Sammelthread Berliner Kassiererin verliert Job wegen 1,30 Euro

Dann lies Dir doch einfach mal durch, wie, durch wen und wo Mitarbeiter überall überwacht worden sind und welche Berichte Detektive an Vorgesetzte geliefert haben:

https://www.zoomer.de/news/topthema/ueberwachung/discounter/artikel/lidl-ueberwacht-beschaeftigte

Wer geht wann auf Toilette? Worüber unterhalten sich Mitarbeiter in ihren unbezahlten Pausen? Wer hat mit wem privat zu tun etc.

Würde Dir das auch egal sein, wenn Dein Chef das alles hinter Deinem Rücken über Dich wissen wollte?

Marty

Was ja insbesondere interessant ist, da dieser Fall ja so entschieden wurde, weil angeblich das Vertrauensverhältnis zwischen Chef und Mitarbeiterin nicht mehr besteht lol. Was ist also wenn der Chef seine Mitarbeiter dermaßen ausspioniert? Richtig es gibt gar kein Vertrauensverhältnis. Aber Mitarbeiter müssen eben dieses bewahren? Bullshit :ugly:
Und es geht eben nicht nur um diese Frau, sondern um das Phänomen Discounter und Angestelltenbehandlung. Leider, denn günstige Preise dürfen nicht bedeuten, dass die Angestellten wie der letzte Dreck behandelt werden.

mfg kaos
 
Dann lies Dir doch einfach mal durch, wie, durch wen und wo Mitarbeiter überall überwacht worden sind und welche Berichte Detektive an Vorgesetzte geliefert haben:

https://www.zoomer.de/news/topthema/ueberwachung/discounter/artikel/lidl-ueberwacht-beschaeftigte

Wer geht wann auf Toilette? Worüber unterhalten sich Mitarbeiter in ihren unbezahlten Pausen? Wer hat mit wem privat zu tun etc.

Würde Dir das auch egal sein, wenn Dein Chef das alles hinter Deinem Rücken über Dich wissen wollte?

Und was sagt diese Quelle aus? Eigentlich nichts. Für 8 Filialen (von wievielen hundert?) wurde eine Dedektei beauftragt. Nun sagt Lidl, dass sie diese nur beauftragt haben und nichts dafür kann, dass diese übertrieben haben beim Infos sammeln und die Gewerkschaften nehmen dieses als Aushängeschild um Mitglieder zu fangen. Wer von beiden nun aber die Wahrheit sagt, dass steht nicht fest.

Fest steht nur, dass die 8 Fillialen, die größten Auffälligkeiten hatten bei der Inventur und aus Verantwortung gegenüber dem bezahlenden Kunden muss diesen Auffälligkeiten nachgegangen werden. Mehr sagt die Quelle nicht aus. Natürlich wird Lidl auch die eigenen Mitarbeiter verdächtigen und sagt dieses nicht und die Gewerkschaften möchten dem Pöbel die Sache so verkaufen, als wenn bei Lidl keine Menschen wie du und ich arbeiten und die Verantwortlichen eigentlich nur da arbeiten um den kleinen Mann zu ärgern und nicht um ein gesundes Unternehmen hervor zu bringen. Aber im Grunde weiß man schon, dass beide Seiten wohl übertreiben.

Ich kenne nun keinen der bei Lidl arbeitet, aber zumindest bei Aldi verdient die Verwaltung sehr gut. Und wenn ich nun so einige Googleergebnisse sehe (Die Quellen sind auf Anhieb nun nicht Stichhaltig, so dass ich sie hier aufführe, aber verschiedene Seiten sahen Deckungsgleich aus) bin ich der Auffassung, dass sich die Verkäufer dafür, dass sie nunmal leicht ersetzbar sind nicht unbedingt über die Gehälter beschweren können.

