London will sich nicht an Finanzspritzen für Athen beteiligen

Folgende News wurde am 14.07.2015 um 09:44:46 Uhr veröffentlicht:
London will sich nicht an Finanzspritzen für Athen beteiligen
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London (dpa) - Großbritannien weigert sich strikt, sich an finanziellen Hilfsmaßnahmen für Griechenland zu beteiligen. Entsprechend zitierten mehrere britische Zeitungen eine Quelle aus dem Londoner Finanzministerium. Den Berichten zufolge will EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Instrumente des alten Rettungschirmes EFSM wiederbeleben. Demnach würde der EU-Haushalt - und damit auch Geld des Nettozahlers Großbritannien - als Sicherheit herhalten müssen, falls Griechenland seine Kredite nicht zurückzahlt.
 
Ist das jetzt eine Feststellung, eine Begründung oder was soll ich mit dieser Antwort anfangen? Ist das Deiner Meinung nach Gottgegeben, dass es so sein muss, findest Du das gut oder schlecht?
Das ist total beschissen, aber auch die Grundlage, wie unser gesamtes Finanzsystem funktioniert. Die EZB will nicht den "Verwaltungsoverhead" mit der Kreditvergabe an den "Endverbraucher" haben. Und das schließt halt auch Staaten mit ein. Sie verleihen ihr Geld an Banken und die kümmern sich um die Weitervergabe gegen horrendes Aufgeld. Gelebte Bürokratie.

Welches "Geschäftsmodell von Banken"?
Das Geld ihrer Kunden an andere Kunden gegen Zinsen zu verleihen, diese Kredite zu verwalten und sich parasitär an der Arbeit ihrer Kunden zu nähren. Ob sie nun das Geld "umsonst" von ihren Kunden (Spareinlagen, Girokonten, sonstige Anlagen) oder der EZB bekommen, ist dabei ja völlig egal.

Ist deren ureigenste Aufgabe, Geld zinslos von staatlichen Institutionen zu bekommen und es dann dem Staat gegen Zinsen zu leihen? Dann sind Banken überflüssig.
Also wenn Du mich fragst, dann sind Banken heutzutage nicht nur überflüssig, sondern ruinös.

Die Aufgaben von Banken sehe ich eigentlich primär im Dienstleistungsgeschäft. Sie verwahren mein Geld und womöglich andere Wertgegenstände für mich, wobei meine Werte stets vollumfänglich versichert sein sollten. Sie geben mir eine Plastikkarte, mit der ich weltweit immer an das Geld komme, das sie für mich verwahren - und zwar bis zum letzten Cent. Sie können mich beraten, wenn es um den Kauf von Wertpapieren, Edelmetallen und so weiter geht. Für all diese Dienstleistungen (sofern ich sie in Anspruch nehmen möchte), sollen sie auch eine gewisse "Provision" bekommen, wobei ich mir eher einen Festpreis laut Leistungskatalog vorstelle als einen prozentualen Anteil. Denn letztlich bleibt die Arbeitsleistung die gleiche, egal wie hoch die eingesetzte Summe am Ende ist.

Was Banken darüber hinaus noch tun könnten, wäre eine provisionierte Kreditvergabe. Das heißt, unverzinstes Geld, das auf Privat- oder Geschäftskonten vor sich hin gammelt (und dessen Verwahrung sogar noch Geld kostet!), an jene zu vermitteln, die das Geld investieren wollen. Die Bank kann hier verschiedene Aufgaben übernehmen, die sie sich einzeln laut ihrem Leistungskatalog bezahlen lassen kann. Aber mehr auch nicht.

Allerdings käme das einer Entmachtung der Banken gleich und setzt sie auf eine Stufe mit anderen Dienstleistungsunternehmen, wie etwa einer Wäscherei oder der Putzkolonne. Und das wollen die dicken Jungs ganz sicher um jeden Preis vermeiden ;)

Wie gesagt - Spanien ist derzeit ein zartes Pflänzchen. Und ich muss mich frragen, was Du denn auch anderes erwartest?

Auch wenn der Vergleich nicht ganz präzise ist, aber wie lange hat Deutschland nach 1945 gebraucht, um das "Wirtschaftswunder" zu werden? 10 Jahre? Aber das auch nur, weil die Bedingungen beinahe ideal waren (Wikipedia). Was es aber vor allem nicht gab, war eine durch und durch korrupte Regierung und Wirtschaft. Die Leute in Südeuropa können sich doch schon gar kein anderes Leben mehr vorstellen. Dazu kommt ein übermächtiger Euro. Mit einer eigenen Landeswährung könnte sicherlich auch noch einiges beschleunigt werden.

