Aber selbst in dem Falle wäre es eine Entlastung der Staatskassen im Gegensatz zu heute.

Es ist vor allem eine Entlastung der Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Zwar nur um insgesamt 3 % aber immerhin.

Allerdings ist dieses solidarische System auch recht gut im Einzelfall, weil es den Absturz auf Hartz 4 Niveau abfedert. Es gibt bei Hartz 4 ja die Möglichkeit auch eine Abfederung zu beantragen, die m. E. über 3 Monate dann einen abgeflachten Betrag - statt den normalen Hartz4 Regelsatz - zahlt. Das wissen viele Arbeitnehmer nicht, dass sie das beantragen könnten.

Wenn man ALG 1 abschafft muss man aber im Gegenzug die Hartz 4 Sanktionen abschaffen, dann wäre ich dafür.
 
Außerdem, so nehme ich an, könntest Du die Höhe frei wählen und bei privaten Versicherungen wäre sicherlich auch sowas wie eine "nicht-arbeitslos-Prämie" zu erwarten. Keine Ahnung, welche Ideen der Wettbewerb da hervor bringt.
Man könnte dich ja auch, wenn du deine Versicherung mal in Anspruch nehmen musstest, als Risiko-Kunden einstufen und dir gar keine Versicherung mehr anbieten, oder nur mit großen Zuschlägen.
Man könnte auch ganze Berufsgruppen mit höherer Fluktuation stärker zur Kasse bitten. Oder auch pauschal je nach Abschluss.
Voll gut.
 
Man könnte dich ja auch, wenn du deine Versicherung mal in Anspruch nehmen musstest, als Risiko-Kunden einstufen und dir gar keine Versicherung mehr anbieten, oder nur mit großen Zuschlägen.
Man könnte auch ganze Berufsgruppen mit höherer Fluktuation stärker zur Kasse bitten. Oder auch pauschal je nach Abschluss.
Voll gut.
Ok, aber wer gehört denn zu so einer "Risikogruppe"? Sind es denn nicht vor allem die Niedrig- und/oder Tagelöhner? Also jene, die zwar ALG I bekommen, aber das noch aufstocken müssen, um auf den Hartz IV-Satz zu kommen? Denen würde es sogar besser gehen, weil sie den Teil an Sozialversicherungsabgaben gar nicht mehr bezahlen müssen und im Falle der Arbeitslosigkeit gleich regulär Hartz IV bezögen.

Aber ich will Deinen Einwand gar nicht weg wischen. Natürlich sehe ich hier auch den Staat in der Pflicht, zu regulieren. Vor allem, was die Versicherungspflicht der Privaten angeht. Vielleicht könnte man ja, ähnlich wie bei der PKV einen "Grundversicherungsschutz" entwerfen, den jede Private anbieten muss. Also ich bin jetzt zu faul, einen Taschenrechner zu bedienen, um es realistisch durch zu rechnen, aber ich denke da an sowas wie "Für 10 Euro im Monat ein Versicherungsschutz für 30 Tage im Falle der Arbeitslosigkeit in Höhe von 1000 Euro".

Ansonsten steht es natürlich der Versicherung frei, hier Modelle zu entwerfen, von mir aus auch nach Abschluss, Alter, Berufserfahrung und so weiter. Aber es liegt ja auch im Interesse der Versicherung, so viele Verträge wie möglich abzuschließen. Nehmen wir mal meinen Fall: Über 40, kein abgeschlossenes Studium und trotzdem in einem akademischen Beruf tätig. Damit würde ich vermutlich zu einer erhöhten Risikogruppe gehören. Würde mir die Versicherung nun einen Vorschlag machen, dass ich die von mir gewünschten 3 Monate mit 100% Gehaltfortzahlung nur mit einem Beitrag von monatlich 350 Euro erreichen könnte, würde ich doch nicht abschließen. Dann würde ich mir die 350 Euro eher sparen und im Falle des Falles von meinem Geld die Zeit überbrücken. Oder ich würde Klauseln akzeptieren. Wie etwa 150 Euro im Monat, aber Leistungspflicht erst nach 12 Monaten Beitragszahlung. Oder was-weiß-ich.

Letztlich würde aber der Bürger hier wieder etwas mehr eigenverantwortlich und ich persönlich finde es gut. Mein Ziel ist ohnehin, dass eine Gesellschaft (ein Volk) sich irgendwann eigenverantwortlich regiert und die Politiker wirklich nur noch Exekutive sind. Dann sind Parteien überflüssig und es geht nur noch um Themen, über die ein Volk gezielt und direkt abstimmt. Aber dazu ist es nötig, dass die Menschen immer eigenverantwortlicher werden und den Staat nicht als Herrscherklasse wahrnehmen ("Die da oben"), sondern als Werkzeug ihrer eigenen Entscheidung. Im Grunde das, was eine Demokratie im Grundsatz überhaupt ausmacht. Und das fängt halt auch im Kleinen an, wie die eigene Existenzsicherung und den Gedanken darum, wie man die Zeit überbrückt, bis man im Falle der Arbeitslosigkeit wieder in Lohn und Brot kommt, ohne gleich finanziell ruiniert zu sein.
 
Allerdings wirst du dann eben sofort von der Sozialkasse abhängig. Also soll deiner MEinung nach die Sozialkasse einspringen, weil jemand mal für 3 MOnate keinen Job hat?!

