Sammelthread Urteil zu Beschneidung

SPD-Politikerin: "Wir hatten den Holocaust, also haben wir jahrhundertelang ...

Folgende News wurde am 29.08.2012 um 13:03:00 Uhr veröffentlicht:
SPD-Politikerin: "Wir hatten den Holocaust, also haben wir jahrhundertelang nichts zu kritisieren"
Shortnews

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Marlene Rupprecht kritisiert das geplante Gesetzesvorhaben, wonach die religiös motivierte Beschneidung von Knaben legalisiert werden soll. Im Nachrichtenmagazin "Focus" sagte Rupprecht, die Justizministerin müsste damit die "Quadratur des Kreises" schaffen. Die SPD-Politikerin kritisierte auch die Äußerung des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, wonach ohne die Erlaubnis der Beschneidung jüdisches Leben in Deutschland nicht mehr möglich sei, als Totschlagargument."Wir hatten den Holocaust, also haben wir jahrhundertelang nichts zu kritisieren", wird Rupprecht im "Focus" zitiert. Auch der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion Jörg van Essen plädiert gegen Schnellschüsse bei dieser Frage, da dies nur schaden würde.
 
Da macht Shortnews seinem Namen alle Ehre.

"Auf die Feststellung des Zentralratspräsidenten der Juden, Dieter Graumann, ohne Rechtssicherheit für Beschneidungen sei jüdisches Leben in Deutschland nicht mehr möglich, sagte Rupprecht, dies sei ein "Totschlagargument". Man könne nicht sagen: "Wir hatten den Holocaust, also haben wir jahrhundertelang nichts zu kritisieren."" Welt und andere Quellen. ;)
 
Eine Schwangerschaft ist ein Eingriff in die Unversehrtheit der (werdenden) Mutter; ebenso eine Abtreibung. Bei pro und contra Abtreibung bin ich als Mann aber verdammt leise.


Genauer gesagt streiten sich (sämtliche) Juristen darüber, ab wann man einem (werdenden) Kind die Menschenrechte zuspricht. Einig sind sich aber eigentlich alle in dem Punkt, dass dies spätestens mit Vollendung der Geburt sein muss. Menschenrechte inkludieren aber eben auch, dass Recht auf Unversehrtheit. Aus juristischer Sicht wäre aber schon allen der "Pieks" für die Impfung oder fürs Blutabnehmen eine Körperverletzung. Daher muss man ja auch bei bestimmten medizinischen Eingriffen (größere OP) immer son tolles Formblatt unterschreiben, um zu dokumentieren, dass man dem Arzt den Eingriff erlaubt! Unabhängig ist dieses Procedere, warum der Arzt eingreift (meist hoffentlich um mein Leben zu retten und meine Gesundheit wiederherzustellen ;)). Und trotzdem: Auch wenn es darum geht mich zu operieren, damit meine Gesundheit wiederhergestellt wird braucht der eine Genehmigung. Ist doch auch paradox oder? Der will mir helfen, brauch aber von mir ne Genehmigung. Das ist eben der Umkehrschluss des Rechtes auf Unversehrtheit: Ich bestimme über meinen Körper!

Völliger Blödsinn! Ich bin vor 10 Jahren als kleines Kind auch beschnitten worden und wäre enttäuscht gewesen, wenn mir meine Eltern später gesagt hätten dass eine Beschneidung nicht erlaubt wäre. Ich empfinde das als Beraubung meiner Menschenrechte, wenn man mir verbietet hätte, beschnitten zu werden.

Also zum einen muss man konkretisieren: Es geht bei dieser Debatte NICHT darum, Bescheidungen komplett zu verbieten. Aber sei mal ehrlich: Wärst du traurig oder enttäuscht gewesen wenn deine Eltern dir erklärt hätten: Wir haben dies damals nicht getan, damit du dich heute frei entscheiden kannst, ob du es machen willst oder nicht!? Und vielleicht ist auch mal diese Frage interessant: Was ist einem Gott lieber: Jemand der von seinen Eltern dazu "gezwungen" wurde sich dazu zu bekennen (weil Beschneidung nach Wunsch der Eltern) oder jemand der sich (später) aus freien Stücken dafür entscheidet!? Ich tippe auf letzteres. ;)

Das nicht, aber ich sehe etwas, was mir nicht weh tut, dafür aber im Leben Vorteile bringen kann, nicht als Körperverletzung an.