Will sagen, dass unter den aktuellen Voraussetzungen ein Stop der Talfahrt (siehe Link "ein zartes Pflänzchen") schon sehr gut ist. Dass es sich nicht auf dem Arbeitsmarkt und einer Verbesserung der persönlichen Situation des Einzelnen auswirkt, ist doch völlig normal. Aber ich würde behaupten, dass unter den aktuellen Umständen mit einer spür- und für jedermann sichtbaren Verbesserung in Spanien in den nächsten 10 bis maximal 15 Jahren zu rechnen ist, wenn sich die Vorzeichen nicht ändern. Bekommen sie ihre Korruption in den Griff, vielleicht in 5 bis 10 Jahren. Schafft es die EU, sich ein einheitliches Steuersystem und einen länderübergreifenden Überwachungsapparat zu installieren, wäre das sogar nachhaltig, denke ich.
 
Kein Wunder...

Es wundert mich nicht, dass Großbritannien sich an finanziellen Hilfsmaßnahmen für Griechenland nicht beteiligen will. Dieses Land würde am liebsten aus der EU austreten...
 
Wenn uns nicht Hochverräter regieren würden, wäre die Bananenrepublik auch längst raus.
Man kann die Meinung der Briten durchaus nachvollziehen.
Sie wollen halt was raus haben und nicht draufzahlen.
 
Die EZB will nicht den "Verwaltungsoverhead" mit der Kreditvergabe an den "Endverbraucher" haben. Und das schließt halt auch Staaten mit ein.
Das kann nur ein Witz sein, Bürokratie als Grund zu nennen. Die EZB soll kein Geld an Privatleute vergeben, nur an Staaten. Das kann nicht mehr Bürokratie sein als der Ankauf von Staatsanleihen.

Wie gesagt - Spanien ist derzeit ein zartes Pflänzchen. Und ich muss mich frragen, was Du denn auch anderes erwartest?
Einen Haushaltsüberschuss. Ein Unternehmen ist auch nicht "saniert" oder "ein zartes Pflänzchen", wenn es statt 80 Mrd. nur noch 50 Mrd. neue Schulden jedes Jahr macht. Ist ja toll, dass Spanien sich jetzt wieder Geld für 4% leihen kann -> Fakt ist doch: Die Schulden wachsen weiter... und weiter... und weiter...

Die Leute in Südeuropa können sich doch schon gar kein anderes Leben mehr vorstellen. Dazu kommt ein übermächtiger Euro. Mit einer eigenen Landeswährung könnte sicherlich auch noch einiges beschleunigt werden.
Eine wahre Aussage. Und die Griechen arbeiten kräftig darauf hin und werden dafür kritisiert.

Will sagen, dass unter den aktuellen Voraussetzungen ein Stop der Talfahrt (siehe Link "ein zartes Pflänzchen") schon sehr gut ist.[/QUOTE]Statt mit 150 km/h fahren sie jetzt nur noch mit 120 km/h auf die Wand zu... Das ist kein Erfolg, beides führt zum Crash. Der Rückwärtsgang oder eine Vollbremsung könnte helfen, aber nicht, dass Gaspedal mal kurz zu lupfen.
 
Das kann nur ein Witz sein, Bürokratie als Grund zu nennen. Die EZB soll kein Geld an Privatleute vergeben, nur an Staaten. Das kann nicht mehr Bürokratie sein als der Ankauf von Staatsanleihen.
Na was soll ich dazu sagen? Die Idee kommt ja nicht von mir. Ginge es nach mir, würde ich noch heute zur EZB gehen und mir einen Privatkredit über 10 Millionen Euro für 0,05% Zinsen holen. Und ich würde jede Wette halten, dass ich nicht der erste in der Schlage wäre, die dafür anstünden. Es ist eigentlich völlig egal, was ich mit dem Geld mache. Selbst wenn ich es ohne Kenntnis börslicher Zusammenhänge wild in irgendwelche Unternehmen streue, würde ich vermutlich einen Gewinn erzielen, der über 0,05% liegt. Obwohl bei diesem Zinssatz vermutlich die meisten Firmen ganz schnell ihre Papiere vom Markt selbst weg kaufen würden.