Nö, dann sollte es Bedingungsloses Grundeinkommen geben welches knapp über dem heutigen Hartz 4 Satz liegen sollte. Die 3 Monate habe ich ja nur für mich ausgewählt, wenn jemand 0 oder 12 Monate haben will dann bitte sehr.

Man könnte dich ja auch, wenn du deine Versicherung mal in Anspruch nehmen musstest, als Risiko-Kunden einstufen und dir gar keine Versicherung mehr anbieten, oder nur mit großen Zuschlägen.
Man könnte auch ganze Berufsgruppen mit höherer Fluktuation stärker zur Kasse bitten. Oder auch pauschal je nach Abschluss.
Voll gut.
Ist doch kein Problem wenn man die Weichen so stellt das man auch ohne Versicherung gut zurecht kommt, ich sehe da eh eher private Vorsorge + BGE als bessere Möglichkeit. Wenn Berufsgruppen überproportional belastet werden dann werden letztendlich Arbeitgeber oder der Staat das auch finanzierbar halten.
 
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Ok, aber wer gehört denn zu so einer "Risikogruppe"? Sind es denn nicht vor allem die Niedrig- und/oder Tagelöhner? Also jene, die zwar ALG I bekommen, aber das noch aufstocken müssen, um auf den Hartz IV-Satz zu kommen?
Dazu zählt z.B. auch Zeitarbeit oder einfach Menschen mit befristeten Verträgen. Das sind ja nicht nur Mindestlohn-Teilzeitstellen. In den letzten Jahren haben Unternhemen und Politik ja auf die Dynamisierung des Arbeitsmarktes hingearbeitet. Insofern müssen schon Heute und in Zukunft noch viel mehr Menschen davon ausgehen in ihrem Berufsleben ohne eigenes Verschulden einmal oder mehrfach vorübergehend arbeitslos zu werden. Branchenübergreifend.
Also ich bin jetzt zu faul, einen Taschenrechner zu bedienen, um es realistisch durch zu rechnen, aber ich denke da an sowas wie "Für 10 Euro im Monat ein Versicherungsschutz für 30 Tage im Falle der Arbeitslosigkeit in Höhe von 1000 Euro".
Wievielen Menschen soll das nützen? In DE sind schonmal ~60% länger als 3 Monate arbeitslos.
Von den restlichen 40% kann ein Teil ohnehin einen Monat auch aus eigenen Mitteln überbrücken, ein anderer Teil wechselt nach eigener Kündigung nicht ganz nahtlos in den neuen Job (kein Anspruch).
Ansonsten steht es natürlich der Versicherung frei, hier Modelle zu entwerfen, von mir aus auch nach Abschluss, Alter, Berufserfahrung und so weiter. Aber es liegt ja auch im Interesse der Versicherung, so viele Verträge wie möglich abzuschließen.
Das Hauptinteresse besteht immernoch darin möglichst wenig auszuzahlen bei größtmöglichen Beiträgen. Ich bezweifle, dass die Allgemeinheit damit besser fahren würde. Ich denke eher du bekommst ein Versicherungssystem wie die Krankenversicherung in den USA, viele Menschen die Glück haben, aber auch jede Menge die tief abstürzen und gerade für niedrige Einkommen und unsichere Branchen deutlich zu teuer. Also da wo es am dringensten gebraucht wird.
Nehmen wir mal meinen Fall: Über 40, kein abgeschlossenes Studium und trotzdem in einem akademischen Beruf tätig. Damit würde ich vermutlich zu einer erhöhten Risikogruppe gehören. Würde mir die Versicherung nun einen Vorschlag machen, dass ich die von mir gewünschten 3 Monate mit 100% Gehaltfortzahlung nur mit einem Beitrag von monatlich 350 Euro erreichen könnte, würde ich doch nicht abschließen. Dann würde ich mir die 350 Euro eher sparen und im Falle des Falles von meinem Geld die Zeit überbrücken. Oder ich würde Klauseln akzeptieren. Wie etwa 150 Euro im Monat, aber Leistungspflicht erst nach 12 Monaten Beitragszahlung. Oder was-weiß-ich.
Und der Masterabsolvent ohne Befristung im öffentlichen Dienst bezahlt dann 50€ für die gleiche Versicherung? Damit fällt er als Stütze für das System praktisch raus und deine Versicherung wird noch teurer. Das findest du gut?

Überzeugt mich jetzt nicht. Dann doch lieber Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenzen und wir heben den Hartz IV Satz soweit an, dass wir uns den restlichen Kram und die Verwaltung drum herum schenken können (Stichwort Grundeinkommen).
Letztlich würde aber der Bürger hier wieder etwas mehr eigenverantwortlich und ich persönlich finde es gut. Mein Ziel ist ohnehin, dass eine Gesellschaft (ein Volk) sich irgendwann eigenverantwortlich regiert und die Politiker wirklich nur noch Exekutive sind.
Grundsätzlich nicht verkehrt. Ich hätte auch gerne den schlanken effizienten Staat. Nur denke ich, dass unsere Gesellschaft in weiten Teilen nicht fähig ist eigenverantwortlich zu handeln. Und wenn sich der Staat dann für Beitragssatz X drum kümmert, is mir das allemal lieber als die gescheiterten Existenzen an jeder Ecke rumlungern zu haben. Wenn nur ein paar % ihr Leben vor die Wand fahren, weil sie sich nicht abgesichert haben, ist das nen riesiges Problem, dass dann wieder den Staat braucht.
 
