Das ist immer noch mehr als andere anspruchsvolle Jobs. Altenpfleger zum Beispiel.

Nun komm schon. Du weißt genau was mit anspruchsvollen Jobs gemeint ist, die nicht jeder machen kann. Und dabei bestreitet niemand, dass Altenpfleger, Bauarbeiter, etc keine wichtigen Berufe sind...

2000€ im Monat sind außerdem viel Geld. In den Firmen hier arbeiten Akademiker, selbst der ein oder andere Doktor, für so viel oder sogar weniger brutto eine volle 40-Stunden-Woche. (Zugegeben, einer der Doktoren, den ich kenne, ist deshalb woanders hin, dort verdient er statt 1700 brutto etwa 2000 netto für 38 Stunden. Und das für einen Spezialisten auf seinem Gebiet (Maschinensteuerung-Programmierung, grob gesagt), von dem die Firma nie gedacht hätte, dass es so einen überhaupt gibt, der darin den Doktor gemacht hat!)

Naja bei 1700 € Brutto für Akademiker sollte es schon bald so sein, dass ihr keine Akademiker mehr habt. Also ich kenne keinen Akademiker, der für dieses Geld zur Arbeit kommen würde. Auch ich würde für 1700€ Brutto nicht morgens aufstehen. 2000€ Netto sind auch nicht so viel, wenn man eine Familie hat, etc. Es ist nicht so, dass man mit 2000€ arm ist, aber es ist auch weniger als man denkt, wenn man davon laufende Kosten für sich und die Familie deckt.


Der Wettbewerb würde sich nur ändern, wenn sich die Leute tatsächelich weniger anstrengen würden.

Der Wettbewerb ändert sich nicht nur durch die fehlende Anstrengung. Gibt ja auch nicht weitere Faktoren. Sieht man doch jetzt schon, dass viele Akademiker ins Ausland gehen. Geld ist nicht der beste Motivator, aber der beste Demotivator. Bezahlung muss einfach stimmen für Leistung.

Ganz im Gegenteil gilt sogar: Geistige Tätigkeiten werden durch mehr Geld sogar behindert .

Also mich beruhigt der Gedanke, dass ich meine laufenden Kosten zahlen kann, dass ich für mein Alter vorsorgen kann, etc. Dadurch kann ich viel entspannter Arbeiten und bin auch wesentlich produktiver und weniger abgelenkt durch Existenzängste.


edit:

Also nach jetzigem Steuerrecht hat man mit 49872 € Jahresbrutto ein monatliches Netto von 2580 €, wenn man keine Kirchensteuer zahlt.

Aber du hast ja eh was von 50% abgaben geschrieben, darauf bezog ich mich ja auch mit den 2000€
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich fände es allerdings gut, wenn der Steuersatz (glaube 43% derzeit) auch tatsächlich *ab dieser Höhe* für *diesen %-Wert* gelten würde.
Das heißt ja nicht, dass du auf alles so viel bezahlst.

Dann kannst du glücklich sein, denn das ist bereits so. Ab rund 250.000 zahlst du auf jeden weiteren Euro deine 45% zzgl. Soli

Doktoranten die für 1700 Brutto arbeiten? Dann frag ich mich WIE sie ihren Doktor bekommen haben oder ob sie ihn vielleicht in etwas ungefragtem gemacht haben, Doktor der Mistkäferkunde oder so :ugly: Also sorry aber das halte ich für sehr unrealistisch. Vielleicht angehende Doktoranten in ner Art Praktikum oder was ...
 
Hahaha...
Es wurde doch letzte Woche erst wieder festgestellt, dass das private Geldvermögen der deutschen Bevölkerung mehr als doppelt so hoch ist, wie die Staatsverschuldung.

Dieses Land kann in der Situation nicht pleite gehen.

gruss kelle!

Seh ich auch so: Sieht ganz gut aus für Deutschland! Aber auch für die Schweiz, für Österreich und für Liechtenstein!
 
Nun komm schon. Du weißt genau was mit anspruchsvollen Jobs gemeint ist, die nicht jeder machen kann.
Ich kann deine Gedanken nicht lesen. Altenpfleger ist anspruchsvoll. Erzieher ist in anderen Ländern Studienberuf.

