Eintrag #39, 08.09.2019, 01:57 Uhr

Chrysippos

„Es gibt nichts Törichteres als die Meinung, es könnte irgendwo Gutes geben, ohne dass es auch Schlimmes gibt, denn da das Gute das Gegenteil vom Schlimmen ist, so bilden beide Gegensätze und können nur gegenseitig voneinander gestützt bestehen. Es gibt ja doch keinen Gegensatz ohne seinen Gegensatz. Denn wie könnte es ein Rechtsgefühl geben, wenn es kein Unrecht gäbe, oder was ist Gerechtigkeit anderes als die Verneinung der Ungerechtigkeit? Wie könnte man verstehen, was Tapferkeit sei, wenn nicht die Feigheit daneben stünde? Wie wäre die Mäßigkeit zu erkennen, außer aus der Unmäßigkeit? Wo bliebe ebenso die Klugheit, wenn ihr nicht die Unklugheit entgegenstünde? Warum verlangen die Menschen in ihrer Torheit nicht auch noch, dass es Wahrheit gäbe, aber daneben keine Lüge? Denn auf gleiche Art besteht Gutes und Schlimmes, Glück und Unglück, Schmerz und Lust. Sie sind nämlich, wie Platon sagt, mit den entgegengesetzten Enden aneinander gebunden; wenn man eines beseitigt, beseitigt man beide.“

 
 (??) Schneehuhn
 (??) Apfelmus
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 (??) Joerg1
 (??) Sonnenwende
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 (??) matuszak71
 (69) Huckleberry

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