Streik gegen das Schulsystem

Genauso sehe ich das. Nur, dass die Eintrittskarte 700 Euro kostet und daran geknüpft ist, wie gut dich deine Lehrer mochten.


Alle weiteren Wege in Deinem Leben sind im Prinzip vom selbem abhängig: Geld und die richtigen Personen auf seiner Seite haben, allein das öffnet oder schließt alle Türen

Auch wenn es schöner sein könnte
 
Genauso sehe ich das. Nur, dass die Eintrittskarte 700 Euro kostet und daran geknüpft ist, wie gut dich deine Lehrer mochten.

OK, dann bist Du nach Deiner Definition quasi rechtslos. Du darfst nämlich sehr wenig in Deutschland, ohne das daran eine Bedingung geknüpft ist.

Marty
 
OK, dann bist Du nach Deiner Definition quasi rechtslos. Du darfst nämlich sehr wenig in Deutschland, ohne das daran eine Bedingung geknüpft ist.

Marty

Genau so schauts aus. Und deshalb halte ich die Aussage "Jeder kann/darf ..." eben für falsch. Jeder kann versuchen, seine Ziele zu erreichen; dabei kann es mal mehr und mal weniger fair zu gehen. Um damit auf den Sozialstaat zurückzukommen: Eben dieser ist dafür da, zumindest in ein paar Bereichen diese Fairness herzustellen. Wie gut das klappt, steht auf einem anderen Blatt. Aber genau das ist ja der Anstoß für diesen Thread gewesen.
 
Um damit auf den Sozialstaat zurückzukommen: Eben dieser ist dafür da, zumindest in ein paar Bereichen diese Fairness herzustellen.
Und was wäre für Dich im Bezug auf ein Studium fair?

1. Der Student bekommt das gesamte Studium kostenlos. Ohne jede Bedingung. Der Steuerzahler muss das zahlen.

2. Der Student beteiligt sich in einem vertretbaren Rahmen an den von ihm verursachten Kosten. Wo liegt dieser "vertretbare" Rahmen dann?

Marty
 
Und was wäre für Dich im Bezug auf ein Studium fair?

1. Der Student bekommt das gesamte Studium kostenlos. Ohne jede Bedingung. Der Steuerzahler muss das zahlen.

2. Der Student beteiligt sich in einem vertretbaren Rahmen an den von ihm verursachten Kosten. Wo liegt dieser "vertretbare" Rahmen dann?

Marty

Das ist schwierig zu sagen. Eine Beteiligung an den Kosten halte ich unter bestimmten Bedingungen für sinnvoll. Bei denen, die finanziell nicht so gut gestellt sind, würde ich darauf verzichten. Allen anderen würde ich einen fairen Kredit einräumen. Momentan tendiert es schon in die Richtung, aber das System funktioniert nicht. Wer volles Bafög bekommt, muss den Studienkredit nicht zurückzahlen. Einige Mittelständler trifft es allerdings besonders fieß; die Eltern verdienen, müssen aber z.B. Schulden für das Haus zurückzahlen, müssen evtl. weitere Kinder finanzieren. Da haut es nicht hin, das Studium inklusive Gebühren zu finanzieren. Hier besteht allerdings auch kein Anspruch auf Bafög, weil solche Dinge unzureichend berücksichtigt werden. Klar könnte man hier sagen: Selber Schuld, warum stellt ihr euch ein Haus da hin? Aber dem Nachwuchs deshalb das Studium zu verwehren, halte ich auch nicht für sinnvoll. Fair wäre: Zinsloses Darlehen für alle Studierenden ohne zusätzliche Prüfung -wie Bafög, nur ohne Zuschuss. Den Zuschuss dann mit zusätzlichem Antrag wie gehabt, für diejenigen, denen es nicht so gut geht.
Man muss an dieser Stelle auch sehen, dass nicht alle Studierenden hinterher Top-Verdiener sind. Das trifft auf diejenigen zu, die im Hightech-Bereich absolvieren, aber das sind nicht allzuviele und schon gar nicht die Mehrheit. Wenn jemand z.B. soziale Arbeit studiert hat, verdient er hinterher 1.200 -1.400 Brutto im Schnitt. Als ich das gehört habe, wollte ich es nicht glauben, hab aber ein bisschen recherchiert und mich eines besseren belehren lassen. Gerade bei solchen Studiengängen noch eine Menge Schulden aufzubauen, die man dann erst frühestens mit 24 oder 25 Jahren abbaut (von dem kleinen Gehalt, was da reinkommt), halte ich sicher nicht für fair.