Bist du sicher das es nicht weh tut? Gerade in der Gegend da unten sitzen unheimlich viele Nervenzellen. Können es gern mal ausprobieren: Wollen wir nochmal rumschnippeln? Oki wir müssen nicht rumschnippeln, können auch reintreten oder quetschen oder sonst irgendetwas! Es tut nur deswegen nicht weh, weil die meisten Kinder mit 8 Tagen noch nicht über ein funktionierendes Gedächtnis verfügen und sich daher nicht daran erinnern können.

Vielleicht bisschen weit hergeholt der Vergleich (und damit bisschen hinkend ;)) aber durchaus auch mal eine Überlegung wert: Was ist mit Eltern, die ihre Kinder unbedingt als Modell vermarkten wollen und die kleinen in (unbequemen und ungesunden) hochhackigen Schuhen und mit wahnsinnig make-up und Haarspray jedes Wochenende zu Castings und Co schleppen? Ist ja auch keine Körperverletzung weil Haarspray tut ja nich weh und das Knippsen mit ner Kamera oder nen Videodreh hinterlässt ja auch keine Spuren?
 
Aber sei mal ehrlich: Wärst du traurig oder enttäuscht gewesen wenn deine Eltern dir erklärt hätten: Wir haben dies damals nicht getan, damit du dich heute frei entscheiden kannst, ob du es machen willst oder nicht!?
Man kann aber auch die Frage stellen: Wenn du ein gläubiger Mensch bist, weil du religös erzogen wurdest, wie fühltst du dich dann als nicht beschnitter Junge bzw. Mann mit dem Bewusstsein, dass dieses Ritual zu deiner Religion gehört? Dein Opa, Vater, Bruder, sonstige Verwante, Freunde usw. sind beschnitten, aber du nicht.

Es gibt bei dieser Debatte mE zwei Irrtümer. Eswird davon ausgegangen, dass hernawachsende Menschen alles in Frage stellen, was die Eltern ihnen anerzogen haben. Als ob Kinder automatisch ab einem bestimmten Alter den Schalter umlegen und auf einmal mit dem freien Willen alles anders entscheiden, völlig losgelöst von dem, wodurch sie von iren Eltern geprägt wurden. Und der andere Punkt ist, dass beschnittene Jungen bzw. Männer diese deine Frage sich gar nicht stellen. Weil sie ganz einfach die Beschneidung im Kindsalter als nicht falsch betrachten. Oder anders formuliert: Es sind "Unbeschnittene", die "Beschnittenen" erklären wollen, dass ihre Eltern was schlimmes gemacht haben. Das destruktive daran ist, dass die meisten das nicht wirklich erklären, sondern polemisch die Eltern als Monster hinstellen.
 
Man kann aber auch die Frage stellen: Wenn du ein gläubiger Mensch bist, weil du religös erzogen wurdest, wie fühltst du dich dann als nicht beschnitter Junge bzw. Mann mit dem Bewusstsein, dass dieses Ritual zu deiner Religion gehört? Dein Opa, Vater, Bruder, sonstige Verwante, Freunde usw. sind beschnitten, aber du nicht.