Warum den Banken seit Jahrhunderten der Arsch gepudert wird, weiß ich doch auch nicht. Ist aber nunmal so. Da hat auch alles Wählen nichts gebracht. In meiner Welt sind Banken rücksichtslose Parasiten, die die Wirtschaft zugrunde richten. Aber mit diese Ansicht stehe ich vermutlich ziemlich alleine da.

Einen Haushaltsüberschuss.
Den wird es ja auch geben. Nur eben jetzt noch nicht. Damit es den gibt, muss aber erstmal die Bremse gezogen werden. die wurde erfolgreich gezogen.

Was Du von Spanien erwartest ist ja noch viel mehr, als Deutschland jehrzehntelang leisten konnte. Wenn wir jetzt Überschüsse haben, dann können wir uns bei Draghi bedanken. Ansonsten ist doch auch Deutschland horrend verschuldet und das mit weitaus weniger Korruption und Vetternwirtschaft. Wenn Spanien jetzt einen völlig sanierten Überschusshaushalt hätte, würde ich sofort Radierungen in den Geschäftsbüchern vermuten, ganz nach griechischem Vorbild.

Und die Griechen arbeiten kräftig darauf hin und werden dafür kritisiert.
Nicht von mir. Ich kritisiere die Griechen, weil sie ganz Europa beschissen haben und weiter bescheißen. Und ich kritisiere jeden Europa-Romantiker, der am liebsten alle Länder an die europäische Brust legen will, auch wenn man weiß, dass die Haushaltsbücher eigentlich Märchenbücher sind.

Ginge es nach mir, hätte ich niemals auch nur daran gedacht, Griechenland in die EU aufzunehmen. Das gleiche trifft auf einige andere Länder Europas auch zu. Allerdings ist Griechenland insofern noch ein Sonderfall, als dass sie schon kriminell gehandelt haben, was aber die Europa-Fetischisten nicht davon abgehalten hat, sie wider besseren Wissens aufzunehmen - womit sie ebenso kriminell gehandelt haben und sich eigentlich vor dem europäischen Gerichtshof verantworten müssten. Aber so viel Gerechtigkeit erwarte ich gar nicht, wenn ich ehrlich bin.

Und dass der Euro schwächere Länder kaputt macht, ist auch klar. Eigentlich wäre der von Dir geforderte "Rückwärtsgang" tatsächlich wörtlich zu nehmen. Also die EU abzuwickeln, die Länder sich mit eigener Währung wieder erholen lassen und wenn die Zeit dafür reif ist, es nochmal zu versuchen mit einer politischen Union, also auch einheitlichen Gesetzen und Steuersystemen. Und das vielleicht zur Abwechslung mal eine Spur gerechter als es aktuell der Fall ist.
 
In meiner Welt sind Banken rücksichtslose Parasiten, die die Wirtschaft zugrunde richten. Aber mit diese Ansicht stehe ich vermutlich ziemlich alleine da.
+1

Den wird es ja auch geben. Nur eben jetzt noch nicht. Damit es den gibt, muss aber erstmal die Bremse gezogen werden. die wurde erfolgreich gezogen.
Eben nicht. Nochmal: Die machen gerade noch immer 50 Mrd. Euro neue Schulden und denken über STEUERSENKUNGEN nach. Wenn die 50 Mrd. jetzt Investitionen wären, die mal Ertrag abwerfen, dann würde ich ja noch einen Sinn sehen. Die 50 Mrd. werden aber nur neu aufgenommen, um Zinsen für Altschulden zu zahlen. Wie soll da ohne Investitionen eine 0 erreicht werden?

Was Du von Spanien erwartest ist ja noch viel mehr, als Deutschland jehrzehntelang leisten konnte.
Ich erwarte das jederzeit von jedem Staat. Schuldenaufnahme zum Konsum müsste verboten werden. Schulden sind nur für Investitionen legitim. Für Spanien, Griechenland, Deutschland, für jeden STAAT.

Und dass der Euro schwächere Länder kaputt macht, ist auch klar. Eigentlich wäre der von Dir geforderte "Rückwärtsgang" tatsächlich wörtlich zu nehmen. Also die EU abzuwickeln, die Länder sich mit eigener Währung wieder erholen lassen und wenn die Zeit dafür reif ist, es nochmal zu versuchen mit einer politischen Union, also auch einheitlichen Gesetzen und Steuersystemen. Und das vielleicht zur Abwechslung mal eine Spur gerechter als es aktuell der Fall ist.
Diesen Vorschlag unterschreibe ich sofort. Deutschland kann zwischenzeitlich mit der Schweiz eine Währungsunion üben.
 
