News Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen: Ärzte schicken Eltern Brief mit Infos

Ein Unterschied fällt mir noch ein - Stichwort Samstagsunterricht - dadurch waren zumindest 14-tägig bei uns die meisten Freitag abends nicht so lange unterwegs. Und weniger freie Wochenenden hatten auch weniger Besäufnisse zur Folge.
 
Gott seidank wurde das 1990 in Niedersachsen abgeschafft. Bin 89 eingeschult worden durfte das in der 1.Klasse mitmachen.
 
Gott seidank wurde das 1990 in Niedersachsen abgeschafft. ...

Bei uns wohl ähnlich - aber ich sehe es in der Zwischenzeit differenziert:Freie Wochenenden sind klasse, bessere Planbarkeit für Familien/Sportvereine/... ABER: Mehr Nachmittagsunterricht, damit weniger Zeit unter der Woche zum Lernen, die Samstagsstunden waren meist sehr lernintesiv wg. Doppelstunden, keine HA über Schulwochenenden,...
Aber nicht falsch verstehen: Ich wünsche mir/uns das nicht zurück!
 
Ein Unterschied fällt mir noch ein - Stichwort Samstagsunterricht - dadurch waren zumindest 14-tägig bei uns die meisten Freitag abends nicht so lange unterwegs. Und weniger freie Wochenenden hatten auch weniger Besäufnisse zur Folge.

Die Zeiten kenn ich auch noch, aber wer Party machen will, machte auch dann Party. Ich habs leider auch schon erleben müssen (Oberstufe 11. Klasse), dass in der Mittagspause nen Mädel verschwand, keiner wusste wohin und zum Nachmittgasunterricht (Da war der Samstag schon seit 3 Jahren abgeschafft) wieder kam, allerdings zugekifft bis zum geht nicht. Jedervon uns hats gesehen und gemerkt, nur der Lehrer nicht, obwohl sie am Dauerkichern war.
 
Wie gesagt:"Kenn Dein Limit!"
Meines Erachtens kennt keiner sein Limit. Es geht hier schließlich um den Konsum von Drogen, der die Wahrnehmung beeinflußt. Sein Limit zu kennen heißt also nichts anderes als so früh Stopp zu sagen, dass man nicht Gefahr läuft, dass die Wahrnehmung zu stark beeinflußt wird.

Ansonsten wurde schon immer zu viel gesoffen. Mag sich das Konsumverhalten auch geändert haben, der entscheidende Unterschied ist die (durch Medien) sensibiliserte Öffentlichkeit. Heutzutage wird ehern ein Arzt gerufen, wenn einer zu viel getrunken hat.

Und wenn man es genauer betrachtet, dann gehört Saufen zur deutschen Kultur. Wir haben das Oktoberfest, wir haben angeblich die meisten Volksfeste, wir haben das Vereinswesen - überall wird (meist) mehr oder weniger gesoffen. Und auch bei Festtagen und Familienfeiern ist es bei vielen üblich, dass getrunken wird. Deshalb denke ich, dass die "Vorbild"-Funktion der Erwachsenen eine viel größere Rolle spielt als z.B. Werbung.
 
Meines Erachtens kennt keiner sein Limit. Es geht hier schließlich um den Konsum von Drogen, der die Wahrnehmung beeinflußt. Sein Limit zu kennen heißt also nichts anderes als so früh Stopp zu sagen, dass man nicht Gefahr läuft, dass die Wahrnehmung zu stark beeinflußt wird.

Den Punkt zu kennen Stopp zu sagen nennst du also nicht Limit, was ja eigentlich auch gemeint ist? :roll:
 
Ich verstehe nicht ganz, was so ein Infozettel bewirken kann :think: Dass es teuer ist, dass es schädlich ist, das wissen die Eltern auch so, und der Jugendliche auch. Naja, schaden kann er genauso wenig.
 
Da fällt mir direkt eine Anekdote zum Thema Krankenwagen ein..

Wir kamen von irgend einer Party heim und die Freundin von meinem WG Kollegen viel die Treppe runter (ja sie und auch wir waren betrunken, hätte aber genauso auch ohne Alkohol passieren können). Da sie erst mal bewusstlos war wir natürlich sofort Krankenwagen gerufen, bis der da war stand sie dann aber schon wieder. Notarzt wollte sie natürlich trotzdem mitnehmen, wogegen sie auch gar nichts hatte.. Sie wollte nur noch mal zurück ins Haus und ihre Schuhe sowie Tasche mitnehmen. Der Notarzt reagierte darauf sehr ruppig und meinte "Nein, Sie kommen jetzt sofort mit", worauf sie sich wehrte. Weshalb dann direkt die Polizei kam und sie blasen musste, für unzurechnungsfähig gehalten wurde und mit Handschellen (!) zum Krankenhaus gefahren wurde. Dort saß sie dann zwei Stunden lang, ohne Schuhe oder sonst was dabei, herum bis ein Arzt kam und nach einer kurzen Untersuchung sagte sie könne jetzt dann wieder gehen... Seit dem überlegen wir uns es wohl zweimal, bis wir einen Krankenwagen rufen...

