Eure Erfahrungen bei der Bundeswehr

Hat wer von euch schon 'nen Auslandseinsatz mitgemacht? Interessiere mich dafür und würd' gern mal persönliche Erfahrungen hören :)
 
Wo man am meisten zutun hat, ist denke ich mal beim NDF(Nachschubdienstfeldwebel, kümmert sich um alle Materialien in der Kompanie)

Oh ja, da war ich 18 Monate, von Gefreiter bis HG. VDU-Gehilfe in der Panzertruppe. Hab mir also den Posten mit nem Stuffz geteilt. Normalerweise nen Job für drei, aber: Findet nicht statt. ;)

Da mein Stuffz sich um den Papierkrieg gekümmert hat und rund 120 Tage Resturlaub hatte, hatte ich ne ziemlich heftige Verantwortung auf dem Posten, was mir persönlich ziemlich viel gebracht hat.
In den Anfangstagen wurde man noch recht mies behandelt, bin dann aber direkt für 6 Wochen auf Führerschein gegangen für CE, danach Munitionssachkunde, kurze Einarbeitung und schon musste ich das erste mal die Teileinheit alleine führen für 3 Wochen.
War erstmal ziemlich ungewohnt vom ich sag mal, verwöhnten Gymnasium zu kommen und plötzlich zwei LKWs zu haben, ne Waffenkammer, 3 Keller voll Zeug, Verantwortung für Munitionsanforderungen und Transport und an all den unheimlich wichtigen Teileinheitsbesprechungen teilzunehmen, wo nur Offiziere rumsitzen (Ich wurd ganz schön doof angeguckt, als ich da das erste mal als Gefreiter reinkam, nen Gefreiten hatten die wohl noch nie aus der Nähe gesehen :roll: )
Nachdem sich die anfängliche Scheu gelegt hat mit all dem sensiblen Zeug zu hantieren, mit geladener Pistole Munition durch die Stadt zu fahren und all die wichtigen Personen einer Kaserne einen mal kennengelernt haben, hab ich gelernt Dinge anzupacken, die man sich eigentlich nicht zutraut wegen fehlender Routine und plötzlich auftretende Probleme zu troubleshooten.

Wichtig dabei war vor allem gute Leistung. Das erleichtert den Umgang mit Vorgesetzten und öffnet Türen. Leider waren bei mir daher 70-Stunden-Wochen keine Seltenheit und Aktionen wie: Mal eben mit dem LKW über Nacht von Dortmund nach Hamburg fahren um 20 Panzerfäuste abzuholen für die nächste Ausbildung, nur eine von vielen Geschichten, die plötzlich meine Freizeitgestaltung über den Haufen schmissen. Natürlich kam der Wachdienst noch hinzu. Dummerweise war unsere Kaserne dünn besetzt wegen Auflösung und Auslandseinsätzen. Daher hieß es dauernd: HG **** uns fehlt noch nen Fahrer für die Wache am Wochenende. :(
Urlaub fand eigentlich nie statt. Hier und da mal nen Tag unter der Woche und selbst befohlene 2 Wochen Kompanieurlaub wurden bei mir zu einer Woche. Am Ende musste ich 1 Monat bezahlt früher aufhören, wegen Resturlaub (Da wusste ich, wo mein Stuffz die 120 Tage Resturlaub her hatte). Das war zum Glück genau nen Übungsplatz-Monat, den ich schön bei Cocktails mit Freunden an Talsperren verbracht habe :D
Vorteil solcher Selbstaufopferung war, dass ich dafür in ruhigen Zeiten (leider zu selten) alle Freiheiten hatte. Morgens das ganze benötigte Zeug rausgeben und mit den Geschäftszimmer-Leuten zum Brunchen in die Stadt fahren, oder ins Freibad (Fürs Deutsche Sportabzeichen trainieren natürlich ;) ). Oder auch gerne mal leichte Gleitzeit, wenn morgens nichts auf dem Plan stand. Dafür war die Regel aber eher 1 Stunde früher kommen und 1-2 Stunden länger bleiben.