Die nächste Bedingung ist, dass das Geld vernünftig investiert wird, seitens der Uni. Der momentane gesetzliche Rahmen sorgt dafür, dass das hinten und vorne nicht hinhaut. Die Unis fallen auseinander, aber das Geld darf nicht für die Sanierung der Gebäude verwendet werden. Es darf nur zur Verbesserung der Lehre ausgegeben werden, was so dermaßen einschränkt, dass das Geld rumliegt und verschimmelt (weil die Gebäude kein dichtes Dach haben).
 
Den Vorschlag würde ich doch sofort unterschreiben.

Zinsloses Darlehen für jeden. Und jeder, der später (egal wo in der Welt) mit seinem Einkommen eine Grenze überschreitet, muss einen Teil von diesem "Überverdienst" zurückzahlen, bis sein Darlehen getilgt ist.

Nichts anderes ist doch das, was ich fordere: Eine sinnvolle Beteiligung an den Kosten. 8)

Marty
 
Nichts anderes ist doch das, was ich fordere: Eine sinnvolle Beteiligung an den Kosten. 8)

Marty

Davon sind wir nur leider sehr weit entfernt. An meiner alten Uni gab es einen "Auffang-Fond" für die gesamte Region, der sozial schwache Studienanfänger mit einer Art Stipendium die Gebühren erlassen sollte. Die gesamte Region hat ca. 100.000 Studierende, auf die ganze 5 Stipendien kamen.

Aber selbst, wenn es so laufen würde, wie beschrieben, ändert das zu 90% nichts an deinem Problem - das ist nämlich der Faktor, mit dem du dann nach wie vor mein Studium finanzierst.
Und ich denke nicht, dass höhere Gebühren die Antwort darauf sind; nach der (erst zurückgehaltenen, dann kürzlich doch veröffentlichten) letzten Studie, ist der Anteil der Studienanfänger drastisch zurückgegangen - Hauptgrund waren hierbei definitiv die Studiengebühren.
 
Nichts anderes ist doch das, was ich fordere: Eine sinnvolle Beteiligung an den Kosten. 8)

jo, jemand der unter 2 K Euro Brutto hat weil z.B. sein Helfersyndrom ihn veranlasste einen sozialen Beruf zu studieren der sollte auch nix zahlen müssen


die Rückzahlung müßte also progressiv sein, sich an den Kosten des Studium orientieren und erst ab z.B. 2 K Euro Brutto beginnen
 
Weil die 25%-35% mehr Gehalt daraus resultieren, dass hier dieses Geld genommen wird, um Leuten wie Dir ein kostenloses Studium zu verschaffen.

Studier doch das nächste mal bitte direkt in der Schweiz auf Schweizer Kosten und nicht auf meine.

Marty

Stimmt alle anderen Staaten haben ihre Hochschulförderung etc. nicht über Steuern.:roll:
 
hey!

Also was ich nicht gerecht finde ist, dass die Studiengebühren nicht bundesweit eingeführt wurden. Bei mir (Niedersachsen) sind das immerhin
knapp 700 Euro inklusive Semestergebühren für 6 Monate.
Ich habe einen Bruder der auch studiert und noch eine Schwester, die auch in 2 Jahren anfängt. Wenn ich nicht jede Semesterferien arbeiten gehen würde, könnte ich mir das auch nicht leisten, denn da kommt ja noch Wohnung, Essen, etc hinzu..

In Bayern zum Beispiel kann man sich von den Studiengebühren befreien lassen, solange man 2 Geschwister hat, die noch Kindergeld bekommen.
Was meines erachtens gerade kinderreichere Familien entlastet und ein Studium nicht unattraktiv macht.
Da hat mein Bruder Glück gehabt, in Niedersachsen gibt es so etwas nicht.

