Das dieses Geldsystem immer wieder zusammenbricht liegt am Fehler im System und da es schon mehrmals zusammengebrochen ist, wieso hat man den Fehler nicht behoben ? Ja man hat ihn behoben um ihn später wieder einzufügen und das kann nur Absicht gewesen sein.


Und du freundchen wirst dich nach der Wahl umgucken, dann gehts den Leuten hier richtig an den Kragen. Und wie ich auch schon zu perlini gesagt habe, ich muss nicht hoffen, dass der Goldpreis auf 2000$ geht, das wird er sowieso und weit darüber.
 
Das dieses Geldsystem immer wieder zusammenbricht liegt am Fehler im System und da es schon mehrmals zusammengebrochen ist, wieso hat man den Fehler nicht behoben ? Ja man hat ihn behoben um ihn später wieder einzufügen und das kann nur Absicht gewesen sein.
Es gibt kein fehlerfreies System. Nicht mal der klassenlose Kommunismus ist fehlerfrei. Die Monarchie ist es nicht, der Kapitalismus oder Feudalismus ist es nicht, auch nicht der Sozialismus, die Anarchie, das Schneeballsystem oder Systemlotto.

Wir haben nur eben gemeinschaftlich heraus gefunden, dass der Kapitalismus augenscheinlich bis dato am besten funktioniert. Weil er Menschen zu Höchstleistungen motiviert und so den Fortschritt immens beschleunigt. Nachteil ist vor allem extreme Ausbeutung der Umwelt und Lebenwesen, einschließlich der menschlichen Arbeitskräfte. Weiterhin alles, was eben rücksichtsloser Gier entspringt; wenn alles andere egal ist und nur noch der Profit zählt - wozu dann eben auch Kriminalität vom Diebstahl bis hin zum (Auftrags- oder Völker-)Mord gehört.

Dass sich Geld entwertet, ist auch gewollt. Nur dadurch hält man die armen Menschen am Leben, damit sie weiter für die Reichen arbeiten gehen. Ansonsten hätten die Reichen bereits alles Geld und könnten nur noch untereinander handeln. Was dann bedeuten würde, dass das Geld wertlos ist, weil 90% der Menschen kein Geld hätten und sich folglich längst etwas anderes gesucht hätten, gegen das sie tauschen können - scheißegal ob "legales Zahlungsmittel" oder nicht.

Diese "Fehler" im System sind fester Teil des Systems. Dem kann man nur entgegen wirken, indem man Zinsen verbietet. Und selbst dann wird dort, wo viel Geld ist, auch immer wieder mehr Geld dazu kommen. Das vergleiche ich immer mit einem Schwarzen Loch im Universum. Ab dem Erreichen einer kritischen Masse wird nur noch geschluckt. Ok, Schwarze Löcher verdampfen auch mit der Zeit. Aber im Wesentlichen fressen und wachsen sie mehr, als sie im gleichen Zeitraum verdampfen und zerstrahlen können. Das tun sie so lange, bis keine Materie mehr zum schlucken da ist. Und wieviele Reiche sind inzwischen so reich, dass keine Inflation, kein Krieg und keine Enteignung sie mehr arm machen könnte?

Und der Handel mit Giralgeld oder eben "frei erfundenem" Geld von Banken beschleunigt den Prozess des Zusammenbruchs nur. Das wirkt wie ein Katalysator, der eine große Blase schaffen kann, die dann auch irgendwann platzt. Aber auch ohne dieses Verhalten wäre das Ende das Gleiche. Nur würde es eben ein paar hundert Jahre später kommen. Ändert aber am System nix.

[...] Und wie ich auch schon zu perlini gesagt habe, ich muss nicht hoffen, dass der Goldpreis auf 2000$ geht, das wird er sowieso und weit darüber.
Ja, das wird er. Die Frage ist nur, ob wir das noch erleben oder nicht. Die andere Frage ist, ob dann 2000$ genauso viel wert sind, wie heute 1333$. Denn der Goldpreis steigt und sinkt immer nur in rauhen Zeiten. Sind die Märkte intakt, pendelt er sich auf ein Niveau ein, das er schon vor 2000 Jahren hatte. Schon die Römer prägten Münzen zu á 4,55 Gramm, was nach derzeitigem Kurs etwa 195,10 Dollar, oder 146,94 Euro entspricht.

Vergleichen wir doch mal die Kaufkraft von damals mit der von heute. Also ein Mittelschullehrer bekam pro Schüler 50 Denare, wobei 25 Denare = 1 Aureus war, was letztlich 4,55 Gramm Gold entsprach, also 146,94 Euro. Hatte dieser Lehrer also 20 Schüler, verdiente er 2938,80 Euro brutto im Monat. Ich glaube, so in dem Dreh verdient heute ebenfalls ein Mittelschullehrer, allerdings unabhängig von der Klassengröße. Diesen Vergleich kann man auch mit Soldaten machen, Staatsbediensteten und so weiter. Bleibt in etwa gleich.

Das zeigt mir, dass der Wert des Goldes im Mittel immer gleich geblieben ist. Natürlich steigt der Goldpreis, wenn man das Vertrauen in das Papier verliert und sinkt, wenn neues Vertrauen da ist. Was sich ändert, ist also der Wert des (Papier-)Geldes. Also lautet Deine Wette, dass der Dollar (irgendwann) 33% seines Wertes gegenüber heute verlieren wird. Nun, die Wette zu gewinnen ist aber kein Zaubertrick. Nicht so lange der FED weiter selbst Anleihen kauft und Geld druckt, geht weiter Vertrauen verloren und vor allem Wert. Die Frage ist, wie sich Gold zu Euro verhalten wird, denn der Dollar stürzt ja nicht nur gegenüber dem Gold, sondern dann vielleicht auch gegenüber dem Euro und Yen ab...
 
Der Kapitalismus motiviert Menschen gar nicht, der Großteil der Menschen werden dadurch versklavt, ohne es zu begreifen und das aus der Tatsache der Kreditgeldschöpfung. Wir sprechen hier also von Zinssklaven nichts anderen.