Ich sags gern nochmal: Es geht nicht darum, Beschneidungen komplett zu verbieten (mir zumindest nicht). Es geht nur darum dem jungen Menschen die Entscheidungsfreiheit zu lassen. Wir können das auch auf was anderes beziehen. Nehmen wir eine fiktive "Religion" die z.B. allen Kleinkindern erstmal an einer gut sichtbaren Stelle ein Tattoo verpasst. Professionell gemacht ist das bestimmt nicht gesundheitsschädlich (hoffe ich mal, sonst würd ich mir Sorgen machen um all die tätowierten in unserem Land ;)). D.h. also egal wie du dich später zu dieser Religion positionieren willst: Du hast auf jeden Fall immer dieses "Merkmal" an dir. Und du wirst immer mit dem Gedanken unterwegs sein "das haben meine Eltern damals verbockt...". Zumindest so ein kleines bisschen - auch wenn du vielleicht anders erzogen bist und diesen Gedanken ins Hinterkämmerchen deines Gehirns verbannst.

Es gibt bei dieser Debatte mE zwei Irrtümer. Eswird davon ausgegangen, dass hernawachsende Menschen alles in Frage stellen, was die Eltern ihnen anerzogen haben.

Stimmt das ist ein Irrtum. Ich gehe z.B. nicht davon aus das jeder alles in Frage stellt - habe ich auch nicht gemacht. Aber ich gehe davon aus das jeder ab einem gewissen Alter Dinge gern selbst entscheiden möchte bzw. auch kann (ggf. auch nach Gesetz kann ;)). Diese Möglichkeit wird dadurch im Punkt Religionsfreiheit jedoch eingeschränkt. Und sorry wenn ich das mal so sage aber: Wir sind ein säkularer Staat. Deswegen gilt hier auch die Religionsfreiheit entsprechend. Und ja, er kann sich ja dann für diese Religion entscheiden - und alles mögliche mit sich machen lassen und nachholen. Mit der Einschränkung natürlich das es im Einklang mit den Gesetzen ist (keine Schädigung von Dritten etc.).

Im Übrigen: Meine Eltern sind evangelisch. Wenn wir das jetzt alles ummünzen dann müsste ich jetzt verdammt sauer auf die beiden sein weil ich weder getauft bin noch sonst irgendeine religionszugehörige "Tradition" erhalten habe - also den Glauben im dem Sinne nicht teilen darf. Bin ich aber gar nicht - im Gegenteil. Weil so kann ich jetzt entweder ohne Religion bleiben oder mich entsprechend orientieren.


Und der andere Punkt ist, dass beschnittene Jungen bzw. Männer diese deine Frage sich gar nicht stellen. Weil sie ganz einfach die Beschneidung im Kindsalter als nicht falsch betrachten. Oder anders formuliert: Es sind "Unbeschnittene", die "Beschnittenen" erklären wollen, dass ihre Eltern was schlimmes gemacht haben. Das destruktive daran ist, dass die meisten das nicht wirklich erklären, sondern polemisch die Eltern als Monster hinstellen.

Ist auch ein Irrtum, stimmt. Aber auch hier muss ich gegenhalten. Zumindest mir geht es nicht darum "nur" die Eltern zu kriminalisieren. Nochmal das Argument: Wir sind hier in einem säkularen Staat und das heisst die Gesetze hier machen keinen Unterschied ob es sich bei einer Sache um religiöse Umstände handelt oder um reines Privatvergnügen. Und ich kann hier auch nur nochmal auf den Post von LordRoscommon verweisen: Nach dem Gesetz haben eben Eltern nicht alle Rechte am Kind. Und ganz eigentlich kann z.B. das Jugendamt auch das Sorgerecht entziehen, wenn eben dies nicht beachtet wird (ich weiss ich weiss macht es selten, meist viel zu spät oder gar nicht - aber das ist ein anderes Thema).

Stichpunkt nicht-beschnittene argumentieren über etwas das sie nicht verstehen. Auch da halte ich mit 3 "Argumenten" dagegen (in Anführungszeichen, weil das natürlich wieder Ansichtssache ist - obs ein Argument ist). Zum einen: Aus dem Willen Mutter Naturs heraus könnte man bei mir meinen ich wäre beschnitten - bins aber nicht. ;) Anders gesagt könnte ich mich damit jetzt auch zu ner Religion bekennen die das einfordert. Oder umgedreht: Man könnt ees mir nachsagen. Ich bin mir aber immer noch nicht so sicher, ob ich das halt gut finde und so...