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Das Hauptinteresse besteht immernoch darin möglichst wenig auszuzahlen bei größtmöglichen Beiträgen. Ich bezweifle, dass die Allgemeinheit damit besser fahren würde. Ich denke eher du bekommst ein Versicherungssystem wie die Krankenversicherung in den USA, viele Menschen die Glück haben, aber auch jede Menge die tief abstürzen und gerade für niedrige Einkommen und unsichere Branchen deutlich zu teuer. Also da wo es am dringensten gebraucht wird.
Das ist die Frage. Natürlich ist eine Versicherung in erster Linie nicht die Wohlfahrt und vorranging daran interessiert, Geld zu verdienen. Und das kann sie nur, wenn so viele wie möglich einzahlen und sie so wenig wie möglich auszahlen muss. Ein Versicherungsnehmer kann aber auch rechnen. Und wenn sich das Risiko nicht mit dem Beitrag rechnet, schließt er nicht ab. Das Risiko muss also doch recht deutlich auf der Seite der Versicherung liegen, sonst macht es niemand.

Nun kann es aber auch nicht das Ziel sein, möglichst viele Leute in Zeitarbeitsverträge zu drängen bringen, die dann ein paar Pimperlinge in die Versicherung einzahlen, aber dann regelmäßig 6 oder mehr Monate ALG I kassieren. Und wenn das Geld nicht zum Leben reicht, dann auch noch aus einer anderen Kasse (die aber genauso aus Steuergeld befüllt wird) aufzustocken. Das ist einfach ein bürokratischer Apparat, der völlig sinnlos und teuer ist. Diese Leute hätten dann ein paar Pimperlinge mehr im Monat und würden dann eben gleich wieder auf Hartz IV fallen, was aber für die Leute keinen (großen) Unterschied machen würde.

Und der Masterabsolvent ohne Befristung im öffentlichen Dienst bezahlt dann 50€ für die gleiche Versicherung? Damit fällt er als Stütze für das System praktisch raus und deine Versicherung wird noch teurer. Das findest du gut?
Wenn es so ist, dann hat die Versicherung wohl errechnet und statistisch ausgewertet, dass diese Personengruppe so gut wie nie überhaupt arbeitslos werden. Und falls doch, dann entweder erst kurz vor der Rente oder eben problemlos innerhalb kurzer Zeit wieder eine Arbeit bekommen können. Aber sonst hat er sein ganzes Leben lang eingezahlt ohne eine Gegenleistung zu erhalten. Etwa wie die meisten, die in eine Hausratversicherung oder Privathaftpflicht einzahlen. Sofern so jemand überhaupt eine Arbeitslosenversicherung abschließen würde, wäre es für die meisten aus dieser Gruppe vermutlich ein Minusgeschäft und sie würden es nur für den "Fall der Fälle" machen.

Aber welchen Grund sie auch immer hätten und wieviele es auch sein würden, es ist doch letztlich egal. Die Versicherung müsste mir ein individuelles Angebot erstellen, das ich annehmen oder ablehnen kann. Wenn es also so wäre, dass meine Versicherung noch teurer würde, dann würde ich auch nicht abschließen und lieber das Geld sparen bzw. investieren. In keinem Fall wäre ich aber gezwungen, eine überteuerte Versicherung abzuschließen.

Überzeugt mich jetzt nicht. Dann doch lieber Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenzen und wir heben den Hartz IV Satz soweit an, dass wir uns den restlichen Kram und die Verwaltung drum herum schenken können (Stichwort Grundeinkommen).
Das ist auch noch eine interessante Variante. Ich habe mich mit dem Thema noch nicht intensiv genug beschäftigt, weiß aber, dass es zur Umsetzung verschiedene Modelle gibt. Eins sieht vor, die Umsatzsteuer auf 50% oder gar 100% anzuheben, um ein bedingungsloses Grundeinkommen für jeden zu finanzieren. Also ich muss zugeben, dass ich es mir nur schwer vorstellen kann, wie dann das Leben laufen würde. Und ein niedrigeres Grundeinkommen, welches sich nur aus den Ersparnissen des dann verschlankten Bürokratieapparates speisen würde, wäre zu gering, um dem heutigen Hartz IV zu entsprechen.

Also ich will die Idee nicht kaputt reden, nur ich kann mir nicht vorstellen, wie das in der Realität umgesetzt werden soll und welcher Vorteil sich dann daraus für Staat und Volk ergibt.

Nur denke ich, dass unsere Gesellschaft in weiten Teilen nicht fähig ist eigenverantwortlich zu handeln.
Das ist sicherlich so. Andererseits bedeutet es nur, dass der Weg der Erziehung zur Eigenverantwortlichkeit halt noch nicht abgeschlossen ist. Es wird immer Menschen geben, die sich in einer Diktatur wohler fühlen, wo ihnen gesagt wird, was sie wie, wo, wann und völlig egal warum zu tun und zu lassen haben. Diese Menschen wären in einer Welt, wie ich sie gern hätte, die Verlierer. Oder die Marionetten anderer, die das erkennen und es ausnutzen. Aber eben auch nur so lange, wie sie es selbst zulassen. Wir alle mussten irgendwann mal im Leben erwachsen werden und Verantwortung für sich und auch andere übernehmen.