Also ich kenne keinen Akademiker, der für dieses Geld zur Arbeit kommen würde.
Tja, ich hatte bei den besagten 1700€ unter 20 Leuten zwei von denen ich weiß, dass sie nen Doktor haben, mindestens 2 weitere abgeschlossene Studierte, einen Bachelor, der seinen Master macht - und gefragt habe ich nie nach Titeln, da können sich noch welche verstecken.
Ich sag auch nicht, dass das gut ist. Aber es ist Fakt. Gut ist, wenn dann die Unternehmen, die so "viel" zahlen, von Facharbeitermangel reden.

Ich finds nur "toll" wenn Leute, die für so viel Geld - selbst 1700 brutto ist relativ viel - nicht aus dem Bett kommen würden und sich dann aufregen, dass der Hartz-4-Empfänger nicht für die Hälfte arbeiten geht und ihn Sozialschmarotzer beschimpfen. Solche kenn ich auch.

Also mich beruhigt der Gedanke, dass ich meine laufenden Kosten zahlen kann, dass ich für mein Alter vorsorgen kann, etc. Dadurch kann ich viel entspannter Arbeiten und bin auch wesentlich produktiver und weniger abgelenkt durch Existenzängste.
Genau das ist die Aussage. Und diese Grenze der Sicherung beträgt - an der Zufriedenheit gemessen - soweit ich weiß 1400 €. Kann aber sein, dass da nur Singles gemessen wurden, k.A.
Wenn ich 2000€ netto haben würde, dann würde ich davon einen Tausender jeden Monat sparen und mit 50 aufhören, für Geld zu arbeiten. Mir (Single) reichen 1000€ nämlich locker aus im Monat. In München Innenstadt reicht das natürlich gerade mal für die Wohnungskosten ;)


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aber kommen wir zum eigentlichen Punkt:

Aber du hast ja eh was von 50% abgaben geschrieben, darauf bezog ich mich ja auch mit den 2000€
Ich hatte wörtlich geschreiben (Klammern weg und fett dazu)

Aber wenn alle mit mehr als 50.000€ Einkommen tatsächlich 50% ihres Einkommen darüber zahlen würden

Darüber ist für mich eindeutig. Und jetzt reden wir darüber nicht mehr, das gleitet ab, glaube ich ^^
 
Aber wenn alle mit mehr als 50.000€ Einkommen tatsächlich 50% ihres Einkommen darüber zahlen würden

Darüber ist für mich eindeutig. Und jetzt reden wir darüber nicht mehr, das gleitet ab, glaube ich ^^

Sorry aber die Formulierung fand ich sehr veriwrrend gewählt, glaube aber ich verstehe nun was du meintest.

Darf ich mal fragen ob du aus dem Osten kommst? Weil ich empfinde auch als Single nicht, dass 1400 € viel sind. Also wenn man Wohnung, Auto, Rücklagen, etc. zu zahlen hat. Klar ist man dann nicht arm, aber es ist dennoch nicht genug. Soll nun nichts gegen Ossis sein, aber man hört ja immer, dass da das Leben noch ein bisschen günstiger ist, kann natürlich auch ein Gerücht sein.
 
Wenn ich 2000€ netto haben würde, dann würde ich davon einen Tausender jeden Monat sparen und mit 50 aufhören, für Geld zu arbeiten. Mir (Single) reichen 1000€ nämlich locker aus im Monat. In München Innenstadt reicht das natürlich gerade mal für die Wohnungskosten
Mal abgesehen davon, dass das nicht nur für München sondern viele Staädte gilt, kann ich wohl davon ausgehen, dass du noch nie 2000 € netto verdienst hast. Denn deine "Rechnung" funktioniert nur, wenn du dann wie jemand lebst, der deutlich weniger verdient. Da muss man aber schon ein sehr sparsamer Mensch oder gar Geizhals sein. Denn mit diesem mehr an Geld lebst und konsumierst du bewußter. Du achtest halt bei Produkten nicht nur auf den Preis, sondern auch auf Qualität. Bei der Elektronik auf den Stromverbrauch, bei Nahrungsmittel auf die Herkunft und die Zutaten, bei Dienstleistungen auf den Service usw. Du kaufst halt nicht mehr die Glotze beim Discounter, Lebensmittel auch mal bei lokalen Händlern oder auf dem Wochenmarkt statt nur im Supermarkt, gibts im Restaurant oder beim Friseur mehr bzw. überhaupt Trinkgeld. All das führt natürlich zu höheren Ausgaben, die sich mehr am Gehalt örientieren denn an der theoretischen "Einkommensglücklichkeitsgrenze".
Kurz: 2000 € ist noch weit davon entfernt davon zu reden, dass sie locker reichen - sowohl für die Person als auch die Gesellschaft, die von den Ausgaben profitiert.
 