Zum Thema Alkohol im allgemeinen kann ich mich nur anschließen: Zum einen wird der Konsum in der Gesellschaft einfach als ziemlich normal dargestellt (wobei man dann andersherum ja wieder sagt illegale Drogen wie Cannabis machen ihren Reiz ja erst durchs verbotene aus..) und zum anderen kennen viele ihre Grenzen einfach nicht.
Bei uns im Freundeskreis wird durchaus sehr viel getrunken, und es gibt auch hin und wieder den ein oder anderen Absturz, aber die Zeiten wo hin und wieder der Krankenwagen gerufen werden muss und alle am Ende nur noch am kotzen sind, sind lange vorbei.
 
Das ist nicht gut überlegt von dir, finde ich,
Denn warum soll die KK zahlen wenn ich einen Motarradunfall hatte?
Schließlich weiß doch jeder, dass Motoradfahren gefährlich ist...
Das ist in etwa das gleich Argument.
JA - leben kann tödlich sein!

Wenn du mit dem Motorrad mutwillig gegen den Baum fährst, korrekt, dann sollte die KK nicht zahlen, dann stimmt wenigstens auch dein Beispiel in Bezug auf das Komasaufen, denn das ist mutwillig.
 
saufen

eine Möglichkeit das Saufen einzuschränken kann evtl. die Verteuerung der alkoholischen Getränke sein. Vielleicht ist eine neue "Saufsteuer" für die Krankenkasse eine neue Einnahmequelle.
 
eine Möglichkeit das Saufen einzuschränken kann evtl. die Verteuerung der alkoholischen Getränke sein. Vielleicht ist eine neue "Saufsteuer" für die Krankenkasse eine neue Einnahmequelle.

Zunächst mal haben wir schon ne dicke Branntweinsteuer ;)

Anmerkung: Ich will mich hier nicht über die Steuer beschweren!

So als Beispiel zahlt man bei einer Flasche Wodka, die 9,99 kostet, mehr als 5 Euro an Steuern (wovon 2/3 auf die Branntweinsteuer entfallen).

Von der Branntweinsteuer sehen die Krankenkassen aber überhaupt nichts. Genau wie von der Tabaksteuer.

Es ergäbe für mich auch keinen Sinn, wenn die KK davon etwas bekommen würden.

Jeder Versicherte geht irgendwo freiwillig ein Risiko ein, das ihn in gewissen Bereichen überdurchschnittlich teuer für die Krankenkasse macht (durch Erhöhung des Risikos). Ob Motorradfahrer, Raucher oder Klippensteiger.

Wenn, dann müsste man allen etwas extra abknöpfen. Ach, Augenblick! So sieht's ja im Moment aus (zumindest in öfftl. Versicherungen).
 
Zuletzt bearbeitet:
Zunächst mal haben wir schon ne dicke Branntweinsteuer

So als Beispiel zahlt man bei einer Flasche Wodka, die 9,99 kostet, mehr als 5 Euro an Steuern (wovon 2/3 auf die Branntweinsteuer entfallen).
Anscheinend noch nicht "dick" genug.

Von der Branntweinsteuer sehen die Krankenkassen aber überhaupt nichts. Genau wie von der Tabaksteuer.
Wenn man mal die 16 Mrd. Euro Bundeszuschuss zur Krankenversicherung weglässt, die kommen ja woanders her, oder?

Frage ist doch: Sollte man Alkohol wirklich so teuer machen, dass man sich ihn normalerweise nur noch in unschädlichen Mengen leisten kann oder sollte man den Zugang evtl. erst ab einem bestimmten Alter zulassen und die Beschaffung erschweren? Beides wäre möglich.

Oder soll man einfach darauf vertrauen, das die absolut übermässige Mehrheit der Jugendlichen verantwortungsbewusst ist und auch den Umgang mit Alkohol lernt und nur ganz wenige Ausnahmen das nicht können?

Marty
 
Wenn man mal die 16 Mrd. Euro Bundeszuschuss zur Krankenversicherung weglässt, die kommen ja woanders her, oder?

Denkst du, es gäbe keinen Zuschuss, wenn es keine Branntweinsteuer (2 Mrd/Jahr) gäbe?

Frage ist doch: Sollte man Alkohol wirklich so teuer machen, dass man sich ihn normalerweise nur noch in unschädlichen Mengen leisten kann oder sollte man den Zugang evtl. erst ab einem bestimmten Alter zulassen und die Beschaffung erschweren? Beides wäre möglich.