Der Dollar hat nach Abkoppelung vom Gold schon 90% seines Wertes eingebüßt, dadurch konnte ja die Liquidierung von Schulden vorgenommen werden, was vorher nicht möglich war. Und das macht nicht nur die FED, das machen auch alle anderen. Darum wird nach dem Mainevent nur eins bleiben Gold und Silber und das Papier wird zu seinem eigentlichen Wert zurückkehren also 0 ! Und das wird die Chance aus meiner Sicht ein nachhaltiges System zu installieren was nicht permanentes Wachstum voraussetzt, permanentes Wachstum ist unnatürlich. Es gibt in der Natur auch unbegrenztes Wachstum aber nur bei einem Krebsgeschwür und das führt zwangsläufig zum Tod. Aber das werden die Sklavenhalter also die Hochfinanz keinesfalls zulassen ein gerechtes System ist nicht erwünscht, weil dann können die sich nicht mehr auf Kosten der Mehrheit die Taschen vollstopfen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Kapitalismus motiviert Menschen gar nicht, der Großteil der Menschen werden dadurch versklavt, ohne es zu begreifen und das aus der Tatsache der Kreditgeldschöpfung. Wir sprechen hier also von Zinssklaven nichts anderen.
Keine Ahnung, ob ich Dich richtig verstehe. Der Kapitalismus ist doch nicht daran schuld, dass Menschen mehr Kredite aufnehmen, als sie abzahlen können. Auch nicht, dass das Geld eigentlich nie im Besitz der Bank war.

Der Mensch fängt an Sachen zu begehren, die er eigentlich nicht braucht. Sei es motiviert durch Werbefernsehen oder weil der Nachbar das hat. Um die Sache kaufen zu können, braucht er Geld, das er nicht hat. Er leiht sich also das Geld bei einer Bank, einem Freund oder der Mafia und kauft sich den meist unnützen Tand. Dann zahlt er über Monate, wenn nicht Jahre ab - weit mehr, als er Geld bekommen hat. In diese Abhängigkeit hat sich dieser Mensch selbst begeben. Er hatte 2 andere Alternativen: Sparen und Verzichten. Beide wurden verworfen, weil man sofort und stark begehrte.

ABER: Den Leuten ginge es nicht besser, wenn das Geld bei der Bank gelegen hätte, also nicht "aus dem Nichts" geschöpft worden wäre. Der Zinssatz wäre der gleiche, die Bedingungen auch. Die Geldschöpfung aus dem Nichts ist eigentlich ein Verbrechen der Bank, das verfolgt und bestraft werden müsste - so es denn irgendwann mal vom Gesetzgeber als Verbrechen deklariert würde. Aber für den Kreditnehmer ändert sich nichts. Er begibt sich in diese Abhängigkeit freiwillig.

Woran trägt der Kapitalismus also die Schuld? Dass der Kreditnehmer immer neue Kredite aufnimmt, um genauso viel und mehr zu besitzen als sein Nachbar, der aber mit goldenem Löffel im Arsch geboren wurde und mehr verdient als der liebe Gott? Ist der Kapitalismus daran schuld, dass sich Leute für einen Hungerlohn irgendwo verkaufen, damit die Preise kaputt machen und trotz Arbeit arm bleiben? Dass viele Leute keinen Funken Anstand und Moral mehr kennen, wenn die Summe nur groß genug ist? Du, dass ist nicht "Kapitalismus", das ist "Mensch". Und wegen "Mensch" scheitert auch Kommunismus, Freiheit, ja sogar Demokratie und viele andere Sachen, die auf dem Papier ganz geil klingen.

[...] Und das wird die Chance aus meiner Sicht ein nachhaltiges System zu installieren was nicht permanentes Wachstum voraussetzt, permanentes Wachstum ist unnatürlich. [...] Aber das werden die Sklavenhalter also die Hochfinanz keinesfalls zulassen ein gerechtes System ist nicht erwünscht, weil dann können die sich nicht mehr auf Kosten der Mehrheit die Taschen vollstopfen.
Das einzige System, das kein Wachstum vorraussetzt, wäre ein kommunistisches System. Dort wird stets nur so viel produziert, wie auch gebraucht wird. Es gibt dort auch kein Geld mehr, weil jeder einzelne Mensch so viel soziale Intelligenz mitbringt zu verstehen, dass er seinen Teil am System beitragen muss. Der eine ist Arzt, weil es seine Berufung ist. Ein anderer ist Polizist, Feuerwehrmann, Straßenfeger, Klempner, Busfahrer, Fischer, Programmierer, Ingenieur, ... Jeder nach dem, was er am besten kann. Und jeder arbeitet dann je nach Bedarf - also mal gar nicht, mal ein paar Stunden, mal ein paar Stunden mehr. Keiner fragt danach, wieviel oder was der Nachbar arbeitet (oder wieviel), weil jeder weiß, dass sein Anteil wichtig für das Gesamtsystem ist. Keiner macht blau auf gelben Schein und keiner fühlt sich als etwas besseres als sein Nachbar. Jeder kann sich das bestellen, was er mag - ohne zu bezahlen. Die Bazahlung ist seine Arbeitskraft selbst.

Also was denkst Du, wann dieses System Wirklichkeit würde? Ich tippe so um das Jahr 15500, Plus-Minus 500 Jahre. Heute wäre es undenkbar. Denn der Mensch ist von seinem Wesen her gierig, egoistisch, rücksichtslos, brutal und primitiv - ein Raubtier. Kann man gut in Paniksituationen beobachten, wie innerhalb von Sekunden jegliche Zivilisation verloren geht. Wenn im Falle eines sinkenden Schiffes schonmal Frauen und Kinder aus dem Rettungsboot geschubst werden, weil Herr von -und-zu von Bord muss. Aber genau diesen Eigenschaften des Menschen spielt der Kapitalismus voll in die Hände. Da ist Gier nicht negativ konnotiert, sondern der Leitgedanke. Je rücksichtsloser und brutaler man gegen andere vorgeht, desto schneller wird man selbst reich. Ein Gewissen ist ein ausgesprochenes Luxusgut, welches sich entweder nur die ganz Reichen oder Armen leisten können. Reichtum wird von den meisten Menschen als attraktiv angesehen. Für Geld sind viele bereit, alles zu tun, also ihre gesamte soziale Evolution zu vergessen und wieder zum Raubtier zu werden. Wir finden also egozentrische, brutale, rücksichtslose Arschlöcher sexy, weil sie Geld und damit Macht über andere haben. In dieser Welt, wie wir sie heute haben, hat nur der Kapitalismus eine Chance. Alle anderen Systeme würden scheitern.
 