Punkt Nummer zwei: Ich habe so leise den Verdacht das diese sogenannte Tradition nicht wirklich irgendwo drinsteht sondern in dem Sinne nur von entsprechenden Theologen ausgelegt wurde. Und dann frage ich mich wirklich: Muss das so ausgelegt werden und kann man das im Sinne unserer Rechtsordnung nicht auch "weitläufiger" auslegen - und sich trotzdem regelkonform mit der Religion arrangieren?

Und drittens: Naja wie schon gesagt: Du kannst dir auch gern mal irgendwie dort unten reintreten lassen oder sonstwas - das tut höllisch weh also braucht mir niemand erklären, dass dies eine schmerzfreie Prozedur ist und so. Nochmal gesagt: Wir sind ein säkularer Staat. Wer auch immer der Meinung ist das verträgt sich nicht mit der Religion... Ich will nicht ausländerfeindlich klingen aber: Wenn ich mich entscheide woanders zu leben muss ich mich ja dort auch anpassen. Und frag mich bitte nicht, was anderswo mit "nicht-angepassten" Christen passiert. Ich erinnere mich da jüngst mal wieder an eine Meldung aus Pakistan... Kleiner Christenjunge und so...
 
Ich sags gern nochmal: Es geht nicht darum, Beschneidungen komplett zu verbieten (mir zumindest nicht).
Ist mir schon bewusst, es geht bei der Debatte um die Beschneidung von Kleinkindern.

Es geht nur darum dem jungen Menschen die Entscheidungsfreiheit zu lassen.
Ich versteh nicht ganz, warum auf einmal die Entscheidungsfreiheit von Kindern zu eine große Rolle spielt. Die Eltern treffen als Erziehungsberechtigte so viele Entscheidungen für ihre Kinder, bei denen sich die Kinder später vielleicht anders entscheiden. Es ist doch nicht so - und sollte auch nicht das Ziel sein - das Kinder "neutral" erzogen werden, um dann später alles selbst frei entscheiden zu können.

D.h. also egal wie du dich später zu dieser Religion positionieren willst: Du hast auf jeden Fall immer dieses "Merkmal" an dir.
Na und. Es war dann schließlich 14, 16 oder 18 Jahre lang Teil deines Lebens. Warum sollte man das verdrängen oder verleugnen? Und als beschnittener Mann kannst du problemlos die Religion wechseln. Ist mir zumindest nicht bekannt, dass man nicht mehr vom Islam, Judentum oder Katholizismus weg kommt bzw. es bei Religionen einen "Aufnahmeverbot" gibt, weil man beschnitten ist.

Und du wirst immer mit dem Gedanken unterwegs sein "das haben meine Eltern damals verbockt...". Zumindest so ein kleines bisschen - auch wenn du vielleicht anders erzogen bist und diesen Gedanken ins Hinterkämmerchen deines Gehirns verbannst.
Das glaube ich eben wie schon geschrieben eben nicht.

Diese Möglichkeit wird dadurch im Punkt Religionsfreiheit jedoch eingeschränkt.
Wie oben beschrieben, eine entfernte Vorhaut schränkt dich doch in deiner (Religions)Freiheit nicht ein.

Und sorry wenn ich das mal so sage aber: Wir sind ein säkularer Staat.
Trennung von Staat und Kirche. Warum mischt sich der Staat dann in religöse und auch private Dinge ein?

Weil so kann ich jetzt entweder ohne Religion bleiben oder mich entsprechend orientieren.
Und wenn du getauft worden wärest, wäre das für dich nicht möglich?

Nach dem Gesetz haben eben Eltern nicht alle Rechte am Kind. Und ganz eigentlich kann z.B. das Jugendamt auch das Sorgerecht entziehen, wenn eben dies nicht beachtet wird
Nach dem Gesetz - also geht es doch um eine Kriminalisierung.

