Zwar stellen die 190.024.800.000 Euro (Stand 2015) die derzeitige Obergrenze dar, aber mit der müssen wir ja rechnen.
Nö, das ist Schwarzmalerei. Mit Schnappatmung kann man sich so schlecht konzentrieren.
Wichtig ist doch, dass man bei diesen Summen auch mal wieder emotionalen Abstand gewinnt.

"Die Geldgeber fordern, dass Griechenland in diesem Jahr einen Primärüberschuss von einem Prozent seiner Wirtschaftsleistung erreicht. 2016 sollen es zwei Prozent sein und bis 2018 soll der Wert auf 3,5 Prozent steigen."


Die Geldgeber (wir) wollen also, dass die geizigen Griechen gefälligst ihre Zinsen bezahlen. Das is aktuell das Problem.
 
Oh, meine Aufmerksamkeit und Wut gilt bereits den Banken, einschließlich der EZB, die dafür sorgt, dass beispielsweise meine vor Jahren abgeschlossene Lebensversicherung nur noch die Garantiesumme wert ist.
Das ist eben ein Fehler. Du meinst, Du hast ein historisches Anrecht auf 4,5,6% Zinsen in Deiner Lebensversicherung. Um die zu erwirtschaften, haben die Versicherungen Dein Geld den Griechen leihen müssen, weil nur die soviel Zinsen bezahlt haben. Und Du trägst das Risiko.

Die erwartbaren Zinsen auf Spareinlagen liegen eben ungefähr bei der Inflationsrate, meist ein wenig darunter oder darüber. Und derzeit gibt es fast keine Inflation, also auch fast keine Zinsen. Und das es fast keine Inflation gibt, ist eigentlich ein Wunder bei dem Tempo, in dem sich die Geldpresse dreht.

Entweder direkt über Rentenkürzungen, Kürzungen der Sozialleistungen usw oder indirekt, weil das Geld für neue Investitionen im Lande (etwa Straßenbau, Bildung etc.) fehlt.
Du weisst doch, warum die Renten sinken, das hat doch nichts mit Bürgschaften für Griechenland zu tun.

Na woher soll denn das Geld kommen, welches wir mit voller Wucht in den ESM blasen (imerhin 190 Milliarden Euro), hm?
Das erzeugt die EZB per Knopfdruck auf ihrem Konto als Long Integer, kauft dann davon nett deutsche Anleihen und schon hat der deutsche Staat das Geld. Übrigens ebenfalls Schulden, die Deutschland nie im Leben wird zurückzahlen können. Derzeit sogar mit dem Charme der Zinsfreiheit.

Was ich jedes Jahr höre ist, dass die Renten nicht oder in dem Maße steigen, in dem aber mein Leben teurer wird.
Weil vielleicht einfach nur die Einzahler nicht so zahlreich nachwachsen, wie das nötig wäre... Die Griechen sind nicht schuld daran, dass wir keinen Nachwuchs haben und keine qualifizierten Einwanderer ins Land bekommen.

Ähnliches gilt übrigens auch für das Kindergeld, Hartz IV und so weiter, also so ziemlich jede Sozialleistung, einschließlich der Krankenkasse und Pflegeversicherung.
Was Solidarversicherungen angeht, sollte man vielleicht mal schauen, wie die sich finanzieren, das sind keine Steuern, sondern Versicherungen... Und die Leistungen werden nicht deshalb gekürzt, weil wir Griechenland retten, sondern weil sich im Gesundheitswesen einige Grosskonzerne kräftig bereichern.

Hinzu kommt, und das wollen wir mal nicht vergessen, diese unsägliche Hartz IV-Regelung, sämtliches Vermögen aufbrauchen zu müssen, bevor ich Hartz IV bekomme. Das beträfe meine Lebensversichung, meine Aktien und Fonds. Also meine vom wunden Arsch abgearbeitete Vorsorge, die meinem Altersruhestand dienen sollte.
Und die Alternative: Andere arbeiten sich den Arsch wund und zahlen Dir schon Hartz IV, obwohl Du für dich selber sorgen könntest. Das wäre ja so, als würden wir den griechischen Reedern das Geld überweisen.


Realistisch betrachtet sehe ich mich in 25 Jahren an einem Punkt, an dem es mir und meiner Familie wesentlich schlechter gehen wird als heute.
Sehe ich bei mir auch, nicht wesentlich schlechter, aber nicht mehr so gut wie heute. Weil wir eben nicht mehr auf Kosten anderer Leben können. Wir werden vielleicht dann niemanden mehr haben in der Welt, der unseren Exportüberschuss hoch hält und damit unseren Lebensstandard sichert. Weil alle bei uns verschuldet sind und keiner zahlen kann.

Und dann kommen wir selber in die Situation wie Griechenland, Italien, Spanien. Wir kaufen unsere Energie im Ausland (Russland), sämtliche Produkte billig aus China und erwirtschaften selber nicht genug, um das alles zahlen zu können.

Alternative: Wir ändern jetzt etwas und helfen denen, an deren Verschuldung wir teilhaben, wieder auf die Beine. Wie gesagt: Griechenland MACHT im Haushalt ein Plus. Und die haben nur deshalb kein Geld, weil wir auf den ZINSEN bestehen.

In gleichem Zuge wird aber versucht, Europa zu retten und die Großkapitalisten atemberaubend zu bereichern. Und Dir fehlt jetzt das Verständnis wofür genau?
Für Deine konzentrierte Wut auf halb Europa, dass Du "durchfüttern" sollst. Wenn Du doch hier jetzt auf einmal die Schuldigen alle beim Namen nennst, wie kannst Du dann behaupten, Du fütterst halb Europa durch?


Genau darüber rege ich mich doch auf! Exakt über diesen Punkt! Griechenland wird ja von meinem Steuergeld gerettet. Und das Geld fehlt dann an anderer Stelle, dem Inland.
Nein, Zinsen der Kreditgeber werden durch dein Steuergeld gerettet. Streicht den Griechen die Zinsen, setzt sie auf 0 und die brauchen kein Geld mehr von uns.

Derzeit dreht sich die Lage wieder, weil die Griechen langsam kapieren, dass man ihren Staat zu Grunde richtet und mit Steuerzahlungen warten. Machen viele deutsche auch, wenn sie merken, dass ein Handwerker, der noch Geld zu kriegen hat, vor der Insolvenz steht, die zahlen auch nicht mehr.