Man sollte sich auf jeden Fall nicht in der AGA für ne Verlängerung entscheiden. Man sieht erst in seiner Teileinheit und im alltäglichen Dienst wie der Laden da tatsächlich läuft und wo gepfuscht wird. In der AGA spielen die Vorgesetzten Theater mit den Rekruten und das ganze ist alles nen großer Abenteuerspielplatz. Wenn man Pech hat, hat man ab dem 5. Monat einen mix aus gähnender Langeweile (unser armer Tankstellen-OG von der Mattruppe ;) ) und dämlichen ABM (unsere armen Kämpfer, wieder mal Vollständigkeit am Kampfpanzer prüfen. Zum 3. mal in dieser Woche).

Alles in allem bin ich froh nicht in den kämpfenden Zügen gelandet zu sein. Erstens hab ich nen CE-Führerschein gekriegt und zweitens ist die Arbeit seriöser und man lernt mehr, als wenn der Gruppenführer oder Kommandant dauernd neben einem steht, mit nem Finger auf nen Metallteil zeigt und sagt: Da! Aufnehmen! Da! Ablegen! Auftrag erkannt? Ausführung!

Hoffe ich konnt nen kleinen Einblick geben. :>
 
Zitat von biker1099
Ich bin nach 3 Wochen rausgeflogen, das unterordnen war nicht mein Ding und schon gar nicht die BRD als mein Vaterland. :mrgreen::mrgreen::mrgreen:

Wie hast du das den gemacht?
Ist dein Drogentest positiv ausgefallen? ^^
So einfach ist es nicht rauszufliegen. Wenn du irgendwelchen mist machst sitzt du ehr im arest bevor du rausfliegst.

@biker1099 du Märchenonkel
- na ja wichtig für dich ist das du selbst fest dran glaubs!


.:.
 
Ich darf ab 1.1 wahrscheinlich auch antreten. bin mal gespannt was ich da so erwartet :D habe schon viele coole sachen von meinen bekannten gehört ;) was die da so alles treiben.
 
Toll, ich darf meinen Geburtstag beim Bund feiern :LOL:
Im heutigen Schreiben der Kaserne wurde mir mitgeteilt, dass am Samstag, einen Tag vor meinem Geburtstag, Dienst angesetzt ist...:ugly:
 
Umso besser ;)
Dann kannste gleich mit deinen Kameraden reinfeiern, n besseren Einstand gibts ja wohl net ;)
 
Hab's doch geschafft, zu meinem Geburtstag nach Hause zu kommen, muss aber heute bis 22 Uhr auch wieder in der Kaserne sein...

...bei dem Wetter den ganzen Tag in vollen Klamotten rumzueiern ist echt ätzend, ich hab' in 3 Tagen gefühlte 10 L Wasser ausgeschwitzt :ugly:
2. Tag ging von 5 Uhr morgens bis 23:30 Uhr abends, auch nicht jedermanns Sache.
Anfang nächster Woche wird's hoffentlich ruhiger, dann geht's nämlich auf den Schießsimulator :)
 
dann geht's nämlich auf den Schießsimulator
Wenn du Glück hast ist das den ganzen Tag: Antreten, Wegtreten, Antreten, Wegtreten.... 10 Minuten Karte, Kompass, 3 Minuten Lightgun mit mieser Grafik.

Wenn du Pech hast ist es den ganzen Tag: Pause auf der Stelle und 2 Minuten Lightgun mit mieser Grafik. :yawn:
 
Je nach dem mit welchem Feldwebel wir dort hingehen, kann das rumstehen vor dem Simulator aber auch halbwegs erträglich sein.
Bin jedenfalls gespannt, wie ich abschneide...:)
 
Die Übungen auf dem Simulator waren nicht wirklich schwierig, nur bei der dritten (Schnellschießen auf Kommando) hatte ich ein G36, bei dem der Leuchtpunkt im Reflexvisier verdammt schwach war, sodass es immer zu lange gedauert hat, bis ich schießen konnte. Anstatt mich anzumaulen, hätte der Gefreite mal selbst damit schießen sollen...:roll:
Das mit dem schwachen Leuchtpunkt wurde mir von anderen Kameraden auch bestätigt, sodass ich mir sicher sein kann, dass es auch wirklich so war.