Du sagst also wer auf Kredit konsumiert begibt sich in diese Situation ? Auch das ist nicht richtig ich selbst brauche kein Kredit um Zinssklave zu werden. Ich muss nur arbeiten gehen, dann bin ich einer, denn wofür erhebt der Staat soviele Steuern bestimmt nicht wegen dem Sozialstaat nein wegen der Schuldenlast bzw. Zinslast die der Staat hat und nie abbezahlen kann. Alte Kredite werden mit neuen höheren Krediten abbezahlt was steigt ist die Zinslast. Deswegen wird einem Arbeiter soviel abgenommen von seinem erarbeiteten und du meinst das ist in Ordnung. Das ist Diebstahl vom System durch dieses Geldsystem. Desweiteren was denkst wieso halten Geräte nicht mehr so lange und gehen beizeiten kaputt, weil die Wirtschaft wachsen muss, darum muss alles möglichst schnell kaputt gehen. Damit wieder konsumiert wird, das dabei die Umwelt belastet wird und die Ressourcen geplündert werden vergessen auch ganz viele. Ich sage ja nicht der Kapitalismus ist Schuld aber der in Kombination mit diesem Geldsystem ist Schuld. Und wenn man das Geldsystem ändert , dass es gerecht wäre, würden wir sicher nicht mehr von Kapitalismus sprechen und auch nicht vom Kommunismus etc.
 
Du sagst also wer auf Kredit konsumiert begibt sich in diese Situation ? Auch das ist nicht richtig ich selbst brauche kein Kredit um Zinssklave zu werden. Ich muss nur arbeiten gehen, dann bin ich einer, denn wofür erhebt der Staat soviele Steuern bestimmt nicht wegen dem Sozialstaat nein wegen der Schuldenlast bzw. Zinslast die der Staat hat und nie abbezahlen kann.
Du glaubst also ernsthaft, dass wenn Deutschland schuldenfrei wäre, Du keine oder erheblich geringere Steuern zahlen müsstest? :D :D :D

Der Staat nimmt Kredite auf, weil die Steuereinnahmen nicht reichen, um bestimmte Pläne zu verwirklichen. Ob diese Pläne nun gut oder scheiße, zum Wohl oder Unwohl des Volkes sind, spielt dabei ja erstmal gar keine Rolle. Irgendein Fatzke hat sich was ausgedacht, die Mehrheit im Bundestag findet das geil und schon soll es so geschehen. Woher das Geld kommt, spielt an der Stelle noch keine Rolle.

Hätten wir also keine Schulden, wäre die Steuerlast exakt gleich der jetzigen. Außerdem - wann zahlen wir denn jemals wirklich Schulden ab? Vor der Wahl werden Pläne auf den Tisch gelegt, wie wir in X Jahren schuldenfrei wären. Nach der Wahl tun sich stets auf ganz wundersame Weise Haushaltslöcher auf, von denen niemand etwas ahnen konnte. Und schon gibt es neue Schulden. Und warum ist das so? Weil es im Großen genauso funktioniert wie im Kleinen: Der Staat muss Geld investieren, um genauso viel oder mehr zu haben wie seine Nachbarn. Um "konkurrenzfähig" zu bleiben. Genauso denken auch die anderen Staaten und nehmen ihrerseits auch wieder Kredite auf. Und so weiter und so fort. Das kann ewig so weiter gehen, denn man kann auch mehr als pleite sein und trotzdem noch den Ton angeben, was ja die USA seit Jahren eindrucksvoll beweist. Da alle Staaten irgendwo verschuldet sind, relativiert sich die Situation wieder. Allerdings sind natürlich die Banken die einzigen, die daran wirklich profitieren. Wo wir wieder beim Thema sind, dass "Wertschöpfung aus dem Nichts" eigentlich als Verbrechen verfolgt werden sollte...

Deswegen wird einem Arbeiter soviel abgenommen von seinem erarbeiteten und du meinst das ist in Ordnung. Das ist Diebstahl vom System durch dieses Geldsystem.
Du denkst also, Dein Gehalt wäre höher (oder hätte weniger Abzüge), wenn Deutschland nicht verschuldet wäre? Wie kommst Du denn auf das schmale Brett?

Desweiteren was denkst wieso halten Geräte nicht mehr so lange und gehen beizeiten kaputt, weil die Wirtschaft wachsen muss, darum muss alles möglichst schnell kaputt gehen.
Nee, das ist Angebot und Nachfrage. Es gab mal Zeiten in Deutschland, in denen war es anders. Da gab es das exakt gleiche System wie heute: Raubtierkapitalismus. Geldschöpfung aus dem Nichts. Banken, Staatsverschuldungen, ... alles wie heute. Mit einem Unterschied: In Deutschland produzierte Waren waren qualitativ hochwertig, lange haltbar und viel teurer als chinesischer Tinnef. Die Leute kauften aber bevorzugt chinesischen Tinnef. Weil man eben eine neue Denkweise bekommen hat. Man wollte gar kein Bügeleisen mehr vererben. Man wollte bügeln und wenn es kaputt ist, die neueste Generation Bügeleisen haben. Noch extremer bei Heimelektronik, Kleidung, ... Einzig beim Auto ist der Deutsche nach wie vor kompromisslos, weil man eben nicht seinen Urlaub auf dem Standstreifen und der Werkstatt verbringen möchte. Aber sonst darf es gerne billig sein und schnell kaputt gehen. Auch der Fernseher. Denn der hatte ja nicht mal 3D. Und wenn der neue 3D hat, dann muss er auch nur 1 oder 2 Jahre halten, denn dann braucht man ja 4k-3D...

Was meinst Du, wie gerne ich für bestimmte Güter mehr bezahlen möchte, die ich aber dann notfalls auch noch vererben könnte. Finde ich kaum noch. Sicherlich nicht für alle Waren. Socken zum Beispiel. Die dürfen gern billig sein, die kaufe ich lieber häufiger nach. Bei vielen Dingen reicht mir mindere Qualität durchaus, aber ich hätte gern die Wahl! Dass es selbst im hochpreisigen Bereich kaum noch hohe Qualität gibt, liegt aber nicht an den bösen Herstellern, sondern weil meine lieben Mitmenschen anders ticken. Wie gern hätte ich einen Fernseher mit schönem Furnierholzrahmen, der auch garantiert 10 Jahre funktioniert. Oder gebürsteter Stahl. Und Firmen, die sowas herstellen, gehen pleite. Und nun?

Und wenn man das Geldsystem ändert , dass es gerecht wäre, würden wir sicher nicht mehr von Kapitalismus sprechen und auch nicht vom Kommunismus etc.
Sondern von was?