Ich will, dass in Bildung investiert wird. In Infrastruktur, Naturschutz, Rente, ... also all das, was ich auch im Alter brauchen werde, um halbwegs vernünftig leben zu können. Die EU gehört sicherlich nicht dazu.
Warum gehört Deutschland dazu? Warum nicht nur deine Stadt, dein Dorf, deine Strasse. Würde es nicht reichen, wenn der Staat nur in dich investiert? Warum ist eine Investition in Hamburg, Köln, München für dich besser als in Landsberg? Diese willkürlich zusammenhängenden Gebiete, die man Staat bezeichnet, könnte man doch auch grösser fassen.

Warum interessiert Dich Bayern, Österreich aber nicht? Und wäre das anders, wenn man einfach einen Staat "Europa" hätte?
 
Nö, das ist Schwarzmalerei.
So lange wir nicht wissen, wieviel es letztlich wird, müssen wir vom WorstCase ausgehen. Es sei denn, Du hast neuere/bessere Informationen als ich.

Weil vielleicht einfach nur die Einzahler nicht so zahlreich nachwachsen, wie das nötig wäre... Die Griechen sind nicht schuld daran, dass wir keinen Nachwuchs haben und keine qualifizierten Einwanderer ins Land bekommen.
Deswegen wären die 190 Milliarden im Inland besser angelegt, damit nicht nur das Poppen (dafür sorgen ja derzeit unzählige Werbeclips nach 22 Uhr), sondern auch das Austragen der Kinder attraktiv wird.

Wie gesagt: Griechenland MACHT im Haushalt ein Plus. Und die haben nur deshalb kein Geld, weil wir auf den ZINSEN bestehen. [...] Streicht den Griechen die Zinsen, setzt sie auf 0 und die brauchen kein Geld mehr von uns.
Du tust so, als ob die Zinsen für Griechenland völlig überraschend kommen. Unser Finanzsystem basiert nunmal völlig auf Schulden und Zinsen. Das war klar, bevor sie die Hilfen in Anspruch genommen haben. Es waren keine versteckten Kosten.

Mir als Privatperson geht es doch auch so. Ich muss ja leider auch Zinsen für meine Kredite bezahlen. Und wenn ich die Raten nicht mehr bedienen kann, fragt doch auch kein Schwanz danach, ob ich die eigentliche Kreditsumme nicht schon längst vor Monaten getilgt habe. Ich will mich jetzt an dieser Stelle nicht schonwieder über Zinsen aufregen, sondern rein nüchtern betrachtet sind sie fester Bestandteil des Kreditvertrages, die genauso bezahlt werden müssen, wie die Raten zur Rückzahlung der Kreditsumme. Sie hätten die Hilfszahlungen ja auch ablehnen können.

Für Deine konzentrierte Wut auf halb Europa, dass Du "durchfüttern" sollst. Wenn Du doch hier jetzt auf einmal die Schuldigen alle beim Namen nennst, wie kannst Du dann behaupten, Du fütterst halb Europa durch?
Na meine Regierung hat verfügt, dass mein Land mit dem bei weitem größten Anteil im ESM haftet. Darüber hinaus ist Deutschland nach wie vor der größte Nettozahler (zumindest nach absoluten Zahlen). Die Hälfte Europas nimmt sich mehr als sie geben (Top 5 Nettozahler und -empfänger). Was ist daran also falsch?

Derzeit dreht sich die Lage wieder, weil die Griechen langsam kapieren, dass man ihren Staat zu Grunde richtet und mit Steuerzahlungen warten. Machen viele deutsche auch, wenn sie merken, dass ein Handwerker, der noch Geld zu kriegen hat, vor der Insolvenz steht, die zahlen auch nicht mehr.
Ja, also wenn das so einfach wäre, dann hätte ich vermutlich schon seit 20 Jahren keinen Steuercent mehr bezahlt.

Warum gehört Deutschland dazu? Warum nicht nur deine Stadt, dein Dorf, deine Strasse. Würde es nicht reichen, wenn der Staat nur in dich investiert?
Weil ich nicht erwarten würde, dass der Staat nur für mich eine Kita im Wert von 20 Millionen Euro irgendwo hin stellt. Auch erwarte ich nicht, dass man mir eine Autobahn baut, die von meiner Haustür bis zu meinem Lieblingsurlaubort führt. Ich bin gar kein Egomane, der darauf besteht, dass nur mir der Staat Zucker in den Arsch bläst. Was ich will ist, dass man sich aber mal Gedanken darüber macht, wo das Geld besser investiert wäre. Ob das mit der EU in der derzeitigen Form so eine gute Idee ist und vieles vieles mehr.

Diese willkürlich zusammenhängenden Gebiete, die man Staat bezeichnet, könnte man doch auch grösser fassen. [...] Und wäre das anders, wenn man einfach einen Staat "Europa" hätte?
Klar. Aber jetzt reden wir schonwieder über was völlig anderes. Jetzt sind wir beim Thema, wie man die EU hätte erschaffen müssen, damit sie funktioniert und was falsch gelaufen ist. Hatten wir an anderer Stelle schonmal.

Die Idee eines gemeinsamen europäischen Hauses mag nicht nur romantisch, sondern auch ganz nüchtern betrachtet ein richtiger Gedanke gewesen sein. Die Art, wie man letztlich die Staaten zusammengehauen und im Osten eingekauft hat, war nicht nur schlecht, sondern fatal. Dass es keine gemeinsame Gesetzesgrundlage (vor allem auch bei Steuergesetzen und so weiter) gibt, aber allen eine gemeinsame Währung übergestülpt wurde, könnte gut und gerne in den Ruin aller Länder Europas führen. Einfach Grenzkontrollen abzuschaffen und so Länder quasi zusammenzuführen, haben Kriminellen Tür und Tor geöffnet. Und vieles mehr, soll ich weiter machen? Man hätte es kaum schlechter machen können und hält an diesem elenden Konstrukt jetzt auf Gedeih und Verderb zu einem Preis fest, der kaum dauerhaft bezahlbar ist.
 
Deswegen wären die 190 Milliarden im Inland besser angelegt, damit nicht nur das Poppen (dafür sorgen ja derzeit unzählige Werbeclips nach 22 Uhr), sondern auch das Austragen der Kinder attraktiv wird.
Was bedeutet denn "besser angelegt"? Du tust so, als hätten wir diese 190 Mrd. im Geldköfferchen und weil wir für Griechenland haften, können wir die nicht ausgeben.

