Eintrag #64, 17.09.2019, 16:40 Uhr

SilentYell IV

Gedanken zum 55.-ten (Für meinen Vater)

 

Wie oft haben wir gestritten,

Weil ich and´rer Meinung war.

Darunter habe ich gelitten,

War Deine Absicht mir doch klar.

 

Du meinst es gut – hab´ ich erfahren,

Grad´ darum denke doch daran,

Dass ein Mensch von 20 Jahren

Für sich selbst entscheiden kann.

 

Uns beide treibt das gleiche Ziel:

Mich einmal sorgenfrei zu sehen.

Doch nicht in Deines Wassers Kiel,

Diesen Weg kann ich nicht gehen.

 

Ja, vieles hab´ ich falsch gemacht.

Das muß ich leider sagen.

Und häufig träum ich in der Nacht

Von glücklicheren Tagen.

 

Vielleicht wär es ganz anders gekommen,

Wenn manche Bekanntschaft ich nicht gemacht.

Vielleicht hätt´ ich die Karriereleiter erklommen,

Dem Ziel hätt´s mich nicht näher gebracht.

 

Zu groß waren die Ängste, die mich lähmten.

Gerade Du solltest mich verstehen.

Auch Du musstest gegen Ängste kämpfen

Und konntest ihnen nicht entgehen.

 

Ich weiß, das alles sagt sich leicht,

Wie die Worte eines Paters.

Dass Deine Geduld der Sorge weicht,

Ist verständlich aus der Sicht des Vaters.

 

Trotz allem hast Du Dich vor mich gestellt,

Das beschämt mich in hohem Maße.

Hätte mein Sohn meine Hoffnungen derart geprellt,

Setzte ich ihn wohl auf die Straße.

 

Das zeigt mir klar, wie sehr Du mich liebst.

Und fällt ein Kind mir mal zu:

Das Beispiel für Vaterliebe Du mir gibst.

Darin will ich werden wie Du.

 

Verstehe, dass ich nicht alles bereue,

Was ich getan, fernab aller Schranken.

Doch ich möchte Dir für Deine Treue

Auf diesem Wege ganz herzlich danken.

 
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