Bürokauffrau sucht...

Nostraventjo

Grafikerin mit <3
ID: 234598
L
29 Januar 2007
463
85
Ich hoff ich kassier nicht allzuviele rote Popel, aber wer vielleicht mal in ähnlicher Lage war, kann meine Verzweiflung vielleicht verstehen.

Also, ich bin seit November 07 eine ausgelernte, nun 21 jährige Bürokauffrau, und habe bisher noch keinen Job gefunden. Ich habe einen Schnitt von 2,6 wobei meine Stärken besonders im EDV und Kundenbetreeungsbereich liegen, da ich verdammt gerne mit Menschen telefoniere und arbeite.

Ich habe mich jetzt schon bei vielen (an die 70) Stellen beworden, im Internet Anzeigen aufgegeben, doch es scheiterte immer an meinem Manko, das ich im Rollstuhl sitze. Leider.

Selbst empfinde ich mich als eine sehr ehrliche, offene und selbstbewusste Person mit schneller Auffassungsgabe, Teamfähigkeit und selbstständiger Arbeitsweise.

Nun wollte ich mal fragen, ob es hier nicht den einen oder anderen netten Arbeitgeber gibt, der vielleicht eine Stelle frei hätte?
Wie gesagt, ich bin auf jeden Fall sehr motiviert, würde, wegen meiner geselligen Art gern in einem Büro arbeiten, idealerweise mit Kunden zusammen.

Bei Interesse PN, Zeugnisse, Lebenslauf etc habe ich alles vorliegen.

Das einzige, was mir wichtig wäre, das die Stelle in Heidelberg wäre, weil es dort barrieretechnisch einfach sehr günstig für mich ist.

Ich hoffe, mir nimmt das jetzt niemand krumm, aber ich bin wirklich verzweifelt, und nehme jede Gelegenheit war, das Interesse möglicher Arbeitgeber zu wecken.

Vielen Dank
 
Leider kann ich dir weder einen Job anbieten noch kenn ich wen, der das tun könnte.. Aber ich kam einfach nich drumrum, dir alles Gute und viel Glück zu wünschen. Ich finde es gut, dass du dich so um einen Arbeitsplatz bemühst! :)

Aber meinst du wirklich, es scheitert an deinem Handicap? Gerade große Firmen betonen doch immer wieder, dass sie auch gerne Menschen mit Behinderung einstellen.. :-?
 
Inwieweit bist du den Jobtechnisch mobil? Suchst du nur in deiner Umgebung oder würde ggf auch ein Umzug in Frage kommen? Allenfalls findest vllt bei uns in der Firma was. Auf jeden wünsche ich dir auch alles gute bei der weiteren Suche und wird sich hoffentlich bald mal was finden :)

mfg

Edit: Aii ... zweitletzten Satz nicht gelesen :ugly:
 
Danke Ihr Lieben.

²phil: Leider ist das nicht so, obwohl es immer den Anschein macht. Viele große Firmen drücken sich leider um die Mitarbeiter und zahlen lieber das "Strafgeld", weil Ihnen die Mehrkosten zum erstellen von Barrierefreiheit zu teuer sind, oder sie sich wegen des Kündigungsschutzes sorgen machen, obwohl diese Bauten zum Großteil von Staat finanziert werden und der Kündigungsschutz nur gilt, wenn man die Person ausschließlich aufgrund ihrer Behinderung kündigen möchten. Aber das wissen viele nicht.

Bisher wurde mir immer gesagt ich passe nicht ins Team etc..
Habe bisher nur weniger seriöse Angebote bekommen, was ich nicht weiter ausweiten möchte.

²SumoSulsi: In Heidelberg möchte ich deswegen arbeiten, weil ich dort 3 Jahre lang ausgebildet wurde, ein Großstadtmensch bin und die ganzen Verkehrslagen und Angebote unglaublich behindertengerecht sind.

Momentan wohn ich ja noch in einer Art Kuhkaff, was nicht sehr vorteilhaft ist.

Super, das einige mich verstehen, naja vielleicht liest das hier ja noch ein netter Arbeitgeber, bin mal gespannt :)
 
Hast es denn schonmal im öffentlichen Dienst probiert? Schau doch mal auf den Internetseiten von Städten, Gemeinden oder sonstigen öffentlichen Einrichtungen. Aber auch Sozialversicherungsträger sind doch für gewöhnlich sehr aufgeschlossen, was eine Einstellung von gehandicapten Menschen angeht.

Ansonsten wünsch ich dir aber auch noch viel Glück bei deiner Suche!
 
Wie meinst du das? Jobs ala Vermögensberater oder derart ähnlichem möchte ich nicht machen. Ich bin nicht zu haben für Jobs, bei denen ich Leuten irgendwas aufschwatzen muss damit ich monatlich meine Provision bekomme, dafür bin ich ein zu ehrlicher Mensch.