Vor allem: Was heißt denn "gerecht"? Jeder verdient gleich viel? Jeder besitzt gleich viel?
 
Zuletzt bearbeitet:
Und?

Schonwieder ein Video... oh man. Mich würde ja vielmehr Deine Meinung interessieren, die von Dirk Müller kenne ich zur Genüge. Und ich gebe ihm ja auch in dem, was er sagt, recht. Nur ich bin anderer Meinung in dem, was er nicht sagt, sondern nur impliziert.

Er spricht über die Schaffung neuen Geldes, also neuen Wertes. Das geht in unserem System nur über Schulden. Klar, weil das Geld keinen realen Gegenwert hat, sondern auf Vertrauen basiert. Ebenso sind natürlich dann entsprechend die Guthaben auch reine Glaubenssache, wie es auch die Schulden sind. Hierbei geht es um Art die Wertschöpfung. Aber das hat auch nichts mit Kapitalismus zu tun.

Kapitalismus lebt von Wachstum. Ewiges Wachstum kann nicht funktionieren (auch beim Krebs nicht). Also was passiert im allerletzten Akkord, wenn nichts anderes vorher passiert? Exakt 1 Person besitzt alles, alle anderen besitzen nichts. So wie etwa Monopoly.

Das wird aber ganz sicher nicht passieren, weil schon lange vorher ganz andere Sachen passieren, wie Krieg, Revolution, ... sonstwas. Die Schöpfung von Geld aus dem Nichts ist dabei nur Katalysator, weil er Blasen erzeugt, die mit einem Schlag platzen können und so riesige Mengen von Geldern verschieben. Wäre das nicht so, müsste der BigBoy halt viel länger warten, bis er alles besitzt, vielleicht sogar Jahrtausende.

Und nun frage ich Dich nochmal: Was ist aus Deiner Sicht dazu die Alternative?

Aus meiner Sicht wäre die einzige Alternative ein Kommunismus, in dem jeder alles und gleichzeitig nichts besitzt. Jede andere Wirtschaftsform läuft auf das Schaffen von Eigentum hinaus. Und unsere Definition von Eigentum heißt, dass das, was jemand hat, nicht gleichzeitig einem anderen (oder allen anderen) gehören kann. Das heißt im Endeffekt, dass irgendwann irgendwer alles besitzt, während alle anderen nichts besitzen, weil es nicht mehr als "alles" gibt. Hier haben wir nur das Problem, dass wir dazu vermutlich um die 13000 Jahre warten müssen. So alt will ich aber gar nicht werden...
 
Das habe ich schon mehrmals gesagt das Freigeld ! Und das in das bestehende System integrieren. Natürlich Zinsverbot etc.


In der Wissensmanufraktur wird es auch als Fließgeld bezeichnet ist eine ähnliche Art. Aber ich finde die Ansätze recht gut.


https://www.wissensmanufaktur.net/
 
Woran trägt der Kapitalismus also die Schuld? Dass der Kreditnehmer immer neue Kredite aufnimmt, um genauso viel und mehr zu besitzen als sein Nachbar, der aber mit goldenem Löffel im Arsch geboren wurde und mehr verdient als der liebe Gott? Ist der Kapitalismus daran schuld, dass sich Leute für einen Hungerlohn irgendwo verkaufen, damit die Preise kaputt machen und trotz Arbeit arm bleiben? Dass viele Leute keinen Funken Anstand und Moral mehr kennen, wenn die Summe nur groß genug ist? Du, dass ist nicht "Kapitalismus", das ist "Mensch".
Wir haben zwar einen unfernünftigen, willensschwachen Konsumenten, aber wir haben auch aggressive Anbieter und Gewinnmaximierung zum Wohl der Investoren und zum Nachteil der Angestellten. Alle ziehen praktisch ohne Gegengewicht auf der selben Seite des Strangs.
Der einzelne Mensch mag zwar danach streben sich zu bereichern, für die Gesamtheit ist es aber weniger erstrebenswert. Denn wo es Gewinner gibt, gibt es üblicherweise auch Verlierer und eine Gesellschaft kann schließlich nicht nur aus armen Arbeitslosen und reichen Arbeitslosen bestehen.

Der Mensch ist ein Raubtier, der Kapitalismus ist ein Raubtier und beide gehören an die Leine, denn es geht nicht nur ums fressen, sondern auch ums gefressen werden.
 
In der Wissensmanufraktur wird es auch als Fließgeld bezeichnet ist eine ähnliche Art. Aber ich finde die Ansätze recht gut.
Ich finde es ist totaler Quatsch. Ich denke nicht dass Freigeld über Jahrzehnte stabil bleiben kann. Wenn ich jetzt 10€ ausleihe bekomme ich ja nach einem Jahr 25% mehr zurück, weil ich die 20% Steuer/Abzüge umgangen habe, während mein Schuldner diese womöglich hat zahlen müssen. Nix wars mit Zinsverbot. Der Zins dieses Freigelds hängt also vom Abzug an Steuern ab - Will man den Zins senken muss die Steuer vermindert werden. Mein Zinsgewinn ist auch immer höher als die Steuer! Ist doch reine Abzocke.

Es ist doch so, dass fast jedem Euro Guthaben ein Euro Schuld entgegen steht, was auch kein Problem ist so lange die Schuld beglichen werden kann. Nun erklären aber die Südstaaten den Bankrott, so ist gleichzeitig das Guthaben in den Nordstaaten weg. Genau genommen ist dieses Guthaben bereits weg, da die Südstaaten ihre Schulden nie mehr zahlen werden und Haircuts brauchen um sich ihrer Schulden zu entledigen. Auch die Garantien - EFSF oder ESM - der starken Länder sind nur Milchmädchenrechnungen, denn das bringt die Südstaaten ja nicht in die Lage ihre Schulden zu zahlen. Deshalb bleibt letztlich nur das Drucken von Geld - damit wird der illiquide Schuldschein des betroffenen Staates/Unternehmens wieder in liquides Zentralbankgeld umgewandelt, quasi maskiert - bringt den Schuldner aber auch nicht in die Lage die Schulden zu zahlen.
Von der ARD: https://www.youtube.com/watch?v=5qEIPpcRvT4
Das Grundproblem ist eher, dass diese Schulden keine Deckung aufweisen. Man müsste die Schulden mit Waren und Gütern decken, so wie bei einer Hypothek oder einem Pfandbrief.