Bei der Elektronik auf den Stromverbrauch, bei Nahrungsmittel auf die Herkunft und die Zutaten, bei Dienstleistungen auf den Service usw.
Tja, das mach ich heute schon. Mal angesehen von den Dienstleistungen, da gibt es ja eh keine Auswahl.

Aber du hast recht, ich bin kein Konsumfanatiker. Solange z.B. der Fernseher gut funktioniert und groß genug ist (und das ist er, weil meine Wohnung nicht so wahnsinnig riesig ist, dass ich 5 Meter davon weg sitze), kauf ich mir keinen neuen. Ich hab immer noch eine Röhre. (Davon abgesehen, dass es eh nicht viel gibt, dass ich mir ansehe. Jetzt hat die Kabelfirma sogar noch den WDR rausgenommen, so dass ich Quarks nur noch im Netz sehen kann) Mein Computer ist auf Energiesparen ausgelegt, obwohl das am Ende wahrscheinlich etwas mehr kostet.
Dass ich Lebensmittel beim lokalen Händler oder Markt kaufe - kaum. Erstmal ist das deutlich weiter weg und dann ist bei Qualität auch kein Unterschied. Höchstens zu Ungunsten der Händler, wenn man diversen Untersuchungen glauben mag. Irgendwo "in der Stadt" kaufe ich also nur bei (seltener) Gelegenheit.
Mehr Trinkgeld ist auch unwahrscheinlich, und selbst wenn macht das wirlich nicht viel aus, wenns hoch kommt wären das 10 Euro im Monat. Oder wie oft gehst du auswärts essen oder zum Friseur?

Das meiste Geld mehr geben Leute bei steigendem Einkommen für a) Unterkunft und b) Autos aus.
a) reicht mir der heutige Stand vollkommen, ich brauch kein Einfamilienhaus mit 150m², wo ich dann einen ganzen Tag zum Putzen brauche ;) und b) interessiert mich auch nicht. Für mich ist ein Auto eine Transportmöglichkeit, kein Objekt der Begierde oder des anhimmelns. Ein 10.000€ bringt mich genauso zum Ziel und hält genauso lange wie ein 30.000€ Auto. Nur eben viel viel billiger.
Diese beiden Sachen machen locker mal 500€ Unterschied pro Monat aus.
 
[...] (Jahrefreibetrag hab ich 8000 genommen, um die Zahl liegt der ja.) [...]

Nur mal kurz für mein Verständnis: Wie kommst Du auf 8000 Euro Freibetrag pro Jahr?

Ich bin ja auch schon viel gependelt und hatte eine kleine Zweitwohnung, aber auf 8000 Euro bin ich nur mit Mühe und Not gekommen. Eher realistisch ist wohl das Beispiel hier:

https://www.steuerlinks.de/steuerlexikon/lexikon/freibetrag-auf-der-lohnsteuerkarte.html schrieb:

Beispiel 1

Ein lediger Arbeitnehmer fährt an 220 Arbeitstagen mit seinem PKW 20 km zur Arbeitsstätte. Die Werbungskosten daraus betragen 220 x 20 km x 0,30 EUR = 1.320 EUR. Außerdem zahlt der Arbeitnehmer Kirchensteuer von jährlich 450 EUR.