Zur Erinnerung: Deutland hat selber 2 Bio. Euro Schulden, bis zum 31.03. sind die um 1% (20 Mrd. Euro) gestiegen. Davon ist kein Cent Griechenlandhilfe. Wir leben genauso auf Pump wie die Griechen. Und wenn wir irgendwann mal nicht mehr zahlen können, dann sagen unsere Geldgeber genaus das, was Du heute sagst.

Du tust so, als ob die Zinsen für Griechenland völlig überraschend kommen. Unser Finanzsystem basiert nunmal völlig auf Schulden und Zinsen. Das war klar, bevor sie die Hilfen in Anspruch genommen haben.
Natürlich war das klar. Aber unter den Umständen hätte man ihnen kein Geld leihen dürfen. Und das waren nicht "wir", das waren die Banken.

Wenn die Banken einem Hartz IV-Empfänger 100.000 Euro leihen für eine grosse Party und dafür 20% Zinsen verlangt, weil das Risiko der Nichtrückzahlung so hoch ist, dann würde ich sagen: Liebe Bank, wenn Du das machst, halte ich Dich für blöd, aber es ist Dein Risiko, wenn er nicht zahlen kann.

Wenn die Bank dann anschliessend kommt und die Schulden auf mich abwälzt, dann kann ich doch nicht auf den Hartz IV-Empfänger schimpfen, der den Kredit genommen hat. Er dachte ja vielleicht, er kann ihn zurückzahlen. Die Bank hätte es besser wissen müssen oder zumindest das Risiko dann auch übernehmen.

Mir als Privatperson geht es doch auch so. Ich muss ja leider auch Zinsen für meine Kredite bezahlen. Und wenn ich die Raten nicht mehr bedienen kann, fragt doch auch kein Schwanz danach, ob ich die eigentliche Kreditsumme nicht schon längst vor Monaten getilgt habe.
Hast Du das schon mal gemacht? Und das meine ich ganz ehrlich. Banken verzichten bei drohender Zahlungsunfähigkeit ganz schnell auf Teile ihrer Forderung, damit sie überhaupt noch was kriegen. Frag mal die Betreuer von Privatinsolvenzen.

Na meine Regierung hat verfügt, dass mein Land mit dem bei weitem größten Anteil im ESM haftet. Darüber hinaus ist Deutschland nach wie vor der größte Nettozahler
Und eines der reichsten, wohlhabensten Länder der Welt. Und einer der grössten Profiteure der Währungseinheit. Ohne den Euro wäre es uns in den letzten 20 Jahren nicht so gut gegangen. Das Ausschalten von Währungsschwankungen hat uns reich gemacht. Und die Geldschwemme der EZB mit den verbundenen Niedrigzinsen sorgt dafür, dass wir unsere Schulden noch bedienen können. Frag mal die Schweizer, wie man sich so fühlt mit einer ganz starken Währung.

Und ich bin (wiederholt) der Meinung, dass man dann auch eine soziale Verpflichtung hat. Nicht Staaten gegenüber, nicht Aktionären und Banken, aber Menschen gegenüber. Und diese Hilfe kann durch eine Insolvenz Griechenlands möglich werden. Mir wäre es lieber gewesen, die Banken hätten dann die Verluste und nicht die Staaten. Aber den Staaten hilft die EZB ja schon, indem sie Geld erzeugt.
 
Seit 5 Jahren ist Griechenland nun in der so genannten Schuldenkrise.

Die Krise ist schon chronisch. Eine Währung die ständig gerettet werden muss, ist keine Währung die man am Leben erhalten sollte. Das ist wie als wenn man einem Junkie eine Spritze gibt und dann springt er noch einmal hoch und wenn das nicht mehr funktioniert, erhöht man einfach die Dosis.

Was soll also dieses ganze Gerede um Schulden Griechenlands?=Ja das Geld ist weg, Pech gehabt ihr Anleger und übrigens Pech gehabt ihr deutschen Steuerzahler. In der Zwischenzeit haben sich die Privaten alle rausgeholt. Das war ein Prima Geschäft für die privaten Banken und die öffentlichen Institutionen und der Steuerzahler zahlt das alles.

Diese "alternativlos"e Politik von Frau Merkel hat dazu geführt, dass der Länderfinanzausgleich in Europa der billigste Weg ist. Griechenland ist schon immer ein Zuschussbetrieb gewesen und das was die Politik herumredet ist nichts außer Insolvenzverschleppung. Zahlt natürlich am Ende niemand, außer die Gläubiger selbst.

Wer erklärt der deutschen Bevölkerung schon gerne, dass die Politik des Lohndumpings bzw. der Lohnzurückhaltung über 20 Jahre in Deutschland genau der falsche Weg war und ist und dass die ganzen Überschüsse Deutschlands weg sind? Wer erzählt schon gerne, dass die Menschen, die die ganzen Waren an Griechenland geliefert haben, wo sie 15 Jahre für geschuftet haben, alles für Lau verschickt wurde? Die ganzen Mercedes etc. alle Waren die dahin gegangen sind, sind weg. Für nichts und wieder nichts haben die deutschen geschuftet. Das ist das heiß gepredigte "Exportwunder"? Wahnsinn, wir können uns ja gar nicht mehr retten vor Wohlstand! Bald stellen wir riesige Plakate auf unser Grundstück wo draufsteht "wegen Wohlstands geschlossen".

Also diese Forderungen können niemals fällig gestellt werden auch nicht, wenn man dem schlechten Geld noch mehr Geld hinterher wirft.

Das Gute ist, diese ganzen Lügen lassen sich nicht ewig erzählen. Der Tag nähert sich langsam dem Tag entgegen, andem die Gläubiger die Reißleine ziehen und ihr Geld sehen wollen. In Deutschland ist das der Tag, an denen sie in Rente gehen (also für das Publikum) und dann wird man feststellen, dass eines Tages nichts mehr in der Kasse drin ist, weil die Güter schon alle verkonsumiert sind und ins Ausland geschickt worden sind (das so genannte "Exportweltwunder Deutschlands") und die schönen Forderungen in der Bilanz abgeschrieben werden müssen.

