Liquid0815
blog.stobbelaar.de
- 24 April 2006
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Ohne Gewerkschaften hätten wir diese Gesellschaft doch gar nicht. Dann wäre jeder Arbeitnehmer Sklave des Arbeitgebers. Keine Arbeitszeitregelungen, 0 Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gäbe es keine, Kündigungsschutz wäre nicht da, alles von Gewerkschaften erkämpft und heute noch verteidigt.
Löse die IG Metall morgen auf und übermorgen haben alle Metallwerke wieder die 50 Stunden-Woche, keinen Urlaub, keine Rechte für Arbeitnehmer. Sieh die Gewerkschaften einfach als Abschreckungsinstrument.
BenQ könnte in Taiwan kein einziges Handy dieser Qualität herstellen, wenn sie von Siemens nicht die Patente dazu geschenkt bekommen hätte -> als Dank dafür, dass BenQ dafür 3000 Mitarbeiter "entsorgt". Und da sind genau die Mitarbeiter dabei, die vorher erst durch Entwicklung diese Patente möglich gemacht haben. Super Sache. Ich hoffe, für BenQ ist Deutschland ab jetzt verbrannter Boden.
Gibt es die? Warum produzieren dann Hochtechnologie-Unternehmen lieber in Deutschland? Vielleicht, weil die Qualität der Arbeit den Preis rechtfertigt?
Werden sie nie. Schau Dir die kopierten Autos aus China an. Zeig mir mal ein Produkt aus China, was "deutsche" Qualität hat und für den Verbraucher auch deutlich billiger ist.
Machen Arbeitgeber denn bei dem Spiel mit? Nein, machen sie nicht. Beispiel: Die Gewerkschaften haben bei den letzten Tarifverhandlungen eben nicht auf pauschale prozentuale Erhöhungen gepokert, sondern auch auf Einamlzahlungen. Explizit mit der Ausnahme, das Unternehmen, denen es schlecht geht, weniger bzw. sogar teilweise gar nichts zahlen sollten. Was ist passiert? 95% der Unternehmer haben mal direkt entschieden, dass es ihnen ja so schlecht geht, dass sie gar nichts zahlen können.
Ist das der Weg, den Du für Gewerkschaften siehst? Sehen was möglich ist würde bedeuten, dass Gewerkschaften Einblick in Geschäftsbücher bekommen. Bekommen sie aber nicht, und wenn sie den Unternehmern glauben würden, dann wären deutsche Unternehmen alle von der Insolvenz bedroht.
Tja, Eigentor -> in Japan verdient man mittlerweile besser. Das Haushaltseinkommen betrug schon im Juli 2003 4.600 Euro.
Die ADAC-Pannenstatistik zeigt auf den Plätzen 1 in den einzelnen Klassen für 2005 zwei Mal Audi, ein Mal Mercedes, ein Mal BMW, zwei Mal Mazda und einmal Toyota, wo ist da jetzt der Unterschied?
Marty
Ich rolle das Thema mal von hinten auf. Zunächst, die Pannenstatistik vom ADAC ist bedeutungslos. BMW z.B. hat ja seine Servicemobile, damit bloß kein Kunde beim ADAC anruft und verkündet, hallo, mein BMW ist kaputt... nein nein, da fährt man lieber selber mit dem BMW Servicemobil hin und erledigt das weit ab von allen Statistiken... Dank dieser Servicemobile sind die BMWs überhaupt erst so gut in den Statistiken. Ein Freund von mir hat eine KFZ Werkstatt (hab ich glaube ich sogar in diesem thread schon erwähnt als es um Ausbildungsplätze ging) und er hat schon gesagt, dass Toyota von den Pannen her um einiges besser ist als europäische Fahrzeuge (Ausgenommen Marken des VW Konzerns, Mercedes und Sportwagen wie z.B. Porsche). Soviel dazu. Die chinesischen Autos sind sicherlich NOCH shit... die betonung liegt auf NOCH. Japaner haben bis vor kurzem noch nicht viel anders ausgesehen, als die chinesen heute...
Wir können hierzulande sicherlich froh sein, dass es soetwas wie Gewerkschaften gibt, vorallem mit Blick auf China, jedoch muss man sich auch klar sein, dass ein zu eng geschnallter Gürtel auch Nachteile mit sich bringt.
Die Diskussion die derzeit um Siemens und BenQ stattfindet halte ich für mehr als fragwürdig... einerseits wird behauptet, dass Siemens sich nicht um seine Mitarbeiter gekümmert hätte, andererseits ist Siemens aber einer der größten Arbeitgeber Deutschlands, derzeit sind - allein in Deutschland - 2.000 offene Stellen zu besetzen... Ausserdem wurden die Zahlungen an BenQ - was ja an eine unterstützung des Standortes Deutschland hindeutet - derzeit auf Eis gelegt. Siemens ist meiner Meinung nach nicht der miesepeter in diesem Spiel.
Wie würdest du es finden, wenn Du einen Ausbildungsplatz schaffen willst und dir werden Steine in den Weg von seiten der Genossenschaften gelegt, dass du einen Aufenthaltsraum brauchst, eine Umkleide, getrennte Toiletten usw. usw. (wohlgemerkt, die beiden Geschäftsführer verzichten auch auf diesen Service, und man glaubt es kaum, sie leben noch!)