Wenn ich auf Arbeit private Kontakte pflege, dann bekommt das eh jeder mit. Das stört mich also herzlichst wenig. Die Frage mit dem Telefon stellt sich für mich nicht. Bei uns sind private Gespräche verboten, berufliche Gespräche mit extern dürfen meines erachtens nur nach Ankündigung abgehört werden, da ich aber in keinem Callcenter arbeite, wird seltenst dem Anrufer an der anderen Stelle mitgeteilt, dass wir gerade ein Telefonat mitschneiden ^^

Im Grunde bleibe ich dabei, dass in der Regel der Aufwand zu hoch ist um seine Mitarbeiter durchgehend zu kontrollieren. In 8 Fällen wurde scheinbar aufgrund der Notwendigkeit eine Dedektei beordert doch mal genauer zu forschen. Vielleicht haben diese zu sehr geforscht. Ich war nicht dabei und möchte mich der Medienhetze auch nicht unterwerfen.

Im Grunde ist es das normale Geschrei des Pöbels, dass man sich über Kleinigkeiten aufregt um andere Menschen zu mobilisieren mitzumachen. Lidl hat 10 000 Mitarbeiter in Deutschland oder sogar mehr? Ich hab nun keine Größenvorstellung bei Lidl, weiß ja auch nicht, ob sie eigene Zuliefere haben etc. Sie haben mehrere hundert Fillialen. Davon beschwert sich eine Hand voll und man schließt direkt daraus, dass Lidlbosse ein vergnügen daran haben beim Golfspielen über das Verältnis von Lutz und Gabi aus Buxdehude zu sprechen. Sorry, dass ich die Wahrheit dann doch lieber in der Mitte suche und der Meinung bin, dass ein gewisses Maß an überwachung für beide Seiten gut ist, sofern man sich halt an die Firmenregeln hält
 
Sorry, dass ich die Wahrheit dann doch lieber in der Mitte suche und der Meinung bin, dass ein gewisses Maß an überwachung für beide Seiten gut ist, sofern man sich halt an die Firmenregeln hält

Du bist also der Meinung, man muss Mitarbeiter überwachen, weil ein gewisses Maß an Überwachung für den Mitarbeiter gut ist. Du hast kein Problem mit einer dauernden Aufzeichnung mit Kameras, mit direkter Überwachung durch Personen, auch in Nichtarbeitsbereiche.

Dann bin ich froh, dass ich zu dem von Dir definiertem "Pöbel" gehöre.

Marty
 
Nein ich bin der Meinung, dass ein gewisses Maß an Überwachung für den Arbeitgeber gut ist. Alles andere war nur eine Feststellung, dass als nebeneffekt, eine gewisse Überachung auch positive Nebeneffekte für den Arbeitnehmer hat, weil dies ihn entlasten kann ;)

Ansonsten habe ich kein Problem mit dauernder Überwachung. Wenn ich auf einen Flughafen bin, dann ist da auch Videoüberwachung. Bin ich in einer U-bahnstation, finde ich diese auch vor. In Banken das selbe Spiel.

Alles Orte, die ich nicht aufsuchen muss, ebenso wenig, wie ich bei einer Arbeitsstelle arbeiten muss, die Kameras besitzt. Es ist meine freie Entscheidung diese Orte aufzusuchen. Banken um Geld abzuheben, Arbeitsstelle um Geld zu verdienen und bis jetzt waren mir diese Bedürfnisse mehr Wer, als dass es mich stört, dass mich jemand sehen kann, der ebenso in mein Büo kommen kann, der sich in Pausen zu mir stellen kann (bzw. hinsetzen kann) usw.

Wie gesagt, wenn nun in 8 Fillialen der Inhalt von Telefongesprächen zusätzlich mitgehört wurde durch einen sich heimlich versteckten Detektiv hinter einer Regalecke (Weil die Kameraanlagen in einem Supermarkt geben normalerweise nicht her, gezielt einem Gespräch zu lauschen und Richtmikrofone in der Hand eines "Pseudokunden" würden auffallen) dann ist es halt mal ein wenig übers Ziel hinaus geschossen. Aber das rein prophylaktische Aufzeichnen von Videos ist nunmal alltag und du solltest dich schleunigst in deiner Wohnung verstecken, wenn dich das stört. Damit würdest du auch zusätzlich dafür sorgen, dass Ulla von Nebenan nicht zufällig mitbekommt, dass du Nachts erst um 3 heim gekommen bist. Weil das würde ja auch deine Privatsphäre verletzten, dass die das einfach weiß. Dich sehen täglich hunderte von Menschen, dessen solltest du dir im klaren sein und eventuell solltest du dich echt mal fragen ob das alles so seine Richtigkeit hat.
 