Möglich sicher. Aber wenn du mich fragst wäre beides Schwachsinn. Solang der Durchschnittskonsum der Jugendlichen nicht über dem der Erwachsenen liegt, ist alles dumm.

Die Erwachsenen, die ja ach so verantwortungsvoller mit Alkohol umgehen, machen es falsch vor (vorausgesetzt, es ist falsch).

Alkoholkonsum nach Alter, leider ohne <18. Ich werde nach einer weiteren Statistik Ausschau halten, bin mir aber ziemlich sicher, dass es da noch gemächlicher aussieht als bei 18-24.

alk_maen.gif


Man kann sich nicht selber die Hucke vollsaufen und dann den jugendlichen sagen "Lasst den Scheiß.". Okay man kann - offensichtlich. Aber wenn man sich davon Erfolg verspricht? Mir fehlt das passende Adjektiv, naiv ist einfach zu schwach.
 
Deine Statistik in Ehren, aber in dem Artikel geht es um Jugendliche! Meines Erachtens nach sind 18-Jährige nicht mehr als Jugendliche zu bezeichnen, und ich denke, dass bei HEranwachsenden nahezu jeder Alkoholkonsum als riskant oder gefährdend einzustufen ist.
 
Deine Statistik in Ehren, aber in dem Artikel geht es um Jugendliche! Meines Erachtens nach sind 18-Jährige nicht mehr als Jugendliche zu bezeichnen, und ich denke, dass bei HEranwachsenden nahezu jeder Alkoholkonsum als riskant oder gefährdend einzustufen ist.

Naja mein Ansatz ist nicht mehr offtopic als es "Wir müssen verhindern, dass Jugendliche so viel saufen". Ich bin nur darauf eingegangen.


Woher nimmst du die Information, dass Alkohol bei Jugendlichen gefährlicher ist? Dass es die körperliche Entwicklung (Wachstum) beeinflusst mag sein, aber weiter? Soweit es mir bekannt ist (finde aktuell keine Quelle) sind die Organe und das Immunsystem eines Menschen im Alter von 13-17 stärker denn je.

Wieso sollte Konsum unter 18 riskanter sein als über 18?
 
Die Schwell ist nicht eigentlich "18 Jahre" sondern "noch im Wachstum" - und nach meinem KEnntnisstand ist es so, dass - wie du auch gesagt hast - das Wachstum eben negativ beeinflusst wird.

heißt nicht, dass es "gefährlich" oder "riskant" ist. Heißt noch nichtmal, dass ein gesellschaftlicher Nachteil (wie Krankenkassenkosten) verstärkt auftritt, im Verhältnis zum Konsum bei Erwachsenen.
 
Denkst du, es gäbe keinen Zuschuss, wenn es keine Branntweinsteuer (2 Mrd/Jahr) gäbe?
Das Argument könntest Du bei jeder Subvention im Zusammenhang mit jeder Steuer bringen. Gibt es noch Subvention, wenn wir alle Steuern abschaffen? Evtl. wäre der Zuschuss niedriger, wenn die Branntwein- und Tabaksteuer wegfallen würde, einfach, weil dann weniger Geld da ist.

Welche Steuer wird schon zweckgebunden erhoben?

Möglich sicher. Aber wenn du mich fragst wäre beides Schwachsinn. Solang der Durchschnittskonsum der Jugendlichen nicht über dem der Erwachsenen liegt, ist alles dumm.
Das sehe ich genauso wie Du.

Man kann sich nicht selber die Hucke vollsaufen und dann den jugendlichen sagen "Lasst den Scheiß.". Okay man kann - offensichtlich.

Durch eine massive Preiserhöhung würden ja alle weniger trinken, vermute ich. Also sowohl Eltern als auch Kinder. Und ab einem bestimmten Preis wäre jedes alkoholhaltige Getränk nur noch Luxus. Die Kinder besaufen sich ja nur deshalb nicht mit Schampus, weil er zu teuer ist.

Wobei: Das Beispiel Zigaretten zeigt eigentlich, dass da ja auch fast jeder Preis gezahlt wird, um die Sucht zu befriedigen.

Marty
 
Wobei: Das Beispiel Zigaretten zeigt eigentlich, dass da ja auch fast jeder Preis gezahlt wird, um die Sucht zu befriedigen.

Soweit ich informiert bin ist der Zigarettenkonsum in Deutschland durchaus zurück gegangen!

Quelle
Der Nichtraucheranteil ist im Jahr 2009 im Vergleich mit der vorhergehenden Befragung im Jahr 2005 vor allem in den jüngeren Altersgruppen gestiegen.