Lösung:

Von den Werbungskosten werden für die Antragsgrenze nur 400 EUR (1.320 EUR - 920 EUR Arbeitnehmer-Pauschbetrag ) berücksichtigt. Hinzu kommt die Kirchensteuer. Es ergeben sich 850 EUR (400 EUR + 450 EUR); der Arbeitnehmer kann also einen Antrag auf Eintragung eines Freibetrags stellen, da er über der Antragsgrenze von 600 EUR liegt.
Berücksichtigt werden allerdings nur Werbungskosten , soweit sie über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag liegen = 400 EUR, sowie die Sonderausgaben, soweit sie über dem Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 EUR liegen = 414 EUR. Der Freibetrag beträgt somit 814 EUR (400 EUR + 414 EUR).

Lassen wir den Freibetrag mal außen vor (setzen ihn auf 0 Euro und lassen das mal den Steuerberater lieber machen), sieht die Rechnung so aus:

Brutto-Arbeitslohn: 49.992,00 4.166,00
Lohnsteuer: 10.030,00 835,83
Solidaritätszuschlag: 551,65 45,97
Kirchensteuer: 0,00 0,00
Krankenversicherung: 3.653,10 304,42
Pflegeversicherung: 545,74 45,48
Rentenversicherung: 4.974,20 414,52
Arbeitslosenversicherung: 749,88 62,49
Netto-Arbeitslohn: 29.487,43 2.457,28

Gehört nicht wirklich zum Thema Staatsbankrotte, aber ich würde das wirklich mal gern kurz klären :)
 
Nur mal kurz für mein Verständnis: Wie kommst Du auf 8000 Euro Freibetrag pro Jahr?
https://de.wikipedia.org/wiki/Freibetrag
Grundfreibetrag: Als Grundfreibetrag bezeichnet man den Betrag, bis zu dem keine Einkommensteuer erhoben wird. Er ist Bestandteil des Einkommensteuertarifs. Im Veranlagungszeitraum (VZ) 2010 beträgt er 8 004 Euro (§ 52 Abs. 41 Satz 1 EStG).


Die Reichtumsgrenze brträgt übrigens 37400€ netto im Jahr, wenn ich es richtig im Kopf habe (über ein paar hundert wollen wir nicht streiten). Da könnte man ja in dieser Gegend auch den Strich für eine "Reichensteuer" ziehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
https://de.wikipedia.org/wiki/Freibetrag
Grundfreibetrag: Als Grundfreibetrag bezeichnet man den Betrag, bis zu dem keine Einkommensteuer erhoben wird. Er ist Bestandteil des Einkommensteuertarifs. Im Veranlagungszeitraum (VZ) 2010 beträgt er 8 004 Euro (§ 52 Abs. 41 Satz 1 EStG).


Die Reichtumsgrenze brträgt übrigens 37400€ netto im Jahr, wenn ich es richtig im Kopf habe (über ein paar hundert wollen wir nicht streiten). Da könnte man ja in dieser Gegend auch den Strich für eine "Reichensteuer" ziehen.

Reich ist sicher definitionssache, aber 37.400 Netto im Jahr sind sicher nicht reich.
 
[...] Grundfreibetrag: Als Grundfreibetrag bezeichnet man den Betrag, bis zu dem keine Einkommensteuer erhoben wird. Er ist Bestandteil des Einkommensteuertarifs. Im Veranlagungszeitraum (VZ) 2010 beträgt er 8 004 Euro (§ 52 Abs. 41 Satz 1 EStG).[...]
Das stimmt. Aber das hat nichts mit dem Freibetrag zu tun, der auf der Lohnsteuerkarte voreingetragen wird.

Der Freibetrag, der eingetragen wird, wird der Lohnsteuer sofort abgezogen. Heißt also, dass wenn jemand 500 Euro Steuern zahlt und 400 Euro absatzfähige Kosten hat, kann er sich 400 Euro voreintragen lassen und zahlt so nur 100 Euro monatlich Steuern. Im nächsten Jahr macht er seine Lohnsteuererklärung und liefert die "Beweise". Werden die nicht anerkannt, muss er nachzahlen. Sonst bekommt er halt nix wieder.
 