Lieber ein Schrecken mit Ende, als ein Schrecken ohne Ende. Das habe ich schon 2010 gesagt. Das wird auch so kommen, egal wie lange man das Ende noch hinauszögert. Wir sind an einem Punkt gekommen, wo es vernünftig wäre, das Experiment zu beenden. Ich fürchte aber, dass dieses Spiel noch ein bisschen weiter gehen wird. Jetzt ists eh egal, es trägt ja eh das Publikum.
 
Schweizer Armee bereitet sich für den Zerfall Europas vor

Folgende News wurde am 20.06.2015 um 08:52:00 Uhr veröffentlicht:
Schweizer Armee bereitet sich für den Zerfall Europas vor
Shortnews

Vom 16. bis 25. September 2015 findet die Truppenübung "Conex 15" statt. Mit etwa 5.000 Armeeangehörigen wird der Schutz und die Bewachung wichtiger Infrastrukturen eingeübt, zusammen mit zivilen Organen.

Die Übung geht aus von zerfallenden Strukturen rund um die Schweiz: Wirtschaftskrise, spärlicher werdende Lebensmittel, kriminelle Organisationen, Sabotage, Plünderungen sowie die Verknappung wichtiger Energieträger. Auch werden zunehmende Flüchtlingsströme in die Schweiz angenommen.


Bereits 2013 bei "Duplex Barbara" und 2012 bei "Stabilo Due" bildete der Übungshintergrund eine Wirtschaftskrise in Europa, verbunden mit politischen Unruhen, welche auf die Schweiz übergreifen würden.
 
Was bedeutet denn "besser angelegt"? Du tust so, als hätten wir diese 190 Mrd. im Geldköfferchen und weil wir für Griechenland haften, können wir die nicht ausgeben. [...] Zur Erinnerung: Deutland hat selber 2 Bio. Euro Schulden, bis zum 31.03. sind die um 1% (20 Mrd. Euro) gestiegen.
Nee, aber es lebt sich auch mit 190 Milliarden Euro Schulden weniger besser als mit. Frag mal die Griechen.

Mir ist schon völlig klar, dass jedes Land auf der Welt verschuldet ist. So gesehen beherrschen die Banken ohnehin schon die ganze Welt. Aber wenn man sich schon um 190 Milliarden mehr verschuldet (und genau das käme ja auf uns zu), dann sollte man vielleicht schon überlegen, wo und wie man das Geld investiert. Und ich sehe es in Griechenland mit den nach wie vor ungelösten Problemen des Landes äußerst "suboptimal" angelegt. Zumal wir selbst reichlich Baustellen haben, die mal angegangen werden müssen. Dabei spielt es auch keine Rolle, von welchem Niveau wir ausgehen. Wollen wir in 20 Jahren noch immer eine der führenden Industrienationen sein, müssen wir heute schon die Weichen stellen. Und dann kommen wir um Investitionen im Inland nicht herum.

Und wenn wir irgendwann mal nicht mehr zahlen können, dann sagen unsere Geldgeber genaus das, was Du heute sagst.
Dann wäre es noch ein Grund mehr, auf unsere Finanzen sehr genau zu achten statt für andere Länder zu haften, meine ich. Außerdem haben wir ja nicht die gleichen ungelösten Probleme wie die Griechen.

Natürlich war das klar. Aber unter den Umständen hätte man ihnen kein Geld leihen dürfen. Und das waren nicht "wir", das waren die Banken.
Ja, aber die haben das Geld ja erst verliehen, als sie sich sicher sein konnten, dass unter anderem Deutschland in die Ausfallhaftung geht. Insgeheim ist man vermutlich so oder so davon ausgegangen, dass die Schulden nicht von Griechenland, sondern seinen Bürgen bedient werden, also Dir und mir und jedem Steuerzahler der EU.

Du regst Dich (zu Recht) über Banken auf, aber dabei tun die eigentlich nur das, was sie immer getan haben und ganz offiziell ihr Geschäftsmodell ist: Sich parasitär zu bereichern. Das finden wir alle in Ordnung und ganz toll, weil uns so eine Bank ein schönes neues Auto vor die Tür stellt, unser Eigenheim früh möglich macht und und und. Ich kenne keine Bank, die sozialverantwortlich handelt. Sie interessiert nur, wie hoch das Ausfallrisiko ist. So lange jemand bezahlt (und selbst wenn er nur noch für die Kredite morgens zur Arbeit schlappt), verteilt sie das Geld anderer Leute.

Wenn also jemand hätte etwas tun müssen, dann die EU und insbesondere Deutschland. Nicht Griechenland aus sentimentalen Gründen in die EU holen, egal in welchem Zustand sich das Land befindet. Sondern erstmal dort aufräumen und es überhaupt EU-fähig zu machen. Man hat ganz bewusst Griechenland in einem nicht bekannten Zustand gekauft, denn man wusste, dass die ihre Haushaltsbücher "geschönt" haben, um es sehr vorsichtig auszudrücken. Man wusste vorher, dass Griechenland die ganze EU bescheißt und man hat sie trotzdem aufgenommen. Das war unverantwortlich jedem EU-Bürger, ja sogar dem einzelnen Griechen gegenüber (die Reederei-Milliardäre natürlich explizit ausgeschlossen). Die gleiche Scheiße zeichnet sich schon mit der Ukraine ab, nur dass da zusätzlich noch die Gefahr militärischer Konflikte mit einer Weltmacht besteht.

Du kannst nicht die Schuld und das Versagen der EU und Deutschlands in puncto Griechenland (und den anderen Pleite-Staaten) den Banken anhaften. Man kann sich auch nicht darüber beschweren, dass eine Schlange eine Schlange ist. Die Banken machen ihren Job, nur hat die Politik ihren nicht gemacht.

Und ich bin (wiederholt) der Meinung, dass man dann auch eine soziale Verpflichtung hat. Nicht Staaten gegenüber, nicht Aktionären und Banken, aber Menschen gegenüber.
Ja, und auch den eigenen Bürgern gegenüber. Wenn es nach "sozialer Verpflichtung" geht, wollen wir uns mal auf der Welt umschauen, hm? Also ich will erst gar nicht damit anfangen, welche noch viel reicheren Länder dann folglich noch viel mehr Verantwortung hätten. Aber ich frage mich schon, wo Du anfangen willst, Dein linkes Gewissen zu beruhigen. Afrika? Südamerika? Asien?