Ich bin auch nicht generell gegen Studiengebühren, denn durch die verschiedenen Gremien hat man ja selbst die Möglichkeit über die Investitionen mitzuentscheiden, aber von 0 Euro auf 500 Euro ist erstmal ein ziemlich großer Schritt und die zweite Sache ist, wenn schon, dann aber bitte auch alle.

mfg Kurzer
 
Zuletzt bearbeitet:
Davon sind wir nur leider sehr weit entfernt.
Das mag stimmen, aber die derzeitigen Studiengebühren sind schon mal ein Anfang.

An meiner alten Uni gab es einen "Auffang-Fond" für die gesamte Region, der sozial schwache Studienanfänger mit einer Art Stipendium die Gebühren erlassen sollte. Die gesamte Region hat ca. 100.000 Studierende, auf die ganze 5 Stipendien kamen.
Ist das nicht traurig? Sollte man da nicht alle ehemaligen Studenten, die jetzt top verdienen, öffentlich an den Pranger stellen, dass sie sich nicht mehr an der Ausbildung anderer beteiligen, so wie sie auch davon profitiert haben?

Aber selbst, wenn es so laufen würde, wie beschrieben, ändert das zu 90% nichts an deinem Problem - das ist nämlich der Faktor, mit dem du dann nach wie vor mein Studium finanzierst.
Ja, aber nicht komplett. Es geht mir doch nicht darum, dass ein Student alle Kosten selber trägt. Immerhin ist ja da der von Dir auch beschriebene soziale Nutzen seines Studiums.

Und ich denke nicht, dass höhere Gebühren die Antwort darauf sind
Wieso höhere? Die fordere ich ja gar nicht. Die 500 Euro pro Semester finde ich schon in Ordnung. Das sind in 6 Jahren 6.000 Euro. Wenn man irgendwann nach dem Studium mal mehr als z.B. 2000 Euro netto hat, dann zahlt man 100 Euro davon monatlich zurück und hat das in 5 Jahren erledigt.

Ich wäre evtl. noch dafür, dass Studierende, die länger als die Regelstudienzeit brauchen oder Leute, die nur noch zum Spass studieren (Rentner), deutlich mehr zahlen müssen. Das aber erst, wenn auch die Voraussetzungen geschaffen werden, dass man ein Studium auch optimal durchziehen kann. Dazu fehlt es aber noch bei den Unis und FHs.

jo, jemand der unter 2 K Euro Brutto hat weil z.B. sein Helfersyndrom ihn veranlasste einen sozialen Beruf zu studieren der sollte auch nix zahlen müssen
Fände ich in Ordnung. Es gibt Berufe, die aus sozialen Gesichtspunkten sehr viel Sinn machen, wo man aber nie viel verdient. Jugendsozialarbeiter sind solche Beispiele. Die geben der Gemeinschaft durch ihren Job so viel zurück, die sollten dann auch nichts zurückzahlen müssen. Aber warum sollte z.B. jemand, der später mal Manager in einem Unternehmen wird und ein Jahresgehalt jenseits der 5.000 Euro brutto hat, nicht einfach 5% Steuern extra zahlen als "Uni-Steuer", sofern er selber studiert hat?

die Rückzahlung müßte also progressiv sein, sich an den Kosten des Studium orientieren und erst ab z.B. 2 K Euro Brutto beginnen
Ich würde diese Grenze bei 5k setzen. Aber das sollen die festlegen, die solche Konzepte durchrechnen können.

Stimmt alle anderen Staaten haben ihre Hochschulförderung etc. nicht über Steuern.:roll:
Was willst Du mir damit sagen? Es gibt sehr viele Länder, wo Universitäten (zumindest gute) sehr, sehr viel Geld kosten. Warum hast Du nicht da studiert und bist dann in die Schweiz gegangen?

Marty
 
Was willst Du mir damit sagen? Es gibt sehr viele Länder, wo Universitäten (zumindest gute) sehr, sehr viel Geld kosten. Warum hast Du nicht da studiert und bist dann in die Schweiz gegangen?