Reich ist sicher definitionssache, aber 37.400 Netto im Jahr sind sicher nicht reich.
Stimmt. 37.100€ sinds. Aber ich habe ja gesagt, wir wollen uns nicht um ein paar Hunderter streiten.
Angabe laut EU-Definitio. Siehe z.B.:
https://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=26656
Das ist halt das Median- nicht das Durchschnittseinkommen.

Das stimmt. Aber das hat nichts mit dem Freibetrag zu tun, der auf der Lohnsteuerkarte voreingetragen wird.
Tja, dann kommts wohl darauf an, was bei dem Rechner unter "Freibetrag jährlich" gemeint ist. Aber stimmt, wahrscheinlich deiner.
 
Das hatte ich mir vorhin auch schon angeschaut. Der ESM-Vertrag schreibt aber nur verbindlich fest, was der EFSF im Moment gerade macht, also die Schulden der Pleiteländer zu übernehmen.
Wenn man dagegen was sagt, ist mań natürlich auch gleich gegen Europa. :ugly:
Der ESM wird aber genauso versagen wie der EFSF und das ist ein guter Grund dagegen. Es steckt vllt eine gute Absicht dahinter, ändert aber nichts an dem falschen Mittel.
 
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Verfassungsgericht billigt EU-Rettungsschirm

Folgende News wurde am 07.09.2011 um 13:11:48 Uhr veröffentlicht:
Verfassungsgericht billigt EU-Rettungsschirm
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Karlsruhe (dpa) - Das Bundesverfassungsgericht hat die Griechenlandhilfe und den Euro-Rettungsschirm gebilligt. Gleichzeitig stärkten die obersten deutschen Richter jedoch die Beteiligungsrechte des Bundestages. Künftige Finanzhilfen sind an die Vorgabe gekoppelt, dass der Haushaltsausschuss jedem Schritt zustimmen muss. Das Urteil sei «keine Blanko-Ermächtigung für weitere Rettungspakete». Es dürfe bei den Zahlungen keinen Automatismus geben, der die Rechte der Abgeordneten aushebelt, entschied das Gericht am Mittwoch in Karlsruhe. Die drei Verfassungsbeschwerden von EU-Kritikern gegen die politischen Beschlüsse von 2010 blieben damit weitgehend erfolglos (Az. 2 BvR 987/10, 2 BvR 1485/10, 2 BvR 1099/10). Der Kläger und CSU-Abgeordnete Peter Gauweiler nahm die Entscheidung «mit einem lachenden und weinenden Auge» entgegen. Die Maßgaben des Gerichtes seien «kleine Trippelschritte» im Vergleich zum dem, was er sich erhofft habe. Sein Mitstreiter Karl Albrecht Schachtschneider sagte: «Das ist ein schlechter Tag für Deutschland und für Europa und eine Ohrfeige für die Bedürftigen in unserem Land.» Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Steffen Kampeter, zeigte sich äußert zufrieden. Das Urteil stärke die Bundesregierung und schicke ein klares Signal an die Märkte. «Aber es ist auch eine Mahnung, dass wir bei künftigen Rettungsschirmen auf Maß und Mitte achten.» Das Gericht hat für die Ende September geplante Entscheidung des Bundestages über die Stärkung des Rettungsschirms EFSF keine weiteren Hürden aufgestellt. Die schwarz-gelbe Koalition von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ringt derzeit um eine eigene Mehrheit für die Milliardenhilfen. Wie genau die Rechte des Parlaments künftig aussehen werden, ist aber noch offen. Die Hilfspakte müssen - so die obersten Richter - klar definiert sein und den Parlamentariern die Möglichkeit zur Kontrolle und auch zum Ausstieg geben. Bei dem im vergangenen Jahr beschlossenen Rettungsschirm sieht das Gericht die Kriterien erfüllt. Im Finanzstabilitätsgesetz seien der Umfang der Unterstützung - 170 Milliarden Euro - und ihr Zweck - Griechenlandhilfe - sowie ein überschaubarer Zeitraum festgelegt. Zudem hänge die Hilfe von der einvernehmlichen Billigung der EU-Staaten ab. Damit behalte die Bundesregierung ihre souveräne Entscheidungskraft. Nachbesserungen fordert das Gericht bei der Einbeziehung des Parlaments. Es reiche nicht aus, dass der Bundestag die Rahmenbedingungen beschließe und die Regierung dann bei der konkreten Ausgestaltung nur noch den Haushaltsausschuss informiere. Vielmehr dürften Hilfen künftig nur dann gewährt werden, wenn der Ausschuss vorher ausdrücklich zugestimmt habe. Auch im Haushaltsausschuss haben Union und FDP die Mehrheit. Dem Argument der Kläger, durch den Rettungsschirm drohe ein riesiges Haushaltsloch und damit die Handlungsunfähigkeit des Staates, konnte das Gericht nicht folgen. Wie viele Schulden Deutschland verkraften könne, liege im Einschätzungsspielraum des Gesetzgebers, «den das Bundesverfassungsgericht zu respektieren hat». Das Gericht können sich «nicht mit eigener Sachkompetenz an die Stelle des Gesetzgebers setzen». Auch das Szenario, dass die Bürger durch die Rettungspakete mit einer sinkenden Kaufkraft des Euro rechnen müssten, konnten die Richter nicht nachvollziehen. Die Kritiker hätten nicht überzeugend darlegen können, dass eine solche Entwicklung unausweichlich sei. Mit seiner Entscheidung knüpft das Gericht an seine Urteile zu den Verträgen von Maastricht und Lissabon an, bei denen es die Souveränität des deutschen Staates hervorhob. Erneut findet sich ein klares Nein gegen Mehrheitsentscheidungen in der EU, bei denen Deutschland überstimmt werden könnte und gezwungen wäre, gegen seinen Willen zu handeln. In diese Rubrik fallen auch die umstrittenen Eurobonds, da auch bei ihnen die deutsche Regierung nicht in allen Belangen Herr des Verfahren sein könnte. Die Vergemeinschaftung von Staatsschulden berge ein hohes Risiko für die Eigenverantwortung, urteilten die Richter.
 