Den Feldwebel hat das glücklicherweise nicht wirklich interessiert, Übung war trotzdem bestanden :)
 
Die Übungen auf dem Simulator waren nicht wirklich schwierig, nur bei der dritten (Schnellschießen auf Kommando) hatte ich ein G36, bei dem der Leuchtpunkt im Reflexvisier verdammt schwach war, sodass es immer zu lange gedauert hat, bis ich schießen konnte. Anstatt mich anzumaulen, hätte der Gefreite mal selbst damit schießen sollen...:roll:
Das mit dem schwachen Leuchtpunkt wurde mir von anderen Kameraden auch bestätigt, sodass ich mir sicher sein kann, dass es auch wirklich so war.

Den Feldwebel hat das glücklicherweise nicht wirklich interessiert, Übung war trotzdem bestanden :)

Simulator? Wird heute nicht mehr richtig geschossen, oder kommt das noch?
 
Klar wird noch richtig geschossen, das kommt nächste Woche.
Ich halte das aber auch für nicht verkehrt, weil so etwas schreckhafte Leute besser auf den scharfen Schuss vorbereitet werden (Rückschlag wird ja auch simuliert).
 
Simulator? Wird heute nicht mehr richtig geschossen, oder kommt das noch?
Doch doch, man geht auch noch auf die Schießbahn, aber gerade zu Beginn der Ausbildung kann man sich mit dem AGSHP viele Kosten und auch einiges an Zeit sparen. Ursprünglich war mal das Ziel nur noch zu Wertungsübungen auf die Schießbahn zu gehen und alle Schulschießübungen im AGSHP zu machen, davon ist man aber meines Wissens nach wieder abgekommen. Weil es eben doch noch unrealistisch genug ist.

Edit: Ganz vergessen, ein riesen Vorteil ist auch, dass der Ausbilder wichtige Daten über die Technik des Schützen angezeigt bekommt und so direkt auf Fehler reagieren und evtl. korrigierend eingreifen kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi
Also ich war 8 Jahre dabei und das in einer technischen Einheit der Luftwaffe. Ja ich bin auch viel in der Welt rumgekommen und es hat mir Spaß gemacht.
Man muss aber dafür auch geboren sein bzw so wie ich reingewachsen ;)

Die Erfahrung die ich dort gemacht und das Wissen möchte ich nciht mehr missen, aber man muss auch vorallem an seine Familie denken, wenn man gerade mal so wie bei mir 3 Monate in einem Jahr zuhause war.

Viele Grüsse

OFw aD
 
Soso, noch einer vom TDstLw.
Wo warst du wenn man fragen darf und bis wann?
Bin seit 6 Jahren dabei und hab noch 6. Aber ich glaube die militärisch wirklich spannenden Zeit sind bei mir vorbei.

mkG Sören OLt iD ;)
 
Klar wird noch richtig geschossen, das kommt nächste Woche.
Ich halte das aber auch für nicht verkehrt, weil so etwas schreckhafte Leute besser auf den scharfen Schuss vorbereitet werden (Rückschlag wird ja auch simuliert).

Und der simulierte Rückschlag ist auch realistisch?

Aber gut, zum Anfang ist das Training am Simulator wahrscheinlich gar nicht mal so übel *wegen der Sicherheit*.
 
Ich denke schon, dass er realistisch ist (einen Vergleich habe ich ja noch nicht), denn er ist doch deutlich spürbar. Da die Übungswaffen ehemals scharfe Waffen waren, ist die Waffe an sich von ihrer Handhabung doch ziemlich nahe am Original.
Bin gespannt, wie das mit dem MG3 wird...:LOL:
 
Ist schon sinnvoll, sowas sicherheitsrelevantes wie schießen vorher am Simulator zu üben. Habe mal ne Doku über die Grundausbildung in N24 gesehen. Zumindest da war der Simulator doch sehr nah an der Realität.

Müsst ihr eigentlich auch darauf achten, dass die Decke direkt an der bettkante abschließt und wird das überprüft? Fand ich ja mal Hammer.8O