Griechenland ist kein Dritte-Welt-Land! Die sind reich, nur haben sie eine völlig kaputte Politik und Probleme, die allesamt verhältnismäßig einfach zu beseitigen wären, wenn man es denn wollte. Die Griechen brauchen kein Zucker im Arsch. Wenn einem das linke Gewissen plagt, dann gäbe es unzählige Baustellen auf der Welt, wo jedwede Hilfe viel nötiger und sinnvoller wäre. Griechenland wider besseren Wissens in die EU aufzunehmen und dann für deren Kredite zu haften, war ein reiner Luxuseinkauf. Wie Sohnemann zum bestandenen Abi einen Bentley hinzustellen, den er gleich nach der Feier erwartungsgemäß um einen Baum wickelt - um ihm dann den nächsten hin zu stellen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Öffentliche Schulden auf 2,06 Billionen Euro gestiegen

Folgende News wurde am 19.06.2015 um 16:29:28 Uhr veröffentlicht:
Öffentliche Schulden auf 2,06 Billionen Euro gestiegen
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Wiesbaden/Berlin (dpa) - Die Schulden von Bund, Ländern und Gemeinden sind im ersten Quartal gestiegen. Der öffentliche Schuldenstand legte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,0 Prozent auf 2,06 Billionen Euro zu, wie das Statistische Bundesamt auf der Basis vorläufiger Zahlen mitteilte.
Der Bund der Steuerzahler (BdSt) sprach von einem «Alarmsignal» und stellte seine gesamtdeutsche Schuldenuhr in Berlin auf den neuen Stand ein. BdSt-Präsident Reiner Holznagel kritisierte in Berlin, dass die Defizite zudem «auf sehr intransparente Weise» angehäuft würden. «Denn in den unzähligen staatlichen Schattenhaushalten sind mehr als 300 Milliarden Euro Schulden versteckt.»
Einen besonders starken Anstieg verbuchten der Statistik zufolge die Extrahaushalte des Bundes - mit 10,1 Milliarden Euro (5,2 Prozent)*auf 202,0 Milliarden Euro. Ursache war vor allem das FMS*Wertmanagement. Die Bad Bank wurde gegründet, um der Immobilienbank Hypo Real Estate nach der Finanzkrise einen Neustart zu ermöglichen.
Die Schulden des Bundes erhöhten sich insgesamt binnen Jahresfrist um 0,8 Prozent auf 1,29 Billionen Euro. Die Bundesländer standen Ende*März mit 624,0 Milliarden Euro in der Kreide, ein Plus von 0,7 Prozent. Dabei gab es große Unterschiede: In Sachsen und Baden-Württemberg etwa gingen die Schulden deutlich zurück. In Hessen, Sachsen-Anhalt und Bremen stiegen sie dagegen.
Die Gemeinden legten bei ihren Schulden um 4,8 Prozent auf 144,9 Milliarden Euro zu. Die prozentual höchsten Zuwächse verzeichneten die Kommunen in Baden-Württemberg (15,1 Prozent) und in Schlewsig-Holstein (9,6 Prozent). In Thüringen (minus 2,7 Prozent) und in Sachsen-Anhalt (minus 0,1 Prozent) war der Schuldenstand dagegen geringer als im Vorjahresquartal.
«Die Politik muss sofort aufhören, öffentliche Schulden in Sondervermögen, Fonds und Extrahaushalte zu verschieben», forderte Holznagel. «Es ist richtig und verfassungsrechtlich geboten, die Kernhaushalte schuldenfrei zu machen - aber nicht, indem Schulden einfach nur ausgelagert werden.» Die Steuerzahler hafteten auch für die Schulden in den Schattenhaushalten. «Deshalb muss die Politik die Schulden einerseits offen darlegen und andererseits entschlossen abbauen! »
 
Genau so ist es. Bis Bund, Länder und Kommunen entschuldet haben (entschuldigt ist die passendere Antwort, denn eines Tages heißt es "Entschuldigung liebe Staatsanleihe-Käufer, euer Geld ist leider weg und wir können nicht mehr bezahlen) dauert es 350 Jahre bei einer Einkommenssteuer von 99 %. Ich glaube nicht, dass das realistisch ist.

Kriegen wir den Grexit, realisiert der Bund seine Verluste und dann kommen 80 Milliarden neue Schulden obendrauf. So viel zum "ausgeglichenen Haushalt" wie es Herr Schäuble will.

An Schäubles Stelle würde ich nun schulden machen als gäbe es keinen Morgen mehr und das alles in die Infrastruktur Deutschlands stecken. Bei 10 jährigen Staatsanleihen mit 0,95 % Verzinsung das ist doch das Schlaraffenland für Investoren.
 
Wer erzählt schon gerne, dass die Menschen, die die ganzen Waren an Griechenland geliefert haben, wo sie 15 Jahre für geschuftet haben, alles für Lau verschickt wurde? Die ganzen Mercedes etc.
Darf ich mal anhand eines Beispiel eine Frage stellen:
1. Du kaufst einen Mercedes für 50.000 Euro auf Pump, Laufzeit 5 Jahre, 6% Zinsen, Rate 1.012 Euro pro Monat
2. Du zahlst 4 Jahre Deine Raten -> in Summe also 48.576 Euro.
3. Danach kannst Du die Raten nicht mehr zahlen und gehst in Insolvenz. Das Auto ist auch nicht mehr da.

Haben die Arbeiter bei Mercedes jetzt alle für nichts gearbeitet? Ist der Mercedes für Lau weggegangen?
Wäre es für den Verkäufer oder Hersteller besser gewesen, der Mercedes sei nie genaut worden?


Aber wenn man sich schon um 190 Milliarden mehr verschuldet (und genau das käme ja auf uns zu), dann sollte man vielleicht schon überlegen, wo und wie man das Geld investiert.
Kurze Frage: Woraus besteht diese Summe von 190 Mrd.? Bei wem haben wir dann diese 190 Mrd. Euro "neue" Schulden? Wer hat denn Griechenland diese 190 Mrd. gegeben, für die Deutschland bürgt?

https://www.haushaltssteuerung.de/schuldenuhr-griechenland.html

Wollen wir in 20 Jahren noch immer eine der führenden Industrienationen sein, müssen wir heute schon die Weichen stellen.
...und dafür sorgen, dass wir auch in 20 Jahren noch Kunden haben.