Firmen haben das längst erkannt und kommen nach und nach von einer patriarchischen und/oder hierarchischen Struktur weg und fördern die Eigenverantwortung und Teamverantwortung der Arbeitnehmer. Und sie versuchen mehr und mehr eine entspannte Atmospäre zu schaffen, in der dann viel mehr Innovation gedeihen kann. Gerade die ersten Schritte dahin sind verdammt schwer. Ich weiß, wovon ich rede, als Freelancer habe ich gerade die ersten Schritte mehrfach miterleben dürfen. Aber bei allen Hürden und allen Hindernissen kann man trotzdem sagen, dass es sich am Ende lohnt. Und das gleiche trifft natürlich auch auf ein ganzes Volk zu.

Wenn nur ein paar % ihr Leben vor die Wand fahren, weil sie sich nicht abgesichert haben, ist das nen riesiges Problem, dass dann wieder den Staat braucht.
Wenn man sich bewusst macht, dass das Leben kein Monopoly-Spiel ist, wo man sein Leben auch dumm-dämlich vor die Wand fahren kann und dann eben in der nächsten Runde wieder einsteigen kann, dann wird auch das aufhören.

Du hast doch das Beispiel USA gebracht. Ist gar nicht falsch. Nur sehe ich das Thema "Krankenversicherung" noch etwas anders, als eine Arbeitslosenversicherung. Krank werden kann man immer, auch einen Unfall kann man haben, auch wenn man sich noch so sehr vorsieht. Einen Unversicherten darf man aber trotzdem nicht verrecken lassen, weil das aus irgendwelchen Gründen unseren Werten von Humanismus widerspricht. Ok, wenn dem so ist, dann muss es eben eine Pflichtversicherung für jeden geben. Aber bei Arbeitslosigkeit ist es was anderes. Das Fangnetz hierzulande heißt Hartz IV und wer nicht aus eigener Tasche vorsorgt, der muss zumindest nicht verhungern. Damit sind alle Anforderungen an einen Sozialstaat erfüllt.
 
Das ist die Frage. Natürlich ist eine Versicherung in erster Linie nicht die Wohlfahrt und vorranging daran interessiert, Geld zu verdienen. Und das kann sie nur, wenn so viele wie möglich einzahlen und sie so wenig wie möglich auszahlen muss. Ein Versicherungsnehmer kann aber auch rechnen. Und wenn sich das Risiko nicht mit dem Beitrag rechnet, schließt er nicht ab. Das Risiko muss also doch recht deutlich auf der Seite der Versicherung liegen, sonst macht es niemand.

Nun kann es aber auch nicht das Ziel sein, möglichst viele Leute in Zeitarbeitsverträge zu drängen bringen, die dann ein paar Pimperlinge in die Versicherung einzahlen, aber dann regelmäßig 6 oder mehr Monate ALG I kassieren. Und wenn das Geld nicht zum Leben reicht, dann auch noch aus einer anderen Kasse (die aber genauso aus Steuergeld befüllt wird) aufzustocken. Das ist einfach ein bürokratischer Apparat, der völlig sinnlos und teuer ist. Diese Leute hätten dann ein paar Pimperlinge mehr im Monat und würden dann eben gleich wieder auf Hartz IV fallen, was aber für die Leute keinen (großen) Unterschied machen würde.
Da liegt das Problem doch aber nicht bei der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung, oder? Dann sollte man doch eher die Zeitarbeitsbranche aufs Korn nehmen. :think:

Folgende News wurde am 24.03.2016 um 17:53:59 Uhr veröffentlicht:
AfD-Bundesvorstand löst Landesverband auf
Top-Themen
Bin mal gespannt, die das weitergeht. Offensichtlich meinst wohl der Bundesvorstand, dass die Rechtsauslage zur Gretchenfrage in der Partei wird...
 
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Da liegt das Problem doch aber nicht bei der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung, oder? Dann sollte man doch eher die Zeitarbeitsbranche aufs Korn nehmen. :think:
Könnte man auch. Und ich bin sicher der allerletzte Fan, den diese Branche hat. Aber da spielt für mich noch ein wenig meine Ideologie mit rein. Und die sagt, dass da jemand ein freies Geschäft zur Vermietung von Arbeitskräften führt. Wenn es keine Arbeit gäbe oder die Menschen der Ansicht wären, dort zu wenig zu verdienen, wäre dieses Geschäftsmodell gescheitert, unrentabel und er könnte schließen.

Offensichtlich gibt es aber von beiden Seiten einen Markt, der auch einen zwischengeschalteten Vermittler wünscht oder zumindest duldet. Und weil es funktioniert, hat es seine Daseinsberechtigung. Daher betrachte ich es wie moderne Kunst, die sich mir auch nicht erschließt. Ich werde nie verstehen, warum jemand für einen grünen Strich auf gelben Hintergrund bzw. mehr oder weniger wahllos zusammengeschweißten Schrott ein paar Millionen Euro bezahlt und ich werde niemals verstehen, warum jemand eine Zeitarbeitsfirma für etwas anderes nutzt, als einen Einstieg zu finden und sich dann nicht direkt anstellen lässt. Aber ich muss auch nicht alles verstehen.

Aber warum sollte ein Staat, der jedem die Geschäftsfreiheit zugesteht, gegen Zeitarbeitsfirmen vorgehen? Viel mehr sehe ich hier auch den Bürger in der Pflicht. Er muss entscheiden, ob er diesen Weg geht oder nicht. In meiner Branche finden viele über Zeitarbeitsfirmen einen Berufseinstieg und werden nicht selten dann auch direkt angestellt, wenn sie was taugen.