Marty
Ach jetzt geht man schon vom Ausland schon zu einer beschränkten Anzahl an Ländern wo ich hätte studieren können bzw. eher sollen, hauptsache Deine Aussage bleibt halbwegs erhalten. Wieviele Länder haben denn keine Hochschulförderung über Steuern.
Achso und was ich überhaupt nicht verstehe, warum sollte ich eigentlich überhaupt an diesen Hochschulen studieren? Wenn die deutsche Wirtschaft es nun mal nicht hergibt eine Stelle entsprechend zu entlohnen, dann muss Deutschland daran was ändern und nicht ich.
Oder wärst Du bereit für die selbe Stelle (ich gehe jetzt einfach mal davon aus das Deine Arbeitsstelle Dich zu >90% erfüllt) wie Du jetzt hast 25-35% weniger Gehalt zu bekommen? Einfach nur damit Du auf gleich viel verzichtest wie ich, einfach nur so?:ugly:
 
In Hessen zeigen sich gerade die Auswirkungen der Abschaffung der Studiengebühren:
Eine Freundin von mir hat sich an der FH eingeschrieben, u. A. weil die FH hier dafür bekannt ist, einen eher "schulähnlichen" Studenplan zu haben, der ist mit Kind einfach besser zu bewältigen als ein "Uni-Stundenplan" wie meiner (VL bis 20:00 :roll:usw.)

Durch die Abschaffung der Studiengebühren ist die FH dieses WS aber total überlaufen. Die Vorlesungen sind so voll, dass man nicht mehr reinkommt, Übungen und Tutorien wurden nach Nachnamen gesplittet, so dass man keine flexible Zeiteinteilung mehr hat, sondern zwangsweise in die Übung um 18:00 Uhr gehen muss (doof, mit Kind).
Keine Bücher, keine Sitzplätze, zuwenig Plätze an den Professuren (für Hausarbeiten etc), in ein Seminar reinzukommen, was sie interessiert ist praktisch unmöglich.
Und die FH-Leitung scheint's nicht zu interessieren, die haben mal alles angenommen was laufen konnte...

Ich hatte ihr ja gesagt, sie solle an die Uni kommen....:mrgreen:

Back to Topic:
Ich finde Studiengebühren gar nicht so schlecht. Aber ich habe auch gut reden: Ich habe ein Kind und studiere, da bin ich davon befreit. Ich habe allerdings mehr Kommilitonen gesehen, die sich die 500 Euro aus Daddy's Ärmel schütteln, als Studies, die dafür wirklich arbeiten gehen mussten.
Außerdem hat unsere Uni die Studiengebühren so eingesetzt, dass wir Studenten wirklich etwas davon hatten. Wir haben renovierte Hörsääle, einen nagelneuen PC-Pool, mehr Bücher in die UB, mehr Tutorien...
Viele Studenten sagen jetzt, sie hätte die die Gebühren gerne weiter gezahlt, denn man sieht, welchen Auswirkungen es haben kann....
 
Ach jetzt geht man schon vom Ausland schon zu einer beschränkten Anzahl an Ländern wo ich hätte studieren können bzw. eher sollen, hauptsache Deine Aussage bleibt halbwegs erhalten.
Was möchtest Du damit sagen? Meine Aussage war, wer im Ausland arbeiten will, der soll auch im Ausland studieren. In Deutschland kostenlose Bildung mitnehmen und dann, wenn es ans zurückgeben geht, sich ins Ausland verdrücken, ist Sozialschmarotzerei.

Wieviele Länder haben denn keine Hochschulförderung über Steuern.
Du arbeitest doch jetzt in der Schweiz, oder? Wieviel hätte denn Dein Studium da gekostet und was hast Du in Deutschland gezahlt?

Wenn die deutsche Wirtschaft es nun mal nicht hergibt eine Stelle entsprechend zu entlohnen, dann muss Deutschland daran was ändern und nicht ich.
Vielleicht kann die deutsche Wirtschaft nicht so viel zahlen, weil sie schon so viel für ein kostenloses Bildungssystem zahlen muss?

Oder wärst Du bereit für die selbe Stelle (ich gehe jetzt einfach mal davon aus das Deine Arbeitsstelle Dich zu >90% erfüllt) wie Du jetzt hast 25-35% weniger Gehalt zu bekommen? Einfach nur damit Du auf gleich viel verzichtest wie ich, einfach nur so?
Das kommt darauf an, ob ich vorher genau von diesen Leuten kostenlos meine Ausbildung finanziert bekommen habe.

Das erinnert mich an diese Leute, die Deutschland den Rücken kehren, weil Sozialversicherungsbeiträge und Steuern ja hier "viel zu hoch" sind und man im Ausland mehr verdienen kann. Und wenn dann der Job im Ausland weg ist und man nichts mehr hat, dann kommt man schnell zurück nach Deutschland, weil man feststellt, dass die Sozialsysteme hier aber ganz toll sind.

Marty
 
Es ging unteranderem um die zu hohen Studiengebühren, die "Lehrmittelfreiheit" die nicht mehr wirklich vorhanden ist und die verkürzung der Schulzeit auf 12 Jahre trotz immer wieder steigenden Anforderungen.
Ich hab mein Abi nach 12 Jahren gemacht und es hat mir nicht geschadet. Besser wäre ein bundeseinheitlicher Lehrplan. Dann kann keiner mehr meckern.

wenn man soviel Gehirnschmalz und Leistungsvermögen hat kann man auch studieren, man kann nämlich neben dem Studium auch arbeiten
Funktioniert aber nicht bei allen Studiengängen.

1. Der Student bekommt das gesamte Studium kostenlos. Ohne jede Bedingung. Der Steuerzahler muss das zahlen.
Ein Azubi bekommt seine gesamte Ausbildung kostenlos und als Bonus sogar (meist) noch Gehalt dazu. Ein Studium ist auch eine Ausbildung. Wieso soll der eine zahlen und der andere dafür etwas erhalten?
 
Was möchtest Du damit sagen? Meine Aussage war, wer im Ausland arbeiten will, der soll auch im Ausland studieren. In Deutschland kostenlose Bildung mitnehmen und dann, wenn es ans zurückgeben geht, sich ins Ausland verdrücken, ist Sozialschmarotzerei.
Lies Dir bitte noch einmal durch was ich in meinem ersten Post hier geschrieben hatte. Ich habe hier wesentlich schlechtere Chancen gehabt an eine Promotion ranzukommen. Nachdem dieser Weg unerfüllt blieb, wegen den ganzen Vorschriften etc. (FH-Abschluss->Promotion). Ging ich danach was mir Spaß machen würde, das ist momentanlich mein Job, und warum sollte ich nun das schlechteste Angebot dabei heraussuchen und nicht das beste? Ich habe mein Studium in Deutschland nie aus der Initiative gestartet dass ich dann direkt ins Ausland gehen will um dort zu arbeiten. Sondern Bürokratie und andere Maßnahmen haben mich regelrecht dazu gebracht über den Tellerrand hinaus zu schauen. Aber für manche scheint dies völlig verpönnt zu sein.

Du arbeitest doch jetzt in der Schweiz, oder? Wieviel hätte denn Dein Studium da gekostet und was hast Du in Deutschland gezahlt?
Ja ich arbeite da, seit April diesen Jahres. In der Schweiz gibt es das so genannte Schulgeld, welches bei der ETH Zürich ca. 580Franken also ca. 350-400€ beträgt. Jedoch muss man dies erweitern hier gibt es Stipendienmöglichkeiten und auch einen Solidaritätsfonds so dass auch sozial schwache junge Menschen ihr Studium beginnen könnten. Des weiteren beträgt an der ETH der Semesterbeitrag "nur" 64 Franken umgerechnet etwa 40-45€. Ich bezahlte dafür in Deutschland zwischen 90-130€ (aufsteigend von Jahr zu Jahr).

Vielleicht kann die deutsche Wirtschaft nicht so viel zahlen, weil sie schon so viel für ein kostenloses Bildungssystem zahlen muss?
Die deutsche Wirtschaft zahlt die Hochschulförderung? Und ich dachte das käme über Steuern vom Bund und ich dachte die Wirtschaft in Deutschland wäre besser als z.B. die Schweiz. Von den genommen Steuern allein bei priv. Haushalten ganz zu schweigen. (Denn schon allein 20% weniger Steuern zahle ich.)
Als Vergleich noch die Ausgaben für Bildung 2007. Deutschland 3.2% der Gesamtausgaben, in der Schweiz 9.2%. Also irgendwo gibt es da vielleicht einen Denkfehler.

Das kommt darauf an, ob ich vorher genau von diesen Leuten kostenlos meine Ausbildung finanziert bekommen habe.
Also Du würdest auf Geld verzichten? Das kann ich nicht glauben, kaum jemand nimmt ein deutlich schlechter bezahlte Stelle ausser der Job ist nicht das was er sich vorstellt. Für mich gibt es momentan kaum was besseres. Ausser wenn ich von der Entwicklung in die Forschung wechseln könnte. Aber dafür muss ich mich wahrscheinlich noch etwas weiterbilden, was in beiden Ländern ca. 10.-15.000€ kosten wird.

Das erinnert mich an diese Leute, die Deutschland den Rücken kehren, weil Sozialversicherungsbeiträge und Steuern ja hier "viel zu hoch" sind und man im Ausland mehr verdienen kann. Und wenn dann der Job im Ausland weg ist und man nichts mehr hat, dann kommt man schnell zurück nach Deutschland, weil man feststellt, dass die Sozialsysteme hier aber ganz toll sind.
Es war kein Entscheidungsgrund sondern nur dankbarer Zusatzeffekt. Aber das Deutschland etwas bei der Steuererhebung ändern muss weg vom drangsalieren der arbeitenen Gesellschaft hin zum Besteuern von Gewinnen ohne grosse Ausnahmen, wie sie jetzt herrschen. Man sieht dass es in anderen Ländern auch funktioniert und die Unternehmen dort auch nicht alle weg rennen. Für mich sind dies Ausreden aufgrund von Lobbyarbeit...
 
Ein Azubi bekommt seine gesamte Ausbildung kostenlos und als Bonus sogar (meist) noch Gehalt dazu. Ein Studium ist auch eine Ausbildung. Wieso soll der eine zahlen und der andere dafür etwas erhalten?
Weil der eine dafür eine Leistung bringt, die einem Unternehmen nützlich ist und der andere eben nicht.

Die deutsche Wirtschaft zahlt die Hochschulförderung? Und ich dachte das käme über Steuern vom Bund
Stimmt ja, und was meinst Du, woher der Bund das Geld hat? Druckt er das selber oder sind das zufällig Steuereinnahmen, auch und überweigend von Unternehmen gezahlt?

Von den genommen Steuern allein bei priv. Haushalten ganz zu schweigen. (Denn schon allein 20% weniger Steuern zahle ich.)
Und bekommst dafür auch die gleichen Leistungen wie in Deutschland in der Schweiz?

Als Vergleich noch die Ausgaben für Bildung 2007. Deutschland 3.2% der Gesamtausgaben, in der Schweiz 9.2%. Also irgendwo gibt es da vielleicht einen Denkfehler.
Ja, wieviel ist das insgesamt in Mrd. und wieviel pro Schüler/Student?


Also Du würdest auf Geld verzichten? Das kann ich nicht glauben, kaum jemand nimmt ein deutlich schlechter bezahlte Stelle ausser der Job ist nicht das was er sich vorstellt.
Ich verzichte nicht auf Geld, ich gebe dem Staat das zurück, was er mir gegeben hat. Das ist in vielen Ländern der Erde übrigens völlig normal, dass man als Bürger dem Staat auch etwas von dem zurückgibt, was man erhalten hat. In den USA gründen die wirklich erfolgreichen Menschen Stiftungen, die Stipendien vergeben, um ihrer Hochschule und dem Staat etwas zurückzugeben. In Deutschland jammern vergleichbare Menschen nur über ihren hohen Steuersatz.

Marty