Außerdem haben wir ja nicht die gleichen ungelösten Probleme wie die Griechen.
Das Problem mit Unternehmen, die keine Steuern bei uns zahlen, weil sie sie ins Ausland verlagern? Das Problem mit einem ausufernden Beamtenapparat, der demnächst den Staatshaushalt extremst belasten wird? Korrupte Politiker, die sich von Lobbyisten steuen lassen? Marode Infrastruktur? Stimmt, haben wir alle schon gelöst, die Probleme.

Ja, aber die haben das Geld ja erst verliehen, als sie sich sicher sein konnten, dass unter anderem Deutschland in die Ausfallhaftung geht.
Griechenland bekommt seit Jahrzehnten Kredite.

Du regst Dich (zu Recht) über Banken auf, aber dabei tun die eigentlich nur das, was sie immer getan haben und ganz offiziell ihr Geschäftsmodell ist: Sich parasitär zu bereichern.
Ach, das ist ihr Geschäftsmodell? War mir neu. Ich dachte immer, dass sei nur die Vorgabe, die ein Herr Ackermann ins Spiel gebracht hat. Das Sparkassen und Volksbanken so arbeiten, wusste ich noch gar nicht.

Aber ich frage mich schon, wo Du anfangen willst, Dein linkes Gewissen zu beruhigen. Afrika? Südamerika? Asien?
Überall gleichzeitig wäre mir am liebsten. Und statt Milliarden an europäische Grossbanken zu garantieren, könnte man das Geld ja der Welthungerhilfe geben oder den Investitionsprogrammen der Weltbank... oder... oder oder

Griechenland ist kein Dritte-Welt-Land! Die sind reich, nur haben sie eine völlig kaputte Politik und Probleme, die allesamt verhältnismäßig einfach zu beseitigen wären, wenn man es denn wollte.
Wir in Deutschland machen es ja vor, wie man das nicht schafft. Die Griechen haben es von uns gelernt.

Marty
 
Athens Presse: «Rettet Griechenland»

Folgende News wurde am 21.06.2015 um 08:50:58 Uhr veröffentlicht:
Athens Presse: «Rettet Griechenland»
Top-Themen

Athen (dpa) - Einen Tag vor dem Sondergipfel der Euro-Staaten zu Griechenland macht sich die griechische Presse am Sonntag Sorgen über die Zukunft des Landes.
«Rettet Griechenland», titelt die Athener Sonntagszeitung der politischen Mitte «To Vima». Im Hintergrund ist eine griechische Fahne abgedruckt. Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras trage «eine historische Verantwortung», in den nächsten 24 Stunden werde das Schicksal Griechenlands bestimmt, meint das Blatt.
«Stunden der Agonie (des Todeskampfes) und der Verantwortung für die Zukunft Griechenlands», titelt die konservative Zeitung «Kathimerini». Regierungschef Alexis Tsipras stehe vor dem Ultimatum der Gläubiger, weitere Sparmaßnahmen zu akzeptieren oder sein Land werde pleite gehen. In einem Kommentar erinnert die Zeitung Tsipras daran, dass er vom Volk nicht das Mandat habe, Griechenland zum Austritt aus der Eurozone zu führen. «Der Bruch (mit den Gläubigern) und die (Rückkehr zur alten Währung) Drachme werden eine nationale Katastrophe sein», kommentiert das Blatt.
«Einigung oder Abenteuer», titelt das Boulevardblatt «Ethnos». Das Boulevardblatt «To Proto Thema» setzt auf: «Griechenland wird im Euroland bleiben». Die konservative Zeitung «Eleftheros Typos» sieht für Griechenland und Premier Tsipras» «Die Stunde «Null»» schlagen. Die Parteizeitung der regierenden Linkspartei Syriza «I Avgi» titelt: «Das Volk steht der Regierung zur Seite».
 
Kurze Frage: Woraus besteht diese Summe von 190 Mrd.? Bei wem haben wir dann diese 190 Mrd. Euro "neue" Schulden? Wer hat denn Griechenland diese 190 Mrd. gegeben, für die Deutschland bürgt?
Na das weißt Du doch alles, bist doch kein "Anfänger" ;)

Aber gut, spaßeshalber hier der ausführliche Beitrag der Tagesschau. Kurz gesagt: Derzeit müssten wir 80 Milliarden Euro Schulden "umlegen", also de facto in unserem Bundeshaushalt als eigene Schulden verzeichnen. Durch die Schuldenbremse in Deutschland würde das eine Explosion der Steuerlast in Deutschland bedeuten.

Das alles läuft natürlich über Banken, die ja die eigentlichen Geldgeber sind, einschließlich der EZB.

...und dafür sorgen, dass wir auch in 20 Jahren noch Kunden haben.
Ja und diese Kunden müssen alle aus Hellas kommen? Muss ich als steuerzahlender Angestellter jetzt auch schon die Kunden für meinen Arbeitgeber einkaufen?

Das Problem mit Unternehmen, die keine Steuern bei uns zahlen, weil sie sie ins Ausland verlagern? Das Problem mit einem ausufernden Beamtenapparat, der demnächst den Staatshaushalt extremst belasten wird? Korrupte Politiker, die sich von Lobbyisten steuen lassen? Marode Infrastruktur? Stimmt, haben wir alle schon gelöst, die Probleme.
In Griechenland zahlen die Reedereien per Gesetz keine Steuern! Nicht durch Schlupflöcher und Auslandsgeschäfte und andere Mogeleien, sondern sie sind ganz offiziell von der Steuerpflicht befreit. Und dazu kommen noch, die, wie unseren Geldsäcke auch, sich darum herum mogeln und obendrauf noch die, die ins Ausland verlagern. Der Ausfall dürfte um einen erheblichen Faktor höher sein als in Deutschland.

Was Beamte angeht, sehe ich in Deutschland einen seit Jahren rückläufigen Trend. Und nicht nur nach absoluten Zahlen liegt Griechland weit vor Deutschland, auch nach Quote. Wobei ich immer gar nicht Deutschland als Maßstab nehmen würde, aber "Du hast damit angefangen" ;)
Dass auch deutsche Beamte nicht für ihren rückhaltlosen Arbeitseifer bekannt sind, ist eine Sache. Aber ich glaube der Anteil derer, die gar nichts tun und nur einmal monatlich vorbei schauen, um sich einen Scheck abzuholen, dürfte wesentlich geringer sein. Die griechischen Beamten machten den Staat zur Beute (Die Welt).