Der Mensch ist ein Raubtier, der Kapitalismus ist ein Raubtier und beide gehören an die Leine, denn es geht nicht nur ums fressen, sondern auch ums gefressen werden.
Ne, der Kapitalismus ist die Leine.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wir haben zwar einen unfernünftigen, willensschwachen Konsumenten, aber wir haben auch aggressive Anbieter und Gewinnmaximierung zum Wohl der Investoren und zum Nachteil der Angestellten.
Ganz genau so ist es. Aber es funktioniert. Es funktioniert sogar so gut, dass Länder, die sich einstmals als sozialistisch oder gar kommunistisch bezeichneten, heute entweder ganz offiziell wieder imperialistisch eingestellt sind (Sowjetunion, Ostdeutschland, Polen, ....) oder sich ihren Kommunismus so hingebogen und interpretiert haben, dass er im Grunde wieder kapitalistisch-imperialistisch funktioniert, ohne dieses böse Wort in den Mund nehmen zu müssen (China, Nordkorea, ...). Und warum nun wohl? Weil er eben nunmal im momentanen Stadium der menschlichen Evolution am besten funktioniert...

Der einzelne Mensch mag zwar danach streben sich zu bereichern, für die Gesamtheit ist es aber weniger erstrebenswert.
Ganz recht - für die Gesamtheit ist es scheiße. Aber genau das ist auch so gewollt. Das ist das, was ich mit "sozialer Intelligenz" meine, die nach wie vor beim Menschen nicht ausgeprägt ist. Ein Mensch kann in einer kleinen Gruppe immer sozial sein. Er schließt sich gern einer Gruppe an, weil er daraus direkt Nutzen zieht: Schutz, Hilfe und Lerneffekt. Je größer die Gruppe, desto unsozialer wird der Mensch. Wieviele Leute gehen zum Teil sogar krank auf Arbeit, um ihre Kollegen nicht hängen zu lassen. Und wieviele derer würden das Gleiche für das gesamte deutsche Volk tun, wo die Leistung weder gewürdigt, noch überhaupt bemerkt würde? Wieviele würden überhaupt noch arbeiten gehen, wenn sie nich Monat für Monat ihre "Belohnung" in Form ihres Gehaltes bezögen? Wieviele von denen, die noch zur Arbeit gehen, würden sich auf Arbeit noch Mühe geben, wenn sie genauso gut leben könnten ohne sich den Arsch aufzureißen?

Weil es dem Menschen noch beinahe vollständig an sozialer Intelligenz mangelt. Das muss erst noch entstehen und anerzogen werden. Und bis dahin funktioniert der Kapitalismus nunmal am besten. Mag ja sein, dass noch andere Wirtschaftssyteme erfunden werden - weniger utopisch als der Kommunismus oder sogar schon der Sozialismus, aber dennoch die Menschen dazu bewegen, stets ihr Bestes zu geben. Kenne ich aber nicht.

Der Mensch ist ein Raubtier, der Kapitalismus ist ein Raubtier und beide gehören an die Leine, denn es geht nicht nur ums fressen, sondern auch ums gefressen werden.
Und wer oder was sollte diese Leine sein?
 
Doc Trax wenn du heute 10 euro verleihst bekommst du nach 1 Jahr nur 10 euro wieder. Also nichts mit 25%

Du verleihst die 10 euro ja um zu sparen und wenn du die Heime hinlegen würdest, hättest zum Stichtag halt nur noch 9€ und das ist dein Zins in dem du es einfach so verleihst. Genau wie der Kreditnehmer in diesem Fall er legt es ja nicht zu Hause hin er gibt es aus also hat auch er mit dem Verfall nichts zu tun.

Um mal Freigeld richtig zu beschreiben.

Desweiteren könnte man das Freigeld mit Gold decken. Natürlich unserem Staatsgold was nicht mehr vorhanden ist:p Und wenn jemand der Meinung ist er lässt es heime liegen, kann der Staat die verfallene Summe zum Stichtag wieder neu drucken und hat somit auch Einnahmen zusätzlich zu den Steuern.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kapitalismus lebt von Wachstum. Ewiges Wachstum kann nicht funktionieren (auch beim Krebs nicht). Also was passiert im allerletzten Akkord, wenn nichts anderes vorher passiert? Exakt 1 Person besitzt alles, alle anderen besitzen nichts. So wie etwa Monopoly.
Ja, am Ende hat der Krebs den Organismus außer Gefecht gesetzt, stirbt selbst aber auch.
Also was passiert im allerletzten Akkord, wenn nichts anderes vorher passiert? Exakt 1 Person besitzt alles, alle anderen besitzen nichts. So wie etwa Monopoly.
Beim Monopoly haben am Beginn alle die gleichen materiellen Voraussetzungen und für alle gelten die gleichen Spielregeln.

Und was ist nach dem Ende, wenn einer alles hat? Er kann sich drüber freuen, gewonnen zu haben. Aber das Spiel ist damit beendet. Niemand kann/darf mehr mitspielen. Bis zum nächsten Spiel, wenn wieder alle mit den gleichen materiellen Voraussetzungen antreten.

... 13000 Jahre warten müssen. So alt will ich aber gar nicht werden...
Ach, so wie Du aussiehst, schaffst Du die fehlenden paar Jährchen spielend :biggrin:
Sorry, aber den konnte ich unmöglich liegen lassen. ;)
 
Es ist doch so, dass fast jedem Euro Guthaben ein Euro Schuld entgegen steht, was auch kein Problem ist so lange die Schuld beglichen werden kann. Nun erklären aber die Südstaaten den Bankrott, so ist gleichzeitig das Guthaben in den Nordstaaten weg.
Das ist ja nur deshalb so, weil dieses Staaten sinnloserweise die Haftung übernommen haben und dann noch ihre Zentralbank ermächtigt, die Schulden aufzukaufen.

Ansonsten wäre doch nicht das Geld der Staaten weg, sondern das Geld der Gläubiger. Und das sind nicht die Staaten, sondern Banken und am Ende deren Aktionäre, also die reichsten unter uns.

Extremstes Beispiel: Japan. 230% Verschuldung, 95% bei der eigenen Bevölkerung. Wenn der Staat zahlungsunfähig würde, dann könnten die Japaner ihre Anlagen abschreiben. Und zwar die Reichen mehr als die Armen. Jeder beteiligt sich nach seiner Leistungskraft. Halte ich für fair.

