere höchstwahrscheinlich nicht antun würden. Aber nur weil jemand in einer unverblümten Sprache schreibt, ist es noch lange kein tolles literarisches Werk.
 
Ich sage ja nicht, dass du es dir unbedingt zu Gemüte führen sollst, aber wie kann man sich denn eine Meinung bilden ohne es zu kennen?

Klar, du hast darüber gelesen und Interview gesehen, hat wohl jeder. Aber die Berichterstattung ist ja nicht wirklich ernstzunehmen, das ist ja Bild-Zeitung at its best. Ich würde nur deshalb kein Buch vorverurteilen.
 
Ich MUSS Bücher vorverurteilen. Mein SUB ist jetzt schon größer, als mein Geldbeutel erlaubt:LOL:. Ich richte mich bei Büchern immer an Inhalt, Kommentaren und, wenn vorhanden Meinungen von Freunden und Bekannten mit ähnlichen Geschmack. Gut, wenn mich der Inhalt überzeugt, können die Kritiken auch noch so schlecht sein, dann kaufe ich es mir. Aber bei "Feuchtgebiete" ist es umgekehrt, meist gute Kritiken und für mich uninteressanter Inhalt. Klar, dass man nicht allem Glauben schenken darf, aber nichtmal die Autorin konnte mich von ihrem Buch überzeugen und mir darlegen, was sie mit dem Buch bezweckt. Also hab ich es vorverurteilt.
Du hast bestimmt auch schon öfter ein Buch vorverurteilt, denn ansonsten könnte man ja die gesamte Buchhandlung aufkaufen;)
 
Mich interessiert das Buch vor allem, weil ich jetzt schon so viele widersprüchliche Kritiken und Kommentare dazu gelesen habe und mir daraufhin doch mal ne eigene Meinungen bilden möchte. Allerdings werd ich es mir sicher nicht kaufen, sondern warte bis es entweder in der Bib steht oder mir auf dem Flohmarkt für 1,- unterkommt.
 
Ich hab das Hörbuch hier, auch aus neugier aufgrund der widersprüchlichen Meinungen, und die ersten 4 Tracks gehört. Das erste, was mir negativ auffiel: Die Stimme der Autorin. Die scheint mir irgendwie dünn.

Die Erzählsprache ist tatsächlich ziemlich fäkallastig, aber ich kenne (leider) Menschen, die noch derber sprechen, und die ich immer wieder drauf aufmerksam mache, dass ich das nicht mag.

Ich erinnere mich aber auch an Linda Jaivis und ihren Roman "Haut und Haar", der auch relativ kontrovers diskutiert wurde. Da hatte ich auch erst das Hörbuch (mein erstes überhaupt! noch auf MC!), und dann den gedruckten Roman. Das Hörbuch hatte allerdings auch den Charme (für mich), dass Lilo Wanders es las.

Geschadet hat mir das Buch nicht, und das wird Feuchtgebiete auch nicht. Allerdings denke ich, dass die gute Charlotte nicht alle ihrer sexuellen Vorlieben mit uns teilen sollte.
 
gute Charlotte nicht alle ihrer sexuellen Vorlieben mit uns teilen sollte.

Sind ja (angeblich) nicht ihre...:mrgreen:

Hmm, also mit Hörbüchern kann ich nix anfangen. Geht irgendwie überhaupt nicht. Ich hab's mal probiert, aber das macht mich ganz kirre, dass ich nix blättern muss und einfach nur hören soll.....

Wie schon gesagt, das Buch ist diskussionswürdig. Ich wollte es auch nicht lesen (Bähh, der Medienhype...), stand dann aber im Thalia und habe mal reinlesen können und wollte dann aber unbedingt wissen wie's weitergeht....also gekauft. Habe dann gleich im Bus angefangen zu lesen und gleich Blicke geernet als hätte ich mich nackig in den Bus gehockt...:ugly:
 
Hallo..

ich bin nicht so ein Bücherfanatiker wie manch andere hier. Aber dieses Buch habe ich hier zuhause stehen und auch gelesen ;)
Auch ich habe es innerhalb von ein paar Stunden gelesen gehabt. Geht mir nicht oft so, aber dieses Buch "flutscht" einfach nur.
Ja, es hat eine derbe Sprache, aber sie ist ehrlich. Nichts ist schön geredet oder nett verpackt. Das hat mich z.b. an diesem Buch faziniert! Es ist einfach so geschrieben wie gedacht. Teilweise denke ich genau in diesen Wörtern, würde sie aber nie so aussprechen. Man kann jedes Wort, jeden Satz schön verpacken, aber es bleibt immer die gleiche, ehrliche und manchmal brutale Aussage ;)
In diesem Sinne, ruhig mal "Feuchtgebiete" lesen.
 
Meiner Meinung nach ist es ein Debutroman, der sich eben expliziter Sprache bedient. Da ist nichts drin, was ich nicht schon selbst erlebt, im P*rno gesehen oder mit Freundinnen drüber geredet hätte.
Ich lese es gerade und bin manchmal ziemlich angeekelt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Frauen sich zusammen ihren Hintern anschauen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Frauen sich vor dem S*x selber mal "anschmecken", um zu schauen, wie sie selber schmecken?

Und das Frauen (oder Männer) den Eiter aus ihren Eiterpickeln essen kann ich mir auch nicht vorstellen. Mögen Frauen es wirklich, getrocknetes Sperma aus den Fingernägeln zu lutschen?

Vielleicht bin ich ja wirklich mit 36 schon zu alt, meine Frau macht das alles auch nicht.

Das Buch soll vermutlich schockieren, anlocken, Umsatz machen. Ist gelungen, ist auch gut zu lesen. Ich lese es zu Ende und dann werde ich mich wieder anderer Lektüre zuwenden.

Gruss
Marty
 
Weoßt du Marty, ich hab mal für ein Unternehmen gearbeitet, dass einen Pay4.Erotik-Chat hatte. Was ich da teilweise gelesen habe, ist so heftig, dass die Roche mich nicht mehr schocken kann. Egal was und wie sie schreibt. Wie gesagt, das Buch wird mir nciht schaden, aber ich denke, es gibt zartbesaitete seelen, die sollten das nicht lesen. Die lesen zur eigenen Sicherheit besser Denise-Romane (gibt´s die noch?).

Dazu muß ich sagen, dass ja beim Hörbuch nun auch die Stimme viel ausmacht, und die Autorin hat mE keine fesselnde Stimme. Vielleicht, wenn Rufus Beck gelesen hätte...

@Sarah: Ich les auch lieber ein richtiges Buch, aber Hörbücher sind praktisch, wenn man 2mal die Woche eine lange Busfahrt machen muß, und man die Strecke schon in-und-auswendig kennt.