Korrupte Politiker gibt es überall und wird es immer geben. Und Rückgratlosigkeit ist die erste Eigenschaft, die man vorweisen muss, wenn man in der Politik was erreichen will. So lässt sich Merkel öffentlich von Obama mit Bezug auf die NSA ins Gesicht lügen, weiß es, ist selbst betroffen und nennt ihn "mein Freund Barak". Also da kam mir auch schon wieder das Mittag hoch. Aber so ist es nunmal. Wir werden nichts anderes bekommen, weil die Wahrheit in der Politik nichts zu suchen hat. Ehre und Anstand auch nicht.

Aber der Maßstab, in dem es noch immer in Griechenland Korruption und Vetternwirtschaft gibt, ist doch ein ganz anderer. Wenn hier und da mal eine Parteienspende an den Büchern in Deutschland vorbei läuft, ist das schlimm genug. Besonders wenn sie von Waffenproduzenten kommen oder, wie im Falle der FDP, nur allzu offensichtlich von Hoteliers. Aber all das macht wohl kaum 24% der Wirtschaftsleistung Deutschlands aus, die am Fiskus vorbei geht.

Und marode Infrastruktur... Ja, wäre schön, wenn wir mehr Geld im Inland für die notwendigen Dinge zur Verfügung hätten! Nicht nur Infrastruktur, sondern auch Bildung und Erziehung. Arbeitslose haben wir auch noch und mit den ganzen Fachkräften aus Lampedusa wissen wir auch nicht wohin. Also Probleme, um die man sich kümmern müsste (und die nebenei auch richtig viel Geld kosten), haben wir wahrlich genug. Dürfte keine Langeweile im Bundestag geben.

Griechenland bekommt seit Jahrzehnten Kredite.
Die Staatsverschuldung Griechenlands beträgt aktuell rund 175% des BIP laut Deiner Quelle. Bei einer Privatperson würde man spätestens jetzt die Privatinsolvenz anmelden.

Ach, das ist ihr Geschäftsmodell? War mir neu. Ich dachte immer, dass sei nur die Vorgabe, die ein Herr Ackermann ins Spiel gebracht hat. Das Sparkassen und Volksbanken so arbeiten, wusste ich noch gar nicht.
Dann hast Du gerade was neues gelernt. Die Sparkassen und Volksbanken machen genau das Gleiche wie die Deutsche und Dresdner Bank, wie Hypo Real Estate und die vielen anderen. Mit einem Unterschied: Der Maßstab.

Weil die großen Banken ihr Geld um den Globus schicken und das Geld ihrer Kunden zum Teil in hoch riskanten Geschäften arbeiten lassen, ist der Knall auch lauter, wenn es denn knallt. Aber sie machen genau das Gleiche: Sie nehmen das Geld ihrer Kunden und verleihen es. Dafür nehmen sie Zinsen oder bekommen Beteiligungen, verlangen gleichzeitig auch Kontoführungsgebühren von ihren Kunden. Hat man ein Sparbuch oder ähnliches, vergüten sie die Bezugs- und Zugriffssicherheit auf dieses Spargeld mit im Verhältnis zu ihren Gewinnen lächerlich niedrigen Zinsbeträgen. Klar hängen sie nicht in Hypothekenblasen irgendwo in der Welt mit drin. Wohl auch nicht in Waffengeschäften und anderer Scheiße. Aber deswegen sind sie trotzdem Parasiten.

Und falls es Dich interessiert: So sicher ist das Geld bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken auch nicht (Handelsblatt).

Überall gleichzeitig wäre mir am liebsten. Und statt Milliarden an europäische Grossbanken zu garantieren, könnte man das Geld ja der Welthungerhilfe geben oder den Investitionsprogrammen der Weltbank... oder... oder oder
Das ist ja auch immer schön gesagt. Kein Hunger, kein Durst, kein Krieg und dann müssen sich nur noch alle religösen Fanatiker gegenseitig umbringen. Ach, wie schön könnte die Welt sein.

Das Problem ist nur, dass viele Länder für ihre Misere selbst verantwortlich sind. Also ganz abseits von den Herren, die die USA nach erfolgreicher Landnahme üblicherweise vor Ort installiert, leiden vor allem die afrikanischen Länder oft unter ihren Herren. Nur wissen wir beide doch ganz genau, dass ein mitteleuropäischer Standard für alle Menschen auf der Welt gar nicht möglich ist. Weder gibt es genug Ressourcen dafür, noch genug saubere Luft, Wasser und Essen, noch könnte die Welt auch nur 1 Jahr den entstehenden Müll vertragen.

Es ist also sowieso keine Frage, dass auch wir Deutschen gemeinsam mit allen "Erste-Welt"-Nationen umdenken müssen. Aber - und da wiederhole ich hier im Thema das gleiche, was ich schon bei der Flüchtlingsdebatte zum Besten gab - wir können nicht die Probleme der Welt lösen.
Erstens weil sich nicht alle Probleme mit Geld lösen lassen. Da kannst Du schicken und bürgen was Du willst, das prallt völlig ab.
Zweitens sehe ich mich auch nicht in der Verantwortung, diese Probleme anzugehen. Ich bin für die Zukunft meines Landes, meiner Familie und ja, auch die Zukunft der Welt bereit, einige Konsumgewohnheiten zu ändern. Und es würde mich auch freuen, wenn von meinem Wocheneinkauf weniger Plastikmüll übrig bliebe, es mehr lokale Erzeuger gäbe, denen man sogar bei der Arbeit zuschauen könnte und und und. Aber die Probleme, von denen wir hier gerade reden, muss schon das Volk im eigenen Land zuerst angehen. Oder auch nicht, aber dann ist es halt so.

Wie auch immer. Gibt man sein Geld weg, gibt man seine Macht weg. Bevor ich das tun würde, würde ich lieber überlegen, wie ich meine Macht besser und nachhaltiger für alle einsetzen könnte.

Wir in Deutschland machen es ja vor, wie man das nicht schafft. Die Griechen haben es von uns gelernt.
Kein Vergleich. Dass jedes Land der Welt verschuldet ist (und sich immer weiter verschuldet), ist eine Sache. Aber die Höhe spielt doch eine entscheidene Rolle. Wenn man so hoffnungslos überschuldet ist, wie unsere Kokelschwein-auf-Fritten-Freunde, dann ist eigentlich entweder nur noch "Game Over" möglich oder zahlen bis Sankt Nimmerlein, was natürlich die Banken frohlocken lassen würde.