Das diese Art Einrichtungen sehr "aufgeschlossen" gegenüber aller Art von Menschen sind, liegt sicherlich nicht an ihrer sozialen Ader.

Am liebsten wäre mir ein kuscheliger Bürojob irgendwo in einer Firma. Festgehalt, feste Arbeitsstunden und die Sache wär geritzt.

Trotzdem vielen Dank für deinen gutgemeinten Rat und das Glück :D
Kann ich gut gebrauchen :)
 
...Aber meinst du wirklich, es scheitert an deinem Handicap? Gerade große Firmen betonen doch immer wieder, dass sie auch gerne Menschen mit Behinderung einstellen.. :-?

Tja, leider ist das wirklich so... wenn's sich nicht werbewirksam anbringen läßt, ist's in einig deutschem Vaterland nicht weit her mit "sozialen" Arbeitgebern. Selbst wenn die "Behinderung" nur ein kleines Kind oder eine kranke Großmutter ist, das gepflegt werden will/muß, ist sehr schnell Schluß bei deutschen Arbeitgebern. Ausnahme: die Presse kommt und bringt nen Fotografen mit. Sad but true...
 
Einerseits ist es so, dass es eine Ausländer und Behindertenquote gibt, aber andererseits werden Behinderte auch weniger gern eingestellt wegen dem besonderen Kündigungsschutz.
 
Wie meinst du das? Jobs ala Vermögensberater oder derart ähnlichem möchte ich nicht machen. Ich bin nicht zu haben für Jobs, bei denen ich Leuten irgendwas aufschwatzen muss damit ich monatlich meine Provision bekomme, dafür bin ich ein zu ehrlicher Mensch.

Das diese Art Einrichtungen sehr "aufgeschlossen" gegenüber aller Art von Menschen sind, liegt sicherlich nicht an ihrer sozialen Ader.

Am liebsten wäre mir ein kuscheliger Bürojob irgendwo in einer Firma. Festgehalt, feste Arbeitsstunden und die Sache wär geritzt.

Trotzdem vielen Dank für deinen gutgemeinten Rat und das Glück :D
Kann ich gut gebrauchen :)

Ähm, ich glaube jetzt hast du mich missverstanden. :biggrin:

Ich meine einen Job als Sachbearbeiterin in einer Stadt- oder Kreisverwaltung oder eben bei den Sozialversicherungen, wie der staatlichen Rentenversicherung. Sowas in der Art. ;)
 
Tja, leider ist das wirklich so... wenn's sich nicht werbewirksam anbringen läßt, ist's in einig deutschem Vaterland nicht weit her mit "sozialen" Arbeitgebern. [...]
Also wir haben ganz in der Nähe Boehringer. Auf dem Werksgelände dort laufen und fahren unglaublich viele Menschen mit Behinderung rum - in der Presse hört man nichts davon. Boehringer ist sowieso sehr sozial eingestellt.

Nur schwarz sehen ist ungesund ;)

//Edit: Es kam, wie es kommen musste: Das hier wird ein Diskussionsthread ;)
 
Dass Du im Rollstuhl sitzt ist leider wirklich ein Manko. Dabei geht es nicht darum, dass die Unternehmen "Behindertenfeindlich" wären (was ja zuletzt dank AGG ein riesiges Problem für das Unternehmen werden könnte), sondern eher darum, dass die Gesetzgebung das Leben für Behinderte dahingehend erschwert, dass sie ihnen zwar einen gut gemeinten Kündigungsschutz bieten, Rollstuhlfahrer aber genau aus diesem Grund eher weniger gern in Unternehmen gesehen werden. Das ganze hat aber Eisfee schon bereits angesprochen.

Ich würde dir dringendst empfehlen eine Initiativbewerbung an alle möglichen öffentlichen Dienste zu schreiben. So z.B. öffentliche Krankenhäuser, Kommune, Stadtwerke...
Diese Einrichtungen haben einen überdurchschnittlich hohen Anteil an behinderten Mitarbeitern. Zudem kommt der Vorteil, dass die Einrichtungen meist bereits Behindertengerecht eingerichtet sind, was heutzutage ja auch noch nicht selbstverständlich ist.
Kleiner Tipp noch am Rande, sollte ein Arbeitgeber dich bewusst aufgrund deiner Behinderung ablehnen, obwohl Du den beruflichen Anforderungen entsprechen würdest, würde ich mich an einen Anwalt wenden, da das definitiv einen Verstoß gegen das AGG darstellt.
 
Dieser besondere Kündigungsschutz ist eigentlich garnicht so besonders.

Dieser Schutz beszieht sich "nur" auf die Behinderung der Person.