Und wer zwingt eigentlich irgendwen in Europa, den Staaten Geld zu leihen. Ich würde das nicht machen. Dann könnten Staaten auch nicht über ihre Verhältnisse leben. Das würde dann Regierungen die Wiederwahl kosten, mehr aber auch nicht.

Viele, die sich heute über die Verschuldung des Staates aufregen, haben doch bis Ende der Neunziger mit Freude in Bundesschatzbriefe investiert, die 8% gebracht haben. Da hat auch niemand auf die Verschuldung des Staates geschaut.

Marty
 
Und wer oder was sollte diese Leine sein?
Nationale und globale Regulierungen, die ein Gegengewicht zu den längst bekannten negativen Eigenschaften des Kapitalismus bilden. Auch wenn wir momentan keine realistische Alternative zum bestehenden System haben, haben wir doch irgendwo eine relativ konkrete Vorstellung davon wie so ein System aussehen könnte und können uns dem annähern bevor wir den evolutionären Sprung wagen.

Das ist das, was ich mit "sozialer Intelligenz" meine, die nach wie vor beim Menschen nicht ausgeprägt ist. Ein Mensch kann in einer kleinen Gruppe immer sozial sein. Er schließt sich gern einer Gruppe an, weil er daraus direkt Nutzen zieht: Schutz, Hilfe und Lerneffekt. Je größer die Gruppe, desto unsozialer wird der Mensch.
Der Mensch ist unsozial, weil er eine erstrebenswerte Position einnimmt, die in unserem System zwangsläufig unsozial ist. Wir sind ja nicht ständig bewusst unsozial oder haben gar Spaß daran, vielmehr wird unsoziales Verhalten belohnt. Und zwar sehr häufig in umgekehrter Reihenfolge. Wir nehmen erst die Belohnung, was unsoziale Konsequenzen langfristig erst überlebensfähig macht.

Ich denke es fehlt nicht wirklich an "sozialer Intelligenz", sondern vielmehr die ständige makroskopische Sicht im Alltag, um jeder unserer Handlungen auch eine gesellschaftliche Konsequenz zuzuordnen. Der Horizont jedes Einzelnen ist beschränkt und je größer und komplexer ein System ist, desto weniger versteht und interessiert sich jemand dafür, wie es tatsächlich funktioniert. Man funktioniert einfach nur noch selbst im System. Imo mitunter auch ein Grund, wieso eine interessierte Minderheit es so einfach und ständig zu ihren Gunsten verändern kann.
Wieviele Leute gehen zum Teil sogar krank auf Arbeit, um ihre Kollegen nicht hängen zu lassen. Und wieviele derer würden das Gleiche für das gesamte deutsche Volk tun, wo die Leistung weder gewürdigt, noch überhaupt bemerkt würde? Wieviele würden überhaupt noch arbeiten gehen, wenn sie nich Monat für Monat ihre "Belohnung" in Form ihres Gehaltes bezögen? Wieviele von denen, die noch zur Arbeit gehen, würden sich auf Arbeit noch Mühe geben, wenn sie genauso gut leben könnten ohne sich den Arsch aufzureißen?
Man muss doch nur ein Verhalten erstrebenswert gestalten, dass auch gesellschaftlich nachhaltig ist, bzw. unsoziales Verhalten weniger erstrebenswert. Es geht nicht darum jemandem bei seiner Geburt den goldenen Löffel zu überreichen und den Rest seines Lebens an seinen Idealismus zu appellieren.
Es geht auch darum die extremen Auswüchse an beiden Enden zurück in die Mittelmäßigkeit zu transferieren und den Schwankungsbereich nach oben und unten zu begrenzen.

Ich halte den Großteil der Menschen (bei uns jedenfalls) für bescheiden genug sich mit der Mittelmäßigkeit völlig zufrieden zu geben bzw. sehe häufig schon jetzt sogar eine gewisse Sehnsucht danach.
Außerdem ist der Mensch Gewohnheitstier genug diesen Zustand am Ende zu stabilisieren.

Alles in allem eigentlich gar keine so schlechte Grundlage. Daraus muss sich doch was machen lassen, oder nicht? :think:
 
Beim Monopoly haben am Beginn alle die gleichen materiellen Voraussetzungen und für alle gelten die gleichen Spielregeln.
Ja, damit das Spiel möglichst lange dauert. Man könnte es auch anders beginnen, indem einer 10 mal so viel Geld bekommt wie alle anderen Spieler. Das Spiel würde trotzdem funktionieren, nur dass es vermutlich schneller vorbei wäre.

Würden wir heute allen Menschen die gleiche Summe Geld geben, würden in ein paar Jahren wieder einige superreich sein und andere bettelarm. Und die meisten würden von Jahr zu Jahr weniger Geld haben, was dann langsam zu den Superreichen fließt. So läuft es schon seit der Mensch irgendwie angefangen hat zu handeln. Das würde sogar beim Zinsverbot so laufen, nur viel viel langsamer. Aber es wird immer Leute geben, die mehr Reichtum anhäufen wollen, als sie, ihre Kinder, Enkel, Urenkel und deren Freunde jemals ausgeben könnten...

Und was ist nach dem Ende, wenn einer alles hat? Er kann sich drüber freuen, gewonnen zu haben. Aber das Spiel ist damit beendet. Niemand kann/darf mehr mitspielen. Bis zum nächsten Spiel, wenn wieder alle mit den gleichen materiellen Voraussetzungen antreten.
Genau. Deshalb wird es auch in der Realität niemals so weit kommen, dass einer alles hat. Weil er dann gleichzeitig nichts hätte.

[...] Ich denke es fehlt nicht wirklich an "sozialer Intelligenz", sondern vielmehr die ständige makroskopische Sicht im Alltag, um jeder unserer Handlungen auch eine gesellschaftliche Konsequenz zuzuordnen. Der Horizont jedes Einzelnen ist beschränkt und je größer und komplexer ein System ist, desto weniger versteht und interessiert sich jemand dafür, wie es tatsächlich funktioniert.
Also fehlt es doch an sozialer Intelligenz? Ein System zu verstehen und zu durchschauen, Zusammenhänge zu erfassen und daraus Stategien abzuleiten, ist Intelligenz. Ist doch bei diesen "Intelligenztests" nichts anderes, beispielsweise den mathematischen/geometrischen Intelligenz. Ein Quadrat, ein Kreis und ein Dreieck kennt jeder. Aber diese Figuren zueinander in Beziehung zu setzen, Zusammenhänge zu begreifen und dann die fehlende Figur einzutragen, ist nunmal eine Frage der Intelligenz.