Das gleiche gilt auch aus meiner Sicht für den Mindestlohn, wie wir es ja schon an anderer Stelle diskutiert haben. Statt einen Mindestlohn zu diktieren, hätte sich der Staat aus meiner Sicht eher mehr zurück nehmen müssen. Also niemanden zu einer Arbeit zwingen, von der niemand leben kann. Jeder Bürger sollte das Recht haben, selbst zu entscheiden, was seine Arbeit wert ist. Und Hartz IV muss immer so hoch sein, dass jemand davon überleben kann. Dann braucht auch niemand mehr plärren, zu wenig zu verdienen, weil er sich selbst dazu entschieden hat, für X Euro Y Stunden zu arbeiten. Selbst schuld.
 
Aber welchen Grund sie auch immer hätten und wieviele es auch sein würden, es ist doch letztlich egal. Die Versicherung müsste mir ein individuelles Angebot erstellen, das ich annehmen oder ablehnen kann. Wenn es also so wäre, dass meine Versicherung noch teurer würde, dann würde ich auch nicht abschließen und lieber das Geld sparen bzw. investieren. In keinem Fall wäre ich aber gezwungen, eine überteuerte Versicherung abzuschließen.
Schon klar. Du siehst es eben aus der Perspektive des Einzelnen.
Ich denke halt, dass die Konditionen für dich in einer privaten AV eher schlechter als in der gesetzlichen sein könnten. Allein wenn das obere Drittel (gute Ausbildung, gute Position) entlastet wird, es für das untere Drittel zwangsläufig teurer werden muss. Und zwar überproportional. Sonst geht eben die Gesamtrechnung nicht auf. Ich weiß nicht ob es das wert ist für die paar Kröten im Monat einen signifikanten Teil der Gesellschaft ins Dilemma hohe Kosten vs. hohes Risiko zu bringen.
Shit happens, könnte man sagen: Aber an den innergesellschaftlichen Frieden hänge ich auch ein Preisschild und ich glaube dann wirds mir doch zu teuer daran rumzusägen. Heißt aber nicht, dass wir nicht über Reformen reden dürfen. ;)

Das ist auch noch eine interessante Variante. Ich habe mich mit dem Thema noch nicht intensiv genug beschäftigt, weiß aber, dass es zur Umsetzung verschiedene Modelle gibt. Eins sieht vor, die Umsatzsteuer auf 50% oder gar 100% anzuheben, um ein bedingungsloses Grundeinkommen für jeden zu finanzieren. Also ich muss zugeben, dass ich es mir nur schwer vorstellen kann, wie dann das Leben laufen würde. Und ein niedrigeres Grundeinkommen, welches sich nur aus den Ersparnissen des dann verschlankten Bürokratieapparates speisen würde, wäre zu gering, um dem heutigen Hartz IV zu entsprechen.
Ich wollte mich damit nicht auf eine Finanzierung oder eine Höhe oder eine Definition von Grundeinkommen festlegen. Auch mit dem Wort bedingungslos hab ich gewisse Schwierigkeiten.
Es ist aber klar, dass man mit dem Wegfall der Beitragsbemessungsgrenze und unter Einsparung des Verwaltungsapparats den Hartz IV Regelsatz anheben kann und schon sowas wie eine vergleichsweise unbürokratische Absicherung hätte, die man möglicherweise auch etwas breiter streuen kann.
Aber nagel mich nicht auf konkrete Zahlen oder Verfahrensweisen fest.
Also ich will die Idee nicht kaputt reden, nur ich kann mir nicht vorstellen, wie das in der Realität umgesetzt werden soll und welcher Vorteil sich dann daraus für Staat und Volk ergibt.
Über die Umsetzung und Details kann man sich streiten. Es bringt: Sicherheit. Freiheit. Stärkung der Kaufkraft im sozial schwachen Bereich. Auch wenn man es nicht auf Arbeitnehmer anwendet stärkt es doch ungemein die Verhandlungsposition.

Das ist sicherlich so. Andererseits bedeutet es nur, dass der Weg der Erziehung zur Eigenverantwortlichkeit halt noch nicht abgeschlossen ist. Es wird immer Menschen geben, die sich in einer Diktatur wohler fühlen, wo ihnen gesagt wird, was sie wie, wo, wann und völlig egal warum zu tun und zu lassen haben. Diese Menschen wären in einer Welt, wie ich sie gern hätte, die Verlierer. Oder die Marionetten anderer, die das erkennen und es ausnutzen. Aber eben auch nur so lange, wie sie es selbst zulassen. Wir alle mussten irgendwann mal im Leben erwachsen werden und Verantwortung für sich und auch andere übernehmen.
Was mit einer Gesellschaft passiert, die viele Verlierer hat, kann man an zahlreichen negativen Beispielen sehen. Ich glaube nicht, dass wir so eine Gesellschaft wirklich haben wollen und ich denke, dass wir so schon zu viele Verlierer haben.

Wenn man sich bewusst macht, dass das Leben kein Monopoly-Spiel ist, wo man sein Leben auch dumm-dämlich vor die Wand fahren kann und dann eben in der nächsten Runde wieder einsteigen kann, dann wird auch das aufhören.
Menschen werden immer abrutschen. Manche völlig ohne eigene Schuld. Und je schärfer das System, desto mehr und desto härter trifft es. Und ohne Hilfe von Außen wars das dann auch für den Rest des Lebens.
Du rutscht, warum auch immer, da rein und steckst fest.
Dann hast du hier noch mehr Obdachlose, Alkis, Drogis und Straßenbanden rumlaufen.
Gibt doch genug Länder wo das Leben kein Ponyhof ist. Ich lebe aber doch lieber hier wenn ich mir die so angucke.
Das Fangnetz hierzulande heißt Hartz IV und wer nicht aus eigener Tasche vorsorgt, der muss zumindest nicht verhungern. Damit sind alle Anforderungen an einen Sozialstaat erfüllt.
Ich sehe das anders. Der Staat ist von Geburt bis Tod mitverantwortlich für Chancen, Werdegang und Zufriedenheit jedes einzelnen Bürgers.
 