Naja, mit dem Automatismus und der Immunität des ESM wirds wohl nix werden.
Das Gericht kann auch nicht gegen die Autorität des Bundestags urteilen.
 
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Vor allem zeigt es doch eine Sache wieder ganz deutlich:

Niemand ist daran interessiert, dass Schulden abgebaut werden.

Das hat einen ganz einfachen Grund: Für einen Staat (übrigens auch für eine Bank) ist es eine super Sache, wenn ein Schuldner nach Möglichkeit ewig Zinsen zahlt ohne seine Schulden abzubauen. Davon lebt es sich erst richtig gut. Und der verschuldete Staat hat auch kein Interesse, die Schulden abzutragen, weil die Tilgungssumme massiv im Haushalt fehlt. Die Zinszahlung ist fest eingeplant und so lange S&P das Triple-A gibt, ist alles dufte. Das ist moderne Sklaverei eben.

War schon im alten Rom so. Man hat sich teuer einen Sklaven (oder um gleich 2 Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Eine Sklavin) gekauft. Die war dann immer und stets unentgeltlich zu Diensten.

Heute gibt man Kredite so viel man kann. Am besten so viel, dass sich der Schuldner nicht umbringt, aber dafür ewig Zinsen zahlt ohne eine Chance zu haben, die Schuld zu tilgen. Man lässt ihn also für sich unentgeltlich arbeiten. Die besten Schuldner sind nunmal Staaten, die springen nicht vom Dach und zahlen ohne zu murren. Bekommen deshalb auch das höchste Rating. Und bevor ein Staat Insolvenz anmeldet, gibt man ihm lieber nochmal Kredit. Und nochmal, und nochmal, ...

Moderne Sklaverei, nichts anderes.
 
Wie schön, ich habe also die Bundesrepublik versklavt

:ugly::ugly::ugly:
hehe :)

Aber im Grunde: Ja. Was meinst Du, was Zinsen sonst sind? ;)

Würdest Du Wertpapiere der Bundesregierung für - sagen wir mal - 1 Milliarde Euro kaufen können und dafür die üblichen 2 bis 2,5% Zinsen bekommen, müsstest Du doch wohl nichts mehr tun. Ein Leben lang nicht. Aber wer zahlt denn das Geld, das Du als Zinsen bekommst? Betet die Merkel und dann kommt das?