Was Deutschland den Griechen viel besser vormacht, ist ihnen zu zeigen, wie man sich kaputt sparen kann. Aber da wären wir ja wieder beim Thema, wie schön doch das Geld im Lande investiert wäre...
 
Die erwartbaren Zinsen auf Spareinlagen liegen eben ungefähr bei der Inflationsrate, meist ein wenig darunter oder darüber. Und derzeit gibt es fast keine Inflation, also auch fast keine Zinsen. Und das es fast keine Inflation gibt, ist eigentlich ein Wunder bei dem Tempo, in dem sich die Geldpresse dreht.
Ich zitere mal https://de.wikipedia.org/wiki/Liquiditätsprämie
"Bei Geld ist der Produktivitätswert 0 und die Durchhaltekosten (für Aufbewahrung und Sicherheit) gering, die Liquiditätsprämie jedoch bedeutend („man kann sich was dafür kaufen“). Der besondere Unterschied zwischen Geld und fast allen anderen Vermögensgütern besteht darin, dass beim Geld die Liquiditätsprämie den Durchhaltekostenfaktor stark überwiegt, während umgekehrt bei den anderen Vermögensgütern die Durchhaltekosten die Liquiditätsprämie stark überwiegen."
Inflation ist nur eine Komponente bei Durchhaltekosten für Geld, wenn die Kosten steigen dann wird es irgendwann abgestoßen (die Liquiditätsprämie realisiert) und wir haben die Hyperinflation.
 
Tsipras schlägt Merkel und Juncker «endgültige Lösung» vor

Folgende News wurde am 21.06.2015 um 21:58:42 Uhr veröffentlicht:
Tsipras schlägt Merkel und Juncker «endgültige Lösung» vor
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Athen/Brüssel (dpa) - Vor dem Sondergipfel der Eurozone hat der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras nach Angaben aus Athen Vorschläge für eine «endgültige Lösung» der Schuldenkrise seines Landes vorgelegt.
Er telefonierte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem französischen Präsidenten François Hollande sowie mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.
Ein griechischer Regierungssprecher sagte, Tsipras habe dabei Vorschläge zu den von den Gläubigern geforderten Sparmaßnahmen präsentiert, damit es eine «endgültige Lösung zugunsten aller Seiten» gebe und das Problem nicht verschoben werde. Ein EU-Mitarbeiter erklärte dagegen zunächst, dass bisher kein Vorschlag eingetroffen sei.
EU-Kommissar Günther Oettinger sah kaum noch Möglichkeiten für weitere Zugeständnisse der Geldgeber. «Unsere Spielräume sind weitgehend ausgereizt», sagte er am Abend in der ZDF-Sendung «Berlin direkt». Die Länder der Eurozone seien sehr flexibel hinsichtlich der in Griechenland notwendigen Einsparungen.
Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi sagte: «Meiner Ansicht nach gibt es alle Voraussetzungen für eine Einigung mit Griechenland.» Hollande betonte, man dürfe nun keine Sekunde verlieren. Er sei aber «weder optimistisch noch pessimistisch».
Nach vorherigen Angaben aus Athen geht es im Streit um das Sparprogramm nur noch um Maßnahmen für 450 Millionen Euro. Die Gläubiger machten zusätzliche Einsparungen in dieser Höhe zur Bedingung für die Auszahlung weiterer Hilfen. Laut «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» forderte Brüssel zuletzt von Athen jährlich Einsparungen oder Mehreinnahmen in Höhe von 2,5 Prozent der Wirtschaftsleistung oder 4,5 Milliarden Euro. In Athen demonstrierten erneut Tausende gegen die Sparpolitik und für eine harte Haltung gegenüber den Gläubigern.
In Brüssel wollen am Montag zunächst die Finanzminister der Eurozone zusammenkommen, am Abend folgen die Staats- und Regierungschefs der 19 Länder. Die Zeit drängt. Das aktuelle europäische Hilfsprogramm für Griechenland läuft Ende des Monats aus. Wenn bis dahin keine Einigung über die Auszahlung von Hilfsgeldern in Höhe von 7,2 Milliarden Euro erzielt wird, droht dem Land die Staatspleite - zumal Athen bis zum 30. Juni 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zahlen muss.
Parallel zu den Telefonaten informierte Tsipras sein Kabinett. Am Vortag hatte es mehrere Stunden lang Beratungen zu den im Regierungssitz gegeben.
Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis schob die Verantwortung für den nächsten Schritt Merkel zu. «Die deutsche Kanzlerin steht am Montag vor einer entscheidenden Wahl», schrieb er in einem Gastbeitrag für die «FAS». Sie könne in eine «ehrenvolle Einigung» eintreten oder die einzige griechische Regierung über Bord werfen, die prinzipientreu sei und das griechische Volk auf einen Reformpfad mitnehmen könne.
Die «FAS» berichtete zudem unter Berufung auf interne Berechnungen der Geldgeber, ein Milliardenloch in der Staatskasse zwinge Athen zu Kürzungen der Renten- und Beamtenbezüge. Die Steuereinnahmen seien dramatisch gesunken. Die Gläubiger rechneten für Ende Juni mit einem griechischen Haushaltsloch von 2 bis 3,6 Milliarden Euro. Die Athener Regierung dementierte dies.
 
Kommunisten demonstrieren in Athen gegen Sparpolitik

Folgende News wurde am 23.06.2015 um 18:03:27 Uhr veröffentlicht:
Kommunisten demonstrieren in Athen gegen Sparpolitik
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Athen (dpa) - Mehrere Tausend Mitglieder und Sympathisanten der Kommunistischen Partei haben am Abend in Athen gegen die harte Sparpolitik demonstriert. Die Demonstranten skandierten Sprüche gegen die EU und für den Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Die Links-Rechts-Regierung unter dem linken Regierungschef Alexis Tsipras verhandelt zur Zeit mit den Gläubigern des Landes. Um weitere Hilfen zu erhalten, plant die Tsipras-Regierung neue Sparmaßnahmen in Höhe von knapp acht Milliarden Euro. Morgen wollen die Finanzminister der Eurogruppe in Brüssel darüber beraten.