Und dann frage ich mich wirklich: Muss das so ausgelegt werden und kann man das im Sinne unserer Rechtsordnung nicht auch "weitläufiger" auslegen - und sich trotzdem regelkonform mit der Religion arrangieren?
Tja, ich fände es gut, wenn die betroffenen Menschen sich diese Frage stellen würden. Aber man fördert dieses Nachdenken und in Folge dessen ein Umdenken nicht dadurch, in dem man sie kriminalisiert und die Beschneidung als Kindesmisshandlung und Verstümmelung darstellt und sie mit Mord, sexuellen Missbrauch u.ä. gleichsetzt.

Wer auch immer der Meinung ist das verträgt sich nicht mit der Religion... Ich will nicht ausländerfeindlich klingen aber: Wenn ich mich entscheide woanders zu leben muss ich mich ja dort auch anpassen.
Was heißt denn woanders!? Auch wenn das Judentum im letzten Jahrhundert in Deutschland fast ausgerottet wurde und die jüdischen Gemeinden überwiegend durch Eingewanderte geprägt sind, ist das Judentum Teil Deutschland und hat dieses Land geprägt. Oder einfach ausgedrückt: Für Deutsche jüdischen Glaubens soll Deutschland "woanders" sein!?
Auch bei Moslems kann man sich fragen, warum sie sich diesbezüglich anpassen sollen. In den 60er nach Deutschland gekommen, und nun, nach einem halben Jahrhundert, in denen Beschneidungen nicht illegal waren, sollen sie sich anpassen oder wegziehen?

Und frag mich bitte nicht, was anderswo mit "nicht-angepassten" Christen passiert. Ich erinnere mich da jüngst mal wieder an eine Meldung aus Pakistan... Kleiner Christenjunge und so...
Sollen wir also solche Länder als Maßstab für unsere Definition von (Religions)Freiheits nehmen?
 
Demonstration: Muslime und Juden finden Beschneidungsurteil menschenverachtend

Folgende News wurde am 09.09.2012 um 20:41:00 Uhr veröffentlicht:
Demonstration: Muslime und Juden finden Beschneidungsurteil menschenverachtend
Shortnews

Vor wenigen Tagen entschied der Berliner Senat, dass Beschneidungen in Deutschland nicht strafrechtlich verfolgt werden. Im Juni entschied ein Kölner Gericht jedoch, dass Beschneidungen an Kindern und Neugeborenen nicht erlaubt seien (ShortNews berichtete). Am heutigen Sonntag gingen Muslime und Juden in Berlin auf die Straße und protestierten deshalb gegen das Juni-Urteil. Kenan Kolat, der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, erklärte, dass es Beschneidungen in Deutschland weiter geben werde."Niemand wird die Beschneidungen stoppen können", erklärte er. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) erklärte außerdem, dass Traditionen wie die Beschneidung von muslimischen und jüdischen Kindern in Deutschland geschützt werden müssen.
 
Also für mich ist es wie mit der Taufe. Ich finde, die Kinder sollten alt genug sein, um selber zu entscheiden ob sie beschnitten/ getauft werden wollen.

Das sehen die betroffenen Glaubensgemeinschaften aber sicherlich anders.

Eines missfällt mir aber sehr: Das Wort "Tradition". Früher wars hier im Westen auch Tradition, dass die Frauen ausschließlich das Mahl und den Haushalt bereiteten und keiner sonstigen Arbeit nachgingen. Würden wir nur nach Tradition gehen, so wäre heute sicherlich vieles nicht so wie es ist. Finde den Traditionsgedanken eher spärlich.
 
