Ölpest im Golf ist noch viel schlimmer als gedacht

11. Juni 2010, 14:15 Uhr · Quelle: dpa
Washington (dpa) - Das Ausmaß der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko wird immer dramatischer. Nach offiziellen Messungen ist wesentlich mehr Öl ins Meer geflossen als bislang angenommen. Von der US-Regierung beauftragte Forscher korrigierten ihre Schätzungen deutlich nach oben.

Sie rechnen jetzt im Maximum mit rund 5400 Tonnen pro Tag, die aus der defekten Ölquelle in 1500 Metern Tiefe schießen, teilte die US-Geologiebehörde am Donnerstag (Ortszeit) mit. Bisher lagen die angenommenen Höchstwerte bei 3400 Tonnen.

In den vergangenen sieben Wochen seit Beginn der Ölpest könnte demnach fast sechsmal so viel Öl ins Wasser geraten sein wie nach dem Unglück des Tankers «Exxon Valdez» 1989 vor der Küste Alaskas, schreibt die «Washington Post» (Freitag). Das war bis zum Untergang der BP-Bohrinsel «Deepwater Horizon» am 22. April die größte Ölpest in der Geschichte der USA.

Das untere Ende der neuen Experten-Schätzung liegt bei 2700 Tonnen Öl täglich - dieser Wert stieg von 1600 Tonnen. Die Zahlen gelten für die Zeit, bevor der Ölkonzern BP einen Auffangbehälter über der sprudelnden Quelle installierte. Seitdem leitet er nach eigenen Angaben mehr als 2150 Tonnen Öl pro Tag auf ein Schiff ab.

Angesichts der erneuten schlechten Nachrichten erhöhte die USA nochmals massiv den Druck auf den britischen Konzern. Hochrangige Politiker wie die Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi legten BP nahe, die Ende Juli fällige Dividende für Aktionäre auszusetzen. BP-Chef Tony Hayward sagte dem «Wall Street Journal» (Freitag), dass der Konzern mittlerweile «alle Optionen bezüglich der Dividende» erwäge. «Es ist aber noch keine Entscheidung gefallen.»

Die US-Regierung lud derweil ranghohe BP-Offizielle zu einem Treffen im Weißen Haus in der kommenden Woche ein, an dem auch Präsident Barack Obama teilnehmen wird. Nach US-Medienberichten erwartet die Regierung, dass auch Hayward bei dem Treffen erscheint.

Am Wochenende wollen Obama und der britische Premier David Cameron über die Katastrophe sprechen. Es wird befürchtet, dass die Ölpest das Verhältnis der beiden Länder belastet. Cameron habe «volles Verständnis für die Frustration, die die Umweltkatastrophe in den USA ausgelöst hat», sagte seine Sprecherin. Der stellvertretende britische Regierungschef Nick Clegg warnte unterdessen vor diplomatischem Zank beider Staaten.

Nach der Talfahrt an der Börse haben sich die Aktien des Ölkonzerns BP am Freitag wieder erholt. Seit dem Unfall auf der Bohrinsel hat BP damit aber immer noch knapp 40 Prozent an Wert verloren. Der Konzern sicherte zu, Schadensersatz an betroffene Fischer und Firmen künftig schneller auszuzahlen. Opfer der Ölpest beklagten, dass BP zu lange brauche, die Forderungen zu begleichen.

Website der am Einsatz beteiligten US-Behörden und Unternehmen: www.deepwaterhorizonresponse.com

Umwelt / USA
11.06.2010 · 14:15 Uhr
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