Genauso bei der sozialen Intelligenz. Jeder weiß, dass der Kapitalismus sich selbst irgendwann zerstört. Vorher zerstört er noch Menschen, Moral und Ethik, aber irgendwann auch sich selbst. Das ist absolut unausweichlich. Aber wie das so ist: Jeder mit gutem Einkommen, einer schönen Erbschaft oder sonst gut gefülltem Bankkonto lebt jetzt und hier. Kann ja sein, dass sich der Kapitalismus irgendwann selbst verzehrt, aber bis dahin will man ein tolles Leben.

Es gibt ja nichts, was man für Geld nicht kaufen könnte. Und bitte jetzt keine Sprüche wie "Liebe, Gesundheit und so weiter kann man nicht kaufen". Ich kenne/kannte aus dem eigenen Bekanntenkreis genug Weiber, die sich regelmäßig von ihrem reichen Kerl verdreschen ließen und dann als Entschuldigung mal eine Halskette, mal einen Ring bekamen. Und wenn nach der Prügel auch mal ein Krankenhausaufenthalt nötig war, dann gab es auch schonmal ein neues Auto. Haben sich bei mir ausgeheult von wegen "goldener Käfig", zogen es aber vor, sich dann doch wieder die Fresse polieren zu lassen. Naja, so ein Leben in Luxus schmeißt man halt nicht so einfach weg, ne? Vor allem dann, wenn man selbst nicht viel mehr kann, als zu poppen. Aber das ist ein anderes Thema.

Was ich sagen wollte: Die meisten Menschen kennen die Schwächen des Systems ganz genau. Aber sie hoffen alle, dass es sie nicht trifft. Das Leben ist viel geiler, wenn andere für mich arbeiten gehen. Und wenn ich selbst arbeite, dann will ich wenigstens das im Monat verdienen, wofür meine Lakaien ein ganzes Jahr oder ein ganzes Leben brauchen. Erst dann fühle ich, dass meine Arbeitskraft angemessen bezahlt wird. Zu verstehen, dass nicht jeder 1 Million im Monat verdienen kann, das ist nicht schwer. Aber zu verstehen, dass man selbst kein bißchen mehr wert ist, wie die eigene Putzfrau und dass diverser Luxus weder nötig, noch angemessen ist, das dauert wohl noch ein paar Jahrtausende ;)

[...]Ich halte den Großteil der Menschen (bei uns jedenfalls) für bescheiden genug sich mit der Mittelmäßigkeit völlig zufrieden zu geben bzw. sehe häufig schon jetzt sogar eine gewisse Sehnsucht danach.
Ich nicht. Kennst Du jemanden, der seinen gesamten Lottogewinn einer gemeinnützigen Organisation (notfalls auch der Kirche) spenden würde? Wieviele Leute kennst Du, die gemeinnützige, unentgeltliche Arbeit verrichten? Und wieviele Menschen kennst Du, die freiwillig ihren Lebensstandard zurück schrauben, um eben ein "normales Leben" zu führen? Ich kenne weit mehr Menschen, die sich eine fette Karre (wie etwa einen BMW X5) auf Abzahlung kaufen um im Berliner Stau zu stehen, als vielleicht einen kleinen Skoda, Renault, ... irgendwas kleines, wendiges, billiges. Warum? Weil Statussymbol. Weil Show alles ist. Weil Eigentum (oder wenigstens Besitz) mehr wert hat als Charakter, Moral und Ehtik zusammen. Man kann immer ein Arsch sein, wenn man den richtigen Schein dabei hat...

[...]
Alles in allem eigentlich gar keine so schlechte Grundlage. Daraus muss sich doch was machen lassen, oder nicht? :think:
Naja, jetzt sitzt Du da, wie einst Marx und Engels :D Ja, die haben wohl genau das gleiche gedacht. Hat nicht geklappt, ist am Menschen gescheitert.
 
Es gibt ja nichts, was man für Geld nicht kaufen könnte. Und bitte jetzt keine Sprüche wie "Liebe, Gesundheit und so weiter kann man nicht kaufen". Ich kenne/kannte aus dem eigenen Bekanntenkreis genug Weiber, die sich regelmäßig von ihrem reichen Kerl verdreschen ließen und dann als Entschuldigung mal eine Halskette, mal einen Ring bekamen. Und wenn nach der Prügel auch mal ein Krankenhausaufenthalt nötig war, dann gab es auch schonmal ein neues Auto. Haben sich bei mir ausgeheult von wegen "goldener Käfig", zogen es aber vor, sich dann doch wieder die Fresse polieren zu lassen. Naja, so ein Leben in Luxus schmeißt man halt nicht so einfach weg, ne? Vor allem dann, wenn man selbst nicht viel mehr kann, als zu poppen. Aber das ist ein anderes Thema.
Ich lese da kein Gegenbeispiel zu "Liebe kann man nicht kaufen"...klar sind viele Frauen oder Männer käuflich, abhängig, bequem und/oder dämlich, aber das hat doch nichts mit Liebe zu tun...

Aber zu verstehen, dass man selbst kein bißchen mehr wert ist, wie die eigene Putzfrau und dass diverser Luxus weder nötig, noch angemessen ist, das dauert wohl noch ein paar Jahrtausende ;)
Es gibt genug Leute die das heute schon wissen und das auch leben.


Kennst Du jemanden, der seinen gesamten Lottogewinn einer gemeinnützigen Organisation (notfalls auch der Kirche) spenden würde?
Ich kenne niemanden der ernsthafte Beträge im Lotto gewonnen hätte, aber viele Menschen die relativ große Prozentsätze ihres hart erarbeitenden Geldes der Wohltätigkeit zuführen oder gleich für die gute Sache kostenlos arbeiten.

Wieviele Leute kennst Du, die gemeinnützige, unentgeltliche Arbeit verrichten? Und wieviele Menschen kennst Du, die freiwillig ihren Lebensstandard zurück schrauben, um eben ein "normales Leben" zu führen?
In beiden Bereichen viele, vielleicht hast Du aber aus der Perspektive gesehen nur einen "schlechten" Umgang weil Du in einem Beruf arbeitest der materiell orientierte Menschen anzieht und ich halt in einem in der sich Menschen tendenziell eher zu sehr für andere aufopfern und bereit sind für Kost und Logis zu schuften.
 