Zu Jesus' Zeiten war es tatsächlich üblich, Erwachsene zu taufen. In Deutschland machen das heute nur noch die Baptisten so. Die Kindstaufe lehne ich persönlich für mein Kind auch ab, obwohl ich selbst im Alter von 2 Monaten getauft wurde, sie ist aber kein gravierender Eingriff in die körperliche Unversehrtheit des Kindes. Das Taufwasser ist in der Regel vorgewärmt, und auch beim Waschen/Baden wird die Stirn eines Kindes naß, so daß man von einer schmerzhaften, traumatisierenden Handlung nicht sprechen kann. Unumkehrbar ist die Taufe auch nicht, denn schon wer einfach nicht zur Konfirmation/Firmung geht (i.d.R. mit 14) ist damit aus der kirchlichen Gemeinschaft raus. Die Erstkommunion der Kathole ist nochmal ein extra Ding, das mir auch nicht gefällt. Schon die erzwungene Beichte davor ist ein Unding, wenn Hochwürden 9-jährige Jungs und Mädchen fragt, ob sie denn manchmal an sich rumspielen.

Traditionen haben wir in Deutschland viele: Judenhaß, Schwulenhaß, Ausländerhaß ... :roll:
Die sollen jetzt alle schützenswert sein? Oder möchte Schwester Welle entscheiden, welche Tradition geschützt wird und welche nicht? Ehe und Familie sind z. B. Traditionen, die sogar im Grundgesetz als schützenswert erwähnt sind, die von der Politik aber rigoros untergraben werden durch "Flexibilisierung am Arbeitsmarkt" u.v.m.

Und Herrn Kolat sei ins Stammbuch geschrieben, daß man Morde - insbesondere der "Ehre" wegen - auch nicht stoppen kann. Sollen die jetzt deswegen straffrei gestellt werden? Dann haben Kolat & Cons. das als erste auszubaden, da bin ich sicher. Dann tobt der Mob durch die Ghettos. Rostock-Lichtenhagen hat gezeigt, wie schnell das gehen kann, wenn die nicht gestoppt werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Auch von den Zeugen Jehovs ist mir die Taufe erst im entsprechenden Alter bekannt. Dann, wenn die Leute bereits ein großes Bibelstudium hinter sich haben und selber entscheiden können, ob sie ihr Leben der Religion widmen wollen.

Was die Traumatisierung betrifft: Mein türkischer Vater hat ja bei mir auch auf eine Beschneidung großen Wert gelegt, obwohl wir gar kein moslemisches Leben geführt haben. Weiß gar nicht mehr wie alt ich damals war, könnte so 7 oder 8 gewesen sein. Kann mich aber noch gut erinnern, dass ich fast zwei Wochen lang Schmerzen hatte, konnte nicht gehen und musste daneben auch die ganze Zeit in eine Flasche pinkeln. Es hat mich jetzt nicht unbedingt traumatisiert, aber eine freudige Zeit war es sicherlich auch nicht. Und ob ich beschnitten werden will oder nicht, hat mich auch keiner gefragt. :(
 
Beschneidungen bei Mädchen können wir auch nicht aufhalten auch da sperren sich viele islamische Imane davor diese grausame Sitte abzuschaffen.
Das Kinder aufgrund irgendeiner tausenden von Jahren alten Traditionen ohne gequält werden ist abartig und Pervers.
Viel erstaunlicher finde ich das jetzt Juden und Muslime gemeinsam in der Ecke stehen und versuchen da herraus zu kommen mit Fremdenfeindlichkeit und hass argumentationen.

Auch interessant zu lesen das man auf die Urteile unserer Gerichte keinen Wert gelegt wird ausser sie werden zum Schutz des eigenen Kulturkreises angewendet.

Dieses verhalten wird die Debatte ob der Islam zu Europa gehört noch weiter anfachen.

Desweiteren frage ich mich was nun so schlimm daran wäre seine Kinder nicht brutal zu verstümmeln sind die dann keine Juden oder Muslime mehr in den Augen der befürworter dieser Praktiken?
 