Ähm Augen auf bitte,

es geht um 8 PROZENT aller Lidl-Filialien, also mal nicht allzuweit runterspielen...

Die Entscheidung ansich ist vollkommen Korrekt, denn wer sich einmal 1,30 Euro nimmt, der nimmt diese auch ein 2. mal. Denn vergessene bzw. nicht eingelöste Pfandzettel sind nunmal Gewin für den Inhaber, und dieser wurde um 1,30 Euro erleichtert.

Nobbi
 
Die Entscheidung ansich ist vollkommen Korrekt, denn wer sich einmal 1,30 Euro nimmt, der nimmt diese auch ein 2. mal. Denn vergessene bzw. nicht eingelöste Pfandzettel sind nunmal Gewin für den Inhaber, und dieser wurde um 1,30 Euro erleichtert.
Völlig korrekt und in Ordnung. Woran ich mich störe, ist die Art, wie hier dieser Diebstahl "bewiesen" wurde. Nämlich einzig und alleine durch EINE Zeugenaussage einer Kollegin, von der gemunkelt wird, sie wäre vorher vom Arbeitgeber unter Druck gesetzt worden.

Niemand kann wissen, ob das stimmt, aber solch eine Entscheidung auf Basis dieser dünnen Grundlage ist für mich schon mit einem Zweifel behaftet.

Marty
 
Mal ganz grundsätzlich von meiner Seite: Ich finde es nicht verwunderlich, wenn ein Arbeitgeber einen Mitarbeiter nicht gerade hofiert, der sich in seiner Freizeit damit beschäftigt gegen den Arbeitgeber zu arbeiten... Und nichts anderes machen doch Gewerkschaften... Ich persönlich würde in keine Gewerkschaft gehen, sondern lieber FÜR das Unternehmen streiten und schauen, dass ich mich von den weniger dotierten Jobs hocharbeite... Wer aber jederzeit austauschbar ist (Regale kann ich auch ohne Ausbildung einräumen (habe ich auch schon gemacht)) und dann auch noch vehement für seine "Rechte" kämpft, sollte sich nicht wundern, dass er seine Austauschbarkeit zu spüren bekommt...!

Desweiteren steht wohl außer Frage, dass es eine Sauerei ist, wenn Politiker wie Seehofer jetzt populistisch gegen dieses Urteil wettern... Die sollten sich mal eher mit dem Prinzip der Gewaltenteilung beschäftigen und sich bei Sachen, in denen sich andere de Facto besser auskennen lieber mal den Mund halten...

[...]
Wer geht wann auf Toilette? Worüber unterhalten sich Mitarbeiter in ihren unbezahlten Pausen? Wer hat mit wem privat zu tun etc.

[...]
Auch das finde ich verständlich... Wenn ich jemanden bezahle, dann will ich auch, dass er arbeitet... Aus Ferienjobs weiß ich, dass das "aufs Klo gehen", "eine rauchen" bei vielen, die ich erlebt habe, schon sehr ausgeprägt war... Ich hätte dabei ein schlechtes Gewissen und hab mich daher bis jetzt auch nicht so verhalten...

Arbeitszeit ist nunmal Arbeitszeit und keine Freizeit... Und wer sich daran hält, hat doch nichts zu befürchten... Im Gegenteil: Wenn man sich vorbildlich verhält, wird man dafür belohnt werden...
 
