Ich wähl meistens einen oder verschiedene Emittenten den ich zutraue am Ende der Laufzeit noch zu existieren(meist Deutsche Bank) und versuche dann mit einer Menge händischer Suche die Faktoren Discount und maximale Rendite bei nicht zu kurzer Laufzeit zu optimieren. Das dauert aber gern mal 15 Minuten bis ich zufrieden bin, geht das schneller?
Ich gebe zu, früher habe ich mir um den Emittenten keinerlei Gedanken gemacht. Heute ist das schon deutlich anders. Und das andere Käufer das ebenfalls so sehen, kann man an der Preisgestaltung auch deutlich sehen. Da sind Zertifikate der Commerzbank meist besser bepreist als die der Deutschen Bank, weil sie sonst niemand nehmen würde. Früher lagen die quasi alle beim gleichen Kurs, weil der rechnerische Kurs ja auch identisch ist, sie unterschieden sich nur durch den Spread zwischen An- und Verkaufskurs.
Heute sortiere ich amerikanische Investmenthäuser schon mal aus, Banken, die noch vom Staat gemanged werden, ebenfalls. Übrig bleiben halt die grossen Player, Deutsche Bank, Citi, UBS, SocGen., BNP. Wobei ich meist Deutsche Bank oder Citi kaufe. Die stellen nach meiner Erfahrung auch dann noch Kurse, wenn es mal zur Achterbahnfahrt geht. Die Commerzbank hatte dann schon mal gerne "Probleme mit den Systemen" und stellte keine Kurse mehr. Und das ist bei Zertifikaten, die meist mit dem Emittenten gehandelt werden, nicht schön, vor allem, wenn man mal schnell raus will.
Basispreis, Laufzeit etc. hängt ganz stark vom Wert und meiner Erwartungshaltung ab. Zur Zeit bin ich ja eher der Bär, Ziel wäre es also, Geld zu sichern und trotzdem Rendite zu erwirtschaften. Das schafft man mit Basispreisen tief im Geld. Rendite ist dann natürlich auch bescheiden. Aber 6% in einem Jahr, wobei die Verlustzone erst anfängt, wenn der Basiswert 30% verloren hat, ist doch ganz verlockend, um mal Geld zu parken. Solche Renditezertifikate kaufe ich meist für maximal ein Jahr Restlaufzeit, gerne auch kürzer. Weil die negative Prognose meist auch nicht weiter reicht.
Ich hatte auch schon mal ein Dax-Zertifikat mit 4 Jahren Restlaufzeit, gekauft mit Basis nah am Geld und eine Jahresrendite von über 8%. Der Dax hat zwischendurch mal 50% verloren, am Ende lag er wieder knapp am Cap. Ideales Geschäft. Glück gehabt. Aktuell gibt es sowas bis Ende 2016 mit 7% Rendite. Als Tagesgeldersatz mit wenig Risiko vielleicht eine Alternative, Verlust macht man erst, wenn der DAX 30% verliert. Und das ist bei einem Performance-Index schon recht sicher.
Zertifikate aus dem Geld (also Basis > akueller Kurs) kommen selten ins Depot. Da macht ein Discount-Zertifikat wenig Sinn, wenn man von steigenden Kursen ausgeht. Da kauft man dann lieber Outperformance-Zertifikate oder Bonus Zertifikate.
Heut war ja mal wieder Achterbahntag. Was war das früher schön, als Tagesschwankungen im Dax >0,5% schon eine Sensation waren, heute wäre das normal...
Marty