Schadet die Beschneidung der Gesundheit? - Ärzte sind sich uneinig

Folgende News wurde am 28.09.2012 um 20:51:00 Uhr veröffentlicht:
Schadet die Beschneidung der Gesundheit? - Ärzte sind sich uneinig
Shortnews

Die Beschneidung wurde vom Bundesjustizministerium als zulässig erklärt. Damit sollen Eltern künftig ohne Probleme ihre Kinder beschneiden lassen können, wenn sie das wünschen. Ob das Kind das möchte oder nicht, spielt dabei absolut keine Rolle (ShortNews berichtete). Kinderärzte laufen nun Sturm gegen das Urteil. Daher rufen sie zu einer Sitzung am 30. September in Düsseldorf auf. Es soll darüber debattiert werden, ob das gesundheitlich und menschlich korrekt sei. Auch die Ärzte sind sich uneinig. Professor Roth möchte beispielsweise dabei erklären, dass bei Säuglingen die Schmerzempfindung eine andere sei als bei Heranwachsenden. Auch Juden werden an der Sitzung teilnehmen.
 
Inwiefern sollte die Beschneidung denn gesundheitsschädlich sein? Aus hygienischen Gründen ist sie sogar sinnvoll.
 
Ich kann das Urteil nicht nachvollziehen. Unter den Deckmantel des Glaubens dürfen Jungen oftmals ohne oder so weit ich informiert worden bin immer ohne Betäubung beschnitten werden? Das finde ich überhaupt nicht gut. Die Jungen sollten das auf die Dauer selber entscheiden und nicht die Eltern, weil man den muslimischen oder jüdischen Glauben angehört.

Die Beschneidung der Frauen, die häufig extrem brutal ist wird ja auch nicht geduldet, obwohl dort oftmals auch Leute religiöse Absichten hinter stellen wollen. Beides ist für mich ein No-Go!

Sehr interessant ist auch, dass jetzt mit Fremdenfeindlichkeiten um sich geworfen wird, denn das eine hat mit dem anderen nicht im geringsten etwas zu tun! Weiterhin halten Juden und Muslime auf ein Mal zusammen? Sehr interessant unsere Gesetze werden als Lachhaft vor allen von solchen Leuten empfunden und dann wenn es um den eigenen Glauben geht, dann geht auf ein Mal wieder alles!

Sehr skurill!
 
Aua, ohne Betäubung muss es sehr weh tun!

Wurde mit 6 (+- 1-2 Jahre) auch beschnitten von einem Chirugen in seiner Praxis und hatte nach der Betäubung immer noch 2-3 Wochen höllische Schmerzen.
 
Sehr interessant ist auch, dass jetzt mit Fremdenfeindlichkeiten um sich geworfen wird, denn das eine hat mit dem anderen nicht im geringsten etwas zu tun!
Womit sonst? Über 60 Jahre waren Beschneidungen in diesem Land etwas, was niemanden einen %&$§$&-Dreck interessiert hat. Und nun macht der Pöbel einen auf erschüttert und tut so, als ob es zu den schlimmsten Verbrechen gehört.
 
Womit sonst? Über 60 Jahre waren Beschneidungen in diesem Land etwas, was niemanden einen %&$§$&-Dreck interessiert hat. Und nun macht der Pöbel einen auf erschüttert und tut so, als ob es zu den schlimmsten Verbrechen gehört.



Um es mit Atzes Worten zu sagen " ja ne is klar ".... Woher nimmst du Dir das Recht heraus zu behaupten, dass erst JETZT so ein Aufriss gestartet wird? Weisst du ob einige Menschen nicht vorab auch etwas versucht haben? Eventuell war das Thema vor einigen Jahren nicht so konform.

Wer hier in Deutschland lebt, der sollte sich anpassen PUNKT! Das gilt auch für religiöse Aspekte. Ich denke die deutschen bauen Moscheen, Synagogen usw um sich deutlich von den fremdenfeindlichen Sprüchen abzugrenzen und dennoch werden sie in den Arsch getreten... Wenn man jedes Mal vorgeworfen bekommt, dass man Rechts ist, dann wundert es mich bald auch nicht, wenn man sich so verhält.