Das heisst, arbeite ich schlecht, komme ich unpünktlich, benehme ich mich nicht dem gemäß dann kann ich genauso leicht gekündigt werden, wie jeder andere Mitarbeiter auch.

Nur, wenn ein Arbeitgeber auf lang nicht mit meiner Behinderung klarkommt, warum auch immer, und versucht mich aus diesem Grund zu entlassen, das wird ihm erschwert.

Aber leider kennen sich viele Arbeitgeber dort nicht aus, und denken, einen "Behinderten" werden sie so schnell nicht mehr los, egal was für Leistungen er erbringt. Schlichtweg Unwissenheit, die man aber leicht durch eigenes Interesse und einen kurzen Blick ins Netz revidieren KÖNNTE.

@Liquid: Das ist eine super Idee, das werde ich auf jeden Fall mal machen. So eine Art der Arbeit würde mir auch sehr viel Spaß machen. Ich werde mir direkt morgen ein paar Adressen raussuchen.

@prachtie: Sorry, dann liegt der Fehler natürlich bei mir. War die letzten Nächste so lange auf, da kann schon mal ein kleines Brett im Kopf entstehen.
Sorry ;)
 
Naja, es fängt schon bei ganz einfachen Sachen an, das Büro, in dem ich bis vor 6 Monaten noch gearbeitet habe, lag im 2. Stock. Der Lift hielt jedoch nur alle halbe Stockwerke. Also nicht wirklich Rollstuhlgerecht. Wie schwer es ist, etwas wirklich Rollstuhlgerecht auszuarbeiten, habe ich bereits in meiner Zivizeit in einem Krankenhaus erlernt. Verglichen mit den USA hinken wir diesbezüglich noch weit hinterher.
Ich persönlich würde wohl keinerlei Unterschiede machen, jedoch kann ich es nachvollziehen, wenn besonders kleinere Unternehmen darauf keine Rücksicht nehmen können, bzw. sich den Rollstuhlgerechten Umbau nicht leisten können. Warum einige namhafte DAX-Unternehmen allerdings viel Geld an Gemeinnützige Organisationen spenden um PR zu betreiben, andererseits jedoch bei der Einstellung von Rollstuhlfahrern zurückschrecken, kann ich nicht verstehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Aus persönlichen Erfahrungen kann ich einfach nur weitergeben, dass viele Firmen in Sachen Integration einfach noch nicht so weit sind, wie die Gesellschaft dieses Sozialstaates es einem weissmachen möchte.

Zudem muss ich persönlich sagen, dass mich diese "Sonderregelungen" bzw "Sondergesetze" sehr stören, da sie genau das Gegenteilige von dem bewirken, was sie bewirken sollen.

Dort spricht man unter anderem von Gleichberechtigung, die sich aber mit genau diesem Verhalten widerspricht. Ein Mensch ist nicht gleichberechtigt, wenn für Ihn, aufgrund einer Behinderung andere Gesetze gelten.

Und genau diese gut gemeinten Gesetze tragen dazu bei, das Firmen "Angst" haben, Diese Menschen einzustellen.

Ohne mich persönlich in den Himmel loben zu wollen, ich denke ich bin ein sehr fähiger und innovativer Mensch und wäre durch meine offene Art eine Bereicherung für jede Firma. Ich liebe den Umgang mit Menschen und wirke wohl sehr sympathisch am Telefon.

Aber ich denke, Firmen, die sich durch ihre Mitarbeiter der Öffentlichkeit und der Kunden präsentieren, werden zB keinen Behinderten für persönliche Gespräche einstellen. Ich kann mich natürlich auch täuschen, aber Sätze wie "Leider passen Sie nicht in unser Team" lassen nach einiger Zeit schon tief blicken.
 
Ich kann mich natürlich auch täuschen, aber Sätze wie "Leider passen Sie nicht in unser Team" lassen nach einiger Zeit schon tief blicken.
Solche Sätze hast Du gehört? Also so viel wie ich in Personalwirtschaft und Arbeitsrecht gelernt habe, ist das äußerst grenzwertig. :(
Ansonsten kann ich dir nur zustimmen, die Gesetze gehen leider wirklich genau in die falsche Richtung. :(
 
Natürlich mit dem formellen Drumherum.

Eine Firma hat mir sogar eine Mail geschrieben, in der betont wurde, dass sie sich mit ihrem Betriebsrat beraten haben, und dieser zustimmte, mich nicht einstellen zu können usw... aber eine genaue Begründung WARUM, habe ich nicht bekommen, und das ärgert mich einfach.

Ich weiss nicht, obs auch an meinen Noten liegt:

Mittlere Reife (2,4)
IHK Abschluss (2,6)
Berufsschulabschluss (2,6)
Praktikumszeugnis (2,0)

Ich meine, okay die Supernoten sind es jetzt nicht, aber gibt wesentlich schlechtere...