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Völlig korrekt und in Ordnung. Woran ich mich störe, ist die Art, wie hier dieser Diebstahl "bewiesen" wurde. Nämlich einzig und alleine durch EINE Zeugenaussage einer Kollegin, von der gemunkelt wird, sie wäre vorher vom Arbeitgeber unter Druck gesetzt worden.7

Und wer behauptet das? Die Gewerkschaften, welche sich in den Medien profilieren möchten. Letztens wurde als Begründung der Richterin ja genannt, dass die Verkäuferin erst selbst andere Kollegen bezichtigt hat, dies aber zurück nahm. Dadurch wurde von Gericht ja gesagt, dass sie es sogar als erwiesen ansehen und nicht nur als vermutet, weil die Angeklagte sich wiedersprochen habe. Bin nun kein Jurist, aber ungefähr so klang die Begründung. Nun ist es natürlich auch herlich, dass man den Gewerkschaften glaubt und die Mitarbeiter alle eingeschüchtert werden, man dem Gericht aber scheinbar nicht glaubt, dass die Mitarbeiterin sich allein dadurch, dass sie andere anschwärzt soo unbeliebt macht, dass es doch Menschen gibt die gerne gegen sie Aussagen.
 
Ich hab die Kassierin gestern bei Kerner gesehen zusammen mit ihrem Anwalt und der Gegenanwältin. Leider zu spät eingeschaltet, hab nicht alles mitbekommen, aber so wie ich das verstanden habe, ist das eine reine Verdachtskündigung gewesen ohne stichhaltigen endgültigen Beweis, dass sie wirklich etwas getan hat und ohne vorherige Abmahnung, Gespräch oder sonstiges zwischen ihr und den Vorgesetzten.
Da finde ich das nach 31 Jahren Betriebszugehörigkeit schon happig.



Thema Überwachung:
In meiner kleinen Handwerkerfirma mit 10 Angestellten hat es nicht geschadet, dass ich oder der Chef unangemeldet auf den Baustellen auftauchten um zu kontrollieren, ob sie überhaupt arbeiten 8), inwiefern das eingekaufte Material mit dem vorhandenen übereinstimmte usw. Genausowenig unangemeldete Inventuren.

Diebstahl ist Diebstahl, sehe ich auch so, aber ich würde da schon unterscheiden zwischen Betriebszugehörigkeit und absoluter Beweiskette.
 
Mder sich in seiner Freizeit damit beschäftigt gegen den Arbeitgeber zu arbeiten... Und nichts anderes machen doch Gewerkschaften...
Du solltest Dein Bild über Gewerkschaften evtl. korrigieren. Sie sind nicht (nur) dazu da, gegen Unternehmen und Unternehmer zu arbeiten. Man stelle sich mal vor, es gäbe im Moment keine Tarifverträge, die Arbeitszeitverkürzungen zulassen würde. Es müsste reihenweise gekündigt werden.

Ich persönlich würde in keine Gewerkschaft gehen, sondern lieber FÜR das Unternehmen streiten und schauen, dass ich mich von den weniger dotierten Jobs hocharbeite.
Das ist natürlich für eine Regaleinräumerin bei Lidl eine echte Alternative. Die haben natürlich alle die Möglichkeit, in ihrem Job Karriere zu machen.

Wer aber jederzeit austauschbar ist (Regale kann ich auch ohne Ausbildung einräumen (habe ich auch schon gemacht)) und dann auch noch vehement für seine "Rechte" kämpft, sollte sich nicht wundern, dass er seine Austauschbarkeit zu spüren bekommt...!
Genau, seine Rechte in Anspruch nehmen und dafür kämpfen geht gar nicht. Wo kämen wir hin, wenn sich Menschen dafür einsetzen würden, dass Gesetze eingehalten werden?

Auch das finde ich verständlich... Wenn ich jemanden bezahle, dann will ich auch, dass er arbeitet.
Tja, und in Pausen arbeitet der Arbeitnehmer nicht und bekommt dann logischerweise auch kein Geld. Zumindest kenne ich kaum noch Tarifverträge mit bezahlten Pausen.

Aus Ferienjobs weiß ich, dass das "aufs Klo gehen", "eine rauchen" bei vielen, die ich erlebt habe, schon sehr ausgeprägt war.
Und Du bist der Meinung, durch eine dauernde Kameraüberwachung löst man das Problem?

Und wer sich daran hält, hat doch nichts zu befürchten.
Ach, das Argument wieder: Wer nichts Böses macht, muss auch die Überwachung nicht fürchten. Wann darf ich eine Kamera in Deinem Schlafzimmer installieren kommen? Da passieren immerhin die meisten Vergewaltigungen. Und wenn Du nichts zu befürchten hast...