Die Beschneidung ist schmerzhaft für ein Kind und das weiß ich durch meinem Ex-Freund er war ein Türke! Er hatte Schmerzen und zudem wurde es nicht richtig gemacht. Das wurde auch noch gefilmt, weil man jaaa soooo stolz darauf sein konnte, wegen Religion usw. Er war alles andere als im Alter davon begeistert!


Wenn man es schon durchziehen möchte, dann mit Betäubung usw, aber seltsamerweise wollen das viele Ausländer nicht, weil das gegen die Religion ist. Wenn ich so einen Humbug lese, da könnte ich ausrasten. Ich kenne niemanden der mir sagt im Koran steht "beschneide deinen Jungen, aber NUR OHNE Betäubung"....


Fakt ist es gehört ohne Betäubung verboten, weil es sind Schmerzen! Selbst nach der Betäubung wie Drangi bereits schrieb sind höllische Schmerzen vorhanden. Weiterhin haben viele Türken im TV bereits gesagt, dass sie es einfach nur hygienischer finden! Super Aussage und dafür so etwas? Sorry null Verständnis! Wenn man mich jetzt als Rechts abstempeln möchte, dann bitte! Aber für mich ein klares NEIN zur Beschneidung.

Ich kann nicht bei den Weibern aus Afrika usw so einen Aufriss starten für eine bestialische Beschneidung und bei den Jungen einfach drüber weg sehen, weil der Eingriff weniger bestialisch stattfindet, aber dennoch Schmerzen hervorruft.
 
Um es mit Atzes Worten zu sagen " ja ne is klar "....
Ich kenne nur Addi, den aber aber bei diesem thema nun wirklich nicht zitieren sollte. :ugly:

Woher nimmst du Dir das Recht heraus zu behaupten, dass erst JETZT so ein Aufriss gestartet wird?
Weil mir keine von der Öffentlichkeit/Gesellschaft geführte Debatte zu diesem Thema bekannt ist. Wann war denn Beschneidung ein thema in der Geschichte der BRD?

Wer hier in Deutschland lebt, der sollte sich anpassen PUNKT!
Punkt, Strich, fertig ist das Mondgesicht...
Könntest du mir erklären, was dieses anpassen für einen Deutschen mit jüdischen Glauben bedeutet? Hat der deutsche Michel jedes neuen (!) Gesetz bzw. Verbot kommentarlos zu schlucken?

Ich denke die deutschen bauen Moscheen, Synagogen usw um sich deutlich von den fremdenfeindlichen Sprüchen abzugrenzen und dennoch werden sie in den Arsch getreten...
Meinst du ernsthaft, DEUTSCHE errichten Gotteshäuser um zu zeigen, dass sie nicht fremdenfeindlich sind!?

Wenn man jedes Mal vorgeworfen bekommt, dass man Rechts ist, dann wundert es mich bald auch nicht, wenn man sich so verhält.
Ich hab leider keine andere Erklärung. Worin siehst du denn die Gründe für diese plötzlich herausbrechende Ablehnung gegenüber Beschneidungen?

Die Beschneidung ist schmerzhaft für ein Kind und das weiß ich durch meinem Ex-Freund er war ein Türke! Er hatte Schmerzen und zudem wurde es nicht richtig gemacht. Das wurde auch noch gefilmt, weil man jaaa soooo stolz darauf sein konnte, wegen Religion usw. Er war alles andere als im Alter davon begeistert!
Und aus einem Fall kann man auf alle Fälle zurückschließen?

Fakt ist es gehört ohne Betäubung verboten
Seh ich auch so, zumindest bei Minderjährigen.

Ich kann nicht bei den Weibern aus Afrika usw so einen Aufriss starten für eine bestialische Beschneidung und bei den Jungen einfach drüber weg sehen, weil der Eingriff weniger bestialisch stattfindet, aber dennoch Schmerzen hervorruft.
Warum nicht? Wenn ich jemanden mit der Faust ins Gesicht schlage wird das (juristisch) auch anders gewertet als wenn ich einen Baseball-Schläger nutze.