Extremstes Beispiel: Japan. 230% Verschuldung, 95% bei der eigenen Bevölkerung. Wenn der Staat zahlungsunfähig würde, dann könnten die Japaner ihre Anlagen abschreiben. Und zwar die Reichen mehr als die Armen. Jeder beteiligt sich nach seiner Leistungskraft. Halte ich für fair.
Die Staatsverschuldung ist nur ein Teil der Verschuldung. In Japan liegt der der Verschuldungsgrad bei 400% des BIP (ohne Banken).

Viele, die sich heute über die Verschuldung des Staates aufregen, haben doch bis Ende der Neunziger mit Freude in Bundesschatzbriefe investiert, die 8% gebracht haben. Da hat auch niemand auf die Verschuldung des Staates geschaut.
Dieser Zinssatz würde die Schuldner heute reihenweise umbringen, in so fern es keine entsprechende Inflation gäbe. Das wären alleine für Deutschland 160 Mrd. Zinsen - die Hälfte des Bundeshaushalts.

Die BCG empfiehlt drastische Schritte: Anleger verlieren unweigerlich ihr Geld
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich lese da kein Gegenbeispiel zu "Liebe kann man nicht kaufen"...klar sind viele Frauen oder Männer käuflich, abhängig, bequem und/oder dämlich, aber das hat doch nichts mit Liebe zu tun...
Gefühle kann man nicht kaufen, aber wer will das schon? Man kann sich die normalerweise aus Liebe ergebene Loyalität sehr wohl kaufen. S*x sowieso. Man kann sich keine Gesundheit kaufen, wohl aber eine bessere Behandlung beim Arzt. Man kann sich keine Freunde kaufen, aber tendenziell haben erfahrungsgemäß "Freunde" eher Zeit, wenn man sie für ihren Freundschaftsdienst auch bezahlt.

Auch hier gilt: Natürlich trifft das nicht auf alle und jeden zu. Auch nicht aus meinem Freundeskreis. Was ich hier schreibe, ist ja zum Glück auch kein Naturgesetz. Es sind nur eben häufig beobachtete Verhaltensweisen...

Ich kenne niemanden der ernsthafte Beträge im Lotto gewonnen hätte, aber viele Menschen die relativ große Prozentsätze ihres hart erarbeitenden Geldes der Wohltätigkeit zuführen oder gleich für die gute Sache kostenlos arbeiten.
Ehrlich? Ich kenne nicht einen einzigen. Die meisten treten jetzt auch nach und nach aus der Kirche aus, weil sie es sich nicht mehr leisten können (manchmal auch nicht mehr wollen), den Papst durchzufüttern. Ehrlich gesagt kenne ich auch niemanden, der spendet - egal wohin oder wofür. Aber von der Sorte soll es ja einige Leute geben, da kommen ja oft ganz gute Beträge zusammen.

In beiden Bereichen viele, vielleicht hast Du aber aus der Perspektive gesehen nur einen "schlechten" Umgang weil Du in einem Beruf arbeitest der materiell orientierte Menschen anzieht und ich halt in einem in der sich Menschen tendenziell eher zu sehr für andere aufopfern und bereit sind für Kost und Logis zu schuften.
Also ich weiß nicht, ob mein Job vorranging Kapitalisten anzieht. Eigentlich habe ich eher den Eindruck, dass da mehr oder weniger normale Menschen arbeiten. Ok, ein paar Nerds sind immer mal hier und da, aber gerade die haben auch nicht ihren Fokus unbedingt auf der Kohle.

Trotzdem gibt es natürlich in anderen Berufen mehr Leute, die sich auch zu ihrem Job berufen fühlen. Ich muss sagen, dass mir mein Job zwar Spaß macht, aber ich tatsächlich nur des Geldes wegen arbeiten gehe. Hätte ich genug Geld, würde ich das sofort unterlassen. Mir fallen auf den Schlag etwa 10.000 Sachen ein, die ich lieber täte, als arbeiten zu gehen. Mein Beruf sehe ich also ganz und gar nicht als Berufung, sondern dient mir ausschließlich dem Broterwerb. Einen entsprechend hohen Stellenwert hat natürlich auch bei der Vertragsverhandlung das Gehalt für mich. Und entsprechend widerwillig trenne ich mich von meinem verdienten Geld wieder. Was allerdings nicht heißt, dass ich nicht auch mal "Aufrunde" oder ein paar Groschen in die Spendenbox bei McDonalds/BurgerKing schmeiße. Regelmäßig zu spenden schließe ich für mich kategorisch aus, aber wer eine, aus meiner Sicht gute Aktion für/gegen irgendwas plant und mir das schmackhaft machen kann, kann auch mit etwas Spendengeld rechnen.

Aber unter dem Strich: Würdest Du sagen, dass es allein in Deutschland mehr Leute Deines Schlages, meines Schlages oder noch schlimmere Kapitalisten als mich gibt? Wer stellt wohl die Mehrheit? Mag sein, dass ich sehr sehr wenig mit karitativen Einrichtungen bislang zu tun hatte. Ich weiß, dass viele Krankenschwestern sich zu ihrem Beruf berufen fühlen. Ansonsten könnten viele nicht mit so viel Herz für so wenig Geld eine so schwere Arbeit machen. Aber ich denke, dass die Mehrheit der Menschen anders tickt. Und dass es genau da an sozialer Intelligenz mangelt.

Übrigens: Ich nehme mich da gar nicht aus, eher im Gegenteil. Hätten wir heute Kommunismus und obwohl ich ja weiß, dass nur wenn jeder seinen Beitrag leistet (also auch ich), dieser funktionieren kann, würde ich sogar aktiv nach Mitteln und Wegen suchen, mir mein Leben so angenehm und einfach wie möglich zu machen. Überstunden kämen für mich gar nicht mehr in Frage. Ich würde mir vom Chef auch nicht mehr blöde kommen lassen. Ich lese nach der Arbeit viel und bilde mich weiter - nur um konkurrenzfähig und interessant für den Markt zu bleiben. Das würde wohl sofort aufhören. Wenn mich keiner mehr einstellen will, ist es auch gut, ich hätte sowieso was viel besseres zu tun. Sicher würde ich mir nicht nochmal den 12 bis 16-Stunden-Tag einer Selbstständigkeit antun. Eher eine geschmeidige 20-Stunden-Woche bei Gleitzeit. Vermutlich wäre ich aber viel auf Reisen, hätte kaum Zeit zum Arbeiten. Also ich glaube, schon allein an mir scheitert jeder noch so gut gemeinte Kommunismus :D