Großbritannien ist zwar über den IWF mit drin, aber nachvollziehbar ist die Haltung schon, dass sich die "Pfundskerle" nicht übermäßig für die Eurokrise einspannen lassen wollen.
 
Eben nicht. Nochmal: Die machen gerade noch immer 50 Mrd. Euro neue Schulden und denken über STEUERSENKUNGEN nach. Wenn die 50 Mrd. jetzt Investitionen wären, die mal Ertrag abwerfen, dann würde ich ja noch einen Sinn sehen. Die 50 Mrd. werden aber nur neu aufgenommen, um Zinsen für Altschulden zu zahlen. Wie soll da ohne Investitionen eine 0 erreicht werden?
Es ist wie mit der USA, Deutschland und allen anderen Ländern auch. Es ist eben ein Aufschwung, wenn die Neuverschuldung sinkt. Da ist doch Spanien kein Sonderfall. Dass viele Länder längst schuldenfrei wären, wenn es keine Zinsen gäbe (einschließlich Deutschland), sagt niemand.

Ich will aber auch überhaupt nicht sagen, dass Du unrecht hast. So positiv, wie das Bild von den Europhilen gezeichnet wird, ist es natürlich nicht. Ich habe in den letzten Tagen auch viel zum Thema Griechenland, Spanien und diverse andere Länder der EU gelesen, weil ja auch die Gefahr bestand, dass im Falle eines Grexits die anderen Länder hinterher rennen werden, allen voran natürlich Spanien, gefolgt von Italien, Portugal, .. womöglich sogar Frankreich mit ähnlichen Schuldenproblemen. Und dann mache ich mir zum vierten Mal im Leben darum Sorgen, teilenteignet zu werden, wenn der Euro baden geht. Dieser Artikel beschreibt Deine Meinung sehr gut, wie ich finde (falls Du Zeit hast, ihn zu lesen; lohnt sich). Und ich stimme sogar zu. Aber:

Ich denke, dass die EU insgesamt in einem völlig desolaten Zustand ist. Die EU wird jedes Land ruinieren. Nicht nur Griechenland und Spanien, sondern die gesamte EU. Deutschland sicherlich erst zum Schlussakt hin, aber das tröstet mich auch nicht. Nach wie vor nutzt die EU ausschließlich den großen Konzernen, allen voran und weit abgeschlagen den Banken. Also die am wenigsten leisten, profitieren am stärksten. Das macht eigentlich auch deutlich, wer die eigentliche politische Macht besitzt.

Pickt man sich nun Spanien heraus, dann geht es dem Land schlecht. Und alle Punkte, die Du und der Artikel beschreibt, treffen voll zu. Nimmt man aber die gesamte EU zum Maßstab, relativiert sich das Bild etwas. Siehe dazu Staatsverschuldung Q3/2014 und Prognose der Staatsverschuldung bis 2016. Rein nach Zahlen, senkt Spanien sein Haushaltsdefizit von Jahr zu Jahr und ist eines der führenden Länder in puncto Wirtschaftswachstum.

Dass dieses Wachstum durch Einsparungen im Sozialsektor zurückzuführen ist, die Spanier scharenweise das Land verlassen und gleichzeitig die Armut im Lande weiter wächst, in ein bewusst in Kauf genommenes "Nebenprodukt". Ich halte es auch nicht für den richtigen Kurs, den Spanien (und jetzt auch Griechenland) da einschlagen, aber er funktioniert ja offensichtlich. Ein anderer Kurs wäre sicherlich einfacher, weniger schmerzhaft und nachhaltiger, aber das wollen wohl die Banken nicht...
 
Welches "Geschäftsmodell von Banken"? Ist deren ureigenste Aufgabe, Geld zinslos von staatlichen Institutionen zu bekommen und es dann dem Staat gegen Zinsen zu leihen? Dann sind Banken überflüssig.
Nun ist es aber auch nicht ganz so, dass Banken 1:1 Zentralbankgeld verleihen würden.

Das Geschäftsmodell ist: Dir einen Schuldschein bzw. eine "Option auf Geld" vorzustrecken.
 