Und wer behauptet das? Die Gewerkschaften, welche sich in den Medien profilieren möchten.
Wer behauptet denn was anderes?

Letztens wurde als Begründung der Richterin ja genannt, dass die Verkäuferin erst selbst andere Kollegen bezichtigt hat, dies aber zurück nahm.
Oben in der News steht als Begründung von der Richterin "es würde schon der dringende Tatverdacht reichen" als Kündigungsgrund.

Also: Wenn Dein Arbeitgeber Dich loswerden will, dann verdächtigt er dich mal eben dringend, was geklaut zu haben und schon ist die fristlose Kündigung durch.

Und phip würde nicht mal was dagegen unternehmen wollen, weil Mitarbeiter, die ihre Rechte durchsetzen wollen, müssen ja sowieso ausgetauscht werden.

Marty
 
Ich hab die Kassierin gestern bei Kerner gesehen zusammen mit ihrem Anwalt und der Gegenanwältin. Leider zu spät eingeschaltet, hab nicht alles mitbekommen, aber so wie ich das verstanden habe, ist das eine reine Verdachtskündigung gewesen ohne stichhaltigen endgültigen Beweis, dass sie wirklich etwas getan hat und ohne vorherige Abmahnung, Gespräch oder sonstiges zwischen ihr und den Vorgesetzten.
Da finde ich das nach 31 Jahren Betriebszugehörigkeit schon happig.

Abmahnungen bedarf es nicht beim Diebstahl. Wie gesagt, wenn man das Urteil berachtet, dann hat die Angeklagte sich zu sher selbst verhasbelt, so dass das Gericht nicht mehr davon ausgehen kann, dass dies eine Fehlvermutung ist. Dafür gibt es nunmal das Arbeitsgericht, dass zu unterscheiden, weil die mehr Einblick haben als wir. Bei zweifel gibt es ja auch nicht zu selten Abfindungen

Und phip würde nicht mal was dagegen unternehmen wollen, weil Mitarbeiter, die ihre Rechte durchsetzen wollen, müssen ja sowieso ausgetauscht werden.

Phip würde nichts unternehmen, da ihn sowas nicht passieren würde. Arbeitgeber sind darauf bedacht Gewinne zu machen. Sprich, Wenn ein Mitarbeiter gut ist, versuche ich ihn auch zu halten und auch bei Laune zu halten, damit der Mitarbeiter produktiv bleibt. Ein Verkäufer kann durch Freundlichkeit gegenüber dem Kunden zum Beispiel glänzen etc. Ich gehe bei phip davon aus, dass er ein fleißiger, engagierter Mitarbeiter wäre und somit nicht diese Probleme hätte.
 
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Wie gesagt, wenn man das Urteil berachtet, dann hat die Angeklagte sich zu sher selbst verhasbelt, so dass das Gericht nicht mehr davon ausgehen kann, dass dies eine Fehlvermutung ist.
Wo kann ich das nachlesen? Hast Du einen Link zum Urteil im Wortlaut? Ich lese nur News, die alle von einer reinen Verdachtskündigung sprechen.

Marty
 
Abmahnungen bedarf es nicht beim Diebstahl.

Ist ja ein Ding, nur hat damals das Arbeitsgericht gegen uns (Arbeitgeber) entschieden. Wir hatten auch den Verdacht, dass ein Mitarbeiter Material und eine Bohrmaschine entwendet hat. Hat dem Arbeitsgericht aber nicht genügt, da wir ebenfalls "nur" aus Verdacht gekündigt hatten und das noch nicht mal fristlos, sondern fristgemäß.
Ein anderer Mitarbeiter lässt sich krankschreiben, renoviert aber in der Zeit die Wohnung seiner Schwester. Haben wir auch verloren, da das Gericht voll auf die Krankschrift des Arztes vertraut hatte und sich nicht vorstellen konnte, dass der ein falsches Attest ausstellt. :roll:
Wir hätten in beiden Fällen abmahnen müssen, wurde uns mitgeteilt.


Wie gesagt, wir wissen alle nicht, was da genau los war, aber als ich gestern die Beteiligten gesehen habe, habe ich doch so meine Zweifel. Videobeweise wurden wohl nicht angesehen, der Tatbestand beim Kassieren nicht sofort durch die Kassiererin angezweifelt usw. Das Dumme ist, das ich nirgends im Net den "Verlauf" nachlesen kann, der jedoch gestern geschildert wurde und wenn man sich das dann überlegt, dann fragt man sich echt.

Und wenn ich darüber nachdenke, wie oft Angestellte irgendwas auf Band legen, nie bezahlen und darüber geschnattert wird: "mach ich später" "kann jetzt nicht abzeichnen" usw. will ich nicht wissen, wie das intern da so abläuft. :roll:
 
Also: Wenn Dein Arbeitgeber Dich loswerden will, dann verdächtigt er dich mal eben dringend, was geklaut zu haben und schon ist die fristlose Kündigung durch.

Dringenden Verdacht kann der Arbeitgeber nicht einfach so behaupten, er muss sich aus objektiven Umständen erschließen.

Wo kann ich das nachlesen? Hast Du einen Link zum Urteil im Wortlaut? Ich lese nur News, die alle von einer reinen Verdachtskündigung sprechen.

Das Urteil des LAG ist noch nicht veröffentlicht, aber das der ersten Instanz kann man hier nachlesen.

Gruß
 
Wo kann ich das nachlesen? Hast Du einen Link zum Urteil im Wortlaut? Ich lese nur News, die alle von einer reinen Verdachtskündigung sprechen.

Marty

Das Landesarbeitsgericht stellte klar: Auf den geringen Wert der Pfandbons kommt es nicht an. Schon der dringende Verdacht einer Straftat kann ein Kündigungsgrund sein. Es gelte das Prognoseprinzip, das berücksichtige, ob dem Arbeitgeber die Weiterbeschäftigung noch zumutbar sei. Laut Gericht ist der vorliegenden Fall umso gravierender, weil die Kassiererin falsche Angaben gemacht und eine Kollegin zu Unrecht belastet hat. So hieß es in der Urteilsbegründung.

https://lausitz.20-cent.de/aktuell/lausitz/art13076,1957173

Ist nun nicht die beste Quelle, aber ich hatte das in einem Bericht gesehen, da der und der Artikel Deckungsgleich sind, denke ich daher, dass die Quelle ausreicht.

DrachenJenny schrieb:
Ist ja ein Ding, nur hat damals das Arbeitsgericht gegen uns (Arbeitgeber) entschieden. Wir hatten auch den Verdacht, dass ein Mitarbeiter Material und eine Bohrmaschine entwendet hat. Hat dem Arbeitsgericht aber nicht genügt, da wir ebenfalls "nur" aus Verdacht gekündigt hatten und das noch nicht mal fristlos, sondern fristgemäß.
Ein anderer Mitarbeiter lässt sich krankschreiben, renoviert aber in der Zeit die Wohnung seiner Schwester. Haben wir auch verloren, da das Gericht voll auf die Krankschrift des Arztes vertraut hatte und sich nicht vorstellen konnte, dass der ein falsches Attest ausstellt.

Es ist auch nicht ganz so einfach jemanden zu kündigen, so wie es einige einem weiß machen wollen. Der Verdacht reicht erstmal zum kündigen, aber wenn man vor Gericht geht, dann verliert der Arbeitgeber schon meistens meiner Erfahrung nach. Ich saß auch schonmal auf Arbeitgeberseite und bin unliebsame Mitarbeiter nicht los geworden.

Bei Krankmeldungen ist es noch schwieriger. Sofern man nicht Bettlegrig geschrieben ist, kann man als Nichtarzt halt nicht beurteilen in wieweit etwas verhältnismäßig ist. Ein Mitarbeiter kann sich ja auch aufgrund von psychischer Probleme krank schreiben lassen, etc. Und da könnte es sogar helfen, in der Gesellschaft der Schwester zu sein und sich abzulenken. Bei Krankheiten, kann man aber auch was machen, wenn diese einem susbekt sind, aber das ist schon umständlich. Wobei ich das hier sogar teils gut finde, wenn jemand wirklich krank ist, dann ist das schon schlimm genug, als das er deswegen den Job verliert.
 
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Du solltest Dein Bild über Gewerkschaften evtl. korrigieren. Sie sind nicht (nur) dazu da, gegen Unternehmen und Unternehmer zu arbeiten. Man stelle sich mal vor, es gäbe im Moment keine Tarifverträge, die Arbeitszeitverkürzungen zulassen würde. Es müsste reihenweise gekündigt werden.
Warum kann denn nicht jeder selber einen Arbeitsvertrag für sich aushandeln? Ich bin mir bewusst, dass Gewerkschfaften/Arbeinehmerorganisationen einen Sinn haben... Aber man muss eben immer abwägen, ob es für sein eigenes Leben von Vorteil ist auf seine "Rechtsansprüche" zu pochen...
Manchmal ist es eben vernünftiger sich ruhig zu verhalten... Beispiel: Die Nachbarskinder nerven während der Mittagszeit... Ich glaube nicht, dass es von Vorteil für die nachbarschaftlichen Beziehungen ist, wenn man da gleich von Gesetzen schwafelt... Und bei einem Arbeitgeber ist es doch nochmals prekärer... Ich stelle mir immer vor ich wäre in der selben Position... Wäre ich gegenüber jemanden, der gegen mich "kämpft" (und so erscheinen mir oft Gewerkschaften...) wohlgesonnnen eingestellt, oder würde ich mir überlegen, ob die Leistung auch jemand anderer in der gleichen Weise erfüllen kann...

Das ist natürlich für eine Regaleinräumerin bei Lidl eine echte Alternative. Die haben natürlich alle die Möglichkeit, in ihrem Job Karriere zu machen.
Warum denn nicht? Man kann bei Lidl sogar studieren, wenn man denn will und seinen Bachlor machen...
Genau, seine Rechte in Anspruch nehmen und dafür kämpfen geht gar nicht. Wo kämen wir hin, wenn sich Menschen dafür einsetzen würden, dass Gesetze eingehalten werden?
Jeder mag pedantische Korinthenkacker, die die Polizei anrufen, weil man falsch parkt... Oder vielleicht doch nicht? Diese rhetorische Frage soll nochmals verdeutlichen, dass es manchmal eben vernünftiger mit jemanden statt gegen jemanden zu arbeiten... Mein Onkel hat letztes Jahr bei dem Milchboykott der Landwirtschaft mitgemacht... Und was ist jetzt das Resultat? Wenn er Glück hat, wird er nicht von der Milchindustrie verklagt und die Preise sind niedriger als zuvor (weil osteuropäische Erzeuger jetzt einfach mehr produzieren und neue Konditionen ausgehandelt haben während des Streiks)... Diejenigen, die bei diesem Schwachsinn nicht mitgemacht haben, hatten zum Schluss recht... (in diesem Punkt hatte ich letztes Jahr recht... 8))
Tja, und in Pausen arbeitet der Arbeitnehmer nicht und bekommt dann logischerweise auch kein Geld. Zumindest kenne ich kaum noch Tarifverträge mit bezahlten Pausen.
Trotz Gewerkschaften? Bei Audi habe ich letztes Jahr in den Sommerferien noch die halbe Zeit bezahlt bekommen...
Und Du bist der Meinung, durch eine dauernde Kameraüberwachung löst man das Problem?
Ja... Kameras sind da um Fehlverhalten aufzuzeichnen... Deswegen werden sie doch installiert...
Ach, das Argument wieder: Wer nichts Böses macht, muss auch die Überwachung nicht fürchten. Wann darf ich eine Kamera in Deinem Schlafzimmer installieren kommen? Da passieren immerhin die meisten Vergewaltigungen. Und wenn Du nichts zu befürchten hast...
Das ist doch eine Pseudoargumentation... Es wird ja auf dem Grundstück der Firma und auch nur vor der Toilette gefilmt... Insofern: Ja, ich habe nichts gegen Überwachung zur Sicherheit außerhalb eigenen Besitzes, welches keine intimen Aufnahmen macht... Ergo Kamera vor der Toilette auf fremden Besitz wie für Bahnhofstoiletten ist für mich in Ordnung...


Oben in der News steht als Begründung von der Richterin "es würde schon der dringende Tatverdacht reichen" als Kündigungsgrund.
Folgende Situation: Man stellt eine Putzfrau für das eigene Haus ein und es fehlt Geld... Man fragt rum und niemand hat es genommen... Da ist dann noch die Putzfrau... Gilt da die Unschuldsvermutung oder schaut man sich dann doch nach einer neuen Kraft um? Gibt es dann wirklich noch eine konstruktive Vertrauensbasis, oder herrscht dann Misstrauen?

Also: Wenn Dein Arbeitgeber Dich loswerden will, dann verdächtigt er dich mal eben dringend, was geklaut zu haben und schon ist die fristlose Kündigung durch.
Ich verstehe nicht, warum man meinen kann ein Anrecht darauf zu haben bei irgendwem weiter zu arbeiten, nur weil man bisher bei jemanden gearbeitet hat... Warum sollte einem fristlos gekündigt werden, wenn man gute Arbeit leistet? Was hätte die Firma davon gute Mitarbeiter zu entlassen?
 
Du solltest Dein Bild über Gewerkschaften evtl. korrigieren. Sie sind nicht (nur) dazu da, gegen Unternehmen und Unternehmer zu arbeiten. Man stelle sich mal vor, es gäbe im Moment keine Tarifverträge, die Arbeitszeitverkürzungen zulassen würde. Es müsste reihenweise gekündigt werden.

Du, ich hätte nix dagegen mein Bild von den Gewerkschaften zu korrigieren.
Bloß müssten dann Gewerkschaften mal Angebote machen, die auch die Leute erreichen, die nicht am Fließband stehen.

Für die Gewerkschaften scheint es nur einen Hans Müller zu geben. Und das ist der typische Arbeitnehmer.

Dem ist aber nicht so.

Ganz einfaches Beispiel sind da schon meine Kollegen, die junge Familien haben, Haus gebaut haben, die haben Probleme mit den 30 Tagen Urlaub auszukommen, während ich als Single nicht weiß, was ich mit dem Urlaub anfangen soll.

Es gibt Jobs, da muss man 90 Bewerbungen schreiben um ne Stelle zu bekommen, es gibt Jobs, da kriegt man pro Jahr zwei Abwerbungsangebote.

Die Liste könnten wir beliebig fortführen.

Und nicht SAP vergessen:
Dort hält sich die Belegschaft konsequent einen IG Metall dominierten Betriebsrat außen vor.

gruss kelle!
 
Was ich aber überhaupt nicht verstehe, ist die Sache, warum sich Kaisers eigentlich bestohlen fühlt.

Es ging um Pfandbons, die wohl ein Kunde verloren/vergessen hat. Wenn dann hat sie doch xyz bestohlen und nicht Kaisers direkt. Oder wo hab ich da meinen Denkfehler? Wenn sie jetzt ein Lättamagarine mitgenommen hätte, das verstehe ich. Aber wie sieht das bei den Bons aus. Ab wann gehen solche verlorenen Bons in das Eigentum der Filialen über? Ab sofort oder wie? Wo kann man sowas nachlesen?
 
Was ich aber überhaupt nicht verstehe, ist die Sache, warum sich Kaisers eigentlich bestohlen fühlt.

Es ging um Pfandbons, die wohl ein Kunde verloren/vergessen hat. Wenn dann hat sie doch xyz bestohlen und nicht Kaisers direkt. Oder wo hab ich da meinen Denkfehler? Wenn sie jetzt ein Lättamagarine mitgenommen hätte, das verstehe ich. Aber wie sieht das bei den Bons aus. Ab wann gehen solche verlorenen Bons in das Eigentum der Filialen über? Ab sofort oder wie? Wo kann man sowas nachlesen?

Prinzip... Wenn ein Kunde etwas im Hotel liegen laesst, darf ich das aus Putzfrau auch nicht einfach verscheuern oder als Straßenkehrer finde eine Brieftasche und schon darf ich mir die Visakarte umschreiben lassen. Wäre schön einfach, wenn man alles verkaufen könnte was man in die Finger bekommt.

Alle die denken das die Kassiererin richtig gehandelt hat, beklaut euren Chef, verkauft es und schick mir das Geld.