@Photon ich habe auch habe dort auch ein paar Thesen, die ich zähneknirschend hinnehme, weil die Mehrheit anders votiert hat als ich es habe z. B. beim Tempolimit. Das hätte ich gerne.
Hinnehmen musst du ja noch nichts. Wenn ich das richtig verstanden habe, war das eine Mitgliederbefragung, keine - verbindliche - -abstimmung. Das Programm beschließt der Parteitag, also die Deligierten der Landesverbände.
 
Schon klar. Du siehst es eben aus der Perspektive des Einzelnen. [...] Shit happens, könnte man sagen: Aber an den innergesellschaftlichen Frieden hänge ich auch ein Preisschild und ich glaube dann wirds mir doch zu teuer daran rumzusägen. Heißt aber nicht, dass wir nicht über Reformen reden dürfen. ;)
Naja, an solchen Punkten treffen halt Ideologien aufeinander. Da werden wir schwer einen Konsens finden, denn ich will mich lieber weniger vom Staat auspressen lassen und fordere daher mehr Eigenverantwortung vom Einzelnen.

Bislang habe ich mich immer ohne staatliche oder Gottes Hilfe aus meiner Lage befreien können. Ich darf doch wohl von jedem mündigen Bürger erwarten dürfen, dass er sich um sich allein kümmern kann und nur den Fällen gesellschaftlich unter die Arme gegriffen wird, die es eben nicht mehr schaffen (können). Und statt Leute bei der Arge zu beschäftigen, die wahllos Leute gängeln, irgendeinen primitiven Job für viel zu wenig Geld anzunehmen, sollten die einfach nur noch Hartz IV und Weiterbildungs- sowie Umschulungsmaßnahmen verwalten und vergeben. Jeder, der mehr von Leben will als zu überleben, wird sich um eine Arbeit und/oder Weiterbildung bzw. Umschulung von allein kümmern. So trennt sich die Spreu vom Weizen von ganz allein.

[Grundeinkommen] Über die Umsetzung und Details kann man sich streiten. Es bringt: Sicherheit. Freiheit. Stärkung der Kaufkraft im sozial schwachen Bereich. Auch wenn man es nicht auf Arbeitnehmer anwendet stärkt es doch ungemein die Verhandlungsposition.
Ok, würde aber bei einer Umsatzsteuer von 50% oder 100% komplett verpuffen. Zumal dann ohne Zölle der innerdeutsche Handel vermutlich nahezu versiegen würde.

Beim Punkt "Sicherheit" würde ich auch gern mal nach haken. Welchen Sicherheitsvorteil gegenüber dem Hartz IV hat es?

Ok, Freiheit bringt es. Aber das ist ja eigentlich eher mein Argument. Denn mit Freiheit geht immer auch Verantwortung einher. So gesehen müsstest Du, der ja nicht viel Vertrauen in die Eigenverantwortlichkeit der Menschen innerhalb unserer Gesellschaft zu haben scheint, eher dagegen sein. Denn die Gefahr, dass bei einem ausreichend hohen Grundeinkommen keine Sau mehr morgens seinen Arsch zur schlecht bezahlten Arbeit schleift, ist ja durchaus real. Es gibt ja sogar heute Menschen, die lieber Hartz IV kassieren als arbeiten zu gehen. Nicht, weil sie nicht könnten, sondern weil sie nicht wollen. Von dieser Sorte wird es dann vermutlich noch viel mehr geben...

Menschen werden immer abrutschen. Manche völlig ohne eigene Schuld. Und je schärfer das System, desto mehr und desto härter trifft es. Und ohne Hilfe von Außen wars das dann auch für den Rest des Lebens.
Du rutscht, warum auch immer, da rein und steckst fest. Dann hast du hier noch mehr Obdachlose, Alkis, Drogis und Straßenbanden rumlaufen. Gibt doch genug Länder wo das Leben kein Ponyhof ist. Ich lebe aber doch lieber hier wenn ich mir die so angucke.
Ja, also Kriminelle, die "abgerutscht sind, Straßengangs, Obdachlose, Alkoholiker und Junkies haben wir ja hier auch zu Hauf. Und das, obwohl es niemand nötig hätte bei einer vorzüglich hergerichteten sozialen Hängematte.

Das ist im Übrigen auch der Grund, warum ich keinem Obdachlosen Geld, Zigaretten oder Bier gebe. Ich zahle jeden Monat horrend viele Steuern. Mit dem größten Teil davon, der mir nicht direkt, beispielsweise in Form von intakten Straßen und Ampeln, vergolten wird, gelte ich meine gesellschaftliche Schuld ab, die auch darin besteht, solchen Leuten eine Wohnung, Essen und Kleidung zu bezahlen. Das System, so fehlerhaft und unvollständig es auch sein mag, heißt Hartz IV. Niemand muss auf der Straße leben, niemand muss verhungern, Drogen nehmen oder überhaupt verwahrlosen. Wer es tut, hat sich dafür entschieden. Vielleicht nicht immer so bewusst: "Heute werde ich mal sozial abrutschen", aber jeder, den Du hier als "abgerutscht" bezeichnest, hatte weit mehr als eine Chance verpasst, sich wieder zu fangen.

Ich will jetzt auch gar keine Fälle aus meinem Bekanntenkreis ausbuddeln von Leuten, die auch vom Leben ganz ordentlich gefickt wurden oder die auch eine verdammt miese Kindheit bzw. Elternhaus hatten und trotzdem nicht "abgerutscht" sind. Nicht, weil ihnen der Staat oder ein Gott geholfen hätte, sondern weil sie sich selbst um sich gekümmert haben und den Kampf um das eigene Leben nie aufgegeben haben. Aber auch schlechte Seiten gehören zum Leben dazu. Den einen trifft es früher und härter als einen anderen, aber jeder hat sein Päckchen zu tragen. Wer aufgibt und "aussteigt", der tut es eben, weil er die Freiheit hat, es zu tun. Aber dann bitte auch mit allen Folgen, die dazu gehören. Da sehe ich weder den Staat, noch die Gesellschaft in irgendeiner Pflicht, denjenigen auf einen anderen Weg zu bringen. Im Gegenteil empfinde ich das eher noch als Eingriff in seine Persönlichkeitsrechte. Wer vergammeln möchte, sollte die Freiheit haben, zu vergammeln.

Und jeder, der es nicht will, findet auch einen Weg heraus. Da spreche ich aus eigener Erfahrung, aber hätte da auch einige Beispiele aus dem Freundeskreis. Ich würde sogar behaupten, dass der Staat, wie er heute agiert und "tickt" sogar eher kontraproduktiv ist. Da werden Leute in Umschulungen gezwungen, die sie nicht interessieren oder zu perspektivlosen Jobs verdonnert, die sie ausführen müssen und die sie auf keinen Fall aus dem Sumpf kommen lassen.

Ich sehe das anders. Der Staat ist von Geburt bis Tod mitverantwortlich für Chancen, Werdegang und Zufriedenheit jedes einzelnen Bürgers.
Auch das ist eine ideologische Frage, in der wir uns vermutlich nicht einig werden können. Ich will auch keine Anarchie und sehe den Staat durchaus in der Pflicht, insgesamt für Recht und Ordnung zu sorgen. Aber das ganze mit einem Minimum an Einfluss. Gerade so viel, dass Gesetze befolgt und Straftaten geahndet werden. Aber das war's dann auch. Wenn ich was zu entscheiden hätte, würde es auch nur eine Freiwilligenarmee geben. Wir haben keine Feinde mehr, die sich mit uns prügeln wollen und Terroristen wird man nicht mit militärischen Mitteln beikommen können.

Ich sehe den Staat aber ganz und gar nicht in der Pflicht, mich zu bespaßen oder glücklich zu machen. Er muss die Rahmenbedingungen schaffen und das tut er am Besten, indem er sich so wenig wie möglich einmischt und ein soziales Fangnetz spannt. Das bedeutet nicht, dass sich der Staat komplett aus der Wirtschaft heraus nehmen sollte. Im Gegenteil würde ich sogar mehr Engagement in neuralgisch überlebenswichtigen Punkten fordern. Wie etwa eine staatliche Bank, zu der auch Privatpersonen ihr Geld bringen können. Als Regulativ ist er also ein absolutes Muss, meiner Meinung nach. Und da muss er auch etwas Geld von oben nach unten verteilen, einfach damit der Knall nicht so schnell und hart kommt. Aber was die Chancen angeht, da sehe ich das am ehesten gegeben, wenn der Staat jedem so viel wie möglich persönliche Freiheit gibt, sich zu entfalten und den Weg zu gehen, dem jedem der beste deucht...
 
Na das ist doch super! Man reagiert halt auf Kritik und passt den Kurs so an, wie von der Basis (und dem Volk) gewünscht. Kein alternativloses Diktat, keine Machtdemonstrationen der Herren gegen ihre eigene Basis und Wähler, sondern gelebte Demokratie.

Auch wenn ich ehrlich gesagt auch etwas enttäuscht bin, dass bei der Mitgliederbefragung nur gut ein Viertel mitgemacht haben. Gerade in der Anfangsphase, wo sich eine Partei noch finden und strukturieren muss, kann man den meisten Einfluss ausüben, falsche Wege korrigieren und konstruktiv mitwirken. Das scheinen aber die allermeisten Mitglieder anders zu sehen. Traurig.

Selbst die SPD kommt bei gleichartigen Befragungen auf rund 45%. Ok, die haben zwar auch massenhaft Mitglieder verloren. Jetzt ist da womöglich nur noch "der harte Kern". Aber wer in einer so jungen Partei wie der AfD, die noch dazu auf ziemlich regidem Konfrontationskurs ist, Mitglied ist, sollte auch politisch nicht nur interessiert, sondern auch engagiert sein und an so einer Befragung mindestens zu den Punkten Stellung nehmen, die ihn betreffen oder die er für wichtig hält. Schade!
 
Na das ist doch super! Man reagiert halt auf Kritik und passt den Kurs so an, wie von der Basis (und dem Volk) gewünscht. Kein alternativloses Diktat, keine Machtdemonstrationen der Herren gegen ihre eigene Basis und Wähler, sondern gelebte Demokratie.
Bei anderen Parteien heißt das schlichtweg Fähnchen in den Wind halten (FDP). Anderen Parteien wird vorgeworfen, dass sie nicht (mehr) rechts sind und linke Politik machen (CDU). Frau von Storch ist dann auch noch ein Beispiel dafür, dass es kein alternativloses Diktat gibt. Aber he, dass ist die AfD, da soll das alles gelebte Demokratie sein. :ugly:

Wahltaktik, wie der Maulkorb für Höcke, Verzicht auf Vorstandssitzungen vor den LTW, usw. Nicht mehr, und nicht weniger.
 
Wer die "harten Fakten" der AfD hören mag (und englisch kann) sollte sich das Interview mit Tim Sebastian von der Deutschen Welle sich anschauen. Deutsche Welle Interview

Immer dieses Herausgepicke von Aussagen, mensch, mensch, mensch... Wie agiert man doch selbst gleich bei anderen Parteien? ;) hahaha, die Lügenpetry, herrlich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei anderen Parteien heißt das schlichtweg Fähnchen in den Wind halten (FDP).
Die FDP hat aber keine Politik für ihre Basis gemacht und für das Volk auch nicht. Nur für ihre Lobby, wie etwa Hoteliers. Die werden wohl auch noch unter den 2% derer sein, die die FDP wählen. Aber das sollte man eher nicht mit Basisdemokratie verwechseln.

Darüber hinaus hat sich die FDP zum Hampelmann gemacht. Nicht nur Guido Westerwelle (er Ruhe in Frieden), sondern auch und gerade der Fips Rösler. Lindner macht meiner Meinung nach auch keine sonderlich souveräne Figur und der Greis Brüderle - na ich sag dazu besser nix. Die FDP war meiner Ansicht nach schon sehr selektiv, für wessen Freiheit sie kurz vor ihrem Scheitern eingetreten sind. Vor allem aber, welche Freiheit. Mir ist nur die Freiheit von Steuerentrichtungspflicht für Hotelbesitzer im Kopf geblieben...

Aber he, dass ist die AfD, da soll das alles gelebte Demokratie sein.
Es ist ein Versuch. Für viele Wähler auch ein Akt der Verzweiflung. Anders kann man es ja nicht mehr sagen. Viele sind eben der Ansicht, dass es mit der AfD als starke Opposition nicht schlechter werden kann. Wenn alles so bleibt, wie es ist, war es den Versuch wert. Ansonsten bleibt halt die Chance, dass es besser wird.

Ich finde es ja auch gut, dass Du und Reddogg so vehement gegen die AfD wettern. Es muss ja auch Gegner einer Partei geben, davon lebt ja die Demokratie. Und vielleicht hat dieses Gift speien sogar den positiven Effekt, dass die AfD nicht zu weit nach rechts driftet, weil es immer hysterische Linke geben wird, die das Tun der AfD mit Argusaugen betrachten werden und sogleich frenetisch aufschreien, wenn sie was entdeckt haben wollen. Insofern seid ihr meiner Meinung nach genauso wichtig für eine funktionierende Demokratie wie jeder Wähler und Unterstützer der AfD auch.
 
Das Wahlprogramm wurde "abgeändert". Hier der gesamte Entwurf, falls wer lesen mag:
AfD-Programm Entwurf - Nr.2
Ach nein ist ja eigentlich nicht Nr.2 wie ja Frau Petry nochmal versucht hatte zu bekräftigen im Interview. ;)

Correctiv nahm sich das Programm schon einmal vor:
https://correctiv.org/blog/2016/03/23/eine-partei-frisst-kreide/

Gleich zu beginn kann man schon kräftig lachen:
"Wir stellen uns gegen jeden ideologisch motivierten Eingriff in die Privatsphäre und das Familienleben". Naja ausser Du bist homosexuell, alleinlebend, ... naja zumindest nicht die "Einelternfamilien - Mann und Frau"
Keine Verteidigung mehr des christlich-jüdischen Abendlandes mehr, sondern nur:
"für die abendländische, christliche, Kultur "

Der Part ist noch ganz nett:
"Die Geburtenrate in Deutschland liegt mit einem relativ konstanten Wert von 1,4 seit über vierzig
Jahren weit unter dem bestanderhaltenden Niveau."
Aha ok, 1.4 ist zu gering. ;)
Paar Sätze weiter:
"Dass die Geburtenrate unter Migranten mit >1,8 deutlich höher liegt als unter deutschstämmigen Frauen, verstärkt den ethnisch-kulturellen Wandel der Bevölkerungsstruktur."
Ohhh 1.8 ist viel zu viel.
1. Frage, wieviele dürfen es dann sein? Zwischen 1.4 und 1.8 liegt ja nun nicht allzuviel.
2. Ab welchen Wert ist man über dem "bestanderhaltenen Niveau"?
3. Wie lange braucht es doch gleich bei einem Versatz von 0.4 ( im Bereich von 1.4-1.8 ) bis der "Deutsche" nicht mehr Herr über Deutschland ist? ;) (Das dürfte dann wohl einige Pegida und AfD-Jünger treffen die sich von den Zahlen u.a. Festerlings zu Hass aufriefen lassen. Die in schon in wenigen Jahren eine muslimische Mehrheit in D herbeiphantasieren wollte )

Ahh die AfD immer wieder für ein lustiges Schmankerl zu haben. (Wie stark wohl die muslimische Gemeinde in diese 1.8 mit hineinschlägt? Für alle Sarrazin-Jünger könnte das ja erhebliche Einflüsse auf ihre Argumentation haben. "Jetzt berichtet sogar schon die AfD von nur so wenigen Geburten pro Familie"...;) )
 
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