Welches "Geschäftsmodell von Banken"? Ist deren ureigenste Aufgabe, Geld zinslos von staatlichen Institutionen zu bekommen und es dann dem Staat gegen Zinsen zu leihen? Dann sind Banken überflüssig..
Naja, Zentralbanken gab es nicht schon immer - die wurden erst zur Kriegsfinanzierung gegründet. An sich ist eine Zentralbank überflüssig, aber sehr praktisch - wer würde schon statt der Euro-Scheine der EZB, lieber irgendwelche Schuldscheine von regionalen Banken nutzen?
Die Schweden haben es erfunden, um den zweiten nordischen Krieg zu finanzieren: https://de.wikipedia.org/wiki/Schwedische_Reichsbank#Geschichte
 
Zuletzt bearbeitet:
Studie: EU-Wirtschaftspolitik wirkungslos

Folgende News wurde am 15.07.2015 um 18:37:54 Uhr veröffentlicht:
Studie: EU-Wirtschaftspolitik wirkungslos
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Brüssel (dts) - Die wirtschaftspolitischen Empfehlungen der EU-Kommission an die EU-Staaten bleiben offenbar weitgehend ohne Wirkung. Vergangenes Jahr veröffentlichte die Brüsseler Behörde insgesamt 157 Empfehlungen an die 28 Mitgliedstaaten: Davon seien nur zehn voll umgesetzt worden, heißt es in einer Analyse des Europaparlaments, aus der das "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe) zitiert. In der Währungsunion sehe die Bilanz kaum besser aus. Die 19 Euro-Staaten erhielten insgesamt 102 Empfehlungen aus Brüssel, von denen nur sieben vollständig umgesetzt worden seien. 40 Empfehlungen seien in den Euro-Hauptstädten komplett ignoriert worden. Vor allem die großen Euro-Staaten scheren sich der Analyse zufolge nicht um die Ratschläge aus Brüssel. Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien setzten demnach keine einzige Empfehlung vollständig um. Das Desinteresse an den wirtschaftspolitischen Vorgaben aus Brüssel ist kein gutes Zeichen für die Zukunft des Euros, schreibt das "Handelsblatt". Denn es bedeute, dass die Euro-Staaten wirtschaftspolitisch weiterhin nicht an einem Strang ziehen. Ohne eine gemeinsame Ausrichtung der Wirtschaftspolitik könne die Währungsunion auf Dauer aber nicht funktionieren, mahnen Experten immer wieder.
 
Genau, guckt deutsche, es ist so, was für euch passt, passt unbedingt nicht für Italien oder Spanien oder Holland oder Estland oder oder. Gewisse Solidarität muss da.
 
EZB erhöht Ela-Notkredite für griechische Banken

Folgende News wurde am 16.07.2015 um 15:13:09 Uhr veröffentlicht:
EZB erhöht Ela-Notkredite für griechische Banken
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Frankfurt/Main (dpa) - Die klammen griechischen Banken bekommen weitere Notkredite. Die Europäische Zentralbank (EZB) stimmte einer leichten Ausweitung der Hilfen zu, wie Notenbank-Präsident Mario Draghi in Frankfurt mitteilte.
Die sogenannten Ela-Hilfen werden demnach um 900 Millionen Euro für eine Woche erhöht. Zuletzt lagen sie bei rund 90 Milliarden Euro. Mit der Entscheidung kauft die EZB der Politik Zeit, eine Brückenfinanzierung für das hoch verschuldete Land auf die Beine zu stellen. Denn bis zur Einigung auf ein dringend notwendiges drittes Hilfspaket für Griechenland sind noch etliche Hürden zu überwinden.
Viele Ökonomen sind überzeugt: Ohne die milliardenschweren Notkredite («Emergency Liquidity Assistance»/Ela), die seit Monaten von der griechischen Zentralbank mit Billigung des EZB-Rates vergeben werden, wären die Hellas-Banken längst pleite. Würde auch dieser Geldhahn zugedreht, würde das labile Finanzsystem des Mittelmeerlandes wohl endgültig kollabieren.
Ela ist eigentlich als Übergangsfinanzierung für im Grunde gesunde Banken gedacht. Doch weil es zunehmend Zweifel an der Solvenz der griechischen Banken gibt, ist das Instrument im EZB-Rat umstritten. Draghi begründete die Erhöhung damit, dass es seit dem vergangenen Wochenende positive politische Signale gegeben habe. Explizit nannte er die Abstimmung im Athener Parlament in der vergangenen Nacht.
Ende Juni hatte die EZB das Ela-Volumen bei rund 90 Milliarden Euro eingefroren, nachdem es in den Verhandlungen mit den Geldgebern keine Aussicht auf Erfolg mehr gab. Athen sah sich in der Folge gezwungen, die Banken des Landes vorübergehend zu schließen und Abhebungen am Geldautomaten sowie Auslandsgeschäfte einzuschränken. Seit fast drei Wochen sind diese Kapitalverkehrskontrollen nun in Kraft.
Anfang dieser Woche kam wieder Bewegung in den Schuldenstreit: Die Staats- und Regierungschefs der 19 Euroländer verständigten sich darauf, unter bestimmten Bedingungen über ein drittes Hilfspaket für Griechenland zu verhandeln. Am frühen Morgen stimmte das griechische Parlament mit deutlicher Mehrheit für erste Spar- und Reformschritte, die die Geldgeber als Voraussetzung für Gespräche über neue Hilfsmilliarden gefordert hatten. Einige Volkswirte hatten dies als Signal für eine positive Ela-Entscheidung der EZB gewertet.
 
Naja, es ist eine Aufgabe einer Zentralbank Notkredite zu vergeben.
GR braucht seit fünf Jahren Notkredite und das wird auch noch eine ganze Weile so bleiben.
Die Frage ist halt wie lange diese Kredite vergeben werden können ohne die Geldwertstabilität zu gefährden.
Und es ist eine andere - wichtigere - Frage ob sich GR nicht plötzlich für bankrott erklärt und somit die Kredite abzuschreiben sind - wäre aber blöd von GR so lange noch Geld zu holen ist.
Der Poker geht erstmal noch weiter ...
 
Schäuble: Drittes Hilfspaket für Athen ist "letzter Versuch"

Folgende News wurde am 17.07.2015 um 11:48:29 Uhr veröffentlicht:
Schäuble: Drittes Hilfspaket für Athen ist "letzter Versuch"
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Berlin (dts) - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht in dem geplanten dritten Hilfspaket für Griechenland einen "letzten Versuch", Griechenland in der Eurozone zu halten. Es gehe nicht nur um Griechenland, sondern um Europa, sagte Schäuble am Freitag in der Bundestags-Debatte zur Aufnahme von Verhandlungen über neuerliche Hilfszahlungen für Athen. Es müsse ein Weg gefunden werden, dass Griechenland wieder Zugang zu den Finanzmärkten erhalte, so Schäuble. Zugleich verwahrte sich der Finanzminister gegen die seiner Ansicht nach "verzerrende Polemik" der Opposition: Dies sei nicht hilfreich. Der Oppositionsführer im Bundestag, Gregor Gysi (Linke), hatte Schäuble zuvor scharf attackiert: "Herr Schäuble, es tut mir leid, aber sie sind dabei, die europäische Idee zu zerstören", sagte Gysi am Freitag im Bundestag. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Chef Sigmar Gabriel würden sich Schäuble unterordnen, so Gysi weiter."In den letzten Wochen hieß unser Bundeskanzler Wolfgang Schäuble. Ihr Verhalten zeigte Sie schwach, deutlich zu schwach, Frau Merkel. Und von Gabriel war ja gar nichts zu hören." Zuvor hatte Merkel erklärt, die Bundesregierung stehe dafür ein, "dass Griechenland in der Eurozone bleibt"."Enormen Eigenanstrengungen Griechenlands steht eine enorme Solidarität Europas gegenüber", so die Kanzlerin."Wir würden grob fahrlässig, ja unverantwortlich handeln, wenn wir diesen Weg nicht wenigstens versuchen würden." Der Bundestag stimmt am Freitag über die Frage ab, ob es Verhandlungen mit Griechenland über ein drittes Hilfspaket geben soll. Es wird trotz Widerstands in der Unions-Fraktion mit einer breiten Mehrheit für die Aufnahme von Verhandlungen gerechnet.
 
Vor nicht allzu langer Zeit hat dieser Volksverräter noch lang und breit erklärt das es kein 3. Hilfspaket geben wird. So viel zur Halbwertszeit von "Politikern".
 
Griechenland setzt erste Reformmaßnahmen um

Folgende News wurde am 19.07.2015 um 15:45:32 Uhr veröffentlicht:
Griechenland setzt erste Reformmaßnahmen um
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Athen (dpa) - Vor zwei Wochen haben die Griechen mehrheitlich «Nein» zu Sparauflagen gesagt, nun werden solche Maßnahmen doch sehr schnell Realität: Die Preise für Fleisch, Kaffee und andere Lebensmittel steigen. Zugleich soll ein wenig Normalität im Land einkehren. Die seit drei Wochen zwangsweise geschlossenen Banken dürfen wieder öffnen.
 
Warum macht die Regierung eigentlich genau das Gegenteil von dem was die Bevölkerung will ? Ist ja fast wie bei uns...:roll: